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Benutzername: Inas Buecherregal
Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 153 Bewertungen
Bewertung vom 22.12.2019
Heidefeuer
Forster, Angela L.

Heidefeuer


sehr gut

"Robert Andresen hält gerade einen Vortrag über den Seitensprung. Ein Mann mit schweren Reitstiefeln erhebt sich und verlässt den Raum. Er tritt ins Freie und lehnt sich ein Stück weiter gegen die Hauswand. Er wartet, als letzter verlässt der Andresen das Gebäude. Bis zum Dorfteich verfolgt der Mann den Therapeuten, dann spricht er ihn an. Bevor Andresen sein Fahrrad zwischen sich und den Mann bringen kann, blitz auch schon die Schneide eines Messers im Mondlicht auf..."

Kommissarin Inka Brandt ist nach ihrer Trennung mit ihrer kleinen Tochter Paula auf dem Bio-Hof ihrer Schwester untergekommen. Dort soll sie mithelfen, doch die Ermittlungen machen ihr einen Strich durch die Rechnung. Hanna hat dafür Verständnis, für ihren Schwager Tim hat das jedoch Konfliktpotenzial. Dazu kommt noch Sebastian Schäfer, ein Patient der nahegelegenen Klinik, der sich in die Ermittlungen einmischt.

Bereits der Prolog gibt einen guten Vorgeschmack auf das Buch. Vorbei ist es mit der Idylle am Dorfteich, wenn nicht sogar im ganzen Dorf. Ein Mord und damit jede Menge Raum für Spekulationen, Klatsch und Tratsch. Inka und ihr Kollege stecken mittendrin, wie viel Wahrheit steckt in den Gerüchten? Dabei ist Inkas direkte Art nicht immer hilfreich, zu Beginn ist mir dies etwas aufgestoßen, ich war nicht immer mit ihrem Handeln einverstanden. Dieses Gefühl legte sich mit der Zeit, immerhin weiß so jeder woran er bei ihr ist. Mit Sebastian Schäfer betritt eine Figur die Bühne, die etwas Leben in den dahin fliesenden Krimi bringt. Seine Vergangenheit ist bewegend, seine Ermittlungsversuche kommen bei Inka verständlicherweise nicht gut an. Mir allerdings gefällt dieser Charakter, auch wenn er nicht nur Inka sondern auch mich zur Weißglut brachte und ich mir oft dachte: Junge, nun red doch einfach Tacheles!

Die Umgebung, die Landschaft und die verschlossene und dennoch tratschende Dorfgemeinschaft hat Angela L. Forster sehr gut beschrieben, alles konnte ich mir bildlich vorstellen und ich muss gestehen: Ein klein wenig habe ich mich in die Landschaft verliebt. Der Krimi ist leicht zu lesen, kommt ohne brutale Gewaltdarstellungen aus und hat, genau wie die Dorfbewohner, seinen eigenen Charme. Dies ist der erste Teil um Inka Brandt, und ich freue mich auf die Fortsetzung, die auch schon bereit liegt.

Bewertung vom 20.12.2019
13zehn
Juhr, Daniel; Kohlhaas, Daniel

13zehn


ausgezeichnet

"Ein Mann robbt durch den Dreck, gefangen im Kugelhagel der Deutschen. Um ihn herum Tod und Schmerz. Immer wieder wiederholt er den einen Satz: "Ich bin in der Hölle." Doch sterben möchte er nicht, noch nicht, und schon gar nicht hier.... "

Das Cover und auch die Beschreibung des Buches hat mich im Vorfeld schon wahnsinnig neugierig gemacht. Gegliedert ist das Buch in 7 Kapitel, in augenscheinlich abgeschlossene Geschichten und einen roten Faden, der alles zusammen hält. Dabei sind die Geschichten sowie auch die "Zwischensequenzen" allesamt gleich lesenswert. Jegliche Beschreibung von Leid, Liebe, Verzweiflung und Hoffnung ist so detailiert und bildhaft beschrieben das es mir schwer fiel das Buch aus den Händen zu legen. Die Kriegserlebnisse zum Beispiel werden so anschaulich erzählt das den Leser automatisch ein beklemmendes Gefühl beschleicht, und das obwohl das Kapitel nicht sonderlich lang ist. In einem anderen Kapitel wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, dabei gefiel mir besonders gut die Mauer als Sinnbild für Stephans Leben.

