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Benutzername: Dana
Wohnort: Greifswald
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Bewertungen

Insgesamt 37 Bewertungen
Bewertung vom 07.12.2017
Starfall. So nah wie die Unendlichkeit (eBook, ePUB)
Wolf, Jennifer

Starfall. So nah wie die Unendlichkeit (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Melody lebt mit ihrer Familie auf der Militärbasis. Gut beschützt und abgesichert, egal was passieren mag – das dachten sie zumindest. Als ganz unerwartet ein UFO auf die Erde stürzt, bricht das Chaos aus. Unzählige Verletzte, zerstörte Häuser, Panik unter den Menschen, Unglaube über die Neuankömmlinge und zahlreiche Rätsel, die die Wesen umgeben.
Alles steht Kopf, viele sind skeptisch, ängstlich und voller Wut auf die Außerirdischen, die so viel Unruhe, Verzweiflung und Angst mit sich springen. Auch Melody sträubt sich vor der Kontaktaufnahme mit den Neuankömmlingen, sind sie doch schuld, dass ihr Bruder Felix schwer verletzt im Krankenhaus liegt. Doch dann muss sie gezwungenermaßen Zeit mit Neven, einem der Aliens, verbringen und alles ändert sich – wieder einmal.

Der Schreibstil von Jennifer Wolf ist sehr flüssig, ergreifend und mitnehmend. Obwohl das beschriebene Szenario wirklich gruselig und kaum vorstellbar ist, war ich sofort gefangen in der Geschichte und wollte gar nicht wieder aufhören zu lesen. Dass die Ankunft eines UFOs Unruhe, Krawall und reichlich Probleme auslöst, kann man sehr gut nachvollziehen. Selbst wenn es zahlreiche Spekulationen über Leben auf anderen Planeten gibt, so rechnet man doch nicht damit, dass sie mit einem lauten Knall auf der Erde landen und sich einem präsentieren. Durch die Ankunft des Raumschiffes verändert sich die gesamte Lage in Washington, die Menschen sind kaum zu bändigen – entweder vor Neugier oder vor Hass, Wut, Verzweiflung und dem Wunsch, dass die Aliens dahin gehen, wo sie hergekommen sind.
Besonders schön finde ich, dass man die beschriebene Situation im Buch sehr gut auch auf andere Dinge beziehen kann, die in der Welt grad passieren. Die Geschichte ist nicht nur wundervoll zu lesen, sie sensibilisiert auch noch mal für sehr empfindliche Themen, über die man sich nicht ständig Gedanken macht oder machen will, die einen vielleicht noch nicht persönlich betreffen oder aber mit denen man, berufsbedingt oder privat, sehr wohl zu tun hat.

Bildhafte Beschreibungen lassen die Schauplätze, mit all ihrem Chaos lebendig werden, ohne dabei zu brutal zu werden, aber auch ohne die Situationen zu beschönigen. Ebenso bekommt man einen guten Eindruck von den unterschiedlichen Charakteren. Durch die Ich-Perspektive erlebt man die Entwicklung von Melody besonders intensiv mit. Zu Beginn der Geschichte ist sie gefangen in ihrem Schmerz und der Wut über den Crash, doch nach und nach beginnt sie ihre Mauern sinken zu lassen, lässt zu, dass die Geschichten der Aliens sie berühren und bewegen. Dieses Auftauen der Emotionen ist auch auf mich über gegangen. Man öffnet den Blick für das, was die Fremden erlebt haben, fühlt sich in sie hinein, versucht zu verstehen und sich auch ein wenig auszumalen, ob es das wirklich geben kann, irgendwo Lichtjahre entfernt im All.
Die Geschichte wird im Verlauf immer emotionaler, ergreifender und an manchen Stellen wirklich unglaublich süß. Aber auch die Dramatik rund rum nimmt zu. Es gibt neue Probleme, neue Gefahren, neue Schwierigkeiten und keinen Ausweg, der einem auf dem Silbertablett präsentiert wird. Ein packender Handlungsverlauf, der mit den zahlreichen emotionalen Szenen wirklich ans Herz geht. An einer Stelle sind mir sogar die Tränen gekommen – an welcher verrate ich natürlich nicht.
Ich könnte noch ein bisschen schwärmen von der tollen Entwicklung im Buch und der Kommunikation, die sie aufbauen, um die Sprachbarrieren zu überwinden, aber ich möchte hier auch nicht zu sehr spoilern für alle, die das Buch selbst noch lesen wollen.

