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Benutzername: Penelope
Wohnort: Koblenz
Über mich: Ich lese eigentlich alles, was Buchstaben hat und sofern der Covertext vielversprechend ist.
Danksagungen: 35 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 49 Bewertungen
Bewertung vom 18.04.2013
Der verbotene Garten
McKay, Ami

Der verbotene Garten


ausgezeichnet

New York 1871: Das Mädchen Moth lebt mit ihrer Mutter in der Lower East Side von Manhattan. Das Leben ist ein täglicher Kampf. Mit 12 Jahren erhält sie eine Anstellung in einer angesehenen Familie New Yorks - die Zustände und die Ereignisse hier beeinflussen ihre Zukunft nachhaltig. Sie nimmt ihr Leben selbst in die Hand, träumt von Liebe und Wohlstand, und landet bei Miss Everett, die sie ihrem Traum näherzubringen scheint. Doch Miss Everett, die Leiterin eines ganz besonderen "Mädchenpensionates" hat ein ganz spezielles Interesse und an jungen, unschuldigen Mädchen...



Meine Meinung:

Dieses Buch vermittelt mit seinem blumigen Cover und dem Titel „Der verbotene Garten“ den Eindruck, dass es sich um einen lockeren, leichten und unterhaltsamen Wohlfühlroman handelt. Dem ist nicht so – der Roman ist zwar äußerst unterhaltsam und sehr faszinierend, beschreibt jedoch die düsteren und oft schockierenden Zustände in den Armenviertel im New York um 1870, in denen es kaum Zukunftsperspektiven gab, und führt den Leser in das Milieu der New Yorker Prostitution, in denen Kindesmissbrauch, Syphillis und Gewalt an der Tagesordnung sind und zu den ständigen Gefahren gehören. Mittendrin findet sich die 12-jährige Moth wieder, die von einem besseren Leben träumt – und von der Liebe, von der sie bisher so wenig erhalten hat.


Dabei erhält dieser Roman einen äußerst authentischen Charakter dadurch, dass die Autorin im Vorwort den Leser ein wenig über das Zustandekommen dieser Geschichte erzählt – ihre Urur-Großmutter hatte als Ärztin in New York gearbeitet und deren Lebensgeschichte inspirierte die Autorin zum vorliegenden Roman und übernimmt eine sehr wichtige Rolle in Moth' Leben.



Gespickt mit vielen Randbemerkungen, die über die gesellschaftliche Ereignisse und Gewohnheiten informieren – passend zum jeweiligen Abschnitt in Moth’s Lebenslauf, und zusammen mit authentischen Zeitungsinseraten wird das Lesen zum wahren Erlebnis – man „entdeckt“ das Buch ebenso wie die Stadt New York im Jahre 1870/1871. Der Schreibstil ist dabei so flüssig und angenehm zu lesen, dass man schneller vorankommt, als einem lieb ist und man nur zu schnell auf der letzten Seite angekommen ist.

Die Geschichte selbst ist –wie gesagt- oft schockierend, dennoch geht die Autorin sehr sensibel mit diesen Themen um – ohne voyeuristische Einzelheiten auszubreiten. Es geht auch ohne bzw. mit einem Minimum an sexistischen Details, aber dafür mit einem Maximum an Einfühlungsvermögen, sodass man sich vollkommen in die Situation hineinversetzen kann und mit Moth lebt, fühlt und hofft. Der Autorin gelingt es, die Gedanken eines jungen, hoffnungsvollen Mädchens zu erfassen, sie wiederzugeben und zu vermitteln.

Auch die Charaktere der anderen Figuren werden bildhaft und sorgen dabei immer wieder für überraschende Entwicklungen. Die Schicksale anderer Personen in ähnlicher Situation werden angedeutet oder näher beschrieben –ohne sich in den Vordergrund zu drängen - sie verdeutlichen die Situation, die Vorurteile, die Probleme, mit denen Moth und viele andere Mädchen ihres Alters in New York zu kämpfen haben.



