Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: olli2308
Wohnort: Halfing
Über mich:
Danksagungen: 5 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 59 Bewertungen
Bewertung vom 01.09.2014
Endlich gut drauf! Wie Sie Ihre Glückshormone natürlich anregen
Harnisch, Günter

Endlich gut drauf! Wie Sie Ihre Glückshormone natürlich anregen


sehr gut

Stress verhindert Glück

Ein glücklicher Mensch zu werden liegt zu 40 Prozent in der eigenen Macht, denn der Rest sind Gene und die Umstände. Das sind doch schon mal gute Nachrichten. Zu diesen 40 Prozent, die jeder Mensch zu seinem subjektiven Wohlbefinden beitragen kann, hat der Glücksratgeber jede Menge guter und wertvoller Tipps parat. Die vier Säulen des Glücks von Dr. Günter Harnisch (Nahrungsaufnahme, Hautreize, Bewegung und unser Denken) finde ich gut beschrieben, mit guten Tipps garniert (Inkakost aus den Getreidesorten Amaranth und Quinoa) und absolut nahvollziehbar. Ich persönlich würde noch als 5. Säule „gute Beziehungen“ dazunehmen, denn gute Gefühle, die für die Produktion von den Botenstoffen „Serotonin“ und „Dopamin“ zuständig sind, werden vor allem in erfüllten Beziehungen erzeugt.

Mit dieser kleinen Einschränkung kann ich Günter Harnisch in seiner Argumentation gut folgen. Er erklärt den Zusammenhang von subjektivem Wohlbefinden und dem Serotoninspiegel. Sinkt der Serotoninspiegel, entsteht Reizbarkeit, Stress und Schlafmangel, steigt der Serotoninspiegel, fühlen wir uns psychisch stabil, haben eine erhöhte Stresstoleranz und schlafen gut. Kurz gesagt: zuviel Stress verhindert ein subjektives Wohlbefinden.

Um herauszufinden, ob man selbst unter Serotoninmangelerscheinungen leidet und welchen erhöhten Risiken man ausgesetzt ist, stellt der Autor seinen Ausführungen einen Glückstest mit Fragen voran. Gefragt wird darin nach Gedächtnis-, Schlaf- oder Essstörungen oder nach Stimmungsschwankungen und Ernährungsgewohnheiten. Aus dem Ergebnis des Tests konnte ich schon erste konkrete Hinweise ablesen, wo ich am besten mit Veränderungen in den Lebensgewohnheiten, dem Lebensumfeld oder der Ernährung ansetzen kann. Ergebnis: Ich bin schon ganz gut bei den Themen Ernährung und Bewegung, beim glücklich denken und Hautberührungen habe ich noch Nachholbedarf. Die Glücksimpulse über die Haut durch eine Akupressurmatte (wie vom Autor empfohlen) kann ich natürlich ersetzen durch „Streicheleinheiten“ mit meiner Freundin.

Glückliche Menschen machen das, was sie begeistert: Dieser Quintessenz des Autors kann ich mich anschließen, denn Begeisterung (und sei es für noch so abstruse Beschäftigungen) ist die beste Nahrung für unser subjektives Wohlbefinden. Nützlich ist auch die Einsicht, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen. So kann auch das tägliche Spülen zu einem Akt der Freude werden, oder wie der spirituelle Lehrer Thich Nhat Hanh in seinem Tagebuch geschrieben hat: „Das Spülen ist der Weg zur Buddhaschaft.“

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 16.08.2014
Indianische Heilkunst
Kaiser, Rudolf

Indianische Heilkunst


ausgezeichnet

Die indianische Medizin

Der Kulturwissenschaftler und ehemalige Anglistikprofessor Dr. Rudolf Kaiser erzählt uns in seinem Buch, was es mit der Weisheits- und Heilungstradition nordamerikanischer Indianer auf sich hat. Es ist weniger ein Sachbuch als vielmehr ein eindrückliches Erlebnisbuch, indem der Autor aus eigener Erfahrung von seinen ethnologischen Forschungen und Teilnahmen an Ritualen, Heilverfahren und zeremonien berichtet. Seine persönlichen Erfahrungen sammelte er in den Staaten Arizona und New Mexico, wo sich heute noch die größten indianischen Reservate befinden, etwa die der Hopi, der Pueblo, der Navajo, der Apachen und der Papago. Das differenzierteste und am häufigsten praktizierte traditionelle Heilsystem besitzen die Navajo-Indianer, an deren Heilzeremonien der Autor als Beobachter teilnehmen durfte und aus zahlreichen Gesprächen mit Schamanen, Medizinmännern, Medizinfrauen, Hexen, Zauberern und weißen Ethnologen Eindrücke aus erster Hand gewann.

