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Philiene
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Süsel

Bewertungen

Insgesamt 608 Bewertungen
Bewertung vom 29.09.2023
Claire, Anna

Der Geschmack von Freiheit / Die Glücksfrauen Bd.1


sehr gut

Ich habe schon viele Bücher über die Zeit vor und während des zweiten Weltkrieges gelesen. Allerdings haben diese eigentlich immer in Europa gespielt. Daher fand ich es sehr interessant einmal zu lesen, wie es Menschen ging die ihre Heimat verlassen haben und nach Amerika gegangen sind.
In diesem ersten Band der Glücksfrauen Reihe geht es um Luise, die im Jahr 1936 nach Amerika auswanderte. Schon der Weg dorthin war schwer. Zumal sie ihre Freundinnen Maria, einer Jüdin und Anni, deren Freund ein Nazie ist zurück lassen muss. Und doch will sie den gemeinsamen Traum eines Restaurants verwirklichen.

Viele Jahre später hinterlässt sie ihrer Enkelin June einen Brief in dem sie sie auffordert ihre Freundinnen zu finden.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Ich fand es interessant wie schwer es war damals auszuwandern und wie schwer das Leben als Emigranten war. Wie schwer der Verlust der Heimat wiegen kann. Luise Leben hat mich sehr beeindruckt und auch die spannende Frage, was aus ihren Freundinnen geworden ist zog sich durch den Roman.
Dazu kam der Teil in der Gegenwart in der June nach den Spuren ihrer Großmutter ist und dabei auch ihr eigenes Leben ordnen muss.

Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil.

Bewertung vom 29.09.2023
Dieckmann, Guido

Die Leuchtturmwärterin


sehr gut

Als ich den Klappentext dieses Romans gelesen habe.habe ich an eine Liebesgeschichte die zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielt erwartet. Doch dieser Roman hat mich sehr überrascht und war viel interessanter als ich es mir vorgestellt habe.

Ja es gibt die Liebesgeschichte um Hauptperson Nelly und einen englischen Piloten, aber das ist nur ein ganz kleiner Teil des Ganzen. Viel mehr geht es um die Aufklärung eines Familiengeheimnisses, um die Situation der Menschen in den besetzten Niederlanden und um ein Dorf und seine Besonderheiten.

Anhand der jungen Deutschen Nelly erleben wir eine Zeit in der es schwer war anderen zu trauen und viel Misstrauen in den Köpfen der Menschen vorhanden war. Fern der Heimat versucht sie ein altes Geheimnis zu entschlüsseln, gleichzeitig muss sie sich gegen die Wehrmacht behaupten.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen, da er vom zweiten Weltkrieg aus einer Perspektive erzählt die nicht so oft beleuchtet wird. Meist spielen Romane aus dieser Zeit ja in großen Städten, aber auch auf dem Land war der Krieg und die Besatzung spürbar. Das wird hier sehr gut beleuchtet.
Ein sehr gelungener Roman.

Bewertung vom 27.09.2023
Theisen, Patricia

Sturmlichter


sehr gut

Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts waren die Rollen von Männern und Frauen klar verteilt und das sehr zum Nachteil der Frauen. In dem Roman Sturmlichter geht es um drei Frauen, die in dieser Zeit darum kämpfen ihre Träume zu erfüllen. Im Vordergrund steht Torie, die davon träumt Mechanikerin zu werden. Auf ihrer Geschichte steht klar das Augenmerk des Romanes. Mit ihr zusammen erleben wir den Weg eines jungen Mädchens das gegen alle Widerstände ankämpft, um ihren Traum zu erfüllen. Nebenbei werden die Geschichten von Clarissa und Mia erzählt. Wobei mir besonders Mias Geschichte ans Herz gegangen ist, leider bleibt diese etwas im Hintergrund.

Die Autorin nimmt uns in ihrem Roman mit zu sehr unterschiedlichen Menschen und damit auch zu sehr unterschiedlichen Geschichten. Gleichzeitig erzählt sie von den Begebenheiten der Zeit. So erleben wir den Alltag in einem Mädchenpensionat, den ersten Weltkrieg, Künstlerleben und einiges über Autos . Wir erleben Frauen die für ihre Träume kämpfen.

Mir hat es besonders gut gefallen, das Patricia Theißen es geschafft hat, immer wieder die Perspektive zu wechseln und zwischen den Charakteren hin und her zu wechseln, ohne das es den Lesefluss gestört hat. Im Gegenteil, alles hat sich zu einer spannenden Geschichte zusammengefügt.

