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Israelfreund

Bewertungen

Insgesamt 391 Bewertungen
Bewertung vom 13.07.2023
Page, Sally

Das Glück der Geschichtensammlerin


ausgezeichnet

Schreibe deine Geschichte
Ich bin durch das Buch von Sally Page sehr ins Nachdenken gekommen. Janice ist Putzfrau, eine sehr gute sogar. Aber ist es dass, was sie ausmacht oder einfach nur ein Job in dem sie gut ist? Es wird dem Leser schnell deutlich, was Janice wirklich gut kann. Sie kann zuhören und Geschichten sammeln, dem Anderen helfen sich zu öffnen und ihre Geschichte des Lebens zu erkennen und diese auszusprechen. Wie es aber manchmal ist, von sich selber hat Janice ein falsches Bild. Sie glaubt keine Geschichte zu haben, nichts Besonderes erlebt zu haben, nichts besonderes zu sein. Das Glück der Geschichtensammlerin. Was ist eigentlich Janice Glück? Die Fragen des Buches sprechen auch mich persönlich an. Wie schaut es in meinem Job aus? Wie ist mein Bild von mir? Wenn mich Janice nach meiner Geschichte fragen würde, könnte ich Antworten? Diese Fragen sind für mich die Stärken des Buches und das es gelingt ins Nachdenken zu kommen. Der Schreibstil von Sally ist herrlich und ich habe das Buch genossen.

Bewertung vom 13.07.2023
Grabuschnig, Ralf

Unterwegs zwischen Grenzen (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Geschichte und Gegenwart leicht und gut erzählt anhand von Reiseberichten und eigener Spätspurensuche als Kärntener. Bin sehr Begeistert.
Ich bin selber ein Grenzgänger. Von väterlicherseits ist meine Großmutter Österreicherin, im Grenzgebiet von Heidenreichstein beheimatet gewesen. Von meiner Frau ihrer Seite kommt der Großvater aus Hranice, Grenzendorf, der Liberecer Ecke in Tschechien. Heute leben wir in Neukirch/ Lausitz, nicht weit von der ersten Station dieses Buches hier entfernt. Bautzen ist wirklich ein Kleinod und hat viele Türme, enge Gassen und wunderschöne Ecken mit Cafés und Lokalen wo man das Leben genießen kann. An Kultur wird einiges geboten, wie das deutsch-sorbische Theater, wo auch sorbische Stücke mit simultan Übersetzung gespielt werden. Es werden sorbische Feste gefeiert, wie die Vogelhochzeit, wo Tänze, Lieder, Texte neben deutsch auch auf sorbisch zu Gehör gebracht werden. Es gibt ein sorbisches Tanztheater, ein Puppentheater auf der Orthensburg, ein großes Sommertheater und vieles mehr. Es gibt aber eben auch viel „Blauäugigkeit“. So wie es Juden in der AFD gibt, gibt es auch die Gruppe der Sorben, welche sich nichts dabei denken hier in der AFD mitzumachen. Das ist leider eine Geschichtsvergessenheit bzw. falsche Sicht auf die Ziele der AFD. Die hohe Wahlberereitschaft in der Oberlausitz Richtung rechts ist erschütternd, kann man nicht immer mit Arbeitslosigkeit und Sorge um Arbeit begründen. Kohleabbau hin oder her. Es soll nach dem Ende der Kohle ein riesiges Naherholungsgebiet mit einer Seenplatte werden, was auch Tourismusmässig zu begrüßen wäre. Das die Dörfer der Kohle weichen mussten ist eine Schande. Siebenbürgen Sachsen fand ich sehr informativ, hier kannte ich mich ganz wenig aus. Einen Hilfstransport hatte ich in den 2000ern mal mitgemacht und einiges ohne Tiefgang aufgeschnappt. Hier kam im Buch ganz viel „Futter“ dazu. Ralf Grabuschnig gelingt es die Problematik von Bewohnern an der Grenze lebend deutlich zu machen. Dazu kommt sein sprachliches Talent, denn es ist super spannend zu lesen. Auch die Geschichtsexkurse. Diese knüpft er an Fragen an welche ihm auf der Reise kommen. Von den Jenischen habe ich noch nie etwas gehört, obwohl mein Steckenpferd das Judentum ist. Das hat mich besonders gefreut, hier eine Lücke zu schließen. Auch die anderen Minderheiten waren Hochinteressant. Mein Platz reicht aber nicht mehr und ich sage nur: Lest dieses Buch, es lohnt sich wirklich.

