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Benutzername: horrorbiene
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Bewertungen

Insgesamt 210 Bewertungen
Bewertung vom 05.10.2014
Ein Buchladen zum Verlieben
Bivald, Katarina

Ein Buchladen zum Verlieben


ausgezeichnet

Ach, schade dass, das Buch zu Ende ist. Ich hatte wirklich große Freude daran. Vor allem hat mir gefallen, dass es in diesem Buch um die Liebe zu Büchern geht und wie aus einer grauen Maus, die ihre Liebe zum Lesen genutzt hat, um sich vor der Welt zu verstecken, nicht nur offen wird für diese Welt, sondern versucht der beschaulichen Kleinstadt Broken Wheel einen Teil ihrer Welt mithilfe eines Buchladens zu öffnen. Einfach nur schön. Im Buch gibt es viele Zitate, Verweise und Anspielungen auf Literatur, die das amerikanische Leben und die Liebe zum Thema hat. Leider habe ich nicht alle Bücher davon gelesen, aber Grüne Tomaten von Fannie Flagg und Little Women von Louisa May Alcott sind mir ein Begriff, so konnte ich auch den Rest einordnen, dies hat den literaturaffinen Teil des Buches wunderbar betont.
Auch die Entwicklungen, die die Bewohner der Stadt allein durch Saras Anwesenheit durchleben, finde ich erstaunlich und haben mir gut gefallen, wenn sie auch – wenn ich mal ehrlich bin – manchmal ziemlich an den Haaren herbei gezogen waren. Doch alles passt irgendwie in das Gesamtbild und macht das Buch atmosphärisch.
Der Schreibstil der Autorin steuert ihr Übriges dazu bei, dass das Buch wirlich ein schönes Gesamtkunstwerk wird. Vor allem die Briefe von der toten Amy, die nach und nach abgedruckt wurden, passen hervorragend.
Im Grunde hätte dieses Buch die Spitzenwertung bekommen sollen, doch es hat einen entscheidenden Fehler: Die Liebe kommt hier viel zu kurz weg. Normalerweise finde ich es gut, wenn ein Buch auf Kitsch und romatisches Gesäusel verzichtet, doch hier hätte ich mir dies tatsächlich gewünscht. Es herrscht hier mehr unterschwellige Liebe, da die Charaktere sie nicht nur nicht ausleben, sondern sie es nicht einmal sich selbst eingstehen. Der Leser erkennt das Drama natürlich ziemlich schnell, was das Finale dadurch recht putzig gestaltet, da die die Stadt versucht auf Biegen und Brechen ein Visum für die USA zu ermöglichen, und im Grunde hat mir das Ende auch gefallen, aber schöner hätte ich es gefunden, wenn die Liebe doch mehr im Mittelpunkt gestanden hätte – vor allem, da ich es aufgrund des Klappentextes und des Titels irgendwie auch so erwartet habe.

Fazit: Ein Buchladen zum Verlieben ist wirklich ein wunscherschönes Buch, bei dem man sehr viele schöne Zitate finden kann und in das man sich verlieben könnte. Aber leider fehlt hier das kleine Quätchen, um aus diesem Buch ein wirkliches Meisterstück zu machen und dieses kleine Quäntchen ist hier die Liebe, dabei bin ich eigentlich ein Leser, der es schätzt, wenn ein Buch auf Kitsch und Romantik verzichtet. Nichtsdestotrotz hat mir das Lesen sehr viel Freude bereitet und für alle, die gern Bücher über die Liebe zu Büchern lesen, ist dieses hier uneingeschränkt zu empfehlen!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 05.10.2014
Verflucht / Ära der Götter Bd.1
Peek, Ben

