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Benutzername: AngelaK
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Bewertungen

Insgesamt 48 Bewertungen
Bewertung vom 01.05.2019
Wir sind die wilden Rabauken!
Hellstern, Jan

Wir sind die wilden Rabauken!


ausgezeichnet

Mika kommt neu in einen Kindergarten. Auf dem Weg dorthin bekommt er Angst, wünscht sich so allerlei, was passieren möge, damit er nicht in den Kindergarten gehen muß. Es passiert aber nichts. Er wird von der Kindergartenleiterin begrüßt, die ihn zu seiner Gruppe und der Kindergärtnerin bringt. Trotzig will er auf der Bank im Flur warten, bis seine Mutter wiederkommt. Plötzlich stehen Frieda, Charlotte, Emil und Nino vor ihm. Letztlich können sie ihn überzeugen, mit ihnen Blutsbrüderschaft zu schließen. Von nun an erleben sie gemeinsam viele Abenteuer.

Das Buch erzählt in 10 Kapiteln die Abenteuer der „wilden Rabauken“, wie sie sich nun nennen. Die Kapitel habe eine angenehme Länge zum Vorlesen. Sie sind farbig und liebevoll illustriert. Die Themen sind dem Alter entsprechend aus der Kindergartenwelt.

Meine 5jährige Enkelin war ganz begeistert von den Geschichten und bunten Illustrationen.

Bewertung vom 28.04.2019
Mehr als tausend Worte
Beck, Lilli

Mehr als tausend Worte


ausgezeichnet

Von den überlebenden Juden hört man häufig „ins KZ gekommen – Glück gehabt, weil ich dies oder jenes konnte – als wir befreit wurden“. Diese Erzählungen bringen einem zwar das unerträgliche Leben in den Todeslagern nahe, aber man erfährt kaum was über das Leben vor einer Deportation.

Ein Punkt, der mich beschäftigt hat, war die Thematik der Raubkunst. Daß Wertgegenstände aus den Wohnungen der deportierten Juden geholt wurden, konnte ich mir noch gut vorstellen. Aber wie haben sich die Nazis ganze Häuser unter den Nagel reißen können? Die Eigentumsverhältnisse sind doch eigentlich in den Grundbüchern geklärt.

An diesem Punkt hat mich nun Lilli Beck mit ihrem Buch „Mehr als tausend Worte“ abgeholt. Eingebettet in die Rahmenhandlung um die junge Liebe zwischen der jüdischen Aliza Landau und dem arischen Fabian Pagels erzählt die Autorin nun das tägliche Leben der jüdischen Arzt-Familie Landau in Berlin. Dabei läßt sie einen nicht in der distanzierten Komfortzone „damals, nicht jetzt“ oder „dort, nicht hier“. Sie nimmt den Leser wie mit einer Zeitmaschine ins Damals und dort. Quasi als Nachbar der als Stellvertreter fungierenden jüdischen Familie Landau, der „braunen“ Familie Karoschke und der neutralen Familie Pagels erlebt man hautnah die unmenschlichen Veränderungen durch die NS-Herrschaft. Hoffnungen werden immer mehr zu Angst und zu einem Kampf ums Überleben.

Von vielen, die damals ein Parteibuch hatten, hörte man nach dem Krieg Sätze wie „Ich war doch nur ein kleines Licht, ich habe doch nichts gemacht“. Der Blockwart Karoschke hätte das sicher auch von sich behauptet. Es gibt sicher genügend, die irgendwo in der Gruppendynamik gefangen waren und trotzdem ihren Anstand nicht verloren haben. Es gibt wohl aber auch viele, die sich zwar in der Partei nicht groß engagiert haben, aber in den damaligen Verhältnissen auf widerwärtige Art und Weise ihren Vorteil gesucht haben. Damit haben sie sich aber als vermeintlich kleines Licht ebenso schuldig gemacht.

Das Buch hat meine Frage beantwortet und viele Fragen, die ich mir noch gar nicht gestellt habe.

Mein Fazit:
Eingebettet in die Liebesgeschichte von Aliza und Fabian teilt die Autorin ihr gut recherchiertes Wissen über das jüdische Leben in Deutschland und der Emigranten in England in der Zeit von 1938 bis 1945. Ein Buch, das den Leser durch die von der Autorin geschaffenen Nähe zu den Ereignissen emotional sehr berührt. Daher unbedingte Leseempfehlung. Gerne hätte ich mehr wie 5 Sterne vergeben.

