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Martin Taschenbier ist der Viertkleinste in der Klasse und der Zweitschwächste. In puncto Schüchternheit nimmt er sogar den ersten Platz ein. Dabei wäre er so gern wie die anderen. Aber Martin traut sich einfach nichts. Bis er nach den Weihnachtsferien mit der Klasse zum Skilaufen fährt und das Sams kennen lernt, ein vorlautes, respektloses Wesen, das sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt und auf geheimnisvolle Weise Wünsche erfüllen kann. Martins größten Wunsch, ein anderer zu sein, kann das sams zwar nicht erfüllen, aber es hilft ihm, mutiger und selbstbewusster zu werden. Als…mehr

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Produktbeschreibung
Martin Taschenbier ist der Viertkleinste in der Klasse und der Zweitschwächste. In puncto Schüchternheit nimmt er sogar den ersten Platz ein. Dabei wäre er so gern wie die anderen. Aber Martin traut sich einfach nichts. Bis er nach den Weihnachtsferien mit der Klasse zum Skilaufen fährt und das Sams kennen lernt, ein vorlautes, respektloses Wesen, das sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt und auf geheimnisvolle Weise Wünsche erfüllen kann. Martins größten Wunsch, ein anderer zu sein, kann das sams zwar nicht erfüllen, aber es hilft ihm, mutiger und selbstbewusster zu werden. Als die Woche im Schullandheim um ist, hat Martin zum ersten Mal das Gefühl dazuzugehören, und er weiß, dass er jetzt seinen Platz in der Klasse gefunden hat.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Verlag Friedrich Oetinger
  • Seitenzahl: 208
  • Altersempfehlung: ab 8 Jahre
  • Erscheinungstermin: 01.05.2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783862745777
  • Artikelnr.: 37496744
Autorenporträt
Jubiläumsporträt zum 80. Geburtstag von Paul Maar

Ein fliegender Flohmarkt, ein tätowierter Hund und ein Wombär: willkommen in der Welt von Paul Maar!


Am 13. Dezember feiert der virtuose Geschichtenerzähler Paul Maar seinen 80. Geburtstag. Fast 100 Bücher hat er inzwischen für Kinder aller Altersgruppen geschrieben. Dazu kommen unzählige Briefe an seine Fans, die er nach wie vor gern persönlich und von Hand beantwortet. Wie seine legendärste Figur, das Sams, lebt der in Schweinfurt geborene Maar im oberfränkischen Bamberg - wenn er nicht gerade auf Lesereise ist und nicht selten 1.000 Kindern auf einmal vorliest. Wenn er unterwegs ist, nutzt er die Zeit gern, um an einem kleinen Gedicht zu arbeiten. Besonders den gleichmäßigen Rhythmus von schnellen Zugfahrten findet er nämlich höchst inspirierend.

Der Erfolg seiner Gedichte und seiner Texte für Kindertheater wird noch weit übertroffen vom Ruhm seiner Romane und Erzählungen, die er in der Mehrzahl selbst illustriert hat. Manche seiner Geschichten, zum Beispiel die vom tätowierten Hund, sind bald ein halbes Jahrhundert alt. Die Kinder lieben sie bis heute. Woran das liegt?

"Ich scheine mir meinen kindlichen Humor bewahrt zu haben und muss über dieselben Dinge lachen wie Kinder", sagt Paul Maar. "Manchmal sitze ich leise lachend am Schreibtisch, weil mir eine besonders witzige Formulierung eingefallen ist. Wenn ich sie Erwachsenen vorlese, ruft sie höchstens ein gnädiges Lächeln hervor. Umso mehr freut es mich, wenn dann bei Lesungen die zuhörenden Kinder genau bei dieser meiner Lieblingsstelle in lautes Lachen ausbrechen."

Zwar verkneift sich Maar den erzählerischen Zeigefinger, dennoch können Groß und Klein aus seinen Büchern viel lernen. Nicht nur aus den Fanbriefen kennt er die Ängste und Sorgen der Kinder. Daher macht er ihnen mit seinen Figuren und Geschichten Mut - mit Lippel, Herrn Bello, dem kleinen Känguru und all den anderen. Uns allen gibt er sein Lebensmotto mit auf den Weg: "Wannkapierst du endlich, dass Dinge, Termine, die dich ängstigen, sich hinterher immer als harmlos herausgestellt haben!" Obwohl die Erwachsenen von kindlichem Humor so wenig verstehen, haben sie Paul Maars Genie erkannt und ihm viele literarische Auszeichnungen verliehen - vom Deutschen Jugendliteraturpreis für sein Gesamtwerk bis zum E. T. A. Hoffmann-Preis. Letzteres wird ihn besonders gefreut haben, denn E. T. A. Hoffmann ist Maars erklärter Lieblingsdichter. Wie sein Vorbild begeistert sich Paul Maar auch fürs das Musiktheater - in seinem Fall natürlich ausschließlich für Kinder.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 02.04.1996

Sams' Tag
Paul Maars Held kehrt zurück

Inzwischen ist Bruno Taschenbier Familienvater, Sproß Martin zehn Jahre alt und gerade mit seiner Klasse im Skischullandheim angekommen. Da er sich unwohl fühlt, greift er zur mitgebrachten Erkältungsarznei mit der Aufschrift "S.R.Tr.". Sams-Kenner wissen, was nun passiert, sie warten seit vier Jahren auf den Einsatz der "SamsRückholTropfen".

Das Sams gehört nicht nur in das Ensemble der ganz großen Stars kinderliterarischer Phantastik, es vereint ihre besten Eigenschaften: aufmüpfig und selbstbewußt wie Pippi Langstrumpf, verspielt und liebebedürftig wie Pinocchio, rothaarig und mit magischen Kräften ausgestattet wie Pumuckl. Das Sams hat Rüssel und Flossen, ist quirlig wie ein Kobold und albern wie eine Kasperlfigur. Es bietet reichlich Projektionsfläche für die Wünsche seiner Leser. Sie können ihre Phantasie und Egozentrik mit dieser Figur austoben.

Das Sams setzt Kräfte frei, nicht nur zwischen den Buchdeckeln. Dies führt zu unvorhergesehenen, meist chaotischen Alltagsabenteuern, witzig und von hohem Unterhaltungswert. Drei Bände lang spielt das Stück in einem kleinbürgerlichen Haushalt: Frau Rotkohl ist die geizige, neugierige und engstirnige Wirtin, Bruno Taschenbier ihr ebenso schüchterner wie gutmütiger Untermieter und Herr Mon der skurrile, eigenbrötlerische Besucher. In diese schöne Gesellschaft platzt Taschenbiers Alter ego Sams.

Als Verkörperung vitaler und narzißtischer Kindlichkeit stellt es Taschenbiers bisher ängstliche und harmoniesüchtige Lebenseinstellung auf den Kopf. Daß die kindliche der erwachsenen Lebensform gleichberechtigt sein sollte, ihr sogar zu mehr Selbstbewußtsein und Kritik verhelfen kann, war die Botschaft des ersten Sams-Bandes von 1976, die, typisch für die damalige Zeit, gesellschaftliche Aspekte betonte. Maar formte von Anfang an die Sams-Figur allegorisch als "fremdes Kind" und stellt sie damit in die Tradition der klassischen phantastisch-komischen Erzählungen E. T. A. Hoffmanns. Dies zeigt, daß es ihm nicht in erster Linie um politische Aktivierung ging. Dieser Tendenz folgen auch die nächsten beiden Sams-Bände von 1980 und 1992; in ihnen führt der Autor seine Figuren sanft aus ihrer Typisierung heraus, so daß sie zu Persönlichkeiten werden.

Von Band zu Band wurde die Funktion der Sams-Figur klarer: Sie dient dazu, Martin zu stärken. Das Akzeptieren der eigenen Schüchternheit gehört dazu, denn O-Ton Sams: "Andre können dich nicht ändern, ändern mußt du dich allein. Du wirst nie die andern ändern, aber du kannst anders sein." Auch wenn das Sams zeitweise eine Welt schaffen kann, in der das Wünschen noch hilft, sind die blauen Wunschpunkte auf seiner Nase nur Mittel zum Zweck, und das in zweierlei Hinsicht: Sie bringen die Handlung und die Taschenbiers in Schwung.

Paul Maar ist ein Erzähler alten Schlages, der Rat weiß und einfallsreich zu unterhalten vermag. War der erste Band "Eine Woche voller Samstage" von holzschnittartiger Einfachheit, so gewinnen die klassisch-schlichten Episodengeschichten mit jedem Band an Plastizität und Dichte; sie weiten sich zur großen, eingerahmten Erzählung, deren Endlichkeit jedoch bittere Wahrheit bleibt. Denn Sams-Regel sechs sagt klar und deutlich: "Daß Samse immer wieder gehn, kann selbst ein Taschenbier verstehn." INA NEFZER

Paul Maar: "Ein Sams für Martin Taschenbier". Mit Illustrationen vom Autor. Oetinger, Hamburg 1996. 208 S., geb., 19,80 DM. Ab 10 J.

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