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Christiane
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Ich liebe Lesen!!!

Bewertungen

Insgesamt 472 Bewertungen
Bewertung vom 04.01.2022
Jackson, David

Und leise klopft der Tod (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Die Polizistin Tery wundert sich. Es klopft an ihrer Wohnungstür. Sie öffnet die Tür, sieht einen Raben, will diesen verscheuchen und in diesem Moment schlägt der Killer zu! Detective Sergeant Nathan Cody, der noch von seinem letzten Einsatz traumatisiert ist, wird auf diesen Fall angesetzt. Der Killer hat kaum Spuren hinterlassen. Cody findet lediglich den toten Vogel und stellt fest, dass dem Opfer ein Auge fehlt und beginnt zu ermitteln. Es dauert nicht lange, da schlägt der Killer erneut zu. Erneut ist das Opfer Polizist und Cody erkennt, dass nicht nur die Menschen in Liverpool sondern auch die Polizei durch den Killer bedroht ist. Ihm wird klar, dass er nicht nur einen Serienkiller jagt. Er muss sich auch seinen eigenen Dämonen stellen, um diesen Fall zu lösen. Wird ihm das gelingen?
Den Thriller “Und leise klopft der Tod” hat David Jackson am 17. September 2021 gemeinsam mit dem Verlag Audio-To-Go herausgebracht.
Neugierig bin ich geworden, als ich gelesen habe, dass der Autor in einem Namenszug mit Harlan Coben genannt wurde. Da ich sehr gerne Harlan Coben lese, waren meine Erwartungen an David Jackson hoch. Sie wurden voll erfüllt. Der Autor hat mich mit nur wenigen Sätzen in seinen Bann gezogen und von Beginn an fand ich diese Erzählung sehr spannend. Den Spannungsbogen hat er stetig hoch gehalten. Auch wenn ich recht früh die richtige Idee für den Mörder hatte, hat das der Spannung keinen Abbruch getan. Ich habe immer überlegt, ob es noch eine andere Möglichkeit gibt. Es ist ein echter Pageturner, denn mich hat er so in seinen Bann gezogen, das ich dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte. Immer wollte ich wissen wie es weitergeht. Dies hat zu einer komplett schlaflosen Nacht geführt. Weiter möchte ich gerne erwähnen, dass ich nicht nur mit Cody gefühlt, gezittert und ermittelt habe, sondern zwischendurch auch mal ein wenig Schmunzeln durfte. Das fand ich sehr angenehm, denn so konnte ich mich zwischenzeitlich mal ein wenig erholen und Luft holen. Fans von Harlan Coben und Chris Carter kommen hier sicherlich auf ihre Kosten.
David Jackson hat mit “Und leise klopft der Tod” einen fesselnden Thriller auf den Büchermarkt gebracht, der vom Anfang bis zum Ende unglaublich spannend ist. Gerne empfehle ich ihn allen Fans von Harlan Coben und Chris Carter. Sie können sich auf unterhaltsame Lesestunden freuen.

Bewertung vom 14.12.2021
Erlenkamp, Barbara

Glückssterne über dem kleinen Café an der Mühle / Das kleine Café an der Mühle Bd.4


