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Benutzername: Isabell47
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Bewertungen

Insgesamt 345 Bewertungen
Bewertung vom 25.03.2021
Lebenssekunden
Fuchs, Katharina

Lebenssekunden


ausgezeichnet

Aufwachsen zweier junger Mädchen Mitte der 50ziger Jahre bis zum Mauerbau in Ost und West

"Lebenssekunden" von Katharina Fuchs erzählt wechselweise aus dem dem Leben zweier jungen Mädchen, derjenigen aus Kassel, Angelika, und der in Ostberlin lebenden Christine. Während Angelika Schwierigkeiten am Gymnasium bekommt, als dieses mit einer Jungenschule zusammengelegt werden und ihre Begabungen im künstlerisch/musischen Bereich nicht mehr zählen, so dass sie von der Schule fliegt, wird Christine im Leistungssport gedrillt. Angelika findet durch viel Glück eine Lehrstelle bei einem Fotografen in Kassel und geht in ihrer Leidenschaft der Fotografie auf. Um sich herum muss sie einige Schicksalsschläge hinnehmen, doch sie gibt nicht auf. Christine wiederherum, die eine begnadete und begeisterte Turnerin ist, lernt sehr viele Seiten des Systems kennen. Jahre später werden sie sich persönlich gegenüberstehen, wobei beide eine schnelle Entscheidung getroffen haben.

Mich hat diese Geschichte total bewegt, denn ich bekam einen guten Einblick in das unterschiedliche Leben der beiden Frauen. Egal, ob im Westen oder Osten beide Frauen haben sich durchkämpfen müssen. Die Härte des Leistungssports, die Intrigen, die verblendeten Ansichten, die politischen Entwicklungen..... all dies wird sehr eindrücklich dargestellt. Ich fühle mit Christine ihre Zerrissenheit, sehe in der Mutter und dem Stiefvater wie unterschiedliche Ansichten sich auch durch eine Ehe fräsen und diese fast zerbrechen lassen, spüre mit Christine die Liebe, die sie durchflutet ebenso wie die Schmerzen.....
Angelika und ihre Persönlichkeit, ihr Umfeld, ihre Verluste..... auch dies nehme ich ebenso wahr.
Die Entscheidungen, die beide treffen, geschehen in Sekunden und verändern viel.

Der Titel des Buches ist genial gewählt und während das Cover im Vordergrund mir irgendwie Unbeschwertheit suggerierte, könnte man Hintergrund evtl. erahnen, dass dies nicht so ist.

Mich hat dieser Roman begeistert - ein Stück Zeitgeschichte wundervoll erzählt.
Fünf Sterne!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 23.03.2021
Rattenbrüder für Greetsiel
Trost, Dirk

Rattenbrüder für Greetsiel


ausgezeichnet

Total genialer Krimi

Für mich ist es der erste Teil mit Jan de Fries, dem Anwalt, der gerade eben seine Kanzlei neu in Greetsiel eröffnet und ich bin total begeistert. Jan de Fries übernimmt gleich bei der Eröffnung seinen ersten Fall und unvermittelt steckt er in spannendster Detektivarbeit.

Jan de Fries ist in meinen Augen ein absoluter Sympathieträger ( okay, er könnte weniger oder gar nicht rauchen) - wirkt zumindestens in diesem Fall ein wenig wie Robin Hood. Sein Gegenpart bei der Polizei ist die Kommissarin Doro Oldenburg, die äußerst patent daherkommt.

Mir gefielen die detaillierten Beschreibungen der Szenen und ich konnte mir auch die Protagonisten nebst Hund sehr gut vorstellen sowie ich ebenso die Darstellung von Greetsiel und Umgebung äußerst gelungen fand. Die Thematik des Buches beinhaltet neben den Immobilienspekulanten und ihren dubiosen Machenschaften, auch das Thema Freundschaft und Liebe - zumindestens habe ich es so empfunden.

Über den Namen Bootsmann für eine Hundedame musste ich grinsen, denn bei mir kam sofort Bilder von dem Astrid Lindgren Film "Ferien auf Saltkrokan" auf.

Alles in allem ein Krimi, der mich sprachlich und inhaltlich absolut überzeugt hat. Ich hoffe auf weitere Fälle!

Fünf Sterne!

