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Gilasbuecherstube
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Insgesamt 257 Bewertungen
Bewertung vom 21.07.2021
Hasse, Stefanie

Der dunkelste Fluch


ausgezeichnet

Eine tolle magische Geschichte.

Sebastien fieberte seiner Initiierung entgegen, denn anschließend wird er endlich ein Teil der magischen Welt sein. Doch beim Ritual erlebt er eine böse Überraschung. Als er im Anschluss seine Magie zeigen soll, leuchtet seine Sigille nicht in weißblau, sondern in blutrot. Das ist das Zeichen der Blutmagier, die sich den dunklen Künsten hingeben und nach Macht gieren.
Sebastien wird angeklagt und zum Tode verurteilt, doch im letzten Moment wird er von Aveline, einer Prophetin der Hexenwelt, gerettet. Sie versteckt ihn mittels Magie und nimmt ihn unter ihre Fittiche.
Denn laut einer Prophezeiung wird Sebastien de Beauvais der mächtigste Hexer der Welt werden und die Stellung aller männlichen Hexen verändern.
Nach einigen Jahren kann er jedoch immer seltener auf seine Kräfte zugreifen. Nur ein Elexier gibt ihm für kurze Zeit seine Magie zurück. Doch dann tritt er auf Alexandra, die als Mensch bisher keine Berührung mit der Hexenwelt hatte. In ihrer Gegenwart laden seine Kräfte sich merkwürdigerweise wieder auf und die junge Frau löst bei Sebastien Gefühle aus, die er eigentlich gar nicht haben dürfte. Wird er es trotzdem schaffen, die Bedrohung durch die Dunkelhexen zu verhindern?

Das Cover ist wunderschön und passt hervorragend zu der etwas düsteren Stimmung der Geschichte.
Als ich mit dem Buch gestartet bin, war ich erstmal ziemlich verwirrt. Vor dem Prolog gibt es ein "Es war einmal..." in dem erzählt wird, was vorher geschah. Dieses Kapitel ist jedoch vollgestopft mit Informationen, Namen und Zusammenhängen, die ich noch gar nicht zuordnen konnte. Verstanden habe ich den Abschnitt erst, als ich ihn am Ende nochmals gelesen habe.
Es hat deshalb auch etwas gedauert, bis ich richtig in die Geschichte hineingekommen bin.
Erzählt wird überwiegend aus der Sicht von Alex und Sebastien. So konnte ich mich gut in die beiden hineinversetzen.
Der zwölfjährige Sebastien hat seine Mutter schon sehr früh verloren und leidet seitdem unter seinem Stiefvater Etienne.
Während dieser in purem Luxus lebte, wohnte Sebastien in einem kleinen Abstellraum, in der keine Magie sauber macht oder das Ungeziefer fernhält.
Doch nach seiner Magieprüfung und der Vergabe der Sigille, soll sich alles ändern.
Sebastien ist ein sympathischer Protagonist. Ich habe ihn schnell ins Herz geschlossen, auch wenn er sich schwer damit tut, Gefühle zu zeigen und zu empfinden.
Bei Alex hat es etwas länger gedauert. Zu Beginn empfand ich sie als sehr neugierig, bestimmend, stur und sehr fordernd. Das hat nicht gerade dazu beigetragen, sie als sympathische Protagonistin zu sehen.
Doch sie hat außergewöhnliche Fähigkeiten und im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich langsam weiter. Mit der Zeit habe ich sie und ihre Reaktionen besser verstanden.
Stefanie Hasse hat facettenreiche, interessante Charaktere erschaffen, die alle geschickt miteinander verflochten sind und sich gut in die Geschichte einfügen.
Ich habe bisher erst ein Buch von der Autorin gelesen und sie hat mich mit ihrer tollen Ausdrucksweise schnell in den Bann gezogen. Ich konnte das Buch irgendwann nicht mehr zur Seite legen.

Im Nachhinein habe ich dann gelesen, dass es sich bei diesem Buch, um die Fortsetzung einer Reihe handelt. Im Drachenmondverlag wird es jedoch als Einzelbuch angegeben.
Ich denke, ohne die Vorgänger zu kennen, dass es sich schon um eine abgeschlossene Geschichte handelt. Es wäre jedoch schön gewesen, vorher zu wissen, dass die Magic Tales Reihe ein Vorläufer ist, dann hätte ich die Bücher erst gelesen. So bin ich im Nachhinein etwas enttäuscht und werde die Reihe, die eigentlich auf meiner Wunschliste stand, wohl nicht mehr in Angriff nehmen.
Für "Der dunkelste Fluch" gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die "Magic Tales" gelesen haben.

