Schwester - Fosse, Jon
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Ein vier Jahre alter Junge will die Welt an einem norwegischen Fjord erkunden, wo er mit seinen Eltern lebt. Innerhalb von drei Tagen erfährt er, wie groß und stark die Macht der Erwachsenen ist, die ihn vor "gefährlichen" Abenteuern beschützen wollen. Immer wieder versucht er, zusammen mit seiner dreijährigen Schwester die Grenzen seiner Freiheit auszureizen, immer wieder wird er daran gehindert, diese Erfahrung zu machen. Aber dabei erkennt er auch die Liebe zu seiner kleinen Schwester und wie wichtig ihm das Gefühl des Geborgenseins in dieser Beziehung ist. Eine genau Erzählung davon, wie…mehr

Produktbeschreibung
Ein vier Jahre alter Junge will die Welt an einem norwegischen Fjord erkunden, wo er mit seinen Eltern lebt. Innerhalb von drei Tagen erfährt er, wie groß und stark die Macht der Erwachsenen ist, die ihn vor "gefährlichen" Abenteuern beschützen wollen. Immer wieder versucht er, zusammen mit seiner dreijährigen Schwester die Grenzen seiner Freiheit auszureizen, immer wieder wird er daran gehindert, diese Erfahrung zu machen. Aber dabei erkennt er auch die Liebe zu seiner kleinen Schwester und wie wichtig ihm das Gefühl des Geborgenseins in dieser Beziehung ist.
Eine genau Erzählung davon, wie schwierig es ist, als kleines Kind seine Welt zu erfahren, zu schützen und zu behalten.
  • Produktdetails
  • Verlag: Bajazzo
  • Seitenzahl: 56
  • Altersempfehlung: ab 6 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 155mm x 215mm
  • Gewicht: 201g
  • ISBN-13: 9783907588703
  • ISBN-10: 3907588703
  • Artikelnr.: 20754878
Autorenporträt
Jon Fosse, geboren 1959 in der norwegischen Küstenstadt Haugesund. Lebt seit Mitte der siebziger Jahre in Bergen. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und war Dozent an der Akademie für kreatives Schreiben in Hordaland. Seit Anfang der neunziger Jahre ist er freier Schriftsteller. Er schreibt Romane, Theaterstücke, Gedichtsammlungen, Essays und Kinderbüchern. Fosse erhielt den Ibsen-Preis sowie 2000 den österreichischen Theaterpreis "Nestroy". 2000 wurde Fosse außerdem der Nordische Theaterpreis verliehen. 2003 wurde er mit dem Ehrenpreis des Norwegischen Kulturrats sowie mit dem norwegischen Amanda-Ehrenpreis ausgezeichent und in Frankreich als "Chevalier de l'Ordre National du Mérite" geehrt.
Rezensionen
Besprechung von 01.09.2006
Hin und her wie die Wellen
Ein kleiner Junge entdeckt die Welt
Kein einziges Boot war auf dem Fjord zu sehen, vielleicht war es noch zu früh am Morgen? Und niemand war wach außer ihm, Mutter nicht, Vater nicht, seine Schwester nicht. Nur er war wach, so kam ihm das jedenfalls vor, er war der Einzige auf der ganzen Welt, der wach war, dachte er. Er stand da in seinem Schlafanzug und schaute zum Fjord runter. Er atmete tief ein und atmete langsam aus.”
Knappe und unverblümte Sätze, knappe und unverblümte Bilder. Einer der bekanntesten Dramatiker der Gegenwart hat eine Kindergeschichte geschrieben, der Norweger Jon Fosse, und Aljoscha Blau hat sie illustriert. Es ist eine Geschichte über die ersten Schritte eines kleinen Jungen in eine unbekannte Welt. Schwester heißt die kurze, preisgekrönte Erzählung. Das fremde Universum liegt als Fjordlandschaft vor dem Haus, in dem der Junge mit den Eltern und der ein Jahr jüngeren Schwester lebt.
Knappe und unverblümte Sätze und Bilder, und trotzdem entsteht auf 50 Buchseiten der ganze Kosmos eines kleinen Kindes, das vom großen Unbekannten vor der eigenen Haustür fasziniert ist, aber keine Worte für die Größe findet. Der Junge weiß nur: Er möchte hineingehen in diese Welt. Er tut es. Er tut es verbotenerweise, mehrmals. Schließlich nimmt er seine Schwester an die Hand und läuft los. Er will seine Entdeckung mit ihr teilen. Angst haben beide nicht. Angst haben die Eltern – und sie ziehen Konsequenzen.
Jon Fosse kommentiert nicht, er beschreibt, was passiert, er fasst die Gedanken des Jungen in Worte. „Er ist immer allein, denkt er und lauscht auf den Atem von seiner Schwester, hin und her, wie die Wellen, wie die Grashalme da im Wind, hin und her, immer hin und her wie die Wellen, ganz allein, wie die Wellen.” Fosse fokussiert die Phantasie der Leser auf die kindliche Vorstellung einer Welt, die noch entdeckt werden will. Und das Ende bleibt offen – wie bei allen Geschichten, selbst wenn sie sich auf der letzten Seite versöhnlich verabschieden. (ab 5 Jahre)
SIGGI SEUSS
JON FOSSE: Schwester. Aus dem Norwegischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Mit Illustrationen von Aljoscha Blau. Bajazzo Verlag 2006. 56 Seiten, 12,90 Euro.
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Siggi Seuss ist ganz begeistert davon, mit welch sparsamen Mitteln der sonst als Dramatiker bekannte Jon Fosse den Leser an die Wahrnehmungswelt eines kleinen Jungen heranführt, der die ihn umgebende Welt entdecken will: "Knappe und unverblümte Sätze, knappe und unverblümte Bilder." Und trotzdem entsteht auf nur 50 Seiten ein "ganzer Kosmos", staunt Seuss. Dem Autor gelingt es nach Seuss' Meinung, die Vorstellungskraft seiner Leser zu "fokussieren".

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