Eine ergreifende, turbulente und sehr emotionale Geschichte, die zum Nachdenken anregt, nicht nur über das Leben, das es möglicherweise im All gibt. Der packende Schreibstil hat mich von Anfang bis Ende gefangen genommen.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 09.11.2017
Der Duft von Pinienkernen
Bold, Emily

Der Duft von Pinienkernen


ausgezeichnet

Jeder Mensch macht in seinem Leben einmal Fehler. Die einen sind klein, unbedeutend und schnell vergessen, andere wiegen schwer und verfolgen einen lange Zeit. Greta hat mit so einem Fehler ihr gesamtes Leben aus der Bahn gebracht und steht nun vor den Trümmern, die übrig geblieben sind.
Als sich ihr die Chance bietet, ihre Heimat mit all den Scherben hinter sich zu lassen, um dem Ganzen für eine Weile zu entfliehen, nutzt sie diese und reist nach Italien. Das Kochbuch, für das sie dort recherchieren und Rezepte sammeln soll, rückt fast ein wenig in den Hintergrund, denn was Greta wirklich bewegt, sind ganz andere Dinge…

Der Schreibstil von Emily Bold ist sehr angenehm, flüssig und mitnehmend. Schon nach wenigen Seiten habe ich mich sehr wohl in der Atmosphäre gefühlt und konnte mich nach und nach immer mehr einfinden und mitfühlen. Obwohl die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive geschildert ist, bekommt man einen sehr detaillierten Einblick in das Leben von Greta, ihre Gedanken, Gefühle, Ängste, Zweifel und Hoffnungen. Dadurch kann man gut nachvollziehen, warum sie sich entwickelt, wie sie es tut, wieso sie einiges zulässt, anderes abblockt und wovor sie davon zu laufen scheint. Greta muss sich im Verlauf des Buches vielen Dingen stellen, trifft auf die unterschiedlichsten Menschen, die ihr teilweise helfen, sie voranbringen, sie aber auch manchmal verwirren und nachdenklich stimmen. Die verschiedenen Charaktere machen die Handlung abwechslungsreich und lebendig. Jede Figur bringt auf ihre Art neuen Schwung in die Geschichte.
Neben der bunten Personenmischung gibt es immer wieder tolle Orte und Landschaften zu bestaunen. Die bildhaften Beschreibungen der unterschiedlichen Schauplätze wecken richtig Lust, selbst nach Italien zu reisen und sich die Sonne auf die Haut scheinen zu lassen, besonders bei dem tristen Wetter, das hier momentan herrscht.

Da es in der Geschichte um die Entwicklung eines Kochbuches geht, wird es immer wieder sehr kulinarisch. Greta entdeckt an den verschiedenen Orten immer neue Leute, die sie in die Geheimnisse der Familienrezepte einweihen, mit ihr gemeinsam kochen und natürlich auch probieren. Zum Glück waren nicht alle Rezepte nach meinem Geschmack, sonst hätte man beim Lesen ständig Hunger gehabt. Aber die Abschnitte, in denen Pasta gemacht wird, haben schon Lust auf Nudeln aller Art gemacht – also am besten nach dem Essen lesen oder im Anschluss kochen.
Auch wenn das Kochthema immer irgendwie präsent ist, dreht es sich auch viel um die persönliche Entwicklung der Protagonistin. Nach und nach lernt man die unterschiedlichen Seiten von Greta kennen. Manchmal wird es sehr nachdenklich, dann wieder fröhlich oder gefühlvoll. Neben den kulinarischen Genussexplosionen gibt es so noch die emotionale Achterbahnfahrt für die junge Frau. Besonders gut hat mir dabei gefallen, dass Greta stets authentisch wirkt und nicht immer alles beim ersten Mal gelingt. Man kann sich mit ihr identifizieren, weil sie auf eine sehr schöne Art greifbar bleibt, mit allen Ecken und Kanten.

