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Benutzername: Inas Buecherregal
Danksagungen: 3 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 119 Bewertungen
Bewertung vom 02.06.2019
Racheherbst / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.2
Gruber, Andreas

Racheherbst / Evelyn Meyers & Walter Pulaski Bd.2


sehr gut

Cover und Titel passen zu den anderen Büchern der Reihe, haben dadurch einen hohen Wiedererkennungswert. Ich habe die Bücher mit dem blauen Cover. Der Klappentext macht wie immer neugierig wie die unterschiedlichen Ermittlungen Pulaski und Evelyn wieder zusammen führen.

Story:
Carla und Jo haben ihr drittes Date. Diesen gutausehenden Chirurgen würde sie so schnell nicht wieder von der Angel lassen. Gerne nimmt sie seine Einladung zu sich nach Hause an, malt sich aus wie der Abend verlaufen würde. Doch Jos Straße, sein Haus, seine Wohnung kennt sie bereits. Nur wohnte vor kurzem noch Hans dort. Dessen Bilder liegen in einer Schublade, statt dessen hängen Bilder von Jo an der Wand. "Welches Spiel wird hier gespielt", fragt sich Carla verwirrt....

Pulaski ist wieder einmal ein Mischung aus bärbeißig und gutmütig. Meiner Meinung nach in diesem Buch manchmal zu gutmütig und verständnisvoll. Mikaelas Beweggründe sind durchaus nachzuvollziehen, aber ihr Weg zum Ziel ist oft zu unüberlegt und veranlasste mich zu einigem Kopfschütteln. Evelyn wiederum ist gerade heraus, ihre Gemütsverfassung leidet beidiesem Fall allerdings ziemlich wodurch ihr rationelles Denken in den Hintergrund gedrängt wird.

Schon nach den ersten Sätzen hat mich Herr Gruber wieder in seinen Bann gezogen. Der alleinerziehende Vater Pulaski wird hier wieder sehr liebevoll dargestellt. Sehr schön finde ich die Lösung, dass seine Tochter zwar eine kleine Rolle spielt, beim eigentlichen Geschehen aber ausser Landes und somit aus der Schußlinie ist und keine Ermittlungen behindert werden. Der Polizist Pulaski hat mir nicht in jeder Szene gefallen. Ich mag seinen unorthodoxen Ermittlungsstil, in diesem Buch hat er sich meiner Meinung nach zu oft an der Nase herum führen lassen. Der Versuch dies mit den Erinnerungen an seine verstorbene Frau zu erklären hat mich nicht wirklich befriedigt.
Trotz diverser Schwächen sind die Charaktere zum Großteil authentisch, ihre Gedanken und Gefühle sind (soweit beschrieben) nachvollziehbar.

Gut gefällt mir, dass wir neben den verschiedenen Erzählsträngen auch einen aus der Sicht des Mörders haben. So wird manches klarer, auch wenn der Leser sich durch die unterschiedlichen Verstrickungen und die nicht immer chronologische Darstellung der Geschehnisse immer mehr verwirren lässt. Langsam steigert sich die Spannung, die dramatische Entwicklung lässt den Leser kurz den Atem anhalten. Da fehlt mir dann etwas das Gefühlsleben Evelyns, sie wirkt abgebrüht und unbeteiligt. Allerdings überstürzen sich zu dem Zeitpunkt auch die Ereignisse dass für Gefühle wenig Zeit bleibt. Nach und nach wird das ganze Ausmaß der Vorfälle ersichtlich, Pulaskis und Evelyns Ermittlungen führen die beiden zum Ende hin zusammen um dann gemeinsam den Täter zur Strecke zu bringen.


Alles in allem eine gelungene und spannende Fortsetzung, wenn auch mit kleinen Schwächen.

Bewertung vom 31.05.2019
Näher als du ahnst
B., Kris

Näher als du ahnst


sehr gut

Cover und Titel sind sehr gut ausgesucht, passen hervorragend zum Inahlt des Buches. Der Klappentext ist kurz und knackig, macht neugierig.