Bewertung vom 19.03.2021
Geteilte Träume
Mothes, Ulla

Geteilte Träume


ausgezeichnet

Facettenreiche Familiengeschichte aus der DDR
Ingke 18 Jahre, kurz vor dem Abitur stehend, erfährt 1992 völlig unvorbereitet, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist. Sie fühlt sich von ihren Eltern hintergangen ebenso wie von den Menschen aus ihrem Umkreis, die davon wussten. Kopflos verlässt sie ihr Elternhaus und nimmt Kontakt zu ihrer geliebten Cousine Rosa auf. Nicht nur Rosa beginnt ihr Teile aus ihrem Leben zu erzählten, sondern nach und nach auch andere Familienmitglieder, Alle erzählen ein Teil aus ihrem Leben, der mit der besonderen Lebenssituation in der DDR verbunden ist. Auf der Suche nach ihren Eltern erfährt Ingke sehr viel über die Vergangenheit.

Mich hat dieses Buch total gefesselt und obwohl eigentlich Ingke die Hauptfigur in der Geschichte ist, lag mein Augenmerk immer auf der Person, die gerade einen Teil ihrer Geschichte erzählte bzw. über die erzählt wurde. Ich habe sehr vieles über das Leben in der DDR erfahren, jedoch kann ich als jemand, der nie in der DDR war und im Westen ohne Ostkontakte aufgewachsen ist, nicht beurteilen, in wie weit die geschilderten Schicksale auf die Gesamtheit der Bevölkerung zutreffen. Was mir jedoch aufgefallen ist, dass die Menschen, die aus Ingkes Umfeld bzw. mit denen sie in Kontakt im Westen kommt, fast durchweg ein sehr gutes Auskommen haben, was auch im Westen auf weniger Menschen zutraf.

Ingke die Hauptfigur des Buches war für mich nicht die Sympathieträgerin, was vielleicht daran liegt, dass ich altermäßig mich eher mit den Eltern von Ingke identifizieren kann und ich teilweise sehr geschockt war über den Ton, den Ingke gegenüber der schwerkranken Mutter sowie anderen Mitmenschen gegenüber anschlug. Mir fehlte es hier an Empathie ihrerseits. Nichts desto trotz hat mich diese Geschichte aufgrund der Vielfalt der Einblicke der Familie und der Schicksale absolut begeistert.. Am Ende des Buches findet sich "versteckt" ein Stammbaum, der sehr nützlich ist bezüglich des Alters und der Verbindungen der Erzählenden.
Ich vergebe 5 Sterne!

Bewertung vom 06.03.2021
Das gezeichnete Opfer / Cold Case Bd.2
Frennstedt, Tina

Das gezeichnete Opfer / Cold Case Bd.2


ausgezeichnet

Ein "Cold Case", bei dem der junge angehende Pianist Max Lund ermordet wurde und der Täter/die Täter nie gefunden wurden, wird plötzlich wieder "heiß". Denn bei einem aktuellen Todesfall wird der gleiche seltene Lehm an der Leiche gefunden wie damals bei Max. Was verbindet die beiden Toten oder ist es ein merkwürdiger Zufall? DNA -Spuren werden neu analysiert, Verdächtige und Zeugen von damals vernommen..... Damit beschäftigt sich die leitende Ermittlerin Tess Hjalmarsson, die außerdem mit privaten und dienstlichen Problemen zu kämpfen hat, denn die Abteilung soll aufgelöst werdenl
Mir gefiel dieser Thriller ausnehmend gut, da ich die Ereignisse aus der Vergangenheit - sogar aus der Sicht des Opfers - quasi in einem Zeitstrang live erfahre und in der Gegenwart die aktuellen vielfältigen Ermittlungen sowie einen Erzählstrang, der aus der Sicht einer Ehefrau geschildert wird. Alles sehr nebulös und auf jeder Seite rätsele ich mit. Spannung pur!
Die Autorin beschwört mit ihren wohl gewählten Worten die jeweilige Atmosphäre herauf und so kann ich mir viele der Situationen hervorragend vorstellen. Ich entwickele Sympathien und Antipathien, verfolge meine eigenen Spuren und bin bis zum Schluss auf der völlig falschen Spur gewesen. Mit dem Ende hätte ich so nicht gerechnet, insbesondere da die Entwicklungen noch mal sehr an "Fahrt" aufnahmen.
Grandiose, spannende Unterhaltung - sehr gerne mehr davon!