Fazit:

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, besonders die außergewöhnliche Gestaltung der Innenseiten mit den bereits erwähnten Randbemerkungen, die vielen Zusatzinformationen – dies alles sorgt in Verbindung mit einer spannenden und lebensnahen Geschichte über das Mädchen Moth dafür, dass man ein authentisches Bild über das Leben in New York 1871 erhält. Ich empfehle dieses Buch gerne an alle weiter, die sich für dieses Thema interessieren, aber Achtung: es ist kein „Wohlfühlroman“, sondern ein eher düsterer Roman, der bewegt, berührt und einige sehr sensible Themen aufgreift. Ein amerikanisches Mädchenschicksal – düster, bewegend, hoffnungsvoll und absolut lesenswert !

Bewertung vom 15.10.2012
Der Bergbrenner
Ilsanker, Hubert S.

Der Bergbrenner


ausgezeichnet

Ehrlich gesagt, konnte ich mir unter dem Titel „Der Bergbrenner“ mit dem Zusatz „Ein Langsamlesebuch“ zunächst kaum etwas vorstellen. Ich befürchtete ein Sachbuch mit detaillierten und für mich als Laien unverständlichen Details über die Schnapsbrennerei. Dennoch war ich neugierig – und das war gut so! Ansonsten wäre mir dieses herrliche Buch, das eine gelungene Mischung aus Naturbeschreibungen, witzigen Anekdoten aus der Touristenwelt, einige interessante und anregende Gedanken, z.B. über das Glück, die Moral, „Zeit ist Geld“ und „Made in Germany“ und natürlich auch der kurzweiligen Beschreibung über den Beruf eines Berg-Brenners, entgangen. Dieser beruf war mir bisher vollkommen unbekant, dass es ihn gibt, weiß ich schon, aber dass das Destillat tatsächlich aus Enzianwurzeln in alten Brennhütten nach noch älterer Brenntechnik hergestellt wird was dies für eine Handarbeit bedeutet – diese Information fand ich sehr interessant und bereichernd.
Dabei kommt zu keiner Zeit Langeweile auf, denn Hubert Ilsanker hat einen so lebendigen, amüsanten und kurzweiligen Schreibstil, dass die Seiten nur so dahinfliegen und ich mich immer mehr fragte, warum es eigentlich als„Ein Langsamlesebuch“ bezeichnet wird. Allerdings wurde mir dies mit der Zeit doch klar: es wäre schade, wenn man durch dieses Buch und die Berge „durchrast“ – der Spruch „Zeit ist Geld“ darf hier keine Anwendung finden, sondern man sollte sich Zeit für dieses Buch lassen, um die Beschreibung der Natur, das Leben der Murmeltiere, des Rotwildes und vieles mehr, in seiner ganzen Schönheit aufnehmen zu können . Es wäre schade drum… Die Beschreibungen sind so bildhaft und lebendig, dass man sich teilweise wie in einem Film vorkommt, Hubert bei der Arbeit über die Schulter zu sehen scheint, mit ihm in die Berge geht und Tiere beobachtet und über die Touristen schmunzelt, wenn er sich z.B. wieder einmal einen Scherz mit ihnen erlaubt .

Fazit:
Ein ganz besonderes Buch, das mich absolut positiv überrascht hat – da Titel und Cover nicht aussagekräftig genug sind – nicht sein können, Hubert’s Geschichte ist einfach zu vielfältig.
Seine Liebe zur Natur und seine innere Ausgegliche

Bewertung vom 10.09.2012
Die Villa im Weinberg
Heitzmann, Kristen

Die Villa im Weinberg


ausgezeichnet

Als „Nonna“, die Großmutter von Lance Michelli, einen Schlaganfall erleidet, nimmt sie ihrem Enkel ein Versprechen ab: sie schickt ihn in ein Kloster nach Italien, auch wenn er nicht weiß, was ihn dort erwartet und was genau seine Nonna von ihm erwartet. Da er für seine Großmutter alles tun würde, begibt er sich auf den Weg in der Hoffnung, bald Näheres zufahren. Immerhin findet er einige Anhaltspunkte, die ihn schließlich auf ein ehemaliges Weingut nach Kalifornien führen, auf dem Nonna ihre Kindheit verbracht hat. Doch da die junge Rese Barrett inzwischen Eigentümerin dieses Anwesens samt Villa ist, die sie gerade zu einer kleinen Pension ausbaut, ist es für ihn nicht einfach, unauffällig nach alten Familiengeheimnissen zu suchen. Seine Anstellung als Koch und Dienstmädchen in ihrer Pension sind ihm dabei eine große Hilfe, doch seine Chefin ist nicht begeistert davon, einen Mann im Haus zu haben. Sie stellt klare Regeln auf. Wie zu erwarten, kommt es zu Differenzen, die ihn immer wieder von seinem ursprünglichen Vorhaben ablenken. Und je länger er Rese den wahren Grund seines Aufenthaltes in Sonoma vorenthält, umso mehr ist er zwischen der außergewöhnlichen und unnahbaren Frau und seinem Versprechen Nonna gegenüber hin- und hergerissen. Denn ihm wird bald klar, dass die Aufdeckung seines Familien-Geheimnisses eng mit der Zukunft von Rese und ihrer Pension verbunden ist…