Verflucht / Ära der Götter Bd.1


gut

Ach je. Im Grunde ist dieses Buch eine einfache Fantasy-Geschichte: Bei dem Lehrling des Kartographen offenbarten sich besondere Fähigkeiten, die daher rühren, dass sie auf einem sterbenen Gott lebt und ein Teil seiner göttlichen Macht in sie über gegangen ist. Dies hat die Aufmerksamkeit anderer und weitaus älterer Menschen ihres Schlags auf sich gezogen, die nun auch in der Stadt verweilen, doch diese Stadt wird von einem riesigen Heer in göttlicher Mission bald angegriffen werden. Soweit zur Rahmenhandlung. In Fantasybüchern ist es nun häufig der Fall, dass die Autoren sich Welten ausdenken, die allerlei Besonderheiten haben und es mitunter Magie gibt. Doch die Besonderheiten in dieser Welt, empfand ich etwas schwer zu fassen. Die alten Götter sind tot, bzw. liegen im Sterben, wobei die Überreste des einen die Sonnen und der Mond sind, eines anderen Blut ist das “Wasser” des Meeres und einer liegt eben unter einem riesigen Gebirge begraben. Ich kann mir nicht helfen, aber das war zu abstrus für mich. Vielleicht mag das auch daran liegen, dass die Welt nicht so wirklich detailreich beschrieben wird, es keine Karte gibt und auch die politischen Zusammenhänge nicht so recht deutlich wurden. Nach und nach kleckerten dann peu à peu die Informationen ein, aber da hatte ich die Freude an diesem Buch bereits verloren. Es ist nicht so, dass das Buch an sich schlecht geschrieben ist oder unsympathische Charaktere hat, das ist nämlich beides nicht der Fall. Aber ich hatte oft das Gefühl immer nur an der Oberfläche zu kratzen und ganz viel Inhalt zu verpassen. So ist mir auch erst nach der Hälfte aufgegangen, was wohl die Spannungskruve der Erzählung sein – und worauf das hinaus laufen könnte. Aber wie es nun weiter geht in Teil zwei oder drei, davon habe ich keinen blassen Schimmer. Es gibt hier so viele verschiedene Details, dass ich im Grunde gar nicht wirklich weiß, worum es hier eigentlich geht. Und das ist überaus schade, da es mir die Freude am Lesen nahm. Ich habe das Buch eigentlich nur zu Ende gelesen, weil es auch nicht wirklich schlecht war, dennoch war ich froh, als es vorbei war und ich mich anderen Geschichten zuwenden konnte. Ich kann nur hoffen, dass dieses Buch nicht an jemanden gerät, der eine erste Annährung an dieses Genre versucht, denn es könnte abschreckend wirken. Dabei ist das Cover so schön, dass ich zu Beginn gern zu diesem Buch gegriffen habe. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass ich die Fortsetzung nicht mehr lesen möchte. Schon allein, weil es mir irgendwie egal ist, was aus den Charakteren wird – und das sagt auch schon eine ganze Menge.

Fazit: Verflucht hat mir keine Lust auf die Triloge Die Ära der Götter gemacht, da ich nie wirklich fassen konnte, worum es hier eigentlich gehen soll. Zwar ist das Buch nicht schlecht, aber sehr zäh zu lesen und von Fantasy verspreche ich mir zwar tiefgründige manchmal auch gern langatmige, aber doch immer einfach zu lesende Unterhaltung. Dies hier war mehr eine Qual, was nur daran gelegen hat, dass die vielen Facetten des Buches nicht so wirklich ausgeführt und schon gar nicht zu einem großen, runden Ganzen zusammengeführt wurden.