Eine schöne Geschichte mit tollen Protagonisten, anschaulichen Beschreibungen, die Reisefieber und Kochlust wecken und einem sehr angenehmen Schreibstil. Sowohl nachdenkliche, als auch fröhliche und emotionale Momente begleiten die Protagonistin auf ihrer abwechslungsreichen Reise durch Italien.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Bewertung vom 22.10.2017
Und du kommst auch drin vor
Bronsky, Alina

Und du kommst auch drin vor


weniger gut

Teenager in der Schule für Bücher zu begeistern, ist nicht unbedingt einfach. Viele Themen interessieren sie einfach nicht oder der Inhalt kann nicht so rüber gebracht werden, dass die Lust mitzuarbeiten und mehr darüber zu erfahren, erwacht. So geht es auch Kim und ihren Mitschülern, als sie zu einer Lesung einer eher unbekannten Autorin geschleppt werden. Kaum jemand hört sich den Text an, nur Kim, sie wird hellhörig, den die Geschichte im Buch scheint ihr wie auf den Leib geschrieben. Was diese Lesung in Kims Leben alles verändern könnte, das hätte wahrlich niemand erwartet.

Kim und ihre Freundin Petrowna sind schon seit vielen Jahren unzertrennlich. Obwohl die beiden recht unterschiedlich sind, gehen sie gemeinsam durch Dick und Dünn und meistern die Probleme, die so anstehen. Dabei ging es schon häufig um Themen, die die Schule betroffen haben, doch die aktuelle Situation ist wirklich neu. Kim hat sich in den Kopf gesetzt, mehr über das Buch und die Autorin herauszufinden, die schließlich genau ihre Geschichte erzählt. Da der Ausgang des Werkes so gar nicht in das Erwartungsbild der jungen Protagonistin passt, möchte sie alles versuchen, um das Unglück irgendwie abzuwenden. Dabei ist sie so stur und verbohrt, dass ihr ziemlich jedes Mittel recht ist.
Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive von Kim geschildert, trotzdem ist es mir sehr schwer gefallen, mit der Figur warm zu werden. Ihre verbohrte Art, die Art, wie ihre Freundin und sie miteinander umgehen und auch ihre charakterliche Entwicklung konnten mich einfach nicht richtig mitnehmen und überzeugen. Petrowna ist definitiv die Intelligentere und Clevere der beiden, aber auch bei ihr schlummern einige Geheimnisse und nicht ganz einfache Familienverhältnisse. Die beiden Mädchen in der Kombination sind nicht uninteressant, aber es war einfach nicht so meins. Vielleicht konnte ich mich auch mit dem Umfeld und der an die Protagonisten angepassten Sprache nicht recht anfreunden.
Um ihr ziemlich engstirniges Vorhaben zu erreichen, erlebt Kim viele Dinge, die sie vorher noch nie gemacht hat und erfährt dabei auch einige Dinge über sich selbst. Für ihre Entwicklung und den Blick auf einige Situationen ist es sicherlich förderlich, weil jede Erfahrung einen prägt und oft auch reifer werden lässt. Manchmal hätte ich sie aber trotzdem gern geschüttelt und ihr entgegen gerufen, dass sie endlich mal richtig nachdenken und die Augen aufmachen soll. Auf der anderen Seite wäre das natürlich nicht förderlich für den Verlauf der Handlung gewesen, da sonst der Rest nicht mehr zusammen gepasst hätte. Der Aufbau war schon recht konsequent durchgezogen und man konnte den Faden erkennen, der sich durch das Buch zieht. Da Kim so ist, wie sie ist und so reagiert und agiert, muss das gewisse Dinge nach sich ziehen.
Gut gefallen haben mir einige Entwicklungen, die Petrowna gemacht hat. Sie entdeckt ebenfalls neue Seiten und nutzt die Recherche rund um Buch und Autorin, um selbst ein wenig zu probieren und sich auszutesten.