Bewertung vom 16.07.2021
Fellner, Eva

Die Highlanderin / Enja, Tochter der Highlands Bd.1


sehr gut

Das Cover passt zu einem historischen Roman. Die Frau mit den rotblonden Haaren und dem grünen Kleid hat allerdings nichts gemeinsam mit der Hauptprotagonistin Enja, die fast ausschließlich als Mann auftritt und deren Haare sehr hell sind.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und flüssig.
Es hat aber etwas gedauert, bis ich in die Geschichte hineingefunden habe. Die unterschiedlichen Erzählperspektiven haben es mir etwas schwer gemacht. Es gibt zwei Handlungsstränge. Zum einen begleiten wir die kleine Enja, die im Jahr 1298 als Auserwählte ihre Heimat Island verlassen muss und auf einem Schiff einer ungewissen Zukunft entgegenfährt.
Im zweiten Handlungsstrang, der im Jahr 1307 beginnt, ist Enja mittlerweile erwachsen und Herrin des Landsitzes Caerlaverock. Sie gerät mitten in den Kampf der schottischen Clans gegen den englischen König Edward und versucht alles, um als Frau ernst genommen und akzeptiert zu werden.

Nach und nach kam ich immer besser in die Geschichte hinein. Obwohl ich den Wechsel der Zeiten zu Beginn anstrengend fand, haben die Rückblicke in die Vergangenheit mir doch sehr dabei geholfen, die Hauptprotagonistin besser zu verstehen.
Denn bei der erwachsen Enja fiel es mir etwas schwerer, mich in sie hinein zu versetzen und ihre Gedanken und Emotionen nachzuvollziehen.
Enja ist eine unglaublich starke Protagonistin. Teilweise war sie mir schon fast zu stark, denn sie zeigt so gut wie gar keine Schwächen. Sie lernt unglaublich schnell, ist intelligent, kennt keine Angst, ihre Wunden heilen in einem unheimlich schnellen Tempo (erfahren wir im zweiten Teil warum?) und sie hat als Assistentin gelernt zu töten.
Zu Hal fand ich keinen richtigen Zugang. Er ist Enjas ständiger Begleiter und war mir mit seiner Eifersucht fast ein wenig unsympathisch. James hingegen, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Obwohl er in einer Welt aufgewachsen ist, in der Frauen nichts zu sagen haben und keine eigenen Entscheidungen treffen dürfen, akzeptiert er Enja sehr schnell.

Die Autorin hat gekonnt geschichtliche Informationen einfließen lassen und mich mit vielen interessanten Informationen versorgt. Ich habe viele Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet und habe zum Beispiel mit großer Fazination verfolgt, über welches Wissen die Heiler der damaligen Zeit bereits verfügt haben sollen. Allerdings habe ich, nachdem Enja sich aus Stoffrollen einen Tampon gebastelt hat, die Stirn gerunzelt. Das fand ich dann doch etwas zuviel des guten.

Der Autorin ist es gelungen, die atmosphärische Stimmung wunderbar einzufangen und auch die bildhafte und lebendige Beschreibung des Settings, sorgte dafür, dass ich den Orient und die Highlands regelrecht vor Augen hatte.
Der Plot bleibt während der ganzen Zeit spannend, allerdings lösen sich die Probleme und Schwierigkeiten manchmal etwas zu schnell und unkompliziert. Am Schluss lässt die Autorin mich mit einem richtig fiesen Cliffhanger zurück.
Im Nachwort hat Eva Fellner dann nochmal aufgelistet, welche der Charaktere es tatsächlich gegeben hat und wer der Fantasy der Autorin entsprungen ist.
Ich habe lange mit mir gerungen, wie viel Sterne ich dem Buch geben soll. Nach einem etwas schleppend Start, hat die Geschichte mich irgendwann nicht mehr losgelassen und ich habe sie dann fast in einem Rutsch gelesen. Ich bin schon neugierig auf die Fortsetzung der Reihe und deshalb gibt es letztendlich 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 16.07.2021
Wider, Tini

