Benutzername: Kleeblatt
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Bewertungen

Insgesamt 1003 Bewertungen
Bewertung vom 10.08.2017
Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken
Milchman, Jenny

Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken


sehr gut

Sandra Tremont lebt gemeinsam mit ihrem Mann Ben und der pupertierenden 15-jährigen Tochter Ivy und dem alterschwachen Hund Mac in einem einsam gelegenen Haus.
Es ist eine glückliche Familie, wenn man mal von den Quereleien mit der Tochter absieht, was aber nicht wirklich untypisch ist im Zusammenleben mit einem Teenager.
Die Idylle wird eines Abends jäh unterbrochen, als zwei aus dem Gefängnis ausgebrochene Häftlinge in ihr Haus eindringen.
Ben wird von den Eindringlingen Nick und Harlan tätig angegriffen und schwer verletzt. Sandra und Ivy werden als Geisel genommen und sind bestrebt, die Wünsche der beiden Eindringlinge zu erfüllen. Diese brauchen eine Ausrüstung, um verschwinden zu können, und die wollen sie ihnen zur Verfügung stellen, in der Hoffnung, die beiden wieder loszuwerden.
Als ein Schneesturm aufkommt, ist an ein schnelles Verschwinden der beiden nicht mehr zu denken und schon bald wird Sandra klar, dass sie einen der beiden Männer aus ihrer Vergangenheit kennt und die Heimsuchung der beiden nicht zufällig sie und ihre Familie getroffen hat...

Was für ein Albtraum muss es sein, wenn 2 Fremde, gefährliche Männer, in dein Haus eindringen, deinen Mann komplett aus dem Verkehr ziehen, indem sie ihn fast umbringen, und sich deine Tochter in dieser Notsituation auch noch gegen dich stellt?
Genau dieser Situation sieht sich Sandra gegenüber und sie ist schier starr vor Angst um sich und ihre Lieben.
Mac, ihr Familienhund, ist alt und hat ein bewegtes und auch traumatisches Leben hinter sich, bevor er in die Familie kam. Leider kann auch er keine große Hilfe sein, denn er wurde vorher eingesperrt. So sieht sich Sandra gezwungen, allein der Sache Herr zu werden, was ihr einiges abverlangt.

Abwechselnd erfährt der Leser Episoden aus der gegenwärtigen Situation und aus der Vergangenheit, die ins Jahr 1975 zurückreicht. Die Rückblenden zeigen auf, wie Nick, der geistige Kopf der beiden Häftlinge, aufgewachsen war, mit einer Mutter, die ihren Sohn abgöttisch liebte und außer ihm nichts und niemanden akzeptierte. So wurde Nick zu einem Narziss herangezogen, dem nichts wichtig war außer seiner eigenen Person.

Sandras Handeln und Beweggründe sind nicht immer nachvollziehbar, erklären sich aber im Lauf der Geschichte.
Ivy, die spürt, dass ihre Mutter sie belogen hat, versucht sich an ihr zu rächen, was die angespannte Situation noch zusätzlich erschwert.
Es ist eine Gratwanderung, die es zu meistern gilt.

Das Buch weist einige Längen auf, bleibt aber trotz allem spannend. Als Leser hatte ich schnell die Vermutung, wie die Zusammenhänge sind und fand diese auch bestätigt. Über die Hintergründe jedoch wird man nach und nach eingeweiht und kann als Leser nur ungläubig erfassen, was geschehen ist.

Man wird als Leser in die Geschichte hineingezogen und verfolgt gespannt die Entwicklung. Man hofft und bangt mit den Protagonisten und wünscht ihnen ein positives Ende. Wenn man ihre Entscheidungen auch nicht immer gutheißen und verstehen kann, so verfolgt man doch atemlos, wie diese sich letztendlich auswirken werden.
Die Spannung wird zum Ende hin noch einmal richtig angezogen, so dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Ein Thriller, mit dem ich mich gut unterhalten fühlte.

Bewertung vom 09.08.2017
Ein Haus für einen Sommer
Wax, Wendy

Ein Haus für einen Sommer


ausgezeichnet

Eine Villa am Strand, was will man mehr? Die drei Frauen Maddie, Avery und Nikki können genau diese ihr eigen nennen. Alle drei bekamen das Haus von einem Gericht zugesprochen, als "Trostpreis" für ihr verlorenes Geld, dass sie bei einem Anlagebetrüger verloren haben.
Jede der drei Frauen befindet sich gerade in der Situation, das Geld zu brauchen und keinen weiteren Ausweg zu sehen, als vorübergehend in das Haus einzuziehen. Verwundert stellen sie fest, dass sie alle den gleichen Gedanken haben und sind entsetzt über den Zustand des Hauses.
Der ursprüngliche Plan, das Haus gleich wieder zu verkaufen, lässt sich aufgrund des sehr schlechten Zustandes nicht umsetzen. Sie sehen sich gezwungen, erst in das Haus zu investieren, bevor sie an einen Verkauf denken können.
Sie ziehen in das Haus ein, leben ärmlich, aber wird es ihnen gelingen, das Haus soweit wieder herzurichten, dass sie es auch verkaufen können?...

Drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, sehen sich gezwungen, ein gemeinsames Projekt zu starten.
Madline, Maddie genannt, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Ihr Mann ist arbeitslos, tut aber so, als ginge er jeden Tag arbeiten. Als sie endlich davon erfährt, gibt er alle Bemühungen auf, auch nur noch so zu tun als ob, er hat sich und seine Umwelt aufgegeben. Als das ganze Geld nun weg ist und Maddie sich auf den Weg zur Strandvilla macht, hält er es nicht für nötig, ihr hilfreich zur Seite zu stehen. Maddie fühlt sich im Stich gelassen.

Nicole, die eine Partnervermittlung betreibt, hat ihr Geld genauso verloren, wie viele andere. Sie muss diese aufgeben und sieht ihre Rettung im Verkauf der Strandvilla, die sie jedoch nach Inaugenscheinnahme auch sofort verwirft. Sie hat auch noch das Problem, dass sie mit dem Anlagebetrüger Malcom Dyer auch noch etwas verbindet, dass sie nicht zu offenbaren wagt.

Das Ehepaar Avery und Trent sind Akteure in einer Heimwerkerserie im Fernsehen. Während Trent der Schwarm vieler Frauen ist, wird Avery als Dummchen verkauft. Dabei ist sie Architektin und sieht sich wegen der Macher der Serie dazu verdammt, genau dieses zu spielen. Als dann auch noch die Produzentin ein Auge auf Trent wirft, wird sie kurzerhand aus der Serie herauskatapultiert. Auch sie hofft auf einen Neuanfang in Florida mit der Strandvilla.

Alle drei Frauen sehen ihre Hoffnungen schwinden, als sie vor der baufälligen Strandvilla Bella Flora stehen. Bevor diese Bruchbude verkauft werden kann, muss sie erst renoviert werden.
Sie suchen sich einen Bauunternehmer, der die Sache in die Hand nimmt, sehen sich aber gezwungen, selbst mit Hand anzulegen.

Drei Frauen, die Fremde sind, müssen nunmehr gemeinsam an einem Strang ziehen. Obwohl sie so grundverschieden sind, raufen sie sich zusammen und schaffen einiges, was sie selbst nie für möglich gehalten hätten.
Der Leser ist immer mittendrin und erlebt, wie aus drei Fremden Freunde werden.
Man ist als Leser aber nicht nur dabei, wenn es um den Ausbau des Hauses geht, sondern auch bei allen anderen Problemen, die anfallen, denn jede der Frauen hat eine Geschichte und ein Vorleben, das sich nicht einfach auf Eis legen ließ, sondern auch Lösungen bedarf.

Ich mochte die 3 Protagonistinnen, die sich nicht unterkriegen ließen und nie aufgaben, obwohl das wirklich manchmal einfacher gewesen wäre. Gerne wäre ich ein Teil dieser Gemeinschaft gewesen, die zusammengewachsen ist.

Das Buch ist eine hervorragende Sommerlektüre, die sich leicht weglesen lässt. Ich habe mit den Protagonistinnen gelebt, mit ihnen gearbeitet, gehofft und gebangt und an allem Anteil genommen, was ihnen widerfahren ist. Es tat mir leid, die letzte Seite zuzuschlagen, denn ich hätte sie gern noch weiterbegleitet.
Für mich ist die Autorin Wendy Wax eine Neuentdeckung und ich kann nur hoffen, dass es noch ganz viel von ihr zu lesen geben wird.

Ein Buch, dass ich nicht nur für die Sommerzeit gern weiterempfehle.

Bewertung vom 07.08.2017
Mord im Cottage (eBook, ePUB)
Bednorz, Anna

Mord im Cottage (eBook, ePUB)


sehr gut

Aoife ist Autorin, die unter dem Pseudonym Miranda Towney erfolgreich die Reihe um "Lady Huntington" veröffentlicht hat. Sie möchte Bücher schreiben, aber nicht in der Öffentlichkeit stehen, keine Lesungen, keine Interviews. Außer dem Verlag und ihrem Freund und gleichzeitig Verleger Laurie weiß niemand, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt.
Als sich ihr langjähriger Freund Andrew von ihr plötzlich trennt, fällt sie in ein tiefes Loch.
Laurie ist der Ansicht, dass sie eine Luft- und Ortsänderung braucht und organisiert ihr ein Cottage im County Kerry, im kleinen Örtchen Ard Carraig.
Begeistert ist Aoife anfänglich nicht von der Idee, lässt sich aber überreden und kann nicht wirklich glauben, wohin ihr Freund Laurie sie "verbannt" hat.
Ihr Kater Dr. Jingles geht sofort auf Erkundungsgang und auch Aoife versucht Gefallen an der Sache zu finden.
Als am nächsten Tag ein Exemplar ihres zuletzt erschienenen Buches zerstört auf ihrem Rasen auftaucht, glaubt sie zunächst noch an einen Zufall. Aber es soll nur der Anfang einer Reihe von weiteren Zerstörungszeremonien ihrer Bücher sein. Zufall ist es jedenfalls nicht mehr, denn es handelt sich immer um Bücher aus ihrer Reihe.
Wie aber kann es sein, wenn doch niemand weiß, wer sie in Wirklichkeit ist?
Als sie sich Tom, dem Besitzer des örtlichen Pubs anvertraut, versuchen sie gemeinsam dem Geheimnis um den Zerstörer auf die Spur zu kommen...