Die Grundidee finde ich gar nicht schlecht. Sich selbst in einem Buch wiederzuerkennen und herausfinden zu wollen, wie das sein kann, ist eine interessante Konstellation – entwickelt sich das Buch, wie man selbst, weil man sich anpasst oder wusste das Buch etwa wirklich, wie das eigene Leben weiter geht?!
Mit der sprachlichen Umsetzung und den Figuren bin ich allerdings nicht so richtig warm geworden.

Bewertung vom 15.10.2017
Zwischen jetzt und nie geschehen
Sasori, S. B.

Zwischen jetzt und nie geschehen


ausgezeichnet

Demian ist oft ruhelos und bleibt nie lange an einem Ort. Während er durch die Lande reist, trifft er viele unterschiedliche Menschen. Einige bleiben ihm in Erinnerung, weil sie ihn faszinieren, bewegen oder interessieren, andere vergisst er bereits kurz nachdem er sie das erste Mal gesehen hat. Doch Louan ist etwas ganz Besonderes. Der Geschichtenerzähler baut sofort eine tiefe Verbindung zu dem jungen Mann auf und nimmt ihn mit seiner Stimme gefangen. Was dann passiert ist ein wenig magisch, sehr sinnlich und geht tiefer, als man zunächst vermutet.

Ich habe schon einige Geschichten der Autorin gelesen und mag ihre manchmal recht düstere und gleichzeitig bewegende Art zu schreiben. Schon nach wenigen Seiten hat sie mich mit ihren Worten gefangen genommen und ich wollte unbedingt erfahren, was es mit Louan, Iven und Demian auf sich hat.
Sprachlich wechselt die Ausdrucksweise ein wenig in der Geschichte, je nachdem, wer die Oberhand in den Gesprächen hat. Manchmal ist es direkt, ehrlich und unbeschönigt, teilweise wird es aber auch sehr philosophisch, mystisch und geheimnisvoll. Mir hat diese Mischung gut gefallen, weil sie etwas Besonderes ist und einem auf der einen Seite sehr nah bringt, was in den Figuren vorgeht und was sie erlebt haben, auf der anderen Seite aber auch viel Raum für eigene Gedankengänge und Vermutungen lässt.

Durch die Ich-Perspektive von Demian und Iven erfährt man von den beiden jungen Männern am meisten Persönliches. Man bekommt nicht nur einen Einblick in ihre Lebensweisen, sondern auch in ihre Gefühle und die Entwicklung, die sie durchlaufen. Ihre Umgebung und Wohnorte scheinen auf den ersten Blick nicht so viel gemeinsam zu haben, doch nach und nach wird deutlich, dass es entscheidende Parallelen im Leben der Männer gibt, die sie einander näher bringen, als zuerst angenommen.

In der Geschichte sind verschiedene Elemente verarbeitet, die je nach Betrachtungsweise des Lesers einen unterschiedlichen Wert bekommen könnten. Ist es Magie oder Spinnerei, Erinnerung oder Illusion, sind es versteckte Geständnisse oder einfacher nur wirres, philosophisch klingendes Geschwafel? Am Ende muss der Leser selbst entscheiden, welche Botschaft er aus der Handlung zieht.
Mich hat es schon zum Nachdenken gebracht und ich habe viele ernste Hintergründe beim Lesen entdeckt. Sich selbst zu finden und nicht wieder zu verlieren in dem Dschungel an Informationen, Technik, Veränderungen und Schnelllebigkeit, ist nicht so einfach. Da hilft es, wenn es eine Konstante gibt, die einen immer wieder auf den Weg führt, den man eigentlich gehen wollte, den man bereit war zu gehen, auch wenn es in Vergessenheit gerät.
Zwischendurch gibt es auch sinnliche, leidenschaftliche Momente zwischen den Männern. Diese Passagen standen für mich allerdings nicht so im Mittelpunkt. Es ist Teil ihres Lebens und ihrer Erinnerungen, der ansprechend formuliert integriert wird. Der Fokus lag für mich aber schon auf den anderen Dingen, die die Männer prägen und bewegen, die ihnen Angst machen und vom Ziel abbringen, die ihnen Hoffnung machen oder sie zum Verzweifeln bringen.

