Benutzername: tassieteufel
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Bewertung vom 23.08.2017
Morgan & Bailey - Der werfe den ersten Stein, 1 Audio-CD
Topf, Markus

Morgan & Bailey - Der werfe den ersten Stein, 1 Audio-CD


gut

In Heavens Bridge sorgt der Zuzug der muslimischen Familie Ibrahim für Aufruhr. Während Pfarrer Morgan und Pastorin Bailey die Neuankömmlinge freundlich willkommen heißen, sieht das ein Teil der Bevölkerung anders und schon bald wird der Drugstore der Familie Ibrahim zum Ziel von Randalierern. Als kurz darauf der Sohn der Familie beschuldig wird, einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben, scheinen sich die Befürchtungen der Leute zu bestätigen. Doch Charles Morgan und Rose Bailey sehen das anders und versuchen die Unschuld von Nabil zu beweisen.

Bisher war ich ja ein großer Fan der Serie, auch diesmal ist der Krimifall in der Grundidee nicht schlecht, ist allerdings derart Klischeehaft, dass man die Lösung schon von Anfang an vorhersehen kann!
Die sehr aktuelle Thematik wie Fremdenhass, Terrorismus und Integration ist ebenfalls kein schlechter Gedanke, allerdings muß ich sagen, dass der moralische Zeigefinger hier übergroß raushängt und das Gespräch zwischen Rose und Charles am Anfang eher wie ein politisches Statement wirkt, als wie ein Dialog, den man im Pub führt. Hier sollten die Macher ihren Hörern doch ein wenig mehr Intelligenz zu trauen und mit der Thematik auch ein wenig differenzierter und kritischer umgehen, anstatt sie so einseitig darzustellen. Natürlich ist die Familie Ibrahim ganz wunderbar integriert, sie fühlen sich als Amerikaner und Sohn Nabil hat sogar eine amerikanische Freundin, was kein Problem für die Eltern darstellt. Da er Muslim ist, ist er natürlich sofort Terrorverdächtig und kaum ist die Familie in Heavens Bridge angekommen, wird sie auch schon Opfer von fremdenfeindlichen Attacken. Ann Maries Vater hingegen ist völlig außer sich über den muslimischen Freund seiner Tochter und auch die weißen "Underdogs" wirken derart schablonenhaft, dass man über so eine Schwarzweiß Zeichnung nur den Kopf schütteln kann. Sicher ist es richtig und gut, sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen, aber dann bitte auch etwas differenzierter und nicht so Klischeehaft.
Ich will aber nicht nur meckern, Charles Morgan und Rose Bailey sind wieder auf ihre ganz eigene Art dabei, den Fall zu klären und das gelingt ihnen gewohnt souverän, dabei stehlen sie Detektiv Lorie Howard wieder einmal die Show.
Musik und Geräuschkulisse sind gewohnt sehr stimmig und erzeugen eine passende Atmosphäre.

Fazit: begeistert wie die anderen Folgen hat mich dieser Teil leider nicht! Die hochaktuelle und sicher brisante Thematik wird viel zu klischeehaft umgesetzt, gerade am Anfang hat man das Gefühl, eine "moralische Keule" übergezogen zu bekommen. Die Charaktere werden in Schubladen von Schwarz und Weiß gesteckt, die sehr unrealistisch sind, hier wäre ein etwas differenzierter Umgang mit dem Thema sehr wünschenswert gewesen! Die Produzenten sollten ihren Hörern durchaus soviel Intelligenz zutrauen, den Sachverhalt kritisch zu betrachten und Polemik zu erkennen.