Meine Meinung:
Eine amerikanische Familiengeschichte mit italienischen Wurzeln, die sehr geheimnisvoll anfängt und diese Spannung bis zum Ende aufrecht erhält. Zusammen mit Lance begibt sich der Leser auf eine Spurensuche nach dem Geheimnis von Nonna Michelli, die ihrem Enkel damit beauaftragt, etwas für sie zu erledigen. Doch was dies ist, bleibt bis zum Schluss unklar. Lance leidet ebenso wie die junge Schreinerin Rese unter einem großen Verlust – doch während Lance Kraft im Glauben an Gott sucht, kämpft Rese ihren Kampf alleine: gegen Lance, alle Männer, gegen sich selbst. Dabei ist es amüsant, ihre ständigen Diskussionen und kleinen Streitereien zwischen Chefin und Koch mitzuerleben und man kann sich gut in die äußerlich starke und unnahbare Frau hineinversetzen, die andererseits jedoch sehr verletzlich und weiblich sein kann. Gebannt verfolgt der Leser, wie Lance nach und nach aus einzelnen Bruch- und Fundstücken ein Gesamtbild zu erstellen versucht und fragt sich ebenso wie er, welche Aufgabe Nonna ihm aufgegeben hat. Genauso interessant ist es, die Entwicklung von Rese’s Persönlichkeit zu beobachten – ihre Beziehung zu Lance, die geprägt ist von ihrer eigenen Vergangenheit, Misstrauen, Vertrauen und Vorurteilen.
Doch auch Lance lernt dazu: im Vertrauen auf Gott und im Umgang mit der scheinbar gefühllosen Rese macht er bisher unbekannte Erfahrungen und muss wichtige Entscheidungen treffen.

Mich hat die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, denn dieses Buch hat alles, was gute Unterhaltung ausmacht: einen flüssigen und bildhaften Schreibstil, eine Familiengeschichte um ein spannendes Geheimnis, Romantik. Er ist ernst, aber nicht düster, und sorgt mit humorvollen Disputen zwischen Lance und Rese sowie Theater-Zitaten von Freundin Star für Auflockerung. Außerdem bieten einige Diskussionen und Bibelzitate, die sich mit Glaube und Gott auseinandersetzen, nicht nur Rese, sondern auch dem Leser unaufdringlich Anregungen zum Nachdenken über dieses Thema.

Fazit:
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die Familiengeschichten und Geheimnisse mögen! Ich freue mich bereits auf „Das Erbe der Michellis“, mit der die Familiengeschichte der Michellis aus „Die Villa im Weinberg“ ihre Fortsetzung findet !

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.07.2012
Das Herz einer Löwin
Scholes, Katherine

Das Herz einer Löwin


sehr gut

Laura und ihre Tochter Angel leben in Tansania. Als Laura mitten in der Wüste stirbt, ist die 7-jährige Angel auf sich alleine gestellt – der nächste Nationalpark soll ihr Zuflucht und Hilfe bieten. Ihre Reise verläuft abenteuerlich und stellt sie vor große Herausforderungen. Inzwischen ist die Forscherin Emma nach Afrika gekommen, sie möchte ein Versprechen, dass sie sich selbst vor Jahren gegeben hat, einlösen und einen wichtigen Teil ihres Lebens abschließen und eine neue Zukunft beginnen zu können. Dabei trifft sie auf den Massi-Arzt Daniel, der sie dazu bringt, sich eingehend mit ihrem Leben auseinanderzusetzen.