Eine nachdenklich stimmende, stellenweise düstere, aber auch geheimnisvolle und magische Geschichte, die mit ihren unterschiedlichen Facetten Abwechslung mit sich bringt. Die Charaktere sind speziell und nicht so leicht in Schubladen zu stecken, es lohnt sich aber auf jeden Fall, sich mit ihnen ein wenig zu beschäftigen.

Vielen Dank an die Autorin für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Bewertung vom 23.03.2017
Mia liebt Pasta
Hoechst, Mirja

Mia liebt Pasta


sehr gut

Kochbücher überzeugen nicht mit einem Spannungsbogen, der einen fesselt und nicht wieder loslässt, daher halte ich meine Inhaltsangabe heute recht knapp. In diesem Buch werden verschiedene Rezepte vereint, die das Pasta-Herz höher schlagen lassen. Wer Pasta liebt, wird hier bestimmt interessante Varianten finden.

Besonders gut gefällt mir der klar strukturierte Aufbau im Buch. Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet, man erkennt sofort, welche Zutaten benötigt werden, welche Arbeitsschritte getan werden müssen und wie das Ergebnis hinterher aussehen könnte.
Durch die Untergliederung in verschiedene Bereiche, findet man sich schnell im Buch zurecht und die Vielfalt der Rezeptvarianten wird deutlich. Es gibt gefüllte Pasta, herzhafte Sachen, süße Gerichte, mit selbstgemachten Nudeln oder mit fertig gekauften. Egal was man sucht, man wird sicher etwas finden.
Nicht alle Rezepte werden jeden Geschmack treffen, aber das finde ich persönlich auch nicht schlimm. Die Zutatenlisten sind teilweise schon recht ungewöhnlich und enthalten Sachen, die man nicht standardmäßig zu Hause hat. Interessiert einen das Rezept, wird man sich davon jedoch nicht abschrecken lassen.

Mich haben besonders die Grundrezepte zum Pasta machen interessiert und ich habe diese auch direkt ausprobiert. Nicht jedes hat beim ersten Versuch gleich funktioniert, aber mit etwas Übung wurde es dann besser. Besonders gut gelungen ist mir das Grundrezept mit Ei, auch das Ausrollen war kein Problem, auch wenn es mit einer Nudelmaschine/Teigrolle sicher leichter gehen würde. Auch die farbigen Varianten, rot und braun, ließen sich sehr leicht und problemlos nachmachen. Umso öfter man das macht, umso leichter wird es, da man einfach dann den Dreh raus hat, wie es sich am besten rollt, wie viel Mehl man benötigt usw. Für die Hartweizengrießvariante ohne Ei habe ich mehr Geduld gebraucht. Beim ersten Versuch ist es leider so klebrig gewesen, dass ich die Nudeln nicht wieder vom Brett abbekommen habe, zumindest nicht so, dass es noch als Nudel durchgeht. Aber zum Beispiel das One Pot Pasta Rezept hat gleich beim ersten Versuch wunderbar funktioniert und wurde inzwischen auch schon mehrfach gemacht. Eine super leckere und sehr schöne Variante, wodurch man sich Abwasch und Extratrennung der Zutaten sparen kann.

Für einige Rezepte braucht man etwas Übung, andere gelingen beim ersten Mal. Ob man es lieber einfach oder aufwendig, extravagant oder ganz schlicht mag, dieses Buch bietet Rezepte aus jeder Richtung. Ich werde in nächster Zeit auf jeden Fall noch einige Dinge ausprobieren und sie auch meinen Freunden servieren.