Bewertung vom 23.08.2017
Morgan & Bailey, Folge 8: Die letzte Ölung (MP3-Download)
Reuber, Timo; Topf, Markus

Morgan & Bailey, Folge 8: Die letzte Ölung (MP3-Download)


ausgezeichnet

Pfarrer Morgan wird von Natalie Sikes, der Tochter eines Gemeindemitglieds in die psychiatrische Klinik St. Bartholomews gebeten, der Vater von Natalie ist dort zu einer Behandlung, doch es geht ihm immer schlechter. Pfarrer Morgan kann noch kurz mit Walter sprechen, dann stirbt der Mann. Sowohl der Pfarrer als auch Natalie gehen von einer Vergiftung aus, doch davon will weder die Leiterin des Heims noch der zuständige Detektiv Westkott etwas hören. Daher hecken Pfarrer Morgan und Pastorin Bailey einen Plan aus, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Die 8. Folge spielt diesmal fast ausschließlich in der psychiatrischen Klinik, was ein sehr gelungenes Setting für den Fall bietet. Das charmante Ermittlerduo agiert dabei mit einen ungewöhnlichen Plan. Rose Bailey wird von Harry O'Neill, der sich als ihre Neffe ausgibt, in die Klinik eingewiesen und Rose soll nun quasi Undercover ermitteln. Dabei muß sie natürlich auch ein Verhalten an den Tag legen, dass ihre Einweisung rechtfertig. Herrlich wie als putzsüchtige alte Dame durch die Klinik schnüffelt und so auf einige Ungereimtheiten stößt. Obwohl der Fall zunächst geradlinig erscheint, gibt es dann doch einige unerwartete Wendungen, die die Handlung zum Ende hin noch richtig spannend machen. Hauptsächlich lebt aber auch diese Folge von dem wunderbaren Duo Morgan & Bailey , das wirklich sehr gut eingespielt ist und perfekt zusammen agiert.
Musikalisch geht es gemächlich und gediegen zu, das paßt wunderbar zur Handlung und vermittelt idyllisches Kleinstadtflair.

Fazit: das sympathische Ermittlerduo ist diesmal in einer psychiatrischen Klink unterwegs und löst gewohnt gewitzt, charmant und mit Gottes Hilfe auch diesen Fall. Die Folge ist sowohl spannend als auch unterhaltsam und bietet einen durchweg glaubwürdigen Fall.

Bewertung vom 23.08.2017
Das Haus der sieben Giebel / Gruselkabinett Bd.93 (1 Audio-CD)
Hawthorne, Nathaniel

Das Haus der sieben Giebel / Gruselkabinett Bd.93 (1 Audio-CD)


sehr gut

Der junge Mr. Holgrave ist fasziniert von dem Siebengiebelhaus der Familie Pyncheon, in dem die alte Hepzibah Pyncheon inzwischen ganz allein lebt. Es gelingt ihm, die alte Dame dazu zu bewegen, ihn als Untermieter aufzunehmen und ihm etwas von dem Fluch zu erzählen, der seit dem 17. Jahrhundert auf dem Haus lastet, als Colonel Pyncheon seinen Nachbarn Matthew Maule der Hexerei bezichtigte, um so an dessen Land zu gelangen, auf dem er später das Siebengiebelhaus erbaute. Seither wird die Familie Pyncheon von diversen Schicksalsschlägen heimgesucht.

Wie gewohnt wurde auch die 93. Folge der Reihe von Titania mit viel Liebe zum Detail und atmosphärisch dicht in Szene gesetzt.
Das dunkle Familiengeheimnis der Pyncheons, das auf einer bösen Tat beruht, ist eine Art Allegorie von Schuld und Sühne, die am Schluß zu einem guten und gerechten Ende geführt wird. Die Geschichte wird aus der Sicht des jungen Mr. Holgrave erzählt, der von dem Haus fasziniert ist und dessen düstere Geschichte nach und nach seiner Vermieterin entlockt. Die alten Geschehnisse werden in Rückblenden erzählt, die die aktuellen Ereignisse zwar immer wieder unterbrechen, aber doch Erklärungen liefern und vieles verständlich machen. Hier wurde ein guter Weg gefunden, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verknüpfen.
Ein Highlight sind wieder die Sprecher, die ihre Sache einfach grandios machen. Dagmar von Kurmin als Hepzibah Pyncheon kann ganz wunderbar die vom Schicksal gebeutelte alte Damen verkörpern, ebenso wie Helmut Winkelmann als Clifford Pyncheon, der von seinem unverdienten Gefängnisaufenthalt schwer gezeichnet und verwirrt ist. Für die Rolle des Richters Jaffrey Pyncheon wurde Horst Naumann besetzt, der dessen skrupellosen und bösen Charakter sehr gekonnt darstellt. Janina Sachau und Louis Friedemann Thiele übernehmen die Rollen der Phoebe Pyncheon und des Mr. Holgrave, sie sind ebenfalls eine sehr gelungene Besetzung.
Von Anfang an baut sich eine dichte und unheimliche Atmosphäre auf, die durch eine passende Musikauswahl und eine stimmige Geräuschkulisse noch unterstützt wird.

