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Archer1

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Bewertung vom 24.12.2024
Score, Lucy

The Christmas Fix


weniger gut

Catalina King baut für eine Reality-Show regelmäßig zerstörte Häuser wieder auf. Als ausgerechnet in Merry, einer Kleinstadt, in der sie vor zwei Jahren schon einmal gedreht hat, ein Sturm nicht nur die Stadt in Wasser versinken lässt, sondern auch das traditionelle Weihnachtsfest in selbiges fallen lassen droht, ist sie sofort bereit, es dieses Mal größer aufzuziehen. Sie will nicht nur den Einwohnern helfen, wieder ein Dach über dem Kopf zu haben, sondern auch das prestigeträchtige Weihnachtsfest so groß aufziehen, dass die Stadt wieder genügend Einnahmen hat. Das einzige Problem an der Sache? Der minderbemittelte, aber ach so gut aussehende Bürgermeister Noah Yates, der nichts Besseres zu tun hat, als ihr ständig Steine in den Weg zu legen.

Im Ernst, hier kann man sich ständig nur an den Kopf fassen. Was stimmt mit den Bewohnern der Stadt nicht, dass die einen wie Yates zu ihrem Bürgermeister wählen? Der Typ muss als Kind eine Schaukel gehabt haben, die zu nahe einer Mauer stand, anders ist sein Verhalten gegenüber Cat nicht zu erklären. Da kommt eine Frau, zahlt echt alles, damit die Stadt wieder aufgebaut werden kann und filmt das Ganze: Jeder normale Mensch würde seine Leute notfalls einbeinig dazu tanzen lassen, damit alle wieder eine lebenswerte Wohnung oder ihr Haus wieder beziehen können. Nicht so Yates. Der heult die ganze Zeit rum, dass Merry vorgeführt wird. Hallo? Selbst wenn: Die Stadt wird in nullkommanichts wieder aufgebaut, ist es dir lieber, dass deine Leute auf der Straße erfrieren? Außerdem behandelt er Cat wie Dreck: Ihn interessiert absolut nicht, wie sie als Mensch ist, ständig bezeichnet er sie herablassend als karrieregeiles Fernsehsternchen. Alter! Wenn die schon ewig eine solche Show hat, kannst du ihr keinen Cent wechseln, also komm runter, du sexistischer grunzender Stallbewohner! Überhaupt hat der Typ nur zwei Gemütszustände: den eines bockigen Vierjährigen und den eines geilen vorpubertierenden Zwölfjährigen.

Bei dem passt quasi null. Wieso ist er alleinerziehender Vater? Welche Mutter bitte lässt einen Widerling wie den ihre Tochter aufziehen? Ich habe mich permanent über den ärgern müssen. Deshalb verstehe ich nicht, wie eine starke Frau wie Cat überhaupt auf ihn abfahren kann. Und ihre komischen FreundInnen immer versucht haben, sie darauf hinzuweisen, wie ach so gut er aussieht. Wen interessiert das Aussehen von jemandem, der ein grunzender Stallbewohner ist? Und warum muss eigentlich Cat ständig auf ihre Linie achten? Die Frau ist selbständig, hat alles erreicht, was es zu erreichen gibt, baut demnächst ein Akademie für Frauen auf, in denen sie lernen, selbständig zu werden: Warum muss in so einem Buch dann so mega Wert darauf gelegt werden, dass sie ach so schlank bleibt? Kann sie nicht einfach eine normale Frau sein? Sie ist im Gegensatz zu dem grunzenden Stallbewohner sympathisch, aber eine dermaßene Mary Sue, das gibt's nicht. Alles in allem haben wir hier leider keine cosy Geschichte, mit der man Weihnachten einläuten könnte, sondern nur den Versuch einer solchen, die in mehreren red flags einfach in Merrys Flusswasser untergeht.

Bewertung vom 17.12.2024
Dimova, Genoveva

Tage einer Hexe / Das Hexenkompendium der Monster Bd.1


sehr gut

Zwölf Tage lang herrscht Auszeit in Chernograd, der grauen Stadt hinter der Mauer. In dieser Zeit regieren die Monster in den Straßen und man sollte das Hexenkompendium gelesen haben, um zu wissen, wie man sich am besten schützt. Kosara lebt hier; als Hexe weiß sie, dass nur ihr Hexenschatten sie vor den Gefahren schützt, der sie jetzt ausgesetzt ist. Doch vor einem Monster kann sie auch ihr Schatten nicht schützen: dem Zmey, dem Fürsten der Monster und derjenige, der am menschlichsten aussieht. Dennoch lässt sie sich auf einen Handel mit einem Unbekannten ein und ... verliert ihren Schatten. Dafür landet sie in Belograd, der Stadt auf der anderen Seite der Mauer, dort, wo die Reichen und Schönen und Monsterlosen leben. Hier trifft sie auf Asen, den Polizeiinspektor, mit dem sie einen Handel abschließt, damit sie den Zwey loswird und er eine Mörderin findet ...

