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Benutzername: Page-Turner
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Danksagungen: 21 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 21.03.2013
Linksaufsteher
Sachau, Matthias

Linksaufsteher


sehr gut

Montagmorgende können so hart sein

In München geboren, vor vielen Jahren jedoch nach Berlin gezogen, ist Matthias Sachau heute Comedyautor und Texter. Seine Beobachtungsgabe, sein Sinn für Witz, Parodie und Slapstick machen den ganz eigenen Stil seiner Bücher aus. Bereits das Erstlingswerk "Schief gewickelt" war sehr erfolgreich.

Inhalt:
Oliver Krachowitzer, Werbesprecher, den man aus verschiedenen Spots kennt, lebt als Single allein. Er hängt seiner alten Männer-WG, die bereits in „Kaltduscher“ eine Rolle spielte, nach. Aus diesem Grund verwüstet er schon mal gern die eigene Wohnung in sentimentaler Erinnerung. Besonders plagen ihn die Nächte von Sonntag auf Montag. Dann wird er immer von grausamen Alpträumen heimgesucht, die ihm einen miesen Start in die Woche bescheren. Zu Beginn der Woche ist er stets schlecht drauf und man geht ihm lieber aus dem Weg. Genau an so einem Montagmorgen begegnet er der Liebe seines Lebens. Die erste Begegnung geht komplett schief, beider geraten sehr unangenehm aneinander. Trotzdem geht ihm fortan diese Frau nicht mehr aus dem Kopf. Er setzt nun alles daran, sie wieder zu sehen um sie davon zu überzeugen, dass nur die Montage an seinem Verhalten Schuld sind.

Meinung:
Auf guten 350 Seiten wird eine Geschichte zum Besten gegeben, die mit einem sympathischen Protagonisten aufwarten kann, sowie hervorragend karikierten Nebenfiguren, die ebenfalls farblich ausgearbeitet wurden. Die Charaktere wirken echt, teilweise ein wenig überspitzt, aber gerade das macht ja den besonderen Humor des Autors aus. Protagonist Oliver reflektiert sein Handeln selten, meist folgt er dem, was er gerade im Kopf hat. Er ist spontan. Das wirkt sympathisch und verbindet einen mit der Hauptfigur. Das Buch entspricht wieder einmal vielen Stereotypen und trotzdem ist die Lektüre lustig undunterhaltsam. Viele Verwicklungen steuern unwillkürlich auf ein Happy End zu. Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Es wird sehr umgangssprachlich geschrieben, was zum schnellen Lesefluss beiträgt. Das Buch ist in viele kurze Kapitel unterteilt. Viele Absätze erleichtern das kurzweilige Lesen zusätzlich. Man kann das Buch auch mal kurz aus der Hand legen, um sich einen weiteren Tee zu kochen und dann sofort den Faden wieder aufnehmen

Cover und Titel:
Das Buchcover sowie der Titel stimmt hervorragend auf das ein, was den Leser hier erwartet. Das Cover wirkt plakativ, es ist auf das wesentliche beschränkt und doch begreift der Leser sofort, womit er es zu tun bekommt. Die ganze Woche kann schnell mal dahin sein, wenn der Montag bereits mit einer Zahnpastapanne beginnt.

Fazit:
Liebeswerte Charaktere mit kleinen Macken, die man wohl an jedem finden wird. Der Autor schafft es problemlos, den Leser in die Geschichte hineinzuziehen. Ein kurzweiliger Roman, sicherlich eine schöne Urlaubslektüre oder kurzzeitige Flucht aus dem eigenen Alltag. Der Schreibstil des Autors hat mich vollends überzeugt. Dieses Buch war genau das, was ich von ihm erwartet habe. Er ist flüssig, humorvoll und witzig. Ich würde das Buch durchaus als Geschenk in Erwägung ziehen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.03.2013
Kaltduscher
Sachau, Matthias

Kaltduscher


sehr gut

Coole Typen garantiert

Autor:
In München geboren, vor vielen Jahren jedoch nach Berlin gezogen, ist Matthias Sachau heute Comedyautor und Texter. Seine Beobachtungsgabe, sein Sinn für Witz, Parodie und Slapstick machen den ganz eigenen Stil seiner Bücher aus. Bereits das Erstlingswerk "Schief gewickelt" war sehr erfolgreich.

