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Die Bibel erzählt von Menschen, die vertrieben und verschleppt werden, fliehen müssen, in der Fremde leben und Heimat suchen – von der Vertreibung aus dem Paradies über den Auszug aus Ägypten und das Babylonische Exil bis zu Jesus und seinen Aposteln, die heimatlos durch die Welt ziehen. Johann Hinrich Claussen lässt uns in seinen prägnanten Nacherzählungen und Erläuterungen die Bibel als DAS Buch der Flucht neu entdecken. Eine bewegende Lektüre für alle Sesshaften, Suchenden und Heimatlosen. Ein roter Faden durchzieht die Bibel, der bisher kaum wahrgenommen wurde: Der Untergang der Heimat,…mehr

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  • ohne Kopierschutz
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  • Größe: 6.32MB
Produktbeschreibung
Die Bibel erzählt von Menschen, die vertrieben und verschleppt werden, fliehen müssen, in der Fremde leben und Heimat suchen – von der Vertreibung aus dem Paradies über den Auszug aus Ägypten und das Babylonische Exil bis zu Jesus und seinen Aposteln, die heimatlos durch die Welt ziehen. Johann Hinrich Claussen lässt uns in seinen prägnanten Nacherzählungen und Erläuterungen die Bibel als DAS Buch der Flucht neu entdecken. Eine bewegende Lektüre für alle Sesshaften, Suchenden und Heimatlosen. Ein roter Faden durchzieht die Bibel, der bisher kaum wahrgenommen wurde: Der Untergang der Heimat, Flucht, Exil und die Sehnsucht nach Rückkehr in ein gelobtes Land prägen Geschichten, prophetische Reden und Lieder. Johann Hinrich Claussen lässt diese Texte in einer dramaturgisch meisterhaften Auswahl und Anordnung kongenial zu uns sprechen, immer mit dem Blick für das Wesentliche und ohne etwas hinzuzudichten. In knappen Erläuterungen zeigt er, welche realen historischen Erfahrungen von Zerstörung, Flucht und Exil den Texten zugrunde liegen. So erweist sich die Bibel als ein Produkt traumatischer Erfahrungen. Ihre Geschichten, Lieder, Gebote und Theologien wurden Verfolgten und Vertriebenen zur neuen, unverlierbaren Heimat – und sind es für viele Menschen bis heute. 44 ausgewählte Fotografien aus den Jahren 1860 bis 1950 zeigen auf berührende Weise, wie Menschen überall auf der Welt durch Krieg, Verfolgung und Not heimatlos werden.
  • Produktdetails
  • Verlag: C.H.Beck
  • Seitenzahl: 332
  • Erscheinungstermin: 28.08.2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406726910
  • Artikelnr.: 53347143
Autorenporträt
Johann Hinrich Claussen ist Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Bei C.H.Beck erschienen von ihm u. a. «Gottes Häuser» (2012), «Gottes Klänge» (2015) sowie zuletzt «Reformation. Die 95 wichtigsten Fragen» (2017).
Inhaltsangabe
Inhalt

Vorwort

Präludium: Erste Vertreibung, erste Flucht: Adam und Eva, Kain und Abel

1. Zwei Königreiche und ein Volk

2. Der Untergang Israels

3. Die Flucht in den Süden

4. Die Zerstörung Jerusalems

5. Die Zwischengedanken: Die Entdeckung Gottes im Unheil

6. Das gezeichnete Ich: Jeremia

7. Das leere Land

8. An den Flüssen Babylons und Ägyptens: Lieder aus dem Exil

9. Die Verwirrung der Sprachen: Der Turmbau zu Babel

10. Die ganze Welt: Die Geschichten von der Schöpfung

11. Ein neuer Gottesdienst: Der Sabbat

12. Die Rückkehr und ein geheimnisvoller Knecht Gottes

13. Ein Rest wird gerettet: Die Geschichte von der Sintflut

14. Eine neue Heimat in der Schrift: Die Bibel entsteht

15. Das Fest der ersten Flucht: Der Auszug aus Ägypten

16. Der fremde Gott und der fremde Prophet: Mose

17. Auf dem Weg in das versprochene Land: Die Wüste und der Berg

18. Mit dem Gesetz: Die Zehn Gebote

19. Die Vernichtung der Abweichler

Zwischengedanken: Die Gemeinde und ihre Gewalt
20. Aufbruch auf ein Wort hin: Abraham

21. Der verlorene Bruder: Jakob

22. In die weite Welt: Josef

23. Mitgehen: Rut

24. In der Wüste und am Fluss: Johannes der Täufer

25. Ohne Obdach und auf der Flucht: Jesus 182

26. Wandern und Wunder: Kampf gegen Not und Dämonen

27. Worte wie Samenkörner: Gleichnisse

28. Das Gesetz der Liebe

Zwischengedanken: Was sollen wir tun?