Bewertung vom 20.03.2017
The Sun is also a Star.
Yoon, Nicola

The Sun is also a Star.


gut

Natashas gesamte Gedanken drehen sich um die drohende Abschiebung in ihr Heimatland Jamaika. Als sie noch einmal alles versucht, um diesen Prozess zu stoppen, trifft sie zufällig auf Daniel und die beiden erleben einen Tag voller ungewöhnlicher Gespräche, Unternehmungen und Geschehnissen, die so nicht vorhersehbar waren.

Inhaltlich hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Nach und nach werden eine Reihe Fragen aufgeworfen, von denen man sich selbst einige sicherlich schon mal gestellt hat, andere wird man sich vielleicht nie stellen, da man nie in so eine Situation kommt, wie die beiden Protagonisten, trotzdem konnte man sich gut hineinversetzen, da die Gedanken und Gefühle von Natasha und Daniel anschaulich beschrieben wurden.
Neben den sehr persönlichen Einblicken in das Leben der Protagonisten gibt es zahlreiche Einschübe, die das Familienleben von ihnen aufgreift oder aber die Personen thematisiert, die ihnen im Laufe des gemeinsamen Tages begegnen. Zwischendurch gibt es auch Abschnitte, die sich um eher poetische oder philosophische Dinge drehen.
Geschrieben sind alle Passagen für sich sehr schön. Man kann sich in die Figuren einfühlen, begleitet sie bei ihrem aufwühlenden Tag und bekommt durch die Zwischenkapitel ein umfassenderes Bild der komplexen Themen, die angeschnitten werden. Allerdings habe ich mich durch die zahlreichen Unterbrechungen im Lesefluss gestört gefühlt. Viele der Kapitel sind nicht länger als drei oder vier Seiten, einige sogar deutlich kürzer. Kaum ist man in der Perspektive drin, wird man wieder rausgerissen, in die nächste geworfen oder mit einem Abschnitt konfrontiert, der einen gefühlt etwas weg bringt von den Charakteren, auch wenn alles irgendwie mit ihnen zusammen hängt.
Die kurz gehaltenen Passagen unterstützen auf jeden Fall den Eindruck, wie schnell alles manchmal gehen kann, wie viel in kurzer Zeit passiert und wie viele verschiedene Dinge zusammen spielen müssen, damit am Ende das dabei heraus kommt, was Natasha und Daniel erleben. Trotzdem bin ich dadurch nicht komplett in die Handlung eingetaucht. Besonders die Abschnitte, die sich nicht direkt um die Protagonisten oder die Familien drehen, haben mich immer wieder etwas aus dem Rhythmus gebracht.
Der Wechsel der Ich-Perspektiven von Natasha und Daniel ergibt eine angenehme Dynamik. Man kann die Situationen direkt aus beiden Sichten erleben und weiß immer, was die beiden fühlen, denken und wollen, auch wenn sie es dem anderen zum Teil vorenthalten. Da die Geschichte von vielen verschiedenen Gefühlen dominiert wird, wechselt auch immer wieder die Stimmung im Buch.
Meistens haben mich die zügigen Wechsel zwischen den beiden nicht so gestört, da man in der gleichen Situation geblieben ist und sich nur der Blick geändert hat. Die anderen Einschübe waren mir persönlich etwas viel, aber das ist sicher einfach Geschmackssache. Ich wäre lieber direkt bei den beiden Protagonisten geblieben.
Wohin die Reise führt, werde ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Es gibt aber immer wieder kleine Wendungen und Situationen, mit denen man zu Beginn der Geschichte so nicht rechnet.