Bewertung vom 06.03.2021
Nordwesttod / Soko St. Peter-Ording Bd.1
Jensen, Svea

Nordwesttod / Soko St. Peter-Ording Bd.1


ausgezeichnet

Der erfolgreiche Mordermittler Hendrik Norberg verzichtet auf seine Beförderung und lässt sich an seinen Wohnort St. Peter-Ording als Dienststellenleiter versetzen, da er nach dem Tod seiner Ehefrau mehr Zeit für die beiden Söhne haben möchte. Bei Dienstantritt erwartet ihn ein Vermisstenfall einer jungen Frau, zu der sein Vorgänger Unterstützung in Form von Anna Wagner LKA Kiel bekommen hat.
Der Erzählstil hat mich von Anfang an gepackt und ich mag die Mischung aus Fall und Privatleben sowie das Flair von St. Peter-Ording, was gut herüberkommt. Mir gefiel hier besonders, dass hier die "Kleinteile" der Polizeiarbeit erzählt werden. Zeugenbefragung, Alibiüberprüfung... und nicht alles immer glatt lief sowie neben Hauptprotagonisten auch die Familienmitglieder, Zeugen und andere Mitarbeiter der Polizei erwähnt wurden und gut vorstellbar waren.
Wofür ich einen halben Stern abziehe, weil ich es unglaubwürdig fand, war wie einfache Schutzmaßnahmen von Polizeikollegen und Spurensicherung außer Acht gelassen wurden und der Gedanke, dass Kinder mit 7 ruhig einige Stunden alleine bleiben können, den fand ich auch sehr merkwürdig bzw. dass die Autorin dies Anna Wagner denken lässt. Aufsicht- und Fürsorgepflicht - dies ist sicherlich insbesondere einer Ermittlerin beim LKA auch ein Begriff.
Aufgerundet fünf Sterne - sehr gerne würde ich mehr von Hendrik Norberg und Anna Wagner lesen, denn die beiden sind mir jetzt schon ans Herz gewachsen.

Bewertung vom 13.02.2021
Leichenblume / Heloise Kaldan Bd.1
Hancock, Anne Mette

Leichenblume / Heloise Kaldan Bd.1


ausgezeichnet

Während die Kopenhagener Journalistin Heloise Kaldan einen Artikel veröffentlicht hat, dessen Inhalt sich als falsch herausstellt und sie sich selber nun ihrem Arbeitgeber erklären muss, warum sie die Faktenlage nicht gegengecheckt hat, erhält sie einen Brief von einer Mörderin, die verschwunden ist. Warum hat die verschwundene Mörderin sich Heloise als Empfängerin ausgesucht und warum weiß sie private Details über sie? Fast zeitgleich erhält der Kommissar Erik Schäfer einen Hinweis, dass die damalige Mörderin gesehen worden ist.
Die Geschichte hat mich von an Anfang in ihren Bann gezogen, denn ich wollte wissen, warum die Mörderin Kontakt zu Heloise aufnimmt. Heloise sowie Erik waren mir von Anfang an sehr sympathisch, denn sie wirkten wie Menschen von nebenan. Warum hat die Mörderin den Mann umgebracht oder war sie es doch nicht? Auf mich wirkt die junge Frau in der Gegenwart sehr beherrscht und strukturiert - hat sie damals planlos gehandelt? Ich stellte mir viele Fragen, rätselte mit dem Kommissar und mit Eloise. Als der Ausmaß des Hintergrundes zu Tage tritt, wird mir ganz elend.Ich empfinde tiefes Mitgefühl und bin gleichzeitig schockiert, welche Macht manche Menschen ausüben. Besonders gut gefiel mir, dass der Thriller nicht reißerisch aufgemacht war, sondern eher leise und tiefgründig war. Trotz aller Tragik gefiel mir das Ende gut, weil es einiges offen ließ. Sehr gerne möchte ich Eloise, Erik und andere Personen, die im Thriller vorkamen, wiedertreffen. Der nächste Fall, der als Leseprobe im Buch schon enthalten war, klingt auch sehr interessant.

Bewertung vom 12.02.2021
Die Rache des Lombarden / Aleydis de Bruinker Bd.3
Schier, Petra

Die Rache des Lombarden / Aleydis de Bruinker Bd.3


ausgezeichnet

Genialer dritter Teil der Lombarden-Reihe
Zunächst sei gesagt, man sollte am besten mit dem ersten Teil anfangen oder zumindestens so wie ich den zweiten Teil schon gelesen haben, denn dies gibt einen besseren Einblick in die Geschichte. Leider ist es für Neueinsteiger nicht erkenntlich und wird auch im Buch selber nicht vom Verlag angegeben, dass es sich um den dritten Teil handelt.