FaziT: eine düstere und dramatische Familiengeschichte, die in mehreren Zeitebenen erzählt wird und wieder einmal ein gelungenes Beispiel für Schauerromantik ist. Wie gewohnt wurde auch diese Geschichte von Nathaniel Hawthorne von Titania sehr stimmungsvoll und atmosphärisch dicht mit grandiosen Sprechen umgesetzt.

Bewertung vom 23.08.2017
Süsser Tod (Folge 2) (MP3-Download)

Süsser Tod (Folge 2) (MP3-Download)


ausgezeichnet

Der Weihnachtsbasar von Haven's Brigde, den Pastorin Rose Bailey und Pfarrer Charles Morgan organisiert haben, endet mit einem tragischen Todesfall. Die reiche Mrs. Cameron bricht nach dem Genuß eines Lebkuchens tot zusammen. Wie sich schnell heraus stellt, war der Lebkuchen vergiftet. Für Detektiv Asthon steht schnell fest, dass Zuckerbäckerin Florence Taylor die Schuldige ist.

Auch die zweite Folge kann mit einem gut durchdachten und stimmigen Fall überzeugen, im Vordergrund stehen aber wieder die beiden charmanten Ermittler und die beschauliche Atmosphäre in dem kleinen Örtchen Haven's Brigde. Wenn man genau aufpaßt und sämtliche Ermittlungsschritte mitverfolgt, kann man zwar schon erahnen, wer der Täter ist, doch es gibt bis zur Aufklärung noch ein paar überraschende Wendungen, die den Fall bis zum Ende interessant bleiben lassen.
Neben Rita Engelmann und Joachim Tennstedt , die die beiden Hauptfiguren mit viel Engagement sprechen, sorgt Bodo Wolf, der Detektiv Ashton spricht, auch für ein paar launig humorvolle Szenen, bei denen man schmunzeln muß. Auch die restlichen Sprecher sind gut besetzt und tragen neben der gelungenen musikalischen Musikuntermalung und der stimmigen Geräuschkulisse zur tollen und glaubwürdigen Atmosphäre des Hörspiels bei.
FaziT: auch der 2. Teil der Serie kann mit einem stimmigen Fall überzeugen, besticht aber hauptsächlich durch seine charmanten Protagonisten und die beschauliche Landhausatmosphäre. Insgesamt eine Reihe mit Potenzial, die Lust auf mehr macht!

Bewertung vom 23.08.2017
Der Wolf im Schafspelz (Folge 1) (MP3-Download)

Der Wolf im Schafspelz (Folge 1) (MP3-Download)


ausgezeichnet

Die evangelische Pastorin Rose Bailey wird in das beschauliche Städtchen Heaven‘s Bridge versetzt um dort den kürzlich verstorbenen Pastor zu ersetzen, doch kaum angekommen wird sie in einen Krimifall verwickelt. Zuerst wird in das Gemeindehaus eingebrochen, dann stellt sich heraus, dass Pastor Benjamin gar nicht der war, für den er sich ausgegeben hat. Der katholische Pfarrer Charles Morgan, zu dem die Pastorin ein gutes Verhältnis hat, hilft ihr bei ihren Nachforschungen, denn vor seiner Zeit als Pfarrer war er einst Polizist.

Miss Marple und Pater Brown auf gemeinsamer Spurensuche, so könnte man den Auftakt zu der neuen Serie Morgan & Bailey grob umschreiben, dabei sind die beiden originellen Ermittler weit mehr als ein Abklatsch dieser Kultfiguren. Die beiden Hauptfiguren, eine evangelische Pastorin und ein katholischer Pfarrer, glaubwürdig und sympathisch gesprochen von Rita Engelmann und Joachim Tennstedt, werden am Anfang kurz aber doch mit umfassenden Hintergrund eingeführt, so dass sich der Hörer ein gutes Bild beider Figuren machen kann. Nach dieser kurzen Einführung geht es auch schon flott mit dem Krimifall voran und die beiden Seelsorger machen der örtlichen Polizei ordentlich Konkurrenz. Der Fall baut sich kontinuierlich auf, ist durchweg spannend und überzeugt mit unerwarteten Wendungen, bis zur überraschenden Auflösung.
Neben den charmanten Hauptfiguren sind auch die anderen Charaktere sehr gut besetzt, vor allem Bodo Wolf, den man als Inspektor Gomery aus der Reihe Lady Bedfort kennt, ist hier der örtliche Polizist und hat somit wieder eine Rolle, in der er es als hauptberuflicher Ermittler diesmal sogar mit 2 Hobbydetektiven zu tun bekommt, die zudem noch mit reichlich Bibelzitaten um sich werfen.
Das kleine Örtchen Heaven‘s Bridge vermittelt nostalgischen Charme, der durch stimmungsvolle Musikuntermalung unterstützt wird und so viel Lokalkolorit vermittelt. Von Anfang an baut sich eine stimmige Atmosphäre auf, die ländliche Idylle vermittelt, die auch durch den Krimifall nicht ganz zerstört werden kann.
Insgesamt ein gelungener Auftakt, der durch die interessante Konstellation der Figuren und einen durchaus überraschenden Krimifall überzeugt!


Fazit: Mir hat der Serienauftakt sehr gut gefallen, auch wenn er vom Konzept her an Serien wie Ordensschwester Amelie, Mimi Rutherfurt oder Lady Bedfort erinnert, so ist den Produzenten hier doch eine sehr unterhaltsame Mischung aus Krimi, antiquiertem Charme und liebenswerten Figuren gelungen, der von Anfang bis Ende überzeugt und Lust auf mehr macht! Klassische Krimiunterhaltung, die gekonnt mit bewährten Konzepten arbeitet, ohne zu stark zu kopieren sondern vielmehr in eine neue Form bringt!

Bewertung vom 22.08.2017
Ein unmöglicher Mord
Reef, Rob

Ein unmöglicher Mord


ausgezeichnet

Literaturprofessor, Krimiautor und Gelegenheitsdetektiv John Stableford weilt gemeinsam mit Gattin Harriet in Upper Biggins um dort den Geburtstag des Schwiegervaters zu feiern. Als seine Schwägerin im Garten einen Golfball mit Hakenkreuz findet, löst das Verwunderung aus, denn das Anwesen wurde während des 1. Weltkriegs zum militärischen Sperrgebiet erklärt und gilt seither als verwildert. Wenig später erhält Stableford einen Anruf seines Freundes Dr. Holmes, der im benachbarten Herrenhaus zu Gast ist und ihn zu einem eigentümlichen und politisch hochbrisanten Golftournier einlädt. Doch schon am ersten Abend während eines Banketts bricht der Hausherr, Sir Edmund Rogie, unter merkwürdigen Bedingungen zusammen und Dr. Holmes vermutet eine Vergiftung.

Auch der 3. Fall für John Stableford ist ein klassischer Whodunit, der in typisch englischer Krimimanier aufgebaut wurde. Wieder ist der Täter in einer kleinen Gruppe von Leuten zu suchen, die auf Grund der Sicherheitsvorkehrungen im Herrensitz von Annandale quasi von der Außenwelt abgeschnitten ist. Geschickt baut der Autor die brisante politische Lage kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges mit in seinen Krimi ein und wie in allen bisherigen Bänden, so ist natürlich auch hier Golf ein gewisses Thema, dass aber nicht zu sehr im Vordergrund steht. Da es hier um ein Tournier geht, werden natürlich einige Details dieses Sports erörtert, aber auch wer sich wie ich damit nicht auskennt, wird mit der Thematik keineswegs gelangweilt oder überfordert.
John Stableford ist inzwischen freier Mitarbeiter des War Office und auch in seinem Privatleben hat sich so einiges geändert. Ganz interessant finde ich, dass es immer mal kleine Anspielungen auf seine Kriegserlebnisse im 1. Weltkrieg gibt, hier darf man gespannt sein, ob da in den Folgebänden noch mehr offenbart wird.
Da Stableford nicht in offizieller Mission ermittelt, sind seine Möglichkeiten und Befugnisse recht beschränkt, er kann also nicht auf die offiziellen Ermittlungswege und Mittel zurück greifen und muß daher auf seinen scharfen Verstand, seine Kombinationsgabe und sein umfangreiches Allgemeinwissen setzen. Unterstützt wird er dabei wieder von Dr. Holmes und Harriet, die ebenfalls kleine Puzzleteile zur Auflösung beitragen, von Stablefords Geheimniskrämerei aber doch ab und an genervt sind.
Rob Reef verzichtet auf unnötige Effekthascherei, blutige Details und rasante Action, statt dessen setzt er auf akribische Recherche und Kombinationsgabe. Wie der Titel des Buches schon sagt, handelt es sich eigentlich um einen unmöglichen Mord, daher steht die Frage, wie die Tat begangen wurde auch im Vordergrund und erst nachdem das geklärt ist, folgt dann auch die Entlarvung des Täters. Hier ist es dem Autor gelungen, mich wirklich zu verblüffen, da ich mit dieser Auflösung nicht gerechnet hätte.
Wie gewohnt findet man im Anhang wieder ein Golf-Glossar, sowie eine sehr hilfreiche Karte mit dem Lageplan von Annandale. Auf den letzten Seiten wird ein neuer Fall für das sympathische Ermittlergespann angedeutet, dass hoffentlich nicht zu lange auf sich warten läßt.

FaziT: Auch der 3. Band der Reihe kann mit einem kniffligen, "unmöglichen" Mordfall überzeugen und bietet allen die gern mit raten ein wunderbares, unterhaltsam und intelligent geschriebenes Rätselvergnügen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.08.2017
Die Drachenlady / Sherlock Holmes Chronicles Bd.18 (MP3-Download)
Walter, K.P.; Winter, Markus

Die Drachenlady / Sherlock Holmes Chronicles Bd.18 (MP3-Download)


ausgezeichnet

Der recht unsympathische Impressario Harvey Barker, der in seinem Zirkus Frauen mit verschiedenen Behinderungen oder prägnaten körperlichen Merkmalen ausstellt, beauftragt Holmes, seine verschwundene Frau Bian zu finden. Bian ist gleichzeitig sein wertvollstes Ausstellungsstück, denn mit ihrer ungewöhnlichen Tätowierung ist sie der Publikumsmagnet. Holmes und Watson geraten in einen bizarren Fall, der sie ins Zirkusmilieu verschlägt und auf die Spur eines absonderlichen Sammler führt.

"Die Drachenlady" ist eine düstere und beklemmende Folge, die deutlich die Schattenseiten der viktorianischen Zeit in den Vordergrund stellt und den Fokus mehr auf das Schicksal der betroffenen Frauen legt, als auf Holmes Ermittlungsarbeit. Trotzdem hat mir die Folge unheimlich gut gefallen, denn sie wartet mit einer dichten, wenn auch sehr bedrückenden Atmosphäre auf. Ebenso ungewöhnlich ist die Bestrafung des Täters, die auf sehr originelle Weise gelöst wird und so ein recht unkonventionelles Ende bietet.
Ungewöhnlich ist auch der Beginn der Folge, entgegen der herkömmlichen Art, dass Watson die Anfänge schildert, ist man sofort mitten drin im Geschehen und kann mit verfolgen, wie Holmes und Watson einen Toten finden, der auf sehr brutale und ungewöhnliche Art ermordet wurde. Erst dann erfolgt wieder Watsons typische Erzählweise und er schildert auf seine prägnante Art, wie er und Holmes in diesen bizarren Fall verwickelt wurden und den weiteren Verlauf der Geschehnisse.
Gewohnt herausragend sind auch diesmal wieder die Sprecher, die in ihren Rollen überzeugen, ebenso wie die Musik und Geräuschkulisse, die diese düstere Folge mit einer dichten Klangkulisse unterlegen und so ein stimmiges Flair und viel Lokalkolorit vermitteln.

FaziT: ein düsterer und auch ziemlich brutaler Fall für den Meisterdetektiv, der zwar weniger durch Holmes deduktives Können sondern mehr durch seine fast greifbare und beklemmende Atmosphäre und das Schicksal der betroffenen Frauen überzeugt. Wirklich ganz toll umgesetzt kann kam hier beim Hören tief in die dunklen Seiten der viktorianischen Ära eintauchen.

Bewertung vom 22.08.2017
Der Flottenvertrag / Sherlock Holmes Chronicles Bd.17 (MP3-Download)
Doyle, Sir Arthur Conan; Winter, Markus

Der Flottenvertrag / Sherlock Holmes Chronicles Bd.17 (MP3-Download)


ausgezeichnet

Watson erhält Post von seinem alten Studienfreund Percy Phelps. Dem aufstrebenden Beamten wurde ein wichtiges Geheimdokument aus seinem Büro im Ministerium gestohlen. Doch niemand wußte von dem Dokument, das Percy kopieren sollte. Seit dem Vorfall ist Phelps jedoch gesundheitlich angeschlagen und muß das Bett hüten. Als Watson seinem Freund Holmes die Bitte von Percy übermittelt, ihm zu helfen, ist der Meisterdetektiv sofort von dem ungewöhnlichen Fall fasziniert.
Mit "Der Flottenvertrag" wird bei den Chronicles zum zweiten Mal eine Original Geschichte von Arthur Conan Doyle aufgegriffen, die Sherlock Holmes Fans sicher schon mehrfach als Hörspielversion kennen. Trotzdem ist den Produzenten hier eine stimmige und atmosphärisch dichte Umsetzung gelungen, die die Folge spannend und unterhaltsam macht. Obwohl der Stoff sicher breit bekannt ist, macht es doch Spaß, Holmes bei seinen Ermittlungen und messerscharfen Deduktionen zu folgen. Till Hagen und Tom Jacobs als Holmes und Watson sind für das berühmte Ermittlerduo eine sehr gelungene Wahl und beide füllen ihre Rollen perfekt aus. Auch Sven Hasper als Percy Phelps kann in der Rolle des gebeutelten Beamten überzeugen.
Dezent und stimmungsvoll unterstützt die musikalische und geräuschtechnische Untermalung auf unaufdringliche Weise die Geschichte und sorgt für eine passende Kulisse, so dass die Story trotz ihrer Bekanntheit ein unterhaltsames Hörvergnügen bietet.

FaziT: gewohnt hochwertig in Szene gesetzt, kann auch ein Originalfall bei den Chronicles überzeugen und bietet beste Unterhaltung!

Bewertung vom 21.08.2017
Das Geheimnis von Benwick Castle
Reef, Rob

Das Geheimnis von Benwick Castle


ausgezeichnet

Alasdair Benwick, ein reicher Exzentriker, der an Rittertum, Ruhm und Ehre glaubt und mit einige Auserwählten in einer alten Burg im Rannoch Moor lebt, ist verschwunden, als er sich auf den Weg zu seinen Anwälten in Glasgow befand. Da die Polizei das Verschwinden nicht ernst nimmt, bittet sein Bruder Adrian den Detektiv und Romanautor John Stableford um Hilfe. Zusammen mit seiner Frau Harriet und seinem Freund Dr. Holmes und dessen neuester Flamme Penelope macht sich der Amateurdetektiv auf den Weg in die schottischen Highlands.

In seinem zweiten Golfkrimi läßt der Autor seine Leser in eine Welt aus Mythen und Legenden eintauchen. Die Artussage, Macbeth und auch der Mythos um Seeungeheuer Nessie verleihen dem Buch eine etwas düstere und mystische Note, die für eine stimmige Atmosphäre sorgt. Auch das Setting der schottischen Highlands und die Burg, die in einer alten Destille errichtet wurde, sorgen für viel Flair. Der Mordfall ist knifflig, da die Gemeinschaft rund um Alasdair Benwick sehr abgeschieden lebt, kommen für das Verschwinden des Exzentrikers, sollte es kein Unfall gewesen sein, nur die Bewohner von Brigadun in Frage. Nachdem Stableford mit seinen Nachforschungen beginnt, stellt sich schnell heraus, dass eigentlich jeder in der Gemeinschaft einen Grund hätte, um dem Verschwundenen den Tod zu wünschen, wer es getan hat, ist hier natürlich die knifflige und spannende Frage, die in typischer Whodunit Manier aufgelöst wird.
Seine 3 Hauptcharaktere hat der Autor weiter ausgearbeitet und sehr sympathisch gestaltet. Dr. Holmes bekommt diesmal eine ihm ebenbürtige Partnerin, die die Gruppe auf jeden Fall bereichert und Holmes oftmals starken Sarkasmus etwas abmildert. Stableford agiert in typischer Holmes Manier und behält viele Erkenntnisse für sich, die dann erst am Schluß offenbart werden. Trotzdem arbeitet die Vierergruppe gut zusammen, mit viel Humor und Wortwitz arbeiten sie zusammen und so setzten sich nach und nach kleine Puzzleteile zusammen, die von Stableford am Ende glaubwürdig aufgelöst werden.
Die atemberaubende Kulisse der schottischen Highlands schildert der Autor mit stimmungsvollen, plastischen und sehr bildhaften Beschreibungen von Land und Leuten und so rundet dieses dichte Setting den Krimi gekonnt ab. Außerdem fügt der Autor mit einem kleinen Augenzwinkern zahlreiche Anspielungen auf das Krimigenre ein, die dem Buch eine zusätzlichem humorvolle Note verleihen.
Allerdings sollte man doch rudimentäre Kenntnisse der Artussage haben, sonst entgehen einem beim Lesen doch einige Details, ebenso kann ich zum besseren Verständnis nur empfehlen, den ersten Teil auch vorher zu lesen, da sonst doch einige Vorkenntnisse fehlen.

FaziT: ein atmosphärischer und spannender Krimi, der an die Klassiker aus der Feder von Christie, Doyle & Co. erinnert. Das dichte Setting und die Verknüpfung mit der Artuslegende verleihen dem 2. Fall für John Stableford einen etwas mysteriösen Touch, der hier das I-Tüpfelchen ist.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.08.2017
Das Serum des Doctor Nikola (eBook, ePUB)
Hartmann, Petra

Das Serum des Doctor Nikola (eBook, ePUB)


sehr gut

Bankierssohn Felix Pechstein ist nach dem schwarzen Freitag der Berliner Börse arbeitslos,pleite u.völlig am Ende.Nach dem Bankrott der Familienbank schoß sich der Vater eine Kugel in den Kopf,sein Bruder tauchte unter u.Felix hält sich mit kaum zu findenden Gelegenheitsjobs über Wasser.So wie ihm geht es vielen im Berlin von 1927,für etwas zu essen o.ein paar Groschen würde er alles tun.Auch Nikola,der unsterbl.Superverbrecher ist von dieser Krise nicht verschont geblieben.Viele seiner einst so sicheren Aktien,die ihm einen angenehmen Lebensstil ermöglichten,sind nichts mehr wert,da kommt ihm der junge Pechstein,der ein Genie an der Börse war,gerade recht.Für ein fürstliches Salär will Nikola ihn beauftragen,seine maroden Aktien zu sanieren.Doch Felix sträubt sich zunächst,er findet Nikola unheimlich u.empfindet dessen Gegenwart als schauderhaft.Dann überredet ihn sein leicht zwielichtiger Nachbar Larkin ihn zu den „Kindern des Lichts“zu begleiten.Die Sekte,die auf die Wiederkehr der altägyptischen Pharaonenzeit hinarbeitet,wird von Meister Rainhart geleitet,der für die Zeremonien seine bezaubernde Tochter Mathilde einsetzt.Gleich bei seinem ersten Besuch entflammt Felix für die zarte Schönheit u. als diese ihn bittet,sie aus den Klauen der Sekte zu retten,schreitet Felix mit Hilfe von Larkin zur Tat.Das Unterfangen kann nat. nicht gelingen u.wenn Felix seine Mathilde retten will,gibt es nur einen Ausweg,er muß Doktor Nikola bestehlen.
Das 6.Abenteuer für den unsterblichen Schurken Doktor Nikola, diesmal von Petra Hartmann geschrieben,war für mich wieder ein spannendes Lesevergnügen,zwar nicht ganz so gelungen wie der Vorgänger „das Luftschiff des Doctor Nikola“ von M.Böhnhardt,aber trotzdem eine sehr unterhaltsame Lektüre,die sich sehr gut in die Reihe einfügt u.den genialen Forscher u.Oberschurken Nikola nach Deutschland führt.Die Atmosphäre im krisengeschüttelten Berlin ist sehr glaubhaft geschildert u.erzeugt für den Leser ein eindringliches Bild.Alle sind betroffen,auch die Reichen,für etwas zu essen o.einen Gelegenheitsjob würden viele alles tun.Genau die typische Atmosphäre für Sekten u.div.Heilsbringer,die in dieser schweren Zeit großen Zulauf haben u.mit ihren Betrügereien den Leuten noch den letzten Pfennig aus der Tasche ziehen.Hier bietet sich dem Leser ein detailreiches Bild einer Zeit,die für den schurkischen Nikola geradezu prädestiniert ist.Als Felix dann doch für Nikola tätig wird,zeichnet er sich auch nicht gerade durch faires Geschäftsgebaren aus,denn er saniert auf recht rücksichtslose Weise Nikolas wertlose Aktien.Erst als er zur Rettung seiner Angebeteten eilt,wächst er förmlich über sich hinaus,da er ja genau weiß,wie fürchterlich Nikolas Zorn sein wird u.trotzdem läßt er sich auf den Handel ein.Hier macht die anfangs noch etwas blasse Figur eine rasante Wandlung durch.Wenn Felix sich plötzl.als Einbrecher u.Schläger betätigt,wirkt das ein wenig überzogen,doch bei nur 188 Seiten muß die Hauptfigur eben schnell über sich hinaus wachsen.Insgesamt ist die Figurenzeichnung aber gut gelungen.Mathilde bleibt typisch für den viktorianischen Roman zwar eine eher blasse Randfigur,die aus der Not errettet werden muß u.reine Staffage ist,aber das tut der spannenden Geschichte keinen Abbruch.Wirklich gelungen ist aber die Darstellung von Nikolas Katze Apollyon.Sie ist der eigentliche Held der Geschichte, sogar Nikola beugt sich ihrem Willen u.das unheimliche Tier erscheint diesmal in ganz anderem Licht.
Wer die anderen Bücher um Doktor Nikola mochte,wird auch hier seine Freude haben.Vom Verlag wurde das Buch wieder sehr nett gestaltet u.paßt mit Cover u.Ausstattung zum Rest der Reihe.
FaziT:ein spannendes,kurzweiliges Abenteuer,das den Spuren des klassischen Schauerromans folgt u.Nikola, auch wenn er wie üblich nur am Rande agiert,wieder gelungen in Szene setzt u.so Boothbys Vorlage gekonnt weiter führt.Bleibt zu hoffen,daß der Wurdack Verlag noch weitere Abenteuer des unsterblichen Doktors hervor bringt.