Benutzername: Silke Schröder, hallo-buch.de
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Bewertungen

Insgesamt 1135 Bewertungen
Bewertung vom 22.08.2017
Ein irischer Dorfpolizist
Norton, Graham

Ein irischer Dorfpolizist


sehr gut

Der bekannte englische Schauspieler, Comedian und Talkmaster Graham Norton, der vor allem für seine überraschenden Showeinlagen in seiner Sendung „The Graham Norton Show“ bekannt ist, wollte, wie er selbst sagt, immer schon gern einen Krimi schreiben. Mit seinem Debüt “Ein irischer Dorfpolizist” ist ihm ein ebenso unterhaltsamer wie abwechslungsreicher Whodunit-Krimi gelungen. Angesiedelt in der irischen Provinz, in der Nähe der alten Südküstenstadt Cork, erzählt er aus Sicht des übergewichtigen und sehr sympathischen Dorf-Polizisten PJ Collins einen Fall, der zwar nicht vor Überraschungen strotzt, aber solide, spannend und handwerklich gut erzählt ist. Ideal für alle, die klassische Whodunits lieben und auch gern mal ohne viel Blutvergießen auskommen.

Bewertung vom 22.08.2017
M.I.A. - Das Schneekind
Rai, Edgar; Andres, Kathrin

M.I.A. - Das Schneekind


sehr gut

s ist ein hochaktuelles Thema, mit dem sich das Autorenpaar Kathrin Andres und Edgar Rai da in “M.I.A. - Das Schneekind” befasst. Wie etwa auch bei Marc Elsbergs “Helios” geht es um die Frage, wie ein körperlich perfekter Mensch erschaffen werden kann: Eine Person, die nicht unter Krankheiten leidet, fast keinen Verschleiß kennt und über eine deutlich verlängerte Lebensdauer verfügt. Im Mittelpunkt der Krimistory steht Sandra, die sich gerade von ihrem verheirateten Geliebten und Chef, und damit auch von ihrem Job getrennt hat und sich nun in das Verschwinden der kleinen Mia verbeißt, dessen Zeugin sie durch einen tragischen Unfall wird. Vielleicht greift die Geschichte bei den wissenschaftlichen Hintergründen etwas kurz und bleibt auch sonst öfters ein wenig an der Oberfläche, aber die Idee und das Tempo machen aus “M.I.A. - Das Schneekind” einen guten Thriller mit einem sehr kontroversen Grundthema.

Bewertung vom 22.08.2017
Giftflut / Kommissar Eugen de Bodt Bd.3
Ditfurth, Christian von

Giftflut / Kommissar Eugen de Bodt Bd.3


ausgezeichnet

“Giftflut” von Christian von Ditfurth ist der dritte Fall mit seinem unangepassten Hauptkommissar Eugen de Bodt. Der ist wegen seiner rebellischen Art bei seinen Vorgesetzten nicht gut gelitten, doch er wird gebraucht, denn er ist erfolgreich. Und so jagt der Autor ihn zusammen mit seinen Kollegen und einem französischen Kommissar durch eine temporeiche Story. In kurzen Kapiteln switcht er in verschiedene Erzählperspektiven und entführt uns auf einen wilden Parcours aus brutalen Terroranschlägen, aufrührenden Szenen und tapferen Ermittlern. Fazit: Mit “Giftflut” legt von Ditfurth einen knallharten und packenden Thriller mit vielen überraschenden Wendungen und einem fantasievollen Plot vor.

Bewertung vom 22.08.2017
Stimme der Toten / Judith Kepler Bd.2 (1 MP3-CDs)
Herrmann, Elisabeth

Stimme der Toten / Judith Kepler Bd.2 (1 MP3-CDs)


ausgezeichnet

“Stimme der Toten” ist Elisabeth Herrmanns zweiter Thriller mit der toughen Tatortreinigerin Judith Kepler, die in “Zeugin der Toten” bereits herausfinden musste, dass sie in Wahrheit Christina heißt und ihre Eltern in der ehemaligen DDR in Geheimdienst-Machenschaften verwickelt waren. Im neuen Band setzt die Autorin bis zur letzten Seite voll auf Geheimdienst-Thrill. Und dies gelingt ihr ausgesprochen gut: Alte Seilschaften, Erpressungen, Verschwörungen und eine Portion IT-Kriminalität sorgen für ordentlich Spannung. Und mittendrin Judtih, die auch noch entdeckt, dass der zwielichtige Spion Bastide Larcan etwas mit ihrer eigenen Geschichte zu tun hat. Nebenbei baut Herrmann noch das Phänomen der von Nazis “okkupierten“ Dörfer in entlegenen Gegenden Mecklenburg-Vorpommerns ein. Ein spannender Tatortreiniger-Thriller “made in Germany”, der hoffentlich nicht der letzte bleiben wird. Souverän und authentisch gelesen von der Schauspielerin Nina Petry.