Bewertung vom 24.04.2019
Phoebe
Krauser, Uwe

Phoebe


ausgezeichnet

Phoebe kam als Straßenhund zur Welt und danach mit viel Glück in ein Tierheim. Wenn Leute kamen, um einen Hund zu holen, haben sich die anderen Hunde immer lautstark vorgedrängelt. Die Terrierdame war schon ganz verzweifelt, als sie einen Entschluß fasste. Dem nächsten Menschen, der kam, ist sie quasi in die Arme gesprungen. Was Phoebe nicht wußte, dieser Mensch hatte ihr Foto im Internet gesehen und war extra wegen ihr gekommen. So haben sich zwei gesucht und gefunden.

Nunmehr auf der Sonnenseite des Lebens gelandet, darf sie kurze Zeit später ihre Aufgaben als Hotelhund wahrnehmen. Ein entsprechendes Benehmen wird nach dem Besuch der Hundeschule natürlich vorausgesetzt. Von Phoebe als Erzählerin erfährt man viel über ihr aufregendes Leben im Hotel. Sie hat ihre eigene Sichtweise und macht sich teilweise amüsante Gedanken über die Gewohnheiten der Gäste.

Wenn Herrchen aber mit der Hundeleine die Gassirunde einläutet, darf Phoebe mit ihren Hundekumpels durch die Gegend ziehen. Irgendeinem aus der Hunderunde fällt dann immer ein Blödsinn ein, den man dann gemeinsam in die Tat umsetzt, gelegentliches Lauftraining für die anwesenden Fraulis und Herrlis inklusive.

Gekonnt betrachtet sie die Fähigkeiten und Besonderheiten ihrer Hundefreunde und deren Besitzer.
Hundebesitzer werden sich und ihre Lieblinge sicher an der einen oder anderen Stelle wiedererkennen.

Pedro, einen kleinen mexikanischen Hund, kann Phoebe nach einer unangenehmen Begegnung gar nicht leiden. Sie besucht gerade ihren älteren Kumpel Alfons in der Hundepension. Wer kommt da als neuer Pensionsgast durch die Tür spaziert: Pedro. Wie sagt man so schön: Man trifft sich immer zweimal im Leben.

Über eine Eselwanderung habe ich auch schmunzeln müssen, beweist doch hier der Autor, daß er auch über sich selber lachen kann.

Eine Stelle hat mir ganz besonders gefallen. Phoebe bringt das Kunststück fertig, nach ganz sturem Ungehorsam am Ende von allen geknuddelt und geherzt zu werden. Und eine Scheibe Schinken gibt es als i-Tüpfelchen sogar noch obendrauf.

Zum Schluß hin ist Phoebe not amused. Herrchen will einen zweiten Hund ins Haus holen. Sie hat aber gar keine Lust, ihr Königreich zu teilen. Als sie der Hündin das erste Mal begegnet, merkt sie schnell, daß Layla keine Bedrohung darstellt. Ganz im Gegenteil, das arme Geschöpf braucht dringend ihre Hilfe. Wie es mit den beiden weitergeht, hoffe ich in einem zweiten Buch des Autors zu erfahren.

Mein Fazit:
Phoebe ist eine schelmische, aber auch sehr einfühlsame Terrierdame, die das Herz einfach auf dem rechten Fleck hat. Ihre Geschichten haben mich an vielen Stellen herzhaft lachen lassen, an manchen aber auch traurig berührt.
Das Buch macht Mut, Tiere aus dem Tierheim zu holen und ihnen einen Platz auf der Sonnenseite des Lebens zu geben. Und vielleicht sollte man auch einen Blick auf die Tiere wagen, die sich nicht lautstark vordrängeln. Phoebes Beispiel zeigt, was für wundervolle Wegbegleiter man finden kann.