29. Ohne Haus, Familie und Beruf: Weggefährten

30. Der Weg in den Tod

31. Ins Offene schauen und gehen: Der Auferstandene

32. Begeisterung in Jerusalem: Pfingsten

33. Grenzüberschreitungen im Ausland: Die ersten Christen auf der Flucht

34. Vom Verfolger zum Verfolgten: Paulus

35. Streit um die Fremden: Paulus gegen Petrus

36. Reisen bis ans Ende der Welt

37. Die Geburt der Theologie aus der Heimatlosigkeit

38. Das Ende von Jerusalem

39. Das himmlische 40. Gemeinden der Gastfreundschaft

Anhang

Dank

Zeittafel zur Geschichte Israels und des frühen Christentums Karten

Zu den Abbildungen

Literatur
Nachweis der Bibeltexte
Rezensionen
"Ein eindrucksvolles und lesenswertes Buch." Chrismon Plus, Burkhard Weitz
Besprechung von 22.12.2018
Nirgends und auf der ganzen Welt zu Hause

Ein Trostbuch von Flüchtlingen für Flüchtlinge: Johann Hinrich Claussen liest die Bibel neu und liefert damit auch Antworten der Kirche auf zentrale Fragen unserer Zeit.

Es ist ein Versprechen, das in kirchenfernen Zeiten Skepsis hervorruft: In vierzig Stationen will Johann Hinrich Claussen, Theologe und Ratsbeauftragter für Kultur der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Bibel ergründen. Mitten in der Krise der Kirche ein Buch über die Bibel - kann das funktionieren? Die Kirche erreicht immer weniger Menschen und findet keinen überzeugenden Weg, ihnen die biblische Botschaft nahezubringen oder sie überhaupt wieder dazu zu veranlassen, die Bibel zu lesen und ihre Geschichten im kulturellen Gedächtnis zu verankern.

Typisch für die evangelische Kirche ist die pastorale Praxis, die biblischen Aussagen so stark zu vereinfachen und alltagstauglich zu machen, dass vom theologischen Gehalt nichts mehr übrig bleibt. Doch diese Rechnung geht nicht auf: Es gehen trotzdem nicht mehr Leute in die Kirche, und die genaue Lektüre der Bibel rückt zunehmend in den Hintergrund. Dass Bibelkenntnisse der Schlüssel zu unserer Kultur sind, glauben immer weniger. Doch Claussen hebt sich wohltuend von diesen Entwicklungen ab. Er liest die Bibel neu als "Buch der Flucht".

Zu entdecken seien darin "Geschichten, Lieder, Gebete, Klagen und Visionen von Geflohenen, Vertriebenen, Deportierten, Ausgezogenen, Entkommenen, Heimatsuchenden, Migranten und Wanderern aus dem Morgenland". In dieser Lesart spiegelt die Bibel die Dialektik von Eigenem und Fremdem und thematisiert eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: den Umgang mit Migration. "Es ist ein Buch von Flüchtlingen für Flüchtlinge", schreibt Claussen, "das Grunddokument des vermeintlich Eigenen ein Buch der Fremden".

Und das führt er eindrucksvoll vor. Überwiegend chronologisch erzählt er die biblischen Fluchtgeschichten nach, es fängt mit der Vertreibung aus dem Paradies an und hört mit der Offenbarung des Johannes auf, spannend geschrieben wie eine Geschichte, die man zum ersten Mal hört. Claussen erinnert an den ersten Flüchtling im Alten Testament: Kain, der nach dem Mord an seinen Bruder Abel fliehen musste. Er schildert den Auszug aus Ägypten und das babylonische Exil, er berichtet über den "heimatlos umherschweifenden Jesus" und die Missionsreisen von Paulus, der allein im Glauben eine Heimat fand.

Dabei geht es Claussen nicht um Vollständigkeit. Es sind Stationen, an denen er kurz haltmacht, mal lässt er die oft langen Bibel-Zitate für sich sprechen, mal geht er tiefer in die historisch-kritische Exegese, mal unterbricht er die lineare Erzählung durch grundsätzliche theologische Reflexionen, etwa über die "Entdeckung Gottes im Unheil" oder die Frage, wie die christliche Lehre heute in Handlung zu überführen ist. Claussen bietet damit nicht nur eine theologische Verarbeitung von Flucht und Vertreibung; er liefert auch eine Antwort der Kirche auf zentrale Fragen unserer Zeit.