Zeitenchaos


ausgezeichnet

Pepper und Noah haben es endlich geschafft, die Zeitschiene zu korrigieren und den Normalzustand herzustellen. Sie genießen ihre junge Liebe und Noah will Pepper endlich seinen Eltern vorstellen. Doch Noah hat in seiner Familie keinen leichten Stand und das Kennenlernen verläuft nicht so, wie geplant. Doch das ist nicht die einzige Schwierigkeit, mit der die Beiden zu kämpfen haben. Noahs Bruder Finn hat die Taschenuhr in die Finger bekommen und ehe die beiden Brüder sich versehen, stecken sie in der Vergangenheit fest. Sie schaffen es zwar irgendwie, aus der brenzligen Situation herauszukommen, aber nun fehlt von Pepper jede Spur. Hat Finn durch seine Leichtsinnigkeit die Zeit verändert? Noah macht sich, mit der Unterstützung von seinem Bruder, auf die Suche nach ihr. Er ahnt jedoch nicht, dass seine große Liebe zu Pepper auf eine harte Probe gestellt wird.

Das Cover ist wieder traumhaft und passt perfekt zum ersten Teil der Reihe. Es ist diesmal in schönen blauen und violetten Farbtönen gehalten.
Ich bin ein großer Fan von Zeitreise-Romanen und nachdem der erste Teil der Reihe mich bereits begeistert hat, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Was soll ich sagen?! Tini Wider hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.
Es gibt Bücher, bei denen stimmt von Anfang an einfach alles und "Zeitenchaos 2 : Zurück in die Vergangenheit" gehört auf jeden Fall dazu!
Der Schreibstil ist wie gewohnt wunderbar unbeschwert und locker. Die Sprache passt perfekt zur Geschichte.
Die Seiten flogen wieder so dahin und es fiel mir richtig schwer, dass Buch zwischendurch aus den Händen zu legen.

Noah und Pepper sind mir mittlerweile so vertraut, dass ich das Gefühl habe, sie persönlich zu kennen. Im zweiten Teil dreht sich die Geschichte jedoch überwiegend um Noah und wir verfolgen die Handlung auch aus seiner Perspektive. Wir bekommen so wunderbar einen Einblick in seine Gefühle und Emotionen.
Aber auch Finn ist ein toller Protagonist, der die richtige Menge an Pep in die Geschichte bringt. Er hat mich zwar so manches Mal mit seinen Aktionen genervt und ich hätte ihn am liebsten gepackt und geschüttelt, aber er hat sich wunderbar entwickelt.
Tini hat wieder ein sehr gutes Gespür für das Setting in London entwickelt. Sie versteht es, Schauplätze und Szenen lebendig wirken zu lassen und sie wunderbar bildhaft und detailliert zu beschreiben. Mit ihrer tollen Ausdrucksweise führt sie ihre Leser durch eine abwechslungsreiche Handlung, die voller Magie, spannender Überraschungen und unerwarteter Wendungen ist.
Es fiel mir nicht schwer, die Protagonisten auf ihren Reisen durch die Zeit zu begleitet und die Welt durch ihre Augen zu sehen.
Leider ist irgendwann jede Geschichte beendet.
Tini Wider hat mich auch mit ihrem zweiten Roman geflasht und ich hoffe sehr, dass die Reihe noch weitergeht und wir mehr von Pepper und Noah lesen!
Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung für dieses tolle Buch und verdiente 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐

Bewertung vom 08.07.2021
Löwenstein, Karola

Das Mondtor


ausgezeichnet

Nasja wurde jahrelang darauf vorbereitet, den jungen König Nemos von Galadon zu ehrlichen und nun ist der Hochzeitstag gekommen. Sie hat Nemos noch nie gesehen und kann nur hoffen, dass sich zwischen ihnen Gefühle entwickeln, denn sie haben beide nicht um diese Ehe gebeten.
Nasja will jedenfalls alles dafür tun, ihre Pflicht als Königin von Galadon zu erfüllen und den Menschen und den Nymphen in ihrer Heimat zu dienen. Auch wenn sie weiß, dass eine Nymphe am Hof des Königs nicht bei jedem willkommen ist, hofft sie, dass sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, ihr Volk vor den Zentauren schützen kann.
Nasja wird jedoch schnell klar, dass ihr größter Feind ganz nah ist und sie sich auf die Magie der Nymphen besinnen muss, um gegen ihn vorgehen zu können.