Bewertung vom 13.04.2019
Das Feuer der Erde
Aldan, Leo

Das Feuer der Erde


ausgezeichnet

Februar 2029 in der Antarktis, Dr. Georgina Finley sammelt dort Speicherkarten von Messungen ein und macht wettertechnische Beobachtungen, die ihr nicht gefallen. Zuhause in St. Louise wertet sie die Speicherkarten aus. Die Ergebnisse beunruhigen sie sehr. Für genauere Berechnungen versucht sie Zugang zu schnelleren Rechnern zu bekommen. Das scheitert, weil ihrem Chef wichtige Sponsorengelder aus der Industrie gestrichen wurden. Ein skrupelloser Industrieller hatte auf einem Kongreß die für ihn völlig übertriebenen Aussagen von Finley gehört. Die Zeit drängt. Um genauere Aussagen treffen zu können, bleibt ihr letztlich nur der Ausweg, sich illegal in einen schnelleren Rechner einzuhacken. Das fliegt natürlich auf. Finley wird verhaftet. Kurz darauf kommt es zu einem schweren Erdbeben in Neuseeland.

Damit beginnt eine fiktive Geschichte des Autors Leo Aldan, die aber durchaus reale Züge hat.

Die dargestellten Personen hat der Autor sehr überzeugend angelegt. Das Szenario zeigt die Verflechtungen von Wissenschaft, Politik, Industrie und Medien, die alle unterschiedliche Interessen haben. Die Geschichte liest sich gut und flüssig. Je weiter man in die Geschichte eintaucht, desto mehr fragt man sich, wie sie wohl ausgehen mag. Ich jedenfalls habe das Buch nicht mehr aus der Hand gekriegt. Ein Nebeneffekt dieses Buches: Man hört genauer hin, wenn im Radio oder Fernsehen mal wieder vom Klima die Rede ist.

Mein Fazit:
absolute Leseempfehlung.

Bewertung vom 13.04.2019
Kalte See / Theo Krumme Bd.5
Berg, Hendrik

Kalte See / Theo Krumme Bd.5


sehr gut

Föhr, Urlaub, Strand, Meer: Eine Menge Leute sind auf der wunderschönen Insel kurz vor dem Saisonhighlight „Föhr on fire“. Durch die bildhaften Beschreibungen des Autors war ich sofort wieder in Gedanken auf Föhr.

Auch Kommissar Krumme aus Husum und seine Kollegin Pat sind auf Föhr, allerdings nicht zum Vergnügen. Mitten in der Zeit, wo am meisten Touristen die Insel besuchen, passiert ein Mord. Eine junge Frau aus Nieblum wird ermordet und eine weitere Frau schwer verletzt. Die Inselpolizisten, allen voran Gerkens, haben schnell einen Täter ermittelt. Auf der Urlaubsinsel ist man bemüht, den Ball möglichst flach zu halten. Das ist auch das Anliegen von Bürgermeister Bruhns. Nicht auszumalen, was es für den Tourismus auf Föhr bedeuten würde, wenn ein Mörder noch frei rumläuft.

Kommissar Krumme ist sich allerdings nicht so sicher, daß die Inselpolizisten den wahren Täter verhaftet haben. Und Pat findet heraus, daß es auch in anderen Urlaubsorten Europas ähnliche Todesfälle gegeben hat. Ist hier etwa ein Serientäter am Werk? Die Konfliktsituationen, die sich aus den schnellen Ermittlungen der Inselpolizisten und den Zweifeln von Krumme ergeben, runden die Geschichte nochmals ab.

Die dargestellten Personen haben mich allesamt beeindruckt, speziell Krumme, dessen Lebensgefährtin Marianne und natürlich Watson, ein Hund, der gelegentlich bei Krumme als Urlaubsgast wohnt. Krumme ist beziehungstechnisch irgendwo ein Stoffel. Man wundert sich manchmal über die Geduld von Marianne, die ihren Krumme zu aber zu nehmen weiß.

Mein Fazit:
Tolle Protagonisten, tolle Handlung, tolles Urlaubsfeeling auf Föhr. Gerne wäre ich beim nächsten Fall von Krumme wieder dabei.

Bewertung vom 13.04.2019
Permakultur - Dein Garten. Deine Revolution.
Drage, Sigrid

Permakultur - Dein Garten. Deine Revolution.


ausgezeichnet

Wenn man den eigenen Garten als Ökösystem verstehen will, ist man ganz schnell beim naturnahen Gärtnern und kann sich über vielfältiges Leben in seinem Garten freuen. Aus den Prinzipien der Permakultur kann man viel lernen. Die Natur reguliert sich selbst.

Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine höchst interessante Reise, wie man einen Garten naturnah bewirtschaften kann. Sie stellt die einzelnen zu beachtenden Komponenten vor, zeigt die Zusammenhänge und das Zusammenspiel dieser einzelnen Komponenten. Wenn man den Ausführungen folgt, wird man schnell merken, daß z.B. der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln nicht nur die Schädlinge abtötet sondern die Nützlinge eben auch mit entsprechenden Folgen. Es geht aber auch anders, in dem man naturnahe Kreisläufe schafft. Als Belohnung gibt es einen Garten ohne englischen Rasen, aber mit viel Platz für Pflanzen, Tiere und Mensch. Warum also Schädlinge jagen, wenn man viel Freude an anderen Bewohnern des Gartens haben kann? Statt es selber zu machen, darf man vieles die Natur machen lassen. Die kann das.

Mich hat das Buch angeregt, nun verstärkt Strauchschnitt zu häckseln und als Mulchschicht zu benutzen anstatt es zum Wertstoffhof zu fahren. Ein Hügelbeet wird im Gemüsegarten Einzug halten. Und, um Kreisläufe rund zu kriegen, werde ich mit den Enkelkindern eine Igelburg und eine Hummelburg bauen.

Mein Fazit:
ein Buch über naturnahes Gärtnern, das ich gewiß noch viele Male in die Hand nehmen werde, nach dem Motto, mein Garten wird jedes Jahr ein bißchen besser.

Bewertung vom 13.04.2019
Dünengeister / Kommissar John Benthien Bd.6
Ohlandt, Nina

Dünengeister / Kommissar John Benthien Bd.6


ausgezeichnet

Nina Ohlandt läßt in dem Krimi „Dünengeister“ John Benthien und Lilly, seine Kollegin und Lebenspartnerin, in ihrem 6. Fall auf Sylt ermitteln. Die beiden wollen sich ein paar Tage bei Johns Vater Ben von der stressigen Arbeit in Flensburg erholen.

Der etwas sonderlich wirkende Junge Tristan Melander entdeckt in einer Wanderdüne, direkt am stattlichen Anwesen seiner Großmutter, einen menschlichen Knochen. Statt der ersehnten Ruhe und Erholung gibt es nun für John und Lilly gleich wieder Arbeit. Noch ahnt niemand, welches Ausmaß diese Entdeckung noch annimmt. Als sich Benthien von Tristan den Fundort zeigen läßt, trifft er auf Yvonne und Nicky. Yvonne ist die Schwiegertochter der Hausherrin Adeline, die sich gerade nach einer Knieoperation zur Reha auf dem Festland befindet. Mit der Schwiegertochter versteht sich Adeline nach dem tragischen Tod ihres Sohnes nicht besonders. Es gibt häufig Diskussionen um den Lebenswandel von Yvonne und die Erziehung von Adelines Enkel Nicky. Und plötzlich sind auch Yvonne und Nicky tot. Ein tragischer Unglücksfall?

John und Lilly erfahren im Rahmen ihrer Ermittlungen von Johns Vater sowie von Gonde Oldsen, einer Chronistin der Inselgeschichte, daß es eine Aneinanderreihung tragischer Unglücke schon seit Generationen in der Familie Melander gibt. Einige meinen schon, daß auf der Familie Melander ein Fluch liegt. Letztes Opfer in dieser Unglücksserie wird Adeline. Sie wurde ermordet.

Der Wohlstand der Familie basiert auf den anrüchigen, aber lukrativen Geschäften von Haie Melander, der im 18. Jahrhundert die Leichen der gestrandeten Schiffe zu wissenschaftlichen Zwecken aufs Festland verkauft hat. Auch die nachfolgenden Generationen haben das Vermögen erhalten und vermehrt. Die Familie Melander ist daher stolz auf ihre Vorfahren.

Die Charaktere sind sehr fein herausgearbeitet. Man hat schnell ein Bild der Personen vor den Augen. Neben John und Lilly hat mir Johns Vater Ben sehr gut gefallen. Er gehört absolut nicht zum alten Eisen, führt stattdessen ein sehr agiles Rentnerleben.

Nina Ohlandt hat hier aus vielen Einzelfäden, die anfänglich noch verwirrend sind, einen Kriminalfall aufgebaut, der einen lange rätseln läßt, wie sich denn wohl alles zusammenfügt. Verdächtige und Mordmotive gibt es genug. Erst am Schluß kann John Benthien in großer Runde der Verdächtigen trickreich, spannend und mit Überraschungseffekt den Fall lösen.