Das ganze Buch über findet man solche Beschreibungen, immer wieder treten Figuren in Nebenhandlungen auf, die scheinbar uninteressant wirken, mit der Zeit aber immer wichtiger für die Story werden. Und irgendwann kommt dann plötzlich der A-Ha-Effekt, aus dem dann doch wieder Verwirrung entsteht. Mit dem Fortschreiten des Buches wird immer deutlicher, dass die Geschenisse miteinander zusammen hängen, doch wie wird erst sehr spät klar, mir zumindest ;-)

Abgehackte Sätze und Sätze in normalen Längen wechseln sich ab, zum Teil auch die Erzählform, was das ganze nochmal interessanter macht. Für mich war das Lesen des Buches ein Auf und Ab der Gefühlswelt, Überraschung, Entsetzen, Trauer und Freude lösen sich nahezu im Sekundentakt ab.

Mein einziger Kritikpunkt sind die vielen Ausschnitte aus verschiedenen englischsprachigen Liedern. Warum diese dabei sind, wird im Nachwort klar (welches mir sehr gut gefallen hat), ich muss allerdings gestehen dass ich diese nur überlesen habe da sie für mich nichts wesentliches zur Story beitrugen.

Für Freunde des mysteriösen ein Muss, und auch alle anderen dürfen sich gerne fragen: Bist du bereit für die Wahrheit?

Bewertung vom 19.12.2019
Bonner Verrat
Thiesmeyer, Alexa

Bonner Verrat


sehr gut

Ein Friedhof im Jahre 1963.....langsam fährt ein Leichenwagen den Weg entlang, vorbei an einem Mann mit Aktentasche und Trenchcoat. Mit seinem Rosenstrauß in der Hand scheint er ein Besucher zu sein. Doch er wird von einem anderen Mann im Regenmantel schon erwartet. Ein Angestellter des Friedhofs knallt die Türe des Leichenwagens zu, aus dem sie gerade einen Sarg in die Kapelle getragen haben. Zeitgleich fallen zwei Schüsse, der Mann mit der Aktentasche bricht zusammen...

Ich muss zugeben, ich war erst skeptisch. Ich habe es nicht so mit Politik-Krimis, doch hier verstand es Alexa Thiesmeyer, mich zumindest ein kleines bisschen für Poliotik und ihre "Nebenwirkungen" zu begeistern.

Ihr Buch ist in Kapitel mit Jahreszahlen und Namen gegliedert. Dadurch sehen wir verschiedene Sichtweisen und auch, wie diese zu unterschiedlichen Wahrnehmungen und Reaktion führen. Dies zu lesen gefiel mir sehr gut.

Nicht so gut gefiel mir leider die Hauptprotagonistin Bärbel. Sie war mir äußerst unsympathisch. Ihre Hartnäckigkeit, ehemalige Klassenlameraden, und dann vor allem einen, dabei haben zu wollen ist fast schon lächerlich. Ihre nächtlichen Anrufe und Verfolgungsjagden machten das nicht besser. Bärbel ist um die 60 Jahre alt, und kann sich noch an alle Klassenkameraden aus den ersten 4 Schuljahren erinnern? Respekt, ich kann das nicht.

Dass sie mit Malte quasi einen Verbündeten gefunden hat der ähnlich verbissen wirkt wie seine Tante, sorgt für etwas action. Als Langzeitstudent hat er ja Zeit für etwas Detektiv-Arbeit. Trotz ihrer manchmal nervtötenden Art ist Bärbel mit mit der Zeit doch noch ans Herz gewachsen. Die selbstbewusste und energische Frau versteht es, ihren Kopf durchzusetzen. Sie ist eine Art "Miss Marple von Bonn" ;-)

Nach und nach tun sich immer mehr Fragen auf. Wem kann man noch trauen? Wer spielt falsch? Uwes Verhalten war für mich erst mal nicht nachvollziehbar, dies klärt sich nach und nach jedoch auf. Die Geschichte aus Uwes Blickwinkel ist faszinierend, löste aber auch eine leichte Beklemmung beim lesen aus. Die Zeit des Kalten Krieges war äußerst schwierig, stille Briefkästen, Spione, Verrat.....dies alles zusammen ergibt eine spannende Geschichte. Uwes Unsicherheit ist greifbar, ich konnte mich gut in ihn hinein versetzen und mit vorstellen wie ihm zumute ist. Verständlich das er nach Aufklärung sucht, der "Verfolgungswahn" ist nachvollziehbar.

Bärbel und Malte als Ermittler-Duo haben mir gefallen, dennoch gab es einige Szenen die für mich unglaubwürdig bzw. überspitzt dargestellt wurden. Trotz meiner Kritikpunkte ist das Buch alles in allem ein solider, spannender Krimi der zum nachdenken anregt.