Inhalt:
Hauptprotagonist Oliver Krachowitzer, von allen nur Krach genannt, lebt in einer buntgemischten Männer WG, die insgesamt 5 Bewohner hat. Das bringt natürlich so manches Problem mit sich.
Da ist zum einen ein neuer Mieter, der alle Naslang mit einer anderen Schönheit daherkommt, so dass die WG-Bewohner nur noch Stilaugen bekommen. Der Vermieter versucht sie mit ausländischen Bauarbeitern aus dem Haus zu vertreiben und schreckt auch vor zupackenden Schlägern nicht zurück, um seine Botschaft zu übermitteln. Ein weiterer Bewohner des Hauses nimmt intensiv an ihrem Leben Teil und schreckt vor Stasi-Methoden à la Protokoll und Abhörmanöver nicht zurück.
Und Oliver selbst hat auch so manches Problem, angefangen dabei nicht arbeiten zu wollen, über Klamottenkauf bis hin zur Entscheidung, welche seiner beiden Frauen nun die richtige ist.

Meinung:
Auf guten 400 Seiten wird eine Geschichte zum Besten gegeben, die mit einem sympathischen Protagonisten aufwarten kann, sowie hervorragend karikierten Nebenfiguren, die ebenfalls farblich ausgearbeitet wurden. Viele Stereotypen werden bedient und so manch treffende Charaktereigenschaft den WG-Bewohnern auf den Leib geschneidert. Es wird miteinander geredet, übereinander, aber auch gern mal aneinander vorbei. Trotzdem verliert der Leser nie den Überblick, wer gerade was zu sagen hat. Etwas schwächer dagegen fallen die beiden Frauenfiguren aus, ich will sie mal Hauptprotagonistinnen nennen. Humor lebt nun einmal von Klischee und davon bekommt der Leser hier reichlich. Die Geschichte wird nie langweilig, der Autor bewegt sich gekonnt zwischen Schenkelklopfer und Haurucklacher oder derbem Humor auf Kosten anderer. Auch ohne WG-Erfahrung kann man sich sehr gut in den WG-Alltag einfühlen und hat nicht wirklich das Gefühl, dass alles nur übertrieben dargestellt ist.

Cover und Titel:
Das Buchcover sowie der Titel stimmt hervorragend auf das ein, was den Leser hier erwartet. Wer ist für das Auffüllen der Klopapierrolle zuständig? Und sind Kaltduscher nicht wirklich coole, harte Typen?

Fazit:
Liebeswerte Charaktere mit kleinen Macken, die man wohl an jedem finden wird. Der Autor schafft es problemlos, das wahre WG-Leben vor dem eigenen geistigen Auge entstehen zu lassen. Ein kurzweiliger Roman, der sich sicherlich in erster Linie an die Männer richtet, aber aufgeschlossenen Frauen sicherlich auch so manchen Lacher abringen kann. Sicherlich eine schöne Urlaubslektüre oder kurzzeitige Flucht aus dem eigenen Alltag. Der Schreibstil des Autors hat mich vollends überzeugt. Er ist flüssig, humorvoll und witzig. Ich würde das Buch durchaus als Geschenk in Erwägung ziehen.

7 von 11 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 21.03.2013
Das Ende der Welt / Claire DeWitt Bd.2
Gran, Sara

Das Ende der Welt / Claire DeWitt Bd.2


weniger gut

Ermittlungen im Drogenrausch

Autor:
Sara Gran wurde 1971 in Brooklyn geboren und ist heute hauptberuflich Schriftstellerin. Zuvor hat sie in verschiedenen Berufen gearbeitet, die sich allesamt um Bücher drehten. Heute lebt sie in Kalifornien. Für ihren Serienauftakt „Die Stadt der Toten“ erhielt sie den Deutschen Krimipreis 2013.

Inhalt:
Die außergewöhnliche Ermittlerin Claire DeWitt, die einst beim französischen Detektiv-Genie Silette gelernt hat, ist ein großer Anhänger seiner Ermittlungsmethoden und stützt sich immer wieder auf sein Buch „Detection“, dass sie bereits als Jugendliche gelesen hat. Bereits damals hat sie mit ihren Freundinnen erste Detektivaufträge in New York übernommen. Heute lebt sie in San Francisco und ermittelt nun im Mordfall eines Ex-Freundes. Auf unkonventionelle Art gibt sie alles, den Mörder zu finden. Die zwei Haupterzählstränge springen immer wieder von den aktuellen Recherchen um den ermordeten Paul hin zu damaligen Ermittlungen in NY mit ihren Freundinnen Kelly und Tracy auf der Suche nach Chloe. Parallel werden weitere kleinere Fälle erwähnt, ein dritter über die Vergiftung von Miniaturpferden schließlich noch gelöst. Dies geschieht mehr am Rande. Immer wieder driftet die Ermittlerin in Traumwelten oder Drogenfantasien ab, wodurch sie zu Eingebungen in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit kommt.