Bewertung vom 05.10.2014
Krieg der Alten Seelen / Exkarnation Bd.1
Heitz, Markus

Krieg der Alten Seelen / Exkarnation Bd.1


ausgezeichnet

Ich habe – vor allem nach dem Klappentext – nicht damit gerechnet und war auch sonst nicht durch irgendwelche Informationen darauf vorbereitet, aber: Mit diesem Buch geht die Geschichte um Eric und Sia, die ihren Anfang vor Ewigkeiten mit Ritus/Sanctum und der Judas-Trilogie fand, nach vier Jahren Pause tatsächlich weiter.
Schade nur, dass sich relativ schnell heraus kristallisiert, dass eigentlich nur Eric mit von der Partie ist und auch nur die Hauptrolle in einem Nebenerzählstrag spielt, denn die eigentliche Hauptrolle erhält hier Claire, die nun im Körper von Lene von Bechstein haust und versucht nicht nur mit ihrem Leben wieder klar zu kommen, sondern auch zu erfahren, wer sie und ihren Mann auf dem Gewissen hat, warum und was das alles mit dieser Seelenwanderung zu tun hat. Im Laufe des Buches werden zwar schon Schnittstellen zwischen den beiden Handlungssträngen deutlich, aber sie sind noch weit davon entfernt zusammen zu laufen. Spätestens ab dem Moment, als mir das klar wurde, habe ich mal hinten im Nachwort gespickt: Ja, Exkarnation ist kein Einzelband, sondern ein Auftakt zu einer Trilogie. Gut, dann kann ich verzeihen, dass die Handlungen noch sehr parallel laufen und auch, dass es praktisch kein Finale gibt in diesem Buch. Stattdessen werden hier Grundlagen für die weiteren Teile gelegt und der Leser in manchen Dingen im Unklaren gelassen. Das Buch lässt sich zwar gut lesen, aber sauer aufgestoßen ist mir das Fehlen eines finaleähnlichen Höhepunktes schon. Hier gibt es Steigerungspotential für die nächsten Bände. Sehr gefehlt haben mir die sonst immer an passenden Stellen eingeflochtenen Wiederholungen der Inhalte aus den anderen Büchern. Sicher, hier mag es um Claire und die Alten Seelen gehen, aber es spielen eben auch aus anderen Reihen bekannte Figuren mit und ich kann mich leider nach so vielen Jahren Pause nicht mehr an alle Details erinnern. Und auch an entscheidende Wendepunkte kann ich mich nicht immer erinnern… so z.B. war mir nicht mehr bewusst, woher Eric diese Dämomenkräfte hat. In meiner Erinnerung fährt er noch mit seinem weißen Cayenne herum und jagd Werwölfe… Über kurze Wiederholungen innerhalb mancher inneren Monologe hätte ich mich daher sehr gefreut.
Gut gelungen ist jedoch, dass Heitz mit seinen eigenen erdachten Grundsätzen spielt: Justine war in der Hölle. Werwölfe und Vampire gibt es, da Dämomen Menschen so geformt haben, damit sie ihnen dienen. So hat er das in den vorangegangenen Bänden entwickelt. Nun ist die Seele Schuld am unmenschlichen Dasein, nicht mehr ein Dämon und Eric weiß nun nicht ob er dies glauben soll und ob es eventuell doch noch Hoffnung für ihn auf Heilung gibt. Dies finde ich sehr spannend, da mir noch nicht klar ist, wie Heitz so die Hölle erklären will. Von daher werde ich die Trilogie auf jeden Fall gespannt weiterverfolgen. Dass er Eric und Co. hier mitspielen lässt, finde ich sehr konsequent und auf keinen Fall überzogen, denn Heitz wählt immer wieder dieselben Schauplätze, wie z.B. Leipzig und da liegt es nur nahe, dass es stets dasselbe Leipzig ist und nicht mal eins mit Werwölfen und dann mal eines mit Alten Seelen. Die logische Entwicklung daraus wäre eigentlich auch, dass Korff aus Oneiros auch noch mit seinem Ars Moriendi, das jedenfalls schon einmal erwähnt wurde, auf den Plan treten würde. Mich würde es jedenfalls freuen.
Ich bin der Meinung, dass man dieses Buch als Trilogie-Auftakt zuerst lesen könnte, aber ich würde jedem raten, zunächst die anderen Bücher zu lesen, da die zum einen sehr gut sind, zum anderen ist es immer schöner, etwas über bereits bekannte Figuren zu lesen, als zwischen den Zeilen, dass da mehr war, man davon aber nicht weiß.