Das Christentum beschreibt der Autor als "Theologie der Heimatlosigkeit". Sie stehe für den Glauben an einen "Gott, der auf der ganzen Welt zu Hause ist und zugleich nirgends". So ungewöhnlich ist diese Vorstellung nicht. Sie fügt sich in das christliche Selbstverständnis, "Pilger auf Erden" zu sein, wie der Theologe Paul Tillich einmal schrieb, der vor den Nationalsozialisten floh, seine Heimat verlor und sie im Exil nicht wiederfand.

Und so spiegelt auch Claussen die Widerstände, Zweifel, Entbehrungen und Verfolgungen, denen diese "Wanderer zwischen den Welten" ausgesetzt waren, und den Trost, den sie gefunden haben in den Wundergeschichten, die von Jesus erzählt werden. "Wie könnten wir die Lieder Gottes singen in einem fremden Land?", fragt ein "Exil-Psalm" und veranschaulicht damit die ganze Tragik der Emigration, die Hilflosigkeit, die aus dem Verlust der Heimat entsteht, die Grenzen eines Glaubens, der an ein Land gekoppelt ist.

Als "Übersetzung von Trauma in Schuld" deutet Claussen die mitunter brutalen Geschichten, von denen das Alte Testament erzählt. Es greife zu kurz, es als Buch der Gewalt zu betrachten. Dahinter verbirgt sich in seiner Interpretation etwas anderes, denn die Autoren hätten selbst unsägliches Leid erfahren, sie seien "keine Gewalttäter, sondern Gewaltopfer" gewesen, "also Besiegte, Niedergeworfene, Erschütterte".

Doch hier ist die Bibel noch lange nicht zu Ende. Entlang der Propheten zeichnet Claussen den Weg nach zu einem Glauben ohne Gewalt, einem Gott, der bereut, Geboten, die nicht Rache schwören, sondern Vergebung, Nächstenliebe und Barmherzigkeit predigen. Eine Geschichte der Flucht, aber gleichzeitig nicht darauf reduziert, die Texte zeigen auch das. Es sind Überlieferungen, Mythen, Legenden, die den Menschen helfen, das Leben zu bewältigen. Claussen zeigt, wie berührend die Bibel ist, wie aufregend, empörend, voller Sprengkraft und Trost.

Claussen eröffnet damit auch Lesern, die theologisch nicht kundig sind, einen Zugang zur Bibel; historische Karten und eine Zeittafel im Anhang geben weitere Orientierung. Für Bibelkenner ist das Buch trotzdem nicht langweilig, weil sich die Bibel in der Konzentration auf die Fluchterfahrungen neu liest. Jeder der vierzig Stationen sind Fotos vorangestellt, die Momente der Migration, Flucht und Vertreibung zwischen 1860 und 1950 abbilden - eine gute Idee, die aber leider wohl Sparzwängen des Verlags zum Opfer gefallen ist und die Bilder auf schlechtem Papier in miserabler Qualität zeigt.

Ein wenig zu einfach macht Claussen es sich mit den vielen kritischen Passagen, die sich bei Paulus finden, dem besessenen Konvertiten, dessen Sätze sich mitunter als Ausgeburt illiberalen Denkens lesen: "Für solche politischen Gedanken hatte er weder Interesse noch Zeit." Weitaus schwerer wiegt allerdings, dass Claussen für viele Bibelzitate die modernen Übertragungen von Jörg Zink herangezogen hat und nicht die Originalsprache der Lutherbibel, die so viel schöner, reicher, geheimnisvoller ist. Zinks Übertragungen sind theologisch zwar richtig gedeutet, aber streng genommen machen sie den mythologischen Charakter des biblischen Textes kaputt, weil sie erklären und nicht nur erzählen.

Trotzdem überwiegen die Stärken des Buches, was auch damit zu tun hat, dass Claussen zwar deutlich Position bezieht, aber nie moralisiert. Er tritt hinter die Erzählung zurück und lässt die Bibel sprechen. Man möchte dieses Buch immer wieder lesen - und die Lutherbibel erst recht.

HANNAH BETHKE

Johann Hinrich Claussen: "Das Buch der Flucht". Die Bibel in 40 Stationen.

C. H. Beck Verlag, München 2018, 332 S., Abb., geb., 24,95 [Euro].

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