Ein Roman für alle Fans von Romanen über starke Frauen vor einem historischem Hintergrund

Bewertung vom 25.09.2023
Sciapeconi, Ivan

Die Kinder des Don Arrigo


ausgezeichnet

Anhand der Geschichte des fiktiven Nathans erzählt der Autor über eine wahre Geschichte, die von der Grausamkeit des Nationalsozialismus erzählt und gleichzeitig von der Menschlichkeit der Bewohner eines Dorfes.

Das Buch ist nur knapp zweihundert Seiten lang und vielleicht ist es auch gut das es nicht länger ist. Nicht weil es mir nicht gefallen hat, nein ganz im Gegenteil es ist ein wunderbares Buch. Aber die Geschichten der Kinder in der Villa Emma gehen unter die Haut. Schon ein kurzer Brief an eines der Kinder gerichtet, haben mich zu Tränen gerührt. Der Autor hat es geschafft das mit die Geschichten der Kinder nahe zu bringen. Er hat für seinen Roman die Ich Form gewählt und lässt den kleinen Nathan erzählen. Ich glaube das er es so geschafft hat, mir die Geschichte ans Herz zu legen. Ein elfjähriger Junge der etwas erlebt hat, was kein Mensch und erst Recht kein Kind erleben sollte.

Geschichten wie diese können nicht oft genug erzählt werden, es ist so wichtig das es niemals vergessen wird.

Bewertung vom 20.09.2023
Trodler, Dagmar

Die Waldgräfin / Wege der Eifelgräfin Bd.1 (eBook, ePUB)


gut

Alionore lebt im elften Jahrhundert auf einer Burg in der Eifel. Sie ist die Tochter des Burgherren und da ihre Mutter gestorben ist, hat sie deren Stelle als Burgherrin übernommen. Doch diese Aufgabe macht sie nicht glücklich. Viel lieber würde sie mit auf Jagden gehen oder ihren Vater zum König begleiten. Ihr tristes Leben ändert sich,als sie einen Gefangen als Normannen erkennt und ihr Vater ihr diesen zum Geschenk macht.

Die Waldgräfin nimmt uns mit auf eine Reise ins Mittelalter. Die Autorin schildert sehr bildhaft den Alltag auf einer Burg. Ob nun die Überprüfung der Vorräte oder der grausame Umgang mit Gefangenen. Ob nun die Rolle der Frau oder Glaubensfragen. Ja wir sind mitten drin in dieser spannenden Epoche.

Die Geschichte von Alionore und dem Normannen ist spannend erzählt. Die mutige junge Frau hat mich sehr beeindruckt. Die war tatkräftig und gleichzeitig sehr mitfühlend. Rührend kümmert sie sich um ihre kranke Schwester und weiß sich andererseits zu verteidigen.

Ein spannender und interessanter Mittelalterroman.

Bewertung vom 19.09.2023
Meran, Arabella

Im Takt ihrer Träume


gut

Die Geschichte ist nicht neu. Eine Frau verkleidet sich als Mann um ihren Traum zu verwirklichen, verliebt sich und ihr Traum droht zu zerplatzen...
Dieses spielt nun in der Welt der Wiener Oper und ist mit einer Menge Wiener Charme versehen... Anders als in den meisten Büchern führt die Protagonistin hier zwei Leben und ist nur in der Oper ein Mann und führt daneben das Leben Eier jungen Frau in den zwanziger Jahren...

Leider konnte mich die Geschichte nicht so ganz überzeugen. Zum einen fand ich die Sprache manchmal zu modern für die Zeit, zum anderen könnte mich Johanna nicht in ihrem Bann ziehen. Die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen, die Einblicke in die Welt der Oper waren interessant und trotzdem bin ich nicht in der Geschichte versunken. Die Nebencharaktere wie Dora oder der Opernbegeisterte Marcel möchte ich sehr, sie haben die Geschichte bereichert.

Bewertung vom 19.09.2023
Heinrich, Ursula

Mord im Astoria


sehr gut

Teddy schlüpft gerne in fremde Rollen, aber nicht als Schauspieler, sondern als Betrüger. Er gibt sich als reicher Sprössling aus und etschleicht sich so Hotelaufenthalte, Essen und auch die eine oder andere Affäre wird nicht verschmäht. Er ist einfach ein Schlitzohr das sich durchs Leben schummelt. Doch dann wird er als Mörder gesucht, aber sowas würde er doch niemals tun. Außer seinem Vater glaubt nur noch die Schreibkraft der Wiener Polizei an seine Unschuld, doch diese unterstützt ihn tatkräftig.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Teddy ist ja eigentlich ein ganz schöner Halunke, aber so symphatisch dargestellt das ich ihn einfach mögen musste. Der ganze Roman ist einfach nur als Wienerisch zu bezeichnen. Die vielen typischen Ausdrücke haben das Buch für mich sehr authentisch gemacht, zum Glück wurden alle übersetzt. Der Fall ist spannend und die Suche nach dem wahren Mörder hat mich von Anfang an gepackt.
Aber auch die Geschichte neben dem Krimi hat mir sehr gefallen. So etwa die Einblicke in das Leben der Schreibkraft Mina oder die Einblicke ins Wienernachtleben.
Spannend und doch auch zum schmunzeln.

Bewertung vom 15.09.2023
Stern, Anne

Die Lichter der Stadt / Fräulein Gold Bd.6


sehr gut

Fräulein Gold ist wieder da.
Bereits zum sechsten mal folgen wir der raffen Hebamme durch das Berlin der zwanziger Jahre. Viele Personen sind altbekannt, andere kommen neu hinzu. Das Leben von Hulda zeigt viele Facetten des damaligen Lebens. Hulda ist mittlerweile Mutter einer dreijährigen Tochter, sie ist alleinerziehend und immer noch ein Fräulein. Damals ein Skandal. Ja es war interessant zu lesen, wie es damals in einem Kindergarten zu ging und wie Hulda das Leben mit Kind meistert. Doch die Szenen mit Töchter Meta waren mir etwas zu viel. Sehr gefallen haben mir die Begegnungen mit Huldas Vater Benjamin.

Natürlich geht bei Hulda nicht alles gradlinig und in ihrem Umfeld schon gar nicht. Es gibt immer wieder Einbrüche und bei einem wird ihr guter Freund Bernd verletzt. Dann ist da die junge Schauspielerin Milli die versucht ihr Kind groß zu ziehen, aber in schlimmen Verhältnissen lebt.

Mir gefällt an den Fräulein Gold Romanen vor allem das es hier nicht um das schillernde Nachtleben Berlins geht, sondern um das echte Leben, um echte Probleme und Sorgen. Der immer stärker werdende Antisemitismus ist genauso spürbar, wie die Vorurteile gegen ledige Mütter. Es ist ein perfektes Spiegelbild der damaligen Zeit. Gleichzeitig ist der Roman sehr spannend, wenn es um due Einbrüche geht. Eine gelungene Mischung.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.09.2023
Pötzsch, Oliver

Der Totengräber und der Mord in der Krypta / Inspektor Leopold von Herzfeldt Bd.3


ausgezeichnet

Endlich ist es soweit, ein weiterer Roman rund um Totengräber Rothmayer, Inspektor Leopold von Herzfeld und Tatort Fotografien Julia Wolf.

In einer Gruft des Stephansdoms wird eine Leiche gefunden. Mit schreckverzehrtem Gesicht, aber ohne äußerlichen Anzeichen von Gewalt. Was ist geschehen? Ist es überhaupt Mord. Schnell führen die Spuren zu einem spirituellen Zirkel, an dem der Tote so seine Zweifel hatte.
Dann verschwinden auch noch Kinder aus einem Waisenhaus, das lässt Rothmayers Ziehtochter Anna nicht los, kannte sie doch eines der Kinder.

Der Roman ist wieder eine herrliche Mischung der Unterschied Charaktere. Der Totengräber der so rau scheint und doch sein Herz an das Waisenmäschen Anna verloren hat. Der Inspektor der Besuch von der Frau Mama bekommt und Julia die sich um ihre Töchter sorgt. Aber auch die Nebendarsteller sind wieder grandios. Ob es nun ein an Geister glauben der Schriftsteller ist, ein windiger Zeitungsreporter oder eine Operndiva. Jeder hat seinen Platz in diesem Roman verdient.

Der Fall ist wieder sehr spannend, manchmal ein wenig gruselig und immer wieder überraschend.
Ich mag besonders die Einblicke in die Polizeiarbeit oder auch in die komplizierten Verfahren der damaligen Fortentwicklung. In Zeiten von Smartphonefotos kaum noch vorstellbar.
Oliver Pötzsch hat es einmal mehr geschafft die Vergangenheit aufleben zu lassen und das vor allen mit Menschen die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Es ist doch wirklich furchtbar das es der Polizei damals egal war, wenn Waisenkinder verschwanden, umso schöner das hier an sie gedacht wird.

Ich bin wieder einmal restlos begeistert.