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  • Format: ePub


Moralische Revolutionen entstehen nicht durch neue Einsichten. Die Argumente gegen die Sklaverei, gegen das Duell, gegen das Füßebinden in China waren schon lange in der Welt, bevor sich die Gesellschaft zu Veränderungen entschloss. Mit erzählerischem Glanz und analytischer Schärfe führt Appiah vor Augen, dass diese menschenverachtenden Praktiken nur deshalb abgeschafft wurden, weil das Ehrgefühl der Gesellschaft sich mit einem Mal dagegen wandte. Appiah weist damit der Ehre, die seit langem diskreditiert schien, einen neuen Platz in der Ethik zu. Sie kann, so Appiah, den Menschen auf…mehr

  • Geräte: eReader
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Produktbeschreibung
Moralische Revolutionen entstehen nicht durch neue Einsichten. Die Argumente gegen die Sklaverei, gegen das Duell, gegen das Füßebinden in China waren schon lange in der Welt, bevor sich die Gesellschaft zu Veränderungen entschloss. Mit erzählerischem Glanz und analytischer Schärfe führt Appiah vor Augen, dass diese menschenverachtenden Praktiken nur deshalb abgeschafft wurden, weil das Ehrgefühl der Gesellschaft sich mit einem Mal dagegen wandte. Appiah weist damit der Ehre, die seit langem diskreditiert schien, einen neuen Platz in der Ethik zu. Sie kann, so Appiah, den Menschen auf moralische Abwege führen, wo er gar in ihrem Namen tötet. Sie ist es aber auch, die ihn noch heute dazu bringen kann, nicht nur richtig zu denken, sondern auch gut zu handeln.

«Die außergewöhnliche Studie eines brillanten Kopfes.»
Nadine Gordimer

«Appiah besitzt das Einfühlungsvermögen eines Romanciers, und er entwickelt seine Ideen so, wie ein Schriftsteller seine Charaktere entwickelt.»
The New York Times Book Review

«Einer der 25 wichtigsten Denker unserer Zeit.»
Le Nouvel Observateur

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Beck C. H.
  • Seitenzahl: 270
  • Erscheinungstermin: 06.04.2011
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783406619038
  • Artikelnr.: 37360882
Autorenporträt
Kwame Anthony Appiah, geboren in London und aufgewachsen in Ghana, kehrte nach England zurück, als sein Vater vom Regime Nkrumah verhaftet wurde. Er studierte in Cambridge und bekleidet heute nach Professuren in Yale, Cornell, Duke und Harvard einen Lehrstuhl für Philosophie in Princeton.
Inhaltsangabe
Vorwort Vorwort

ERSTES KAPITEL Das Aussterben des Duells

Eine unangenehme Begegnung - Konstitutionelle
Herausforderungen - Was dachte er sich dabei? - Formen von Respekt -
Ehrenwelten - Veränderungen im Ehrenkodex - Traditionelle Einwände - Die
Aufklärungsdebatte - Die Nachwehen - Was versetzte dem Duell den Todesstoß? -
Die letzten Duelle

ZWEITES KAPITEL Die Befreiung der chinesischen Frauenfüße

Eine Denkschrift an den Thron - Ehre und Identität - Die
Anfänge des Goldenen Lotus - Die Ausbreitung des Brauchs - Die
Schmerzhaftigkeit des Füßebindens - Die letzten Tage des Reiches - Die Reaktion
der Gelehrten - Ehrenwelten - Der Boxeraufstand und seine Nachwirkungen - Die
Stellung der Ehre - Gemeinsam handeln - Die große Befreiung der Füße

DRITTES KAPITEL Die Abschaffung der atlantischen Sklaverei

Die Ehre der Nationen - Britische Ehre und Sklavenhandel -
Moral reicht nicht aus - Freiheit: Großbritannien gegen Amerika - Die Ehre des
William Wilberforce - Appelle an die niederen Klassen - Eine neue Arbeiterklasse
- Demokratie und Ehre - Die Würde der Arbeit VIERTES KAPITEL Kriege gegen Frauen

Verführt und verlassen - Mörderische Familien - Leben und
Tod der Samia Sarwar - Der Weg der Paschtunen - Das pakistanische Recht -
Lebensfragen - Veränderung der Grundlagen der Ehre - Ehre als Problem und als
Lösung

FÜNFTES KAPITEL Lehren und Vermächtnisse

Ehre: Grundlagen - Ein Blick zurück - Die moralische
Herausforderung - Das Problem der Hierarchie - Blutdurst - Wertschätzung und
Berufsethos - Ehrenwerte Missionen

Quellen und Dank Anmerkungen Register
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Sehr angetan ist Rezensentin Elisabeth von Thadden von der Eleganz, der Weltläufigkeit und der Philanthropie dieses Philosophen, das macht sie in ihrer Besprechung des Buches sehr deutlich. Von Kwame Appiahs Argumenten ist sie dagegen nicht so überzeugt. Ohne Ehrgefühl geht es nicht, sagt Appiah, Appelle an die Vernunft oder die Würde reichten nicht aus, um große moralische Revolutionen in Gang zu setzen. Thadden findet die These nicht uninteressant, allerdings sieht sie sie nicht belegt. Welche Rolle die Ehre spielt, wird ihr selbst bei den von Appiah angeführten Beispielen - Abschaffung der Duelle, der Sklaverei, des Füßebindens in China - nicht klar. Überhaupt seien seine Begriffe recht schwammig, inwieweit sich die Ehre von der Würde unterscheidet, sagt Appiah nicht, und auch nicht, wie er zu der ihr eigenen illegitimen Gewalt steht. Seltsam findet die Rezensentin auch, dass Appiah die einschlägigen Standardwerke von Axel Honneth oder Ute Frevert nicht kennt. Trotzdem hat sie die Lektüre genossen, denn sie lernte einiges über das gebaren britischer Gentlemen oder die erotische Ökonomie im China um die Jahrhundertwende.

© Perlentaucher Medien GmbH