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Benutzername: Curin
Wohnort: Bielefeld
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Bewertungen

Insgesamt 279 Bewertungen
Bewertung vom 10.11.2018
Die Blutlinie - Folge 01, 1 Audio-CD
Mcfadyen, Cody

Die Blutlinie - Folge 01, 1 Audio-CD


sehr gut

Nach einem schrecklichen Angriff hat FBI-Agentin Smoky Barret ihren Mann und ihre Tochter verloren und ist vom Dienst beurlaubt worden. Doch dann ermordet ein Serienkiller ihre beste Freundin und fordert Smoky und ihr Team auf ihn zu jagen, bevor er weitere grausame Taten begeht... .
Dies ist der erste Teil eines Hörspiels zu dem gleichnamigen Thriller ,,Die Blutlinie" von Cody Mcfadyen. Gerade, weil ich das Buch schon vor einiger Zeit gelesen habe, war ich sehr neugierig auf die Hörversion und wie es gelingt, diese doch sehr umfangreiche Geschichte zu vertonen.
Gleich zu Beginn läuft einem schon ein Schauer über den Rücken. Durch die Stimmen von Smokys Familie und der des Täters wird eine unheimliche und schreckliche Stimmung kreiert, die sich noch deutlich von der Atmosphäre im Buch abhebt. So hat man hier, aber auch in den weiteren Situationen wirklich das Gefühl, dabei zu sein, was doch schon sehr bedrückend ist.
Katy Karrenbauers etwas tiefe und rauchige Stimme passt aus meiner Sicht zwar zu der Figur Smoky Barret, aber da ich sie schon von anderen Serien kannte, bekam ich ihre anderen Rollen beim Hören nicht so recht aus dem Kopf und musste mich erst an sie gewöhnen. Ansonsten schafft sie es wirklich, durch das Sprechen Emotionen rüber zu bringen.
Die anderen Sprecher fand ich teilweise besser ausgewählt. So hat mir Douglas Welbat, der Alan verkörpert, mit seiner sanftmütigen Stimme und ruhigen Stimme sehr gefallen. Die Sprecherin von Callie Thorne dagegen wirkte auf mich etwas zu aufgedreht und quirlig und passt daher aus meiner Sicht nicht ganz zu der Figur, die ich in den Büchern kennengelernt habe. Auch Daniel Welbat, der James spricht, kommt nur halb so arrogant und verbissen rüber, wie im Thriller.
Ansonsten ist das Hörspiel wirklich mit vielen Geräuschen, Zwischenmelodien usw. toll und auch aufwendig inszeniert. Wenn man das Buch kennt, merkt man zwar an vielen Stellen, dass etwas wegfallen musste, aber die wichtigsten Dinge kommen schon vor.
Insgesamt ist ,,Die Blutlinie Teil 1/4" ein spannendes Hörerlebnis für alle Hörer mit starken Nerven. Gerne empfehle ich es hier weiter.