Bewertung vom 10.09.2014
Der Schleier der Macht / Magier Gair Bd.3
Cooper, Elspeth

Der Schleier der Macht / Magier Gair Bd.3


ausgezeichnet

Dieser Vierteiler um Gair und die Wilde Jagd gefällt mit im Allgemeinen sehr gut, nur fällt es mir bei jedem neuen Teil erneut schwer wieder in die Geschichte zu finden, da mir immer wieder wichtige Details entfallen. Doch zum Glück war es auch diesmal wieder so, dass ich recht einfach zurück ins Buch finden konnte. Nur die Sinnhaftigkeit mancher Erzählstränge bzw. deren Einordnung in den großen Zusammenhang ist mir noch nicht wirklich präsent, doch sind diese Passagen kurz genug, dass sie nicht beim Lesen störten. Das einzige, das wirklich fehlt und mir das Lesen unheimlich vereinfacht hätte, ist eine Landschaftskarte. Hier ist von vielen Völkern, Ländern und Orten die Rede, die ich ohne Karte nicht gut miteinander in Beziehung setzen konnt.
Im zweiten Teil kam mit Teia eine neue Hauptfigur hinzu, der damals sehr viel Raum gelassen wurde und Gair somit ins Hintertreffen geriet. In diesem Band wurde nun zwischen diesen Hauptfiguren und -Erzählsträngen eine gute Balance gefunden, schon allein deshalb, da die beiden endlich zusammenliefen und so das Buch mehr einen übergeordneten Zusammenhang erhielt. Auch die Perspektive von Tanith fließt wieder in die anderen mit ein, so dass dieses hier wirklich ein schönes komplettes Buch ist. Die Zeichen stehen nun auf Finale, dass es dann im nächsten Buch zu lesen geben wird.
In diesem Teil ist wieder alles enthalten: poltische Intrigen, Hoffen und Bangen, aber auch Trauer in Sachen der Liebe, eine Schlacht, viel Magie und Charakterentwicklung. So wie die anderen Teile auch, ist dieses Buch gut geschrieben und unterhaltsam. Die Hauptgeschichte wird auch entschieden weitergeführt. Und obwohl diese Serie sich vieler klassischer Elemente der Fantasy bedient und man sagen könnte, dass sei alles nur ein zweiter Aufwasch, gefällt mir doch gerade diese neue Zusammenstellung von bekannten Elementen sehr gut. Ich freue mich nun darauf im nächsten Band endlich das Finale dieses guten Vierteiles lesen zu können.

Fazit: Der dritte Band der Serie bietet dem Leser nun eine Zusammenführung einiger wichtiger Erzählstränge und dies macht dieses Buch wesentlich kompletter als der Vorgänger es war. Alles fügt sich nun zusammen und alle Zeichen stehen auf Finale, auf das ich eigentlich gar nicht so lange warten mag. Wem also Band zwei nicht so gut gefallen hat, den Auftakt aber mochte, wird hier wieder die Freude an diesem Vierteiler zurückgewinnen können.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 10.09.2014
Wächter der Lüge / Rostigan & Tarzi Bd.2
Bowring, Sam