Mit der Kombination Irland und Katzen wurde ich auf das Buch aufmerksam gemacht. Dazu sollte es ein Krimi sein. Meine Vorstellungen dazu liefen in eine andere Richtung, ich vermutete, dass die Katze in die Ermittlungen involviert sein würde. Dem war ganz und gar nicht so, zumal der Begriff Krimi in der Beziehung auch ein wenig gedehnt wurde. Es ist eher ein "Soft-Krimi", ohne Tote und ernst zu nehmende Ermittlungen. Das nur vorab.

Als Aoife immer wieder auf Schändungen ihrer Bücher stößt, die mittlerweile auch andere Personen betreffen, wird ihr die Sache unheimlich. Sie sucht sich Verbündete wie Tom, dem Besitzer des ansässigen Pubs. Gemeinsam versuchen sie der Lage Herr zu werden. Weitere Personen müssen eingeweiht werden, was ihr so gar nicht recht ist, hat sie doch Angst, dass ihr Geheimnis um das Pseudonym aufgedeckt wird.

Neben dem eigentlichen Ziel, dort in der Einöde Bücher zu schreiben, lebt sie sich auch recht schnell in der Dorfgemeinschaft ein, auch wenn ein wenig nachgeholfen wurde. Sie lernt die eigensinnige und etwas sture Petula, ihre Nachbarin kennen und auch Ed, den selbsternannten Druiden.
Diesen Charakter mochte ich besonders, ein wenig schrullig und eigenartig, aber ein Mensch, auf den man bauen kann. Unbeirrt in seiner Einschätzung, dass ihr Haus und Garten einer spirituellen Reinigung bedarf und diese einfach durchführt. Er brachte mich das ein oder andere mal zum schmunzeln.

Die Protagonistin Aoife ist eine Frau, die fest im Leben steht, welches sich momentan jedoch gewaltig gegen sie gewandt hat und doch lässt sie sich nicht unterkriegen.
Sie lernt neue Freunde und Leute kennen und fügt sich in die Gemeinschaft ein.

Die Geschichte spielt in Irland. Die Autorin hat einige Eigenheiten Irlands aufleben lassen. Das geheimnisvolle eines Druiden, die sehr unterschiedlichen Charaktere aus der dörflichen Gemeinschaft, das Zusammengehörigkeitsgefühl, das auch ich schon oftmals in Irland verspürt habe und die Lebendigkeit, die ein Pub so mit sich bringt.

Auch wenn es kein Krimi im herkömmlichen Sinn ist, kann die Autorin mit ein wenig Spannung punkten. Das Rätsel um die zerstörten Bücher hat mich dann letztendlich doch überrascht, weil meine eigenen Vermutungen in eine andere Richtung gingen.

Das Buch versteht es zu unterhalten und den Leser an der Stange zu halten, denn schließlich möchte man ja die Auflösung nicht verpassen.
Ich fühlte mich gut unterhalten und bin auch weitere Bücher der Autorin gespannt.

Bewertung vom 04.08.2017
I'll push you
Gray, Patrick; Skeesuck, Justin

I'll push you


ausgezeichnet

Justin Skeesuck und Patrick Gray sind seit Kindertagen miteinander befreundet. Es ist eine Freundschaft, die vieles überstanden hat. Kindliche Streiche spielten da ebenso eine Rolle wie der spätere Zusammenhalt, als jeder von ihnen seinen eigenen Weg geht.
Sie studierten an unterschiedlichsten Orten und lebten später auch viele viele Meilen voneinander entfernt und doch bestand immer dieses Bedürfnis bei beiden, die Freundschaft zu erhalten. Sie waren immer ehrlich zueinander und vertrauten einander. Selbst als sie später ihre Frauen kennenlernten und eine Familie gründeten, blieben sie Freunde, ihre Frauen und die Familien wurden in diese besondere Freundschaft einbezogen.
Sie haben viel gemeinsam unternommen, haben viele Länder bereist und waren immer füreinander da.

Nun sind sie in der Mitte der 30er Jahre angekommen und Justin äußert nach einer Sendung über den spanischen Jakobsweg, dass es ein Wunsch von ihm wäre, diesen zu bestreiten.
Die Idee stand im Raum und es sollte noch eine Zeit vergehen, bis ernsthaft an die Bewältigung des Begehens des Jakobsweges gearbeitet werden konnte.
Vom Prinzip her eine Aufgabe, die man als Freunde gemeinsam bewältigen kann, wenn Justin nicht im Rollstuhl sitzen und inzwischen für alle körperlichen Belange Hilfe brauchen würde.

Eine Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Es stellt sich die Frage, ist es überhaupt möglich, mit einem Rollstuhl den Jakobsweg zu begehen? Es sind nahezu 800 km, die die beiden bewältigen müssen.
Sie packen es an, ein neuer Rollstuhl muss her, die Finanzierung dessen und auch der 6-wöchigen Tour müssen organisiert werden. Sie brauchen Hilfe und dennoch die Frage, ist es möglich, diese Tour zu schaffen? Alleine?

Doch dann geht es eines Tages los und sie befinden sich auf den Weg nach Spanien, aber schon bald stoßen sie auf die ersten Hindernisse.