Bewertung vom 09.11.2018
Liebe und Verderben
Hannah, Kristin

Liebe und Verderben


ausgezeichnet

1974: Seitdem Lenis Vater schwer belastet aus dem Vietnamkrieg heimgekehrt, verschlechtert sich die Familiensituation immer mehr. So wagen alle zusammen einen Neuanfang und beziehen ein Stück Land in der Wildnis Alaskas. Dort lernt Leni den Jungen Matthew kennen und lieben. Auch scheint es ihrem Vater besser zu gehen, doch im kalten und dunklen Winter wird es wieder gefährlich... .
Kristin Hannah hat hier einen grandiosen Roman vor der Kulisse Alaskas geschrieben, der mich sehr berührt und begeistert hat. Nach einer kurzen Einlesezeit mochte ich das Buch gar nicht mehr weglegen und wollte unbedingt wissen, wie es mit Leni und ihrer Familie weitergeht. Bei ihnen sieht man ganz klar, was der Vietamkrieg, aber auch Kriege allgemein bei Menschen anrichten und Traumata hinterlassen, die nur schwer in den Griff zu bekommen sind.
Die Handlung an sich hält auch viele unvorhersehbare Wendungen bereit und für mich waren viele Dinge wirklich eine Überraschung.
Leni steht meist im Mittelpunkt der Geschichte und man erlebt aus ihrer Sicht, wie sie und ihre Eltern langsam in Alaska ihr Leben aufbauen. Sie ist ein starkes Mädchen und wirkte sehr reif für ihr junges Alter auf mich. Beim lesen erlebt man richtig mit, wie sie nach und nach zu einer jungen Frau heranwächst, aber dabei immer vom ihrem Vater ausgebremst wird. Auch muss sie Zuhause einige schreckliche Dinge miterleben und wird davon tief geprägt. Ihre Beziehung zu Matthew entwickelt sich relativ schnell von einer Freundschaft zu Liebe und es ist schön zu sehen, dass er ihr Halt gibt.
Kristin Hannah schreibt gut lesbar und hat ein Talent dafür, alles so zu beschreiben, dass man sich die Menschen und Orte gut vorstellen kann. Man hat beim lesen wirklich das Gefühl, man wäre irgendwie dabei und würde alles miterleben.
Mir hat auch gefallen, dass viele wichtige Themen wie Gewalt gegen Frauen und Kriegstraumata angesprochen werden. Allerdings sind deshalb viele Szenen auch sehr brutal und nichts für schwache Gemüter. Auch fand ich gut, wie die Autorin das Leben in Alaska darstellt. Es wird sehr deutlich, wie hart es ist, ohne Strom und fließend Wasser zu leben und so einen kalten und dunklen Winter zu überstehen. Die wunderschöne Landschaft, die Natur und auch Phänomene wie das Polarlicht werden aber auch beschrieben.
Insgesamt hat mich ,,Liebe & Verderben" sehr berührt und mir viele tolle Lesestunden bereitet. Gerne empfehle ich dieses Buch hier weiter.

Bewertung vom 08.11.2018
Nach mir die Flut
Perry, Sarah

Nach mir die Flut


weniger gut

Auf der Suche nach Hilfe gerät John Cole zu einem alten Herrenhaus, wo er überaus freundlich empfangen wird. Seltsamerweise kennen dort die Bewohner bereits seinen Namen und haben ein Zimmer für ihn hergerichtet. Doch wer sind diese Leute und warum warten sie schon so lange auf ihn ? ... .
Dies ist der Debütroman von Sarah Perry, auf den ich durch den leicht unheimlich klingenden Klappentext aufmerksam wurde und mir so ein erhebliches Maß von Spannung versprach. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht erfüllen und hat mich letztendlich ein wenig ratlos zurück gelassen.
Schon zu Anfang hatte ich Probleme, mit dem Protagonisten John vertraut zu werden. Bereits bevor er im Anwesen eintrifft, ist er ein seltsamer Typ, der einige Schwierigkeiten mit sich selbst und anderen hat. Als er sich endlich aufrafft, um London zu verlassen und seinen Bruder zu besuchen, landet ausgerechnet er im Herrenhaus, wo die Menschen noch mysteriöser scheinen, als er selbst. Mit den Tagebucheinträgen, die er dort verfasst, konnte ich auch nichts anfangen.
Das Einzige, was mir wirklich in diesem Roman gefallen hat, ist der außergewöhnliche Schreibstil von Sarah Perry. Sie beschreibt alles sehr schön und sorgt dafür, dass man sich das Anwesen und dessen Bewohner gut vorstellen kann. Leider fehlte mir in der Handlung gänzlich die Spannung, so dass ich das Buch öfter weggelegt und deshalb entsprechend lange dafür gebraucht habe.
Insgesamt habe ich ,,Nach mir die Flut" als einen langatmigen Roman empfunden, zu dem ich persönlich keinerlei Zugang finden konnte.

