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Ruhelose Seelen, verfluchte Gemälde, Tote voller Rachsucht: Sieben Mal entführt uns diese fantastisch-schaurige Geschichtensammlung an unheilvolle Orte. Wir durchqueren einen japanischen Geisterwald, leben in einem Internat in Irland, in dem immer mehr Schüler sterben und schwimmen in einem dunklen schwedischen See, in dem angeblich ein Monster hausen soll. Schaurig gute Unterhaltung und nichts für schwache Nerven ……mehr

Produktbeschreibung
Ruhelose Seelen, verfluchte Gemälde, Tote voller Rachsucht: Sieben Mal entführt uns diese fantastisch-schaurige Geschichtensammlung an unheilvolle Orte. Wir durchqueren einen japanischen Geisterwald, leben in einem Internat in Irland, in dem immer mehr Schüler sterben und schwimmen in einem dunklen schwedischen See, in dem angeblich ein Monster hausen soll. Schaurig gute Unterhaltung und nichts für schwache Nerven …

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  • Produktdetails
  • Verlag: Audiolino
  • Gesamtlaufzeit: 237 Min.
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahre
  • Erscheinungstermin: 30.09.2018
  • ISBN-13: 4057664485083
  • Artikelnr.: 54882147
Autorenporträt
1 "Uff, noch einen Tag länger Ferien und ich hätte es nicht mehr ausgehalten", stöhnt Feli. "Was?" Ich sehe sie verblüfft an und muss dabei ein Gesicht machen, als hätte mich ein Elch geküsst, denn Feli prustet los. Mitten in die Stille hinein, als Frau Gossler gerade die Klassenliste durchgeht und jeden Namen einzeln aufruft. "... Raphael Schiller?", wiederholt Frau Gossler ernst und sieht in unsere Richtung. Das kann ja heiter werden. Das neue Schuljahr ist gerade mal eine halbe Stunde alt und wir sind die Ersten, die Ärger kriegen. Ich halte ihrem Lehrerinnen-Röntgenblick stand, brav wie ein Lamm, als wäre nicht das Geringste passiert. Ach, es ist einfach wunderbar, dass wieder Schule ist. So irre es klingt. Feli sitzt neben mir und alles ist wie immer. Wir haben es echt wieder hingekriegt, trotz allem, was im Sommercamp passiert ist. "Hier!", ruft endlich Schiller von seinem Tisch am Fenster und lenkt Frau Gosslers Aufmerksamkeit von uns ab. Erleichtert atme ich auf. "Bist du krank?", flüstere ich Feli zu und lege ihr meine Hand auf die Stirn. "Na, Fieber hast du jedenfalls keins." "Wieso?", fragt Feli und strahlt mich an. Es ist dieses Lachen, das dir sagt, dass alles klargeht und dir nichts passieren wird. "Weil du froh bist, dass die Ferien zu Ende sind", sage ich. "Und weil ich das aus deinem Mund nicht glauben kann." "Das war auch nicht ernst gemeint. Hast du gehört, was wir dieses Schuljahr alles lernen sollen?", fragt Feli und deutet mit dem Kinn zur Tafel, auf der in Frau Gosslers zackiger Schrift der Lehrplan für Mathe steht. "Paula, wo bleibt da noch Zeit für Spaß?" "Och nee, ich bin jetzt schon wieder ferienreif", stöhne ich wie eine Filmdiva mit Kopfschmerzen. Und dann kichern wir beide. Frau Gossler ist inzwischen am Ende ihrer Namensliste angelangt. "Max Zöllner", schallt ihre Stimme durch die Klasse. Max Zöllner? Den haben wir nicht in unserer Klasse. Hatten wir auch noch nie. Verstohlen schiele ich auf meine Armbanduhr, wie lange es noch bis zur Pause ist. "Jaaa!" Schlagartig tönt ein allgemeines Stühlerücken durch den Raum, weil sich alle nach dem geheimnisvollen Ja-Sager umdrehen. Auch Feli und ich. Und tatsächlich, in der letzten Bank sitzt er, ein Neuer. Der Arme wird gleich puterrot und erntet dafür auch noch Gekicher. Aber dann erlöst ihn die Pausenklingel. "Wiederholt noch einmal alle Rechengesetze des letzten Jahres!", ruft Frau Gossler uns hinterher, aber das hört in dem Tumult niemand mehr. Mittags nach Unterrichtsschluss trödeln Feli und ich noch ein wenig in den Schulgängen herum. Ich genieße es wirklich, wieder in der Schule zu sein, auch