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Benutzername: Wild Book Heart
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Bewertungen

Insgesamt 53 Bewertungen
Bewertung vom 05.04.2016
Die Nacht brennt
Butler, Sarah

Die Nacht brennt


ausgezeichnet

"Die Nacht brennt" ist kein Buch für Leser, die eine heile Welt oder Happy Ends bevorzugen.

"Die Nacht brennt" übt Gesellschaftskritik, nutzt den Hintergrund der Unruhen 2011 in England, die durch die Erschießung des 29-jährigen, dunkelhäutigen Mark Duggan durch einen Polizeibeamten, entstanden, um drum herum die Geschichte von Stick zu erzählen, der eigentlich Kieran heißt und eine Menge Wut und Verzweiflung in sich trägt.

"Die Nacht brennt" zwingt den Leser sich mit gesellschaftlichen Problematiken, negativen Gefühlen und allerhand Dreck auseinander zu setzen, um ihn dann damit aufgewühlt und nachdenklich zurückzulassen.

Sarah Butlers Schreibstil ist beeindruckend!
Er ist nicht nur abwechslungsreich und in jeder Situation passend, er schafft es auch die ganze Palette der Gefühle abzurufen.

Stick ist kein Protagonist, den man auf Anhieb mag. Er musste an einem Aggressionsbewältigungstraining teilnehmen, konsumiert maßlos Alkohol und Drogen und verliert sich in bedeutungslosem Sex. Und doch ist er so echt und authentisch.

Bewertung vom 05.04.2016
Der kleine Buddha und die Sache mit der Liebe
Mikosch, Claus

Der kleine Buddha und die Sache mit der Liebe


sehr gut

"Der kleine Buddha und die Sache mit der Liebe" ist das zweite Buch um den kleinen Buddha, der sich diesmal auf eine Reise begibt, um die Sache mit der Liebe zu verstehen.

In verschiedenen kurzen Geschichten geht Claus Mikosch auf die unterschiedlichen Facetten der Liebe ein. Er widmet sich diesen gewohnt unterhaltsam und verspielt, regt zum Nachdenken an und berührt.

Sprachlich hat mir dieses Buch besser gefallen, als das erste. Es ist weniger kindlich geschrieben.

Wieder ist die Gestaltung des Buches übersichtlich, jedoch kann die gebundene Ausgabe optisch nicht mit der farbig illustrierten Version mithalten.

Bewertung vom 05.04.2016
Der kleine Buddha
Mikosch, Claus

Der kleine Buddha


sehr gut

"Der kleine Buddha: Auf dem Weg zum Glück" vermittelt in kurzen Geschichten buddhistische Lebensweisheiten. Sie sind miteinander verbunden durch eine Rahmengeschichte, in der der kleine Buddha, der tagein, tagaus unter seinem Bodhi-Baum meditierte, feststellt, dass ihm etwas in seinem Leben fehlt und sich deshalb auf eine Reise begibt. Auf dieser begegnet er den unterschiedlichsten Orten und Menschen, die ihm und dem Leser helfen zu verstehen, was Glück eigentlich ausmacht.

Die Weisheiten, die die Geschichten vermitteln, sprachen mich ganz unterschiedlich an:
Mit manchen konnte ich nichts anfangen, manche waren mir alt bekannt, manche brachten mich zum Schmunzeln oder Nachdenken, manche erwärmten mein Herz. Sie werde ich immer und immer wieder lesen.

Sprachlich gefiel mir das Buch weniger. Es ist zwar unterhaltsam, aber sehr einfach, sogar kindlich geschrieben. Manchen Geschichten fehlte in meinen Augen auch ein wenig die Glaubwürdigkeit, beispielsweise weil der kleine Buddha auf seiner Reise nicht einen Cent benötigt.

Die Gestaltung des Buches ist übersichtlich und sehr hübsch anzusehen. Es ist angereichert mit farbigen Illustrationen von Gert Albrecht.

