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Moma
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Insgesamt 83 Bewertungen
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Bewertung vom 01.02.2023
Janesch, Sabrina

Sibir


gut

Endlich wieder etwas Neues von Sabrina Janesch habe ich mir gedacht. Mir gefällt eigentlich ihr Schreibstil, der sich von den anderen abhebt und immer etwas eigenwillig ist. Doch zu diesem Roman fehlt mir bis zum Ende hin der Zugang. Die Geschichte klingt laut Klappentext sehr vielversprechend: Zwei Leben aus zwei ganz unterschiedlichen Welten werden erzählt. Das Leben von Josef, der als Kind mit seiner Familie nach Sibiren verschleppt wurde und das von seiner in Deutschland geborenen Tochter Leila. Josef darf zurück nach Deutschland und die schreckliche entbehrungsreiche Zeit in der Steppe hinter sich lassen. Er baut sich hier sein Leben auf. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 kommen durch die eintreffenden Aussiedler seine Erinnerungen zurück. Seine Tochter steht hier in Deutschland zwischen den Welten. Als Kind einer polnischen Mutter fällt ihr das Anerkannt werden nicht leicht. Gleich einer Forelle (wie auf dem wunderschön gestalteten Cover) wechseln die Zeiten und die Geschichte wird in Vergangenheit und Gegenwart, oft wechselnd in einem Absatz, erzählt. Wobei ich Josefs Geschichte leichter nachvollziehbar aufnehme. Es kommen beim Lesen Fragen auf, die nicht geklärt werden und Nebensächlichkeiten sind mir oft zu detailgenau.
Fazit: Ein wichtiger Roman über unerzählte deutsch-russische Geschichte, der mich leider nicht so erreicht hat wie ich es gerne gehabt hätte.

Bewertung vom 01.02.2023
Geiger, Arno

Das glückliche Geheimnis


ausgezeichnet

Freiwillig und einfühlsam lässt mich Arno Geiger an seinem (bis jetzt vergangenen) Leben teilhaben. Lässt Einblicke zu in sein Elternhaus, seine Lieb- und Leidenschaften. Und er tut es gut in seinem knapp 240 Seiten Buch. Nicht umsonst verfolge ich seine Romane seit "Es geht uns gut". Mir gefällt sein klarer Schreibstil und das Lesen fällt mir leicht und hält mich in Bann. Oft halte ich beim Lesen inne und denke über mein Tun und Handeln in der Vergangenheit nach. Was erzählt er als nächstes? Was, was eigentlich keiner so recht weiss? Geht es uns nicht allen so? Sind wir nicht alle größere oder kleinere Geheimnisträger? Oft verblüfft mich seine Offenheit. Er berichtet von der Farbigkeit des Lebens und von verlorenen Schätzen. Mein Fazit: Unbedingt lesenswert weil - Die Freude des Verschweigens wird zur Freiheit des Erzählens und ich durfte daran teilhaben - danke Arno Geiger.

Bewertung vom 01.02.2023
Köhlmeier, Michael

Frankie


ausgezeichnet

Wer Michael Köhlmeier kennt, kennt seine Art zu Schreiben, seinen Stil: Immer ehrlich und ungeschönt - beschriebene Gegebenheiten, wie im echten Leben. Und genau so liest sich sein über 200 Seiten starker Roman "Frankie".
Zum Inhalt: Frank, der 14jährige Sohn einer alleinerziehenden Schneiderin lernt seinen Großvater kennen, der nach 18 Jahren aus der Haft entlassen wird. Ein schwieriges Großvater-Mutter-Enkel-Verhältnis beginnt. Franks bisher so ruhiges und beschauliches Leben gerät aus den Fugen. Es ist die Faszination des Unbekannten, die dieser für ihn unbekannte Mann ausübt. Nichts kennt er aus dessen Vergangenheit - nur all zu gerne hätte er mehr gewusst. Die Mutter hüllt sich in Schweigen...
Oft detailgenau beschreibt der Autor den Ablauf von Frank in Ich-Form. Wie aus einem harmlosen Teenager ein unberechenbarer Jugendlicher wird, der sich selbst nur noch schwer unter Kontrolle hat.
Fazit: Unbedingt lesenswert, auch wenn am Ende einige Fragen offenbleiben. Die Antwort kann sich jeder selbst geben.

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