Story:
Das Buch beginnt mit einem Rückblick.
Die fünfjährige April und Ihre Familie brechen zum Verwandschaftbesuch auf. Die Eltern sind leicht gestreßt, bugsieren Hund und Kinder ins Auto. Doch April weicht plötzlich zurück, schreit dass das Auto brennen würde und wehrt sich mit Händen und Füßen in das Auto einzusteigen. Darum bleiben sie und ihre Mutter zu Hause, der Rest der Familie fährt los. Nachdem April wieder diese unsägliche Hitze verspürt schläft sie erschöpft ein. Geweckt wird April vom Weinen ihrer Mutter....

April ist ein ungewöhnlicher Mensch. Ihre Visionen begleiten sie seit ihrer Kindheit, viel wurde versucht um sie zu heilen. Schließlich hat sie sich ihrem Schicksal hingegeben und verkriecht sich mit ihrem Plüschhasen in ihrem Mauseloch.
Ihr neuer Kollege Miguel bringt mit seiner lockeren Art ihr bisheriges Leben allerdings ganz schön durcheinander. Auch der sympathische und verständnisvolle Detective Inspector Rick London kann etwas zu ihr vordringen.

Das Buch ist in der übergeordneten Erzählform geschrieben, mehrere Erzählstränge schildern im Wechsel die Geschehnisse. Der Beginn zieht sich etwas, dann nimmt die Geschichte jedoch an Fahrt auf und eine leicht unterschwellige Spannung bleibt den Rest des Buches über bestehen, die zum Ende hin noch ansteigt. Viel wörtliche Rede zeigt viel von den Beziehungen der Charaktere untereinander, so scheint die Handlung realitistischer, macht die Figuren authentisch. Vor allem Aprils Figur bekommt dadurch Tiefe, man möchte sie aus Mitleid fast in den Arm nehmen und beschützen.
Der Leser lernt hier viele Charaktere kennen. Da dies der Auftakt einer Reihe ist baut die Autorin hier vermutlich das Grundgerüst auf, manche Charaktere werden auch in den nachfolge Bänden eine Rolle spielen, wie DI London und seine Nichte.
Kurze Sätze und ein schnörkelloser Schreibstil ermöglichen ein flüssiges Lesen, ich bin nahezu durch die Seiten geflogen. Zudem versteht es die Autorin Verwirrung zu stiften: Wem kann man trauen, wer spielt falsch? Bis zum Schluß tappt der Leser im Dunkeln.
Einzig die Offenheit über die laufenden Ermittlungen zwischen Rick London und April fand ich nicht ganz glaubwürdig.

Die Geschichte ist spannend und kurzweilig mit einem kleinen Schuß Mystery, ich bin nun gespannt auf die weiteren Bände der Serie und kann diesen Auftakt der London Crimes-Reihe auf jeden Fall schon mal empfehlen.

Bewertung vom 14.05.2019
Mein Leben mit Anna von IKEA - Hochzeit
Kowa, Thomas

Mein Leben mit Anna von IKEA - Hochzeit


ausgezeichnet

Das gelb-blaue Cover ist recht einfach gehalten, dennoch sprangen mir die Farben und der Titel sofort ins Auge. Da der Klappentext mich ebenso neugierig gemacht hat, musste ich das Buch unbedingt lesen.

"Story:
Anna und Matthias planen ihre Hochzeit, unterstützt von tollen Ratschlägen ihres Freundes Morten, der sich selbst als Junggeselle mit Lebenserfahrung sieht. 223 Gäste hat Anna auf ihrer Liste, leider reicht das Budget nur für 20. Dies und auch das finden eines Hochzeitsdatums sorgt für einige Probleme. Doch schnell bietet sich die scheinbar perfekte Lösung an, Annas Eltern übernehmen die Kosten der Feier - leider auch die Organisation...."

