Benutzer
Benutzername: 
BookwormLeseratte
Wohnort: 
Mainz

Bewertungen

Insgesamt 23 Bewertungen
Bewertung vom 02.09.2024
Schojer, Nadine

Tage des Zweifels / Die Telefonistinnen Bd.2


ausgezeichnet

Die „Telefonistinnen – Tage des Zweifels“ ist der zweite Band der Trilogie von Nadine Schojer.
In der Versicherungsanstalt übernimmt der Sohn Viktor Pering die Leitung, es weht ein neuer Wind. Nicht alle sind über seine Zukunftsvisionen und Plänen glücklich.
Die Freundinnen Gisela, Hanni, Charlie und Julia kämpfen um bessere Arbeitsbedingungen: der Stundenlohn soll erhöht werden. Ein schwieriges und riskantes Unterfangen, sie sind auf ihre Stelle im Unternehmen angewiesen.
Gisela kämpft mit ihren Gefühlen, soll sie ihren Mann wirklich für tot erklären lassen und mit Anton von Siebenthal ein neues Leben anfangen? Ihr Sohn Peter ist überzeugt, dass der Vater noch lebt.
Hanni trauert um ihre große Liebe Dean. Sie näht Handschuhe, welche die Freundinnen an Haustüren verkaufen. Mit dem Verdienst unterstützt sie ihre Familie und spart weiter auf ihren Traum vom eigenen Atelier. Zu Hause erlebt sie täglich die Hölle auf Erden. Sie ist gefangen, denn sie fühlt sich für ihre Schwestern und ihre Mutter verantwortlich.
Charlie hinterfragt ihr Leben und engagiert sich in der Frauenbewegung. Sie kämpft um die Gleichberechtigung der Frauen, schließlich ersetzen diese ihre Männer in Arbeit und Lebensunterhalt.
Die meisten der aus dem Krieg zurückgekehrten Männer sind verletzt oder traumatisiert, sie können die Familie nicht mehr unterstützen. Charlie liebt Dr. Claßen und versucht mit allen Mitteln, seine Aufmerksamkeit zu erlangen.
Die Empfangsdame Erna ist die Schaltzentrale für Neuigkeiten und Klatsch. Ein mehr als liebenswerter Charakter. Noch immer wartet sie auf ihren vermissten Sohn Theo.
Die geheimnisumwitterte Julia gibt immer noch Rätsel auf und sorgt für so einige Überraschungen.
Die Fortsetzung von „Die Telefonistinnen – Stunden des Glücks“ ist wieder wunderbar geschrieben und hat mich sofort in die Nachkriegszeit zurückversetzt. Das Buch möchte man gar nicht mehr aus der Hand legen, so spannend und herzerwärmend wird die Geschichte der Freundinnen weitererzählt. Der Roman ist aber keine leichte Kost, es werden so einige Ungerechtigkeiten der damaligen Zeit deutlich. Auch wenn es eine beschwerliche Zeit war, den Lebenshunger und die Lebensfreude der Menschen spürt man förmlich. Ein bewegender Roman, der von Liebe, Schmerz und persönlichen Tragödien erzählt. Ich freue mich schon auf Band 3!

Bewertung vom 30.07.2024
Huthmacher, Tanja

Traubenfest / Zeit der Schwestern Bd.3


ausgezeichnet

Spannendes Finale der Trilogie
„Zeit der Schwestern – Traubenfest“ ist der dritte Band der Saga von Tanja Huthmacher. Zusammen mit den drei Schwestern begibt sich der Leser auf eine Reise mit überraschendem Ausgang.
Auf dem Weingut treffen die Erntehelfer ein, die Lese beginnt, das Traubenfest muss geplant werden. Für Veronika und Stefan eine turbulente Zeit. Stefan denkt ausschließlich an sein Weingut, Probleme und Bedürfnisse der Familie sind zweitrangig.
Veronika hat aber auch eigene Pläne für ihre Zukunft. In ihrer Ehe ziehen immer mehr Gewitterwolken auf. Stück für Stück hinterfragt sie ihr Leben, fühlt sich aber durch ihr Verantwortungsgefühl und Pflichtbewusstsein gefangen. Ihre größte Stütze sind ihre beiden in der Nähe wohnenden Schwestern.
Sie begegnet Felix, einem Öko-Weinbauern. Zwischen ihnen knistert es gewaltig und Veronika fängt an zu träumen.
Veronikas Vater Georg wurde von seiner Frau verlassen. Sie ist mit seinem stärksten Konkurrenten zusammen. Und ausgerechnet dieser unterbreitet ihm ein Angebot für den Kauf seiner Schiffe.
„Zeit der Schwestern - Traubenfest“ ist ein wunderbarer, packender und herzergreifender Roman, den man nicht aus der Hand legen möchte. Tanja Huthmacher hat eine wunderbare Atmosphäre geschaffen, eine Welt, in der man verweilen will. Die Kapitel sind gut aufeinander abgestimmt. Die emotionale Spannung zieht sich durch das ganze Buch.
Leider war dies wohl der letzte Band.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 11.03.2024
Thiele, Markus

Zeit der Schuldigen


ausgezeichnet

Kommissarin Anne Paulsen entführt trotz möglicher beruflicher Konsequenzen Volker März. Der 72-Jährige soll ein Geständnis ablegen: Vor 40 Jahren wurde die 17-jährige Nina Markowitz vergewaltigt und ermordet. Der Täter wurde nie verurteilt.
Mein erster Roman von Markus Thiele über einen wahren Kriminalfall. Und bestimmt nicht mein letzter. Die treffende Darstellung der Beteiligten und der strafrechtlichen Prozesse, die Beschreibung der Gebräuche und des Umfelds der 80er Jahre haben mich sofort gefesselt – und weit in eine Zeit ohne hochentwickelte Möglichkeiten zur Untersuchung von Straftaten zurückversetzt.
Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend, wechselnde Zeitabschnitte klären nach und nach alle Fragen, vertiefen den Hintergrund und lösen letzte Rätsel.
Die Beteiligten setzen sich unermüdlich für Gerechtigkeit ein, suchen gesetzlich mögliche Wege und erwirken sogar eine Änderung der Strafprozessordnung. Jeder Rückschlag auf dem Weg reißt die alten Wunden erneut auf, doch sie lassen nicht locker, wollen den Vergewaltiger und Mörder von Nina seiner gerechten Strafe zuführen.
Den pensionierten Leiter der Mordkommission Klaus Margraf hat der Fall nie losgelassen, sein einziger ungelöster Fall. Eine sehr sympathische, aber auch beklagenswerte Figur stellt Ninas Vater, Hans Larsen, dar. Klaus März, Ninas 14 Jahre älterer Freund, weckt nicht unbedingt Sympathie. Seine herausragenden Merkmale: goldene Panzerkette, Koteletten und nikotingelbe Finger.
Die Beweise vor 40 Jahren haben für eine Verurteilung nicht ausgereicht. Eine neue Methode -die DNA Analyse- soll endlich den Schuldigen überführen.
Täter beenden nicht nur das Leben ihrer Opfer, ihre Taten haben auch massive Auswirkungen auf das Leben der Angehörigen. Der Polizei und Gesetzgebung sind teilweise die Hände gebunden, sie müssen im Fokus der Öffentlichkeit einengende Vorschriften befolgen.
Das Buch ist mehr als spannend. Angesichts der jahrzehntelang erlittenen Ungerechtigkeit macht es aber auch traurig.