Die Idee der Gerechtigkeit - Sen, Amartya
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Drei Kinder streiten darüber, wem von ihnen eine Flöte gehören sollte. Das erste Kind hat Musikunterricht gehabt und kann als einziges Flöte spielen. Das zweite ist arm und besitzt keinerlei anderes Spielzeug. Das dritte Kind hat die Flöte mit viel Ausdauer selbst angefertigt.
Mit diesem Gleichnis eröffnet Amartya Sen, einer der wichtigsten Denker unserer Zeit, sein Buch über die Idee der Gerechtigkeit. Es ist John Rawls gewidmet und grenzt sich doch von der wirkungsmächtigsten Gerechtigkeitstheorie des 20. Jahrhunderts ab. Wer eine weitere abstrakte Diskussion der institutionellen…mehr

Produktbeschreibung
Drei Kinder streiten darüber, wem von ihnen eine Flöte gehören sollte. Das erste Kind hat Musikunterricht gehabt und kann als einziges Flöte spielen. Das zweite ist arm und besitzt keinerlei anderes Spielzeug. Das dritte Kind hat die Flöte mit viel Ausdauer selbst angefertigt.

Mit diesem Gleichnis eröffnet Amartya Sen, einer der wichtigsten Denker unserer Zeit, sein Buch über die Idee der Gerechtigkeit. Es ist John Rawls gewidmet und grenzt sich doch von der wirkungsmächtigsten Gerechtigkeitstheorie des 20. Jahrhunderts ab. Wer eine weitere abstrakte Diskussion der institutionellen Grundlagen einer gerechten Gesellschaft erwartet, der wird enttäuscht sein. Wer sich hingegen darüber wundert, was diese Theorien eigentlich zur Bekämpfung real existierender Ungerechtigkeiten beitragen, der wird großen Gewinn daraus ziehen.

Sen nämlich stellt die Plausibilität solcher Anstrengungen der reinen Vernunft in Frage. Seine Theorie der Gerechtigkeit ist weniger an der Ausformulierung einerethisch perfekten Gesellschaft interessiert als an Argumenten, deren Maßstab die konkrete Überwindung von Ungerechtigkeit ist. Sen eröffnet Perspektiven, die dem westlichen Denken meist fehlen. Seine Kenntnis der hinduistischen, buddhistischen und islamischen Kultur ist wundervoll eingewoben in das Buch und prägt den ganzen Charakter seines Philosophierens. Die Vernunft sucht die Wahrheit, wo immer sie sich finden lässt - und wie der Autor dieses außergewöhnlichen Werkes entdeckt sie auf ihrer weiten Reise viele gangbare Wege zu einer gerechteren Welt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 493
  • Erscheinungstermin: 15. September 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 151mm x 40mm
  • Gewicht: 785g
  • ISBN-13: 9783406606533
  • ISBN-10: 3406606539
  • Artikelnr.: 29055592
Autorenporträt
Amartya Sen, geb. in Santiniketan, Indien, ist Professor in Harvard und war Master des Trinity College in Cambridge. 1998 erhielt er den Nobelpreis für Ökonomie und im November 2007 den Meister-Eckhart-Preis.

Christa Krüger, geboren 1938 in Rostock, lebt in Berlin, studierte Literaturwissenschaften, Philosophie und Latein. Dissertation über Friedrich Schlegel, Georg Forster und die französische Revolution. Lehrbeauftragte an der Universität Göttingen. Heute als Übersetzerin tätig.
Rezensionen
Besprechung von 26.09.2010
Wer bekommt die Flöte?

Drei Kinder streiten um eine Flöte. Anne beansprucht sie, weil sie die Einzige ist, die Flöte spielen kann. Bob meint, er sei der Ärmste von allen und habe, anders als die anderen, noch kein Spielzeug. Und Clara erklärt, sie habe die Flöte mit viel Ausdauer selbst angefertigt. Nicht um das Wesen der vollkommenen Gerechtigkeit geht es Ökonomie-Nobelpreisträger Amartya Sen, sondern um die Frage, wie wir verfahren, wenn strittig ist, was gerecht ist. Ein nützliches, aber nicht ganz anspruchsloses Buch.

ank.

Amartya Sen: "Die Idee der Gerechtigkeit". C.H.Beck, 29,95 [Euro]

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Besprechung von 05.09.2012
Einleuchtender
Perspektivwechsel
Der indische Ökonom und Politologe Amartya Sen gehört zu den angesehensten Wissenschaftlern der Welt. Der 79-Jährige erhielt 1998 den Wirtschaftsnobelpreis. In Harvard lehrt er Ökonomie und Philosophie. 2010 ist „Die Idee der Gerechtigkeit“ im Original erschienen. In kritischer Auseinandersetzung mit den eher abstrakten Überlegungen seines – 2002 verstorbenen – Freundes und Harvard-Kollegen John Rawls, der 1971 die „Theorie der Gerechtigkeit“, das einflussreichste Buch politischer Philosophie in der zweiten Hälfte des
20. Jahrhunderts, vorlegte, geht es Sen darum, dass „Gerechtigkeit nicht indifferent gegenüber dem Leben sein darf, das Menschen tatsächlich führen können“. Statt nach dem „vollkommen Gerechten“ zu suchen wie Rawls, will er lieber dem „offenkundigen Unrecht vorbeugen“. Für diesen klugen, in unserem Zeitalter der Abklärung sofort einleuchtenden Perspektivwechsel gab es viel Lob. Leider wagt Sen sich dann doch nicht wirklich an konkrete, lokale Beispiele heran, bleibt also seltsamerweise auch eher abstrakt. Eine kundige Summe zum Stand der Gerechtigkeitsforschung ist der Band freilich allemal.
JENS-CHRISTIAN RABE
  
Amartya Sen:
Die Idee der Gerechtigkeit. Aus dem Englischen von Christa Krüger.
dtv, München 2012.
496 Seiten, 14, 90 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Nach wie vor kommt man, stellt Rezensent Wilhelm Vossenkuhl fest, um John Rawls bei der Grundsatzfrage nach der Gerechtigkeit nicht herum. Das gilt auch für Amartya Sen, der zwar dem für seine Begriffe viel zu "transzendental? angelegten Vertragsmodell bei Rawls recht entschieden widerspricht, dies aber eben doch nur im Bezug auf Rawls tun kann. Leider sind Sens Versuche, die abstrakte Theorie durch einen empirisch gesättigten Kasualismus zu ersetzen, nach Ansicht des Rezensenten Wilhelm Vossenkuhl nicht wirklich überzeugend. Gerade der "Wirklichkeitsbezug?, den Sen wiederholt fordert, könne er in diesem Band, in dem viel Gelehrsamkeit drinstecke, selbst nicht leisten. Deshalb ist der Rezensent insgesamt von dem Buch eher enttäuscht und empfiehlt eher Martha Nussbaums in derselben Kritik besprochenen Band "Die Grenzen der Gerechtigkeit? dem Rawls-Skeptiker zur Lektüre.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Ein im besten Sinne eingreifendes Buch."
Rudolf Walther, Berliner Zeitung 09.12.2010