Mein Fazit:
Mich hat der Krimi durch eine spannende Handlung, sehr gut dargestellte Protagonisten und einem unvorhersehbarem Ende sehr überzeugt. Daher gibt es eine klare Leseempfehlung. Der Schreibstil von Nina Ohlandt hat mir so gut gefallen, daß ich mich schon auf einen neuen Fall mit John Benthien und Lilly freue.

Bewertung vom 30.03.2019
Grado im Sturm
Nagele, Andrea

Grado im Sturm


ausgezeichnet

„Grado im Sturm“ ist der 4. Teil der Reihe um Commissaria Degrassi von Andrea Nagele. Die Vorgängerbände kenne ich (bisher) noch nicht, hatte aber ohne Kenntnis dieser keinerlei Schwierigkeiten mit dem Buch.

Emanuele ist im Supermarkt, als sturmbedingt der Strom ausfällt. Hier hört er zufälligerweise, wie im Nebengang zwei Personen über ein Mordkomplott reden. Emanuele geht zur Polizei, um das Gehörte zu melden, aber er wird als Junge aus der Wohnwagensiedlung von dem Polizisten nicht ernst genommen. Als er tags darauf unauffindbar ist, fragt man sich unweigerlich, ob die Personen aus dem Supermarkt mit seinem Verschwinden etwas zu tun haben. Commissaria Degrassi nimmt die Ermittlungen auf.

In Grado ist es in diesem August unerträglich heiß. Die Bewohner und Urlauber Grados kämpfen mit der Hitze. Die Autorin beleuchtet hier unterschiedliche Personengruppierungen: die streitende Urlauberfamilie auf dem Campingplatz, die ungleichen Freunde im Hotel, ein Geschwisterpaar, das ein Haus in Grado geerbt hat sowie Degrassis Mutter, die wieder heiraten will – ausgerechnet den Chef der Commissaria. Degrassi selbst überlegt, wie es mit ihrem Franjo weitergehen soll. Soll sie zu ihm in den Karst ziehen oder nicht? Dann gibt es noch eine Krankenschwester, die seit Jahrzehnten ein Trauma mit sich rumschleppt.

Über allem liegt die drückende Schwüle des nahenden Unwetters. Guiseppe, der Meterologe, warnt vor einem sehr heftigen Unwetter, doch seine Kollegen wiegeln das als Panikmache ab. Dann bricht das Unwetter über Grado herein, in einer unvorstellbaren Heftigkeit. Nichts ist mehr, wie es war. Es gab Tote, Verletzte und immense Schäden.

Commissaria Degrassi hat bei ihren Ermittlungen nicht nur mit dem Wetter zu kämpfen. Neben dem Vermisstenfall gibt es einen weiteren Toten, der nicht durch den Tornado ums Leben kam. Außerdem hat sie auch noch eine Anzeige auf dem Tisch, gegen eine Frau, die früher verbotenerweise Abtreibungen vorgenommen hat.

Für mich sind die Krimi-Elemente dieses Buches in den Hintergrund gerückt. Die Autorin hat sehr eindrucksvoll und bildhaft, fast zu fühlen, das hereinbrechende Unwetter beschrieben. So, wie man es nur kann, wenn man diesen Tornado selbst erlebt hat. Sie erzählt, eingebettet in die Krimi-Handlung, die Schicksale der Personen und wie der Tornado deren Leben verändert.

Das Buch bekommt von mir daher eine unbedingte Leseempfehlung. Ich werde auf alle Fälle an Commissaria Degrassi und dem Wirken der Autorin dranbleiben.

Bewertung vom 27.03.2019
Schaukel das Schaf - Ein Mitmachbuch. Für Kinder von 2 bis 4 Jahren
Sternbaum, Nico

Schaukel das Schaf - Ein Mitmachbuch. Für Kinder von 2 bis 4 Jahren


ausgezeichnet

Nach „Schüttel den Apfelbaum“ hat Nico Sternbaum nun ein zweites Mitmachbuch „Schaukel das Schaf“ für die Altersgruppe von 2 - 4 Jahren veröffentlicht.

Das Buch hat einen festen Pappeinband und Seiten aus normalem Papier. Der Autor, der seit seiner Kindheit gerne zeichnet, hat das Buch liebevoll illustriert.