Meine Meinung:
Ein Roman, der dem Leser Afrika, seine Menschen und seine Tiere (vor allem die Löwen) näherbringt. Dies alles wird geschickt mit einer unterhaltsamen und emotionalen Geschichte verbunden. Durch immer wieder eingeflochtene afrikanische bzw. swahilische Vokabeln und landestypische Ausdrücke vermittelt Katherine Scholes das Gefühl, sich selbst im Land zu befinden. Liebevoll zeichnet die Autorin ein sympathisches und authentisches Bild der tansanischen Landschaft und ihrer Menschen und macht damit neugierig auf diesen Landstrich. Doch nicht nur das: die Löwen erhalten hier eine besondere Aufmerksamkeit, ihre Lebenssituation, Fähigkeiten, die wohl kaum jemand von ihnen erwartet und die sie uns in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Dank des flüssigen Erzählstils fliegen die Seiten nur so dahin - dem Zauber von Tansania, Angel, Emma, Daniel und Moyo kann sich wohl kaum jemand entziehen.

Fazit:
Ich kann dieses Buch allen Afrika-Liebhabern empfehlen, die Autorin entführt den Leser einmal mehr in dieses magische Land mit einer Kultur, die geprägt ist von Respekt untereinander. Dabei geschieht dies so unterhaltsam und einfühlsam, dass man deren Einwohner und die Landschaft einfach liebgewinnen muss. Ein unterhaltsames, emotionales Buch, genau richtig für ein verregnetes Wochenende oder als Urlaubslektüre und mit ganz viel „Afrika-Feeling“ !!!

Bewertung vom 30.04.2011
Kein Entkommen
Barclay, Linwood

Kein Entkommen


ausgezeichnet

Kein Entkommen - der Titel dieses Buches ist Programm: denn für den Familienvater und Journalisten David Harwood gibt es scheinbar keine Möglichkeit, dem Wahnsinn zu entkommen: nicht genug damit, dass der Albtraum einer jeden Familie wahr wird, in dem sein Sohn Ethan bei einem Besuch im Vergnügungspark verschwindet - nein, nachdem Ethan glücklich wieder bei seinem Vater ist, fehlt von seiner Mutter Jan jede Spur. Alle Zeichen sprechen gegen David, ein Ereignis jagt das nächste - David gerät unter Mordverdacht, er wird bedroht und seine Frau Jan, mit der er seit sechs Jahren verheiratet ist, scheint nicht die Frau zu sein, für die er sie bisher gehalten hat...Je mehr er der Vergangenheit auf die Spur kommt, umso gefährlicher wird die Gegenwart für ihn und seine Familie...!
Doch auch für Jan gibt es kein Entkommen, denn ihre Vergangenheit ist näher als sie denkt...!

Ein packender Thriller, der es in sich hat. Aus der Sicht von Vater und Ehemann David erleben wir das Geschehen hautnah mit: seine Ängste,Befürchtungen, Überlegungen. Der Wechsel der Perspektive zur Seite des/der Täter, der Polizei usw. ermöglichen dem Leser das hautnahe Erlebnis sowohl der Ermittlungen des Detectives, der Nachforschungen durch David, als auch die Sichtweise des/der Täter(s). Scheibchenweise gibt Autor Linwood Barclay Informationen frei, sodass man den Eindruck bekommt, bereits zu ahnen, wie es weitergeht. Außerdem wird durch den Wechsel der Sichtweisen ein Tempo aufgebaut, dass einen nur so durch das Geschehen treibt, immer weiter, bis man plötzlich enttäuscht ist, bereits am Ende angelangt zu sein... Auch der leichte und flüssige Schreibstil, der sich nicht zu sehr an detaillierte Einzelheiten klammert, sondern m.E. immer genau die richtige Prise an Informationen preisgibt, die nötig ist, um den Leser daran zu hindern, das Buch beiseite zu legen, führten dazu, dass ich dieses Buch in kürzester Zeit las. Fesselnd, spannend bis zum Schluss, mit immer neuen und raffinierten Wendungen, die mich immer wieder staunen ließen. Ich hatte Mitleid mit dem warmherzigen und sympathischen David, der gar nicht wusste, wie ihm geschieht und der unverschuldet in einen Strudel hineingerissen wird, aus dem es scheinbar "Kein Entkommen" gibt...! Linwood Barclay ist es meisterhaft gelungen, den Spannungsbogen, den er gleich zu Beginn gespannt hat, bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Absolut gelungen!