Matthias und Anna haben schon einiges miteinander durchgemacht, nun wollen sie endlich den großen Schritt wagen. Anna weiß sehr genau was sie will und versucht ihren Kopf durchzusetzen, was ihr bei Ihren Eltern allerdings nicht so recht gelingt. Matthias kämpft unterdessen gegen die Vorurteile seiner Eltern, Intrigen und sonstige Wiedrigkeiten.
Annas und auch Matthias Eltern sind sehr speziell, mehr will ich dazu gar nicht sagen, dass müsst ihr einfach selbst gelesen haben.

Gleich zu Beginn bekommt der Leser eine Zusammenfassung der vorhergehenden Bände. Da dies bereits der vierte Teil ist, hat mir das gut gefallen. Somit war es mir gut möglich in die Geschichte einzusteigen ohne die anderen Teile gelesen zu haben.
Das Buch ist in der Ich-Perspektive aus Matthias Sicht geschrieben, klare und schnörkellose Sätze und der humorvolle, locker-leichte Schreibstil sorgen für einen schnellen und flüssigen Lesefluss. Die bildhafte Darstellung des Geschehens sorgte für einige laute Lacher meinerseits. Einfach herrlich wie er die Eigenarten der Eltern beschreibt, dabei kaum ein Klischee ausslässt. Die Geschichte ist teilweise sehr überzogen, aber gerade das macht ihren Charme aus. Sehr schön auch die kurzen Zitate bei jedem Kapitelanfang, passend zum Thema gewählt.

Mich hat das Buch sehr gut unterhalten, ich hatte kurzweilige und erheiternde Lesestunden und empfehle das Buch gerne weiter.

Bewertung vom 13.05.2019
Dornen in meiner Haut
Polnizky, Gunther

Dornen in meiner Haut


ausgezeichnet

Das Cover hat mich gleich angesprochen, zudem Titel und Bild gutaufeinander abgestimmt sind. Der Klappentext verrät mit persönlich etwas zu viel, macht aber neugierig auf das Buch.

Story:
Eine Leiche, ziemlich zugerichtet, an eine Säule im Keller einer Villa gefesselt. Daneben liegt bewußtlos der Hausherr. Als das Dienstmädchen den Keller betritt, gerät sie in Panik und läuft auf die Straße, holt Hilfe. Wer ist der zu Tode gefolterte Mann und was ist hier geschehen? Diesen Fragen müssen Oberinspektor Paul Steininger und seine Kollegin Simone Gruber auf den Grund gehen....

Paul Steiniger geht ganz in seinem Beruf auf, wenn auch die anfängliche Begeisterung verflogen ist. Dass seine Frau nach der Kinderzeit ebenfalls erfolgreich im Berufsleben steht, kann er nicht so recht akzeptieren. Diese Privaten Probleme machen ihm auch während der Arbeitszeit zu schaffen. Seine Kollegin Simone Gruber versucht, ihn aufzumuntern, viel mehr erfahren wir nicht von ihr. Max Wolf ist ein egozentrischer, eingebildeter Schnösel dem die (Frauen)-Welt zu Füßen liegt.

Der Einstig ins Buch startet schon mal mit einem Wow-Effekt. Kann der Rest des Buches halten was dieser verspricht?
Das Buch ist in mehrere Erzählstränge in der übergeordneten Erzählform gegliedert. Jeder Strang wirft einen anderen, teilweise überlappenden Blick auf das Geschehen, wodurch sich manches erst auf den zweiten Blick aufklärt, diese Art zu schreiben finde ich sehr spannend und hat mir sehr gut gefallen. Zudem bedient sich der Autor einer äußerst bildhaften Sprache, wie zB. das knacken der brechenden Füße erinnert an unter Schneelast brechende Äste, wodurch sich viele Szenen noch besser vorstellbar sind.
Die Ängste und Hoffnungen der Protagonisten sind gut dargestellt, die Probleme nachvollziehbar. Somit wirken die Charaktere authentisch und bekommen etwas Tiefe, allerdings schweift der Autor nicht zu sehr in das Privatleben ab und hält den Spannungsbogen somit aufrecht. Wirklichkeit und Wahn verschwimmen und um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, auch das Ende ist ein Ende mit Wow-Effekt, das Buch hat mich auf ganzer Linie überzeugt.