Für mich ist es das erste Buch, dass ich von Karola Löwenstein gelesen habe und es wird bestimmt nicht das Letzte sein!
Ich bin schnell in die Geschichte eingetaucht, denn nach einem kurzen Prolog befand ich mich schon mitten im Geschehen! Der Schreibstil von Karola Löwenstein ist dynamisch, wunderbar lebendig und flüssig. Es fiel mir wirklich schwer, dass Buch zwischendurch zur Seite zu legen.
Nasja ist nicht glücklich bei dem Gedanken daran, einen Mann zu heiraten, den sie überhaupt nicht kennt. Fünf Jahre wurde sie darauf vorbereitet, ihre Pflicht für das Volk der Nymphen zu erfüllen und König Nemos eine gute und folgsame Ehefrau zu sein. Sie kennt das Protokoll für diesen, so wichtigen Tag, auswendig, doch der Tag verläuft anders, als erhofft. Aber Nasja lässt sich nicht einschüchtern und besteht gleich zu Beginn auf ihr Recht, ein Mitglied des Rates zu werden.

Nasja war mir von ihrer Art her sofort sympathisch.
Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte von einem unbedarften jungen Mädchen, das nicht ahnt, was in ihr steckt, zu einer couragierten und gütigen Frau.
In den letzten fünf Jahren hat sie sich viel Wissen angeeignet. Sie ist mutig und riskiert viel für ihr Volk und alle, die ihr wichtig sind.
Auch Artem von Darkenstein habe ich schnell ins Herz geschlossen. :-) Er ist König Nemos engster Berater und der Befehlshaber der Armee. Dem alten König hat er auf dem Sterbebett geschworen, König und Königin zu schützen.
König Nemos ist mit seinen siebzehn Jahren total unerfahren. Er ist von sich selbst mehr als überzeugt, nimmt auf niemanden Rücksicht, ist arrogant und völlig blind für Gefahren.
Die Autorin hat die Protagonisten sehr facettenreich und lebendig beschrieben.
Auch die Nebenfiguren, wie zum Beispiel Aros, Celistra, Bonja oder Finnie sind vielschichtige Charaktere und waren für mich zu jeder Zeit greifbar.
Gut gefallen hat mir auch, dass die Liebesgeschichte im ersten Teil nicht übermäßig viel Raum beansprucht.
Sie hat die richtigen Dosis an Romantik und fügt sich perfekt in die Handlung ein.
Karola Löwenstein hat nicht nur ein wunderschönes Worldbilding erschaffen, in der es neben den Menschen und den Nymphen auch Trolle und Zentauren gibt, sondern sie versteht es, die Atmosphäre gekonnt einzufangen.
Sie führt ihre Leser durch einen abwechslungsreichen, spannenden Plot, voller Intrigen und Geheimnisse.
Oft leidet in einem Mehrteiler das erste Band darunter, dass alle Charaktere erstmal vorgestellt werden, doch das ist hier überhaupt nicht der Fall. Im Gegenteil, Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf.
Die Story hat ein gutes Tempo und auch der Spannungsbogen bewegt sich auf einen konstant hohen Level.
Karola Löwenstein hat mich auf ganzer Linie überzeugt und dieses Buch zu einem Highlight gemacht.
Ich bin schon sehr gespannt, was mich im nächsten Band noch alles erwartet und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!
Für den ersten Teil der Reihe "Das Mondtor" gibt es verdiente 5 Sterne!

Bewertung vom 03.07.2021
Benning, Anna

Die Liebe, die den Anfang brachte / Vortex Bd.3


ausgezeichnet

"Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte" von Anna Benning

Es handelt sich um den dritten und finalen Teil der Reihe und die Rezension kann Spoiler enthalten.

Bale ist nun schon seit drei Monaten in den Händen von Hawthorne und wird mit einer Droge unter Kontrolle gehalten. Er hat seine Vergangenheit vergessen, agiert wie eine Marionette und würde für Hawthorne alles tun....sogar Elaine und seine Freunde töten. Ellie ist verzweifelt, denn sie hat nicht nur Bale, sondern auch ihre Kräfte verloren und kann keine Vortexe mehr erschaffen. Der rote Sturm ist weiter auf dem Vormarsch und Bale eine Gefahr für alle. Wird Ellie es schaffen, den Jungen, den sie liebt, zu retten und gemeinsam mit ihm den Urvortex beschützen oder ist Hawthorne nicht mehr aufzuhalten?

Das Hartcover mit dem Farbschnitt ist wunderschön und das Cover perfekt auf den Plot abgestimmt. Wir sehen Elaine und im Hintergrund Bale. Im Vordergrund ist eine brennende Skyline zu sehen.