In diesem Buch erzählen die beiden Autoren Patrick Gray und Justin Skeesuck nicht nur abwechselnd über ihre aufreibende Reise, die sie über den Jakobsweg führte, sondern man erfährt auch viel von ihnen selbst.
Angefangen von ihrer kindlichen Freundschaft, in denen Streiche nicht fehlen durften wie auch das gemeinsame Betreiben von Sportarten. Später studierten sie und lernten ihre Frauen kennen.
Sie lassen den Leser daran teilhaben und geben ihm damit die Möglichkeit, sie besser kennenzulernen und beim Wachsen der Freundschaft mit dabei zu sein zu können.
Auch ihre Ängste und Sorgen teilen sie mit dem Leser, so auch die Erkenntnis, dass Justin an einer unheilbaren Autoimmunerkrankung leidet.
Im Gegensatz zu Patrick nimmt Justin seine Krankheit an und arrangiert sich mit ihr. Er muss lernen, Vertrauen aufzubauen, da er gesundheitsmäßig von anderen Menschen abhängig wird.

Als sie sich auf dem Jakobsweg befinden, müssen sie mehr als einmal auf die Hilfe von Fremden zurückgreifen, die ihnen freiwillig angeboten wird. Justin, der daran gewöhnt ist, hat damit keine Probleme, Patrick schon. Er möchte am liebsten seinen Freund allein die 800 km schieben, aber das ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit.

Die beiden erfahren auf ihrer Reise Hilfe von völlig Fremden, lernen Menschen von unterschiedlichster Nationalität und neue Freunde kennen.

Es ist ein unglaubliches Buch, ein Buch voller Vertrauen, Freundschaft und Hilfsbereitschaft, das seinesgleichen sucht. Es ist auch ein Buch über die Reise in sich selbst, dem Besinnen, wer bin ich und was will ich mit dem Rest meines Lebens anfangen. Ein Buch, das mich nachdenken lässt, das mich schmunzeln ließ und bei dem ich mich meiner Tränen stellenweise nicht verwehren konnte.

Ich habe die beiden Freunde sehr gern auf ihrer anstrengenden Reise begleitet, habe mit ihnen gehofft und gebangt, dass sie das Ziel Santiago de Compostella erreichen mögen.
Die beiden sind Freunde, wie man sie sich wünscht. Ehrlich, offen, eine Freundschaft voller Liebe und Vertrauen, die hoffentlich noch ganz lange anhalten möge.
Dieses Buch empfehle ich sehr gern weiter

Bewertung vom 12.07.2017
Meschugge sind wir beide
Schwartz, Claudia S. C.

Meschugge sind wir beide


ausgezeichnet

Die Schauspielerin Claudia möchte alles, nur nicht von ihrer Kollegin und Freundin Sharon mit einem Mann verkuppelt werden.
Aber es bleibt nicht aus, sie lernt den Auserwählten, Shaul, durch die Arbeit kennen, als Claudia für ein Theaterstück einen Musiker benötigt. Da kommt Shaul ins Spiel, Musiker und Komponist und genau der richtige Mann.
Dass er auch genau der richtige Mann für Claudia ist, wird sich dann zeigen.

Es ist eine ungewöhnliche Konstellation, Shaul - Israeli und Nachkomme von Holocoustopfern und Claudia - Deutsche mit Vorfahren, die in der Wehrmacht waren.
Da prallen zwei Welten aufeinander, fremde Länder, unterschiedliche Kulturen. Aber Shaul weiß, wie er seinen Charme bei Claudia spielen lassen kann, wie er sie überzeugen kann, und sei es mit Hilfe seiner Kaffeemaschine.

Claudia Schwartz erzählt in ihrem Buch, wie sie ihren Mann Shaul kennen- und liebenlernte. Es war nicht immer leicht, stoßen hier doch unterschiedliche Kulturen und Temperamente aufeinander. Missverständnisse und sei es nur die Sprache sind vorprogrammiert.
Die Autorin nimmt den Leser auch mit nach Israel, wo sie Shauls Familie kennenlernen soll. Ein Land, an das sie keine guten Erinnerungen hat und das sie sich geschworen hatte, nie wieder zu betreten. Wie wird sich das Land nun ihr zeigen, wie werden seine Eltern sie, eine Deutsche aufnehmen und empfangen?

Der Leser nimmt Anteil am gegenwärtigen Leben und Kennenlernen des Paares, aber auch an der Vergangenheit der Familie. Die Vergangenheit führt in die Zeit des Hitlerregimes nach Deutschland, als der Holocoust wütete.
Claudias und Shauls Ahnen sind sowohl Opfer als auch Täter aus dieser Zeit. Wird es 2 Generationen später möglich sein, eine Annäherung zwischen zwei so unterschiedlichen Menschen und Background zuzulassen?

Als Claudia und Shaul beschlossen haben zu heiraten, beschäftigen sie sich mit der jeweiligen Familiengeschichte und stoßen auch auf Dinge, die bis jetzt verborgen geblieben waren.
Um ihre ungewöhnliche Geschichte und Liebe auch in Buchform wiedergeben zu können, setzt sich Claudia auch mit verschiedenen Institutionen in Verbindung, wie beispielsweise das Rote Kreuz, so dass sie dem Leser ebenso geschichtliche Hintergründe vermitteln kann.
Die Autorin erzählt dem Leser nicht nur ihre persönlich Geschichte, sondern bringt ihm auch ein Stück deutscher und israelischer Geschichte nahe.

Der Titel des Buches suggeriert dem Leser, dass das Buch in Richtung Humor angesiedelt ist. Obwohl es natürlich auch das ein oder andere Mal etwas zum Schmunzeln gibt, ist dem nicht so.
Claudia Schwartz erzählt dem Leser eine wunderschöne wahre Liebesgeschichte, die mit geschichtlichem Hintergrund sehr gut recherchiert wurde.

