Ethik - Höffe, Otfried
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Warum braucht der Mensch Moral, warum Ethik? Welche Grundmodelle der Ethik entwickelt die Philosophie im Laufe der Geschichte? Nicht zuletzt: Wie reagiert die Ethik auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt in den Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Umwelt? Von einer Fundamentalethik über eine Anthropologie und eine Handlungstheorie bis zur angewandten Ethik behandelt dieses Buch kurz, prägnant und allgemeinverständlich alle relevanten Themenfelder.…mehr

Produktbeschreibung
Warum braucht der Mensch Moral, warum Ethik? Welche Grundmodelle der Ethik entwickelt die Philosophie im Laufe der Geschichte? Nicht zuletzt: Wie reagiert die Ethik auf die Herausforderungen einer globalisierten Welt in den Bereichen der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Umwelt? Von einer Fundamentalethik über eine Anthropologie und eine Handlungstheorie bis zur angewandten Ethik behandelt dieses Buch kurz, prägnant und allgemeinverständlich alle relevanten Themenfelder.
  • Produktdetails
  • Beck'sche Reihe Bd.2800
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 128
  • Erscheinungstermin: 13. März 2013
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 119mm x 10mm
  • Gewicht: 118g
  • ISBN-13: 9783406646300
  • ISBN-10: 3406646301
  • Artikelnr.: 36417823
Autorenporträt
Otfried Höffe, geboren 1943, ist Professor für Philosophie und Leiter der Forschungsstelle Politische Philosophie an der Eberhard Karls-Universität Tübingen, ist einer der produktivsten und einflussreichsten Denker der Gegenwart.
Er ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und erstes ausländisches Mitglied der Teheraner Akademie für Weltweisheit und Philosophie. Er ist Ehrendoktor der Universität (PUCRS) in Porto Alegre/Brasilien und Träger des Karl Vossler-Preises für wissenschaftliche Werke von literarischem Rang.
Inhaltsangabe
Vorwort

I. Was heißt philosophische Ethik?

1. Zum Begriff der Ethik

2. Anthropologische Grundlagen

3. Drei Stufen des Guten; das Böse

4. Praktische Philosophie

5. Interkulturelle Ethikdiskurse

II. Methoden

1. Deskriptive und präskriptive Ethik

2. Methodenvielfalt

3. Zwei metaethische Debatten

4. Drei Fehlschlüsse

4.1 Der Sein-Sollensfehler - 4.2 Der moralistische Fehlschluß
- 4.3 Der naturalistische Fehlschluß

5. Grundriß-Wissen

III. Handlungstheorie und Ethik

1. Bewußt und freiwillig

2. Praktische Vernunft: Gründe und Motive

3. Praktischer Syllogismus

4. Streben oder Wollen

5. Zwei Exkurse

5.1 Anthropozentrik? - 5.2 Determinismus?

IV. Grundmodelle der Ethik

1. Prinzip Glück: Eudaimonie

1.1 Erste Begriffe - 1.2 Eudaimonismus: Aristoteles -
1.3 Kritik am Eudaimonismus

2. Kollektivwohl: Der Utilitarismus

2.1 Der Grundgedanke - 2.2 Kritik am Utilitarismus

3. Prinzip Freiheit: Autonomie

3.1 Kantische Ethiken - 3.2 Handlungsfreiheit - 3.3 Kategorischer Imperativ -
3.4 Maximenethik

4. Moralkritik

4.1 Ethischer Relativismus - 4.2 Entlarvende Moralkritik - 4.3 Umwertung aller
Werte: Friedrich Nietzsche - 4.4 Ein verlorenes Paradigma? Niklas Luhmann - 4.5
Rechtfertigende Moralkritik - 4.6 Moralkritik zweiter Stufe

5. Kontraktualismus und Diskursethik

5.1 Gesellschaftsvertrag: Kontraktualismus - 5.2
Diskursethik

V. Tugenden

1. Zum Begriff

2. Tugenden aus Selbstinteresse

2.1 Besonnenheit - 2.2 Freigebigkeit - 2.3 Gelassenheit - 2.4 Heiterkeit - 2.5
Aus Selbstinteresse selbstvergessen

3. Tugend des Geschuldeten: Gerechtigkeit

3.1 Politische Gerechtigkeit - 3.2 Soziale Gerechtigkeit - 3.3 Personale
Gerechtigkeit

4. Verdienstliche Tugenden: Solidarität und Wohltätigkeit

5. Urteilskraft

5.1 Klugheit - 5.2 Moralische Urteilskraft in autonomer Moral

VI. Warum moralisch sein?

1. Eudaimonie: Lebenskunst

2. Gerechtigkeit: Geschuldet

3. Autonomie: Selbstachtung

VII. Angewandte Ethik

1. Drei Kompetenzen

2. Angewandte Ethik als Preis der Moderne

3. Ethikberatung

4. Ein aktuelles Beispiel

VIII. Ausblick: Über die Macht der Moral

Literatur - Personenregister - Sachregister
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Dem heute 70-jährigen Autor gratuliert Jürgen Kaube zu einem weiteren Anlauf, unermüdlich für die Moral zu streiten, und zwar indem er sie uns auseinandersetzt, ihren Segen wie ihre Fährnisse. Mit Kant, Rawls und Aristoteles, wie Kaube weiß, geht Otfried Höffe dabei zu Werke, beharrt auf Begründungen und eröffnet so schwer überschaubares Terrain. Probeweise zwischen "Werktags- und Sonntagsglück" der Ethik unterscheidend unterlässt es der weise Autor laut Kaube am Ende seiner Propädeutik, uns eine definitive Position zu unterbreiten und erreicht gerade so das Ziel einer gelungenen Einführung ins Studium ethischer Argumente.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 12.09.2013
Werktagsglück oder Sonntagsglück?
Stets gibt er verständliche Hinweise auf das Vertretbare: Der Philosoph Otfried Höffe führt in die Ethik ein