Der „indianischen Medizin“ haben wir vieles zu verdanken, nicht nur die indianische Pflanzenheilkunde. (Das aus dem roten Sonnenhut gewonnene Destillat „Echinacea“ haben die Indianer als Mittel zur Immunstärkung schon lange vor uns entdeckt) Denn der nordamerikanische Schamanismus kann getrost als erste ganzheitliche Medizin verstanden werden und bezieht psychologische, soziologische, ökologische und spirituell-religiöse Zusammenhänge als Gründe für Krankheit mit ein, hat also immer den ganzen Menschen im Blick.

Was mich als Gestalttherapeut am meisten beeindruckt hat: Indianische Rituale und Heilungszeremonien haben vor allem bei der Behandlung psychosomatischer Beschwerden Erfolg. Es handelt sich bei den Ritualen in erster Linie um eine Art Psychotherapie, verbunden mit suggestiven Heilmethoden wie Trance und Ekstase. Die Schamanen und Medizinmänner haben als erste begriffen, dass die rein kognitiv vermittelte Information (wie es im westlichen Bildungssystem üblich ist) nicht im psychischen System des Menschen hängen bleibt. Wenn die Information jedoch in eine ganzheitliche Erfahrung eingebunden ist (Wahrnehmung, sinnliches Erleben, gefühlsmäßige Anteilnahme), ist der Lerneffekt nachhaltig. Im Anhang werden auf über 20 Seiten sehr viele indianische Heilungstexte (Medicine Songs) veröffentlicht, ein sehr nützlicher Mehrwert.

Bewertung vom 31.07.2014
Die Organuhr. Leben im Rhythmus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
Wu, Li

Die Organuhr. Leben im Rhythmus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)


ausgezeichnet

Unsere innere biologische Uhr

Sehr viele wertvolle Erkenntnisse, was meinen inneren Biorhythmus angeht, habe ich durch das übersichtliche und gut verständliche Buch des chinesischen TCM-Experten Prof Li Wu gewonnen. Das Buch ist sehr nützlich, wenn es darum geht, zukünftig in Übereinstimmung mit dem eigenen Biorhythmus zu leben.

Kurz gesagt geht es bei der inneren Organuhr darum, das unser Tagesablauf von einem ständigen Auf und Ab, einem Hoch und einem Tief, einer Maximal-Energie und einer Minimal-Energie unseres Körpers bestimmt ist. Unsere Organe durchlaufen also wechselnde Phasen niedriger und hoher Aktivität, und wenn ich weiß, wann welche Organe ihre aktiven Phasen und ihre Ruhephasen haben, kann ich mich danach richten und lebe gesünder und mehr in Balance mit meiner inneren Organuhr.

In der TCM geht man davon aus, dass jeder Organkreis (es gibt 12 davon) einem zweistündigen phasenweisen Wechsel unterliegt, zu dem er einen energetischen Höhepunkt hat und 12 Stunden später in eine energetische Ruhephase eintritt. So ist zum Beispiel der Organkreis Leber in der Nacht zwischen 1 und 3 Uhr am aktivsten und zwischen 13 und 15 Uhr am Tag am schwächsten, während der Organkreis Dünndarm von 1 bis 3 Uhr die schwächste Aktivität aufweist und zwischen 13 und 15 Uhr am stärksten arbeitet. Wache ich oft zwischen 1 und 3 Uhr in der Nacht auf, kann das daran liegen, dass mein Organkreis Leber oder mein Organkreis Dünndarm gestört ist, also die Organe, die entweder zu dieser Zeit ihre Maximal- oder ihre Minimalzeit haben. Bei mir war es eine Mischung aus beiden Organkreisen, und das lag letztlich daran, dass ich chronisch viel zu spät (nämlich nach 18 Uhr) meine Hauptmahlzeit zu mir genommen habe, wo mein Dickdarm (17 bis 19 Uhr) und mein Magen (19 bis 21 Uhr) schon in die Ruhephase eingetreten sind.

Ich halte mich bei meinen Ruhe- und Aktivitätsphasen jetzt viel stärker an meine innere Organuhr, und mein Organismus dankt es mir mit erholsamerem Schlaf, mehr Ausgeglichenheit und Belastbarkeit. So habe ich mein Essen auf die Hauptmahlzeit Frühstück umgestellt, weil der Organkreis Magen von 7 bis 9 Uhr am aktivsten ist und so viel Energie in den Stoffwechsel kommt. Auch meine Hauptarbeitszeiten lehne ich an die Organuhr an, denn um 10, 14 und 16 Uhr kann ich mich laut TCM-Organuhr am besten konzentrieren.

Bewertung vom 20.07.2014
Anleitung für Simulanten
Roloff, Gisbert; Angielczyk, Andrej; Zoeke, Barbara

Anleitung für Simulanten


sehr gut

Ist das Leben ein einziger Überlebenskampf um Futterplätze und Fortpflanzung?

Zwei Psychologen und ein Arzt führen uns ein in die Welt des Schummelns, des Schwindelns, der Irreführung, des Betrugs, der Fälschung, der Mogelei, der Lüge, des Bluffs, der Tricks, der Finten und Fassaden und behaupten, dass die Evolution dies so angelegt habe (bei Menschen und bei Tieren) beim Überlebenskampf um die besten Futterplätze und besten Weibchen und Männchen zur Fortpflanzung. Denn nur so sei sichergestellt, dass die trickreichsten und erfindungsreichsten Arten weiterleben und die dummen und nicht so trickreichen Arten leider aussterben.

Das Leben sei also ein einziger Kampf um Vorteile bei der Futterbeschaffung, der Partnerwahl, der Fortpflanzung und der Flucht vor dem Fressfeind. Das Prinzip der Täuschung sei allgegenwärtig, und dies belegen die Wissenschaftler mit vielen Beispielen aus der Tierwelt und auch aus der Menschenwelt. Ist das Leben wirklich nur ein einziger Überlebenskampf? Diese Sicht auf die Welt (fressen und gefressen werden oder wie Bertold Brecht es formuliert: Erst kommt das Fressen, dann die Moral) ist mir zu einseitig und stößt spätestens da an ihre Grenzen, wo die unendliche Gier der Menschen nach wirtschaftlichem Wohlstand und Wachstum an ihre natürlichen Grenzen stößt, denn sowohl die Anzahl der Menschen als auch die Anzahl der Konsumgüter ist nicht beliebig steigerbar, wollen wir auch in Zukunft auf einem bewohnbaren Planeten wohnen.

Es ist also weder besonders schlau noch besonders hilfreich, für das „Überleben der Art“ einfach so weiterzumachen mit dem Tarnen, Täuschen und Tricksen. Schon längst zeigt sich an vielen Beispielen des solidarischen und kooperativen Wirtschaftens (z.B. an dem Modell der Gemeinwohlökonomie), dass der neoliberale Raubtierkapitalismus ausgedient hat und uns in eine Sackgasse führt. Dies haben im dritten und vierten Teil des Buches auch die Autoren erkannt und räumen ein, dass Simulation (also das Vortäuschen einer Krankheit) oft der einzige Ausweg für zu stark belastete Menschen in unsicheren und schlecht bezahlten Jobs ist, und Dissimulation (also das Verbergen von Krankheit) oft der einzige Ausweg von durch Bürgerkrieg und Flucht traumatisierte Menschen ist.

Ich stimme mit den Autoren überein, dass nicht nur Mutter Natur so begehrte Merkmale wie Schönheit, Gesundheit und Begabung höchst ungerecht verteilt hat, sondern unsere Gesellschaft und unser Bildungssystem recht parteiisch ist, wenn es um die guten Plätze geht. Und so ist es kein Wunder, dass es geschickte Täuscher wie Felix Krull (geschrieben von Thomas Mann) oder Effi Briest (geschrieben von Theodor Fontane) zu höchsten literarischen Weihen gebracht haben. Beide Texte von Deutschlands berühmtesten Simulanten landen im Anhang dieses ungewöhnlichen Ratgebers, der augenzwinkernd und unterhaltsam die Vielfalt der Verhaltensweisen vorstellt, selbst ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Im Anhang finden sich auch Erläuterungen von wissenschaftlichen Begriffen wie „Aggravation“, „Amnesie“ und „Posttraumatische Belastungsstörung“. Punktabzug gibt es für die einseitige Darstellung der wissenschaftlichen These vom „Survival of the fittest“.

Bewertung vom 28.06.2014
Reflexzonenmassage. Sanfte Selbstheilung von Kopf bis Fuß
Frohn, Birgit

Reflexzonenmassage. Sanfte Selbstheilung von Kopf bis Fuß


ausgezeichnet

Heilsame Berührungen

Ein einziges Mal im Leben habe ich mir eine Fuß-Reflexzonenmassage gegönnt. Ich schwebte danach wie auf „Wolke 7“, fühlte mich erfrischt, geerdet und ausgeglichen. Wie so vieles im Leben habe ich die wohltuende Wirkung der Reflexzonenmassage wieder vergessen, bis mich der Titel des Buches „Reflexzonenmassage“ wieder an meine schöne Erfahrung erinnerte. Dank der kompetenten, ausführlichen und anschaulichen Beschreibungen der verschiedenen Reflexzonen im Körper (von den Reflexzonen an Händen, Füßen und Ohren gibt es im Umschlag des Buches farbige Abbildungen) und der verschiedenen Grifftechniken (mit guten Bildern) gebe ich mir jetzt selbst regelmäßig heilsame Berührungen und möchte diese Wohltaten nicht mehr missen.

Gerade für Singles, die an einem Mangel an körperlichen Berührungen leiden, ist die „Laientherapie“ der Reflexzonenmassage an Füßen, Händen, Ohr und Gesicht ein echtes Lebenselixier. Mit der Massage der Füße oder der Ohren gönne ich mir quasi eine Ganzkörpermassage, denn die Füße oder Ohren bilden durch die Reflexbogen den ganzen Körper ab. Die Griffe sind leicht erlernbar, leicht in den Alltag integrierbar (z. Beispiel nach dem Duschen) und haben eine sofortige Wirkung. Je nach Technik haben die Griffe eine aktivierende, stabilisierende oder beruhigende Wirkung. Auf alle drei Techniken geht die Autorin ausführlich ein. Der Hauptteil des Buches widmet sich auf über 50 Seiten der Fuß-Reflexzonenmassage, nicht zu kurz kommen aber auch die Reflexzonen an den Ohren, den Händen, dem Gesicht und der Zunge.

Sehr ausführlich geht Birgit Frohn auf die Reflexzonenmassage bei den am häufigsten vorkommenden Beschwerden von Allergie bis Wechseljahresbeschwerden ein. Bei jeder der 23 verschiedenen Beschwerden erklärt sie den medizinischen Zusammenhang im Körper, geht auf die verschiedenen Massagetechniken der einzelnen Reflexzonen ein (meistens ein Zusammenspiel von Reflexzonen am Fuß und am Ohr), zählt auf, was außer Massagen zusätzlich hilft und beschreibt die Grenzen der Selbstbehandlung.

Während die Fuß-Reflexzonenmassage überwiegend bei körperlichen Beschwerden eingesetzt wird, entfaltet die Ohr-Reflexzonenmassage ihre Wirkung hauptsächlich bei psychischen Beschwerden wie Angstzuständen, depressiven Verstimmungen oder Konzentrationsschwächen. Auch auf die Behandlung von leichten psychischen Beschwerden, die natürlich keine Therapie ersetzen können, geht die Autorin ein. Zu meinem täglichen Wohlfühlprogramm gehört das Massieren der Ohrreflexzonen für die Stärkung der emotionalen Energie, dann bin ich viel besser mit meinen Gefühlen und Körperempfindungen verbunden.

Bewertung vom 16.06.2014
Laborwerte verstehen. Kompakt-Ratgeber
Lohmann, Maria

Laborwerte verstehen. Kompakt-Ratgeber


ausgezeichnet

Seinen Körper und den Arzt besser verstehen

Da bei mindestens jeder dritten Diagnose der Arzt auf die Ergebnisse der Laboruntersuchungen zurückgreift und die Erklärungen des Arztes oftmals in unverständliches Fachchinesisch ausarten, ist dieser handliche Ratgeber eine sehr wertvolle Informationshilfe im Dialog mit dem Arzt.

Übersichtlich und verständlich erklärt Maria Lohmann die Zusammenhänge zwischen gesundheitlichen Störungen und Laborwerten, erläutert einzelne Testverfahren bei Urin-, Stuhl- und Blutproben und gibt Auskunft darüber, was unter den Normalwerten zu verstehen ist und worauf im Hinblick auf mögliche Erkrankungen zu achten ist, denn nicht jede Abweichung vom Normalwert muss gleich bedeuten, dass man krank ist.

Der Ratgeber gibt Auskunft über fast alle Abkürzungen, die im Zusammenhang mit Laboruntersuchungen auftauchen und erläutert viele Fachbegriffe. Endlich konnte ich mich über den viel diskutierten „Cholesterin-Wert“ sachlich informieren, weiß den Unterschied zwischen der großen und der kleinen Blutuntersuchung und kann die wichtigsten Ursachen für eine Erhöhung oder Verminderung von bestimmten Werten nachschlagen, sei es im Zusammenhang mit Krankheiten des Blutes, der Leber, des Herzens, der Nieren, in Magen und Darm, bei Rheuma, Allergien oder bei Tumoren.

Gut gemachte Ratgeber erkenne ich an den vielen kleinen hilfreichen Details: Im Anhang finde ich eine Liste der Maßeinheiten und Gewichte, wie sie bei Laboruntersuchungen verwendet wird (oder wussten Sie den Unterschied zwischen Milliliter, Mikroliter und Nanoliter?), eine Übersicht über Laborbasisprogramme (welche Laborwerte werden bei Verdacht auf eine Erkrankung bestimmt?) und ein sehr umfangreiches Register.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 30.05.2014
Das Geheimnis der positiven Ausstrahlung
Lüdemann, Carolin; Springer, Kathrin Emely

Das Geheimnis der positiven Ausstrahlung


sehr gut

Neugierig gemacht vom Titel „Das Geheimnis…“ war ich zunächst enttäuscht, denn ein Geheimnis sind die Übungen und Tipps, die die beiden Autorinnen in Hülle und Fülle geben, nicht. Doch hier und da habe selbst ich, der sich schon jede Menge Selbsterfahrungsliteratur rein gezogen hat, noch etwas gelernt und sogar von den Übungen profitiert.

Grundsätzlich finde ich die Haltung der Autorinnen, dass Perfektion nicht der Schlüssel zum Erfolg sein kann und man folglich zu seinen (auch körperlichen) Makeln stehen sollte, sehr sympathisch. Das schließt ja auch das Bekenntnis gegen Schönheitsoperationen mit ein, denn die sorgen dafür, dass die Gefahr besteht, dass die Gesichtszüge eines Menschen nicht mehr zu seinem Typ passen. In diesem Zusammenhang finde ich die Strukturfunktionszeichen im Gesicht sehr spannend, die einem Gesicht nach der Lehre der Kinesiologie seinen unverwechselbaren Charakter geben. Strukturfunktionszeichen sind beispielsweise die Nase, die Lippen und die Stirnfalten. Werden die durch das Nervengift Botox glatt gespritzt, entspricht der Charakter nicht mehr dem Äußeren und es entsteht eine Unstimmigkeit beim Gegenüber, die zu Irritationen führen kann.

Natürlich gibt es auch Passagen, die allzu banal anmuten, wie etwa die Übung „Schauen Sie den Menschen in die Augen und lächeln Sie, wenn Sie einen Raum mit fremden Menschen betreten“. (Obwohl der Unterschied in der Wirkung, wenn man nicht lächelt und auf den Boden schaut, wirklich eklatant ist.) Sehr gelungen ist hingegen die Passage über die Glaubenssätze. Die Welt, in der wir leben, und die Menschen, die wir anziehen, haben zum großen Teil damit zu tun, welche Glaubenssätze wir tief in unserem Inneren mit uns tragen. Glaubenssätze führen dazu, dass wir sind, was wir denken. Arbeitet man gezielt am „inneren Dialog“, ändert man sich nicht nur im Inneren, sondern trägt das auch nach außen. Berühmtes Beispiel ist die Frau, die den Glaubenssatz hat: „Ich ziehe immer die falschen Männer an“. Erst als ihr klar wurde, dass ihre Gedanken Wirklichkeit wurden, konnte sie umdenken und die richtigen Männer in ihr Leben einladen.

Sehr gut haben die Autorinnen die drei Merkmale herausgearbeitet, die Menschen mit Erfolgsgeschichten gemeinsam haben: Sie glauben an sich und ihre Idee, sie schaffen sich visuell ein klares Ziel und haben exakte Bilder von ihrer Zukunft und sie zeigen Ausdauer und Durchhaltevermögen. Das bedeutet wiederum: „Je stärker ein Mensch in Kontakt mit seinen innersten Motiven und Bedürfnissen lebt, umso mehr Ausstrahlung besitzt er“. Das ist für mich das Geheimnis der positiven Ausstrahlung.