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Sali
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Striegistal

Bewertungen

Insgesamt 50 Bewertungen
Bewertung vom 02.11.2025
Dabos, Christelle

Die Spur der Vertrauten


ausgezeichnet

Wenn das „Wir“ alles ist
In der Welt von Claire und Goliath ist die Gesellschaft (das Wir) alles und das einzelne Individuum ist muss sich diesem „Wir“ unterordnen. Praktischerweise haben alle Menschen einen bestimmten Instinkt (z.B. reparieren oder retten) und müssen diesen augenblicklich umsetzen, wenn sie getriggert werden. Claire und Goliath stehen kurz vor ihren Abschlussprüfungen, die über ihre Anstellung und ihren gesellschaftlichen Rang entscheiden werden. Doch dann verschwinden Schüler und niemanden außer den Beiden scheint das seht zu stören. Sie beginnen zu ermitteln und stellen sich mehr und mehr dem „Wir“ entgegen.

Die ersten ¾ des Buches haben mir sehr gut gefallen. Eine dystrophische Geschichte mit einer erschreckenden Gesellschaftsform – die beiden Jugendlichen. Eigentlich angepasst; aber doch noch individuell denkend. Am Anfang hat es sich etwas gezogen. Aber das hat mich nicht gestört; Geschichten bauen sich manchmal langsam auf. Irritiert hat mich am Anfang die Epoche, in der der Roman spielt. Anhand der technischen Geräte würde ich auf 80er frühe 90er Jahre tippen. Das war für mich auch ok. Mal was anderes. Doch als es an die Auflösungen; an die Entwirrung der Handlungsfäden ging, da hat die Autorin gefühlt zum Schwert gegriffen und die Handlungsstränge einfach durchgehackt. Erst baut sie behutsam die Handlung auf und dann „zack“ – unlogisch; im Stil völlig anders. Der Schluss hat das schöne Buch echt absacken lassen. Das ist so schade. Ich weiß nicht, ob ich so ein Buch empfehlen soll.

Bewertung vom 31.10.2025
Osman, Richard

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code / Die Mordclub-Serie Bd.5


ausgezeichnet

Der 5. Fall
Eigentlich wollte Joyce nur in Ruhe die Hochzeit ihrer Tochter mit ihren Freunden feiern. Doch am Tag nach der Trauung ist einer der Trauzeugen verschwunden. Dessen Geschäftspartnerin offenbart ein unfassbares Geheimnis und wird wenig später ermordet. Also starten die Ermittlungen, obwohl nicht alle Mitglieder gleich mit den Herzen dabei sind. Ron plagen familiäre Probleme, Ibrahim wird von einer alten Bekannten heimgesucht, die auch gleich noch einen Übernachtungsgast mitbringt. Aber die Ermittlungen helfen Elizabeth aus ihrer Trauer herauszufinden und der Fall ist auch äußerst kompliziert. Man will ja schneller als die Polizei sein und dabei keine Bombe unter dem Auto riskieren.
Auch der 5. Fall liest sich flüssig; manchmal lustig und immer liebenswert. Die Ermittler, sind zwar alt – gehören aber noch lange nicht zum alten Eisen. Und auf die Idee der Geschichte muss man erstmal kommen.
Ein schönes unterhaltsames Buch. Kenntnisse über vorangegangene Teile sind meines Erachtens nicht notwendig. Ich empfehle diesen Band nicht nur Hobbydetektiven.

Bewertung vom 29.10.2025
Craig, Erin A.

