Britta Sabbag, „Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich“
Tyl ist elf Jahre alt und lebt im 12. Jahrhundert, also im Mittelalter. Er hat immer Hunger, und sein Vater will ihn vor die Tür setzen. Raue Zeiten. Als Tyl im Wald einen riesigen verletzten Adler findet, pflegt er ihn gesund. Das ist der Beginn eines wunderbaren und magischen Abenteuers. Denn Tyl ist ein Adlerreiter – und in „Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich“ erlebt er sein erstes Abenteuer.
Was?
Märchen und Legenden, in denen Fabelwesen wie Drachen oder riesige Adler existieren, gibt es viele. Und dann findet Tyl im Dickicht beim Reisigsuchen tatsächlich einen Riesenadler. Das verletzte Tier könnte ihn leicht töten, doch es lässt sich von Tyl helfen, und langsam wird der Adler, den Tyl „Eylo“ nennt, wieder gesund. „Eylo“ bedeutet mutig, aber auch „Adler“. An Tyls elftem Geburtstag schickt sein Vater ihn weg von zu Hause. Auf dem Weg zum Hof, wo sein Bruder Titus zum Ritter ausgebildet wird, rettet Eylo Tyl vor einem Rudel Wölfe und bringt ihn zum Tal der Adler …
Wie?
Britta Sabbag erzählt hier eine mitreißende Abenteuergeschichte. Und natürlich lernt Tyl im Tal der Adler neue Freunde kennen: Anno, Pim, Liv und Kanar. Für Tyl ist erst einmal alles neu. Er und sein Adler Eylo sind Verbündete, das wird er lernen, und sonst auch noch sehr viel. Denn alle jungen Menschen, die hier sind, haben wie Tyl keinen Platz, an den sie gehören. Zwischen Tyl und Eylo gibt es ein besonderes Band, sie verstehen sich ohne Worte. Und klar, kein Abenteuer ohne einen bösen Gegenspieler: Hier ist es der rote Lord mit seinen Falkenreitern. Der hat üble Pläne …
Neben einem fantastischen Abenteuer bietet „Eagle Rider“ natürlich auch eine wunderbare Geschichte darüber, wie wichtig es ist, Menschen zu haben, denen man vertrauen kann. Die Illustrationen von Raimund Frey begleiten die Abenteuer stimmig.
Für wen?
Für junge Leserinnen und Leser ab acht Jahren, die Abenteuer und Magie lieben, ist „Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich“ genau das Richtige. Und wer mag Abenteuer und Magie nicht? Ganz nebenbei erzählt diese Geschichte aber auch von Freundschaft zwischen sehr unterschiedlichen jungen Menschen – und ihrem Zusammenhalt. Die Adler spielen natürlich auch eine Hauptrolle und sind die Gefährten und Beschützer der Freunde. Denn der rote Lord will die Herrschaft an sich reißen. Das wäre furchtbar, und so müssen die Adler, Tyl und seine Freunde nicht nur kämpfen und mutig sein, sondern auch pfiffig und schlau.
Von wem?
Britta Sabbag war früher einmal im Personalwesen tätig und hat davor Psychologie, Pädagogik und Sprachwissenschaften studiert. Dann wurde das Unternehmen, in dem sie gearbeitet hat, verkauft, und Britta war ihren Job los. Erst mal sicher ein Schock. Doch dann beschloss sie, das Beste daraus zu machen, und fing an zu schreiben. Es hört sich unglaublich an, aber gleich ihr erstes Buch wurde zum Bestseller! Es heißt „Pinguinwetter“ und ist ein Roman für Erwachsene. Dass Britta Sabbag aber auch wunderbare Geschichten für junge Leser schreiben kann, beweisen ihre vielen Kinder- und Jugendbücher. Unter anderem hat sie sich „Die Dinoschule“ oder „Wonder und ich“ ausgedacht. Mit Band 1 der Reihe „Eagle Rider“ geht es nun weiter mit einer magisch-abenteuerlichen Geschichte. Britta Sabbag lebt mit ihrer Familie in einem Landhaus nahe Köln und sie sagt, es gebe dort Bäume, an denen Ideen hängen …
Von Raimund Frey kommen die Schwarz-Weiß-Illustrationen im Buch. Schon als Kind hat er mit Begeisterung gemalt und gezeichnet, vor allem Tiere. Alles, was Schuppen, Hörner oder Stacheln hatte, fand er toll. Dass er auch Adler oder Falken richtig gut zeichnen kann, beweist er in „Eagle Rider“. Raimund hat Kommunikationsdesign studiert. Er illustriert, schreibt oder macht „Graphic Recording“ – auch dabei bringt er das Wesentliche einer Veranstaltung in seinen Illustrationen auf den Punkt. Wie gut, dass er bei den Kinderbüchern, die er illustriert, mit viel Fantasie zeichnen darf! Und haben wir schon erwähnt, dass Raimund Frey gerne Plastikdinos sammelt? Das tut er nämlich.