wenn es vielleicht ein stressiges Jahr werden wird. Aber endlich werden wir wieder mit den ganzen Leuten hier zusammen sein, uns über Hausaufgaben und Lehrer aufregen, alles miteinander bequatschen und einfach viel Spaß haben. "Was machst du heute?", fragt Feli. Und ohne meine Antwort abzuwarten sprudelt sie los. "Du musst nämlich unbedingt zu mir kommen, meine Schwester hat Singstar!" Bei dem Wort Singstar klingt ihre Stimme wie das Kling-kling im Zeichentrickfilm, wenn der Typ die Schatzkiste aufmacht und es daraus wie verrückt strahlt und funkelt. Mir klappt der Mund auf. "Hanna hat unser Spiel?", stammle ich. Ich sage unser Spiel, weil Feli und ich uns jedes Mal, wenn Singstar in der Werbung läuft, schwören, dass wir bald auch eins haben werden. Nur fehlen uns leider bisher sage und schreibe dreihundert Euro dazu. "Ja, mit Mikrofonen und allen Drum und Dran", ruft Feli. "Und das Beste: Meine Schwester ist heute nicht da, wir haben sturmfreie Bude!" Abwartend sieht sie mich an und rempelt dabei fast den schwitzigen Müller an, der ihr entgegenkommt. Er gibt Sport und läuft den ganzen Tag in Jogginghosen herum und wirkt immer außer Atem, sogar wenn er gerade eine Freistunde hat. "Was ist, hast du Lust?", fragt Feli, nachdem er im Lehrerzimmer verschwunden ist. "Was denkst du denn?", frage ich. "Ich bin um drei bei dir." Als wir die Treppe hinunterstürmen, hören wir den Hausmeister schon von Weitem fluchen, weil vermutlich wieder einmal der Getränkeautomat in der Aula streikt. "Schnell weg hier, sonst denkt er noch, wir hätten den Automaten mit Spielgeld verstopft", ruft Feli und zieht mich zum Ausgang. "Hast du denn?", frage ich und schlittere ihr über den glatten, frisch gewischten Boden hinterher. "Noch nie!", ruft sie übermütig. Dann stolpern wir aus dem Schulhaus hinaus in die grelle Sonne. Als sich meine Augen an das Licht gewöhnt haben, entdecke ich Schiller. Er steht vor dem Tor, hat die Hände in den Hosentaschen und grinst uns unter seinem unvermeidlichen Hut hervor an. Es ist so was wie sein Markenzeichen, aber niemand, wirklich niemand unter sechzig würde so ein Ding freiwillig tragen. Doch ohne diesen Hut wäre Schiller nicht Schiller. "Na, alles klar?", fragt er. "Hey, Schiller", sage ich und bleibe vor ihm stehen. Feli nickt ihm atemlos zu. "Was macht euer Hundesitterdienst?", fragt er und wippt dabei auf den Fußspitzen auf und ab. "Paula und ich haben Plakate aufgehängt", sagt Feli. "Wir haben alles im Griff!" "Aber bisher hat sich noch keiner gemeldet", erkläre ich und gebe Feli einen Schubs, weil sie nicht so schnippisch zu Schiller sein soll. "Das läuft bald an", sagt Schiller so sicher, als hätte er hinter unserem Rücken längst die Schlange mit Neukunden entdeckt. Schön wär's, denn in meinem Geldbeutel herrscht absolute Flaute. Sarah und Jenny gehen winkend an uns vorbei und verziehen mitleidig das Gesicht, was wohl so was wie Anteilnahme sein soll. Schiller ist nämlich der Außenseiter in unserer Klasse. Er ist da irgendwie reingerutscht. Man sieht ihn nie mit den anderen was machen, er hat in allen Fächern supergute Noten und in den Pausen sitzt er meistens irgendwo alleine mit einem Buch herum. Aber er ist ein prima Typ und seit dem Sommercamp sind wir so was wie befreundet. "Dort ist der Neue", flüstert Feli und deutet unauffällig mit dem Kopf zur Haltestelle der Straßenbahn. "Alex oder so." "Er heißt Max", sagt Schiller und beobachtet stirnrunzelnd, wie der Neue sich auf die Mauer neben dem Tor setzt, mutterseelenallein, und ein Buch aus seinem Rucksack zieht. Ich kichere, am Ende macht er Schiller noch Konkurrenz, denn so sieht er ihm wirklich zum Verwechseln ähnlich. Bis auf den Hut natürlich. Da kommt auch schon meine Straßenbahn und ich verabschiede mich schnell. "Bis später!", rufe ich Feli zu und laufe los. (...)