Das Dreizehnte Kind


ausgezeichnet

Ein schönes Märchen über das Leben
Hazel ist etwas Besonderes. Als 13. Kind wurde sie einem Gott versprochen, und zwar dem Tod selbst. Erst spät holt er sie in seine Obhut. Aber dann beginnt ihre Ausbildung zur Heilerin und wird später an den Königshof gerufen, um den König zu retten. Aber auch Hazel ist gegen den Tod machtlos. Kann sie ihn trotzdem überlisten oder ist das Schicksal stärker.
Ein sehr spannend geschriebenes Buch, welches sich auf eine angenehme Weise mit dem Leben und Sterben auseinandersetzt. Der Tod selbst kann nicht verstehen, warum die Menschen ihn fürchten. Und er trachtet keineswegs wahllos nach den Lebenden. Schon allein deshalb setzt er alles daran, dass Hazel eine Meisterin in der Heilkunst wird. Sehr eindrucksvoll finde ich die Szenarien, die Hazel heraufbeschwört, in ihrem Streben, Leben zu retten. Hazel rebelliert gegen ihren Paten. Mehr als einmal habe ich die Luft angehalten aus Angst vor Strafe. Aber auch der Tod ist zwar ein unsterblicher Gott, aber er zeigt durchaus menschlische Spuren und kleine Schwächen bis hin zu Gedankenlosigkeit. Superschön bildlich wurde mit den Kerzen des Lebens erklärt, was passiert, wenn man sie nicht rechtzeitig löscht, nämlich dass auch völlig intakte Kerzen in Mitleidenschaft gezogen werden können und somit Leben vor ihrer Zeit enden. Wie soll Hazel sich da entscheiden.
Mir hat das Lesen der Geschichte sehr gefallen. Sie ist definitiv mehr als ein Jugendbuch und auch für Erwachsene gut und spannend lesbar. Ich möchte dieses Buch von Erin A. Craig sehr gern weiterempfehlen.

Bewertung vom 13.10.2025
Ganeshananthan, V. V.

Der brennende Garten


ausgezeichnet

Ein Buch, welches mich zutiefst beeindruckt hat
Liebe V.V. Ganeshananthan sie haben es auf geniale Weise geschafft, den Bürgerkrieg in Sri Lanka in einen Roman mir nahe zu bringen und zwar ohne Partei zu ergreifen. Sie lassen Sashi, eine junge Tamilin ihre Geschichte erzählen. Zu Beginn war es Sahis größtes Problem, die Zulassungsprüfung zum Medizinstudium zu schaffen. Und dann beginnt ihre Welt sich Stück für Stück aufzulösen und neu zu formen. Ihre Sorgen, ihre Zweifel, ihre Brüder, die zu den Tamil Tigers gehen. Die Anziehungskraft dieser Truppe auf Sashi. Was ist Menschlichkeit und wo sind Grenzen. Soll man sich selbst aufopfern oder doch auch auf sich selbst hören. Fragen, die jeder Heranwachsende sich stellt. Doch bei Sashi kommen sie in aller Härte und mit schlimmen Konsequenzen. Und doch beschreibt Sashi ihr Leben rational wie es sich für eine angehende Wissenschaftlerin gehört. Ein Buch, welches berichtet und beobachtet und dadurch so sehr ins Herz trifft. Hier braucht es nicht die ausufernde Beschreibung der Gefühle wie Leid, Hass und Trauer nein die klare Sachlichkeit, die ist es, welche mich in ihren Bann gezogen hat.
Vielen Dank für dieses eindrucksvolle Buch, was mir einen Konflikt nähergebracht hat Ich hatte davon gehört, gelesen und auf meiner Reise Ende der 90er Jahre nach Sri Lanka auch gespürt. Aber das komplette Ausmaß und der Schmerz in der Bevölkerung haben mich erschüttert. Die Not der einfachen Tamilen, die immer zwischen den Fronten stehen und vielmals sind es die einfachen Menschen, die ihre Hilfsbereitschaft teuer bezahlen müssen. Sie haben es geschafft, diesen Menschen eine Stimme zu geben. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar und ich hoffe, dass viele Menschen diesen Roman lesen und beginnen auf beide „Seiten de Medaille“ zu schauen.