Bewertung vom 12.07.2023
Bondestam, Linda

Mein Leben als einsamer Axolotl


ausgezeichnet

Immer anpassen
Das kleine Axolotl im Buch geht unaufgeregt seinen Weg durch die Welt. Anfangs ist es noch etwas gestresst vom Menschen, der durch seine bloße Gegenwart nervt. Aber das Problem erübrigt sich ja einmal und unser Axolotl in der Geschichte ist der ganz große Gewinner der Klimakatastrophe. Was für uns letztendlich schwierig wird, weil wir durch unsere Art und Weise das Leben zu führen unser Umwelt so verändern, dass es nicht mehr Lebensfördernd sprich keine Lebensmöglichkeit mehr für uns gibt. Die Zeichnungen sind witzig aber zugleich regen sie vor allem zum Nachdenken an. Schaffen wir eine Lebensmöglichkeit, wo sich allein das Axolotl als Population durchsetzt? Oder? Dieses oder wird nicht ausgeführt, dass Buch lädt Alt und Jung dazu ein, sich diesem wichtigen Thema „Wie nehme ich Verantwortung für diese eine Erde war?“ anzunehmen, miteinander zu reden und auf den nächsten Schritt hoffe ich. Welchen? Eine Welt zu erhalte, wo neben dem Menschen, dem Axolotl sich Millionen andere Tierarten wohlfühlen und erhalten bleiben. Klasse Buch, super die Thematik umgesetzt.

Bewertung vom 11.07.2023
Raute, Claudia

Henrys Weg


ausgezeichnet

Wenn Helden zweifeln
Wie bleibe oder werde ich Identisch auch als DEA-Agent? Spannend und gleichzeitig Sensibel geschrieben.

Ich war beeindruckt von der Feinfühligkeit mit welcher Claudia Raute Henrys Weg beschreibt. Es ist erstklassig regergiert, gerade was Trauma und bestimmte auslösende Momente (Trigger) betrifft, welche von jetzt auf dann zu Veränderungen führen. Es ist kein Buch wie jedes andere, sondern es gibt einen Helden, der in seiner Authentizität zum Vorbild wird. Gerade bei dem überraschenden Ende. Damit hätte ich nicht gerechnet, es wird Henry aber gerecht- es ist sein Weg. Ich fühlte mich gut unterhalten, habe mitgelitten und mitgeteilt, mich aber auch mit und für Henry gefreut.

Bewertung vom 08.07.2023
Jantzen, Nele

Warnemünder Sommer (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Romantische Ostsee
Für ein Ossikind, welches mit Urlaub an der Küste groß wurde ein Genuß, weil durch das Buch bildhafter Sprache an vieles erinnert wurde.

Dass man(n) oder frau sich in die die Ostsee verlieben ist keine Seltenheit. Ich habe dass mit etwa 5-6 Jahren erlebt. Ich konnte nicht mehr lassen von ihr, bin immer wieder zurück und ihr auch jetzt noch treu. See bedeutet in meinem Kopf immer noch Ostsee. Dass Mann und Frau sich hier an der Ostsee ineinander verlieben kann ja auch vorkommen. Ich behaupte aber mal, nicht so mit Humor geschrieben, mit Romantik durchzogen, mit Spannung und Dramatik verwoben, mit Erinnerungen, gerade auch für „Ossis Ü 50“, spielend. Mir hat das Buch gefallen, es war kurzweilig und was fürs Herz.