ausgezeichnet

Sophie und Peter können ihr Glück kaum fassen. Lisa ist da! Während die beiden ihr neues Leben mit dem Baby genießen, entwickelt Sophie eine neue Idee für ihr kleines Café an der Mühle. Ein Gastro-Stern soll her! Ihr Koch Louis ist sofort Feuer und Flamme und startet mit vielen neuen Ideen. Die Auszubildende Melanie ist ebenfalls voller Tatendrang. Bald sprühen die Funken nicht nur auf dem Herd. Das Leben könnte so schön sein, wäre da nicht die zickige Gastro-Kritikerin, der einfach nichts gut genug ist und der turbulente Alltag als Jungmutter, der Sophie regelmäßig vor neue Herausforderungen stellt.
Den Roman “Glückssterne über dem kleinen Café an der Mühle ” hat Barbara Erlenkamp am 26.11.2021 gemeinsam mit dem Verlag Lübbe herausgebracht. Das wunderschön gestaltete Cover macht schon beim Ansehen gute Laune. Es handelt sich um den 4. Teil der Reihe vom Kleinen Café an der Mühle. Er kann ohne Vorkenntnisse der vorigen Teile gelesen werden. Das Buch ist in viele, kurze Kapitel unterteilt. Es eignet sich für “mal eben ein paar Seiten lesen” ebenso gut, wie für das Lesen an einem Stück. Barbara Erlenkamp gelingt es mit nur wenigen Sätzen eine heitere und humorvolle Atmosphäre zu schaffen. Ihre bildhaften Beschreibungen führen dazu, dass ich mir die Personen, das Café an der Mühle und die Umgebung mit ihren Dorfbewohnern gut vorstellen und konnte und so habe ich mich in ihrem Roman sofort zu Hause gefühlt. Die Haupt- und Nebenfiguren sind mit liebevollen Details (z. B. einem alten Hut) versehen, die irgendwie jeder kennt. Die Handlungen sind in sich stimmig und nachvollziehbar, wenn auch nicht immer richtig. Dadurch kommt ein gewisser Schwung in die Geschichte. Mein Herz schlägt für Sophie, die sich das Leben als junge Mutter mit einem Säugling durchaus etwas leichter vorgestellt hat. Besonders bezaubernd fand ich den Onkel von Louis mit seinem französischen Dialekt, über den ich beim Lesen häufig schmunzeln musste. Apropos Schmunzeln, mit diesem Buch habe ich viele unterhaltsame und heitere Lesestunden verbracht. Barbara Erlenkamp hat ein besonderes Talent, Alltagssituationen zu beschreiben, die eigentlich jeder kennt. Diese sind sorgfältig aneinander gereiht und könnten auch unter der Rubrik “Pleiten, Pech und Pannen” sortiert werden. Ganz nebenbei bringt sie einen neuen Schwung in meine Küche, denn beim Lesen habe ich unweigerlich Lust bekommen, meinen Speiseplan zu ergänzen und meine gewohnten Rezepte ein wenig abzuändern. Und wer jetzt denkt, dass die Sterne-Küche nichts für uns Hausfrauen ist, der irrt. Am Ende finden sich ein paar Rezepte, die leicht zu Kochen sind und glücklich machen. Und wer kann keine Glückssterne in seiner Küche gebrauchen?
Barbara Erlenkamp erzählt in einem warmherzigen Ton und mit einem humorvollen Blick aus dem Alltag einer jungen Mutter, die mit ihrem ersten Kind nebenbei ein Café zu einem Gastro-Stern führen möchte. Das führt beim Lesen unweigerlich zum Schmunzeln. Gerne empfehle ich dieses Buch allen weiter, die Lust auf ein paar amüsante Lesestunden haben!

Bewertung vom 10.12.2021
Engel, Cornelia

Im Schatten der Vanille


ausgezeichnet

Es ist das Jahr 1880. Elisabeth flieht vor ihrem gewalttätigen Ehemann von Lübeck in das exotische Sansibar. Das quirlige Treiben auf der Insel, dem Marktplatz für den Handel mit Nelken, Orangen, Elfenbein und Vanille, wirkt auf sie, wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Die Realität sieht jedoch anders aus. Elisabeth ist in der durch Männer dominierten Handelswelt nicht willkommen und die Kulturen könnten unterschiedlicher kaum sein. Somit sieht sie sich regelmäßig mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. Wird sie ihnen gerecht werden? Und dann ist da noch der Pflanzer Jacob, der starke und widersprüchliche Gefühle in ihr auslöst. Meint er es auch ehrlich mit ihr?
Den Roman “Im Schatten der Vanille” hat Cornelia Engel am 14.12.2021 gemeinsam mit dem Verlag Tinte & Feder herausgebracht. Das exotisch anmutende Cover zeigt Elisabeth vor der Küste Sansibars. Im Vordergrund ist blühende Vanille sichtbar. Der Buchtitel, der Name der Autorin und der Name des Verlags sind leicht lesbar. Das Buch ist in 30 kurze Kapitel über 333 Seiten unterteilt und liegt gut in der Hand.
Cornelia Engel erzählt uns eine Geschichte, die in Ostafrika zur Kolonialzeit spielt. Ihr ist es gut gelungen, die exotische Atmosphäre, das Gefühl von 1001 Nacht und das quirlige Treiben von Sansibar einzufangen und zu vermitteln. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und bin an der Seite von Elisabeth nach Sansibar gereist. Der Schreibstil von Cornelia Engel liest sich leicht und locker. Ihre Haupt- und Nebenfiguren sind sorgfältig ausgebildet. Ihre Handlungen sind in sich stimmig und nachvollziehbar, wenn auch nicht immer richtig. Dadurch kommt ein gewisser Schwung in die Geschichte. Mir haben Imani und Anna am besten gefallen. An Imani zeigt uns die Autorin eine starke und kluge Frau, die uns die gesellschaftlichen Ansichten Sansibars um 1880 näher bringt. Anna, die Elisabeth aus Lübeck begleitet hat, macht aus meiner Sicht die größte Entwicklung durch und mausert sich von einem kleinen Mädchen zu einer jungen und selbstbewussten Frau. Mit “Im Schatten der Vanille” habe ich einige spannende Lesestunden verbracht, in denen ich auch mal schmunzeln durfte. Mir hat dieser Auftaktroman sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt, wie Elisabeth im Nachfolgeband “Im Schein der Morgenröte” auf die neuen Herausforderungen reagieren wird, der voraussichtlich im Sommer 2022 erscheinen wird. Am liebsten würde ich gleich weiterlesen.
Cornelia Engel erzählt auf eine unterhaltsame Art und Weise eine angenehm zu lesende Geschichte mit einer mutigen und manchmal etwas naiven Protagonistin vor dem exotischen Hintergrund Ostafrikas zur Kolonialzeit. Gerne spreche ich eine Leseempfehlung für alle aus, die dem tristen Winter für ein paar Stunden in das exotische Sansibar entfliehen möchten.

