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11 Kundenbewertungen

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, er sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen ...…mehr

Produktbeschreibung
Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, er sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen ...
  • Produktdetails
  • Bastei Lübbe Taschenbücher Nr.17385
  • Verlag: Bastei Lübbe
  • Artikelnr. des Verlages: .17385, 17385
  • 1. Aufl.
  • Seitenzahl: 320
  • Altersempfehlung: ab 16 Jahren
  • Erscheinungstermin: 15. April 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 127mm x 30mm
  • Gewicht: 326g
  • ISBN-13: 9783404173853
  • ISBN-10: 3404173856
  • Artikelnr.: 44070048
Autorenporträt
Neil Gaiman hat über 20 Bücher geschrieben und ist mit jedem großen Preis ausgezeichnet worden, der in der englischen und amerikanischen Buch- und Comicszene existiert. Geboren und aufgewachsen ist er in England, inzwischen lebt er in Cambridge, Massachusetts, und träumt von einer unendlichen Bibliothek. Besuchen Sie den Autor unter $(LEhttp://www.neilgaiman.com/:www.neilgaiman.com)$
Rezensionen
"Eine wundervolle, phantastische Geschichte von der man wünscht, dass sie nicht endet." Frankfurter Stadtkurier, 06.09.2016

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Ulrich Greiner wundert sich, dass sich noch niemand an der miserablen Übersetzung von Neil Gaimans "Der Ozean am Ende der Straße" gestört hat - nicht, dass der Rezensent das Original lobte: das Buch sei insgesamt nicht gut geschrieben, findet Greiner, jedenfalls sei es keinesfalls das "poetische Juwel", das Daniel Kehlmann auf dem Umschlag der deutschen Ausgabe verspricht. Hannes Riffels Übersetzung scheint den Rezensenten aber ernstlich erzürnt zu haben. Riffel werfe wild Konjunktiv I und II durcheinander, man merke dem Text noch viel zu sehr seinen englischsprachigen Ursprung an, und es wimmele von sperrigen Formulierungen und handfesten Fehlern, die ein ordentliches Lektorat hätte beseitigen können und müssen, so Greiner.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 04.10.2014
Drei Frauen, die alles vorauswissen

Neil Gaiman hat einen Roman für Erwachsene geschrieben, der aber alle Altersgruppen begeistern wird: "Der Ozean am Ende der Straße".

Von Felicitas von Lovenberg

Manche Kindheitserfahrungen sind absolut: die Geborgenheit bei den Eltern, die Angst vor Dunkelheit, Glück, Staunen und Schrecken der ersten Lektüren. Neil Gaiman bringt all das zurück in "Der Ozean am Ende der Straße", einem Roman, so wundersam wie sein Titel. So mühelos, wie sich ein Ententeich darin zum Ozean ausdehnen kann, zur Not aber auch in einen Eimer füllen und transportieren lässt, zieht das Buch den Leser in seinen Bann. Anhand der Geschichte eines kleinen Jungen, der einem furchterregenden Wesen gegenübertreten muss, das mal die Gestalt eines farblosen Wurms, mal die eines adretten Kindermädchens und mal die einer zerfetzten grauen Leinwand hat, erzählt es vom Wandel aller Erinnerung und von der Ruhelosigkeit nicht beglichener Schuld.

Gaiman legt damit seit langer Zeit erstmals wieder ein explizit für Erwachsene geschriebenes Werk vor, das man indes bedenkenlos auch einem Zwölfjährigen schenken kann. Als Erwachsener hat man jedoch mehr davon - weil es mehr verschüttete Erinnerungen gibt. Doch die Altersfrage ist ebenso müßig wie die, ob es sich bei "Der Ozean am Ende der Straße" um einen Roman handelt, um eine Novelle oder eher um ein Märchen. Es ist ein Werk der Imagination, wie ich seit langem keines gelesen habe.

Viele handfeste, objektive Argumente lassen sich für diesen Roman anführen. Zum Beispiel, dass sein Verfasser, der in den Vereinigten Staaten lebende Brite Neil Gaiman, in der englischsprachigen Welt ein Kultautor ist, der mit der Comicserie "Sandman" und düster-phantastischen Romanen wie "Niemalsland", "American Gods", der verfilmten Gruseldelikatesse "Coraline" oder dem "Graveyard Buch" Maßstäbe im Fantasy-Genre gesetzt hat. In Amerika hat "Der Ozean am Ende der Straße" sogar Dan Brown von der Spitze der Bestsellerliste vertrieben, und Schriftstellerkollegen wie A. S. Byatt oder Daniel Kehlmann haben sich in Bewunderung und Entzücken vor diesem Werk verneigt.

Man könnte aber auch sagen, dass Gaimans Kunst darin besteht, Gänsehaut zu erzeugen - und das nicht, weil sein Roman einige unheimliche Visionen enthält, sondern weil er dem Unterbewussten näher ist als der Wirklichkeit. Dass man sich darauf bereitwillig einlässt, liegt an der Stimme, mit der Gaiman hier erzählt, ohne Umschweife und Scheu, und doch mit einer Zartheit, die von Schmerz und Verlust kündet. Und weil die Stimme einem Kind gehört, das noch nicht gelernt hat, Urteile in seine Schilderungen einzuweben, erscheint das Surreale so selbstverständlich wie die Realität.