Bewertung vom 05.04.2016
Ewig und eins
Popescu, Adriana

Ewig und eins


gut

"Ewig und eins" war das erste Buch von Adriana Popescu, das ich las.
Ihr lockerer, leichter und lebendiger Schreibstil nahm mich auch gleich gefangen und auch das Thema der Geschichte fand mein Interesse.
Es geht darin um Freundschaften, die einmal sehr intensiv waren, dann aber verblassten und der eventuellen Möglichkeit einer zweiten Chance für diese, wobei sich die Autorin dem Thema auf feinfühlige, teilweise poetische und herzerwärmende Art annimmt.

Als sie die Möglichkeit erhält, ihren ehemals besten Freund und ihre erste große Liebe wiederzusehen, nutzt Protagonistin Ella diese, nicht ohne sich die Schuld daran zu geben, dass der Kontakt zu ihnen zerbrach, da sie anderen Dingen in ihrem Leben den Vorrang gegeben hat. Sie macht sich Vorwürfe, ist aber auch sehr wehleidig und passiv und entwickelt sich leider auch zum Ende der Geschichte hin kaum. Eher ist es so, dass sich die Geschichte, die aus ihrer Perspektive erzählt wird, zu ihren Gunsten entwickelt.
Ben, Ellas erste große Liebe, blieb für mich lange Zeit undurchsichtig, wohingegen Jasper, ihr bester Freund, hervor sticht. Er ist sehr besonders und vermag es immer wieder für Überraschungen zu sorgen.

Allerdings empfand ich manche Wendungen der Geschichte und auch oft das Verhalten der Charaktere sehr unglaubwürdig und nicht realistisch, wodurch die Momente, mit denen die Autorin eine Botschaft übermitteln und vor allem Gefühle transportieren wollte, mich nicht erreichen konnten.
Auch leidet das Tempo der Geschichte an einigen Stellen etwas, so dass diese eher langsam voran geht.

Bewertung vom 05.04.2016
Lily Frost
Weetman, Nova

Lily Frost


gut

Das Debüt der Autorin Nova Weetman handelt von der Protagonistin Lily Frost, die sich nach einem Umzug wider Willens in ihrer neuen Umgebung zu recht finden muss, in der reichlich gruselige Dinge geschehen, die auf irgendeine Art und Weise mit ihr zu tun haben scheinen. Als sich diese verdichten, ist sie gezwungen den Unheimlichkeiten auf den Grund zu gehen.

"Lily Frost: Fluch aus dem Jenseits" ist ein Mystery-Thriller, dem es zwar gelingt, eine mystische und unheilvolle Atmosphäre zu weben, dem es aber leider auch an Aufregung und Spannung fehlt. Die Geschichte gerät zunehmend vorhersehbar und dadurch stellenweise langatmig. Interessante Geschehnisse werden immer wieder eingebracht, aber leider nicht weiter aufgegriffen, wodurch sich eine gewisse Unglaubwürdigkeit einstellt.

Lilys bockiges, widersprüchliches Verhalten, das dem eines Teenagers nachempfunden sein soll, ist mir persönlich zu dick aufgetragen und macht es mir schwer, mich mit ihr als Protagonistin anzufreunden. Die anderen Charaktere bleiben eher farblos und eindimensional.

Nova Weetman erzählt die Geschichte aus Lilys Perspektive und verwendet dafür leicht verständliche und flüssige Sprache. Dialoge wirken oftmals ungelenk.

Bewertung vom 05.04.2016
Mein Herz wird dich finden, 5 Audio-CDs
Kirby, Jessi

Mein Herz wird dich finden, 5 Audio-CDs


ausgezeichnet

Ich gebe es zu:

Zu Beginn des Hörbuchs "Mein Herz wird dich finden" von Jessi Kirby mochte ich sowohl die Stimme der Sprecherin Annina Braunmiller-Jest, als auch die Thematik des Buches, "Krankheit", "Tod", "Organtransplantation", nicht und hätte es deshalb am Liebsten sofort wieder ausgeschaltet!