Meinung:
Die Geschichte wirkt von Anfang an wirr und man hat keine Vorstellung, worauf sie zusteuern soll. Der Schreibstil scheint mir zum Teil sehr gewöhnungsbedürftig. Viele Personen bleiben farblos und ich habe oftmals zurückgeblättert, um den Faden nicht zu verlieren, bzw. um nachzulesen, wer denn nun besagte Person nochmal war. Das Buch nimmt an keiner Stelle Fahrt auf, einen Spannungsbogen erwartet man vergeblich. Der stetige und zunehmende Drogenkonsum der Ermittlerin DeWitt wirkt störend und abstoßend. Das Abdriften in Drogenfantasien und Traumwelten liefert oftmals Hinweise und Gedankenanstöße für die weitere Ermittlung, die somit eher als intuitiv denn faktisch recherchiert bezeichnet werden dürfte. Die Aufklärung des Falls wirkt zufällig und nicht intendiert. Aus meiner Sicht ist das ganze Buch eine Aneinanderreihung einzelner Geschichten, die nicht recht zueinanderfinden wollen, geschweige denn wirklich zueinander passen.

Cover:
Der Einband und das Cover sind sehr gelungen. Die abgerundeten Ecken wirken erfrischend neu. Das seidenmatte Cover fühlt sich gut an. Die Umschlaggestaltung mit den Ausklapplaschen wirkt edel. Das Buch sticht durch seine schwarze Gestaltung des Covers aus der Masse hervor. Typografisch gelungen ist die Schrift platziert. Die negativ gehaltene Skylinegestaltung San Franciscos ist ebenfalls gelungen und neu. Gut gefallen hat mir auch die innenliegende Covergestaltung die im Stile des Einbands mit einigen Zitaten des oben genannten französischen Ermittlers Silette aufwartet.

Fazit:
Mich hat das Buch keineswegs überzeugt. Der auf dem Cover prangende Aufkleber „Deutscher Krimi Preis 2013“ ist irreführend, da er sich nicht auf dieses Buch bezieht, sondern nur auf die Auszeichnung der Autorin für das Erstlingswerk. Der verherrlichende Drogenkonsum der Hauptfigur störte mich besonders. In diesem Buch schien es absolut normal und an der Tagesordnung, sich mit allem möglichen vollzupumpen. Angefangen bei Schmerzmitteln, Pillen bis hin zu den ganz harten Sachen. Kein Wunder, dass das Gesamtgeschehen wirkt wie ein nicht enden wollender Trip.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.03.2013
Mutige Menschen - Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte
Nürnberger, Christian

Mutige Menschen - Für Frieden, Freiheit und Menschenrechte


sehr gut

Frieden gegen Gewalt

Inhalt:
In seinem Buch "Mutige Menschen" porträtiert Christian Nürnberger zwölf Menschen, die in ihrem Leben zu einem gewissen Zeitpunkt einmal mutig gewesen sind und oftmals Grundsteine für großartige Veränderungen gelegt haben. Dies geschah ungeachtet von Ächtung, Folter und möglichem Tod der Personen. Diese zwölf ausgewählten Personen kommen aus allen Bereichen. Zum Einstieg lernen wir die Hintergründe der Reformation um Martin Luther näher kennen. Wir erfahren, wie Alice Schweizer seit Jahren für die Frauenrechte in Europa kämpft und folgen Ghandi und Co. So werden denn nicht nur Deutsche Personen in den Fokus gerückt, sondern auch international bekannte Persönlichkeiten wie Nelson Mandela beleuchtet, der für seinen Freiheitskampf beispielsweise jahrelang in Gefangenschaft saß. Alle der "Mutigen Menschen" standen zu ihrer Meinung und haben mit Überzeugung dafür gekämpft.

