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SeverusNyssen
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Rhein Neckar Kreis

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Insgesamt 140 Bewertungen
Bewertung vom 14.11.2025
Grübl-Widmann, Eva

Töchter der verlorenen Heimat (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Zwischen zwei Welten – eine Mutter, eine Tochter und das Schweigen der Vergangenheit

„Töchter der verlorenen Heimat“ ist ein Roman, der mich vom ersten Kapitel an nicht mehr losgelassen hat. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so fesselnd war die Geschichte um Johanna und ihre Tochter Paula, zwei Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten leben, aber doch durch dieselbe schmerzvolle Vergangenheit miteinander verbunden sind.



Besonders beeindruckt hat mich die Erzählweise: Der Roman wechselt zwischen den 1920er- und 1930er-Jahren, in denen Johanna in Südtirol aufwächst, und den 1960er-Jahren, in denen Paula als Ärztin lebt und gemeinsam mit ihrer Mutter zur Beerdigung des Großvaters nach Südtirol reist. Durch diese Rückblenden entfaltet sich Stück für Stück eine bewegende Familiengeschichte, die von Armut, Verlust, Liebe, Scham und unausgesprochenen Wahrheiten geprägt ist.



Johannas Schicksal hat mich tief berührt. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter muss sie auf dem Hof hart mitarbeiten, ihre Träume bleiben unerfüllt. Als sie sich in den Italiener Gianluca verliebt, scheint für einen kurzen Moment Hoffnung aufzuleuchten – doch diese Liebe ist in den aufgeladenen politischen Zeiten unmöglich. Der Hass zwischen Südtirolern und Italienern zieht sich wie ein dunkler Schatten durch das Buch. Als Johanna schwanger wird, zwingt sie ihre Familie zur Heirat mit dem Großbauern Georg. Ihr Leben verstrickt sich daraufhin immer mehr in Lügen, Schuld und Reue.



Paulas Geschichte ist die leise, aber ebenso eindrückliche Fortsetzung dieser Tragödie. Als Tochter eines ungeliebten Geheimnisses trägt sie die Narben der Vergangenheit weiter. Besonders berührt hat mich, wie sie trotz aller Demütigungen – etwa weil sie wegen ihres italienischen Aussehens gehänselt wird – ihren Weg geht. Der Roadtrip mit ihrer Mutter nach Südtirol wird zu einer emotionalen Spurensuche nach Wahrheit und Versöhnung.



Was mich an diesem Buch so begeistert hat, ist die dichte Atmosphäre und die ständige unterschwellige Spannung. Man spürt förmlich die Berge, die Kälte, das Schweigen der Dörfer, die unausgesprochenen Konflikte zwischen den Kulturen. Die Autorin schafft es meisterhaft, historische Ereignisse und persönliche Schicksale zu verweben, ohne dass es jemals belehrend wirkt. Stattdessen liest man atemlos weiter, weil man wissen will, was damals wirklich geschehen ist – und wie Johanna und Paula mit der Wahrheit umgehen.



Am Ende bleibt das Gefühl, etwas über ein Stück Geschichte erfahren zu haben, das viel zu selten erzählt wird – und zugleich eine zutiefst menschliche Geschichte über Schuld, Liebe und Vergebung gelesen zu haben. „Töchter der verlorenen Heimat“ ist ein Roman, der nachhallt, der unter die Haut geht und den man so schnell nicht vergisst.

Bewertung vom 11.11.2025
Hentrich, Carsten;Pachmajer, Michael

t.quarks


ausgezeichnet

Prozesse neu denken und Transformation meistern

Das Buch von Carsten Hentrich und Michael Pachmajer ist ein äußerst praxisnahes Werk, das sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene im Bereich Führung und Veränderungsmanagement bestens geeignet ist. Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass die Autoren viel Erfahrung aus der Praxis einfließen lassen. Das Buch ist handlich, gut strukturiert und liefert viele direkt umsetzbare Tipps, die sofort im Alltag ausprobiert werden können.

Besonders gefallen hat mir, wie anschaulich gezeigt wird, wie festgefahrene Strukturen erkannt und gelockert werden können. In meiner eigenen Arbeit als Führungskraft in der Verwaltung erlebe ich ständig, wie schwer es ist, eingefahrene Abläufe zu ändern und alle Beteiligten mitzunehmen – sei es durch neue Gesetze oder alte Routinen. Hier helfen die praxisnahen Beispiele und Hacks wirklich, Prozesse neu zu denken, ohne dass man Jahrzehnte dafür brauchen muss. Auch der Umgang mit Low Performern wird klar und nachvollziehbar erläutert, was für mich persönlich besonders wertvoll war.