Kinder mögen Bücher, die mehrere Sinne ansprechen. So war ich mir sicher, daß meine 3jährige Enkelin dieses Buch mögen wird.
Auf einer Doppelseite z.B. sieht man ein Schaf auf einer Schaukel. Aus dem Text ergibt sich, daß es traurig ist, weil keiner die Schaukel anschubst. Das Kind wird nun aufgefordert, das Buch zu schaukeln. Auf der nächsten Doppelseite sieht man ein Schaf, das mit strahlenden Augen schaukelt.
An manchen Stellen gibt es hier nun ein Lob für die Kinder. Weitere Aufforderungen sind z.B. dem Dino den juckenden Rücken kratzen, eine Kerze auspusten, einem Hund Flecken vom Fell rubbeln.

Ich habe das Buch mit meiner Enkelin bei einem Familienessen gelesen. Zwischendrin mußten wir mal das Lesen unterbrechen. Bei der nächsten Gelegenheit stand sie wieder neben mir: „Schafi!“ mit der Betonung: „JETZT lesen wir aber weiter.“ Das eine Mal habe ich nach einer Aktion nicht schnell genug umgeblättert. Das hat sie dann gemacht. Sie wollte doch wissen, wie es weiter geht. Nachdem wir fertig gelesen hatten, nahm sie das Buch mit beiden Armen umschlungen vor den Bauch und brachte es meiner Tochter. Anhand dieser Reaktionen bin ich mir sicher, daß ihr das Buch gefallen hat. Meine Tochter erzählte mir ein paar Tage später, daß das Buch zuhause noch mehrfach gelesen werden mußte.

Die 5jährige Enkelin aus der anderen Tochterfamilie hat uns beim Lesen über die Schulter geschaut. Ihr Urteil: „Das Buch ist toll“. Auch die Erwachsenen fanden das Buch total lieb.

Ich denke, wenn man den Kindern das Buch ein paar Mal vorgelesen hat und sie die einzelnen Aktionen kennen, werden sie sich auch mal alleine mit dem Buch beschäftigen. Vorlesen wird aber sicher die bevorzugte Variante bleiben.

Bewertung vom 26.03.2019
Das unglaubliche Hochbeet
Kampas, Doris

Das unglaubliche Hochbeet


ausgezeichnet

Das Thema Hochbeet wird in vielen Gartenbüchern nur als Randbereich gestreift. Doris Kampas hat hier nun mit „Das unglaubliche Hochbeet“ ein umfassendes Werk vorgelegt.

Das Buch ist von der liebevollen Aufmachung her schon ein Hingucker. Der Inhalt hat mich mehr als überzeugt. Hier werden alle Themenbereiche umfassend abgehandelt.

Neben den möglichen Materialien für ein Hochbeet wird der richtige Aufbau und die Befüllung erläutert. Für Paletten-Liebhaber ist sogar eine Bauanleitung für das sogenannte „Ruckzuck-Paletten-Hochbeet“ enthalten. Und wer bei Hochbeeten nur an die typischen 1m x 2m Holz-Varianten denkt, dem zeigt die Autorin verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, z.B. die Kräuter-Hochbeet-Pyramide oder Varianten für Balkon und Terrasse. Ein weiteres Kapitel widmet sich den Fehlern, die man machen kann oder besser, wie aus der Erfahrung anderer klug wird. Und wo was gut wächst, kommen gerne ungebetene „Mitesser“. Doris Kampas stellt dem Leser die „Besucher“ vor und zeigt auch gleich, wie man sie derer biologisch wehrt.

So bestens mit dem nötigen Grundwissen versorgt, stellt die Autorin verschiedene Themenbeete vor, zeigt den Anbauplan mit Einkaufsliste und Pflanzabständen etc. über den gesamten Jahreslauf.
Und für Kinder ist auch speziell ein Themenbeet dabei.

Ich selber hatte schon ein wenig Erfahrung mit einem kleineren Hochbeet. Weil ich dieses nun durch eine größere Variante ersetzen möchte, hat mich dieses Buch wegen der Themenbeete gleich angesprochen. Ich habe aber nun über Hochbeete allgemein noch einiges gelernt. Und speziell die Nutzung in die Wintermonate hinein wurde bisher von mir so nicht praktiziert.

Mein Fazit:
Das wird meine „Hochbeet-Bibel“, Nachschlagewerk für alle Situationen. Optisch wie inhaltlich ein Genuß.