Bewertung vom 03.10.2025
Tack, Stella

Die letzte Stunde / Ever & After Bd.3


ausgezeichnet

Der Kreis schließt sich
Ich liebe diese Geschichte. Der Kreis schließt sich. Das Ende sucht den Anfang. Stella Tack schafft es auf ihre unnachahmliche Weise ihren Figuren Leben einzuhauchen und auch für die Nebenrollen packende Charaktere zu entwickeln. Eine Geschichte über Liebe und Verrat, Hoffnung und Verderben - „bis ans Ende ihrer Tage“ - das kann sehr lang sein. Wieder einmal wird man abgeholt und mitgenommen - sei es im dunklen Wald, im verwirrenden Palast der Götter, bei den armen magischen Wesen in der Menagerie. Einziger Wermutstropfen für mich war die Länge des Buches. Aber der packende Schreibstil der Autorin hilft über den in Teilen etwas langatmigen Mittelteil hinweg. Ich denke 100 Seiten weniger hätten der Geschichte nicht zum Nachteil gereicht.
Aber das ist Meckern auf hohen Niveau. Ich hab das Buch genossen. Man kann es durchaus auch Lesen, wenn man die vorangegangenen Bände nicht kennt. Aber es gibt keine Zusammenfassung am Anfang, wie das manche Autoren machen und die diejenigen, die die Fortsetzung lesen wollen, nur langweilt.
Und ich hab immer noch die Hoffnung, dass es doch noch nicht das Ende ist… Ein kleines Haar kann große Auswirkungen haben.

Bewertung vom 22.09.2025
Woods, E. V.

Girls of Dark Divine - Eine Tänzerin. Ein Fluch. Eine verzweifelte Liebe.


gut

Marionetten
Marionetten sind Emberlyn und die anderen Mädchen von Malcom Manrow‘s Marvellous Marionettes. Was wie ein Traum begann, unter den besten erwählt worden zu sein, ist eigentlich ein Alptraum . Gefangen in Malcom’s Fluch müssen sie tanzen bis der Fluch sie tötet. Entkommen? Bislang unmöglich. Doch Emberlyn will nicht aufgeben. Vielleicht kann der mysteriöser Schatten, der ihr Tanzpartner ist, ihr helfen zu fliehen. Die Geschichte beginnt düster und spannend. Leider schafft es die Autorin nicht ganz den Spannungsbogen zu halten. Auch die Beziehung zwischen Emberlyn und ihren Gefährtinnen, sowie die Versuche, den Fluch zu verstehen, kommen aus meiner Sicht zu kurz. Ganz besonders hat mich irritiert, dass das eigentliche Ende hier als alternativer Abschluss angeboten wurde. Dieses war meiner Ansicht nach viel stimmige und detaillierter ausgearbeitet. Zusammengefasst lässt sich sagen, ein düsterer und in Teilen spannendes Buch, was aber noch stimmiger hätte ausgearbeitet werden können.

Bewertung vom 31.08.2025
Grauer, Sandra

Unsterblich / Pearls & Skulls Bd.1


gut

Rocker und Vampire - die Kombination ging diesmal nicht auf
Eigentlich eine wahnsinnsstarke Kombination - ja es gibt ein aber.
Der Beginn des Buches - das erste Zusammentreffen mit einem Vampir als Paige noch ein Kind war, hat mich sehr berührt. Die Beschreibung des „Run“ der Motorradfahrer und der mittlerweile erwachsenen Paige war magisch. Ich hab das Benzin gerochen und den Wind in den Haaren gespürt. Das Buch beginnt wirklich stark und man merkt, dass Sandra Grauer eine richtig gute Schriftstellerin ist. Aber dann der zweite Teil, der durch die erzwungene Zusammenarbeit von Paige und einem Vampir (also Erzfeinde) so richtig Konfliktpotenzial geboten hat, war eine müde Roadstory. Und was mir gar nicht gefallen hat, dass auf einmal alle möglichen magischen Kreaturen dabei waren. Das ist aus meiner Sicht viel zu viel Input und der Output ging verloren. Ich hab die Entscheidungen nicht mehr nachvollziehen können. Es ging hin und her - der Spannungsbogen war auf einmal ein Schnürsenkel. Und zum Schluss ein riesiger Cliffhanger. So schade - so gut begonnen und dann ab der Mitte ging der Geschichte gefühlt die Luft aus.