Spannend von Beginn an mit überraschender Wendung, Garant für ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Bewertung vom 12.05.2019
Der Nachtflüsterer
Rotter, Christoph F. J.

Der Nachtflüsterer


ausgezeichnet

Das Cover gefällt mir sehr gut, passend zum Inhalt des Buches ausgewählt. Den Titel finde ich allerdings nicht ganz so passend.

Story:
Ein Mörder wird gefasst, aufgefunden in der Wohnung seines Opfers, entspannt vor dem Fernseher auf dem Sofa sitzend, nachdem er die junge Frau teilweise zerstückelt hat.
Die ermittelnden Beamten finden weder die abgetrennten Körperteile noch einen Hinweis auf die Identität des Täters, der sogar ihnen Angst macht....

Die Hauptprotagonisten sind hier Ben und Viola. Der eher schüchterne Ben ist auf der Suche nach seiner Traumfrau, allerdings sucht er sich immer die aus, die unerreichbar für ihn sind. Bei Viola scheint genau dieses wieder einmal zuzutreffen, das Date entwickelt sich nicht ganz so wie erwünscht. Die selbstbewusste junge Frau weiss was sie will und macht ihm dies auch schnell klar. Zumal ihr Verhalten während des Dates Bände spricht. Doch plötzlich, mit der Entdeckung des ominösen Chats, wendet sich das Blatt.

Das Buch beginnt sofort mit dem Auffinden der Leiche und des Mörders, der Leser ist sofort mitten drin im Geschehen. Diese Spannung vom Anfang kann der Autor das ganze Buch aufrecht erhalten. Bens und Violas Reaktion beim Entdecken des Chats ist realistisch und nachvollziehbar. Wenn auch mit dem Fortschreiten der Story vor allem Bens Handlungen teilweise etwas fragwürdig erscheinen, dies heizt die Spannung jedoch erst recht noch an.
Der Autor sorgt mit kurzen und klaren Sätzen für ein rasantes Tempo welches zum Ende hin sogar noch gesteigert wird. Auch der persönliche HIntegrund der Personen wird kurz angeschnitten, dominiert die Geschichte jedoch nicht, erklärt aber so manche Reaktionen der Protagonisten.
Die Kapitel sind den jeweiligen Charakteren gewidmet, so bekommt der Leser verschiedene Blickwinkel auf die Geschichte, so dass kaum Längen entstehen und der Lesefluss nicht gestört wird.

Fazit:
Für mich war es eine interessante, gut durchdachte, kurzweilige und flüssig zu lesende Story, spannend vom Anfang bis zum Ende.

Bewertung vom 06.05.2019
Der Tote von der Knock. Ostfrieslandkrimi
Bekker, Alfred

Der Tote von der Knock. Ostfrieslandkrimi


ausgezeichnet

Das Cover ist sehr schön, erweckt Urlaubs-Sehnsüchte, wenn nur der Titel nicht wäre. Der verspricht nämlich keine Urlaubs-Idylle ;-)

Frühmorgens am Schöpfwerk an der Knock nahe der Standbilder des großen Kurfürsten und Friedrich dem Großen: Zwei Männer treffen sich, diskutieren, schließlich streiten sie. Es geht um Geld das der eine will, der andere aber nicht hat. Als plötzlich mit der Polizei gedroht wird, eskaliert die Situation.....

Dies ist bereits der dritte Fall für den 50jährigen Ebbo Steen, Kriminalhauptkommissar der Kripo Emden und die Ruhe selbst. Hektik ist für ihn ein Fremdwort, kann er sich doch meist auf seinen Instinkt verlassen. Das glatte Gegenteil ist seine Kollegin Altje. Zur Zeit ist sie sehr gestresst und reagiert schnell über da ihr Halbbruder zu Besuch ist und einiges zuhause auf dem Hof auf den Kopf stellt. Das bekommen nicht nur die Kollegen sondern auch die Verdächtigen zu spüren. Mittendrin steckt Ulfert Jansen, der nach einem Zeit beim BKA bei den Kollegen in Ostfriesland gelandet ist.

