Benutzer
Benutzername: 
bibliokate

Bewertungen

Insgesamt 72 Bewertungen
Zur ersten SeiteZur vorherigen Seite...Weitere Seiten 5 Zur Seite 5 6 Zur Seite 6 7 Zur Seite 7 8 Aktuelle SeiteKeine weiteren Seiten
Bewertung vom 20.03.2023
Blum, Isaac

Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen


gut

Hoodie Rosen, Sohn einer jüdisch Ortodoxen Familie der zutiefst gläubig ist kommt durch die bekanntschaft mit Anna - Marie der Tochter der Antisemitischen Bürgermeisterin in ziemliche Schwierigkeiten.

Immer wieder merkt man während des Lesens in welcher moralischen Zwickmühle sich Hoodie befindet. Wird er seiner Erziehung und den Regeln der Religion folgen und seiner Familie Ehre machen oder soll er seinem Herzen folgen und damit alles aufs Spiel setzten. Hoddie ist wirklich zerrissen und muss seinen Weg finden zwischen jahrhundertealten Traditionen und seinen eigenen Vorstellungen davon wie er leben möchte.

Ich fand das Buch wirklich sehr interessant, man konnte einiges über jüdisch orthodoxe Gepflogenheiten lernen und gleichzeitig einer sehr spannenden Story folgen die sich sowohl mit den Themen Erwachsenwerden, seinen eigenen Weg gehen, sich gegen Konventionen auflehnen auseinandersetzt sowie auch mit politischen Fragen wie Antisemitismus beschäftigt.

Für mich insgesamt ein gutes, lehrreiches und unterhaltendes aber nie seichtes Buch das sich sicherlich auch dazu eigent als Schullektüre verwendet zu werden.

Bewertung vom 20.03.2023
Glattauer, Daniel

Die spürst du nicht


ausgezeichnet

Ich bin ein riesen Fan von Daniel Glattauer und auch mit diesem Buch konnte er mich total überzeugen.

Die Geschichte ist ebenso spannend wie bewegend. Mit großem Fingerspitzengefühl entwirft Glattauer hier die Karikatur einer von Foyerismus geprägten, sensationslüsternen Gesellschaft die sich ohne Rücksicht auf Verluste ins immer extremere steigert.

Nach einem tragischen Badeunfall bei dem ein junges Mädchen das ursprünglich aus Somalia stammte ertrunken ist bleiben die Angehörigen, sowie die Familien die das Mädchen mitgenommen hatten vor einem trümmerhaufen zurück.

Sophie Luise, die Tochter der einen Familie, die angeregt hatte Ayana ihre Schulkollegin mitzunehmen flüchtet sich in einen zwielichtigen Chat mit jemandem den sie eigentlich gar nicht kennt, die Erwachsenen versuchen sich außergerichtlich zu einigen, was allerdings nicht klappt. Was sich daraus entwickelt ist eine Katastrophe die so wohl niemand vorhersehen konnte.

Dieses Buch hat mich gleich auf mehreren Ebenen verblüfft und begeistert. Schon nach den ersten Sätzen war ich total in den Bann dieses Buches gezogen. Es werden verschiedene Arten von Traumaverarbeitung ebenso in die Handlung miteingeflochten als auch der Mediale Hype um "bewegende Schicksale" und die Doppelmoral wenn es darum geht das Menschenrecht auf Gleichheit zu beachten.
Sehr interessant fand ich das Glattauer hier ein Mittel wählt das wirklich sehr wirksam ist. Immer wieder wird die Handlung durch Posts in Social Media Foren von außenstehenden Kommentiert und durch diskusionen von am vorfall unbeteiligten, jedoch ihre eigene Meinung und Absicht zum Vorfall verbreiteten Menschen, erweitert. Das hat mir gut gefallen da es damit noch eine andere Ebene gab und dem Buch ein sehr interessanter Handlungsstrang mit ordentlichem Potential für Kritik an der Sensationssucht der Mendien und der öffentlichen Wahrnehmung von anderen hinzugefügt wurde.

Als großer Daniel Glattauer Fan war ich wieder einmal begeistert von seinem Scharfsinn, seiner Fähigkeit gesellschaftliche Probleme zu sezieren ohne zu moralisieren und den Leser sowohl durch sein großes Fingerspitzengefühl als auch durch seinen Scharfsinn in die Handlung hineinzusaugen und nicht mehr loszulassen.

Für mich ein absolutes Highlight

Zur ersten SeiteZur vorherigen Seite...Weitere Seiten 5 Zur Seite 5 6 Zur Seite 6 7 Zur Seite 7 8 Aktuelle SeiteKeine weiteren Seiten