Bewertung vom 16.08.2025
Engler, Leon

Botanik des Wahnsinns


weniger gut

Was ist eigentlich normal?
Die Biografie des Ich- Erzählers wird unglaublich stark von seinem Familienstammbaum beeinflusst. Bis zur Urgroßmutter immer auftretende psychische Erkrankungen. Starke Psychopharmaka werden wie Bonbons gegessen. Selbstmordversuche gehören zum Alltag. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Angst des Erzählers wahnsinnig zu werden, sein Leben durchdringt und auch das Studium der Psychologie und die Arbeit mit seinen Patienten helfen ihm da wenig.
Ein Roman, bei dem ich mir nicht sicher bin, ist es eine Familiengeschichte oder doch eher ein Sachbuch mit Familienanteil. Der Schreibstil ist knapp und beobachtend, zum Teil ironisch. Der Erzähler ringt permanent um Selbstkontrolle und ist mir menschlich komplett verloren gegangen. Alles wird beobachtet, seziert und wieder zusammengesetzt. Aber Gefühle oder Empathie, die hab ich vermisst. Ein wirklich interessantes Thema, aber ich komme mit dem sachlichen Erzählstil nicht klar - also nicht bei einem Roman.

Bewertung vom 12.08.2025
Slaughter, Karin

Dunkle Sühne / North Falls Bd.1 (eBook, ePUB)


ausgezeichnet

Das hässliche Gesicht der netten Kleinstadt
Zwei Mädchen verschwinden spurlos. Für Deputy Emmy Clifton ist es besonders schwer, ist die eine Madison die Stieftochter ihrer Freundin. Und Madison wollte Emmy kurz vor ihrem Verschwinden noch etwas mitteilen, was Emmy aber ignoriert hat. Nun lebt sie mit dieser Schuld und auch die Freundschaft mit Madison’s Mutter ist zerbrochen. Und beide Mädchen hatten dunkle Geheimnisse.
12 Jahre später verschwindet wieder ein Teenagermädchen und Emmys Alptraum beginnt von vorn.
Karin Slaughter versteht es wieder meisterlich ein dunkles Karma in die nette Kleinstadt und ihrer Bürger zu platzieren. Der Spannungsaufbau ist subtil und doch mitreißend. Die Handelnden lernt man langsam, aber detailliert kennen. Man blickt in schwarze Abgründe, dort wo eben noch die Sonne schien. Und über Allem die Frage wer und warum? Wer Thriller mag, dem wird das Buch gefallen.

Bewertung vom 11.08.2025
Drvenkar, Zoran

Asa


sehr gut

Blutsbande
Es entsprang dem Wahn des Urgroßvaters, pflanzte sich durch die Schrecken des 2. Weltkrieges fort und streckt de ne Tentakel bis in die Gegenwart. Ada, die schon jung Leid, Schmerz und Verrat erfahren hatte, hat nur einen Wunsch. Doch als ihr das Liebste genommen und sie ihr Weltbild in Trümmern sieht, kommt sie zurück. Die ist eine gute Jägerin und eine Beschützerin und diesmal wird die nicht scheitern.
Ein Buch, was es zu Beginn dem Leser nicht leicht macht. Es ist keine Geschichte, die einen mit offenen Armen empfängt. Sie will verstanden und erobert werden. Doch dann zieht sie einen in ihren Bann. Mir hat einzig das Abdriften ins Spirituelle nicht gefallen. Das war aus meiner Sicht überflüssig. Die Geister der Vergangenheit waren schon präsent genug.
Die Sprache ist kurz wie die Sätze. Der Erzählstil ist an Asa gerichtet. Das ist ein Ansatz, den ich so noch nicht gelesen habe. Ich brauchte etwas um mich daran zu gewöhnen. Als Fazit hätte man mich am Anfang des Buches gefragt, ob es mir gefällt, wäre meine Antwort nein gewesen. Ab dem ersten Drittel wurde es besser und irgendwann hatte es mich gepackt. Rückblickend würde ich sagen, es lohnt sich. Am Anfang ist es schwer aber es lohnt sich, dranzubleiben. Es hat echt was auch wenn es sehr blutig ist und eine Triggerwarnung gut wäre.