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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Claudia Dieterle
Wohnort: Konstanz
Über mich: Autorin und begeisterte Bloggerin und Networkerin
Danksagungen: 11 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 06.02.2015
Love Letters to the Dead
Dellaira, Ava

Love Letters to the Dead


ausgezeichnet

Die Autorin Ava Dellaira wurde in Los Angeles geboren und ist in Albuquerque, New Mexico, aufgewachsen. Sie studierte Dichtung und lebt jetzt in Santa Monica. Ein Gedicht, das sie in der Schule schreiben musste, der Tod ihrer Mutter, das Album In Utero von Nirvana und der Kommentar, sie solle doch einen Roman schreiben, haben sie zu diesem Buch inspiriert.

In ihrem Jugendbuch Love Letters to the Dead geht es um Laurel, die ihre 3 Jahre ältere Schwester May verloren hat. Die Mutter hat nach dem Tod der älteren Tochter die Familie verlassen und ist nach Kalifornien gezogen. Laurel wohnt abwechselnd bei ihrem Vater und ihrer Tante Amy, die Schwester ihrer Mutter. Sie geht extra auf eine andere High School, um keine Fragen über ihre Schwester und deren Tod beantworten zu müssen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten lernt Laurel Natalie und Hannah näher kennen und die 3 Mädchen werden Freundinnen. Sie verliebt sich das erste Mal in Sky.
Als die Englischlehrerin Frau Buster die Hausaufgabe gibt, einen Brief an eine berühmte Persönlichkeit, die schon verstorben ist, zu schreiben, fängt Laurel an, regelmäßig Briefe an verstorbene Persönlichkeiten zu schreiben. In ihren Briefen an Kurt Cobain, Judy Garland, Elizabeth Bishop, Amelia Earhart, River Phoenix, Janis Joplin, Jim Morrison, Amy Winehouse, Heath Ledger, Allan Lane, E. E. Cummings und John Keats schreibt sie wie in einem Tagebuch auf, was sie in der Schule erlebt und in Rückblenden über die Zeit, als ihre Schwester noch lebte und die Familie noch zusammen war.

Die Briefe zeigen sehr anschaulich die Verletztheit, Schuldgefühle und Selbstzweifel von Laurel.
Der Leser erlebt hautnah die Gefühle von Laurel und kann gut nachvollziehen, was in ihr vorgeht, wie sie sich entwickelt, den Tod ihrer Schwester verarbeitet, zu sich selbst findet und erwachsen wird.
Ein lesenswertes Buch nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Eltern, für ein besseres Verständnis, was in Kindern vorgeht, wenn sie erwachsen werden.

Bewertung vom 10.10.2014
Am Anfang war der Frost
Bertholon, Delphine

Am Anfang war der Frost


weniger gut

Die Autorin Delphine Bertholon, geboren 1973 in Lyon, ist eine französische Schriftstellerin und Drehbuchautorin und lebt in Paris.

In ihrem Roman Am Anfang war der Frost geht es um die Geschichte von Grâce Marie Bataille, verheiratet mit Thomas, 2 Kinder Lise, geb. 1970, und Nathan, geb. 1977. Die Geschichte wird im Wechsel zwischen 2010 und 1981 erzählt.

1981: Thomas ist beruflich als Vertreter viel unterwegs. Als Grâce wieder zu arbeiten anfängt, kommt das polnische Au-Pair-Mädchen Christina Raziewicz. Nach der Geburt von Nathan hatten sich Grâce und Thomas entfremdet. Es kommt, wie es kommen muss, Christina und Thomas kommen sich näher. Der Kampf um die Ehe nimmt bei Grâce sonderbare Formen an. Christina ist plötzlich verschwunden. Thomas verlässt Grâce.

2010: Lise und Nathan, der Witwer ist und ein Zwillingspärchen Colin und Soline hat, kommen ihre Mutter zu Weihnachten besuchen. Im Haus geschehen seltsame Dinge, die Mutter verhält sich auch seltsam und der Vater kehrt nach 29 Jahren plötzlich zurück.

Jeder macht sich Gedanken, erinnert sich an Dinge aus der Vergangenheit, es wird mehr oder weniger offen darüber gesprochen, Stück für Stück wird aufgeklärt, was passiert ist und was es aus den betroffenen Menschen gemacht hat.
Ein eher düsterer Roman, der nicht wirklich mitreißt.

Bewertung vom 01.09.2014
Ein Mann namens Ove
Backman, Fredrik

Ein Mann namens Ove


ausgezeichnet

Der schwedische Autor Fredrik Backman lebt mit seiner Frau und 2 Kindern in Solna bei Stockholm. Er hat als Gabelstaplerfahrer und Kolumnist gearbeitet und ist ein bekannter Blogger. Sein erster Roman Ein Mann namens Ove ist in Schweden und weltweit ein großer Erfolg. Sein zweiter Roman Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid ist in Schweden auch schon ein Erfolg.

In seinem Roman Ein Mann namens Ove geht es um den 59-jährigen Ove Svensson, der seine Frau Sonja und seine Arbeit und dadurch seinen Lebenswillen verloren hat.
In Rückblenden wird seine Kindheit erzählt. Der Vater ist ein einfacher Mensch und fleißiger Arbeiter. Er ist still, freundlich, hilfsbereit und hat seine Prinzipien. Die Mutter stirbt früh. Der Vater ist Oves großes Vorbild. Er stirbt als Ove 16 ist und Ove übernimmt eine Arbeit an den Gleisen, wo auch sein Vater gearbeitet hat. Er macht die Arbeit so gut und pflichtbewusst, dass er bleiben kann.

Er lernt Sonja, seine Frau, kennen. Die beiden heiraten und ziehen in eine Wohnsiedlung, wo sich Ove unbeliebt macht durch seine Rundgänge, um zu überprüfen, ob sich jeder an die Regeln hält, wie z. B. den Müll korrekt zu trennen, Fahrräder korrekt abzustellen und Autos korrekt zu parken. Nach dem Tod seiner Frau und dem Verlust seiner Arbeit zieht sich Ove von seinen Mitmenschen zurück.

Die neuen Nachbarn die hochschwangere Parvaneh aus dem Iran, ihr Mann Patrick und deren 2 Mädchen verändern das Leben von Ove. Parvaneh lässt sich nicht von Ove einschüchtern.
Ove ist ein geradliniger, aufrichtiger Mann, ebenso fleißig und hilfsbereit wie sein Vater, mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Ein sturer Choleriker, in dessen Gegenwart man in der Öffentlichkeit in peinliche Situation geraten kann, weil Diplomatie ein Fremdwort für ihn ist.
Ove ist am Anfang des Buches ein nerviger und unsympathischer Mensch. Je mehr man von ihm liest und je besser man ihn kennenlernt, desto menschlicher und sympathischer wird er.
Ein lesenswertes Buch über einen Menschen, der trotz seines ruppigen Verhaltens die Herzen seiner Mitmenschen gewinnt.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.08.2014
Die Frau des Gouverneurs
Wallner, Michael

Die Frau des Gouverneurs


sehr gut

Michael Wallner ist ein österreichischer Regisseur, Roman- und Drehbuchautor. Internationale Bekanntheit erreichte er durch den Roman „April in Paris“. Er hat Romane, Jugend- und Drehbücher geschrieben.

In seinem Roman „Die Frau des Gouverneurs“ erzählt er die Geschichte von Christian Tolmein, der ursprünglich Brückenbauer werden wollte, aber aus familiären Gründen umgesattelt und Chemie studiert hat. Er ist mit Carlotta Dücker verlobt, der Tochter des Inhabers des Stahlwerks Dücker, für das er auch arbeitet und ein Nickel-Sulfid-Verfahren entwickelt hat. Um eine Lizenz für Nickelschürfrechte zu erhalten, reisen die beiden von Lübeck nach Kuba. Martin Root, US-Sonderbevollmächtiger, soll Carlotta helfen, die Lizenz vom Gouverneur Miguel De Gayas zu erhalten. Der Gouverneur ist mit Yamilé verheiratet. Die beiden haben einen 5-jährigen Sohn namens Manolito.

Christian beobachtet eines Tages wie eine Frau mit einem Motorrad über eine Brücke fährt und mitsamt Brücke in die Tiefe stürzt. Wie durch ein Wunder überlebt die Frau. Am selben Abend sind Christian und seine Verlobte Carlotta auf einem Empfang des Gouverneurs eingeladen. Dort stellt Christian fest, dass die Frau mit dem Motorrad die Frau des Gouverneurs ist und bringt den Vorfall zur Sprache, was den Gouverneur sehr verärgert, da er die Aktivitäten seiner Frau nicht billigt. Christian und Yamilé verlieben sich, aber Christian kehrt mit Carlotta ohne die Lizenz nach Lübeck zurück. Die beiden schreiben sich.

Nach einiger Zeit in Deutschland wird Christian gebeten, die eingestürzte Brücke wieder aufzubauen. Er hatte das Angebot gemacht, sie als Spende der Dückerwerke wieder aufzubauen. Im Gegenzug sollen die Dückerwerke die gewünschte Lizenz erhalten.
Christian reist nach Kuba und versucht, Yamilé wiederzusehen. Ihr Mann hat sie eingesperrt. Sie kann fliehen und Christian versucht, ihr zu helfen. Eine abenteuerliche Jagd und Flucht beginnen. Der Roman spielt in den zwanziger Jahren und schildert sehr anschaulich die politische Situation, die Unruhen in Kuba und die Ränkespiele zwischen kubanischen Politikern, Rebellen und Amerikanern. Ein spannender Roman über eine große Liebe.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 07.06.2014
Japantown / Jim Brodie Bd.1
Lancet, Barry

Japantown / Jim Brodie Bd.1


ausgezeichnet

Der Autor Barry Lancet hat mehrere Jahre für einen Verlag in Tokio gearbeitet. Durch den Kontakt mit vielen japanischen Führungspersönlichkeiten hat er Japan sehr gut kennengelernt. Er lebt abwechselnd in Japan und den Vereinigten Staaten.

Japantown ist sein 1. Buch aus einer geplanten Thriller-Reihe. Es wird die Geschichte von Jim Brodie erzählt, der die ersten 17 Jahre in Tokio aufwächst. Sein Vater hat dort eine Sicherheits- und Ermittlungsagentur aufgebaut. Jim lernt die japanische Sprache und Kultur kennen und lernt Karate und Judo bei 2 Großmeistern.

Mit 12 wird Jim in die Arbeit seines Vaters eingeführt. Mit 17 kommt es bei einer Aktion zu einem Vorfall, der zur Trennung seiner Eltern führt. Die Mutter zieht mit Jim nach Los Angeles. Als seine Mutter stirbt zieht er nach San Francisco, lässt sich zum Kunsthändler ausbilden und eröffnet ein Antiquitätengeschäft. Er heiratet Mieko und wird Vater einer Tochter Jennifer, die er nach dem Tod von Mieko allein großzieht. Zu seinem Vater hat er keinen Kontakt mehr. Als dieser stirbt, übernimmt er die Agentur.

Im Antiquitätengeschäft lernt er auch Lieutenant Frank Renna kennen, der ein Freund wird. Durch seine exzellenten Japankenntnisse wird Jim bei Ermittlungen, die Japan betreffen, gerne hinzugezogen. Als in Japantown eine Familie Vater, Mutter, 2 Kinder und ein weiterer Mann brutal hingerichtet werden, bittet Frank Jim um Hilfe bei den Ermittlungen. Am Tatort gibt es ein Kanji (japanische Schriftzeichen), das Jim damals auch nach dem Tod seiner Frau gefunden hat und neue Fragen aufwirft. Seine Agentur wird ebenfalls beauftragt, in diesem Fall zu ermitteln.

Die Ermittlungen im Mordfall werden zu einem Katz- und Mausspiel zwischen der Soga, einem mächtigen Klan, für den Erpressung und Mord an der Tagesordnung stehen, Polizei, Politik und anderen Beteiligten, bei der Jim, seine Tochter, sein Freund Frank und seine Angestellten in Gefahr geraten. Die Jagd geht über Kontinente und findet auch im Internet statt. Alte und moderne Kampftechniken und neue Abhörtechniken werden verwendet. Ein äußerst packender und spannender Thriller, den man bis zum Ende kaum aus der Hand legen kann.

Bewertung vom 07.04.2014
Dem Spuk auf der Spur - Eisblau, eiskalt und unsichtbar / Grusel-Club Sammelbd.1
Brezina, Thomas

Dem Spuk auf der Spur - Eisblau, eiskalt und unsichtbar / Grusel-Club Sammelbd.1


ausgezeichnet

Thomas C. Brezina wurde am 30.01.63 in Wien geboren. Für seine Drehbücher zur Puppen-Fernsehserie „Tim, Tom und Dominik“ gewann er 1978 als 15-jähriger Gymnasiast den „Großen Österreichischen Jugendpreis“. Er arbeitete als Puppenspieler, schrieb Hörspiele, Gute-Nacht-Geschichten für das Radio und Drehbücher bis er mit dem Schreiben von Büchern begann. Mittlerweile hat er über 550 Kinder- und Jugendbücher geschrieben, die in 35 Sprachen übersetzt wurden.

Der Sammelband Grusel Club – Eisblau, eiskalt und unsichtbar enthält die 3 Einzelbände:
- 13 Stunden in der Geisterbahn
- Der Mann mit den eisblauen Augen
- Das unsichtbare Biest
Der Gruselclub besteht aus Jupiter Katz, seiner Cousine Vicky Schwarzbusch und deren kleinen Bruder Nick. Club Treffen finden auf der Burg Falkenfels in der ehemaligen Folterkammer statt.

Im ersten Band geht es um das spurlose Verschwinden der Schülerin Ursula nach einer seltsamen Einladung in die Villa Schreistein. Die Villa steht seit Jahren leer. Der ehemalige Besitzer Graf Gundolf von Schreistein soll im Untergeschoss eine Geisterbahn aufgebaut haben, um Leuten Angst einzujagen. Die 3 vom Gruselclub begeben sich in die Villa und erleben einige Momente des Schreckens bis das Verschwinden von Ursula geklärt werden kann.

Im zweiten Band haben Jupiter und sein Vater, Professor Erasmus Katz, eine Autopanne. Als sie bei einem seltsamen Kauz Wasser für den Kühler holen und zurückkommen, ist das Auto zerlegt. Jupiter schaut sich nach Spuren um und begegnet einem Mann mit eisblauen Augen. Für Jupiter ist klar, dass es in Kaltensee nicht mit rechten Dingen zugeht und er mit dem Gruselclub der Sache auf den Grund gehen muss. In einer unheimlichen Gruft erleben die 3 diverse Abenteuer, bis sie herausfinden, was in Kaltensee los ist.

Im dritten Band erwischt der Nachtwächter Josef Schorr nachts im Hornmeier-Museum eine seltsame Gestalt mit behaarten Händen, die schwarze Käfer isst. Als er die Polizei rufen will, wird er verfolgt und erleidet einen Schock. Natürlich muss Jupiter mit dem Gruselclub herausfinden, was im Museum tatsächlich passiert ist. Ein unsichtbares Biest versucht, Jupiter Angst einzujagen. Die 3 erleben einige gruselige Momente, bis sie die Vorgänge klären können.

3 spannende Kindergeschichten. Die gruseligen Gestalten, Momente und die Angst der Kinder werden sehr anschaulich zum Miterleben beschrieben. Das eine oder andere Kind könnte nach dem Lesen einen Albtraum haben. Empfehlenswert für Kinder, die Abenteuer lieben.

Bewertung vom 09.03.2014
Die Gottespartitur
Rai, Edgar

Die Gottespartitur


sehr gut

Edgar Rai ist ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer, der in Berlin wohnt. Er studierte Musikwissenschaften und Anglistik und war Dozent für kreatives Schreiben an der freien Universität in Berlin. Seit 2012 ist er Mitinhaber einer Buchhandlung in Berlin.
Er hat mehrere Romane, Sachbücher und Kurzgeschichten geschrieben.
In seinem Roman Die Gottespartitur geht es um den Literaturagenten Gabriel Pfeiffer, der nach einem Herzstillstand die Begeisterung für seinen Beruf verloren hat, sich destruktiv verhält und ans Aufhören denkt. Auf der deutschen Buchmesse wird er vom 17-jährigen Seminaristen Matthias Göttker angesprochen. Er habe möglicherweise eine bedeutende Entdeckung gemacht, es gehe um Gott. Matthias hat über Charles Burney, einen englischen Musikgelehrten, der im 18. Jahrhundert viel gereist ist, recherchiert. Charles Burney hat anscheinend eine interessante Entdeckung gemacht, die die Existenz Gottes beweisen könnte. Matthias übergibt Gabriel einen Umschlag, den dieser achtlos wegsteckt bis er zufällig in einer Zeitung liest, dass in der Kapelle des Seminars Sankt Jacobus in Gödelsburg der 17-jährige Seminarist Matthias G. tot aufgefunden wurde.
Gabriels Interesse ist geweckt. Er erwacht aus seiner Lethargie, öffnet den Umschlag, liest den Inhalt, besorgt sich das Buch mit den Reisetagebüchern von Charles Burney und reist nach Gödelsburg, um Näheres heraus zu finden. Er lernt Pater Musiak, Priester und Regens des Seminars kennen, der mehr weiß, als er bereit ist zu sagen. Ein verbales Duell über den Glauben an Gott findet zwischen Gabriel und dem Pater statt bis Gabriel entdeckt, was Matthias entdeckt hat.
Leider muss man fast die Hälfte des Buches lesen, bevor es richtig spannend wird, aber dann kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Ein sehr interessantes Buch, das anregt, sich über die Existenz von Gott, den Glauben Gedanken zu machen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.02.2014
Die Wahrheit und andere Lügen
Arango, Sascha

Die Wahrheit und andere Lügen


gut

Sascha Arango ist in Berlin geboren und lebt in der Nähe von Potsdam. Er ist Drehbuchautor für Funk, Fernsehen (diverse Tatortfolgen) und Kino, Verfasser mehrerer Hörspiele und Theaterstücke und Grimme-Preisträger.
In seinem Roman Die Wahrheit und andere Lügen erzählt Sascha Arango die Geschichte von Henry Hayden, der mit seiner Frau Martha und Hund Poncho in einem Fachwerk-Herrenhaus auf dem Land wohnt. Schon nach wenigen Seiten wird aufgedeckt, wem Henry den Erfolg als Schriftsteller zu verdanken hat. Seit 8 Jahren ist er beim Verlagshaus Moreany und hat fünf Bestseller-Romane veröffentlicht mit Verfilmung und Bearbeitung fürs Theater. Als seine Lektorin und Geliebte, Betty Hansen, ihm eröffnet, dass sie schwanger ist, gerät sein beschauliches Wohlstandsleben in Gefahr. Beim Versuch, das Problem mit einem Mord zu lösen, geht etwas schief. Von nun an setzt Henry mit einem raffinierten Plan alles daran, diesen Fehler zu vertuschen. Für die Bearbeitung des Falls ist der Kriminalist Jenssen zuständig, der ein Fan von Henrys Büchern ist.
Als Gisbert Fasch aus seiner Vergangenheit auftaucht, muss Henry wieder improvisieren, damit er nicht auffliegt, da es in seinem bisherigen Leben ebenfalls Dinge gibt, die nicht ans Licht sollen.
Außerdem hat Henry ein Problem, sein 6. Buch fertig zu stellen.
Schließlich inszeniert er ein zweites Verbrechen und Chefermittler Awner Blum wird eingeschaltet.
Die Schlinge um Henrys Hals wird immer enger.
Henry ist ein unsympathischer Charakter und das Ende ist enttäuschend, aber Die Wahrheit und andere Lügen ist trotzdem ein spannender Roman zum Thema Wahrheit, Lügen und Täuschung.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 04.11.2013
Himmel über London
Nesser, Håkan