Der flüssige Schreibstil machte es mir leicht, in das Buch rein zu kommen. Salopp und erfrischend geschrieben ist dieser Krimi leicht zu lesen, die sympathischen Ermittlern tun ihr übriges dazu. Die Gepflogenheiten der Ostfriesen werden sehr gut dargestellt, ich konnte mich gut in viele Situationen hineinversetzen. Das Buch beinhaltet viel wörtliche Rede, dies schadet dem Lesefluss aber überhaupt nicht. Die Handlungen der Figuren sind nachvollziehbar, die Darstellung mit ihren Ecken und Kanten lassen sie authentisch erscheinen. Dieser Krimi kommt ohne detailreiche blutige Szenen aus, ist dennoch von der ersten Seite an spannend und lädt zum mit raten ein.

Ich habe mich bei diesem Ostfriesland-Krimi aus dem Klarant Verlag wieder sehr gut unterhalten.

In der „Kommissar Steen ermittelt“ - Reihe sind bisher erschienen:
1. Die Tote im Tief
2. Der Tote am Delft
3. NEU: Der Tote von der Knock

Die Ostfrieslandkrimis von Alfred Bekker können unabhängig voneinander gelesen werden.

Bewertung vom 04.05.2019
Tief unter Wasser
Schwab, Elke

Tief unter Wasser


sehr gut

Das Cover hat mich sofort angesprochen, da es sich von den meisten anderen abhebt. Zudem passen Cover und Titel super zusammen und ich war gespannt, ob der Klappentext hält was er verspricht.
Es fängt schon mal sehr gut an:
Britta schwimmt wie gewohnt im Weiher ihre Bahnen, Nackt und frei fühlt sie sich, fernab irgendwelcher Beobachter. Erfrischt tritt sie ans Ufer, trocknet sich ab. Plötzlich fällt ein Schatten auf sie, gierige Augen starren sie an, seine Hände sind überall auf ihrem Körper. Doch dann weiten sich seine Augen, er fällt zu Boden....hinter ihm steht ihre Freundin Cindy, einen schweren blutbesudelten Stein in ihren Händen....

Ehrlich gesagt fällt es mit schwer, mit der erwachsenen Britta warm zu werden. Sie ist mürrisch und fühlt sich meiner Meinung nach zu schnell auf den Schlips getreten, zudem kann sie viele ihrere Kollegen nicht leiden was es schwer macht, sie zu mögen. Ihre Freundin Cindy ist das glatte Gegenteil: Lebensfroh, unbedarft, macht was ihr gefällt und wozu sie Lust hat ohne sich um Regeln oder Vorgaben zu kümmern. Vielleicht ergänzen sich die beiden darum so gut. Aber gerade ihre Freundschaft wird durch Brittas neuen Fall auf die Probe gestellt.
Ein Mord, ausgerechnet in Cindys Wohnung. doch wer ist der Mann und was wollte er in ihrer Wohnung? Im Laufe der Ermittlungen stößt Britta auf Ungereimtheiten, doch scheinbar hat hier jeder etwas zu verbergen was die Aufklärung deutlich erschwert.

Anfangs hatte ich etwas Probleme mit den Schreibstil, er erscheint oftmals etwas holprig woduch mir nicht immer ein flüssiges Lesen möglich war. Dennoch bin ich recht schnell in der Geschichte versunken (passend zum Titel), die verdächtigen Geschehnisse und die seltsamen Anufe haben mich in ihren Bann gezogen, ich musste einfach wissen welches Spiel hier gespielt wird. Die Autorin legt hier immer wieder falsche Fährten welche die unterschwellige Spannung das ganze Buch über konstant halten. Durch unvorhersehbare Wendungen bleibt der Täter lange verborgen, was den Leser bei Laune hält.
Die Umgebung sowie die Figuren konnte ich mir durch die bildhafte Sprache sehr gut vorstellen, die Charaktere sowie ihre Handlungsweisen sind authentisch.