Bewertung vom 04.11.2018
Leuchttage 2018 - Adventskalender

Leuchttage 2018 - Adventskalender


sehr gut

Für viele Menschen gehört in der Vorweihnachtszeit ein Adventskalender zum täglichen Leben dazu. Auch der Adeoverlag hat dieses Jahr mit dem ,,Leuchttage-Kalender" einen wunderbar gestalteten Begleiter geschaffen, der mit vielen Illustrationen, Texten, Rezeptideen usw. dazu einlädt, einmal inne zu halten und jeden Tag in besonderer Weise zu begehen.
Mich hat dieser wirklich schön illustrierte Kalender optisch gleich sehr angesprochen. Jeder Tag hält etwas Neues bereit und man wird auch dazu eingeladen, selbst aktiv zu werden und beispielsweise ein Bild auszumalen, etwas zu backen oder auch zu basteln. Viele der Ideen kannte ich so noch nicht und freue mich daher, das eine oder andere selbst auszuprobieren. Manche Seiten im Kalender enthalten auch Texte von bekannten christlichen Autoren wie von Titus Müller, die zum Nachdenken anregen sollen. Auch gibt es jede Woche ein Blatt, welches dazu einlädt, sich selbst zu reflektieren und sich bewusst einmal eine Auszeit für sich selbst zu nehmen. Besonders schön finde ich auch, dass der Kalender nicht wie alle anderen am Heiligabend endet, sondern bis zum 6. Januar geht.
Mir persönlich kam im Kalender der christliche Glaube zu kurz. Eigentlich hatte ich erwartet, viel mehr Seiten mit Bibelversen und geistlichen Impulsen zu entdecken. Auch der eigentliche Sinn von Weihnachten, nämlich die Geburt des Retters, stand für mich zu sehr im Hintergrund.
Insgesamt ist ,,Leuchttage - Ein Begleiter durch den Advent 2018" ein wunderbarer gestalteter Adventskalender mit vielen Ideen zum Selbermachen und ansprechenden Texten. Gerne empfehle ich ihn hier weiter.

Bewertung vom 01.11.2018
One Dream / One Bd.1
Blakely, Lauren

One Dream / One Bd.1


gut

Abby möchte nach ihrem Studium schnell schuldenfrei werden und arbeitet deshalb als Nanny für die kleine Hayden. Deren Vater Simon ist nicht nur ein toller Chef, sondern sieht auch noch gut aus und weckt Gefühle in ihr. Doch Abby weiß genau, dass der Arbeitgeber keine Option für sie ist... .
Lauren Blakely hat hier eine unterhaltsame Liebesgeschichte mit tollen Figuren geschrieben. Zeitweise wurde mir die Handlung allerdings zu pikant und anrüchig für meinen Geschmack und auf einige Szenen hätte ich gut verzichten können.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Abbys und Simons Perspektive geschildert, wodurch man als Leserin schnell merkt, dass bei beiden Gefühle da sind, aber auch viele Bedenken aufgrund ihres Arbeitsverhältnisses durchaus vorhanden sind und ihnen bei einer Annäherung im Wege stehen. Deshalb habe ich mich auch sehr gewundert, dass auf einmal alles sehr schnell ging und die Hindernisse überwunden werden konnten.
Beide, sowohl Abby als auch Simon, sind absolute Symphatieträger, die auf oft fast schon zu perfekt wirkten. Gerade Simon wird als toller und liebevoller Vater dargestellt, der auch noch ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, gut aussieht und dazu kein Bisschen arrogant rüber kommt. So einen Traummann ohne jeglichen Fehler fand ich etwas unglaubwürdig.
Bei Abby fand ich ihr außergewöhnliches Sprachtalent sehr beeindruckend. Nur ihr Humor hat nicht immer meinen Geschmack getroffen. Allerdings kommt sie genau dadurch wie eine junge Frau, die noch am Anfang ihres Berufslebens steht, rüber. So wirkt sie etwas authentischer und echter als Simon.
Vom Schreibstil her ist das Buch einfach gehalten und lässt sich gut und schnell lesen. Die Geschichte ist schon vorhersehbar, aber es bleibt stets für den Leser interessant, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt. Besonders schön fand ich auch eine Situation, in der beide per Webcam ein Adlerhorst beobachten und live zusehen, wie die jungen Kücken aufwachsen. Im Gegensatz dazu wirkten die erotischen Szenen im Buch ziemlich übertrieben auf mich und hätten meiner Meinung nach nicht so detailliert und extrem geschildert werden müssen.
Insgesamt ist ,,One Dream" ein toller Liebesroman für zwischendurch, der mich meist gut unterhalten hat.