Bewertung vom 06.12.2021
Ruhrhofer, Norbert

Mord in Bad Vöslau


ausgezeichnet

Es ist Kurstadtlauf in Bad Vöslau. Ein herzkranker Mann liegt leblos neben seinem Rollstuhl. Alle Wiederbelebungsversuche sind erfolglos. Ein natürlicher Tod? Schon möglich, doch die alte Frau Katzinger will einen Blitz gesehen haben. Leider ist sie die Einzige. Da sie gar nicht nachgiebig ist, triezt sie Willi und Toni Pokorny so lange, bis diese anfangen zu ermitteln. Als hätten sie es geahnt, gibt es tatsächlich Personen im Umfeld des Toten, die von seinem Ableben profitieren.
Den Regionalkrimi “Mord in Bad Vöslau” hat Norbert Ruhrhofer am 23. September 2021 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Da ich selbst eine Weile in Wien gelebt habe und gerne in Österreich Urlaub mache, war ich sehr gespannt auf dieses Werk. Ein Blick auf die Personenliste hat mich bereits schmunzeln lassen. Spontan war ich mir sicher, dass ich in diesem humorigen Krimi bestens aufgehoben bin. So kam es dann auch. Der Einstieg ist mir leicht gefallen und ehe ich mich versehen habe, waren die ersten 100 Seiten auch schon um. Der Schreibstil des Autors liest sich leicht und flüssig. Durch WhatsApp-Nachrichten wird der Text zwischendurch aufgelockert. Mit der bildhafte Sprache des Autors konnte ich mir alles gut vorstellen. Die Ortsteile, Sehenswürdigkeiten, Lokale und Geschäfte gibt es (bis auf eine Ausnahme) wirklich. Während der gesamten 304 Seiten habe ich mich hervorragend unterhalten gefühlt. Die Haupt- und Nebenfiguren sind alle sauber ausgebildet, ihre Handlungen sind nachvollziehbar und wirken authentisch. Die Pokornys haben mich oft schmunzeln lassen und die alte Frau Katzinger die alles über jeden weiß und jeden kennt, hat in der Mördersuche viele falsche und einige richtige Hinweise platziert. Es sind Figuren aus dem Leben, die vermutlich jeder aus seiner Nachbarschaft kennt. Dazu gesellt sich Maxime, die Beaglehündin der Pokornys, die sich bereits mit ihrem ersten Auftritt einen Platz in meinem Herzen gesichert hat. Der Krimi wird sauber aufgelöst und ich bin schon ganz gespannt auf den 2. Teil und auf weitere Erlebnisse der Pokornys in Bad Vöslau. Eines ist sicher, wenn ich das nächste Mal in Österreich bin, besuche ich das Café Annamühle in Bad Vöslau. Darauf freue ich mich schon jetzt.
Norbert Ruhrhofer hat mit seinem Krimi “Mord in Bad Vöslau” einen amüsanten und unterhaltsamen Krimi auf den Büchermarkt gebracht, mit dem ich viele vergnügliche Lesestunden verbracht habe. Gerne empfehle ich ihn allen Freunden des Regionalkrimis mit Sinn für Humor weiter, die sich eine Weile in Österreich aufhalten möchten.