Es ist eine komplexe Geschichte und man wird am Anfang ein wenig im Regen stehengelassen. Immer wieder werden Ereignisse angesprochen, die passiert sind, aber nicht erklärt werden und ich habe mich mehrmals vergewissern müssen, dass ich hier nicht den zweiten Teil einer Reihe in der Hand halte, so verwirrend schien es manchmal. Irgendwann ergibt sich ein Bild, aber es ist ein teilweise steiniger Weg dorthin. Ein paar Sachen sind auch mal unlogisch, gerade am Schluss, und wurden irgendwie passend gehämmert, damit es eine Fortsetzung geben kann. Und warum es Tage einer Hexe heißt, erschließt sich auch nicht ganz, denn es sind zwar Tage, aber sicherlich hat Kosara schon bessere erlebt. Es sei denn, es sind wirklich *ihre* Tage gemeint - falls dem so ist, wurde das nicht erwähnt, obwohl es doch wenigstens die Wrukolakas, die Werwölfe, hätten riechen müssen. Schön fand ich jedoch, wie innerhalb einer Fantasygeschichte toxische Männlichkeit und Grooming verpackt wurde und dass das wirklich Slow Burn ein langsames war und Asen eben auch als eine green flag einen hervorragenden Kontrast zum Zmey bildete. Alles in allem ein holpriger Start mit guten Ideen, guten Monstern und noch Luft nach oben. 3.5/5 Punkten.

Bewertung vom 14.12.2024
Dippel, Julia

A Storm to Kill a Kiss / Die Sonnenfeuer-Ballade Bd.2


weniger gut

Sintha hat zuletzt der Monarchin das Leben gerettet, sich damit geoutet und gleichzeitig den Bruder von Arez auf dessen Wunsch hin getötet. Arez glaubt ihr nicht und hält sie für die Mörderin seines Bruders; die Monarchin fordert von ihr, dass Sin sie und Arez in die Hauptstadt begleitet und dort alles tut, um den Frieden zwischen Menschen und verschiedenen Wesen aufrecht zu erhalten. Die Monarchin hat Sin in der Hand, alles zu tun, was sie fordert, egal, was sie fordert, weil sie Sins Schwester als Geisel hält. Als wäre das nicht genug, spielt noch immer die Stimme im Schatten ihre Spielchen, die Rebellen rebellieren und der Sir der Sirs behandelt sie wie den letzten Dreck.

Dieses Buch hat mir einiges abverlangt. Ich wollte es unbedingt lesen, weil mich die Prämisse in Band 1 einfach mitgenommen hat, die Autorin einen schönen Schreibstil hat, ich meistens Sin mag und viele der auftretenden Charaktere. Allerdings hatte ich schon da so meine Probleme mit Arez, was er allerdings hier abzieht, war so übel, so toxisch, so boshaft, dass ich immer wieder ein paar Tage aussetzen musste mit dem Lesen, weil ich sonst vom vielen Aufregen einen Herzinfarkt bekommen hätte. Und ich bin einfach noch zu jung zum Sterben. Stellt euch vor, der Typ, in den ihr verliebt seid und mit dem ihr was hattet, glaubt euch einfach nichts, gibt euch keine Chance, euch zu erklären und hält euch für den Mörder eures Bruders (der nebenbei bemerkt ebenfalls ein Mörder war und sowieso gejagt wurde). Dieser Typ, wäre er halbwegs anständig, sollte euch zumindest so behandeln, wie man Kriegsgefangene behandeln sollte. Aber nein, er macht das nicht. Stattdessen bezeichnet er euch auf einem Ball als Schlampe (lauthals), belästigt euch permanent sexuell und demütigt euch in jeder Situation, die man sich vorstellen kann.

Kann sich irgendeine normale Person vorstellen, dass man noch immer in diesen Typ verliebt bleiben kann? Also ich nicht. Wir haben hier eine so ekelhafte wandelnde red flag, dass ich beim Lesen schon eine megastarke Sonnenbrille aufsetzen musste, um nicht von dem leuchtenden Rot des Kerls verätzt zu werden. Die arme Sin hatte es ganz stark mit dem Stockholm-Syndrom erwischt. Das war wirklich schade, denn sie war eine ansonsten sehr coole Person. Das Buch hätte ganz großes Kino werden können, es war alles vorhanden: Intrigen, Kämpfe, Verrat, Freundschaft, eine interessante Story und immer wieder hübsche Wendungen. Aber in der heutigen Zeit eine so widerlich toxische Männlichkeit als romantisch verkaufen zu wollen, ist einfach nur ein fettes No-go.

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