Bewertung vom 22.08.2017
Heimkehren
Gyasi, Yaa

Heimkehren


ausgezeichnet

Mit “Heimkehren” schafft die in Ghana geborene und in den USA aufgewachsene Yaa Gyasi einen kraftvollen Mehr-Generationen-Roman, der die bewegende Geschichte zweier Schwestern und ihrer Nachkommen in Afrika und den USA beschreibt. Kapitelweise switcht Gyasi zwischen den beiden Erzählsträngen auf beiden Kontinenten hin und her. Da ist Effia, deren Familie bis ins 20. Jahrhundert in relativem Wohlstand in Ghana lebt. Und da ist Esi, von der niemand mehr etwas weiß, da sie schon im 18. Jahrhundert als Sklavin in die Südstaaten der USA verschleppt wurde. Mit ihren Nachkommen lässt uns die Autorin am persönlichen Schicksal all die historischen Wendepunkte in der US-amerikanischen Geschichte miterleben, die entscheidet für die – noch immer nicht abgeschlossene – Emanzipation der schwarzen Bevölkerung Amerikas waren. Jeweils parallel erzählt sie die Lebensgeschichten eines bestimmten Zeitabschnitts, immer auf das Persönliche bedacht, aber nie, ohne die historischen Hintergründe zu vergessen. So ist “Heimkehren” ein grandioser und sehr einfühlsamer Roman über die Frage, wo man bzw. frau sich zuhause fühlt und wie sehr die koloniale Vergangenheit in den Lebenswegen zahlloser Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks fortwirkt – bis heute.

Bewertung vom 09.08.2017
Flammende Zeichen / Die Fabelmacht-Chroniken Bd.1 (MP3-CD)
Lange, Kathrin

Flammende Zeichen / Die Fabelmacht-Chroniken Bd.1 (MP3-CD)


sehr gut

Kathrin Lange kann eigentlich fast alles schreiben: gute Thriller, historische Jugendromane oder Teenager-Fantasy-Schmonzetten. Und mit “Die Fabelmacht-Chroniken. Flammende Zeichen” ist ihr letzteres zweifellos gelungen. Mit viel Mystik, geheimnisvollen Gaben, aufrechten Helden, echten Schurken und der Macht der Schreibfeder schickt sie die 17-jährige Mila in diesem ersten Teil auf den Weg, um mehr über sich selbst zu erfahren und ihre große Liebe zu finden. Manchmal etwas sehr melodramatisch, aber immer sehr packend und unterhaltsam jagt sie ihre beiden Helden quer durch eine großartige Pariser Kulisse, in die finsteren Katakomben ebenso wie über den mystischen Friedhof Pierre Lachaise, einem (grab-)steinernen who-is-who der versunkenen Pariser Gesellschaft. Dabei wechselt Lange immer mal wieder die Perspektive zwischen den einzelnen Protagonisten. Genau dieses Wechselspiel greifen Mark Bremer und Ute Dänekamp perfekt auf, indem sie die Story konsequent abwechselnd erzählen. So ist “Die Fabelmacht-Chroniken. Flammende Zeichen” eine guter Romantic-Urban-Fantasy – vom Rubikon Verlag wieder einmal mitreißend als Hörbuch umgesetzt.

Bewertung vom 09.08.2017
Der Präsident
Bourne, Sam

Der Präsident


ausgezeichnet

Huch, sind wir in der falschen Rubrik, aktuelle US-Berichterstattung statt Krimi-Rezension? Nein, leider nicht. Allerdings steckt hinter dem Pseudonym Sam Bourne tatsächlich jemand, der sich mit der US-Politik gut auskennt, denn als Journalist der britischen Tageszeitung The Guardian berichtete Jonathan Freedland jahrelang darüber. Mit “Der Präsident” hat er nun einen packenden Polit-Verschwörungs-Thriller zu Papier gebracht, in dem er sich ganz unverhohlen die aktuelle Lage der US-Regierung vorknöpft. Und ohne Namen zu nennen, zeichnet er dabei ein Bild, gegen das selbst Serien wie “House of Cards” blass aussehen. Der Autor spinnt die Realität einfach weiter. In den Mittelpunkt stellt er die junge Maggie Castello, die immer wieder zwischen Loyalität, dem Ringen um die Wahrheit und dem eigenen Gewissen schwankt. Intrigen, fiese Machenschaften, Verschwörungen, Komplotte und das eigene Ego – aus diesem Mix bastelt Bourne einen ungemein spannenden und temporeichen Thriller, der mit jeder Menge unerwarteter Wendungen und Überraschungen aufwartet. Wäre es doch bloß nur Fiktion!