Ein empfehlenswertes Buch für spannende und kurzweilige Lesestunden.

Bewertung vom 27.03.2019
Die Akte Rosenrot
Korten, Astrid

Die Akte Rosenrot


ausgezeichnet

Als erstes hat mich das wunderbare Cover angesprochen, welches zusammen mit dem einprägsamen Titel eine Einheit bildet. Der neugierig machende schlichte Klappentext gibt einen kleinen Einblick ohne jedoch zu viel zu verraten.

Story:
Tanja Fischer ist hinter dem Steuer kurz unaufmerksam, sieht plötzlich etwas an der Windschutzscheibe vorbei fliegen. Ein Tier oder ein Stück Holz, hofft sie. Auf der Straße liegt jedoch ein kleines, rotes Kinderfahrrad mit der Aufschrift "Rosenrot" auf dem Rahmen. Tanja Fischers markerschütternder Schrei reißt die Nachbarn aus ihrem Alltag. Fassungslos starren sie auf das rote Kinderfahrrad - und den kleinen nackten Jungen in der Blutlache...

Charaktere:
Ibsen Bach ist kein typischer Ermittler, durch einen Unfall verlor er vor fünf Jahren seine Frau. Er benötigt Medikamente und ist in Therapie, somit nicht mehr im aktiven Dienst. Dadurch hat er Zweifel ob er der Aufgabe gewachsen sein wird. Andererseits freut er sich, wieder mit Andreas Neumann, seinem ehemaligen Kollegen beim BKA, als Profiler zusammen arbeiten zu können.
Leonela Sorokin, die bloggende Jurastudentin muss eine gewalttätige Beziehung verarbeiten und im Laufe ihrer Ermittlungen über ihren Schatten springen. Ihre Neugierde bringt sie auch schon mal in Gefahr, davon lässt sie sich aber nicht abschrecken. Die Profilerin Pola und ihr Onkel Dimitri arbeiten für die russische Polizei, was hin und wieder für Spannungen sorgt, zumal Pola nicht immer das macht was ihr Onkel gerne hätte.

Schreibstil:
Als erstes fällt natürlich das außergewöhnliche Vorwort auf, welches ich sehr interessiert gelesen habe und mir gut gefällt. Der
anschließende Prolog raubt schon fast den Atem, man bekommt einen Vorgeschmack auf das was den Leser erwartet. Das Buch ist in der übergeordneten Erzählform geschrieben, einzig die Kapitel aus der Sicht von Ibsen mit seinen interessanten Gedankengängen sind in der Ich-Form erzählt.
Die verschiedenen Schauplätze werden von Astrid Korten ausführlich und detailreich geschildert, ebenso die handelnden Figuren. Jeder Charakter hat seine Schwächen und Vorzüge, diese lassen sie authentisch erscheinen, ich konnte dadurch leicht eine Beziehung zu den Figuren aufbauen. Vor allem Ibsen Bach mit seiner Verzweiflung und inneren Unruhe ist sehr gut dargestell und hat es mir angetan.
Die schnellen und ineinander übergreifenden Wechsel der Schauplätze und das erschrecken realistische Szenario lassen keine Langeweile aufkommen, treiben den Leser an und lassen ihn durch die Kapitel fliegen.
Äußerst spannend beschreibt Astrid Korten, wie die verschiedenen Ermittlungen zu den grauenhaften Morden zusammenführen, die Schwierigkeiten und Abneigungen aber auch die Sympathien der Ermittler untereinander.

Fazit:
Astrid Korten ist hier ein außergewöhnlicher Thriller gelungen. Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen, die Tiefe der Charaktere und die realistische Darstellung des Themas haben für Gänsehautmomente gesorgt. Die Akte Rosenrot ist ein Buch das ich auf jeden Fall sehr gerne weiter empfehle.

Bewertung vom 24.03.2019
Totkehlchen
Matiszik, Thomas

Totkehlchen


ausgezeichnet

Cover und Titel passen sich den beiden Vorgängern an, das gefällt mir sehr gut und hat einen hohen Widererkennungswert.