Bewertung vom 03.12.2021
Einwohlt, Ilona

Mohnschwestern


sehr gut

Es ist das Jahr 1943. Lotte ist 20 Jahre und mit Hans verlobt. Da trifft sie unerwartet auf Wilhelm. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch Wilhelm hat einiges zu verbergen. Er scheint im Widerstand tätig zu sein, doch trägt er häufig Uniform. Sie treffen sich nur im Geheimen. Meistens in Kellerräumen. Bei einer ihrer Verabredungen in einem Kellerraum beginnt der schlimmste Bombenangriff, den die Stadt bisher erlebt hat. Lotte überlebt nur knapp und verliert Wilhelm aus den Augen. Das einzige was sie von ihm hat ist ein Bild mit Mohnblumen. 2018 entdeckt Hazel ein Bild mit Mohnblumen bei einer alten Dame. Sie fühlt sich magisch von ihm angezogen. Und warum weiß die alte Dame so viel über sie? Was hat es damit auf sich?
Den Roman “Mohnschwestern” hat Ilona Einwohlt am 26. Oktober 2021 gemeinsam mit dem Verlag “HarperCollins” herausgebracht. Im Vordergrund ist ein frisch verliebtes Paar vor einem historischen Gebäude sichtbar. Der Name der Autorin und der Titel des Buches sind gut lesbar. Rechts und Links sind Mohnblumen zu finden. Die Farben sind in Pastell gehalten. Es wirkt wie ein verblichenes Farbfoto und macht mich neugierig auf die Geschichte, die darin enthalten ist.
Diese Geschichte spielt in einer spannenden Zeit und startet am Ende des 2. Weltkrieges. Im Vordergrund steht die Geschichte von Lotte, die ich auf Anhieb mochte und die mir mit jedem Kapitel mehr an mein Herz gewachsen ist. Mit jedem gelesenen Kapitel hat sie sich meine Achtung mehr verdient. Somit hatte ich einen leichten Einstieg in die Geschichte. Der Autorin ist es gut gelungen, die Atmosphäre der Zeit, den Mangel und die Anspannung der Menschen geschickt mit einem lockeren, bildhaften und leicht zu lesenden Schreibstil einzufangen. Ihre Haupt- und Nebenfiguren sind sorgfältig ausgebildet. Ihre Handlungen sind in sich stimmig und nachvollziehbar. Gerne vertiefe ich mich in Bücher, die aus 2 Erzählsträngen bestehen oder in zwei Zeitebenen spielen. Leider sind die Passagen mit Hazel nur sehr kurz. Somit ist es mir kaum gelungen, einen Bezug zu ihr zu finden. Diese Passagen habe ich eher als störend im Lesefluss des geschichtlichen Erzählstranges empfunden. Gefesselt und bis jetzt nicht losgelassen hat mich die Geschichte von Lotte und das Nachwort der Autorin. Beides wir mir noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben.
Ilona Einwohlt erzählt eine fiktive Geschichte, die sorgfältig in historische Ereignisse am Ende des 2. Weltkrieges eingeflochten ist und nachklingt. Alles in allem habe ich mit diesem Roman viele unterhaltsame Lesestunden verbracht und vergebe gerne 4 Sterne.