Bewertung vom 28.10.2018
Mein ist die Macht
Sachs, Leon

Mein ist die Macht


gut

Nach einem schrecklichen Anschlag in Deutschland treffen sich in verschiedene Religionsvertreter, um auf dem Petersberg einen Friedensvertrag zu unterschreiben. Doch jemand versucht mit Gewalt dies zu verhindern und plant noch ein Attentat. Ins Visier der Ermittler gerät der Rabbiner Fabrice, der nun seine Unschuld beweisen muss... .
Leon Sachs hat hier einen besonderen Thriller geschrieben, der ein hochaktuelles Thema behandelt. Im Buch liefert er immer wieder geschichtliche Hintergründe über die Konflikte zwischen den Religionen und zeigt, wie Menschen immer versucht haben, Frieden zu schließen, aber dennoch nie Gewalt ganz vermeiden konnten.
Die Handlung wirkte auf mich anfangs recht glaubhaft und authentisch, aber entwickelte sich dann in eine Richtung, die ich unrealistisch fand. Außerdem wird die Geschichte recht schnell etwas zäh und verlor an Spannung.
Der französische Rabbiner Fabrice war mir gleich sympatisch. Anders als bei den anderen Teilnehmern der Religionsvertreter merkt man bei ihm recht schnell, dass er sich wirklich Frieden wünscht und aufgeschlossen für Kompromisse ist. Allerdings erschien er mir auch etwas leichtgläubig zu sein, was nicht zu einer Sache aus seiner Vergangenheit passt.
Leon Sachs schreibt gut lesbar und schafft es auch, geschichtliche Fakten gut in die Handlung zu integrieren. Für meinen Geschmack kommt im Buch die Spannung etwas zu kurz und die Geschichte wird irgendwann langatmig und zäh. Auch kann man relativ schnell durchschauen, wer hinter allem steckt und erlebt am Ende so kaum eine Überraschung.
Insgesamt hat mir ,,Mein ist die Macht" zwar gefallen, auch wenn der Thriller einige Schwächen aufweist. Ich empfehle ihn hier deshalb nur bedingt weiter.

Bewertung vom 27.10.2018
Grausames Erbe
Hawker, L. S.

Grausames Erbe


gut

Schon als kleines Mädchen wird Petty von ihrem Vater knallhart erzogen und lernt, wie man in den unmöglichsten Situationen überleben kann. Doch dann stirbt er unerwartet und hinterlässt ihr ein Erbe, welches sie auf keinen Fall antreten möchte. Bald schon ist sie auf der Flucht und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit, denn alles hat ihr Vater ihr nicht erzählt... .
LS Hawker hat hier einen Thriller geschrieben, der zwar ein gewisses Maß an Spannung mitbringt, aber mich nicht völlig überzeugen konnte. Ab einem gewissen Punkt habe ich mich beim lesen gequält und fand die Geschichte einfach nur noch abwegig und unrealistisch.
Abwechselnd wird die Handlung aus der Sicht von Petty und aus der von dem jungen Mann Dekker erzählt. Durch diesen Perspektivenwechsel erfährt man als Leser, wie merkwürdig Petty auf andere Menschen wirkt und wie kurios alles, was sie betrifft, erscheint.
Mit Petty hatte ich anfangs einfach nur Mitleid. Von ihrem Vater wurde sie eher wie eine Gefangene als wie eine Tochter aufgezogen und hat nie richtige Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen dürfen. So ist sie extrem misstrauisch und wirkte irgendwie auch total konditioniert auf mich. Genau deshalb habe ich mich so gewundert, warum sie auf der einen Seite die Regeln des Vater noch nach dessen Tod so gewissenhaft befolgt, aber andererseits dennoch in der Lage ist, dieses schreckliche Erbe auszuschlagen und vor den Vollstreckern zu fliehen.
LS Hawker schreibt zwar gut lesbar, aber irgendwie entwickelte sich bei mir nie ein Moment, wo ich vor lauter Spannung das Buch nicht mehr weglegen mochte. Stattdessen habe ich die Geschichte irgendwann als langatmig empfunden und häufig wusste ich auch nicht gleich, ob jetzt wieder Dekker oder immer noch Petty erzählt. Von der Erzähl- und Denkweise der beiden hat die Autorin es nämlich versäumt, Unterschiede einzubauen. Wendungen und auch einige Überraschungen gibt es allerdings in der Handlung, die auf mich aber leider nicht immer ganz glaubhaft wirkten.
Insgesamt habe ich ,,Grausames Erbe" eher als durchschnittlichen Thriller empfunden, der mich nicht richtig packen konnte. Daher empfehle ich das Buch hier nur bedingt weiter.