Das Buch motiviert, Veränderungen aktiv anzugehen, und vermittelt, dass Transformation kein theoretisches Konzept bleiben muss, sondern praktisch umsetzbar ist. Wer sich für das Thema interessiert, wird von der klaren, übersichtlichen Struktur profitieren und findet viele Anregungen, wie man Teams erfolgreich führt und Blockaden effektiv löst. Insgesamt ein inspirierendes und nützliches Buch, das ich jedem empfehlen würde, der Veränderung gestalten möchte – sei es im Studium, Berufsalltag oder in der Führungsverantwortung.

Bewertung vom 11.11.2025
Bernhardi, Anne

Opalus


ausgezeichnet

Geschichte trifft starke Charaktere

Opalus spielt im Dreißigjährigen Krieg, aber wer denkt, dass es nur ein historischer Nacherzähler ist, wird überrascht. Die Autorin hat eine eigenständige Geschichte geschaffen, mit den meisten Charakteren neu erfunden und dem fiktiven Ort Nermberg. Gerade das macht das Buch richtig spannend – historische Atmosphäre trifft auf lebendige Figuren und eine packende Handlung. Besonders gefallen hat mir die starke Frau, die sich ihren Weg erkämpft und dabei richtig Mut zeigt.

Die klassischen Zeichnungen lockern die Geschichte schön auf und geben den Szenen nochmal eine besondere Note. Für mich war es kurzweilig und fesselnd, obwohl die Epoche eigentlich Neuland für mich ist – ich kam trotzdem gut zurecht.

Ich würde unbedingt empfehlen, die ersten beiden Bände vorher zu lesen. Ohne Zusammenfassung wäre ich wahrscheinlich nicht so gut ins Buch gekommen, denn man bekommt dadurch einfach das ganze Bild der Geschichte mit.

Alles in allem ein tolles Buch für alle, die Geschichte spannend mögen, starke Figuren lieben und Lust auf ein fesselndes, eigenständiges Abenteuer haben. Für mich hat sich das Lesen auf jeden Fall gelohnt!

Bewertung vom 11.11.2025
Kinney, Jeff

Bock auf Party? / Gregs Tagebuch Bd.20


ausgezeichnet

Chaos, Kuchen und Kartenfieber – Gregs Geburtstag geht in die Geschichte ein

Ich habe Gregs Tagebuch 20 – Bock auf Party gelesen und finde, Jeff Kinney hat wieder einen richtig lustigen Band geschrieben. Dieses Mal geht es endlich um Gregs eigenen Geburtstag – nach so vielen Bänden wurde das wirklich Zeit. Natürlich läuft dabei alles schief, wie man es von Greg gewohnt ist. Besonders die Sache mit dem Kuchenback-Wettbewerb seiner Mutter fand ich sehr komisch. Sie vergisst Gregs Geburtstag völlig, und er denkt, sie plant eine Überraschungsparty – das passt einfach perfekt zu ihm.



Auch Gregs Sammelleidenschaft nach diesen „Mikrokreaturen“-Karten hat mich total an den echten Sammelwahn erinnert. Ich musste oft lachen, weil er sich so viele verrückte Ideen ausdenkt, um an Geld zu kommen. Natürlich geht am Ende wieder alles schief, aber genau das macht die Bücher ja so unterhaltsam.



Ein paar Stellen fand ich besonders witzig, zum Beispiel die Übernachtungsparty im Keller oder das Geburtstagslied mit dem Esel. Ich hätte mir nur gewünscht, dass Rodrick und Manni etwas öfter vorkommen, aber dafür waren viele neue, lustige Szenen dabei.



Mir gefällt, dass Kinneys Bücher nicht nur für Kinder sind. Auch Erwachsene können über Gregs chaotische Ideen lachen. Man braucht die vorherigen Bände gar nicht unbedingt zu kennen, aber wer sie gelesen hat, erkennt viele vertraute Figuren wieder.



Insgesamt fand ich Bock auf Party super kurzweilig und witzig. Jeff Kinney beweist wieder, dass ihm nie die Ideen ausgehen. Ich freue mich schon total auf den nächsten Band – und bin gespannt, wann Band 21 erscheint.

Bewertung vom 11.11.2025
Hacker, Ann E.

