Der Schlüssel, 4 Audio-CDs - Tanizaki, Junichiro
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Ein Universitätsprofessor, der fürchtet, seiner attraktiven, elf Jahre jüngeren Ehefrau sexuell nicht mehr zu genügen, sucht nach einem Weg, seinem Eheleben neuen Schwung zu verleihen. Seine zur Prüderie erzogene Frau pflegt die Vorstellung, dass der eheliche Akt ausschließlich im dunklen Schlafzimmer, in Stille und "orthodox" auszuführen sei. Alles Reden darüber ist für sie tabu.
Der Professor beschließt, indirekt mit ihr zu sprechen, in seinem Tagebuch. Den Schlüssel plaziert er so, dass seine Frau ihn finden muss. Nach und nach gibt er seine geheimsten Wünsche preis, erst in der
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Produktbeschreibung
Ein Universitätsprofessor, der fürchtet, seiner attraktiven, elf Jahre jüngeren Ehefrau sexuell nicht mehr zu genügen, sucht nach einem Weg, seinem Eheleben neuen Schwung zu verleihen. Seine zur Prüderie erzogene Frau pflegt die Vorstellung, dass der eheliche Akt ausschließlich im dunklen Schlafzimmer, in Stille und "orthodox" auszuführen sei. Alles Reden darüber ist für sie tabu.

Der Professor beschließt, indirekt mit ihr zu sprechen, in seinem Tagebuch. Den Schlüssel plaziert er so, dass seine Frau ihn finden muss. Nach und nach gibt er seine geheimsten Wünsche preis, erst in der Hoffnung, dann in der Gewissheit, dass sie, die ihrerseits ein Tagebuch beginnt und nur nachlässig "versteckt", die Aufzeichnungen liest. Weil er weiß, dass ein wenig Eifersucht ihm Flügel verleiht, bringt der Professor den zukünftigen Ehemann der gemeinsamen Tochter ins Spiel. Seine Frau spielt mit. Doch schon bald ist nicht mehr klar, wie weit sie gegangen ist.

Der erotische Tagebuchroman-Klassikerin neuer Übersetzung.
  • Produktdetails
  • Verlag: Der Diwan Hörbuchverlag
  • Anzahl: 4 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 300 Min.
  • Erscheinungstermin: 5. April 2019
  • ISBN-13: 9783941009578
  • Artikelnr.: 55476299
Autorenporträt
Junichiro Tanizaki (1886-1965) war Mitglied der Japanischen Akademie der Künste, Träger des Kaiserlichen Preises für Dichtung und lange Jahre Nobelpreiskandidat. 1956, im Jahr seines Erscheinens, löste Kagi (»Der Schlüssel«) in Japan eine Pornographiedebatte aus. Tanizaki war damals siebzig. Zu dem vielfach geforderten Verbot des Romans kam es aber nicht. In den Folgejahren wurde das Werk in alle Kultursprachen der Welt übersetzt, auch mehrfach verfilmt.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 29.12.2016

Fußfetischismus auf Reispapier

Wenn in einem Herzen "die größte Scham und die größte Wollust nebeneinanderwohnen", dann führt das womöglich zu einem solchen Roman wie Junichiro Tanizakis "Der Schlüssel", der 1956 in Japan erschien und einmal als Skandalbuch galt. Ein 56 Jahre alter Professor kann seine elf Jahre jüngere Frau im Bett nicht glücklich machen und wird es folglich auch nicht durch sie - das notiert der Mann in einem "geheimen" Tagebuch, zu dem er seiner Frau allerdings ostentativ den Schlüssel hinlegt und gleichzeitig auch dem Leser die Schlüssellochperspektive auf das Bettgeschehen offenbart. Die verschämtwollüstige Frau beginnt ihrerseits ein Tagebuch, das der Mann seinerseits findet und das dem Leser ebenfalls vorliegt - eine an sich reizvolle literarische Konstruktion, die allerdings bei einem derart zeitgebundenen Thema wie dem erotischen Tabu und einer unverändert wiederaufgelegten Übersetzung aus dem Jahr 1961 zwingend die Frage provoziert: Wie hat sich das Werk über die Jahre gehalten?

Angesichts einer in sexueller Drastik weitestgehend enttabuisierten Gegenwart überrascht es nicht, dass Tanizakis erzählerische Kameraeinstellung heute fast unscharf wirkt. Das hat schon rein technische Gründe: Ein Skandalon des Romans, die damals noch junge Polaroidfotografie, die der Professor an seiner schlafend entblößten Frau ausprobiert, mag in Zeiten der jetzt sogar in kleinsten Körperteilen möglichen Videovollüberwachung nicht mehr allzu sehr schockieren. Während des Professors Bekenntnis zum Fußfetischismus heute beinahe niedlich anmutet (schon Friedrich Sieburg unterstellte 1962 in seiner Rezension in dieser Zeitung Tanizakis Roman unfreiwillige Komik), hat die verharmlosende Beschreibung, wie sich der Mann an seiner mit Schlafmittel betäubten Frau abreagiert, allerdings etwas bleibend Befremdliches.

Die vertrackte Situation um den Freund der erwachsenen Tochter, der schließlich zum vom Ehemann geduldeten, ja sogar ermutigten Liebhaber der Frau wird und dem Gehörnten durch die ausgelöste Eifersucht erst wieder Lustgewinn ermöglicht, verleiht dem Roman allerdings eine bald ins Kriminalistische reichende Spannung, die unbeschadet die Zeit überdauert hat. Ebenso wie die Frage, ob es eher nützt oder schadet, wenn man die intimsten Wünsche des Partners kennt.

JAN WIELE.

Junichiro Tanizaki: "Der Schlüssel".

Roman. Aus dem Japanischen von Sachiko Yatsushiro und Gerhard Knauss. Verlag Kein & Aber, Zürich 2016. 188 S., geb., 22,- [Euro].

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