Himmel über London


gut

Håkon Nesser ist ein schwedischer Krimiautor. Er studierte Soziologie, Englisch, Literaturgeschichte, Skandinavistik, Geschichte und Philosophie, arbeitete später als Gymnasiallehrer und veröffentlichte in 1988 seinen ersten Roman Koreografen. In 1993 erschien der erste Band der Kriminalromanreihe Van Veeteren, der den schwedischen Krimipreis erhielt. Weitere Preise folgten und diverse Verfilmungen.

In Himmel über London erzählt Håkan Nesser die Geschichte von Leonard Vernim, der mit seiner Lebensgefährtin Maud nach London fährt, um dort seinen 70. Geburtstag zu feiern.
1965 war Leonard das 1. Mal in London. 1968, vor 22 Jahren, hat Leonard in London Rigmor Carlgren, genannt Carla, kennengelernt und wurde in Geheimdienstaktivitäten reingezogen. Er hatte als freiberuflicher Fotograf gearbeitet und Artikel geschrieben. Durch die finanzielle Unterstützung eines Erfinders, so dass dieser seine Erfindung zum Patent anmelden konnte, kam Leonard zu Geld. Die Erfindung wurde ein Erfolg und Leonard erhielt 200.000,00 Pfund, als der Erfinder ihn rauskaufte. Mit 2 Miethäusern, einer Tageszeitung, diversen Fernsehsendern und einer Filmgesellschaft steht Leonard finanziell gut da.

Vor 20 Jahren hatte er Maud nach dem Tod seiner Geliebten Michelle in ihrer Praxis bei einer kognitiven Verhaltenstherapie kennengelernt. Die beiden begannen ein Verhältnis und zogen zusammen. Maud hat Zwillinge mit einem Psychiater, von dem sie sich getrennt hat. Irina, die an einer Zwangsneurose und Waschzwang leidet und Gregorius, der beziehungs- und lebensunfähig ist, keine Beziehung zu seiner Tochter hat und nicht mit Geld umgehen kann.

Parallel zur Geschichte von Leonard wird die Geschichte von Milos Skrupka erzählt, der mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern 1990 die Tschechoslowakei verlassen hat, um nach New York City zu gehen. Dort wurde die Familie von Jan und Priscilla Kopper unterstützt und Milos arbeitet für die Firma Kopper Car Splendid Service and Wash von Jan Kopper. Zuerst starb sein Vater, ein paar Jahre erkrankte seine Mutter an Krebs in der Bauchspeicheldrüse. Er wurde ins Krankenhaus gerufen, weil ihm seine Mutter etwas Wichtiges mitzuteilen habe. Milos kam zu spät, seine Mutter war bereits tot, als er im Krankenhaus ankam, und er hat nie erfahren, was ihm die Mutter mitteilen wollte. Dann erhält er eine Einladung zu Leonards Geburtstag.

Neben den Geschichten von Leonard und Milos wird die Geschichte von Lars Gustav Selén erzählt, der mit seinen Eltern und Bruder Martin in Schweden wohnt. Die Mutter verließ die Familie und gründete mit einem anderen Mann eine neue Familie. Als der Vater starb, kümmerte sich eine Tante um die beiden. Carla hat auch im Leben von Lars eine Rolle gespielt. Er ist zur selben Zeit in London wie die anderen Geburtstagsgäste.

Irina und Gregorius sind ebenfalls zu Leonards Geburtstag eingeladen. Gregorius hofft auf eine große Erbschaft, da er in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Irina will eigentlich nicht hingehen, lässt sich aber von ihrem Bruder überreden, doch nach London zu reisen. Dort liest sie in einem Buch von Steven G. Russell, in dem zu ihrem Entsetzen aus ihrem Leben erzählt wird.

In der Gegenwart treibt der sogenannte Watch Killer (Uhrenmörder) in London sein Unwesen, der seinen Opfern eine kaputte Armbanduhr anzieht, nachdem er sie ermordet hat.
Das Leben der Charaktere hängt zusammen und alles läuft auf den Geburtstag von Leonard hin. Es gibt einen ständigen Wechsel zwischen der Gegenwart und Vergangenheit in Rückblenden, wobei ein gelbes Notizbuch eine wichtige Rolle spielt bei Leonard.
Mit persönlich war das Buch zu langatmig und konfus erzählt. Das Ende hat die Spannung, die in über 500 Seiten aufgebaut wurde, nicht erfüllt.

5 von 7 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 27.09.2013
Heidi
Spyri, Johanna

Heidi


ausgezeichnet

Das bereits in 1880 veröffentlichte Buch der Schweizerin Johanna Spyri war und ist ein großer Erfolg und die Geschichte ist heute immer noch aktuell und beliebt.

Das Buch erzählt die Geschichte von Heidi, die nach dem Tod ihrer Mutter 4 Jahre bei ihrer Tante Dete lebt, die sie zu ihrem Großvater bringt, weil sie nicht auf eine gute Stellung verzichten möchte.
Der einsame Großvater ist nicht davon begeistert und sehr ruppig, aber Heidi kann mit ihrer offenen und ehrlichen Art das Herz des Großvaters und die Freundschaft des Geißenpeters gewinnen.
Doch Tante Dete holt Heidi wieder ab, um sie bei den Sesemanns unterzubringen, wo sie der gelähmten Tochter Klara Gesellschaft leisten soll. Heidi schafft es auch dort das Herz von Klara, deren Vater und Großmutter zu gewinnen. Nur Fräulein Rottenmeier, die bei den Sesemanns den Haushalt führt, ist Heidis Herkunft ein Dorn im Auge. Doch Heidi wird krank, weil sie den Großvater und die Berge vermisst.

1886 schrieb Frances Hodgson Burnet aus England eine ähnliche Geschichte „Der kleine Lord“. Der kleine Cedric Errol muss hier zu seinem Großvater dem Earl of Dorincourt und gewinnt ähnlich wie Heidi das Herz des Großvaters. Der Film mit Alec Guinness und Ricky Schroder wird gern im Weihnachtsprogramm gezeigt.

In 2012 wurde eine ähnliche Geschichte in Anlehnung an den Roman „Der kleine Lord“ verfilmt. Im Film „Die kleine Lady“ mit Christiane Hörbiger und Philippa Schöne, ist es die kleine Emily Ernest in New York, die zu ihrer Großmutter in Österreich, der Gräfin von Liebenfels zu Arlingen, geschickt wird und ebenfalls wie Heidi und Cedric mit ihrer natürlichen Art das Herz ihrer Großmutter gewinnt.

Das Buch „Heidi“, die Filme und das Zitat von Fjodor Michailowitsch Dostojewski „Durch Umgang mit Kindern gesundet die Seele.‘‘ beschreiben treffend, wie Kinder wieder Freude in das Leben von verbitterten Großeltern bringen können.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.