Speichern und Strafen - Lobe, Adrian
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Das Smartphone zählt unsere Schritte, die Smartwatch misst unsere Herzfrequenz, und das Smart Home detektiert Zigarettenrauch und Schimpfwörter. Endlich gibt es all diese klugen kleinen Helfer, die uns liebevoll behüten und umsorgen, unser Leben erleichtern. Falsch! Adrian Lobe zeigt, wie uns die Digitaltechnik geradewegs in ein Datengefängnis führt, das wir selbst gebaut haben und so bald nicht wieder verlassen werden.
Die schicken Gadgets der großen Tech-Konzerne führen laufend Protokoll über unser Getanes, Gesagtes, Geschriebenes und Gedachtes. Überall installieren wir Mikrofone, Kameras
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Produktbeschreibung
Das Smartphone zählt unsere Schritte, die Smartwatch misst unsere Herzfrequenz, und das Smart Home detektiert Zigarettenrauch und Schimpfwörter. Endlich gibt es all diese klugen kleinen Helfer, die uns liebevoll behüten und umsorgen, unser Leben erleichtern. Falsch! Adrian Lobe zeigt, wie uns die Digitaltechnik geradewegs in ein Datengefängnis führt, das wir selbst gebaut haben und so bald nicht wieder verlassen werden.

Die schicken Gadgets der großen Tech-Konzerne führen laufend Protokoll über unser Getanes, Gesagtes, Geschriebenes und Gedachtes. Überall installieren wir Mikrofone, Kameras und Sensoren, die uns wie im Strafvollzug 24/7 überwachen. Jedes Speichern ist Arrest, jede biometrische Erkennung eine Festnahme mit darauffolgender erkennungsdienstlicher Behandlung - eine automatisierte Leibesvisitation. Kommissar Technik sperrt uns in ein Gefängnis, das nicht einmal Mauern braucht, denn wir begeben uns freiwillig in den offenen Vollzug. Und mit von der Partie sind Siri, Alexa und Cortana - die freundlichsten Kerkermeister, die die Menschheit je hatte. Adrian Lobe zeichnet anhand von zahlreichen Beispielen aus unserem technisierten Alltag die reale Dystopie einer Gesellschaft im Datengefängnis.
  • Produktdetails
  • Beck Reihe
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 254
  • Erscheinungstermin: 19. September 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 205mm x 126mm x 22mm
  • Gewicht: 314g
  • ISBN-13: 9783406741791
  • ISBN-10: 3406741797
  • Artikelnr.: 56008428
Autorenporträt
Adrian Lobe ist Politikwissenschaftler und Journalist. Den Umgang mit digitalen Technologien lernte er bei seinem Vater, der Informatik-Lehrer ist. 2016 wurde er für seine Artikel über Datenschutz und Überwachung mit dem Preis des Forschungsnetzwerks Surveillance Studies ausgezeichnet. Für seinen Artikel "Wir haben sehr wohl etwas zu verbergen!" bei ZEIT ONLINE erhielt er 2017 den ersten Journalistenpreis der Stiftung Datenschutz.
Inhaltsangabe
Inhalt

Prolog

1. Einleitung - Auf dem Weg in die programmierte Gesellschaft

2. Endstation Flughafengate - Wenn der Algorithmus die Ausreise verweigert

3. Code is Law - Wer braucht noch Gesetze, wenn es Programmcodes gibt?

4. CSI Google - Per Suchbefehl zum Täter

5. Der Körper als Spurensicherung - Wie das Internet der Dinge zum Tatort von morgen wird

6. Gefangen in informationeller Sippenhaft - Wie Gene uns verraten

7. Die Formatierung der Datenkörper - Wenn das Gesicht zum Pass wird

8. Die Regierung der Datenkörper - Wie Staaten und Konzerne unsere Körper unterwerfen

9. Die Internierung der Datenkörper - Wie wir mit smarten Gadgets im offenen Vollzug landen

10. The New Normal - Wenn der Computer sagt, dass du nicht mehr normal bist

11. Die Gesellschaft der Metadaten - Wie Freiheit im Datengefängnis eingeschränkt wird

12. Schluss - Auf dem Weg in die Post-Wahl-Gesellschaft

Anmerkungen
Literatur
Abbildungsnachweis
Rezensionen
"Die Lektüre lohnt sich für alle, die sich für die gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalisierung interessieren." spektrum.de, Maren Tiemann "Zukunftsvision voller schwarzem Humor." WDR 3 Mosaik

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 12.11.2019

VON SZ-AUTOREN
Adrian Lobe über
das Datengefängnis
In jedem dritten US-Haushalt steht mittlerweile ein Smart Speaker wie Google Home oder Amazon Echo. Mit Alexa die Beleuchtung dimmen oder das Badewasser einlassen, das klingt bequem. Doch die digitalen Diener sind auch Überwachungswerkzeuge. Konzerne wie Apple, Amazon und Google ließen Audiomitschnitte ihrer Nutzer auswerten: Patientengespräche, Drogengeschäfte, Sex – minutiös wurde das Leben der Kunden protokolliert.
Der Journalist und SZ-Autor Adrian Lobe beschreibt in „Speichern und Strafen“, wie wir uns mit smarten Gadgets unser eigenes Datengefängnis zimmern. Künstliche Agenten tun, was Justizvollzugsbeamte tun: Sie hören die Gefangenen ab, führen klandestine Stubengänge und Anwesenheitskontrollen durch. Google hat ein Patent auf ein Smart Home angemeldet, das Zigarettenrauch erkennt und den Fernseher sperrt, wenn die Bewohner Schimpfwörter verwenden. Lobe zeigt, wie die Codierung unseres Alltags die Grundlagen des Politischen verändert. Politische Probleme werden in Technik, in einen Modus der Informatik überführt und dem Zugriff der bürgerlichen Öffentlichkeit entzogen. Am Ende hat der Bürger nur noch eine Wahl: die des Algorithmus.
SZ
Adrian Lobe: Speichern und Strafen. Die Gesellschaft im Datengefängnis. Verlag C. H. Beck, München 2019. 256 Seiten, 16,95 Euro.
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