Café Hannah - Teil 8 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Ein Ort voller Herz, Gedanken und Begegnungen – im Café Hannah wird gefeiert und gefühlt

Mit „Café Hannah – Teil 8: Es gibt viel zu feiern“ geht eine ganz besondere Reihe in die nächste Runde – und wie immer fühlt es sich an, als würde man beim Lesen einen vertrauten Ort betreten, an dem Geschichten, Gedanken und Menschen zusammenfließen.

Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten, die jede für sich lesbar sind, sich aber nach und nach zu einem großen, stimmigen Ganzen verbinden. Jede Episode öffnet ein kleines Fenster in eine andere Lebenswelt – mit unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Ansichten, die dennoch alle eines gemeinsam haben: das Café Hannah als Mittelpunkt und Treffpunkt für Herz, Hoffnung und Austausch.


Besonders schön finde ich, dass die Autorin es schafft, verschiedenste Weltsichten miteinander zu verweben, ohne zu werten. Manche Geschichten laden zum Schmunzeln ein, andere regen zum Nachdenken an oder berühren still das Herz. Es sind offene, ehrliche und liebevoll erzählte Episoden, die zeigen, wie unterschiedlich Menschen sein können – und wie verbindend ein gemeinsamer Ort doch wirken kann.


Ich empfehle allerdings, die vorherigen Bände zu kennen, um alle Nuancen und Zusammenhänge richtig genießen zu können. Auch wenn jede Geschichte einzeln funktioniert, entsteht erst im Ganzen das volle Bild – wie ein Mosaik aus Leben, Beziehungen und kleinen Momenten des Glücks.


Besonders Susanne, die Künstlerin, hat mich diesmal berührt. Ihre Art, die Welt zu sehen, hat mich sofort angesprochen – vielleicht, weil sie sich traut, Gefühle offen zu zeigen und sich selbst neu zu entdecken. Ihre Geschichte habe ich als Erstes gelesen, und sie hat mich sofort ins Café Hannah zurückgeholt.


Der achte Teil ist ein warmherziger Abschluss, der zum Innehalten und Feiern gleichermaßen einlädt. Ein Buch, das wie eine gute Tasse Kaffee ist: wohltuend, ehrlich und mit einem Nachgeschmack, der noch lange bleibt.

Bewertung vom 08.11.2025
Hartmann, W.H.

Liebe. Schuld. Das Weingut am Kap.


sehr gut

Zwischen Traum und Trugbild – ein Roman voller leiser Abgründe

Dieser Roman entzieht sich jeder einfachen Schublade. Er ist kein Mainstream, kein schnell konsumierbares Buch für zwischendurch, sondern ein Werk, das fordert, nachklingt und sich Zeit nimmt, seine Wirkung zu entfalten. Die Sprache ist präzise, stellenweise kühl, aber immer atmosphärisch dicht – wie ein feiner Film, der in langsamen Bildern erzählt, was zwischen den Zeilen geschieht.

Im Mittelpunkt steht Jonas, ein Suchender, Getriebener, manchmal Beobachter seines eigenen Lebens. Ihm gegenüber steht Elena, geheimnisvoll und distanziert, mehr Projektion als greifbare Person. Was zwischen ihnen geschieht, ist weniger eine Liebesgeschichte als ein Spiegel von Sehnsucht, Selbsttäuschung und der Jagd nach Bedeutung.

Besonders beeindruckend ist, wie der Roman die Orte zum Sprechen bringt: das blendende Licht am Kap und der kühle Nachgeschmack des Weins, der alles verbindet und zugleich trennt. Unter dieser Oberfläche brodelt es – Vergangenheit, Schuld und Illusion verschmelzen zu einem feinen, bitteren Nachhall.

Was bleibt, ist eine tragische Geschichte, die mehr Fragen stellt, als sie beantwortet. Kein Buch für jeden, aber für jene, die sich auf Zwischentöne, Stille und Abgründe einlassen, ein stiller Genuss. Ein Roman, der nicht gefallen will – und gerade deshalb lange im Gedächtnis bleibt.

Bewertung vom 08.11.2025
Sakulowski, Rolf

Die Atompriester


ausgezeichnet

Zwischen Strahlung und Schuld – Ein Thriller, der unter die Haut geht

Ich muss ehrlich sagen: Ich habe das Buch zweimal anfangen müssen. Beim ersten Mal bin ich irgendwie nicht richtig reingekommen – die Thematik schien mir zu abstrakt, die Handlung zu langsam anzulaufen. Doch nachdem ich einige begeisterte Rezensionen gelesen hatte, wollte ich Die Atompriester noch einmal eine Chance geben – und ich bin unglaublich froh darüber. Ich hätte es wirklich bereut, dieses Buch nicht gelesen zu haben.