Der Roman spielt in Köln 1424 und Aleydis de Bruinker, juinge Witwe des Lombarden Nicolai Golatti, hat mit der Übernahme des Erbes ihres Mannes mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Da sie vermögend ist, möchten einige Männer gerne an ihr Geld und die Macht, die sie als Ehemann sich ertraumen. Desweiteren sind, die ihr anvertrauten Mündel Ursel und Marlein entführt wurden , sowie die kriminellen Machenschaften ihres verstorbenen Mannes immer im Raum stehen. Wer stand alles in seiner Schuld? Wer hat Angst das etwas ans Tageslicht kommt? Was muss sie tun, um die Mädchen zurückzubekommen? Was ist mit dem attraktiven Gewaltrichter Vinzenz van Clewe, in dessen Gegenwart bei Alyedis ungeahnte Emotionen geweckt werden?

Ich habe mich sofort wieder gut in der Geschichte eingefunden und das Personenregister am Anfang des Buches hat mir auch geholfen alle Personen wieder einordnen zu können. Mir gefallen mehrer Dinge an diesem historischen Roman besonders gut. Zum einem schafft die Autorin es, das Leben und die Amosphäre in Köln zur damaligen Zeit excellent darzustellen und zwar durch viele kleine Details, die in die Erzählung beiläufig eingeflochten werden. Kleidung, Regeln, Gebräuche, Essen, Stadtbild, Wohnhaus, Berufsbilder,..... all dies ergibt ein stimmiges Bild und ich fühle mich, als ob ich es selbst erleben würde: Interessant fand ich z. B. u.a. auch, dass man damals auch schon seinen Hund "anmelden" musste - und sie eine Hundemarke trugen.

Zum anderen ist die Story selber so packend erzählt, dass ich mit Aleydis mitfieberte, denn es gab verschiedene Situationen, die nicht ungefährlich waren. Gepaart ist die Spannung jedoch auch mit der wunderbar einfühlsamen Darstellungen der Szenen, in denen es zu prickelnden Begegnungen kommt. Wunderbar finde ich auch, dass Aleydis zwar im Fokus steht, aber auch Bedienstete und andere Figuren so dargestellt werden, dass ich das Gefühl hatte sie zu kennen.

Ich verabschiedene mich nur äußerst ungerne von Aleydis und ihrem Umfeld - sehr gerne hätte ich sie noch länger begleitet, zudem es immer noch einiges gibt, worüber ich noch gerne mehr erfahren hätte.

Verdiente fünf Sterne und das von mir, die nicht unbedingt eine Anhängerin historischer Romane ist, aber hier stimmte einfach alles.

Bewertung vom 22.01.2021
Die siebte Zeugin / Eberhardt & Jarmer ermitteln Bd.1
Schwiecker, Florian;Tsokos, Michael

Die siebte Zeugin / Eberhardt & Jarmer ermitteln Bd.1


gut

Nikolas Nölting schießt in einer Bäckerei um sich und tötet dabei einen Menschen, während zwei andere verletzt werden. Nch seiner Festnahme schweigt er und Anwalt Rocco Eberhardt übernimmt das Mandat.

Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, da mich der Autor Michael Tsokos mit seinem Thriller "Zerrissen" völlig begeistert hat. Dieser Krimi dagegen hat mir gefallen, aber so richtig nah bin ich den Figuren nicht gekommen - auch wenn die Hauptfiguren sympathisch waren - konnten siw mich nicht ganz überzeugen. Vieles wurde in meinen Augen nur angerissen und nicht zu Ende erzählt bzw. blieb es meiner eigenen Phantasie überlassen. Trotz emotionalen Ereignissen blieben die Szenen oft "unterkühlt" und wurden mir zu sachlich erzählt. Sehr glaubhaft fand ich die Szenen im Gerichtssaal und interessant auf welcher Grundlage und Gesetzeslage der Fall entschieden wurde. Der Cliffhanger am Ende gibt viel Raum für Spekulationen und ich bin trotz des für mich mittelmäßigen Krimis gespannt auf die Fortsetzung, denn ich weiß, dass Michal Tsokos genial sein kann und Florian Schwiecker hat sein Wissen und Erfahrung als Strafverteidiger schon hier gut herübergebracht.