Bewertung vom 27.10.2018
Die Nacht der Vergessenen
Muhl, Iris

Die Nacht der Vergessenen


sehr gut

Auch an Heiligabend machen sich die beiden Frauen Nicole und Heidi von der Heilsarmee auf den Weg in das Rotlichtviertel von Zürich. Schon viele Jahre versuchen sie dort den Frauen, die dort anschaffen gehen, zu helfen und ihnen Wege aus der Prostitution zu zeigen. Der Erfolg allerdings zeigt sich nicht so recht. Gerade Nicole belastet das sehr, doch gerade, als sie alles am liebsten hinwerfen möchte, scheint doch noch etwas zu geschehen... .
Iris Muhl hat hier eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte geschrieben, in die viele ihrer Recherchen aus den Milieus von Berlin und Zürich mit eingeflossen sind. Anstelle einer kitschigen und kuschligen Handlung, wie man sie sonst in Romanen rund um Weihnachten findet, bekommt man hier eine glaubwürdige Geschichte, die gerade, weil sie so echt rüberkommt, berührt und nachdenklich macht.
In der Geschichte begegnet man den verschiedensten Personen. Neben den Prostituierten ist da der Obdachlose Patrick, der mit seinem Hund auf der Straße lebt und Mata, die als Hausmutter in der ,,Schwarzen Perle" für Ordnung sorgt und sich um die Frauen in besonderer Weise kümmert , aber von ihrer Tochter für ihren Beruf verachtet wird.
Iris Muhl versteht es, jeder Person eindrucksvoll zu schildern und in den kurzen Kapiteln zu zeigen, was deren Alltag ausmacht und wie sie in ihre jetzige Situation geraten sind.
In den Mittelpunkt des Buches hat sie dabei Nicole von der Heilsarmee gestellt, die bis zu dem Weihnachtsabend treu ihren Dienst verrichtet hat, aber langsam an den Verhältnissen im Rotlichtmilieu verzweifelt. Aus ihrer Sicht erlebt man, wie schwer es ist, bei den Frauen den richtigen Ton zu treffen und ihnen wirklich zu helfen und nicht einfach nur die Probleme zu verlagern. Beim lesen konnte ich verstehen, dass sie gerade am kalten Weihnachtsabend an ihre Grenzen gerät, weil sich nichts zu verändern scheint und ihre Bemühungen scheinbar erfolglos sind.
Iris Muhl hat hier eine bewegende Geschichte geschrieben, die auf wahren Begebenheiten beruht. Das Buch liest sich gut und bringt die Leser aus meiner Sicht auch dazu, sich einerseits mit dem wahren Sinn von Weihnachten, aber auch mit dem Thema Prostitution zu beschäftigen. Schön finde ich auch, dass hier auch einmal die Arbeit von den vielen Ehrenamtlichen gezeigt wird, welche sich trotz widriger Umstände um die Menschen in den Rotlichtvierteln kümmern.
Insgesamt ist ,,Die Nacht der Vergessenen" mal eine ganz andere weihnachtliche Geschichte, die nachdenklich macht und auch zeigt, dass nichts von dem, was für Jesus tun, umsonst ist.