Wächter der Lüge / Rostigan & Tarzi Bd.2


sehr gut

Mit Der Herr der Tränen hat Sam Bowring einen wirklich schönen ersten Band einer Fantasy-Geschichte ersonnen, die sich sehr leicht und einfach lesen ließ und mir dabei sehr viel Freude bereitet hat. Einstmals gab es einen Mann, der konnte mit Hilfe der Fäden Magie wirken, doch er machte sich daran die Fäden der Großen Magie zu verändern. Dies machte ihn nicht nur mächtig, sondern auch böse, da die Welt diese Veränderungen nicht vertrug und Naturkatastrophen die Folge waren und sich am Himmel eine große, schwärende Wunde auftat. Die größten Fadenwirker dieser Zeit machte sich auf, um diesen Herr der Tränen zu besiegen. Als er endlich vom Angesicht der Welt verschwunden war, mussten sie jedoch schnell feststellen, dass er nicht vollständig verschwinden konnte. Manche Fäden, die er in sich selbst verwoben hat, konnten nicht entfliehen und suchten sich neue Wirte in den Wächtern, doch nicht jeder von ihnen konnte mit den dadurch erlangten mächtigen Fähigkeiten umgehen und wurden seinerseits böse. Doch es gelang auch sie zu besiegen. Die Große Magie kam zwar zur Ruhe, doch geheilt wurde die Wunde nie zur Gänze und nun tauchen schon wieder diese seltsamen Naturphänomene auf. Schnell wurde klar: Die Wächter sind zurückgekehrt.
Die Geschichte wird in diesem Buch nahtlos fortgesetzt: Die übrigen Wächter finden einen Weg, wie die Wunde zu heilen wäre und machen sich nun daran dies zu tun. Allerdings hat sich einer von ihnen vor den Entflochtenen als Regret ausgegeben und führt nun deren Armee an. Es kommt zum entscheidenen Finale.
Es gibt zu Beginn keinerlei zusammenfassende Elemente in diesem Buch und so war ich einzig auf meine Erinnerung angewiesen um die alten Zusammenhänge wieder herzustellen. Dies ist mir leider nicht so gut gelungen. So wusste ich z.B. nicht mehr um den Verbleib der hier nun fehlenden Wächter. Der einzige Punkt, der mir am Vorgänger missfallen hat, war der, dass das Buch nicht wirklich abgeschlossen war, da es ja hier weitergeht. Der Rest war dort wie hier geschickt gestrickt und interessant geschrieben. Aber ich habe aufgrund der Pause nicht mehr wirklich gut in diese Geschichte hienein finden können und da dieses Buch zudem noch sehr stark vom ersten Band abhängig ist und für sich genommen an elementaren Elementen wie Charakteraufbau und Spannungsbogen fehlen, da das erste Buch im Grunde einfach weiter geht, ist es irgendwie nicht so prickelnd. Das Lesen war nun mehr so, als hätte ich eine halbe Stunde vor Filmende den Fernseher ausgeschaltet und ein halbes Jahr später an der selben Stelle wieder eingeschaltet. Das war sehr schade, denn der erste Teil hat mir doch so gut gefallen.
Für mich wäre es besser gewesen, wären beide Teile in einem Buch erschienen, so dass ich sie hätte an einem Stück lesen können. Da die Schrift hier durchaus groß ist, hätte man gut und gern ein Buch mit 600 Seiten daraus machen können. Dies wäre dann mit Spannungsbogen, Charakterentwicklung UND Finale. Oder die beiden Bücher hätten noch dichter nacheinander veröffentlich werden müssen. So war dieses Buch für mich eher langweilig und mühselig, dabei hat mir der erste Teil richtig gut gefallen.

Fazit: Mit Der Herr der Tränen hat Sam Bowring einen sehr unterhaltsamen ersten Teil eines Zweiteilers geschrieben, der in diesem Band Wächter der Lüge im Grunde gut fortgesetzt wird. Doch man sollte mit dem Lesen zwischen den beiden Teilen nicht so viel Zeit verstreichen lassen, denn im Grunde sind sie eins uns sollten auch als solches gelesen werden. So hatte ich keine Freude an diesem Buch, was aber nichts über die Qualität aussagt, denn die Geschichte ist originell, gut durchdacht und auch wirklich gut schrieben. Vielleicht lese ich sie beide noch einmal – aber dann an einem Stück.

Bewertung vom 10.09.2014
Teuflisches Spiel / Kate Burkholder Bd.5
Castillo, Linda