Der Klappentext hat die richtige Länge, macht neugierig mit seinem Einblick in die Geschichte, verrät allerdings nicht zu viel.

Charaktere:
Modrich hat seit dem ersten Teil eine ordentliche Wandlung durchgemacht, er wirkt sympathisch und auf den ersten Blick mit sich im Reinen. Er und sein Hund Shao bilden ein gutes Team, geben sich gegenseitig Halt. Neuer Polizeichef und somit Kurt Heppners Nachfolger, wird Gregor Frabisch. Nach einem schweren Schicksalsschlag versucht er durch einen Tapetenwechsel wieder Ordnung und Beständigkeit in sein Leben zu bringen. Guddie Faltermeyer fehlt dem Team und vor allem Modrich. Auch sie muss sich im Privatleben beweisen, stark sein für ihren Mann und ihre Söhne.

Schreibstil:
Das Buch beginnt recht düster mit kurzen Kapiteln die erstmals zusammenhanglos erscheinen. In diesen ersten Kapiteln herrschen Sorgen, Ängste und Verzweiflung vor. Der Leser leidet mit den Protagonisten, vor allem Guddie hatte mein vollstes Mitgefühl. Dem Autor gelingt es wieder hervorragend, die Gefühle und Empfindungen der Protagonisten auszudrücken, so dass der Leser einerseits gefesselt in der Geschichte versinkt, anderseits betroffen und hilflos zusehen muss. Der Auftragskiller mit seiner besonderen Mordmethode besticht durch seine Kaltblütigkeit. Interessant ist seine Geschichte, die dem Leser nach und nach näher gebracht wird. Der Autor besticht mit kurzen, klaren Sätzen ohne großartig abzuschweifen, was den Leser fast durch die Kapitel fliegen lässt - bis zum großen showdown.

Fazit:
Thomas Matiszik ist hier wieder ein Thriller der Extraklasse gelungen der mich wieder von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Ich kann die ganze Reihe um Modrich und Guddie vorbehaltlos weiter empfehlen.

Bewertung vom 24.03.2019
Das Haus der Verlassenen
Gunnis, Emily

Das Haus der Verlassenen


ausgezeichnet

Die Autorin erzählt die Geschichte von Ivy, einem jungen Mädchen das in den 50ger Jahren ungewollt schwanger wurde und deren Familie und auch der Kindsvater sich von ihr abwenden. Damals war es üblich, das solche Mädchen und jungen Frauen in die Obhut der katholischen Kirche gegeben wurden. In den von Nonnen geführten Heimen brachten die jungen Mütter ihre Kinder zu Welt und bekamen ein Dach über den Kopf. Mehr aber auch nicht. Die Babies wurden meist kurz nach der Geburt zur Adoption freigegeben, oft wurde die Einwilligung der Mütter unter Druck eingeholt.

Die Autorin wechselt in verschiede Zeitspannen und erzählt aus der Sicht der beteiligten Personen, somit ist es dem Leser möglich, komplett in Ivys Geschichte einzutauchen. Die düstere Stimmung in diesem Heim und die Darstellung der Gemeinheiten der Nonnen werden so eindrucksvoll beschrieben, das einem beim Lesen unweigerlich eine Gänsehaut befällt. Man möchte ins Buch hinein greifen und die Nonnen und den Priester anschreien und schütteln, die Qualen und die Rechtlosigkeit der Mädchen und Frauen machen einen wütend und fassungslos. Dies alles geschieht unter dem scheinheiligen Deckmantel der Barmherzigkeit und Nächstenliebe.

Nach und nach versteht man die Verwicklungen der einzelnen Figuren und am Ende bleibt man ungläubig zurück, zeigt doch das Buch und auch das ergreifende Nachwort der Autorin, das nicht nur die Nonnen sondern die ganze Gesellschaft in Form der Kirche, Eltern und Verwandte, und auch die Kindsväter Schuld am Schicksal der Frauen und deren Kinder haben.

Sehr Lesenswert, ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen.