Uiuiui…ein Nacktvideo, das gefaked ist, und die Karriere und das Leben von Mira total auf den Kopf stellt. In ihrer Situation hätte ich mich erstmal ein paar Wochen unter der Bettdecke verkrochen, aber Mira ist mutig – und macht sich auf die Suche nach dem Täter. Die Spur führt sie in ihr altes Heimatdorf, dort warten alte Bekannte auf sie, deren Leben man ebenso digital manipuliert hat…und irgendwie hängt alles mit der Vergangenheit zusammen. Ich mochte Mira als starke Persönlichkeit gerne, die anderen Figuren blieben für mich immer etwas undurchschaubar, was mein Misstrauen aber nur verstärkt hat. Den mittleren Teil der Geschichte fand ich etwas lang, Auch hätte die Story etwas mehr Thrill vertragen können. Insgesamt mag ich den Schreibstil von Cleo Konrad aber sehr und fand die Story durch Tagebucheinträge trotzdem abwechslungsreich.
Vor allem den psychologischen Aspekt, was KI/Deep Fakes im Leben eines Menschen anrichten können, fand ich super aufgearbeitet. Dadurch ist mir wieder bewusst geworden, dass wir digital alle wahrscheinlich angreifbarer sind als wir wahrhaben wollen. Allgemein finde ich das Thema Künstliche Intelligenz sehr spannend und und mag moderne Bücher, die das Thema in Geschichten aufgreifen.
Am Schreckensort Kummersee werden nicht nur die alten Erinnerungen lebendig, sondern auch der erste Mord lässt nicht lange auf sich warten. Lenas Gedanken- und Emotionswelt beschreibt Iver hier ausführlich, sodass ich einen guten Bezug zu ihr herstellen konnten. Auch die einzelnen Rückblenden und Erinnerungen an die Vergangenheit haben mir gut gefallen. Die Figuren um Lena herum machen einen tollen Job und wirken sogleich düster wie mysteriös – und passen sich damit perfekt der Kulisse an. Für Seen bin ich eh immer zu haben. Der Schreibstil war zudem flüssig und fesselnd.
Auch wenn ich hier recht früh eine Vorahnung hatte, hat mich Iver hier auf ganz viele verschiedene Fährten gelockt. Mit dem Showdown am Schluss wurde es noch mal richtig spannend. Trotzdem war mir das mir persönlich leider am Schluss etwas zu viel. Auch hätte die Geschichte für meinen Geschmack einen Ticken komprimierter sein können. Am besten fand ich den Aspekt Mythos trifft Thriller – denn das wurde einfach mega umgesetzt.
Ich hab mich ganz arg auf das Debüt des Autors gefreut und wurde nicht enttäuscht. Ganz klare Empfehlung.
Obwohl Ellen, die Hauptfigur, mit der Vergangenheit abschließen wollte, wagt sie trotzdem die Rückkehr in ihr Heimatdorf. Ob das so eine gute Idee ist? Die alte Heimat löst viele Erinnerungen in ihr aus, auch die Bewohner des Dorfes stehen ihr misstrauisch gegenüber – denn, in der Vergangenheit ist etwas passiert, was sich wohl bis auf die Gegenwart auswirkt. Was das ist, wird erst im Verlauf der Geschichte klar. Als kurz nach Ellens Rückkehr ein grausamer Mord passiert, geht’s dann erst richtig los mit der wilden Fahrt die Schanze runter.
Der Schreibstil von Lars Menz ist flott und fesselnd, die Stimmung bedrückend und düster. Durch die kurzen Kapitel bin ich wie die weltbeste Skispringerin nur so geflogen und hätte das Buch auch an einem Tag beenden können. Die unterschiedlichen Erzählperspektiven sowie die Eindrücke der Vergangenheit fand ich toll und haben die Geschichte von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Ein paar Erzählpassagen fand ich ein bisschen unlogisch und nicht so passend, das ist hier aber mein einziger Kritikpunkt. Deswegen: Ab auf die Schanze mit euch und guten Flug!
FAZIT: Eine Vergangenheit, die extrem nachhallt – das finden wir vor allem in dieser Geschichte Schneller, fesselnder und spannender Thriller mit tollem Setting und authentischen Figuren. Ganz klare Empfehlung!