Die philosophische Ethik hat es nicht leicht. Zwar wird sie vielfach nachgefragt, für Kommissionen beispielsweise, die der Politik Rat geben sollen. Fast jeder gesellschaftliche Konflikt scheint Moralfragen aufzuwerfen: Tierethik, Medizinethik, Umweltethik. Sogar Unternehmen beanspruchen, ethische Standards einzuhalten. Doch ob die Beteiligung an der Produktion der entsprechenden Gütesiegel selbst moralisch vertretbar ist, daran melden sich Zweifel.

Verzieren nicht vielleicht Politik und Wirtschaft nur, was sie für mehrheitsfähig halten, mit güldener Wertarbeit? Und ist das Gute wirklich ein Wissen, eine Frage des richtigen Durchdenkens, der besseren Begründung? Soll man sich den guten Menschen als besonders begründungsstark vorstellen? Zugleich hat die moderne Gesellschaft gemischte Erfahrungen mit dem Guten gemacht.

Sie kennt die guten Folgen zweifelhafter Absichten: den Markt. Sie kennt die zweifelhaften Folgen guter Absichten: die Pädagogik. Und schließlich kennen wir die Unvermeidbarkeit der Doppelmoral, der Kasuistik. Otfried Höffe hat ein ganzes Philosophenleben der Ethik gewidmet. Duisburg, Fribourg und Tübingen waren dabei seine Stationen. Es gibt kein Moralgebiet, über das er nicht geschrieben hat, keine Tugend und keinen Wert, die von ihm nicht hochverständlich erläutert worden wären. Das Kopftuch und die Spitzengehälter, der Datenschutz und der Generationenvertrag, das Urheberrecht und der Föderalismus, Höffe hat zu all dem aus seinem Studium der Klassiker - für ihn vor allem Aristoteles, Kant und Rawls - Hinweise auf das Vertretbare gezogen.

Wenn Höffe, der heute siebzig Jahre alt wird, jetzt eine Einführung in die Ethik vorlegt, ist das ein neuerlicher Beweis dieser Unermüdlichkeit. Sie zeigt sich auch in seiner Ansicht, wer die Frage nach dem Gutsein einer Handlung vorzeitig abbreche, müsse sich rechtfertigen. Dass man, um zu handeln, aufhören muss zu reflektieren, Termindruck also oder "Endlichkeit" genügen Höffe nicht. Im Leben mag dieses Insistieren auf Begründungen zu Schwierigkeiten führen. Der herrliche Satz jener entnervten Mutter, deren Kind unnachgiebig gute Gründe fürs Zubettgehen verlangte, "Du gehst jetzt ins Bett! Ich werd dich später überzeugen", belegt den Sinn fürs vordiskursiv Notwendige.

Zum Prinzip erhoben, würde das aber jede Einführung in die Ethik stark abkürzen. Was uns Höffe statt dieser Abkürzung zeigt, ist ein zerklüftetes Gebiet. Das Gute ist teils an das Menschenmögliche gebunden. "Unmögliches ist nicht verlangbar", sagt der Jurist. Teils ist der Mensch aber auch zum guten Handeln wider seine Natur befähigt. Tugenden, sagen die einen, tun uns selber gut. Märtyrer, entgegnen die anderen, sind tugendhaft, ohne dass es ihnen guttäte. Und selbst wenn man sich auf hervorgebrachtes Glück als Kriterium für gute Taten einigen könnte - mehr als Dissens, worin es besteht, ist nicht zu erreichen. Die einen finden es im Frieden, die anderen würden ihn der Ehre nicht opfern wollen. Höffe schlägt die Unterscheidung von "Werktagsglück" und "Sonntagsglück" vor, aber man hört heraus, dass dem Kantianer in ihm das nicht gefallen kann.

So hinterlässt uns diese Einführung gerade dadurch, dass sie alle Positionen erwähnt, unentschieden. Das aber muss in Fragen der Ethik kein Nachteil sein. Denn erstens scheint guter Rat nicht teuer, sondern überreich vorhanden. Und zweitens verdeutlicht das Studium der ethischen Argumente, gerade weil es so viele davon gibt, dass Güte zumeist nicht auf ihnen beruht und Bösartigkeit wohl nur selten ein Mangel an Philosophie ist.

JÜRGEN KAUBE

Otfried Höffe: "Ethik". Eine Einführung.

Verlag C. H. Beck, München 2013. 128 S., br., 8,95 [Euro].

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