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Nachhaltigkeit hat Konjunktur. Die Entstehung dieses inhaltlich umstrittenen Begriffs ist eng mit der Geschichte der Wälder verbunden. Richard Hölzl zeigt, wie aufgeklärte Gelehrte nach 1750 eine ökologische Waldreform und eine neue Politik nachhaltiger Ressourcennutzung entwickelten. Er erzählt von Bauern und Richtern, von Förstern und Frevlern, die darum kämpften, ob und wie der neue Wald entstehen sollte. In einer einzigartigen Verbindung von Umwelt- und Wissensgeschichte, von Kriminalitäts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte wird hier die Geschichte des Waldes neu geschrieben.…mehr

Produktbeschreibung
Nachhaltigkeit hat Konjunktur. Die Entstehung dieses inhaltlich umstrittenen Begriffs ist eng mit der Geschichte der Wälder verbunden. Richard Hölzl zeigt, wie aufgeklärte Gelehrte nach 1750 eine ökologische Waldreform und eine neue Politik nachhaltiger Ressourcennutzung entwickelten. Er erzählt von Bauern und Richtern, von Förstern und Frevlern, die darum kämpften, ob und wie der neue Wald entstehen sollte. In einer einzigartigen Verbindung von Umwelt- und Wissensgeschichte, von Kriminalitäts-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte wird hier die Geschichte des Waldes neu geschrieben.
  • Produktdetails
  • Campus Historische Studien Bd.51
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 551
  • Erscheinungstermin: Juni 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 141mm x 43mm
  • Gewicht: 752g
  • ISBN-13: 9783593391717
  • ISBN-10: 3593391716
  • Artikelnr.: 28072784
Autorenporträt
Richard Hölzl, Dr. phil., ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen.
Inhaltsangabe
Inhalt

Einleitung
Der Philosoph und die Bauern von Blachendorf 11

Erster Teil
Die Erfindung des modernen Waldes (1760-1800) 37

I. Ökologische Erzählungen im Diskurs um die Forstreform 41
1. Von "Barbarey" und "Kultur": Fortschritt und Zivilisierungsmission 44
2. "Daß sich unsere Großväter der Natur allzuviel überliesen": Ordnungen der Natur 48
3. "Die Nebel der Vorurtheile zu zerstreuen...": Der aufgeklärte Blick auf die Landbevölkerung 54
4. Eine Anthropologie des Eigennutzes: Die liberale Option 60
5. Vom Forstregal zur Forstwissenschaft: Die staatliche Option 64
6. Holzmangel und seine Verursacher: Legitimitätskonstruktionen 68
7. Die Entdeckung der Zukunft: Nachhaltigkeit als Lösung 105

II. Forstwissenschaft und Aufklärung: Institutionen, Akteure und Medien der Wissensproduktion 118
1. Orte der Rezeption eines europäischen Diskurses 118
2. Forstreform als Karrierebaustein: Kommunikationsstrategien 127
3. Publizistische Initiativen der Zentralverwaltung 130
4. Forstreform jenseits der Institutionen: Ein gelehrter Gutsherr 132
5. Medien der Wissensproduktion: die Churbaierischen Intelligenzblätter 133

III. Institutionalisierung der Forstreform 139
1. Organisation der Verwaltung 140
2. Reformversuche im 18. Jahrhundert 141
3. Reformzeit ab 1780 144
4. Ausbildung des Forstpersonals 156

Zweiter Teil
Forstreform und Landbevölkerung (1800-1860) 167

IV. Kampf um das Waldrecht - Forstreform im Bayerischen Wald 167
1. Waldreform im Alltag: Ein Perspektivenwechsel 173
2. Grenzkonflikte und Forstrechtsablösungen 176
3. "Seit unfürdenklichen Zeiten...": Dorfgemeinden und Forstreform 184
4. Forstfrevel im Gerichtssaal 232
5. Waldprivatisierung und ländliche Lebenswelten 248

V. Auf dem Weg zur Revolution: Alltäglicher Frevel und gewaltsamer Protest der "Spessart-Gemeinden" 267

1. Der Spessart als frühindustrieller Försterwald 269
2. Gegenwelt: Waldfrevel als Anti-Disziplin 300
3. Lebensbedingungen im Spessart des 19. Jahrhunderts 304
4. Die Sprache des Protests: Frevelzahlen - Frevelsemantiken 316
5. Die Macht des Staates: Strategien der Kontrolle im Vormärz 357
6. Forstreform und Revolution (1848/49) 377

Dritter Teil
Forstreform und Öffentlichkeit (1800-1860) 415

VI. Belletristische und politische Publizistik 415
1. "Der Krieg um den Wald": Belletristik 415
2. Politische und staatswissenschaftliche Texte 422

VII. Expertendiskurs und bürgerliche Öffentlichkeit 444
1. Forstpolizei und Forstschutz: Neue Subdisziplinen 445
2. Wirtschaftsziele: Was bleibt von der Nachhaltigkeit? 461
3. Neue Legitimationsquellen: Schutzwald - Erholungswald 473

Fazit 489

Dank 499

Quellen und Literatur 501
1. Archivalien 501
2. Gedruckte Quellen 502
3. Literatur 508

Abbildungen und Diagramme 529
Abkürzungen 542
Sachregister 543
Personenregister 549
Rezensionen
Hölzls Buchschlägt erhellende Schneisen und bietet reichhaltigen Entdeckungen - eben wie ein guter Wald, der nicht in Holz und Gemüt zerfällt, es ja soll. (Freitag, 21.08.2010) Richard Hölzl ist es gelungen, die "dichte Beschreibung" eines Kampfes um den deutschen Wald in den Jahrzehnten zwischen Aufklärung und Nachmärz zu präsentieren. Das Besondere des Buches besteht dabei in der Anschaulichkiet und Konkretheit. (Kommune, 01.10.2010) Das Werk ist eine erfolgreiche Verbindung begriffsgeschichtlicher, sozialgeschichtlicher und umweltgeschichtlicher Anschauungsweisen - ein nachhaltiger Beitrag zur historischen Forschung. (Historische Zeitschrift, 01.02.2011) Hölzl bereichert die Geschichte des Waldes um eine sehr wertvolle kulturhistorische Arbeit. (Werkstatt Geschichte, 01.09.2011)