Bewertung vom 21.01.2021
Die Frauen von Paris
Jenoff, Pam

Die Frauen von Paris


gut

Zu dem Roman "Die Frauen von Paris" wurde die Autorin Pam Jenoff aufgrund der wahren Geschichte von Vera Aktins inspiriert, die während des zweiten Weltkrieges Agentinnen betreute.

Die Hauptfiguren der Geschichte sind Marie, die 1943 als alleinerziehende Mutter in London vom Geheimdienst angeworben wird, um in dem von Deutschen besetzten Frankreich als Agentin tätig zu werden und von Grace, die 1946 als Witwe in Manhattan zufällig auf einen zurückgelassenen Koffer stößt, in dem Fotos von Frauen sind, deren Schicksal sie auf den Grund geht.

Die Story wechselt zwischen der Gegenwart 1946, Gracies Leben und Arbeit in einem Büro bei einem Anwalt, der sich sehr engagiert für Juden einsetzt, die während des Krieges fast alles verloren haben und der Situation 1943 von Marie, ihrer Ausbildung zur Agentin und der Zeit in Frankreich sowie der Frau, die für den Geheimdienst das Netz von Agentinnen betreute.

Die Geschichte war faszinierend, zeitweise sehr spannend, sehr bewegend und trotzdem habe ich an vielen Stellen gedacht, wieso haben die Menschen so gehandelt oder kann das möglich sein. Da ich die Zeit jedoch glücklicherweise nicht selber erlebt habe, habe ich dies so hingenommen, aber an vielen Stellen hätte ich gerne mehr über die Personen, ihre Gedanken und Gefühle erfahren. Außerdem erschließt sich mir am Ende nicht, warum der Anwalt Frankie, Graces Arbeitgeber, überhaupt in dem Buch vorkam. Ein paar Mal kamen Andeutungen über ihn und ich fand ihn so interessant, dass ich mir hier ein anderes Ende der Story gewünscht hätte. Also in meinen Augen hatte der Roman viel Potential, was leider verschenkt worden ist, so dass ich insgesamt nur 3,5 Sterne vergeben kann.

Bewertung vom 19.01.2021
Eine unperfekte Liebe
Gercke, Martina

Eine unperfekte Liebe


ausgezeichnet

Liebesgeschichte, die mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte und mich an einigen Stellen laut lachen ließ
"Eine unperfekte Liebe" von Martina Gercke spielt in London und Umgebung. Katie ist 36 Jahre alt, erfolgreiche Innenarchitektin, Single und hat einen großen Kinderwunsch. Zwar hat sie keinen Partner, aber eine sympathische Familie - ruhiger Vater gepaart mit unkonventionneller Mutter und quirliger Schwester mit spontan - verrückten Einfällen. Der männliche Gegenpart in der Story ist Hunter Reed, erfolgreicher Schriftsteller, dessen Verlobte die Hochzeit kurzfristig ohne nähere Gründe abgesagt hat. Im Gegensatz zu Katie besteht seine Familie nur aus Gramps, seinem Großvater, der mittlerweile im Pflegeheim lebt. Beide lernen sich kennen... mehr möchte ich zur Geschichte nicht schreiben, denn ich will nicht zuviel vorwegnehmen.

Die Geschichte ist grandios geschrieben und mein Kopfkino lief die gesamte Zeit auf Hochtouren. Ich bin erstklassig unterhalten worden und man merkt den Figuren, den spritzigen Dialogen, den Beschreibungen der Örtlichkeiten (Cottage, Weihnachtsmarkt, Lokal....) an, dass die Autorin hier ganz viel Herzblut hineingesteckt hat. Bei einem Film würde ich sagen, dass jede noch so kleine Rolle mit hervorragenden Schauspielern besetzt wurde. Katie und Hunter sind äußerst sympathische, faszinierende Personen, aber Katies Mutter, Katies Schwester Hallie , Mia und Gramps sind die Sahnehäubchen, die der Geschichte an vielen Stellen zusätzlichen Schwung, hurmovolle, laute sowie auch leise nachdenkliche Töne geben. Die Story bot einige Überraschungen und nicht alles habe ich vorhergesehen - ein zusätzlicher Pluspunkt!

Sehr gerne hätte ich 6 Sterne gegeben - was leider nicht geht.... Lach! Der Name der Autorin steht jetzt bei mir auf Liste derer, die ich im Auge behalten werde.