Im Mittelpunkt steht Elias, ein junger Mann, der auserwählt wird, als sogenannter „Atompriester“ zu dienen – eine Art Hüter und Bewahrer des Wissens über die Gefahren radioaktiver Materialien. Ziel ist es, künftige Generationen vor den Risiken des Atommülls zu warnen und die Verantwortung der Gegenwart weiterzugeben. Schon diese Grundidee ist faszinierend und erschreckend zugleich, denn sie wirkt gar nicht so weit hergeholt.



Was mir besonders gut gefallen hat, ist die unterschwellige Spannung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Es gibt zwar auch actionreiche Szenen, aber die eigentliche Kraft des Romans liegt in seiner Atmosphäre – in der permanenten Bedrohung, den moralischen Fragen und dem beklemmenden Gefühl, dass all das tatsächlich Realität werden könnte. Man wird gezwungen, über unser heutiges Handeln im Umgang mit Energie, Verantwortung und Zukunft nachzudenken.



Rolf Salulowski gelingt es, einen Thriller zu schreiben, der nicht nur spannend, sondern auch inhaltlich tiefgründig ist. Die Wendungen sind klug gesetzt, einige Entwicklungen vollkommen überraschend, und das Ende hat mich ehrlich sprachlos zurückgelassen. Ich hatte mit vielem gerechnet – aber nicht damit.



Die Atompriester ist ein atemloser, fesselnder Thriller, der sich kaum in eine Schublade stecken lässt. Er kombiniert Spannung, Wissenschaft und Gesellschaftskritik auf eine Weise, die lange nachhallt. Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte – nicht nur, weil es packt, sondern weil es einen zwingt, über unsere Zukunft nachzudenken.

Bewertung vom 04.11.2025
Bertram, Rüdiger

Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt?


sehr gut

Action, Spannung und jede Menge Tempo – ein modernes Abenteuer für Kinder

Das Buch ist ein richtig spannender Comic-Roman, der besonders Jungs anspricht, aber auch für alle Kinder interessant ist, die moderne Geschichten mögen. Die Figuren wie Robin, Mary, Sam und die Oma sind sehr lebendig gestaltet und sorgen mit ihrem Humor und ihren Eigenheiten für viele witzige Momente. Besonders Szenen wie die Verfolgungsjagd oder die überraschenden Missgeschicke sind voller Tempo und Action, da bleibt kaum eine Pause zum Durchatmen.

Die Geschichte ist sehr modern erzählt: Handy, Technik und aktuelle Alltagssituationen sind geschickt eingebaut, sodass die Figuren zeitgemäß wirken. Manche Situationen sind dabei jedoch etwas fragwürdig – vor allem die vielen Waffen – weshalb man als Lesender überlegen kann, ob alles schon für die jüngere Zielgruppe passend ist.

Trotzdem überzeugt das Buch durch seinen Schwung und die kreativen Einfälle. Es gibt viele überraschende Momente, unerwartete Wendungen und kleine Highlights wie lustige Tiere oder witzige Interaktionen zwischen den Figuren. Die Illustrationen unterstützen den Lesefluss und machen die Szenen noch lebendiger.

Insgesamt ist es ein temporeiches, spannendes und lustiges Buch, das Kinder fesselt, zum Mitfiebern bringt und mit modernen, abwechslungsreichen Figuren punktet. Perfekt für alle, die Abenteuer, Humor und Action lieben.

Bewertung vom 04.11.2025
Harings, Audrey

Leni und die Flüsterkürbisse


ausgezeichnet

Geheimnisvolle Abenteuer mit Leni

„Leni und die Flüsterkürbisse“ von Audrey Harings ist ein zauberhaftes Buch voller Spannung, Geheimnisse und magischer Momente. Schon der erste Abschnitt fesselt: Leni auf dem Dachboden, umgeben von alten Kisten, entdeckt einen geheimnisvollen Kürbis, der das Abenteuer einleitet. Die großen Buchstaben und die wunderschönen Illustrationen unterstützen das Lesen auf besondere Weise. Man spürt sofort, wie viel Mühe sich die Autorin und die Illustratorin gegeben haben, um eine geheimnisvolle und stimmungsvolle Atmosphäre zu schaffen.