Ich war bereits von Teil 1 und 2 begeistert und deshalb sehr gespannt auf den finalen Teil der Reihe.
Es hat auch nicht lange gedauert, bis ich wieder in die Geschichte eingetaucht bin. Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar leicht, flüssig und lebendig und machte es mir schwer, das Buch zwischendurch zu Seite zu legen.

Hawthorne, der den Vortexläufer braucht, um zum Urvortex zu gelangen und seine Pläne umzusetzen, hat Bale in seine Gewalt gebracht und ihn mit einer Droge völlig manipuliert. Währenddessen versucht Elaine zusammen mit Gilbert, ihren Freunden und dem grünen Beben alles, um einen Krieg zu verhindern und Bale zu retten.
Anna Benning hat es wieder geschafft, gekonnt mit Wörtern zu spielen und die Stimmung eingefangen. Ich konnte mich sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen. Egal ob es sich dabei um die Gefühle von Bale gehandelt hat, der sich immer wieder kurz erinnert, wenn die Droge nachlässt, oder um Ellie, die sich selbst davon überzeugen muss, dass es nicht "ihr Bale" ist, der ihr gegenüber steht.
Die Orte und Charaktere sind von der Autorin wieder so detailliert beschrieben, dass ich mich ganz in die Geschichte fallen lassen konnte. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, nicht in der Welt zu sein. Der Schwerpunkt liegt im dritten Teil auf den Hauptprotagonisten Elaine und Bale. Die Beiden haben sich im Laufe der Geschichte sehr entwickelt und sind, wie auch Fagus, Susie, Luka und Holdon facettenreiche und vielschichtige Charaktere, die Tiefgang haben und immer wieder für Überraschungen gut sind. Im dritten Teil hat mir besonders Holdon sehr gut gefallen und wurde vom Antagonisten zu meiner geheimen Lieblingsfigur.
Plottwists und überraschende Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung auf einem extrem hohen Level gehalten wird. Ständig passiert etwas und ich wurde wie in einem Sog durch die Geschichte gezogen. Die Zeitreisen durch den Vortex sind perfekt durchdacht. Ich habe den Überblick nie verloren und mir sind auch keinerlei Logikfehler aufgefallen.
Obwohl die Story sehr emotional ist, fand ich gut, dass die Liebesgeschichte nicht den ganzen Plot dominiert hat und zu sehr im Vordergrund stand.

Der Autorin ist es wieder gelungen, ein spannendes, fantasiereiches und außergewöhnliches Buch zu schreiben, dass von und mit phantastischen Propagonisten lebt.
Auch der dritte Teil dieser epischen Fantasyreihe hat mich auf ganzer Linie überzeugt und begeistert und ich freue mich schon sehr auf die neue Reihe der Autorin!

Von mir gibt es deshalb 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐ und eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 26.06.2021
Sagenroth, S.

A. S. Tory und der letzte Sommer am Meer


ausgezeichnet

Als der siebzehnjährige Sid und seine Freundin Chiara eine Einladung von Mr. Tory erhalten, ihn für zwei Wochen in England zu besuchen, freuen sie sich darauf, sich wiederzusehen und gemeinsam ein paar Tage am Meer zu verbringen. Allerdings sind sie schon erstaunt, dass Mr. Tory diesmal gar keinen richtigen Auftrag für sie zu haben scheint. Das einzige, was er wissen möchte, ist: "Was macht Freiheit aus?"
Doch kaum in London angekommen, stecken Sid und Chiara mitten in einem Fall. Zwei Mädchen und der illegale Flüchtling Laith, den sie am Tag zuvor an Strand kennengelernt haben, werden vermisst.
Ein aufregender und turbulenter Roadtrip, der sie bis nach Cornwall führen soll, beginnt.

Es handelt sich hierbei um den dritten Teil einer Reihe. Ich bin jedoch gleich mit diesem Buch gestartet, denn alle Bände können unabhängig voneinander gelesen werden.
Ich würde jedoch jedem empfehlen, mit Teil 1 zu starten, um die Charaktere kennenzulernen und die Zusammenhänge besser zu verstehen.

Es fiel mir aber trotzdem nicht schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Die Autorin hat einen wunderschönen leichten und flüssigen Schreibstil und es hat mir großen Spaß gemacht, die Beiden bei ihrem Abenteuer zu begleiten.
Die Protagonisten haben sehr unterschiedliche Charaktere.
Während Sid eher in sich gekehrt, ruhig und schüchtern ist, stürzt sich Chiara oft unüberlegt in unbekannte Situationen und geht ohne sich zurückzuhalten oder Angst zu haben, auf andere zu. Beide sind von der Autorin sehr glaubwürdig, realistisch und lebendig gestaltet worden.
Ich habe schnell vermutet, dass sich zwischen ihnen Gefühle entwickeln, doch S. Sagenroth hat dies nicht in den Vordergrund der Geschichte gesetzt.
Auch die anderen Figuren, wie zum Beispiel Chan, Laith und Emily, sind sehr facettenreich und detailliert beschrieben.
Der mysteriöse Mr. Tory sorgt für eine geheimnisvolle Atmosphäre und ich habe mich oft gefragt, warum er so großzügig ist?! Warum handelt er so? Vielleicht hätte ich das in einem der ersten beiden Bände erfahren?! Auch die rätselhaften Probleme, die Emily mit sich herumschleppt und die Zeitungsartikel, die den Leser auf dem laufenden halten, sorgen für die nötige Spannung.
Die Autorin führt ihre Leser, gekonnt durch die abwechslungsreiche Handlung, in der sie auch aktuelle und ernste Themen mit eingebunden hat.
Dabei verleiht die Geschichte von Laith, der aus Afghanistan geflüchtet ist und um Asyl kämpft, dem Plot genauso viel Tiefe, wie die philosophische Frage von Mr Tory, "Was macht Freiheit aus?"

"A. S. Tory und der letzte Sommer am Meer" ist eine tolle, tiefsinnige Geschichte, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird und vor allem für Jugendliche wirklich toll ist!
Dafür gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 26.06.2021
Silbers, Arianne L.

Die Birkenbraut und ihr Ungeheuer


ausgezeichnet

Eine magische, düstere Fantasy-Story

Onora wächst ziemlich zurückgezogen und völlig abgeschirmt als Tochter des Clanfürstens auf. Sie darf das Schloss nicht verlassen und deshalb verbringt sie ihre Tage am liebsten in der Bibliothek mit ihren Büchern. Freunde hat sie keine, denn sie unterscheidet sich in ihrem Aussehen von den anderen. Das bekommt sie durch Hänseleien auch immer wieder zu spüren. Doch dann gelingt ihr die Flucht und Onora landet bei den Drunen, einem weisen Volk, dass in den Wäldern lebt und das Wissen der ganzen Welt sammelt. Onora merkt jedoch schnell, dass sie auch dort eine Außenseiterin ist. Als sie beginnt, in der Nacht immer wieder von einem Irrgarten und einer Birkenholztür zu träumen, kommt sie nach und nach dahinter, dass die Drunen nicht nur das Wissen in Chroniken sammeln, sondern dass es in ihrem Schloss nur so wimmelt von Geheimnissen und hinterlistigen Intrigen.
Begleitet von dem düsteren Hecser, der ohne seine Zustimmung zu ihrem Beschützer ernannt wurde, wagt sie sich schließlich in den Irrgarten hinein und begibt sich auf die Suche nach der mysteriösen Birkenholztür. Nichtsahnend, dass es auch für Hecser einen Grund gibt, diese Tür unbedingt zu finden.

Als Erstes muss ich unbedingt auf dieses traumhaft schön Cover eingehen. Nicht nur der Schutzumschlag ist wunderschön und passt mit dem Kleid aus Birkenwurzeln perfekt zur Geschichte, sondern auch das Cover unter dem Umschlag und die Innengestaltung des Buches sind toll.
Jedes Kapitel beginnt mit einer schönen Illustration und es gibt auch ein passendes Lesebändchen.

Die Story hatte mich bereits nach wenigen Seiten fest im Griff! Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Nichts deutet darauf hin, dass es sich hier um das Debüt einer Autorin handelt.

Onora ist eine sympathische Protagonistin, die zwar zu Beginn sehr zurückhaltend und unsicher ist, sich aber im Laufe der Geschichte wunderbar entwickelt. Sie war immer auf sich alleine gestellt und als sie die Möglichkeit bekommt, der Enge des Schlosses zu entkommen, ergreift sie ohne zu zögern ihre Chance. Sie traut sich, obwohl sie alles andere als selbstbewusst und mutig ist, alleine in den Wald und sucht nach den weisen Drunen.
Nach und nach zeigt sie immer mehr Stärke und trifft Entscheidungen, die mich teilweise (im positiven Sinne) sehr überrascht haben. Auch ihre Angst vor Hecser verschwindet mit der Zeit und weicht anderen Gefühlen.
Hecser, der zum Volk der Vogelherzen gehört, ist eine total spannender Protagonist, der bis zum Schluss undurchschaubar für mich blieb. Er ist als Held an eine der Drunen gebunden und muss tun, was sie verlangt. Seine "Aufträge" führt er entsprechend rebellisch aus und verhält sich distanziert, kalt und gleichgültig Onora gegenüber. Ist er überhaupt fähig Gefühle zu zeigen? Ihr werdet es im Laufe der Geschichte erfahren.
Aber auch alle anderen Charaktere sind von Arianne L. Silbers sehr facettenreich und lebendig gestaltet worden und sie fügen sich perfekt in die Geschichte ein.
Alle Schauplätze sind sehr detailliert und mit Liebe zum Detail beschrieben. Ob es sich um den Wald, das Schloss der Drunen oder den Irrgarten handelt, ich hatte das märchenhafte Setting bildhaft vor Augen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis meine Vorstellung einer Märchenwelt durch gefährliche Knochenbären und andere Monster zerstört wurde, denn es ist teilweise schon sehr brutal und blutig.
Der Autorin ist es gelungen, die düstere Atmosphäre und die Stimmungen gekonnt einzufangen.
Das Ende der Geschichte hat mir, auch wenn es mich sehr überrascht hat, sehr gut gefallen!
Arianne L. Silbers überzeugt mit tollen Charakteren, einer düsteren, magischen und fesselnden Story, zahlreichen Wendungen und einem wahnsinnig guten Plot.
Von mir gibt es dafür verdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung!

Bewertung vom 15.06.2021
Nöbel, Jan

Die Reise des Königs


ausgezeichnet

Gemeinsam mit dem König machen sich die vier Freunde weiter auf die Suche nach den Königskindern.
Die Gruppe ist mittlerweile in der Zwergenmine angekommen, doch bevor sie weiterziehen können, muss jeder eine Laterne anfertigen. Während sich der König sogleich an die Arbeit macht, werden die Talente der vier Kinder von den Zwergen gefördert. Basco darf im Archiv viel über die Geschichte und Sprache der Zwerge lernen, Koro wird in Kalligraphie unterrichtet. Fea lernt nicht nur, sich für andere unsichtbar zu machen und Dietriche besser zu nutzen, sondern findet auch eine neue Freundin. Jindari erhält währenddessen, beim Schmied Unterricht im Kämpfen. Während die Kinder sich in der Zwergenmine wohl fühlen, ist ihnen ihr Verfolger Fineas immer noch auf den Fersen. Er hat sein Ziel, den König zu töten nicht aufgegeben und schreckt auch nicht davor zurück, einen Pakt mit einem Dämon einzugehen.

Der zweite Teil schließt nahtlos an den ersten Teil der Reihe an und um die Geschichte zu verstehen, ist es erforderlich die Bücher der Reihe nachzulesen.
Das Cover ist wieder wunderschön und passt perfekt zu Band eins.
Ich habe schnell wieder in die Geschichte hineingefunden. Der Schreibstil von Jan Nöbel ist sehr flüssig und angenehm zu. Er versteht es, gekonnt mit Wörtern zu spielen, ein wunderschönes Worldbilding in den Köpfen der Leser zu kreieren und ihnen trotzdem genug Raum für die eigene Phantasie zu lassen.
Doch es ist ihm nicht nur gelungen, eine fantastische Welt, sondern auch interessante Charaktere zu erschaffen. Nicht nur die vier Kinder sind sehr individuell und facettenreich gestaltet, auch die Königskinder und die Zwerge sind sehr unterschiedlich und lebendig beschrieben und entwickeln sich im Laufe der Geschichte auf eine sehr authentisch Art und Weise weiter. Vor allem die Kinder wachsen an ihren gemeinsamen Erfahrungen. Der König bleibt wie schon im ersten Teil sehr geheimnisvoll und ist schwer einzuschätzen. Alle Figuren haben ihre Eigenarten und vor allem die Zwerge sind sehr gewissenhaft und sorgfältig, wenn es um ihre Arbeit geht. Sehr gelacht habe ich über die Erfindung des "Kleines-Feuerstein-Gerät-Das-Funken-Macht-Die-Einen-Docht-Entzünden".
Die Handlung ist wie schon im ersten Band sehr komplex und die vielen unterschiedlichen Perspektiven machten es mir teilweise nicht leicht, den Überblick zu behalten. Aber der Autor hat alles sehr geschickt miteinander verflochten und so habe ich den Faden nicht verloren.

