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Stra

Bewertungen

Insgesamt 23 Bewertungen
Bewertung vom 10.03.2024
Höller, Kristin

Leute von früher


sehr gut

Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, Marlene, die nach dem Abschluss des Studiums nicht weiß was sie will und übergangsweise einen Saisonjob auf einer Ferieninsel angenommen hat. Zunächst plätschert die Geschichte so vor sich hin und erzählt das Leben von Marlene in dieser Zeit. Nach und nach baut sich aber Spannung auf. Es entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte zu Janne, die irgendwie rätzelhaft ist. Die Geschichte hat mich immer mehr gefesselt, auch wenn die Umstände immer unglaubwürdiger wurden. Leider ist das Ende, die Auflösung, zu kurz und überstürzt und auch nicht richtig beendet. Fast meint man ein 2. Teil müsste folgen. Das finde ich schade, weil ich das Buch gegen Ende gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und dann irgendwie enttäuscht war.

Der Schreibstil ist locker, flüssig und leicht zu lesen.
Das Cover finde ich sehr passend, durch die angedeutete Trennung, die die beiden Welten der Ferieninsel symbolisiert.

Insgesamt kann ich das Buch als nette Lektüre ohne großen Anspruch empfehlen.

Bewertung vom 19.02.2024
Bogdahn, Martina

Mühlensommer


sehr gut

Für mich ist dies ein schöner Roman über die Bedeutung der Heimat, der Herkunft, der Familie und des eigenen Wandels, der eigenen Entwicklung.

Sowohl die guten, wie auch die schlechten Erinnerungen im Vergleich zum derzeitige Leben werden humorvoll, fesselnd und sehr einfühlsam und nachvollziehbar dargestellt.
Ich konnte mich ganz schnell mit der Protagonistin identifizieren. Die Zerissenheit zwischen früher und heute und die Frage nach einem eventuellen zurück sind richtig spürbar und haben mich selbst auch schon beschäftigt. Die Erwartungen der Eltern, die Probleme mit dem Bruder und der Aufteilung der Erbschaft sind allgemeingültige Probleme und spannend erzählt. Viele gesellschaftlichen Veränderungen wie Abkehr vom Mehrgenerationenhaushalt und Landflucht lesen sich wie eine selbstverständliche Entwicklung. Auch die Problematik durch den Besuch einer höheren Schule als Kind vom Bauernhof kommt sehr klar durch.

Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser wichtigen Themen ist dieses Buch richtig gut. Flüssig zu lesen und manchmal auch zum Schmunzeln. Man merkt, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt.
Am Ende sind für mich noch ein paar Fragen offen. Ich könnte mir einen 2. Band vorstellen, den ich auch gerne lesen würde.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.01.2024
Oliver, Diane

Nachbarn


ausgezeichnet

Dieses Buch beinhaltet viel mehr als das Cover erwarten lässt. 14 Kurzgeschichten einer viel zu jung, bereits im Jahr 1966, verstorbenen Autorin.

Eigenlich lese ich selten Kurzgeschichten und war anfangs etwas skeptisch, aber alle 14 Geschichten haben mich beeindruckt und in das Geschehen sofort aufgenommen. Die Rassistisch geprägen Lebensgeschichten machen durchweg betroffen und sind so realistisch und nachvollziehbar geschrieben, dass ich jeweils mehr oder weniger ungläubig und fassungslos war. Die Einblicke in die Lebenssitutionen und Gefühle der schwarzen, hier überwiegend Frauen, sind von eindringlicher Tiefe und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck.

Leider entsteht nicht der Eindruck, dass dies wirklich Vergangenheit ist, selbst wenn der politische Wandel durchaus angesprochen wird. Diese Geschichten erscheinen durchweg heute so aktuell wie damals.

Ein tolles Buch! Kann ich nur empfehlen.