Bewertung vom 01.12.2021
Leibrock, Felix

Mord am Watzmann


ausgezeichnet

Das Unternehmer-Ehepaar Wineke aus Lübeck möchte seine Silberhochzeit auf dem Watzmann feiern. Beim Abstieg schlägt unerwartet das Wetter um. Unterhalb der Mittelspitze stürzen beide ab. Ein tragischer Unfall? Mord? Dem jungen Bergpolizisten Simon kommt das komisch vor und er beginnt zu ermitteln. Ihm wird schnell klar, dass die Welt der Winekes nicht so heile ist, wie es den Anschein hatte.
Den Regionalkrimi “Mord am Watzmann” hat Felix Leibrock am 23. September 2021 gemeinsam mit dem Verlag Servus herausgebracht. Das Cover hat mich neugierig gemacht. Der Titel, der Name des Autors und der Zusatz “Ein Berchtesgaden-Krimi” sind auf Anhieb gut lesbar. Besonders hervorzuheben ist aus meiner Sicht das Spiel mit den Farben Rot, Weiß, Schwarz und Grün auf dem schwarz-weißen Hintergrundfoto umrahmt von einem grünen Seitenschnitt. Zu Beginn finden wir eine hilfreiche Personenliste.
Dieser Krimi beginnt mit einem Prolog, der schon Düsteres ahnen lässt. Simon war mir gleich sympathisch und gerne habe ich ihn bei seinen Ermittlungen begleitet. Von der ersten bis zur letzten Seite liest sich dieser Krimi sehr spannend. Felix Leibrock präsentiert im Verlauf seiner Erzählung regelmäßig eine Vielzahl von immer neuen Informationen. Damit ist dieser Krimi zum Miträtseln bestens geeignet. Er fordert den Leser immer wieder auf neu zu denken. Vom Anfang bis zum Schluss ist diese Geschichte hochspannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und wollte immer wissen, wie es weitergeht.
Den Schreibstil des Autors würde ich als modern, flüssig und süchtig machend bezeichnen. Mich hat er mit nur wenigen Sätzen in seinen Bann gezogen. Seine Erzählung lesen wir aus der Sichtweise eines neutralen Beobachters. Da ist viel Raum für eigene Gedanken. Der Leser wird zum Mitdenken aufgefordert. Ich habe mich als Norddeutsche wie im Urlaub gefühlt und konnte mir alles gut vorstellen. Viele Szenen haben mich an meine eigenen Wanderurlaube erinnert. Mal war ich an der Seite des Bergpolizisten Simon unterwegs und mal fand ich mich als Adler in der Luft wieder und habe mir das rege Treiben am Watzmann von oben angeschaut. Spannend sind die Beschreibungen seiner Haupt- und Nebenfiguren, die meine Neugier regelmäßig weiter angefacht haben. Oft habe ich mich gefragt, was ich wohl noch nicht von ihnen weiß. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich dieser Autor ungewöhnlich gut mit Menschen auskennt, mit einer gesunden Portion Humor gesegnet ist und gerne gelegentlich einen kleinen Ausflug in den Sarkasmus unternimmt.
Felix Leibrock hat mit seinem Krimi “Mord am Watzmann” einen unterhaltsamen, spannenden und exzellenten Krimi auf den Büchermarkt gebracht, der den Leser vom Anfang bis zum Ende rätseln lässt. Eine klare Leseempfehlung für alle Bergfans!

Bewertung vom 30.11.2021
Weiß, Sabine

Gold und Ehre (eBook, ePUB)


sehr gut

In Amsterdam passiert dem jungen Architekten Benjamin ein grober Schnitzer und sein Vater schickt ihn nach Hamburg. Dort angekommen wird Benjamin belogen und betrogen. Er lernt Lucia kennen, die stiehlt, damit ihre Familie überleben kann. Benjamin ist fasziniert von Lucia und von ihrem kreativen Geist, doch sein Vater ruft ihn zurück nach Amsterdam. Wird die Liebe ihren Weg finden?

Sabine Weiß hat den historischen Roman “Gold und Ehre” gemeinsam mit dem Verlag lübbe am 26. November 2021 herausgebracht. Das wunderschöne Cover ist passend zur Zeit und zur Geschichte gestaltet. Autorin, Titel und Verlag sind gut lesbar. Zu Beginn finden wir eine hilfreiche Personenliste, in der die historischen Persönlichkeiten gekennzeichnet sind.