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 08.03.2011
Im Labyrinth der Fugger
Abe, Rebecca

Im Labyrinth der Fugger


sehr gut

Ein historisches Buch über die Augsburger Familie Fugger, deren Imperium seinesgleichen sucht. Genauer gesagt ist es mehr die Geschichte von Anna Jakobäa Fugger, die Tochter von Georg Fugger, die in ein Komplott verwickelt wird, in dem es um Geld und Macht geht. Sie kämpft um ihre Eigenständigkeit, ist nicht das brave, stickende Mädchen ohne Geist und Verstand, wie es von ihr erwartet wird, sondern versucht, sich zu wehren und ist immer bemüht, ihre künstlerischen Fähigkeiten auszubauen und zu erweitern. Der Schreibstil und die Verwendung von historischen Begriffen, die im Anhang erläutert werden, halfen mir, mich tatsächlich nach Augsburg und in die Zeit des 16. Jahrhunderts hineinzuversetzen und mir somit einen Einblick in die Lebensweise und das Umfeld zu geben. Nachdem ich die vielen Geschwister von Anna kennengelernt hatte, mir ihre Namen sowie die Namen der Oheims und Muhmen sowie der anderen Protagonisten eingeprägt hatte, folgte ich Anna, wechselte auch in andere Perspektiven, zum Beispiel in die des armen, zungenlosen Kürschners und seiner Tochter, oder zu Pater Canisius, bei dem es mir doch etwas schwerfiel, ihn einzuschätzen: ist er grausam, berechnend, oder einfach nur naiv und zu sehr in seinem Glauben erstarrt?
Die Spannung, die ich am Anfang vermisste, nahm im Verlauf der Handlung zu und führte dazu, dass ich das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen konnte. Gebannt nahm ich an Anna’s Leben teil und wollte wissen, wie es ihr und ihrer Familie weiter ergeht und ob es den Schergen gelingt, ihren Plan zu vollenden und was aus dem Vermögen der Fugger wird. Kellenbenz, der zungenlose Kürschner, fand meine Sympathie und mein Mitleid genauso wie Christoph Fugger als egoistischer und frauenfeindlicher Bruder von Anna’s Vater meine Antipathie erhielt. Es fiel mir leicht, mir die gut dargestellten Charaktere bildlich vorzustellen, ich fieberte mit Anna und ihren Familienmitgliedern, konnte oft kaum glauben, was dort geschah.
Die nicht zu lang gehaltenen Kapitel sorgten dafür, dass die Geschichte überschaubar und übersichtlich blieb, ein kleines Inhaltverzeichnis trägt ebenfalls dazu bei.
Besonders gut gefallen hat mir auch der Anhang, in welchem es ein Verzeichnis mit Worterläuterungen gibt, sowie ein Verzeichnis über die Figuren, die historisch belegbar sind, nebst Literaturangaben, die zu weiteren Informationsquellen über die Fugger’sche Familie führen.
Sollte ich einmal nach Augsburg kommen, werde ich mich sicherlich auf die Suche begeben nach der einen oder anderen Spur, die Anna Fugger und ihre Familie hinterlassen haben...
Ich kann diese gut recherchierte Geschichte jedem Liebhaber des historischen Genres empfehlen, denn Rebecca Abe gibt mit diesem Buch ein gelungenes Debüt in Sachen historische Romane – hoffentlich werden noch weitere folgen...

4 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 22.02.2011
Engelskraut
Keiser, Gabriele