Ein Mann mittleren Alters kehrt anlässlich einer Beerdigung nach Sussex, an den Ort seiner Kindheit, zurück. Um seine Gedanken zu ordnen, fährt er ein wenig durch die Gegend. Neubausiedlungen haben das Gesicht der Landschaft verändert. Als er an ein vertrautes Gehöft kommt, hält er an und steigt aus, und mit jedem Schritt kehren die Erinnerungen an die dramatischen Ereignisse nach seinem siebten Geburtstag zurück. Zusammen mit dem namenlos bleibenden Ich-Erzähler tauchen wir ein in die Begebenheiten jenes Sommers. Bei Gaiman ist das durchaus wörtlich zu nehmen: Er besitzt eine Rattenfängergabe, fremde Welten unmittelbar anschaulich und bis in Gerüche und Geschmäcker hinein erlebbar zu machen.

Es beginnt mit einem schlichten Satz voller Unglück: "Als ich sieben Jahre alt wurde, kam niemand zu meiner Geburtstagsfeier." Fünfzehn Klappstühle bleiben leer und Schüsseln voll Wackelpudding ungegessen, doch die "Narnia"-Chroniken von C. S. Lewis und ein Kätzchen, das "ich auf der Stelle ,Fluffy' taufte und das ich von ganzem Herzen liebte", machen die Enttäuschung wett. Aber nur eine Seite weiter ist das Kätzchen tot, überfahren vom Taxi, das den neuen Untermieter der Eltern bringt, einen Opalschürfer aus Südafrika. Dieser wiederum liegt bald darauf ebenfalls tot da: Er hat im Auto der Eltern Selbstmord verübt.

Dieses Unglück führt den Erzähler erstmals auf die Farm der Hempstocks, wo er die schon immer elfjährige Lettie Hempstock kennenlernt, ihre Mutter Ginnie und ihre Großmutter, die noch den Urknall erlebt hat. Und weil der Erzähler ein Kind ist, ein oft einsames und nicht besonders glückliches, und außerdem eines, das "mehr in Büchern lebte als irgendwo sonst", akzeptiert er, dass die drei Hempstock-Frauen Dinge wissen, die erst noch geschehen müssen, dass Lettie Hempstocks Tümpel in Wahrheit ein Ozean ist und dass Gramma Hempstock das Gewebe der Zeit stopfen kann wie einen alten Morgenmantel.

Gaimans Roman ist reich an lebhaft beunruhigenden und unvergesslichen Szenen, etwa wenn der Junge versucht, einen schier endlosen Wurm aus seinem Fuß zu entfernen, oder wenn das teuflisch attraktive neue Kindermädchen den Vater verführt, aber zugleich den Sohn als körperlose Stimme überall kontrolliert. Doch die eigentliche Bedrohung liegt tiefer. Denn der untröstliche Keim dieser abenteuerlichen Geschichte ist eine zerbrechende Familie, mit einem gewalttätigen Vater und einer meist abwesenden Mutter. Und so versteht man allmählich, warum der Sohn es vorzieht, eine andere Welt zu bewohnen, auch wenn diese ihre eigenen Schrecken birgt. Denn dort gibt es einen Trost, eine Wärme, an der es ihm nach Fluffys Tod so bitter mangelt: Lettie. "Ich glaubte an sie, und das bedeutete, dass mir nichts passieren würde, solange ich mit ihr zusammen war. Das wusste ich, so wie ich wusste, dass das Gras grün war, dass Rosen spitze Dornen hatten und dass Frühstücksflocken süß waren."

In so scheinbar einfachen, klaren, eindringlichen Sätzen wie diese Liebeserklärung ist das ganze Buch geschrieben. Das Schwere wird darin leicht und das Finstere hell, und irgendwann gibt sich der Schriftsteller als Proteus zu erkennen, der mühelos zwischen der Perspektive eines siebenjährigen Jungen und dem Blick eines alles sehenden, alles verstehenden und alles akzeptierenden Erzählers hin und her wechselt. "Ich sah die Welt von oben und unten. Ich sah, dass es dort Muster gab und Portale und Pfade, die weit über die Realität herausgingen. Alles flüsterte in mir. Alles stand miteinander in Beziehung, und mir war alles vertraut."Der Zauber dieses Buchs beruht darauf, dass man Gaiman diese Vertrautheit abnimmt, 238 Seiten lang. "Der Ozean am Ende der Straße" widersetzt sich einfachen Kategorisierungen wie Jugendbuch oder Fantasyroman. Seine Genealogie reicht tiefer, bis in jene Zeit, wo die Menschen einander Märchen und Mythen erzählten, Geschichten, wie Gaimans Erzähler sie liebt, weil es in ihnen nicht darauf ankommt, wer sie hört und wann: "Sie waren besser. Denn sie waren."

Neil Gaiman: "Der Ozean am Ende der Straße". Roman.

Aus dem Englischen von Hannes Riffel. Eichborn Verlag, Köln 2014. 238 S., geb., 18,- [Euro].

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"Dieses Werk hat mir das Glücksgefühl von Kindheitslektüren zurückgebracht. Magisch." Felicitas von Lovenberg, FAZ

"Der Ozean am Ende der Straße ist "ein Meisterwerk". [...] Dieses Buch hat die Kraft des Mythos [...] und versöhnt uns mit dem Leben und der Welt - nicht weniger." Hannes Stein, NY-Korrespondent der WELT

"Ein grandioser Roman über das Gefühl, deplatziert zu sein - und die Macht des Vertrauens." Bild