Die Autorin hat ihre Haupt- und Nebenfiguren sorgfältig ausstaffiert und gut gewählt. Ihre Handlungen sind allesamt nachvollziehbar. Mein Herz schlägt für Benjamin, den jungen Architekten. Er ist herzensgut, verliebt sich in Lucia, ist kreativ und einfallsreich. Manchmal ein wenig naiv, was wohl seinen jungen Jahren und seiner Gutgläubigkeit geschuldet ist. Neben Benjamin hat sich Theo, der Schiffsarzt, in mein Herz geschlichen über den ich gerne mehr gelesen hätte. Er bringt uns die Seefahrt näher. Das fand ich spannend und hätte mir hier mehr Raum für ihn und Yorick gewünscht. Lucia lerne ich als Diebin kennen. Sie hat länger gebraucht, um mich für sich zu begeistern. Sie ist blitzgescheit und sehr mutig. Ihren Mut zieht sie aus einer tiefen Verzweiflung und der Angst um das Überleben ihrer Familie. Ganz langsam und Stück für Stück hat sie sich meine Achtung erworben. Lucia macht viel mit und steht sich mit ihrem impulsiven Verhalten manchmal selbst im Weg. Ich hätte ihr mehr Glück gewünscht. Benjamins Onkel Samuel bringt uns die Politik der damaligen Zeit und ihre gesellschaftlichen Konventionen näher. Diesen Part fand ich ebenfalls sehr lesenswert. Meine anfängliche Sympathie hat er sich leider schnell verspielt. Dieses Buch habe ich in drei Abschnitten gelesen. Der Einstieg über die ersten 50 Seiten ist mir nicht ganz leicht gefallen. Wir starten in Amsterdam und beginnen mit einem geschichtlichen und politischen Teil. Somit ist der Rahmen sauber gesetzt und vielleicht vorhandenes Wissen aufgefrischt. Weiter geht es Benjamin und seiner Familie, mit deren Hilfe uns die Autorin die Architektur der Zeit nahe bringt. Diesen Teil fand ich deutlich fesselnder. Im zweiten Abschnitt passt dann alles. Er war superspannend und ich habe ihn in einem Stück durchgelesen. Er hat sich mit Persönlichkeiten beschäftigt, mit denen ich mich gut identifizieren konnte und die ich mochte. Der 3. Abschnitt kam mir dann etwas gekürzt vor. Wir haben viel über Politik und Geschichte gelesen.Hier hätte ich mir mehr Seiten für die fiktive Geschichte gewünscht.

Alles in allem habe ich das Werk als unterhaltsam, interessant und lesenswert empfunden. Positiv hervorzuheben sind die detaillierte Beschreibung der Personen und der Orte. Sabine Weiß unterhält in einem angenehm zu lesenden Schreibstil mit einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte und einem interessanten Einblick in die Architektur und die gesellschaftlichen Konventionen der Zeit. Sie lässt die Niederländische Geschichte im 16. Jahrhundert lebendig werden.

Bewertung vom 29.11.2021
Neuhaus, Nele

In ewiger Freundschaft / Oliver von Bodenstein Bd.10


ausgezeichnet

Der Ex-Ehemann von Pia Sander ehemals Kirchhoff steht kurz vor der Veröffentlichung seines Romans Mordsfreunde, da wird seine Lektorin vermisst. In ihrem Haus wird ihr demenzkranker, dehydrierter und am Fuß gefesselter Vater gefunden. Die Küche sieht aus, als hätte dort ein Blutbad stattgefunden. Pia Sander und Oliver von Bodenstein nehmen die Ermittlungen auf, die sie in den Verlag Winterscheid führen. Der vermissten Lektorin wurde nach 30 Jahren gekündigt. Daraufhin hat sie einen der Autoren des Plagiats überführt. Ein Mordmotiv? Als eine weibliche Leiche gefunden wird und ein zweiter Mordfall geschieht, stoßen Pia Sander und Oliver von Bodenstein auf ein altes Geheimnis. Sind noch mehr Menschen in Gefahr?
Den Regionalkrimi “In ewiger Freundschaft” hat Nele Neuhaus am 18. November 2021 gemeinsam mit dem ullstein Verlag herausgebracht. Das Cover ist in düsteren Farben gehalten. Im Vordergrund ist eine sitzende schwarze Katze mit gelben Augen zu sehen. Im Hintergrund ein herrschaftliches Haus, dessen obere Stockwerke beleuchtet sind. Der Name der Autorin, der Zusatz Kriminalroman und der Name des Verlages sind gut lesbar. Es handelt sich um den 10. Band der Reihe. Er lässt sich problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Am Anfang findet sich ein hilfreiches Personenregister.
Auf diesen Krimi habe ich mich besonders gefreut. Ich habe auch alle anderen Bände mit Pia Sander und Oliver von Bodenstein gelesen. Der Einstieg in dieses Buch ist mir leichtgefallen. Die Autorin hat mich bereits mit dem Prolog eingefangen, der Düsteres ahnen lässt und mich sehr neugierig gemacht hat. Somit ging es gleich spannend los und dann ging es spannend weiter. Zwischenzeitlich konnte ich diese typische Nele-Neuhaus-Hochspannung nur mit Mühe aushalten und hätte das Buch am liebsten an einem Stück gelesen. Leider ging das nicht. Dieser 10.te Band spielt in der Verlagswelt und gibt einen interessanten Einblick in das tägliche Leben dort. Oliver von Bodenstein hat ein Problem mit der krankhaften Eifersucht seiner Frau Karoline und den Verhalten ihrer psychisch gestörten Tochter Greta und seiner Ex-Frau Cosima. Mir hat das von Nele Neuhaus gewählte Maß zwischen der reinen Kriminalgeschichte, dem Ausflug in die Verlagswelt und dem persönlichen Problem von Oliver von Bodenstein sehr gut gefallen. Mit dieser Geschichte habe ich über 528 Seiten viele spannende Lesestunden verbracht. Für mich ist er perfekt!
Nele Neuhaus hat mit dem Regionalkrimi “In ewiger Freundschaft” einen unterhaltsamen, spannenden und empfehlenswerten Krimi auf den Büchermarkt gebracht, der den Leser vom Anfang bis zum Ende in Hochspannung hält. Von mir eine klare Leseempfehlung!