Meinung:
Nürnberger schreibt dabei klar verständlich und liefert mit seinen Kurzbiografien ein interessantes Nachschlagewerk. Sicherlich ist dieses Buch auch für die schulische Laufbahn oder Studenten interessant, die sich kurz und bündig mit den Biografien der hier vorgestellten Personen beschäftigen wollen. An sich natürlich eher als Sachbuch zu verstehen, denn als seichte Feierabendlektüre. Jedes Kapitel beginnt mit einem stichwortartigen Lebenslauf, was an sich ein witziger Einfall ist. Er hilft zum kurzen Überfliegen des Folgenden bzw. dient dem späteren Nachschlagen.

Cover :
Das Cover des Buches finde ich sehr schlicht gehalten und bringe es nicht wirklich mit dem Titel in Verbindung. Der Weg der mutigen Menschen mag dornenreich und oftmals versperrt gewesen sein, aber eben auch für Aufbruch bzw. Durchbruch gestanden haben. Das würde ich auf den ersten Blick mit dem Einband verbinden. Eine farbenfrohere Gestaltung wäre dem Abverkauf sicherlich zuträglicher.

Fazit:
Insgesamt ein sehr gelungenes Werk, das sehr sachlich, nicht zu trocken und mit der richtigen Portion Humor aufwarten kann.

Bewertung vom 18.03.2013
Böser Wolf / Oliver von Bodenstein Bd.6
Neuhaus, Nele

Böser Wolf / Oliver von Bodenstein Bd.6


ausgezeichnet

Dem bösen Wolf auf der Spur

Nele Neuhaus 6.Roman um das Ermittler Team des K11, Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, ist aus meiner Sicht auch unabhängig von den vorherigen Bänden gut zu lesen. Das Ende der Geschichte lässt sogar auf eine Fortsetzung schließen.

Inhalt:
Mit dem Mord an einem jungen Mädchen startet für die beiden Ermittler eine langwierige und schwierige Ermittlung. Lange Zeit tappen sie im Dunklen, fahnden in die falsche Richtung, bis schließlich weitere Morde und eine schlimme Vergewaltigung sie auf die richtige Spur führen und sich alles um Kindesmissbrauch dreht. Nele Neuhaus versucht in diesem Roman den Spannungsbogen von Mord über Vergewaltigung bis zur Pädophilie auszureizen.

Meinung:
Dieser Krimi ist für mich eine in sich stimmige, spannende Angelegenheit. Gut geschrieben und kurzweilig nimmt das Buch Fahrt auf und führt den Leser immer wieder auf die falsche Spur bis sich schließlich alle Handlungsstränge zu einem vermengen und sich die Fäden zusammenziehen. Die Geschichte ist äußerst komplex und gut durchdacht, so wie man sich den nächsten Band des Ermittler-Teams gewünscht hat. Zum Teil hätte ich mir jedoch mehr Zusammenarbeit innerhalb des K11 Teams gewünscht und finde, dass Oliver von Bodenstein diesmal nicht so vordergründig an der Story beteiligt war, wie in vorherigen Geschichten.

Cover und Titel:
Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Der aufgebrochene Maschendrahtzaun, die dunklen Gewitterwolken und die Kleckse roten Blutes stimmen so richtig auf einen spannenden Neuhaus Krimi ein. Wer der böse Wolf ist, wird sich für die Leser beim Lesen klären (will hier nichts vorwegnehmen).

Fazit:
Der Aufbau des Buches ist stimmig und der Leser folgt einem roten Faden. Zum Teil wurden mir die Verbrechen zu deutlich in ihrer Schrecklichkeit und Abartigkeit beschrieben, was an sich nicht wirklich Not tat und effekthascherisch wirkt. Insgesamt aber eines der besten Bücher, das ich von Nele Neuhaus gelesen habe. Macht Lust auf mehr.

15 von 19 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 18.03.2013
Gute Aussichten für morgen
Plöger, Sven

Gute Aussichten für morgen


ausgezeichnet

Ein Lichtstrahl am Horizont

Sven Plöger, als Meteorologe ein Spezialist auf dem Gebiet des Klimawandels, ist sicherlich so manchem aus Rundfunk und Fernsehen ein Begriff. In seinem vorliegenden Buch schafft er es, den Leser gekonnt und zielsicher an die Hand zu nehmen und nicht nur Begrifflichkeiten wie Wetter und Klima anschaulich zu erläutern, er zeigt auch die Chancen für einen neuen globalen, wirtschaftlichen Aufschwung auf.

Inhalt:
Dazu ist das Buch dreigeteilt. Das Vorwort befasst sich zunächst mit der aktuellen Klimalage. Der erste Teil ist dem Klimawandel an sich ausführlich gewidmet. Was bedeutet eigentlich „Wetter“ und was „Klima“. Auch eine geschichtliche Abhandlung des Klimawandels ist hier zu finden. Der zweite Teil befasst sich mit den Interessengruppen (Lobbyismus) und dem Einfluss der Medien. Der letzte Teil greift die „Chancen für morgen“ auf, als positiver Ausblick in die Zukunft. Darüber hinaus findet sich noch ein Buch im Buch. Dieses fasst die wichtigsten Aspekte noch einmal in einem Kapitel zusammenfasst. Dieses Kapitel kann unabhängig von den anderen gelesen werden. Dinge, die man hier entdeckt, kann man in den anderen Kapiteln vertiefend nachlesen.

Meinung:
Herr Plöger schafft es meiner Meinung nach, auf gehobenem Niveau, zum Teil mit leichter Ironie, die verschiedenen Seiten des Klimawandels zu beleuchten. Viele Alltagsbeispiele sind gut erklärt wiedergegeben und erläutern das Thema anschaulich. Das Buch scheint mir objektiv geschrieben, es veranschaulicht die Meinungen, Ansichten und Erläuterungen der anderen und gibt nicht nur die Sichtweise des Autors wieder. Gutes, wie auch Kritikpunkte werden gleichermaßen gegenübergestellt. Das Buch appelliert zum einen an die Forschung, als auch an die Gesetzesmacher, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit nicht nur einseitig Gewinn aus der Situation geschlagen wird. Als Leser fühlte ich mich abgeholt und meteorologische Grundkenntnisse waren nicht Voraussetzung dafür, dem Autor und seinen Ausführungen folgen zu können.

Cover und Titel:
Die Covergestaltung finde ich für den doch streckenweise sehr positiven Inhalt des Buches an sich zu düster und trüb. Herr Plöger könnte meiner Meinung nach etwas optimistischer in die Welt schauen. Mir fehlt der Lichtstrahl am Horizont.

Fazit:
Ein lehrreiches Buch, das tief in die Materie eindringt und Wissen vermittelt. Es wird deutlich erklärt, warum wir sobald wie möglich einschreiten sollten, um den Wandel als globale Chance nutzen zu können. Es wird ein spannender Eindruck in die Welt des Klimas vermittelt. Die Verantwortung von Politik und Wirtschaft wird deutlich. Zu jeder Möglichkeit zeigt Plöger die positiven Seiten und die Nachteile auf. Zur Veranschaulichung hätte ich mir in diesem Buch mehr Grafiken für ein leichteres Verständnis gewünscht. Das hätte komplizierte Vorgänge sicherlich oftmals besser verdeutlicht. Wer mehr über das Thema Klimawandel wissen möchte, sollte sich nicht scheuen, sich dieses Buches anzunehmen. 360 Seiten geballtes Fachwissen. Von mir eine klare Kaufempfehlung.

Bewertung vom 28.02.2013
Voll streng, Frau Freitag
Frau Freitag

Voll streng, Frau Freitag


ausgezeichnet

Der Schulwahnsinn geht weiter

Inhalt:
Inhaltlich knüpft das Buch an den Vorgänger an. Ihre Schüler sind nun in der 10. Klasse und stehen somit kurz vor ihrem Schulabschluss. Sehen sie sich selbst auch teilweise noch als Kinder. Bereits der erste Schultag schlaucht Frau Freitag schon, ihre Schüler würden sagen: Chill mal, Frau Freitag! Trotzdem hat sie eigene Erwartungen an das Lernverhalten ihrer Schüler und möchte so viel Wissen wie möglich vermitteln. Zusätzlich steht ja auch noch die Bewerbungsrunde für die zukünftigen Ausbildungsplätze auf dem Lehrplan. Damit Berufswünsche wie „Diseinerin“ oder „Puffleiter“ nicht zum erklärten Ziel werden können, wird Frau Freitag noch einige Überzeugungsarbeit vor sich haben.

Meinung:
Der Schreibstil ist flüssig, das Lesen wird zu einem Spaziergang. Die Ausdrucksweise, Anekdoten und Zitate sind teilweise ein wenig zynisch, aber ganz sicher aus dem wahren Schulalltag gegriffen. Mit Selbstironie nimmt Frau Freitag sich selbst an so mancher Stelle auf die Schippe. Es mag für den einen oder anderen erschreckend klingen, jedoch verhält es sich genau wie in diesem Buche dargestellt an fast jeder Lehranstalt innerhalb Deutschlands. Migrationshintergrund hin oder her, oftmals fallen selbst die aus dem Rahmen, die man aus vermeintlich gutem Hause wähnt. Die Schulministerien sollten endlich vom althergebrachten Frontalunterricht wegkommen und neue Lernmethoden erproben, die den Schüler selber aktiver am Unterrichtsgeschehen beteiligt. Leider wird eben in den wenigsten Fällen Lerntypen gerechter Unterricht präsentiert.

Cover und Titel:
Optisch, wie auch inhaltlich schließt es an das vorherige Buch an. Der Titel ist sicherlich den Situationen im Schulalltag entnommen und somit passend.

Fazit:
Ein kurzweiliges Werk, das sich leicht und flüssig liest. Wem bereits das erste Buch gefallen hatte, wird sicherlich weiter lesen wollen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 28.02.2013
Langenscheidt Diät-Deutsch / Deutsch-Diät
Fröhlich, Susanne; Kleis, Constanze

Langenscheidt Diät-Deutsch / Deutsch-Diät


gut

Nichts Neues an der Diätfront

Inhalt:
Frauen halten sich stets für zu dick, selbst wenn sie ganz schlank sind. Männer haben dagegen eine ganz andere Selbstwahrnehmung. Aus diesem Grund versucht das vorliegende Buch dem ganzen Diätwahn auf humoristische Art und Weise beizukommen. Gespickt mit möglichen Ausreden, Übersetzungen gängigen Diätvokabulars, zahlreichen Abbildungen, Tabellen und Schaubildern wird der Leser gut unterhalten und zugleich wird nebenbei noch aufgedeckt, dass an diesen ganzen Diätversprechen eh nur wenig dran ist. So ändere sich z.B. das Leben nach einer Diät nicht wirklich, gesundheitliche Probleme einmal ausgeklammert. Mir gefiel der passende Vergleich mit einem Elefanten. Er ist zwar dick, lebt dafür aber glücklich.

Meinung:
Das Buch ist problemlos zu lesen, mit viel Ironie und Witz kann der Leser zügig voranschreiten. Die Buchgestaltung ist durch viele Abbildung, Grafiken und Tabellen auflockernd gestaltet, manchmal stören diese großflächig angelegten Abbildungen jedoch aus meiner Sicht den Lesefluss. Manche Stellen wirkten auf mich, als versuche man Tipps und Anmerkungen einfach krampfhaft ins Lustige zu ziehen, um sich der Zustimmung des Lesers sicher sein zu können. Viele der im Buch genannten Tipps sind auch bereits sehr abgedroschen.

Cover und Titel:
Die Covergestaltung nimmt sich dem Diätthema auf humorvolle Art an. Torte und Fitnesstraining und man weiß, worauf der Inhalt wohl zusteuert. Der Titel reiht sich wie viele vorherige Werke in die Nachschlage- bzw. Übersetzungshilfen aus dem Hause Langenscheidt ein.

Fazit:
Inhaltlich bietet sich hier sicherlich nicht viel neue Erkenntnis für diejenige, die sich neue Ratschläge und wissenschaftlich untermauerte Fakten wünschen. Ich denke, dass Buch versteht sich auch eher als humoristisches Werk, dass der guten Unterhaltung dient. Ich denke, diesem Anspruch wird das Buch gerecht. Kurzweilig lässt es sich sicherlich an einem Wochenende lesen.

Bewertung vom 28.02.2013
Licht am Ende des Tunnels
Wolf, Klaus-Peter

Licht am Ende des Tunnels


sehr gut

Der Geist des Großvaters

Inhalt:
Robert Sonntag ist Sohn eines Millionärs, der Vater geschäftlich viel unterwegs. Engste und wichtigste Bezugsperson für Robert war sein Opa, der jedoch nicht mehr lebt. Der Tod des Großvaters ist ein Schock für Robert, doch er stellt fest, dass der Großvater nicht ganz verschwunden ist, sondern ihm weiterhin in Notsituationen und bei Schwierigkeiten mit Rat und Tat zur Seite steht. Eine Nahtoderfahrung lässt Robert das Licht am Ende des Tunnels finden, nach dem er sich immer wieder sehnt, wenn das Leben zu kompliziert scheint. Eines Tages wird er vom Angestellten seines Vaters entführt, es geht um eine Lösegelderpressung. Von nun an muss Robert sehr stark und mutig sein und mit Hilfe der mystischen Anwesenheit/Gegenwart seines Großvaters durchhalten, überleben und versuchen zu fliehen, bevor er möglicherweise umgebracht wird.