Bewertung vom 21.10.2018
Der Nussknacker und die vier Reiche, 2 Audio-CDs

Der Nussknacker und die vier Reiche, 2 Audio-CDs


ausgezeichnet

Am Weihnachtsabend gerät die junge Clara im Anwesen ihres Paten Droßelmeier in die fantastische Welt der vier Reiche. Dort hat ihre verstorbene Mutter Marie mit Fantasie und einer besonderen Maschine Spielzeug zum Leben erweckt. Doch eine der Regentinnen und eine ganze Armee von Mäusen haben bereits ein Reich zerstört und bedrohen die anderen Bewohner... .
Das Märchen ,,Nussknacker und Mäusekönig" von E. T. A. Hoffmann diente hier Disney als Vorlage für eine neue wunderbare Geschichte mit viel Fantasie und starken Protagonistinnen. Obwohl ich eigentlich vom Alter her nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, hat mich diese Handlung gleich gepackt und bis zum Ende gut unterhalten.
Mir hat auch sehr gefallen, dass die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Man erfährt so, wie Marie, die Mutter von Clara die Reiche erschuf und die Regenten eingesetzt hat, aber nachher zu krank wurde, um weiterhin dort die Königin zu sein. Auch ihre ehemalige Puppe Zuckerfee, die sie mit der Maschine zum Leben erweckt hat, kommt zu Wort und erzählt, was in Maries Abwesenheit passiert ist.
Die eigentliche Hauptfigur ist allerdings Clara, ein junges und technikbegeistertes Mädchen, das sich wie ihre Mutter stundenlang mit dem Werkeln an Zahnrädern, Laufbändern usw. beschäftigen kann. Auch in den Reichen beweist sie viel Mut und riskiert alles, um den Bewohnern zu helfen. Ich denke, Clara könnte hier zum Vorbild für viele Mädchen und auch Jungs werden, gerade weil durch sie wunderbar die Freude vermittelt wird, wenn man etwas mit den eigenen Händen geschaffen hat.
Gelesen wird das Hörbuch von Marie Bierstedt, die eine sehr angenehme Stimme hat, der man auch lange zuhören kann. Ob Droßelmeier, Clara oder auch Zuckerfee, jede Figur wird entsprechend gut betont und bekommt ihre eigene Note, so dass man sie auch auseinander halten kann. Auch schafft sie es, die Gefühle von allen richtig rüber zubringen ohne dabei zu übertreiben und auch während des Erzählens die Spannung oben zu halten.
Insgesamt hat mir ,,Der Nussknacker und die vier Reiche " sehr gut unterhalten. Die Geschichte hat mich berührt und mich gerade mit einer mehr oder weniger vorhersehbaren Wendung sehr gut gefallen. Gerne empfehle ich dieses Hörbuch weiter.

Bewertung vom 20.10.2018
Die fehlende Stunde
Golch, Dinah Marte

Die fehlende Stunde


sehr gut

Hauptkommissar Sigi Kamm bekommt es mit einem schwierigen Fall zu tun, weswegen er Psychologin Alicia Behrens mit ins Boot holt: Zwei vermissten Kinder werden schnell gefunden, doch eines ist tot. Auf einem abgebrannten Hof findet die Polizei nicht nur Spuren der beiden, sondern auch einen Toten, der in der Vergangenheit wegen Pädophilie verurteilt wurde. Doch sehr seltsam verhalten sich die Mütter der Kinder. Besonders Traute scheint ihren Sohn Mark von einer Aussage abhalten zu wollen, doch warum behindert sie die Ermittlungen? ... .
Die Autorin Dinah Marte Golch hat hier einen sehr spannenden Kriminalroman geschrieben, indem es vor Überraschungen und Wendungen nur so wimmelt. Auch wenn mich die Geschichte am Ende nicht ganz überzeugen konnte und noch einige Fragen bei mir offen blieben, habe ich die Handlung doch mit großem Interesse verfolgt.
Mir hat gefallen, dass die Geschichte aus der Sicht mehrer Figuren erzählt wird. So erlebt man nicht nur die Sicht des Ermittlers Sigi, sondern auch die der Mutter Traute und die der Psychologin Alicia Behrens. Anfangs meinte ich, so schon einen Teil der Handlung durchschaut zu haben, aber dann passierte doch wieder etwas Unvorhersehbares.
Am authentischsten von den Figuren wirkte auf mich der Kommissar. Man merkt, dass es ihm wirklich darum geht, den Fall aufzulösen. So springt er oft über seinen eigenen Schatten und holt auch Alicia ins Team, die er eigentlich gar nicht leiden kann, aber ihre professionelle Meinung sehr schätzt. Diese fand ich gleich sympatisch, gerade weil sie in ihrem Beruf neue Wege geht und ihre Patienten mit einigen sonderbaren Methoden zu helfen versucht.
Vom Schreibstil her lässt sich das Buch auch gut lesen und auch der Spannungsbogen wird bis zum Schluss aufrecht erhalten. Selten habe ich so viele Wendungen und Überraschungen in einem Kriminalroman erlebt. Vieles ist einfach undurchschaubar. Leider wirkt die Geschichte dadurch zum Teil sehr konstruiert und vieles, was nach und nach herauskommt, ist doch etwas unwahrscheinlich. So lebt die Handlung von den Schwächen der Mütter, die nicht einmal für die Psychologin zu erkennen sind.
Insgesamt ist ,,Die fehlende Stunde" ein spannender Kriminalroman, der mich mit seinen Wendungen und Überraschungen auf der einen Seite begeistern konnte, aber mich auf der anderen Seite auch etwas ratlos zurückgelassen hat. Dennoch empfehle ich das Buch hier gerne weiter.