Am Ende blieb ich mit einigen offen Fragen zurück und sie lassen mich auf eine Fortsetzung der Reihe hoffen.
"Die Reise des Königs - Das Lächeln" ist eine wunderschöne Geschichte, die nicht nur Kinder ab 12 Jahren, sondern auch Erwachsene in den Bann zieht. Dafür gibt es 5 Sterne

Bewertung vom 06.06.2021
Kent, Zara

Spiel der Mächte: Wächter (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Nachdem mich bereits der erste Teil der Reihe gefasht hat, war ich froh, dass Teil zwei und drei bereits auf dem Reader auf mich warteten. Und was soll ich sagen?! Auch die Fortsetzung hat mich nicht enttäuscht und meine Erwartungen voll erfüllt!
Mia und Vince konnten mit der Hilfe ihrer Freunde im letzten Moment durch ein Tor, dass Rachel erschaffen hat, flüchten. Gelandet sind sie bei den freien Wächtern, einer Gruppe Abtrünniger, die sich von Richard Wanclear und seiner Vorstellung von Friedenswahrung, losgesagt haben und im verborgenen agieren.
Doch mit ihrem Eintreffen bringen Vince und Mia alle in Gefahr, denn Richard Wanclear will, dass sein Sohn zurückkehrt und die ganze magische Welt ist auf der Suche nach der Zeitmeisterin. Obendrein bricht aus Vince nach und nach eine unbekannte Magie hervor, über die er nur schwer die Kontrolle behalten kann. Auch Mias Macht entwickelt sich weiter und sie nutzt sie immer öfter. Doch damit bringt sie nicht nur sich selbst in Gefahr.

Das zweite Band knüpft nahtlos an den ersten Teil der Reihe an und es ist zwingend notwendig, die Bücher der Reihe nach zu lesen.
Ich habe es gleich im Anschluss in die Hand genommen und bin deshalb sofort wieder in die Geschichte eingetaucht.
Die Ausdrucksweise der Autorin ist wieder sehr natürlich und die Geschichte liest sich unheimlich flüssig!
Erzählt wird wieder im Wechsel aus der Perspektive von Mia und Vince und so bekommt man als Leser von beiden Seiten einen guten Einblick in die Gedanken und Emotionen der beiden Hauptprotagonisten.
Der erste Teil war schon spannend, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns nun auf einer ganz anderen Ebene befinden und die Dramatik hier noch um einiges angestiegen ist.
Zara Kent hat wieder etliche Hürden und Hindernisse eingebaut, die die Beiden überwinden müssen und sie macht es ihnen wirklich nicht leicht.
Ich war völlig gefesselt von der Handlung und so manches Mal richtig wütend auf Mia, denn sie handelt oft unüberlegt und gefährdet alle anderen damit.
Sie will den Tod ihrer Eltern rächen, aber sie kämpft auch für ihre Freunde und für Vince, den sie über alles liebt. Sie zweifelt auch nicht an seinen Gefühlen, auch wenn er sie bisher nicht in Worte fassen kann. Vince hat nie gelernt, was Liebe bedeutet und man merkt, dass seine Gefühle ihm Angst machen.
Die Charaktere sind wieder perfekt ausgearbeitet und wir lernen einige neue Figuren kennen. So zum Beispiel Caspian Croft, Grady, den Onkel von Rachel oder den Erzengel Michael. Einige Protagonisten mag man mehr, andere weniger. Doch eines haben sie gemeinsam. Sie wurden alle authentisch, detailliert und realistisch von der Autorin gestaltet, ohne den Leser mit zu vielen Details zu belasten.
Zara Kent hat mir kaum Zeit zum Luft holen gelassen und es geschafft, die Atmosphäre sehr gut einzufangen.
Ich empfehle die Reihe jedem, der gerne eine Nacht durchliest, denn es fällt schwer, dass Buch zur Seite zu legen!
Von mir gibt es auch für den zweiten Teil der Reihe volle 5 Sterne ⭐⭐⭐⭐⭐!