Bewertung vom 10.11.2019
Nichts wird dir bleiben
Kraus, Christian

Nichts wird dir bleiben


sehr gut

"Sebastian liegt festgezurrt auf einer Liege, als sie mit "ihm" den Raum betritt. Ob sie den Jungen kennt, möchte "er" wissen. Sie verneint, bzw. behauptet, ihn nur flüchtig zu kennen. Plötzlich betritt ein asiatisch aussehender Mann in einem weißen Kittel den Raum. Er wird die Wahrheit herausbekommen, das weiß sie ganz genau - und die Wahrheit wird ihr Untergang sein.... "

Thomas Kern ist Psychotherapeut. Der Freitod seiner Patientin wirft sein ganzes Leben durcheinander, nichts wird mehr so sein wie es war. Mit der dadurch entstehenden Situation sind seine Familie und vor allem er restlos überfordert. Der angebliche Privatdetektiv Goldmann ist ein notorischer Lügner, der ausgerechnet jetzt bei Kern Hilfe sucht. Nach anfänglichem Zögern entwickelt sich schnell eine Art Zweckgemeinschaft, die beiden helfen soll.

Dieses Buch ist in sage und schreibe 109 Kapitel untergliedert! Das Buch hat 464 Seiten, es sind also recht kurze Kapitel. Ich mag schnelle Kapitelwechsel und dadurch resultierende aprupte Szenenwechsel in der Regel gar nicht, da dadurch oft mein Lese-Flow gestört wird. Hier jedoch fielen mir die kurzen Kapitel gar nicht auf bzw. störten mich nicht. Es war für mich spannend zu verfolgen, wie das Leben von Thoma Kern nach und nach zerstört wird. Seine Verzweiflung ist fast greifbar, die Schilderung der Gemütsverfassung ist dem Autor sehr gut gelungen, schnell entwickelte ich Sympathien und Antisympathien für die einzelnen Figuren.

Obwohl das Buch im großen Ganzen vorhersehbar war, wurde ich teilweise doch von den verschiedenen Wendungen überrascht. Es war für mich interessant zu sehen, wie schnell aus Leid Hoffnung und dann doch wieder Leid entstehen kann. Wem konnte man noch trauen? Doch von unverhoffter Seite kommt Hilfe, und relativ bald hatte ich eine Ahnung, wie das Ganze zusammen hängen könnte, und je weiter ich im Buch voran kam, umso mehr verstärkte sich mein Verdacht. Dennoch blieb das Buch weiterhin spannend, da der Autor immer neue Aspekte ins Spiel brachte, die dafür sorgten dass die Geschichte nicht zu sehr abflachte.

Von mir gibt es eine klare Lesempfehlung.

Bewertung vom 03.11.2019
Komm, wir fliegen nach Gran Canaria
Summer, Drea

Komm, wir fliegen nach Gran Canaria


ausgezeichnet

" Heinz ist verzweifelt auf der Suche nach etwas essbaren. Er war bereits im Garten fleissig, schließlich geht es morgen in den Urlaub, da muss alles ordentlich sein. Nun hat er Hunger. Da seine Frau noch bei der Arbeit ist, muss er sich wohl selbst etwas machen. Doch im Kühlschrank gibt es nur Gemüse, im Küchenschrank nur Nussbrot. Beim Gedanken an seinen ersten Kontakt mir einem Bissen Nussbrot wird es ihm schon wieder schlecht. Also weiter suchen. Als er seiner Tochter am Telefon erzählt, er würde gerade kochen, nimmt das Unheil seinen Lauf.... "

Heinz ist Pensionär und ein Ordnungsliebhaber, seine Frau nennt es Kontrollzwang. Er leidet ziemlich unter dem Gesundheitsfimmel seiner Frau Uschi, die gerne das Zepter in der Hand hält. Trotz diverser Uneinigkeiten lieben die beiden sich, auch wenn das nicht immer so deutlich zu sehen ist.

Schon bei den ersten Sätzen war Heinz mir sympathisch, dann noch sein Kontakt mir dem Nussbrot, einfach herrlich, ich musste so lachen. Drea schreibt wie immer äußerst bildhaft und mitreissend, diesmal allerdings nicht wie gewohnt in einem Thriller sondern in einer Komödie. Darum war ich extrem gespannt auf das Buch. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Drea beschreibt so viele lustige und süße Szenen, wie z.B. als er Uschi um 7 Uhr wecken soll weil sie pünktlich zum Flughafen müssen. Oder der Teil mit den Tennissocken in den Sandalen, ich habe Tränen gelacht. So viel Klischee, aber alles mit einem liebevollen Augenzwinkern verpackt.

