Heute bedeckt und kühl (eBook, ePUB) - Maar, Michael
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  • Format: ePub


Als tägliche Übung, zur Sammlung, zur Erinnerung, zur Selbsterfindung und gegen die reißende Zeit, ist es ein massenhaft verbreitetes Genre, jeder kennt es, jeder hat es irgendwann mal versucht oder in Erwägung gezogen, aber es gibt Höhepunkte in der Geschichte dieser Kunstform: Gemeint ist das Tagebuch. Michael Maar hat besonders schöne, bemerkenswerte, spektakuläre und eindrücklich-typische Beispiele für große Tagebücher zusammengetragen und stellt sie vor, klug, glänzend geschrieben, unterhaltsam und pointiert. Eine Entdeckungsreise zu den großen Diaristen von Samuel Pepys bis Thomas Mann,…mehr

  • Geräte: eReader
  • ohne Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 2.63MB
Produktbeschreibung
Als tägliche Übung, zur Sammlung, zur Erinnerung, zur Selbsterfindung und gegen die reißende Zeit, ist es ein massenhaft verbreitetes Genre, jeder kennt es, jeder hat es irgendwann mal versucht oder in Erwägung gezogen, aber es gibt Höhepunkte in der Geschichte dieser Kunstform: Gemeint ist das Tagebuch. Michael Maar hat besonders schöne, bemerkenswerte, spektakuläre und eindrücklich-typische Beispiele für große Tagebücher zusammengetragen und stellt sie vor, klug, glänzend geschrieben, unterhaltsam und pointiert. Eine Entdeckungsreise zu den großen Diaristen von Samuel Pepys bis Thomas Mann, von Friedrich Hebbel bis Christa Wolf, von John Cheever bis Peter Sloterdijk. Und Maar vergisst auch nicht, sich mit der Frage zu beschäftigen, was in Zeiten von "Facebook" wohl aus dem Tagebuch werden wird.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Beck C. H.
  • Seitenzahl: 259
  • Erscheinungstermin: 18.10.2013
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406653544
  • Artikelnr.: 39694027
Autorenporträt
Michael Maar, geboren 1960, veröffentlichte u.a. Bücher über Thomas Mann, Vladimir Nabokov, Harry Potter und Marcel Proust, erhielt zahlreiche Preise, zuletzt den Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste, lebt als freier Autor in Berlin.
Inhaltsangabe
Schmollwinkel und Blütenlese

Heute zu Tisch mit der Geheimrätin

Leben wir nur noch ein paar Kataströphchen weiter

Unbeschreibliche Leere ohne Knöbel

Die Karikatur der Ananas

Furchtbares, ja Tötliches kann geschehen

" Jessas, den Namen kenn' ich! "

Eiche der Gelehrsamkeit: Gustav
René Hocke

Rachebäder und Titanismus

The Importance of
Being Earnest

Montauk und die Box of Matches Zweig, in den Himmel
hochschnellend

Succubus und Luzifer

Die Monroe, splitternackt

Mit Engeln streiten

Teuflische Lust, alles zu zerstören

Mädchen mit überschatteten Wangen

Gespenst mit verzerrtem Mund

Trauerspiel Weckdienst

Auch du hast Waffen!

Kranke Eulen

Es ist verboten, Herzen in den Fels zu ritzen!