Bewertung vom 20.11.2021
Pecha, Bettina

Die Straße des Glücks


ausgezeichnet

Es ist das Jahr 1942. Katharina und Frank sind verliebt. Frank wird eingezogen und muss an die Front nach Weißrussland. Er gerät in Kriegsgefangenschaft. Im Sommer 1948 kommt Frank äußerlich unversehrt nach Hause. Das Leben von Katharina und Frank scheint perfekt. Sie heiraten und bauen ein Haus. Frank macht neben seinem Beruf als Unternehmer Karriere in der Politik und Katharina wird Hausfrau. Das Leben könnte so schön sein. Doch es dauert gar nicht lange, da bemerkt Katharina, dass sie nicht nur Hausfrau sein möchte. An Frank entdeckt sie eine Seite, die ihr nicht gefällt. Sie beginnt ihren Beruf als Schneiderin und Modezeichnerin zu vermissen. Als letztendlich ein gut gehütetes und dunkles Geheimnis sie einholt, hat sie genug von all den gesellschaftlichen Konventionen der Zeit beginnt ihren Weg zu gehen. Wird sie es schaffen, all die Hürden zu nehmen, die Widerstände aus dem Weg zu räumen und ihr Glück finden?
Den Roman “Die Straße des Glücks” hat Bettina Pecha am 9. November 2021 gemeinsam mit dem Verlag “Tinte und Feder” herausgebracht. Das Cover ist traumhaft schön. Mein Blick fällt auf die junge Frau mit dem roten Kleid. Die Farbe des Kleides und die Farbe der Buchstaben aus dem Titel sind Ton in Ton gehalten und wirken sehr harmonisch. Der blaue Himmel und die Farbe des Weizenfeldes bilden den perfekten Hintergrund. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.
Diese Geschichte spielt in einer spannenden Zeit und startet am Ende des 2. Weltkrieges in Schwaben. Im Vordergrund steht die Geschichte von Katharina, die ich auf Anhieb mochte und die mir mit jedem Kapitel mehr an mein Herz gewachsen ist. Mit ihr erleben wir die Zeit des Wirtschaftswunders nach dem 2. Weltkrieg und die beginnende Emanzipation der Frau ebenso, wie die damit verbundenen gesellschaftlichen Konventionen. Mit einem leicht zu lesenden Schreibstil und sorgfältig portionierten Bildern hat Bettina Pecha mich gleich mit in ihre Geschichte genommen. Zwischendurch lockert sie ihre Erzählung mit Briefen oder einzelnen Rückblicken auf. Ihre Haupt- und Nebenfiguren sind fein gezeichnet. Ihre Handlungen sind allesamt nachvollziehbar und legen den Gedanken nahe, dass die Autorin über ein besonders hohes Maß an Menschenkenntnis verfügt. Dieses Buch ist ein Glücksgriff für mich. Von der ersten bis zur letzten Seite hat es mich so sehr gefesselt, dass ich es nicht aus der Hand legen mochte.
Bettina Pecha hat mit einem geschickten Mix aus Liebe, Drama und Mut einen ausgezeichneten Roman mit fiktiven Persönlichkeiten vor einem historischen Hintergrund geschrieben, mit dem ich viele unterhaltsame Lesestunden verbracht habe. Sehr gerne empfehle ich diesen Roman uneingeschränkt weiter.