Hin und wieder tat mir Heinz ja schon leid, ich konnte mir so richtig vorstellen wie er vor dem Büffet steht und schockiert auf seinen Teller blickt. Mir würde es an seiner Stelle genauso gehen :-)

Ich kann das Buch wirklich jedem weiterempfehlen, der gerne mal herzhaft beim lesen lachen möchte und gleichzeitig ein paar Ausflugtipps für den nächsten Gran Canaria Urlaub sucht ;-)

Bewertung vom 02.11.2019
London Crimes - Schlimmer als dein Tod
B., Kris

London Crimes - Schlimmer als dein Tod


ausgezeichnet

"Ihre Gedanken trieben ziellos umher, ihr Körper hatte keine Form. Sie wusste nur, dass sie aufwachte, auch wenn es Stunden zu dauern schien. Lange starrte sie in die Dämmerung, während jeder Atemzug ihr mehr Luft zu nehmen als zu geben schien. Wo bin ich? Ihr Geist war ein langer Korridor mit geschlossenen Türen, in dem namenlose Schatten vorbeihuschten und im Nichts verschwanden. Sie versuchte um Hilfe zu rufen, aber ihre Stimme gehorchte ihr nicht. Sie lag wie in einer Zwangsjacke, die sie innerlich und äußerlich fesselte. Eine schwere Stille erfüllte den Raum mit den sich ablösenden Tapetenbahnen. Der Lack der geschlossenen Tür war vergilbt und rissig. Es roch nach Schimmel.Wer bin ich? Wieso lag sie in diesem faulig riechenden Raum, indem nichts darauf hinwies, dass er überhaupt bewohnt war? Nein, das war kein Zimmer, in dem man an einem normalen Morgen erwachte. Irgendetwas war hier schrecklich verkehrt...." (Auszug aus dem Buch, Seite 7)

Jessica ist der Star am Ceasar, einem kleinen Theater. Sie ist leidenschaftliche Stepp-Tänzerin und bringt ihr Publikum in Verzückung. Doch nicht nur ihr Publikum, auch ein Teil der Crew liegt ihr zu Füßen, so wie auch Roger, ihr Ehemann. Trotz des Altersunterschieds scheinen die beiden sich gut zu ergänzen.

Zuerst einmal fiel mir das Cover auf. Normalerweise gehe ich darauf eher weniger ein da sich jeder selbst ein BIld machen kann und die Geschmäcker verschieden sind. Doch dieses hier hat es mir angetan, ebenso die Aufmachung im Buch wodurch es sich von einem normalen Taschenbuch unterscheidet. Dies ist mir bereits bei mehreren Büchern aus der "Edition tingeltangel" aufgefallen.
Zu Beginn lernen wir Jessica kennen. Sie ist jung, begabt, ehrgeizig, mit ihren Steppschuhen quasi verbunden. Ihr Mann Roger ist um einiges älter, bei ihm fehlt das Verständnis für ihre Leidenschaft. Dies merkt man ganz deutlich auf seiner Geburtstagsparty. Ich fand es spannend zu beobachten wie die Autorin es schafft aus einer scheinbar lockeren und entspannten Atmosphäre einen Stimmungsumschwung heraufzubeschwören, ohne plump zu wirken. Feine Nuancen sind zwischen den Worten zu spüren.

Obwohl die ersten Seiten nichts besonders tragisches passiert, las ich fasziniert weiter. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind vortrefflich beschrieben. Die Autorin bedient sich einer äußerst bildhaften Sprache, wodurch die Fuguren allesamt Tiefe bekommen. Ziemlich jeder ist hier egozentrisch, ich würde sogar soweit gehen und sagen, niemand hier ist im herrkömmlichen Sinne "normal". Jeder hat seine Macken, seine Ecken und Kanten. Aber genau das macht die Atmosphäre des Buches aus.

Dies ist ein Buch voller menschlicher Tragödien, verbunden zu einem spannenden Psycho-Krimi der Extra-Klasse. Teilweise ist soviel Gefühl zwischen den Zeilen zu lesen, dass der Krimi in den Hintergrund gerät. Für Fans des eingemachten, mit Vorliebe für viel Blut und Gewalt, ist dieser Krimi eher nichts. Wer aber Wert auf gut ausgearbeitete Figuren und Verbindungen legt, ist hiermit richtig bedient.

Bewertung vom 19.10.2019
Du gehörst bestraft
Summer, Drea

Du gehörst bestraft


sehr gut

Sören wird seit Tagen oder Wochen in einem stickigen, stinkenden Loch gefangen gehalten. Jegliches Zeitgefühl hat er nun schon verloren. Immer wieder klickt das Türschloß, dann wird er abgeholt, wieder und wieder Quälereien ausgesetzt. Mittlerweile wünscht er sich nichts mehr, als endlich zu sterben...