Das Buch zeigt offensichtlich, dass Liebe alles überwinden kann.

Ein Buch, das ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 11.07.2017
Die Herzensammlerin
Kanitz, Brigitte

Die Herzensammlerin


sehr gut

Ein Schlösschen zu erben ist die eine Sache, eine ganz andere, dieses auch zu erhalten.
Laura, die Erbin, hat kurzerhand aus dem Anwesen ein Scheidungs-Hotel gemacht. Die Scheidungswilligen sollen ein paar schöne Tage zusammen haben und das Procedere soll vereinfacht werden. Die Scheidung letztendlich wird zum Abschluss durch Lauras Mann Ralf vollzogen, der Anwalt ist.
Aber Laura hat definitiv einen Hang zur Romantik, so dass nicht nur ein Pärchen noch immer verheiratet abreist.
An dem einen Tag scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, an dem anderen geht Lauras Leben den Bach herunter.
Ralf ist plötzlich der Meinung, er bräuchte Luftveränderung und diese nach Möglichkeit weit weg von Laura.
Lauras Tochter Merle rennt nur noch mit schwarzen Klamotten rum und ihre Oma Theodora, die ebenfalls mit im Haus lebt, ist lebensmüde und will diesem bei jeder Gelegenheit ein Ende setzen.
Laura ist mutlos und storniert bereits gebuchte Zimmer, um in sich selbst zurückzukriechen. Aber Laura ist auch ein Stehaufmännchen, ist harmoniesüchtig und nimmt ihr Leben wieder in die Hände.
Tja, und wer hätte gedacht, dass es plötzlich 2 neue Männer in Lauras Leben gibt, die sich um sie bemühen...

Die Autorin Brigitte Kanitz kommt ursprünglich aus der Lüneburger Heide und hat scheinbar ihre Heimat nie vergessen. Bildhaft schildert sie diese und nimmt den Leser in ihren Büchern dorthin mit.
Auch die Handlung des vorliegenden Romans lässt die Autorin dort spielen.

In einem kleinen Schlösschen werden 4 Zimmer vermietet, um den Unterhalt finanzieren zu können. Natürlich muss sich die Eignerin was besonderes einfallen lassen, um Gäste anzulocken, so dass sie kurzerhand aus dem ehemaligen Jagdschlösschen ein kleines Hotel "Happy Scheidung" macht. An einem Wochenende können sich die Scheidungswilligen mit dem Gedanken vertraut machen und Montag mit Hilfe von Lauras Mann die Scheidungspapiere unterschreiben.
Laura, hoffnungslos romantisch und doch an die Liebe glaubend, macht es den Gästen nicht leicht, findet man doch Herzen, wohin man schaut. Handtücher, die zu Herzen geformt wurden und auch Steine.
Nachdem ihr Mann sie verlassen hat, fällt sie kurzzeitig in ein Loch und versteht die Welt nicht mehr. An ihre Tochter kommt sie gar nicht mehr ran, die nur noch aufmüpfig und trotzig ist und ihr eigenes Ding machen will.
Ihre Oma muss sie im Auge behalten, da die Dame davon träumt, ihrem Leben ein Ende zu setzen, bislang ohne Erfolg.

Es ist ein turbulentes Leben, in welche Laura gestoßen wird, von Langeweile keine Spur. Zu allem Übel steht auch noch ihre Schwester urplötzlich vor der Tür und im Gepäck einen Mann, der Laura nicht kalt lässt.

Laura ist eine sympathische Protagonistin, die man gern haben muss. Das ein oder andere mal hätte ich sie gern geschüttelt und ihr gesagt, sie möge doch mal ein Machtwort sprechen oder mit der Faust auf den Tisch hauen. Für mich war sie zu ruhig und zu duldsam.
Obwohl ich Laura mochte, war meine bevorzugte Protagonistin im Buch die Oma Theodora.
Ein wenig verrückt und gaga war sie, aber mit einem flotten Mundwerk versehen, die genau mein Ding war. Sie brachte Schwung und Humor in Lauras Leben, auch wenn diese das nicht wirklich selbst so gesehen hätte.
Diese sorgte auch für die nötige Situationskomik, die mich mehr als einmal zum schmunzeln brachte.

Die Story ist immer in Bewegung, so dass man sich durchweg gut unterhalten fühlt. Eine wunderbare Sommer- und / oder Urlaubslektüre, bei der man nicht viel mitdenken muss, die man einfach auf sich wirken lassen kann.
Es tut sich viel in Lauras Leben und es hat mir Spaß gemacht, sie ein Stück dabei zu begleiten.

Bewertung vom 22.06.2017
Landliebe, 5 Audio-CDs
Lukas, Jana

Landliebe, 5 Audio-CDs


ausgezeichnet

Ellie ist arbeitslos und hat obendrauf Schulden in Höhe von 10.000 €, die sie nicht hat. Als ihr ihre Freundin anbietet, an der TV-Show "Landliebe" teilzunehmen, wo sie genau das benötigte Geld gewinnen könnte, glaubt sie nicht recht zu hören. Sie kann nicht glauben, dass ihr die Freundin solch eine Teilnahme zutraut und kann noch weniger glauben, dass sie sich darauf einlässt. Aber ihre Geldnot ist einfach zu groß. Zu allem Unglück soll sie dort auch noch das Großstadtdummchen spielen und in einen Dirndl gezwängt werden.
Auf was hat sie sich da nur wieder eingelassen, aber wenn die Not am größten ist, frisst der Teufel Fliegen.