Und wie weiter?
Band 2, „Eagle Rider. Erkenne, wer du bist“, wird schon im August 2026 erscheinen. Wie schön, dann müssen wir nicht so lange warten, um das neueste Abenteuer von Tyl zu lesen! Tyl ist dann Adlerreiter und hat viele Freunde gefunden, Adler wie Menschen. Doch es scheint, als sei einer aus ihrem Kreis ein Verräter und verbünde sich mit den Feinden. Kann Tyl die Gefahr abwehren?
GLOSSAR
TYL
Tyl lebt am Anfang der Geschichte noch mit seinem Vater und seinem älteren Bruder Titus in einer Hütte. Die Familie ist arm, zu essen gibt es fast nur Haferbrei. Er hat nur ein Hemd, zerlöcherte Schuhe und eine Hose. Tyl liebt Vögel und ist sehr gut darin, Vogelstimmen zu imitieren. Überhaupt ist die Natur sein bester Freund, und Tyl kennt viele Heilkräuter. Als er auf Eylo trifft, verändert sich sein Leben. Bald wird er in den Kreis der Adlerreiter aufgenommen – nun muss er nur noch lernen, auf einem Adler zu fliegen. Nein, nicht auf irgendeinem. Auf seinem Adler, auf Eylo.
TITUS
Titus ist Tyls großer Bruder – und das nicht nur, weil er älter ist. Titus ist wirklich groß, stark und wird bald zum Ritter ausgebildet. Der Vater von Titus und Tyl findet das großartig und ist leider nur stolz auf Titus, nicht auf den schmächtigen Tyl. Der ist für ihn nur ein Esser, den er durchfüttern muss.
EYLO, der Adler
Dass Eylo, wie alle Adler hier, sehr groß ist, wisst ihr schon. Mit Tyl verbindet ihn ein besonderes Band, deshalb nimmt er seine Augenfarbe an, ein helles Blau. Außerdem ist Eylo ziemlich gefräßig und futtert gerne mal den anderen Adlern die Ratten weg. Ja, Adler finden Ratten lecker, und wie! Eylo ist der größte unter den Adlern, und er und Tyl verstehen sich ohne Worte – genau so, als würden sie miteinander sprechen.
ANNO
Anno ist ein ruhiger und besonnener Junge mit Sommersprossen und grünen Augen. Sein grauer Adler heißt „Dive“, und von Anno fühlt Tyl sich immer gut verstanden. Mit ihm kann er über alles reden, und er weiß, dass sich Anno nie über ihn lustig machen würde. Anno ist der „Kleber“ der Gruppe, und wenn es mal Streit gibt, ist klar, dass Anno ihn schlichtet.
PIM
Der warmherzige und immer hungrige Pim steht Tyl von Anfang an zur Seite und verteidigt ihn gegen die Sticheleien von Liv. Und Pim hat auch den Mut zuzugeben, dass er nicht so stark ist und auch erst mal eine Weile gebraucht hat, um sich an diese neue Lebensart zu gewöhnen. So ein Adlerhorst oder ein Baumhaus auf einem Felsvorsprung liegt schließlich ziemlich weit oben, und Pim ist nicht schwindelfrei. Pim quatscht eigentlich den ganzen Tag, reißt Witze und ist ein wunderbarer neuer Freund für Tyl. Pims Adler ist weiblich, heißt „Crawler“, ist braun und hat weiße Kopffedern.
LIV
Am Anfang, als Tyl ganz neu ins Tal der Adler kam, war Liv ziemlich skeptisch. Sie meinte, Tyl gehöre vielleicht gar nicht hierher. Gegenüber der toughen Liv muss sich Tyl erst mal beweisen. Sie hat schließlich an ihrem ersten Tag gleich zwei Feinde außer Gefecht gesetzt. Ja, Liv sagt immer, was sie denkt, und das ist manchmal nicht so nett. Aber nach und nach werden die mutige und kampferprobte Liv und Tyl Freunde. Livs Adler heißt übrigens „Fate“ und ist silberweiß.
KANAR
Der ernste Kanar ist ein guter Kämpfer und redet fast von nichts anderem als vom Kampf gegen den Feind, den roten Lord. Sein sandfarbener Adler heißt „Blacktail“, denn seine Schwanzfedern sind schwarz. Kanar ist so etwas wie der Anführer der Gruppe. Was er nicht mag: Wenn ihn jemand infrage stellt oder er das Gefühl hat, Hilfe von jemandem zu brauchen. Da muss dann wohl wieder Anno, der Vermittler, ran und schlichten.