Bewertung vom 26.10.2021
Jaeggi, Christine

Die Magnolienfrauen


ausgezeichnet

Nach dem Tod ihrer Großmutter Violetta erbt Fee die Hälfte einer Villa im Tessin. Fee leidet unter Angstzuständen, seit ihre Freundin Eva vor ihren Augen erschossen wurde und ist in ihrem Beruf als Goldschmiedin berufsunfähig. Ihre bevorstehende Hochzeit mit ihrem Freund Christian bringt Fees lange verdrängte Gefühle wieder an das Tageslicht. Sie gerät in eine Krise und beginnt sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Fee reist in das Tessin um Abstand zu Christian zu gewinnen und um ihr Erbe abzuwickeln. Im Tessin ist sie nicht willkommen. Dennoch beginnt Fee Fragen zu stellen. Sie beschäftigt sich mit der Vergangenheit ihrer Familie und stößt auf ein altes Familiengeheimnis...
Den Roman “Die Magnolienvilla” hat Christine Jaeggi am 18. Oktober 2021 herausgebracht. Das Cover finde ich traumhaft schön. Die blonde, junge Frau steht vor einer alten Villa in einem weitläufigen Garten bei einem leicht bedeckten Himmel. Farblich ist es in sanften Tönen gehalten. Das Farbe aus dem Kleid der Frau und die Farbe der Magnolienblüten wirken sehr harmonisch zusammen. Ihre blonden und zusammengebundenen Haare wehen leicht im Wind. Titel, Autorenname und Verlag sind auf Anhieb erkennbar und gut lesbar. Zu Beginn finden wir eine hilfreiche Personenliste.
Mit diesem Buch habe ich viele spannende Lesestunden verbracht. Vor einigen Tagen habe ich es bereits ausgelesen, doch es fesselt mich heute noch. Es ist schon länger her, dass eine Geschichte mich mit ihren Figuren ähnlich intensiv beschäftigt hat. Christine Jaeggi erzählt in einem Schreibstil, der sich gut und flüssig lesen lässt. Sie platziert sorgfältig sehr schöne Bilder, so dass ich mir die Geschehnisse und die Landschaften sehr gut vorstellen konnte. Besonders gerne habe ich über die Tessiner Landschaft, die Villa und die Magnolie gelesen. Die meisten Haupt- und Nebenfiguren sind tief gezeichnet und gewinnen mit jeder vorbeizuziehenden Seite mehr an Charakter. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar, wenn auch nicht immer richtig. Die Autorin erzählt ihre Geschichte in 2 Zeitsträngen. Einmal in der Gegenwart, in der Fee die Hauptrolle spielt und einmal in der Vergangenheit, die nach meinem empfinden durch Alice, die Mutter von Violetta, geprägt wird, aber auch anderen Figuren viel Raum lässt. Alice hat mich tief bewegt. Schnell wird klar, dass Alice zu den Guten gehört, auch wenn sie einst ihren Mann erschossen hat und dafür in das Gefängnis musste. Oft hätte ich sie gerne getröstet, in den Arm genommen oder ihr Mut zu gesprochen. Gemeinsam mit Alice bewegen wir uns beim Lesen dieser Erzählung in der Zeit, als das Ende des 2. Weltkrieges nahte, Schmuggler aktiv waren und im Tessin jüdische Flüchtlingskinder in einem Kinderheim versteckt worden sind.
Christine Jaeggi hat mit einer geschickten Mischung aus Liebe, Drama und Geschichte einen ausgezeichneten Roman geschrieben, den ich gerne weiterempfehle. Er ist für alle die Leser geeignet, die Lust auf ein paar spannende Lesestunden mit starken Frauen im Tessin von heute und von gestern haben.