Eine inhaltlich schöne, gefühlvolle, nachdenklich stimmende Geschichte, die viele Facetten im Leben der jungen Protagonisten beleuchtet. Mir persönlich waren die einzelnen Passagen leider etwas zu kurz und die Handlung dadurch ziemlich zerstückelt.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Bewertung vom 20.02.2017
Liebe mich nicht / Götterfunke Bd.1
Woolf, Marah

Liebe mich nicht / Götterfunke Bd.1


ausgezeichnet

Jess und ihre beste Freundin Robyn wollen die letzten Ferien vor dem Abschlussjahr noch mal richtig genießen und trotzdem etwas erleben. Deswegen fahren sie in das etwas abgelegene Camp in den Rockys, idyllisch und dennoch mit genug Freizeitangeboten, lehrreichen Kursen und hoffentlich tollen Leuten. Doch was die jungen Damen dort erwartet, hätten sie wohl niemals vermutet. Herzensbrecher, Streit und große Dramen sorgen für reichlich Unruhe, Missgunst und ungeahnten Gefühlsausbrüchen. Und mitten drin ist der attraktive Cayden, der so viel mehr zu verbergen hat, als es auf den ersten Blick scheint.

Gleich zu Beginn des Buches erhält man als Leser wichtiges Wissen, was einem hilft, die gesamte Situation einzuordnen und zu verstehen – Informationen, die Jess nicht hat und die es für sie so unmöglich machen, zu durchschauen, was eigentlich vor sich geht. Ihr bleibt der Blick hinter die göttlichen Kulissen größtenteils verborgen, erst nach und nach werden ihr ein paar Türen geöffnet, doch die wichtigste darf ihr niemand zeigen.

Durch den angenehmen, flüssigen Schreibstil findet man sehr leicht und zügig in die Geschichte hinein. Ohne großes Vorgeplänkel geht es gleich packend und ziemlich dramatisch los. Und auch wenn es nicht durchweg so turbulent und gefährlich ist, wird es doch nie langweilig im Camp. Die Charaktere stehen nicht nur vor den Herausforderungen in ihren Kursen, besonders die neuen Bekanntschaften machen ihnen das Leben schwer. Die Gefühlswelten stehen Kopf, Herzklopfen, Eifersucht und Neid stehen an der Tagesordnung, obwohl eigentlich alle nur Spaß haben wollten.

Protagonistin Jess lernt man während des Buches besonders intensiv kennen. Aufgrund der Ich-Perspektive ist man immer hautnah dabei und so stets mitten im Geschehen. Jess scheint das Pech magisch anzuziehen und taucht ungewollt in eine Welt ein, die den normalen Menschen sonst verborgen bleibt. Nach und nach bekommt man mehr Informationen über die Götterwelt, über die Zusammenhänge ihrer Geschichte, den Familienstammbaum, Unstimmigkeiten und lang gehegte Feindschaften. Ich kannte mich in der Götterwelt nicht besonders gut aus, aber die Handlung schafft es, einem diese Gegebenheiten auf angenehme Weise näher zu bringen, ganz nebenbei und ohne dabei trocken zu wirken.
Die Einschübe von Hermes sorgen außerdem dafür, dass man noch mal einen anderen Blick auf die vergangenen Kapitel bekommt. Als Bote der Götter muss er sich genau überlegen, was er überliefert und welche Schlüsse er zieht.

Besonders gut hat mir die Kombination aus göttlichem Einfluss und dem ganz normalen Chaos im Leben junger Menschen gefallen. Man merkt, dass die Protagonisten noch recht jung und gerade erst dabei sind, erwachsen und reif zu werden. Manche Handlungen sind vorschnell, unüberlegt oder überstürzt, aber das macht die Figuren besonders authentisch und echt. Die dagegen uralten Götter haben schon viel erlebt und gesehen, man merkt aber immer wieder, dass ihnen einige Kenntnisse fehlen, da sie nicht dauerhaft unter den Menschen leben. So entstehen bei allem Ernst und Chaos auch mal Situationen zum Schmunzeln.

Die Leseprobe von Band zwei gibt schon einen kleinen Einblick darauf, dass das Auf und Ab bei Jess noch nicht am Ende angelangt ist. Ich bin sehr gespannt, was im nächsten Buch auf sie wartet und wie sich die Situationen mit den Personen um sie herum entwickeln wird.

Ein schöner, toll geschriebener Auftakt, der einem nicht nur Jess‘ Chaos, sondern auch die Welt der Götter auf eine angenehme Art näher bringt. Und das Buch punktet nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch mit der tollen Aufmachung!

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!