Engelskraut


sehr gut

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: die BUGA findet dieses Jahr in Koblenz statt und so ist der dritte Fall der sympathischen Kommissarin Franca Mazzari und ihres Kollegen Bernhard Hinterhuber natürlich ganz aktuell. Gespannt verfolgte ich die Ermittlungen und die Ereignisse vor dem Hintergrund der Bundesgartenschau. Die Autorin gibt einige wissenswerte Informationen über die BUGA 2011 in Koblenz und führt den Leser an bekannte und historische Schauplätze der Rhein-Mosel-Stadt.
Gleichzeitig lernte ich ganz nebenbei einiges über die Heilkraft, aber auch die Gefahr von Kräutern und Gewächsen, die in der richtigen Dosis und Zusammensetzung heilsam, aber falsch angewendet genauso gefährlich sein können. Dass man aus (Un)kräutern wie z.B. dem Schierling auch Halluzinogene und Gifte herstellen kann, ist vielen sicherlich fremd und auch die Alraune, die wir spätestens seit Harry Potter bereits ansatzweise kennen, finden ihren Platz. Aber keine Angst, dies geschieht ganz unauffällig und stört den Fluss des Krimis in keinster Weise, im Gegenteil, sie sind Bestandteil der modernen Ermittlungen, in der auch WLAN und Internet-Kriminalität keine Fremdwörter sind.
Der Erzählstil ist flüssig und die wechselnden Perspektiven geben Einblicke in die Charaktere der diversen Personen und sorgen dafür, dass die Spannung aufrecht erhalten wird.
Ich bin sicher, dass ich mich bei meinem Besuch der Bundesgartenschau 2011 an diesen besonderen Krimi von Gabriele Keiser erinnern werde… Empfehlenswert!

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.02.2010
Hab acht auf meine Schritte
Clark, Mary Higgins

Hab acht auf meine Schritte


sehr gut

„Lizzie Borden mit dem Beile hackt Mama in vierzig Teile. Das Ergebnis freut sie sehr, bei Papa wird’s ein Teil mehr.“ Mit diesem Reim beginnt dieser Psychothriller und er lässt Liza Borden nicht zur Ruhe kommen. Als Kind tötet Liza bei einem tragischen Unfall aus Versehen ihre Mutter und ihr Leben ändert sich dramatisch.Sie baut sich eine neue Identität auf und hofft, ihre Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Nicht einmal ihr Mann ahnt, dass aus der kleinen Lizzie inzwischen Celia Norton geworden ist... Wäre da nicht das großzügige Geschenk ihres Ehemannes, der ihr ein Haus als Geburtstagspresent überreicht... Denn genau dieses Anwesen, im Dorf als „Little Lizzie's Place“ bekannt, zwingt Celia nun, sich erneut mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Wahrheit ans Licht zu bringen, von der sie selbst noch nicht genau weiß, wie sie aussieht... Aber eins glaubt sie genau zu wissen: es war kein Unfall, sondern der Tod ihrer Mutter war geplant! Je mehr Bruchstücke aus ihrer Erinnerung zurückkehren und ihr dabei helfen, den tatsächlichen Unfallhergang zu rekonstruieren, umso mehr bringt sie sich in Gefahr.

Fazit: Dieser Psychothriller ist wieder einmal ein gelungener Krimi von M.H. Clark, dessen überraschendes Ende wieder zeigt, welche Meisterin der Irreführung die Autorin ist!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.02.2010
Der Taubenturm
Strong, Tony

Der Taubenturm


sehr gut

Die junge Terry Williams, die innerhalb eines Jahres ihre Doktorarbeit abgeben muss, um ihr Stipendium nicht zu verlieren, hat sich ein vermeintlich einfaches Projekt ausgesucht: sie fährt nach Schottland, um eine Dissertation über die Adelige Catherine McCulloch zu schreiben, die im 17. Jhd. als Hexe verbrannt wurde. Doch die Recherchen zu dieser Arbeit erweisen sich schwieriger als gedacht - ja, es geschieht sogar ein Mord, dessen Opfer vorher ebenfalls großes Interesse an Catherine zeigte und der örtlichen Wicca-Kommune angehörte - einer hexenverehrenden Sekte.
Je weiter sie mit ihrer Arbeit vorankommt, umso mehr Fragen tauchen auf, deren Aufklärung sie sogar auf eine weitere Reise schickt.

Das Buch fängt verwirrend an, schafft es aber im Verlauf, die Verwirrungen aufzulösen und eine Spannung zu erzeugen, die fast jede Person als Täter infrage kommen lässt. Die zweideutigen Briefe der Vergangenheit von Catherine an ihre Freundin Anne lockern auf, stellen immer wieder die Verbindung zur Zeit der Hexenverbrennung her und fordern zum "Lesen zwischen den Zeilen" auf.

Diese Mischung aus Krimi und Historie hat mir gut gefallen und wer glaubt, dass die Hexenverfolgung nur in der Vergangenheit stattfand, wird in diesem Buch eines besseren belehrt...