Bewertung vom 08.08.2017
Böse Seelen / Kate Burkholder Bd.8
Castillo, Linda

Böse Seelen / Kate Burkholder Bd.8


ausgezeichnet

Linda Castillo versteht es in ihrem neuen, mittlerweile achten Krimi “Böse Seelen” mit der toughen Polizistin Kate Burkholder, eine packende Spannung zu erzeugen, die bis zur letzten Seite anhält. Nicht zum ersten Mal spielt die Handlung ihrer gut durchkonstruierten Story im Milieu der Amischen, einer christlichen Vereinigung, die in Ohio und den angrenzenden Staaten meist in kleinen Gemeinschaften ohne Strom und moderne Technik lebt. Im aktuellen Band lässt sie ihre Heldin, die sich als frühere Amische sehr gut mit den Gepflogenheiten dieser Leute auskennt, als Undercover-Agentin agieren. Dabei erhalten wir erneut einen tiefen Einblick in die Strukturen dieser gewaltlosen und sehr gläubigen Gemeinschaft. Doch sie geht auch darauf ein, wie leichtgläubig Menschen auf charismatische Führer hereinfallen. So hält “Böse Seelen”, was wir von einem Linda Castillo-Thriller erwarten können: spannende Unterhaltung mit einem Blick in eine Religionsgemeinschaft, die sich bis heute dem technischen Fortschritt verweigert.

Bewertung vom 03.08.2017
American War
El Akkad, Omar

American War


ausgezeichnet

Bürgerkrieg, überschwemmte Gebiete, Unruhen, Selbstmordattentate, Drohnenangriffe und biologische Kriegsführung: Das sind die Szenarien, die sich der ägyptisch-stämmige US-Autor Omar El Akkad für seinen dystopischen Roman ausgesucht hat. Er zeichnet ein Bild, dass wir aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt kennen und versetzt es in eines der reichsten Länder, die USA. Ist es wirklich undenkbar, dass aus einer leidlich zivilisierten Gesellschaft wieder ein Land wird, in dem unmenschliche Zustände herrschen, Menschen sich radikalisieren und der Hass immer weiter zunimmt, während die weltpolitischen Fäden längst in Asien oder Afrika gezogen werden? Im Mittelpunkt von El Akkads verstörender Story steht die ebenso toughe wie verbohrte junge Sarat, die ihrer gewalttätigen Umwelt mit aller Entschlossenheit die eigene Gewalt entgegenstellt. Erzählt wird dies alles von ihrem Neffen, so dass wir stets nah dran, aber dennoch Beobachter der Ereignisse sind. Omar El Akkad ist mit “American War” eine packende Dystopie gelungen, die all das versammelt, was in verschiedenen Teilen der Welt längst Realität war oder ist.

Bewertung vom 01.08.2017
Die Moortochter, 1 MP3-CD
Dionne, Karen

Die Moortochter, 1 MP3-CD


sehr gut

Karin Dionne erzählt mit “Die Moortochter” die ebenso eindringliche wie bewegende Geschichte eines jungen Mädchens, das unter extremen Bedingungen aufgewachsen ist. Aus der Ich-Perspektive berichtet die mittlerweile erwachsene Helene Pelletier über ihren psychopathischen Vater, der ihre Mutter entführte und zu einem unfreiwilligen Familienleben inmitten der Wildnis zwang – ein Zwangsverhältnis, dass sie sogar vor ihrer eigenen Tochter geheim hielt. Erst als Teenie begreift Dionnes Heldin nach und nach, wie er sie alle manipulierte. Und auch jetzt, als sie sich auf seine Fährte setzt, kämpft sie noch immer mit dem ambivalenten Verhältnis zu ihrem Dad und schwankt zwischen Liebe und Hass ihm gegenüber. Die Autorin erzählt dies sehr authentisch und mitreißend, wird dabei jedoch nie reißerisch. In ruhigem Ton wartet sie mit überraschenden Spannungsbögen und unerwarteten Wendungen auf und entführt uns nicht nur in eine traumatisierte Psyche, sondern auch in die Weiten der Natur. So ist “Die Moortochter” ein packender und eindringlicher Psycho-Wildernis-Thriller. Toll vorgetragen von Julia Nachtmann.