Das Thema Künstliche Intelligenz in Thrillern liebe ich generell…es sind einfach jedes Mal sehr moderne Thriller. Auch hier schafft es Alexa Linell, das Thema KI auf eine breite Art und Weise und vor allem für alle zugänglich aufzuarbeiten. In einer Reihe mysteriöser Kriminalfälle rätseln wir mit Veda mit, wer oder was hier genau verantwortlich ist. Veda und die Nebenfiguren mochte ich sehr, alle wirkten stets einsatzbereit und wachsam. Das sollten sie auch sein, denn wer weiß, ob ihnen nicht auch noch was passiert…Der Schreibstil ist sehr unkompliziert und auf den Punkt gebracht. Am besten haben mir die eingestreuten Kleinigkeiten im Buch gefallen, was KI so alles anstellen kann. Die Summe des Ganzen war für mich am Schluss total bedeutsam und hat mal wieder gezeigt, wie es mit KI halt auch laufen könnte. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass das Thema KI ab der ersten Seite bereits thematisiert wird und noch mehr in den Fokus rückt. Manches Drumherum hätte es für mich gar nicht gebraucht. Empfehlenswerter moderner KI-Thriller, der Ängste der Technologie aufgreift und für Spannung sorgt.
Wir tauchen in das Anwesen Winterstern ein und lernen zunächst die alte Dame Clothilde kennen. Sie und ihr Haus sind sehr eigen, trotzdem hab ich hier eine gewisse Symphatie empfunden. Auch gegenüber ihrer Enkelin, die eine Sonderrolle als liebstes Familienmitglied einnimmt. Kaum ist jedoch die ganze Verwandtschaft im Haus Winterstern angekommen, stirbt auch schon die gute Clothilde. Da eigentlich alle hinter dem Erbe her sind, könnte man hier wieder jeden verdächtigen. Fortlaufend wird „cozy ermittelt“, während draußen ein Schneesturm tobt. Gut gefallen haben mir vor allem die Rückblicke in die Vergangenheit, das macht die Geschichte etwas abwechslungsreicher. Leider fand ich die Anzahl der Personen hier aber wieder viel zu hoch. Ständig musste ich hier überlegen, in welchem Verhältnis sie jeweils zu Clothilde stehen. Das hat den Lesefluss oft unterbrochen. Der Schluss hält noch eine Wendung parat, die man erahnen hätte können, ich aber trotzdem gelungen fand. Ganz netter Weihnachtskrimi, ganz rund fand ich ihn aber irgendwie leider nicht.
Zu Beginn war ich hier wie gewohnt bei vielen Figuren, erstmal etwas verwirrt. Vier Familien sind dann halt doch nicht ohne. Das Personenverzeichnis vorne hilft hier aber, Klarheit reinzubringen. Nach und nach bin ich dann auch in der Story angekommen. Das Setting eines luxuriösen Campingplatzes fand ich super cool und entspricht total dem Cover. Auch mochte ich es sehr, dass hier sehr viel Misstrauen an der Tagesordnung steht und man nicht so richtig weiß, wem man trauen kann. Untermauert wird das durch die unterschiedlichen Erzählperspektiven der Familien, wodurch die Geschichte sehr abwechslungsreich wirkt. Während das Unwetter draußen zunimmt, offenbaren sich auch langsam die dunklen Geheimnisse der einzelnen Familienmitglieder. Die Dynamik insgesamt hat mir hier gut gefallen und regt total zum Miträtseln an. Der Schreibstil ist total flüssig und eingängig. Eine Familie weniger hätte hier aber wahrscheinlich auch nicht geschadet. Trotzdem eine solide Unterhaltung, die für ein paar spannende Lesestunden sorgt.
Die 24 Kurzkrimis waren sehr abwechslungsreich und entsprechend der Jahreszeit schaurig weihnachtlich. Die Orte wechseln mit ihrem regionalen Bezug stetig, sodass man sich unter anderem mal in Bregenz, Wien oder Berlin wiederfindet. Auch die Verbrechen sind sehr unterschiedlich: von cozy über düster bis hin zu blutig findet sich hier für jeden was. Die Idee der 24 Kurzgeschichten zur Adventszeit finde ich mega, auch die Kartenübersicht, das Inhaltsverzeichnis sowie die Kurzübersicht der jeweiligen Autorinnen und Autoren vor der Geschichte. Auch mag ich es sehr, durch so ein Sammelband neue Autorinnen und Autoren kennenzulernen. Die einzelnen Geschichten haben mich aber leider nicht so abgeholt wie erwartet. Oft fand ich sie viel zu oberflächlich und die Wendungen waren schon vorbei, bevor die Geschichten richtig begonnen haben. Das hat mich oft mit dem Gefühl „Ah, das war’s also schon“ zurückgelassen. Hervorgestochen ist für mich keine Geschichte, für mich waren alle auf dem gleichen mittleren Niveau.