Die Geschichte ist spannend und ein bisschen gruselig, aber niemals zu viel – genau richtig für junge Leser. Leni erlebt eine Spurensuche voller Rätsel, überraschender Entdeckungen und geheimnisvoller Prüfungen. Besonders die fantasievollen Prüfungen und Herausforderungen machen die Geschichte aufregend und abwechslungsreich. Die kleinen Details, wie die Katze, die Leni begleitet, oder die magischen Kürbisse, machen die Welt lebendig und ziehen den Leser tief in das Abenteuer hinein.

Ein weiteres Highlight ist die Darstellung von Freundschaft – nicht nur zwischen den Figuren, sondern auch zwischen Menschen und Tieren. Fauchi, Lenis tierischer Begleiter, ist dabei eher süß als gruselig und bringt zusätzliche Wärme in die Geschichte. Insgesamt gelingt es Audrey Harings, Spannung, Magie und eine positive Botschaft über Zusammenhalt und Mut wunderbar zu verbinden.

Die Kombination aus leicht lesbarem Text, großen Buchstaben und unterstützenden Illustrationen macht „Leni und die Flüsterkürbisse“ besonders für Kinder zu einem idealen Buch, das neugierig macht und Lust auf das Weiterlesen erzeugt. Die geheimnisvolle Atmosphäre, die magischen Elemente und die liebevoll gestalteten Figuren sorgen dafür, dass man in Lenis Welt eintaucht und das Abenteuer von Seite zu Seite mitfiebert – ohne dass die Spannung durch zu viel Angst getrübt wird.

Dieses Buch ist perfekt für junge Leser:innen, die Rätsel, Geheimnisse und ein bisschen Magie lieben, und es zeigt auf wunderbare Weise, wie aufregend und magisch alltägliche Abenteuer sein können.

Bewertung vom 04.11.2025
Wild, Elsa

Neun Leben


ausgezeichnet

Zwischen Laternenlicht und Katzenpfoten – eine berührende Reise durch neun Leben

Neun Leben – Touching Moments von Elsa Wild ist ein Buch, das leise beginnt und dennoch tief berührt. Es erzählt die bewegende Geschichte von Ginger und Julia – einer Katze und einem Mädchen – deren Wege sich auf geheimnisvolle und zugleich schicksalhafte Weise kreuzen. Schon das Cover lässt erahnen, dass es hier nicht nur um eine einfache Tiergeschichte geht: Die kleinen und großen Fußabdrücke im Schnee, begleitet von zarten Katzenpfoten unter dem Laternenlicht, schaffen eine poetische Stimmung, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch zieht.

Besonders faszinierend ist der Gedanke, der sich beim Lesen aufdrängt: Hat Ginger sein Leben gegeben und wurde in einem neuen weitergeführt? Diese Idee von Opfer, Wiedergeburt und dem Kreislauf des Lebens legt sich wie ein stiller Schatten über die Erzählung – ohne jemals ausdrücklich ausgesprochen zu werden. Genau hier liegt die Stärke des Buches: Es inspiriert, macht nachdenklich und lässt Raum für eigene Interpretationen.

Während der Geschichte stellt sich unweigerlich die Frage: Wie wichtig sind wir Menschen für Tiere – und wie wichtig sind Tiere für uns? Elsa Wild beantwortet das nicht mit großen Worten, sondern mit stillen Gesten, Blicken und Momenten, die tief ins Herz treffen. Die Geschichte ist kurzweilig, aber von bleibender Wirkung.

Ein besonderes Highlight sind die Illustrationen von Franziska Gell. Kaum zu glauben, dass sie erst fünfzehn Jahre alt ist. Ihre Bilder wirken erstaunlich reif und zugleich von einer kindlich-poetischen Frische getragen. Sie sind nicht fotorealistisch – und gerade das macht ihren Charme aus. Ein Hauch von naiver Malerei schwingt mit, ohne jemals unbeholfen zu wirken. Besonders bezaubernd ist die Szene, in der die Katze mit den Schmetterlingen spielt – leicht, verspielt und voller Leben.

Wer mehr über die Entstehungsgeschichte erfahren möchte, findet zusätzliche Einblicke auf der Website der Autorin. Dort wird auch deutlich, wie viel Vertrauen und Intuition in der Entscheidung steckte, das eigene „literarische Baby“ in die Hände einer jungen Künstlerin zu legen.

Fazit: Neun Leben – Touching Moments ist ein stilles, aber kraftvolles Buch. Es erzählt von Freundschaft, Verlust, Hoffnung und dem unsichtbaren Band zwischen Tier und Mensch. Ohne große Dramatik – und gerade deshalb so authentisch. Ein Buch, das berührt, inspiriert und noch lange nachklingt