Großer Nödl

Die Kunst des Bogenschießens Notizen der Philosophen. Sloterdijks Friseur

Experiment mit der Zeit

Umklammerte Russen und Babamüll

Halsketten und große Kämme

Die schwarze Flagge

Köpfen, Hängen, Spießen

Das Volk klatschte Beifall

Sarajevo

Jeanne d'Arc des GrenzwaldsDie Fackel im Fenster des Reichstags

Sonntagsausflug verboten

Pepys' grüne Brille

Gefällt mir - gefällt mir nicht

Tolle Sauerei, der Frühling

Schwarzes Quadrat auf schwarzem Grund

Das Kopfkissenbuch Anmerkungen und Nachweise Personenregister
Rezensionen
Besprechung von 08.10.2013
Beschwerdestelle,
Beichtstuhlersatz
Michael Maar über große
Tagebücher von Pepys bis Mann
Warum eigentlich immer nur Tagebücher, warum keine Nachtbücher? Der einzige, der da gegensteuerte, war der bewundernswerte katholische Publizist Theodor Haecker, einer der geistigen Mentoren der „Weißen Rose“, der das Ende des „Dritten Reiches“ nicht mehr miterleben durfte, aber „Tag- und Nachtbücher“ für die Zeit von 1939–1945 und für die Schublade schrieb, die zu den bedeutendsten Beiträgen zum Genre gehören. Haecker kommt bei Michael Maar nicht vor, aber wie soll auch ein Buch von rund 250 Seiten so etwas wie Vollständigkeit anstreben?
  Maar verweist auf die fast 1200 Seiten von Gustav René Hockes „Europäisches Tagebuch“ aus den siebziger Jahren, Analyse und Anthologie gleichermaßen. Robert Musil schließt er verwunderlichweise als „Nicht-Diaristen“ aus. Und Karl Kraus könnte man durchaus einbeziehen, denn der hat mal die 23 000 Seiten seiner Fackel als Tagebuch bezeichnet, das er in Form einer Zeitschrift herausgebe, aber das ist ein echter Sonderfall. Dafür vertreten hier das Austriakische durchaus überzeugend Arthur Schnitzler und Heimito von Doderer.
  Davon abgesehen: Michael Maar legt einen sehr vergnüglichen und erhellenden „tour d’horizon“ vor, der vor allem eines bewirken soll und bewirken wird: die Steigerung der Lust, jene Tagebücher zur Hand zu nehmen, die er dem Leser so schmackhaft zu machen versteht, dass einem das Wasser in den Augen zusammenläuft. Und Michael Maar kennt sich aus in dieser speziellen Form einer „Beschwerdestelle, deren Schalter nie geschlossen hat, einer Hotline ohne Warteschleife – und noch dazu gebührenfrei“. Ein andermal nennt er das Tagebuch einen „Beichtstuhlersatz“.
  Der Blick auf das Tagebuch ist, wie bei der stupenden Belesenheit Maars nicht anders zu erwarten, weit in Raum und Zeit. Er beginnt mit Samuel Pepys, der scharfen Lästerzunge aus dem London des ausgehenden 17. Jahrhunderts, und endet bei den Blogs von Rainald Goetz und Wolfgang Herrndorf. Facebook gegenüber, angeblich die Tagebuchform unserer schönen neuen Welt, bleibt er skeptisch. Susan Sontag und Brigitte Reimann stehen plötzlich geschwisterlich nebeneinander, Virginia Woolf tritt neben Kafka, Harry Graf Kessler neben Arno Schmidts getreues Eheweib Alice.
  Die Brüder Goncourt weiden das Paris der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf vielen tausend Seiten genüsslich und klatschsüchtig aus. Maar, als Liebhaber und Kenner der angloamerikanischen wie der französischen Literatur, weist auch auf nahezu Unbekannte hin, wie John Cheever und John W. Dunne. Letzterer war ein Flugzeugpionier, Parapsychologe, Präkognitionsträumer und Zeitphilosoph, auf den man hier unabdingbar neugierig wird. Der gelegentlich misstrauisch beäugte Fritz J. Raddatz erhält sein Recht als Chronist der Nachwendezeit: Wer über diese etwas erfahren wolle, der solle lieber Raddatz’ Tagebuch lesen als so manche einschlägigen Romane.
  Goethes Bemerkung, dass der Tagebuchschreiber lerne, den Moment zu würdigen, wenn er ihn durch die Aufzeichnung zu einem historischen mache, mag nicht alle Verfasser geleitet haben. Der Solipsist Henri-Frédéric Amiel schrieb unendliche Seiten lang gegen seine hoffnungslose Einsamkeit an, ein akademisch unbedeutender Genfer Philosophieprofessor am Ende des 19. Jahrhunderts, der dem Gefühl des Scheiterns, der Unproduktivität, der Vergeblichkeit seines Lebens eben diese monomanischen, aber auch heroischen Seiten entgegenstellte, durch die er seine eigene, eigenartige Unsterblichkeit erlangte.
  Ob die Tagebücher Thomas Manns wirklich das Beste des Autors sind – man mag mit Maar darüber rechten, aber man wird ihm immer mit Vergnügen folgen. Dieses Buch unterhält auf hohem Niveau, der Leser flaniert mit ihm durch den Zaubergarten vieler faszinierender Tagebücher der Weltliteratur, und seine Knappheit und Wendigkeit haben auf jeden Fall einen Vorteil: im Gegensatz zu umfangreichen Biografien, die den trügerischen Eindruck vermitteln können, man müsse sich mit dem Gegenstand der Biografie nicht weiter befassen, die Bücher des behandelten Genies nicht mehr lesen, die Musik nicht hören, wird der Leser dieses Buches sich doch aufgefordert fühlen müssen, sich aus der Blütenlese der anschmeckenden Zitate jene herauszusuchen, die nach weiterer Lektüre schreien – das sind eine ganze Menge.
  „Tagebücher, wenn sie nicht heucheln, zeigen uns, wie wir als Sündensäcke doch alle Brüder und Schwestern sind. Das ist bis heute ihr pietistischer Kern. ,Du bist nicht allein‘ – das ist die tiefste Botschaft, die uns aus Tagebüchern entgegenschallt“ – und nun lest diese selbst, schallt es uns aufmunternd aus Michael Maars Buch übers Tagebuch entgegen.
JENS MALTE FISCHER
Facebook gegenüber (angeblich
die Tagebuchform der schönen
neuen Welt) bleibt Maar skeptisch
  
  
  
Michael Maar:
Heute bedeckt und kühl. Große Tagebücher von Samuel Pepys bis Virginia Woolf. Verlag C.H. Beck, München 2013.
258 Seiten, 19,95 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Hans von Trotha ist bei der Lektüre von Michael Maars Tagebücher-Buch fast ein wenig neidisch auf den Autor geworden, so ansteckend ist die Freude am "Voyeurismus gegenüber dem Intimen", die den Tagebuchleser heimsucht. "Heute bedeckt und kühl" ist eigentlich weniger Wissenschaft als Literatur, verrät der Rezensent, es versammelt schöne Fundstücke und stellt nur vorsichtig Thesen auf, die eher Vorschläge und Selbstbeobachtungen Maars sind, eigentlich ist es ein Tagebuch über die Tagebuchlektüren des Autors, fasst von Trotha zusammen.

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