Der Drehort für die TV-Sendung "Landliebe" ist ein Weingut an der Mosel, das von Tom, dem Winzer, und seinem Bruder betrieben wird. Die Weine, die sie herstellen, wurden schon oft mit Auszeichnungen versehen. Aber sie stehen fast vor dem Ende, brauchen Geld, um ihre Weine weiterhin keltern zu können. Ohne dass Tom Kenntnis davon hat, wird er von seinem Bruder Eric für die Fernsehshow angemeldet. Er soll der Winzer sein, der auf diesem Wege eine Frau sucht. Auch er kann es nicht fassen, dass er sich letztendlich für Geld dazu bereiterklärt, an diesem "Theater" mitzuwirken.

Zu allem Übel soll er sich auch noch mit einer Großstadttussi abgeben, die sich stark schminkt, auf High Heels herumstakt, Dirndl trägt und durch diese TV-Show einen Mann sucht. Zeitverschwendung, Zeit, die er gerade jetzt, so kurz vor der Weinlese nicht hat. Aber des Geldes wegen macht er gute Miene zu bösen Spiel.

Die Autorin Jana Lukas hat hier zwei Protagonisten aufeinanderprallen lassen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine aufgeweckte, lebenslustige Großstädterin trifft auf maulfaulen Winzer in einem kleinen Kaff.
Beiden widerstrebt es, an dieser Show teilzunehmen, aber beide sind unverschuldet finanziell in Not geraten und lassen sich deshalb darauf ein. Die Vorurteile dem anderen gegenüber sind gefasst und werden deutlich gemacht.
Und doch gibt es Momente, wo sie hinter die Fassade des anderen schauen und etwas sehen, was sie nicht erwartet haben, nämlich einen Menschen, den sie gern haben könnten.
Aber die Unterschiede sind zu groß, als dass aus ihnen ernsthaft etwas werden könnte.

Die Autorin gestattet den Lesern, einmal hinter die Fassade von einschlägig inszenierten Fernsehsendungen zu schauen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich viele Sendungen im Hintergrund genauso abspielen. Jana Lukas hat mit ihrer Sichtweise der Dinge sicherlich nicht übertrieben oder es überspitzt dargestellt. Für mich kamen die einzelnen Szenen so glaubhaft rüber, dass ich das Gefühl hatte, sie hätte schon einmal so ein Format im Fernsehen hinter der Kulisse begleitet und es nur noch zu Papier gebracht.

Dieses Buch habe ich als Hörbuch erleben dürfen. Eingelesen wurde es durch die Schauspielerin und Synchron-Sprecherin Diana Amft. Es ist eine angenehme Stimme, mit der man das Geschehen auf dem Weingut gut verfolgen kann. Ich hatte beim Zuhören das Gefühl, sie würde sich beim Lesen genauso über die Story amüsieren wie ich.

Die Story ist locker, unterhaltsam, spart nicht mit Romantik und lässt sich leicht miterleben. Sicher weiß man schon von Beginn an, wie sie ausgehen wird, aber trotz dieses Wissens macht es einfach nur Spaß, Ellie und Tom auf ihrem Weg zu begleiten.
Ich fühlte mich mit diesem Buch bestens unterhalten, konnte abschalten und die Story einfach nur auf mich einwirken lassen. Eine perfekte Sommerlektüre, die ich sehr gern weiterempfehle.

Bewertung vom 16.06.2017
Das Flüstern der Wände
Michéle, Rebecca

Das Flüstern der Wände


ausgezeichnet

1940: Die Deutschen beginnen ihre Luftangriffe auf London.
Robert Carlyon hat in Cornwall eine entfernte Cousine, die sich bereit erklärt, seine Familie aufzunehmen. Seine Frau Melanie wie auch sein Sohn Mikey sind nicht wirklich begeistert von der Idee, liegt das Landhaus Higher Barton so ziemlich in der Einöde. Seine Tochter Evelyn, Eve genannt, fühlt sich dort jedoch sofort wohl.
Helen, die Cousine, die sie aufgenommen hat, ist momentan allein mit ihrem Schwiegervater in dem großen Haus, da ihr Mann eingezogen wurde. Sie ist froh über ein wenig Gesellschaft und Hilfe auf dem Anwesen, denn ihr Schwiegervater wird von ihr nur versorgt, an dem Leben dort nimmt er jedoch nicht teil. Er bewohnt ein paar Räume im Haus und ist für alle mehr oder weniger unsichtbar.
Obwohl sich Eve dort wohlfühlt, ist sie beunruhigt. Nachts hört sie eine Stimme, die ihren Namen - Evelyn - ruft.
Stimmt es, dass es sich um einen Geist handelt, von dem die Dorfbewohner erzählen? Wieso reagieren Helen und auch deren Schwiegervater eigenartig, wenn sie den Namen Evelyn in den Mund nimmt?
Eve kommt nicht zur Ruhe, sie will wissen, wer diese Evelyn war, die einst in diesem Haus wohnte...

Eve ist aufgeschlossen und neugierig.
Sie ist begeistert von Higher Barton und fängt an, sich für die Geschichte des Anwesens zu interessieren. Dabei stößt sie auf den Namen Evelyn.
Vor nicht ganz 100 Jahren lebte bereits eine Evelyn auf dem Anwesen, über deren Verbleib Vermutungen getuschelt werden.
Helen und auch der Lord reagieren ungehalten, als Eve sie nach der Evelyn fragt.

Aber nach und nach erschließt sich aus Erzählungen Evelyns Leben.
Evelyn ist die Tochter eines Minenbesitzers, der nach dem Tod seiner Frau ein weiteres Mal geheiratet hatte. Die Frau brachte einen Sohn mit in die Ehe, den der Vater adoptierte und der später auch die Mine erben sollte. Aber im Gegensatz zu Evelyn, die jünger war, interessierte er sich so gar nicht für die Arbeit im Bergwerk, er gab das Geld lieber aus, das sein Adoptivvater verdiente. Evelyn war ganz die Tochter ihres Vaters und interessierte sich für die Mine, die Arbeiter und alles, was mit ihr zusammenhing. Sie war verantwortungsbewusst, stand für die Arbeiter ein und hätte liebend gern Bergbau studiert. Aber es war das Jahr 1850 und es war nicht üblich, dass Frauen studierten.

Die Autorin versteht es geschickt, das Leben in zwei Zeitebenen widerzuspiegeln. Die Zeitstränge verlaufen im Jahr 1850 und 1940.
Im 19. Jh. geht es um die Geschichte von Evelyn, einer Frau, die nie die Chance bekam, das tun zu können, was ihr am meisten am Herzen lag. Sie ist eingefercht in die Zwänge des 19. Jh., obwohl sie noch das große Glück hatte, dass ihr Vater ihr zur Seite stand und sie an seiner Arbeit teilhaben ließ.

Im Jahr 1940 tobt der 2. Weltkrieg noch in vollem Umfang. London wird von Deutschland aus der Luft angegriffen und wer flüchten kann, tut das. Hier wird dem Leser ein kleiner Einblick in die Geschichte des Weltkrieges gewährt, dem Kampf ums tägliche Überleben, den Entbehrungen und Ängsten, denen die Menschen ausgesetzt waren.

Ein wunderbarer Roman, der mich fesseln konnte.
Ich mag Geschichten, die sich auf mehreren Zeitebenen abspielen. Die Autorin hat mit den beiden Evelyns Protagonistinnen geschaffen, die für das einstehen, was sie lieben. Das Schicksal meinte es ungleich gut mit ihnen, aber sie haben Wünsche und Hoffnungen, für die sie leben und für die sie alles tun.
Das Buch bringt dem Leser nicht nur ein wenig Geschichte nahe, es ist auch spannend geschrieben. Natürlich möchte man wissen, wie es Evelyn ergangen ist, ob sie der "Geist" ist, der Eve ihren Namen zuflüstert oder was es damit auf sich hat. Obwohl ein wenig vorhersehbar, war die Geschichte zu keiner Zeit langweilig, ganz im Gegenteil. Mich ließ sie nicht los, ich musste einfach weiterlesen.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Bewertung vom 14.06.2017
AMNESIA - Ich muss mich erinnern
Herrmann, Jutta Maria

AMNESIA - Ich muss mich erinnern


ausgezeichnet

Helen ist schon ziemlich am Boden zerstört, seit sie die Diagnose Krebs im Endstadion erhalten hat. Nun jedoch hält sie einen Zettel ihres Freundes in den Händen, auf dem nur "Leb wohl" steht.
Er ist weg, weg für immer. Er hat sie allein und im Stich gelassen.
Wer bleibt ihr jetzt noch? Ihre Mutter und ihre Schwester, aber zu denen hat sie nur ein sporadisches Verhältnis, was man nicht wirklich herzlich nennen kann. Aber sie weiß, sie will nicht allein sterben, also packt sie ihre Sachen und macht sich auf den Weg nach Süddeutschland.
Der Empfang ist alles andere als herzlich, aber zumindest scheint sich ihre Schwester Kristin über den Besuch zu freuen. Ihre Mutter ist froh, dass sie nicht vorhat, bei ihr zu schlafen, sondern mit rüber zu Kristin und ihrem Mann geht.
Leon, Kristins Mann, kennt sie noch von früher und da gab es einmal ein sehr unschönes Erlebnis, von dem Kristin nichts wissen darf. Leon droht ihr, wenn sie es erzählen würde und auch ihre Mutter rät ihr davon ab.
Aber wer ist Leon inzwischen? Hat er sich verändert oder ist er noch immer so brutal wie einst? Schlägt er ihre Schwester, denn alles scheint darauf hinzuweisen, auch wenn diese es abstreitet.

Dann ist Leon plötzlich tot. Kristin, die im 3. Monat schwanger ist, ist untröstlich, auch, weil er brutal ermordet wurde.
Wer ist der Täter? Kann es sein, dass es Helen selbst war? Durch die Einnahme von Medikamenten erlebt sie immer wieder Blackouts, fehlen ihr Minuten, ja Stunden, von denen sie nichts mehr weiß. Aber wäre sie zu einem Mord fähig? Alles scheint darauf hinzuweisen...

Der Autorin gelingt es ausgezeichnet, die Zweifel auch an den Leser weiterzureichen. Ist Helen in der Lage, für ihre Schwester einen Mord zu begehen?
Helen ist schwer krank, die Ärztin gab ihr höchstens noch ein Jahr zu leben. Ein Jahr, das geprägt sein wird mit den Gedanken an Tod, Krankheit und Schmerzen. Sie ist soweit, dass sie weiß, dass sie nichts mehr ändern kann, nichts mehr zu verlieren hat.

Seit sie jedoch bei Mutter und Schwester aufgeschlagen ist, geschehen Dinge, auf die sie keinen Einfluss hat, die aber auch Rückblicke auf ihre Vergangenheit bringen, einem Ereignis, dem sie entflohen ist, das sie aber nie vergessen hat. Sie hat in den vergangenen Jahren Abstand gehalten, nun aber kommt alles wieder hoch.
Aber die Frage, ob sie in der Lage wäre, einen Mord zu begehen, bleibt auch bei ihr bestehen.
Helen leidet unter Halluzinationen, was ist Wahrheit und Realität, was eine Wahnvorstellung?

Lange Zeit ist offen, in welche Richtung sich das Ende bewegen wird. Verdächtige gibt es den ein oder anderen, aber wer wird es letztendlich sein? Eine Frage, die den Leser ein Weilchen beschäftigt.
Das Ende ist dann wieder stimmig und hinterlässt ein fast gutes Gefühl.

Der Thriller war spannend geschrieben, legt aber auch einen großen Fokus auf die Erkrankung der Protagonistin Helen selbst. Die Einnahme der lebensnotwendigen Medikamente setzten sie außer Kraft, machten sie unzurechnungsfähig. Nur die Tatsache, dass sie nicht mehr wusste, ob sie schon eine Tablette genommen hatte und lieber noch eine nahm, störte mich ein wenig.

Ein Thriller, der den Leser packt und nicht mehr los lässt. Man will wissen, wie es ausgeht, wer der Täter ist und ist nicht in der Lage, das Buch aus der Hand zu legen.
Mir hat er sehr gut gefallen und ich empfehle ihn gern weiter.

Bewertung vom 13.06.2017
Champagner und ein Stück vom Glück
Teufl-Heimhilcher, Brigitte

Champagner und ein Stück vom Glück


ausgezeichnet

Helga, die ehemalige Assistentin von Susanne aus Band 1, lernte Lars, den Starkoch bereits kennen. Die Anziehung zwischen den Beiden ist groß, so dass recht schnell klar war, dass sie sich wiedersehen wollen.
Obwohl Helga in Wien und Lars in Hamburg lebt, gelingt es ihnen, eine Beziehung zu pflegen.
Helga ist mit dem Arrangement zufrieden, das sie getroffen haben und würde das gern beibehalten, jedoch Lars will mehr von ihr.
Als jetzt auch noch ihr Sohn Benny ins pupertierende Alter kommt und Ansprüche stellt, ist sie ganz Muttertier. Alles zum Wohl des Kindes, Eigenleben, was ist das? Sie ist diejenige, die immer zurücktritt.
Auch ihr Geschiedener ist mit seiner Freiheit, auf die er so erpicht war, nicht mehr ganz so scharf. Vielleicht lässt sich Helga ja erweichen und nimmt ihn wieder auf? Ein Versuch ist es wohl wert. Er tut alles, denn scheinbar wird es ernst zwischen Helga und Lars, aber vielleicht kann man ja noch was dran drehen...

Auch in dem zweiten Teil, in dem es unter anderem auch um das Rosenschlösschen geht, hat die Autorin Protagonisten gewählt, die um die 50 Jahre alt sind. Sie sind dem Leser schon aus dem Buch "Neubeginn im Rosenschlösschen" bekannt, aber nunmehr die Hauptprotagonisten im vorliegenden Band.
Helga und Lars haben schon einiges erlebt, haben Ehen hinter sich und gehen mit Gefühlen nicht leichtfertig um.

Nachfühlbar übermittelt die Autorin dem Leser das Hin- und Hergerissensein von Helga und dem Spagat, den sie zwischen ihrem Geschiedenen, Benny und Lars vollbringen muss.
Lars hatten neben seiner Beziehung zu Helga auch noch Probleme, die seinem Restaurant gelten. Während er sich um einen 3. Stern für seinen Laden bemüht, gibt es jemanden, der ihm Knüppel zwischen die Beine wirft und er glaubt auch zu wissen, wer es ist.

Zwischenmenschliche Beziehungen, gepaart mit den Auseinandersetzungen um das tägliche "Überleben" machen diesen Roman zu einer unterhaltsamen Lektüre, die man nicht aus der Hand legen mag. Gespannt verfolgt man die Beziehung der beiden und fragt sich nicht nur einmal, wie wollen sie das räumliche Problem lösen? Hat ihre Beziehung überhaupt eine Chance und wie soll das funktionieren?
Die Protagonisten sind sympathisch und man hat das Gefühl, sie zu kennen. Es sind Leute wie du und ich, behaftet mit Problemen, die man teilweise selbst kennt.

Wie schon im ersten Teil gibt es auch in diesem Buch vor jedem neuen Kapitel ein Rezept, das man am liebsten sofort nachmachen würde. Es macht Spaß, sie zu lesen. Ich wünschte mir für diese jedoch ein eigenes kleines Inhaltsverzeichnis, so dass das nachschlagen einfacher und die Suche eingeschränkt wäre. Denn dass ich das ein oder andere nachkochen werde, ist gewiss.

Auch für dieses Buch spreche ich eine klare Leseempfehlung aus. Ich habe mich damit sehr gut unterhalten.