Uhhh…wie naiv kann man eigentlich sein, liebe Mara? Trotzdem hab ich deine Story gerne gelesen und mit dir mitgefiebert, dass dir hoffentlich nichts passiert. Einige Male musste ich aber auch den Kopf über dich schütteln.
So wie bisher immer hat Darcy Coates es auch hier geschafft, mich mit einer mysteriösen Geschichte und einer unheimlichen Atmosphäre in den Bann zu ziehen. Mit Mara und ihrem Freund ziehen wir ins Blackwood House, in dem klassisch komische Dinge passieren. Wir finden hier zwar kaum neue Ideen, trotzdem mag ich einfach diese klassischen Gruselgeschichten. Auch konnte ich mich gut in die Situation von Mara hineinversetzen, allerdings hätte ich meistens anders gehandelt. Gegruselt hat es mich kurz an manchen Stellen, vor allem der Schaukelstuhl ist mir im Gedächtnis geblieben - insgesamt hätte der Gruselfaktor aber noch deutlich ansteigen können. Too much war mir dieses Mal dieses ganze Liebesgedöns und Pärchengeplänkel zwischen Mara und ihrem Freund - das mochte ich gar nicht. Eine solide Gruselgeschichte, die mir aber nicht ganz so gut gefallen hat wie die anderen Bücher von Darcy Coates. Trotzdem empfehlenswert, wenn man Spukhaus-Romane mag.
In der Mitte steht ein großer geschmückter Weihnachtsbaum, drum herum hängen Lichterketten und Tannengirlanden, untermalt wird die Kulisse mit weihnachtlicher Musik. Diese Atmosphäre, die wir wahrscheinlich alle kennen, begleitet die Figuren in der Geschichte. Auch wenn sich hier vielen Weihnachts-Klischees bedient wird, fangen die Autorinnen diese Weihnachtsstimmung und Weihnachtshektik im Kaufhaus wunderbar ein. Wäre da nicht der Mord am Weihnachtsmann…ja, wer macht denn sowas? Mit Kurt beginnen die seichten Ermittlungen nach dem Mörder. Aber es wird nicht gruselig oder beklemmend, die Geschichte ist einfach nur cozy, cozy und noch mal cozy. Zu viel Spannung kommt nicht auf - aber genau so viel, dass man gerne weiterlesen möchte. Die Auftritte der Nebenfiguren haben mir auch gut gefallen, alle sind irgendwie so erfrischend normal. Es gibt kleine traurige Momente aber auch humorvolle Szenen, insgesamt konnte ich mich hier einfach total in die Geschichte fallen lassen.
Ein perfekter Weihnachtskrimi für einen gemütlichen Abend vor dem Christbaum, der genau die richtige Portion Humor, Atmosphäre und Spannung besitzt. Ich mochte ihn sehr gerne und kann ihn für die kalte Jahreszeit auf jeden Fall weiterempfehlen!
Das Böse vor der Tür – ja wer kennt ihn nicht, den unerwarteten Besuch, der vor der Tür lauert. Da ich Glastüren als Haustüre leider gut kenne, konnte ich das Böse vor meiner Haustüre schon das ein oder andere mal sichten. Aber das ist natürlich kein Vergleich zu dem, was die Figuren in „Das Böse vor deiner Tür“ erleben. Absolut passend zur dunklen Jahreszeit verpacken hier 16 Autorinnen und Autoren ihre Gedanken und Ideen zum Thema Horror in Kurzgeschichten. Diese könnten unterschiedlicher und vielseitiger nicht sein, jeweils abgerundet durch den persönlichen Schreibstil. Von psychologischem Horror über düsteren Realismus bis hin zu Übernatürlichem: Für Horrorfans kann hier nur was Passendes dabei sein. Für mich war fast jede Seite eine Überraschung mit dem Bösen und langweilig wurde es mir bei diesem Buch nie. An vielen Stellen hat es mich auch schön gegruselt. Auch mochte ich den Aufbau in unterschiedliche Kategorien und die Reise durch Deutschland sehr. Am nachhaltigsten ist für mich als Katzenbesitzerin die Geschichte 'Nachtgänger' von Wulf Dorn hängengeblieben. Wer sie gelesen hat, weiß vielleicht, wieso.
Ganz tolles Werk, durch das ich viele deutschsprachige Autorinnen und Autoren kennengelernt hab. Wer Horror und Kurzgeschichten liebt, sollte hier zugreifen
Benutzer