Aber sowohl die Sprecherin, als auch die Geschichte des Buches belehrten mich eines Besseren!

Annina Braunmiller-Jest schaffte mir mit ihrem Sprachtempo, ihrer Intonation und ihren Pausen den perfekten Zugang zur Geschichte. Sie zieht das Tempo an, wenn die Handlung aufregender wird, spricht langsam, wenn die Protagonistin Mia, aus deren Perspektive die Autorin die Geschichte erzählt, nachdenklich wird. Ihre Intonation ist perfekt. Sie stellt die Stimmen der verschiedenen Charaktere gleichbleibend unterschiedlich dar, so dass ich anhand ihrer veränderten Stimmlage assoziieren konnte, welcher Charakter gerade spricht, selbst wenn die Geschichte dies erst später offenbarte. Ihre Sprachweise wurde mir niemals langweilig oder gab mir das Gefühl, dass die Geschichte mir gerade zu schnell voran schreitet. Diese sensationelle Leistung ließ mich sehr schnell vergessen, dass mir ihre Stimme an sich nicht sympathisch ist.

Jessi Kirby greift in "Mein Herz wird dich finden" zwar Themen auf, die nicht mehr neu sind und über die schon oft geschrieben wurde, schaffte es aber mich damit zu überraschen. Oft dachte ich, den Verlauf der Geschichte vorhersehen zu können, dann aber überraschte die Autorin mich. Sensibel und warmherzig nimmt sie sich diesen Themen an, spinnt eine zarte und so niedliche Liebesgeschichte zwischen Mia und Noah, die ich immerzu weiterhören wollte, aber zugleich nicht wollte, dass sie endet.

Den Charakteren hat die Autorin Leben eingehaucht. Mias Gefühlswelt macht sie greifbar, ihre oftmals haarsträubenden Handlungen dennoch nachvollziehbar. Noah ist einfach zum Verlieben!

Das Buch ist in leicht verständlicher und flüssiger Sprache verfasst.

Bewertung vom 05.04.2016
Eiskalter Atem (eBook, ePUB)
Harvey, Alyxandra

Eiskalter Atem (eBook, ePUB)


gut

"Eiskalter Atem" beginnt mit einem Prolog über Moira, der im Jahre 1814 spielt. Er beinhaltet einige magische Elemente, die meines Erachtens nach zu viele Vorkenntnisse erfordern und für Neulinge im Genre Fantasy zu wenig erläutert sind.

Die eigentliche Geschichte um die Protagonistin Emma und ihre Cousinen Gretchen und Penelope startet ebenfalls eher verworren und langatmig.
Erst nach gut einem Viertel des Buches zieht diese an, gewinnt an Spannung und auch an sprachlicher Qualität:
Diese ist zu Beginn eher abgehakt und erst dann flüssig zu lesen. Alyxandra Harvey verwendet altertümliche Namen und Begriffe, um die Geschichte auch sprachlich im 19. Jahrhundert anzusiedeln, nimmt aber Sprachrhythmus und Grammatik nicht mit, so dass ihr das nicht glaubhaft gelingt.

So verhält es sich auch insgesamt mit den Elementen aus dem Genre Historie in diesem Buch: Man merkt, dass diese als Kulisse für eine Geschichte im Genre Fantasy herhalten sollen. Für mehr als das fehlt ihnen aber Substanz und Leben.

Die Magie, die sich dann aber zwischen den Zeilen entspinnt, konnte mich absolut verzaubern und auch die Charaktere nahmen mich zunehmend von sich ein.

"Eiskalter Atem" ist der erste Teil der Reihe "Vermächtnis der Lovegroves", der in sich abgeschlossen ist. Ein zweiter Teil der Reihe soll bald erscheinen.