Meinung:
Dieses Buch ist Jugendbuch und Thriller zugleich. Der mitreißende Schreibstil nimmt einen gefangen, so dass man das Buch bis zur letzten Seite nicht aus der Hand legen möchte. Durch die Ich-Perspektive an der Entführung teilzunehmen, ist ein spannendes Stilmittel. Man durchleidet mit Robert die Situation und kann seine Gefühlslage realistisch nachempfinden. Das Buch wird somit zum Vermittler. Lehrt es eine schwierige Situation zu meistern, den Mut nicht zu verlieren und letztendlich Durchhaltevermögen zu zeigen. Hier kann sicherlich sowohl die Jugend von den erfahrenen Menschen lernen, als auch umgekehrt. Der Ansatz, dass auch nebenbei die Themen Nahtoderfahrung, der Tod an sich und die familiäre Trauerbewältigung eine große Rolle spielt, hat mir an diesem Buch gut gefallen. Zum Teil finde ich Roberts Dialoge jedoch nicht wirklich seinem Alter entsprechend. Diese philosophischen Ansätze passen meiner Meinung nach nicht zu einem Jugendlichen, den ich altersmäßig zwischen 12- 15Jahren einschätzen würde.

Cover und Titel:
Die Covergestaltung gefällt mir für einen Thriller sehr. Der Blick durch das Schlüsselloch, durch das fahles Licht fällt, steht wunderbar für das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels. Der Titel nimmt Bezug auf den Inhalt des Buches und erklärt sich somit beim Lesen selbst. Auch für sich genommen, zeigt der Titel einen Weg auf.

Fazit:
Das Buch bleibt aus meiner Sicht durchgehend spannend, die Erzählperspektive ist gut gewählt und es bleibt am Ende Raum für die eigene Interpretation, da das Ende halb offen ist. Eine mögliche Fortsetzung kann in Betracht gezogen werden.

Bewertung vom 28.02.2013
Der nützliche Freund / Ein Fall für Jacques Ricou Bd.3
Wickert, Ulrich

Der nützliche Freund / Ein Fall für Jacques Ricou Bd.3


sehr gut

Erinnerungen an die Leuna-Affäre

Inhalt:
Der französische Ermittlungsrichter Ricou ermittelt im Todesfall des ehemaligen Agenten Leroc. Persönlich betroffen ist der Richter bei diesem Fall deshalb, da seine Freundin Margaux darin verwickelt ist. Wenig später findet sich der Richter in einem der größten Korruptionsfälle und in den Stricken der Politik wieder.

Meinung:
Mit dem Schreibstil von Ulrich Wickert muss man wohl erst ein wenig warm werden. Dieser Krimi ist sicherlich nichts für mal eben zwischendurch. Herrn Wickert gelingt es, eine Atmosphäre zu schaffen, die gefangen nimmt. Sehr sympathisch erscheint die Hauptfigur des Richters mit seiner bodenständigen Haftung. Den beiden Handlungssträngen kann mal plausibel folgen. Dem Leser bleibt die vormalige journalistische Tätigkeit des Autors sicher nicht verborgen, stellt sich dieser Krimi doch als sehr gut recherchiert dar. Die Verstrickungen der Politik, Wirtschaft und der Finanzen werden glaubhaft dargelegt. Schnell wird gedanklich die Erinnerung an die damalige Leuna-Affäre wach.

Cover und Titel:
Das Titelbild verbinde ich selbst sofort mit Paris. Der Betrachter scheint einen Blick auf den Place de la Concorde aus dem Fenster zu erhaschen. Der Titel wird im Laufe des Lesens schlüssig.

Fazit:
Gute, gelungene und anspruchsvolle Unterhaltung. Für Liebhaber von rasanten, spannenden Krimis ein sicheres Lesevergnügen.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.