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Neoliberaler Kapitalismus und zeitgenössische Kunst haben sich in den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts in wechselseitiger Parallelität entfaltet. Doch wir befinden uns an einem Wendepunkt: Der Kapitalismus, wie wir ihn zu kennen glaubten, existiert nicht mehr, und die zeitgenössische Kunst ist ihrer Zugkraft, die sie aus der Grundierung in einer Zeitgenossenschaft bezog, die alle modernistischen Avantgarden kennzeichnete, ein für alle Mal verlustig gegangen. Darin gleicht die Lage der zeitgenössischen Kunst jener der spekulativen Finanzmärkte: Jede Form einer zukünftigen Gegenwart wird auf…mehr

Produktbeschreibung
Neoliberaler Kapitalismus und zeitgenössische Kunst haben sich in den letzten Dekaden des 20. Jahrhunderts in wechselseitiger Parallelität entfaltet. Doch wir befinden uns an einem Wendepunkt: Der Kapitalismus, wie wir ihn zu kennen glaubten, existiert nicht mehr, und die zeitgenössische Kunst ist ihrer Zugkraft, die sie aus der Grundierung in einer Zeitgenossenschaft bezog, die alle modernistischen Avantgarden kennzeichnete, ein für alle Mal verlustig gegangen. Darin gleicht die Lage der zeitgenössischen Kunst jener der spekulativen Finanzmärkte: Jede Form einer zukünftigen Gegenwart wird auf eine gegenwärtige Zukunft heruntergerechnet - und depriviert damit sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft als solche. Das ist die Lage, die wir als post-contemporary oder schärfer nontemporary kennzeichnen. Die nontemporäre Situation der Kunst stellt nicht nur ihre Zeitgenossenschaft in Frage: Sie betrifft ebenso die sich abzeichnende Fortentwicklung des Kapitalismus bzw. Post-Kapitalismus wie bspw. die Erodierung dauerhaft gesicherter Arbeitsverhältnisse, die das Fundament gegenwärtiger Ökonomien bilden; die Allgegenwart ästhetisch hochgepitchter klassischer und kognitiver Produktionsweisen; als auch die reverse Aufhebung einer distinkten Vorstellung dessen, was Kunst vermag. Die Beiträge in Jenseits von Gegenwart zeichnen eine präzise Diagnose dieser Lage und verhandeln spekulative Prognosen einer zukünftigen Gegenwärtigkeit, in der wir uns nolens volens wiederfinden.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Philipp Rhesenius wagt einen Blick in eine sozialere, fairere, bessere Zukunft mit dem unter anderem vom Philosophen Armen Avanessian herausgegebenen Band. Über eine neue Zeitwahrnehmung, Big Data und den Akzelerationismus liest der Rezensent und staunt über die mutige Forderung der Beiträger im Buch, wie etwa Alex Williams und Nick Srnicek, nach einer umfassenden Automatisierung der Arbeitswelt, einem allgemeinen Grundeinkommen und einer Kürzung der Arbeitswoche. Wie sich nationalstaatliches Denken vermeiden lässt (kontextspezifisch, heuristisch), erfährt Rhesenius aus der Lektüre ebenso wie er die Lust an der Kontingenz und an der Ambivalenz der Welt anhand der Texte kennenlernt. Relevant sind die acht im Band enthaltenen Beiträge für ihn auch, wenn sich in ihnen noch keine echte Systematik erkennen lässt.

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