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Zunächst ist alles wie gewohnt: Die Familie zieht in ein neues Haus, der Vater kauft zu Weihnachten eine hässliche Tanne, oder die Mutter erbt ein klobiges Gemälde. So weit so normal, erklärt Rezensent Siggi Seuss. Dann jedoch taucht etwas Ungewöhnliches auf, etwas, dass die Neugier weckt, etwas Unheimliches, das einen in den Bann zieht, nicht mehr loslässt, anwächst, immer mächtiger wird, immer schrecklicher und schon ist die Angst da und der Impuls zu fliehen. So funktionieren sie - unsere Albträume, meint Seuss, und so funktionieren auch Nina Blazons geschickt konstruierte Kurzgeschichten, in denen sie die uralte Welt der kindlichen Albtraumängste erforscht. In einfacher Sprache erzählt sie von Spukhäusern und magischen Spiegeln, von tiefen Wäldern und abgründigen Gewässern. Vervollkommnet werden diese Geschichten durch Isabel Kreitz schöne Illustrationen in schwarz-weiß, so der angetane Rezensent. 

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 15.03.2019
Schleichender Schrecken
Nina Blazon erkundet die Welt des Unheimlichen
Wohin auch immer uns Nina Blazon in ihren gruseligen „Siebengeschichten“ führt, beschleicht uns das dumpfe Gefühl, dass wir schon einmal an diesen Orten des Grauens waren: in den Fluren eines alten Internats, in einem Wald der Verlorenen, an einem dunklen, tiefen See, in einem von Feen besetzten, einsamen Haus.
Wir waren schon da, nicht weil wir Gruseliges von E.A. Poe, Lovecraft, Bierce oder Dahl kennen – das vielleicht auch –, sondern weil uns Blazons Kurzgeschichten zu den Urängsten aus den Albträumen der Kindheit zurückführen. Und Isabel Kreitz setzt mit ihren Schwarzweiß-Illustrationen das i-Tüpfelchen aufs erzählte Grauen. In den Traumfantasien unserer Kindheit waren wir zunächst neugierig aufs Unheimliche. Dann provozierten wir die namenlosen Wesen, und wenn sie erschienen, nahmen wir die Beine in die Hand. Nicht selten endete die Albtraumjagd auf einem düsteren Dachboden, bevor wir schweißgebadet aufwachten.
Nina Blazons Geschichten funktionieren nach ähnlichem Muster. Meist beginnen sie in einem realistischen, manchmal sogar in einem vertrauten familiären Milieu, in Irland, den USA, Frankreich, England, Schweden, Island oder Japan: Zwei beste Freundinnen trauern um die tödlich verunglückte Dritte im Bunde. Dad kauft kurz vor Heiligabend ein verkrumpeltes Ungetüm von Nordmanntanne. Eine Mutter erbt ein Ölgemälde mit dem Bildnis eines jungen Mannes (Dorian Gray lässt grüßen!). Eine Familie zieht an die Ufer eines idyllischen Sees. Ein Mädchen entdeckt einen seltsamen Spiegel. Ein anderes Mädchen kommt mit dem Schreihals von neugeborenem Schwesterchen nicht zurecht. Drei Freunde, die nach den Sommerferien getrennte Wege gehen, planen einen letzten gemeinsamen Ausflug. Zuerst passiert etwas Rätselhaftes, das die Fantasie anregt, bevor sukzessive die Angst um sich greift und die Wahrnehmung die Grenzen der vertrauten Realität überschreitet oder sich gar ins Wahnhafte steigert.
Nina Blazon beherrscht in ihren Kurzgeschichten die Dramaturgie des schleichenden Schreckens. Sie konstruiert unauffällig die passenden realistischen Kulissen. Dann kreiert sie die entsprechend düsteren Atmosphären, in denen die Nachtschattengewächse aus Ängsten und Albträumen gedeihen können, und erzählt schließlich in unaufgeregter Sprache von allem, was sich an Schauderhaftem ereignet, wobei sie nebenbei auch Fenster zum versteckten Familienhorror öffnet. Selbst wenn der Schrecken keine konkrete Gestalt gewinnt: Die Angst hat sich bereits im Gemüt festgekrallt. In diesem Zustand müssen wir an die kleine Fina aus Island denken, die an die Worte ihrer verstorbenen Großmutter glaubt, nach der das Dunkle, das unterm Haus sein Unwesen treibt, die Zahl Sieben nicht mag. Der Abwehrzauber wirkt allerdings nur, wenn unter den sieben Gegenständen, die man an einem Platz hortet, etwas Blaues ist. Gut, wir haben sieben Geschichten in einem Büchlein mit graublauem Cover. Das müsste genügen. (ab 12 Jahre)
SIGGI SEUSS
Nina Blazon: Siebengeschichten. Mit Bildern von Isabel Kreitz. Aladin Verlag, Hamburg 2018. 220 Seiten, 14 Euro.
Der Abwehrzauber wirkt nur,
wenn unter den sieben
Gegenständen etwas Blaues ist
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"Nina Blazon beherrscht in ihren Kurzgeschichten die Dramaturgie des schleichenden Schreckens.", Süddeutsche Zeitung, Siggi Seuß, 15.03.2019