Drea ist Schriftstellerin, verarbeitet in ihren Büchern aktuelle und brisante Themen. Sie versucht sich an etwas neuem, was sie, da sie sehr zielgerichtet ist, zunehmend frustriert.
Ihr Mann Michael unterstützt sie sehr bei ihrer Arbeit, hat immer ein offenes Ohr und ist auch meist verständnisvoll. Außer seine Frau möchte mal wieder mit dem Kopf durch die Wand.

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, kannte ich Drea Summer bisher nur als Thriller Autorin, nun hat sie einen Krimi geschrieben. Besonders toll ist, dass sie hier über sich selbst und ihren Mann schreibt, die Autorin quasi als Hauptprotagonistin. Zudem spielt die Geschichte in Deutschland, einem ganz anderen Gefilde.

Am Anfang wird der Leser mit sehr vielen Figuren bekannt gemacht, ein Zusammenhang war für mich erstmal nicht erkennbar. Dies ändert sich jedoch je weiter die Geschichte fortschreitet.

Das Buch kann man in 2 Haupt-Erzählstränge aufteilen. Zum einen begleiten wir Drea Summer und ihren Mann nebst neuen Freunden bei ihren "Ermittlungen", zum anderen das Entführungsopfer. Dadurch baut sich kontinuierlich Spannung auf, jede Wendung treibt diese zusätzlich nach oben.
Immer wieder gibt es humorvolle Passagen wie z.B. eine Diskussion zwischen Drea und Michael, ich glaube er hat es nicht immer leicht mir ihr ;-)

Der Schreibstil ist wie gewohnt leicht und flüssig, es gibt keine langen Schachtelsätze die mich beim lesen ausgebremst haben. Zudem gelingt es der Autorin sehr gut, eine etwas unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Immer wieder führen mich neue Erkenntnisse oder Ereignisse auf eine falsche Spur, mit dieser Auflösung habe ich nicht gerechnet.

Ich lese gerne (Cosy-)Crime, doch hier konnte ich mich irgendwie nicht so recht in das Buch fallen lassen. Die Geschichte ist toll und aktuell, die Umsetzung finde ich Klasse, die Auflösung hat mich überrascht, das Ende gefällt mir auch sehr gut. Dennoch habe ich das gewisse Etwas vermisst, das mir bei ihren Gran Canaria-Thrillern so gut gefallen hat.

Nichtsdestotrotz ein unterhaltsamer Krimi den ich dennoch weiterempfehln kann.

Bewertung vom 19.10.2019
Der Strumpfmörder (eBook, ePUB)
Barkawitz, Martin

Der Strumpfmörder (eBook, ePUB)


sehr gut

Jack Reilly findet seine in Tränen aufgelöste Sekretärin Lucy in seinem Büro vor. Erst dachte er, sie weint wegen eines Liebhabers, doch dann erfährt er, dass ihre Freundin Mary umgebracht wurde, mit ihrem eigenen Strumpf erdrosselt.
Da in der Detektei mal wieder eine Auftragsflaute herrscht, übernimmt Jack kurzerhand den Fall, zumal sein Freund Lieutenant Leary mit den Ermittlungen betraut ist…

JackReilly ist Privatdetektiv in New York der 30er Jahre. Er ist oft knapp knapp bei Kasse, darum ist ihm eigentlich jeder Auftrag recht. Dieses Mal verdient er kein Geld dabei, dennoch wird sich der Auftrag für ihn lohnen.

Gewohnt forsch geht der Detektiv auch hier wieder an der Fall heran und bedient sich oft unorthodoxer Methoden. Hier gibt er nun vor, jemand anderer zu sein, und begibt sich so auf Mörderjagd.

Martin Barkawitz erzähl die Geschichte aus der Sicht von Jack, also der Ich-Form.
Die Geschichte ist kurz und knackig, durch den saloppen Erzählstil spannend und unterhaltsam vom Anfang bis zum Ende. Jack gerät von einer Auseinandersetzung in die nächste, es wird geschlägert, geschossen, gequalmt und gesoffen und Jack versucht, mehr oder weniger unbeschadet, aus den heiklen Situationen wieder herauszukommen. Die Beschreibungen der Protagonisten und auch die bildhafte Darstellung der Umgebung versetzen den Leser in die Zeit der schwarz-weiß-Krimis und der Gangster in Nadelstreifen.

Der Strumpfmörder ist ein kurzweiliger und unterhaltsamer Krimi für zwischenddurch, eine klasse Fortsetzung der Reihe um Jack Reilly.