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Benutzername: Claudia Dieterle
Wohnort: Konstanz
Über mich: Autorin und begeisterte Bloggerin und Networkerin
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Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 03.09.2013
Bis wir uns wiedersehen
Jefferies, Dinah

Bis wir uns wiedersehen


ausgezeichnet

Die Autorin Dinah Jefferies wurde 1948 in Malaya geboren und zog mit 9 Jahren nach England um. Sie hat im Bereich Erziehung gearbeitet, lebte in einer Rock ’n Roll Kommune, war Künstlerin, eine Weile als Au-pair in Italien und lebte 5 Jahre im Norden Andalusiens, wo sie zu schreiben begann. 1985 starb ihr 14 Jahre alter Sohn, was ihr Leben drastisch änderte. Jahre später nach einer schweren finanziellen Krise kehrte Dinah Jefferies mit ihrem Ehemann nach England zurück. Sie lebt jetzt in Gloucestershire und schrieb dort ihr 1. Buch Bis wir uns wiedersehen.

Lydia wurde nach der Geburt von ihrer Mutter weggegeben und wuchs in einem Kloster auf. Sie hat eine flüchtige Erinnerung an eine Begegnung mit einer Frau, die sie nicht loslässt.

Mit 18 lernt sie Alec Cartright auf einer Kriegsparty kennen und heiratet ihn. Sie geht mit ihm nach Malakka, Malaya. Es ist 1955, eine unruhige Zeit mit Rebellen, Kämpfen im Dschungel, Aufständen und Unruhen. Alec arbeitet für die britische Kolonialregierung. Sie haben 2 Mädchen Emma (fast 12) und Fleur (8). Auf einer Party lernt Lydia Jack Harding kennen und beginnt eine Affäre mit ihm. Sie beichtet die Affäre ihrem Mann und beendet sie, da Alec droht, ihr die Kinder wegzunehmen.

Als Lydia ihre kranke Freundin fast einen Monat lang pflegt und von dort zurückkehrt findet sie ein leeres Haus vor ohne Mann und Kinder. Alec ist mit seinen Töchtern auf dem Weg nach England zu seinen Eltern und legt eine falsche Fährte für Lydia mit Hilfe seines Chefs George Parrot, der vorgibt, dass Alec nach Ipoh versetzt wurde, um dort als Finanzverwalter zu arbeiten.

Bevor sie sich auf den Weg nach Ipoh macht, vertraut die Tochter des Chauffeurs von Alec ihr den 7-jährigen Maznan Chang an, den sie zu ihrer Schwester bringen soll. Sie machen sich mit dem Bus auf den Weg, der von Rebellen angehalten wird. Es geht zu Fuß weiter. Adil, ein Mann den Lydia im Bus kennengelernt hat, bringt sie zu Jack Harding, wo sie und Maznan eine Zeit lang wohnen. Dort erfährt sie, dass Alec und die Mädchen bei einem Brand ums Leben gekommen sein sollen. Lydia verliert sich eine Zeit lang in der Trauer, bis sie wieder zu leben beginnt und eines Tages wieder Hoffnung auf ein Wiedersehen mit ihren Töchtern schöpft durch neue Informationen, wodurch die Suche erneut beginnt.

Währenddessen lernt Alec auf der Überfahrt nach England Sidney Oliver und dessen Schwester Veronica kennen, deren Mann an Cholera gestorben ist. Er und die Mädchen wohnen in England bei seinen Eltern und Alec und Veronica werden ein Paar. Alec hat seinen Töchtern erzählt, die Mutter habe sie verlassen und sei verschollen. Emma hat die ganze Zeit das Gefühl, dass etwas nicht stimmt und ist dem Vater gegenüber widerspenstig. Als sie von Veronicas Bruder bedrängt wird und sich wehrt, wird sie in ein Internat gesteckt.
Dort erhält sie von einer Nonne Informationen über ihre Mutter und deren Mutter, weshalb sie mit Hilfe von Veronica anfängt, zu recherchieren.

Das Buch beschreibt in einem Zeitraum von 3 Jahren das unsichtbare Band, das zwischen Lydia und ihrer Tochter Emma besteht, die beide die Hoffnung nicht aufgeben, sich wieder zu sehen. Dinah Jefferies erzählt sehr emotional und berührend den Kampf einer Mutter und Tochter, sich wieder zu sehen. Ein lesenswerter Roman, der ans Herz geht.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 24.07.2013
Ich versprach dir die Liebe
Sibley, Priscille

Ich versprach dir die Liebe


ausgezeichnet

Die Autorin Priscille Sibley ist in Maine geboren und aufgewachsen und lebt derzeit mit Mann und 3 Söhnen in New Jersey. Sie arbeitet als Krankenschwester und wollte Dichterin werden. Daraus hat sich eine Leidenschaft Geschichten zu erzählen entwickelt.
Ich versprach dir die Liebe ist ihr erster Roman.

Elle McClure und Matt Beaulieu wachsen zusammen in Maine auf. Als er 17 und sie 15 ist, verlieben sich die beiden ineinander. Es ist eine schwierige Zeit für beide, da Elles Mutter Alice Krebs hat und im Sterben liegt. Elles Vater Hank trinkt und vernachlässigt die Familie. Elle wird schwanger und verliert das Kind, das den Namen Selina erhält. Matt ist mit der Situation überfordert und betrügt Elle, weshalb sie die Beziehung beendet. Beide haben andere Partner, von denen sie sich später trennen, haben aber noch telefonischen Kontakt. Nach Jahren geht Elles großer Traum in Erfüllung, in den Weltraum zu fliegen. Beim Einsatz rettet sie einem Kollegen das Leben und wird zur Heldin. Nach ihrer Rückkehr aus dem Weltraum ist sie bereit, mit Matt einen Neuanfang zu machen. Die beiden heiraten und wünschen sich sehnlich Kinder. Nach Selina hat Elle 2 Fehlgeburten und eine Totgeburt, ein Junge, der Dylan genannt wird, bei dessen Geburt Elle beinahe verblutet wäre.

Nach einem Streit, weil Elle unbedingt nochmal schwanger werden will, Matt aber aus gesundheitlichen Gründen dagegen ist, hat Elle einen schweren Unfall. Sie stürzt von einer Leiter, erleidet schwere Kopfverletzungen und ist hirntot. Als die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden sollen, wird festgestellt, dass Elle schwanger ist. Eigentlich wollte Elle nie lebensverlängernde Maßnahmen, weil sie durch das lange und qualvolle mit vielen Schmerzen verbundene Sterben der Mutter geprägt ist.
Matt ist aber überzeugt davon, dass Elle das Kind unbedingt habe wollte und in diesem Fall mit lebensverlängernden Maßnahmen einverstanden wäre. Da Matts Mutter Linney, eine Säuglingsschwester, eine Patientenverfügung hat, in der Elle ausdrücklich gegen lebensverlängernde Maßnahmen ist, entbrennt ein Streit, der vor Gericht endet, wo Mutter und Sohn Gegner sind. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt, das Leben von Elle so lang zu erhalten, bis das Kind eine Überlebenschance hat. Matt macht eine Reise in die Vergangenheit, liest Briefe und Tagebücher von Elle, um Beweise zu finden, dass Elle alles für das Kind getan hätte. Sein Freund und Anwalt, Jake Sutter, unterstützt ihn dabei unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Rechtsprechung in den verschiedenen Staaten in Amerika, sucht Präzedenzfälle zu ähnlichen Fällen und nutzt das Interesse von Presse und Organisationen.

Ein ergreifender Roman, bei dem viele Themen wie z. B. auch Sterbehilfe angesprochen werden. Der menschliche Zwiespalt zwischen Leben erhalten und würdevoll zu sterben wird sehr gut beschrieben.
Ein Anlass für jeden, sich über ein Testament, Organspenden und eine Patientenverfügung Gedanken zu machen.

9 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.07.2013
Agatha Raisin und der tote Richter / Agatha Raisin Bd.1
Beaton, M. C.

Agatha Raisin und der tote Richter / Agatha Raisin Bd.1


ausgezeichnet

M. C. Beaton ist eines der Pseudonyme von Marion Chesney, einer schottischen Schriftstellerin, die in England lebt. Sie begann ihre Karriere in einem Buchladen, arbeitete später u. a. als Reporterin, bis sie mit dem Schreiben von historischen Romanen anfing und später zu Kriminalromanen wechselte.
Agatha Raisin und der tote Dichter ist der erste in einer Reihe von Kriminalromanen um die Hauptdarstellerin Agatha. Der Name ist passend gewählt, da er an die bekannte englische Schriftstellerin Agatha Christie und deren Krimis mit Miss Marple erinnert.

Agatha Raisin hat erfolgreich eine PR-Agentur in London aufgebaut, die sie mit 53 Jahren verkauft, um vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Als Kind hat sie mit ihren Eltern Cotswolds in den Midlands besucht, sich in den malerischen Ort verliebt und deshalb beschlossen, dort ihren Lebensabend zu verbringen. Sie kauft Budgen’s Cottage und zieht von der Stadt aufs Land.

Beruflich war es Agatha gewohnt, ihren Kopf durchzusetzen, Mitarbeiter und Kunden zu manipulieren. Die Dorfbewohner allerdings sind ihr gegenüber sehr reserviert, vor allem ihre Nachbarin Sheila Barr, besonders nachdem Agatha ihr die Putzfrau Doris Simpson ausspannt.
Deshalb beschließt Agatha, beim lokalen Backwettbewerb mitzumachen, um die Dorfbewohner zu beeindrucken. Da sie nicht backen und kochen kann, kauft sie eine Quiche im Feinkostladen in London.
Agatha gewinnt nicht, dafür stirbt der Preisrichter Herr Cummings-Browne, nachdem er zu Hause etwas vom Rest der Quiche gegessen hat, wodurch der Schwindel auffliegt. Die Quiche war vergiftet.
Agatha wird im Dorf als Mörderin abgestempelt, was sie natürlich nicht auf sich sitzen lassen will. Sie fängt an, auf eigene Faust zu recherchieren, freundet sich mit Detective Constable Bill Wong an, der ihr immer wieder nahelegt, die Ermittlungen der Polizei zu überlassen. Aber sie lässt sich nichts sagen, verfolgt mehrere Spuren bis sie den Täter entdeckt und bringt sich mehr als einmal in Gefahr.

Eine interessante Entwicklung wie die harte Geschäftsfrau menschliche Charakterzüge an sich entdeckt und doch noch Freunde im Dorf gewinnt. Ein amüsanter Krimi, der für ein spannendes Wochenende geeignet ist.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 12.06.2013
So wie Kupfer und Gold
Nickerson, Jane

So wie Kupfer und Gold


gut

Die amerikanische Autorin Jane Nickerson lebte viele Jahre in Aberdeen, Mississippi, und arbeitete als Bibliothekarin. Nach einer Zeit in Ontario, Kanada, lebt sie wieder in Aberdeen, weil sie den Süden liebt.

Sie wurde durch das Märchen Blaubart von den Gebrüdern Grimm sowie Charles Perrault zu Ihrem Buch „So wie Kupfer und Gold“ inspiriert. Im Märchen von Blaubart geht es um einen Mann mit 4 Kindern, der seine Tochter einem König mit blauem Bart zur Frau gibt. Das Mädchen bringt sich durch ihre Neugier in Gefahr und wird von ihren 3 Brüdern gerettet.

Jane Nickersen erzählt die Geschichte von Sophia Petheram, die ein paar Monate nach der Geburt ihre Mutter verloren hat und mit ihren 2 Brüdern und 1 Schwester in Boston aufgewachsen ist. Als sie 17 ist, stirbt auch der Vater und sie wird von Ihrem Patenonkel Bernard de Cressac nach Mississippi eingeladen, wo sie auf Wyndriven Abbey mit ihm leben soll. Da die Familie finanziell nicht gut da steht, wird das Angebot angenommen. Sophia hat über die Jahre ihren Patenonkel verehrt und zum Helden gemacht durch die Briefe und teuren Geschenke, die regelmäßig kamen.
Die Geschichte spielt in 1855 und beschreibt sehr gut das Leben von und mit Sklaven in den Südstaaten.
Es ist von Anfang an klar, dass Bernard nicht der fürsorgliche Patenonkel ist, sondern sie als Frau haben möchte, weil er eine Vorliebe für Frauen mit roten Haaren hat.
Trotz der ständigen Avancen genießt Sophia den Luxus. Die Geschichten über die früheren Frauen von Bernard de Cressac und die Dinge, die sie im Haus von ihnen findet, machen Sophia natürlich neugierig, aber auch nachdenklich. Es ist eine ständige Gradwanderung für sie, sich richtig zu verhalten, um nicht den Jähzorn ihres Patenonkels zu wecken, der sie auf Wyndriven Abbey isoliert, um sie an sich zu binden.
Leider muss man fast das halbe Buch gelesen haben, bevor es anfängt, spannend zu werden, als Sophia im Wald den Pastor Gideon Stone kennenlernt und sich in ihn verliebt.
Den Plan, ihn zu verlassen und mit ihren 3 Geschwistern zurückzugehen, als diese endlich zu Besuch kommen dürfen, wird nicht umgesetzt wegen den Spielschulden ihres Bruders Harry.
Der letzte Teil, der den Kampf von Sophia beschreibt, von ihrem Patenonkel loszukommen, ist dann doch noch spannend zu lesen, aber auch brutal. Die Altersempfehlung ab 13 Jahren würde ich deshalb auf wenigstens 16 Jahre erhöhen.
Wie die naive und unerfahrene Sophie ihr Leben beim Patenonkel auf sich allein gestellt meistert ist bewundernswert. Ob das Buch gefällt ist Geschmackssache.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.