Teuflisches Spiel / Kate Burkholder Bd.5


ausgezeichnet

Auch Teil fünf der Krimiserie um die amerikanische Polizeichefin Kate Burkholder bleibt der Tradition des ersten Teils treu: Protagonisten und das Milieu sind dieselben, denn wieder gibt es einen Kriminalfall bei den Amischen aufzuklären und wer könnte dafür besser geeignet sein, als die ehemalige Amische Burkholder?
Dieses Mal wird Burkholder während ihrer Streife zu einem Verkehrsunfall mit einem Buggy gerufen. Ausgrechnet der Mann ihrer besten Freundin aus Jugendzeiten und deren Kinder sind in dem Unfall schwer verwundet worden und sterben schließlich am Unfallort. Doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen. Weder das Unfallauto noch Teile davon sind aufzufinden. Burholder nimmt die Ermittlungen auf.
Die Story ist wie auch in den vorangegangenen Bänden in sich logisch geschildert und durch geschickte Wendungen spannend aufgebaut. Bis zum Ende bleibt unklar, wer der Mörder ist, dies wird tatsächlich erst im Finale enthüllt, was mir gut gefallen hat. Jedoch empfand ich im Nachhinein den Fall als etwas unrealistisch, aber nun gut. Es kann auch mal ein angefaulets Ei bei den Ideen dabei sein. Nichtsdestotrotz ist das Buch ähnlich geschrieben wie die Vorgänger: spannend und kurzweilig. Dies trötest über die eigenartige Auflösung hinweg. Ein wirkliches Highlight findet hier in Hinblick statt, dass Burkholder nun auch ermittlungstechnisch mit dem Fall ihrer Jugend konftrontiert wird. So nimmt nicht nur Burkholder, sondern auch ihre Beziehung zu Tomasetti entscheidende Entwicklungen, die eigentlich bereits überfällig waren. Die positiven Entwicklungen aus dem vorangegangenen Band, in dem sie begonnen hat ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und den Alkoholkonsum einzuschränken, wird hier demnach konsequent und logisch fortgesetzt, was ich wirklich begrüße. Die Serie hat damit weiterhin an Tiefe gewonnen und ich bin gespannt, wie es mit Burkholder weitergeht.

Fazit: Teuflisches Spiel setzt gekonnt an den Vorgängern an und zeigt doch Entwicklungen bei den Charakteren auf und führt die Rahmenhandlung konsequnt weiter. Zwar hat mir die Auflöung nicht wirklich gefallen, da ich sie als nicht nachvollziehbar empfand, aber nun gut das ist Geschmackssache, das Buch ist dennoch gut geschrieben. Wer die anderen Bände mochte, ist hier genau richtig. Ich empfehle auf jeden Fall die Bücher aufgrund der Entwicklung, die die Charaktere vollziehen in der chronologischen Reihenfolge zu lesen.

4 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.07.2014
Mein Sommer am See
Hall, Emylia

Mein Sommer am See


sehr gut

Ich weiß noch, dass ich, als ich, als das Buch vom Verlag angekündigt wurde, vollkommen hingerissen war, von der Beschreibung des Buches und der Verheißung auf wunderbar sommerliche Lesestunden, die sie versprach. Normalerweise fällt dieses Genre und damit auch dieses Buch gar nicht in mein Beuteschema und dennoch – oder gerade deswegen – musste ich dieses Buch schlussendlich bei Erscheinen lesen. Zu Beginn war ich allerdings etwas enttäuscht, da ich recht schwer in das Buch hineingefunden habe. Beth erzählt aus der Ich-Perspektive, wie sie unerwarteten und damit untypischen Besuch von ihrem Vater bekommt, der ihr eine Post-Sendung aus Ungarn weiterleitet. Wie Beth mit ihrem Vater umgangen ist und auf das Paket reagiert habe, empfand ich als überaus befremdlich und für mich beim besten Willen nicht nachvollziehbar. Sie möchte das Paket schlicht nicht öffnen und benimmt sich ihrem Vater gegenüber kalt und ablehnend, dabei ist er nur der Bote. Er verlässt erneut die Stadt und Beth kann es dann irgendwann doch nicht lassen und öffnet das Paket, in dem sich ein Scrapbook ihrer Mutter mit Erinnerungen ihrer Mutter an ihre gemeinsamen Sommer befindet. Ab dem Moment, in dem Beth das Buch ihrer Mutter aufschlägt, spielt das Buch praktisch in einer episondenhaften Rückblende auf Beths Sommer bei ihrer Mutter in Ungarn. Und ab diesem Moment wurde das Buch richtig gut und mitreißend. Der Leser erlebt auch hier in Ich-Perspektive, wie Beths Mutter nach Ungarn gelangte und Beth in ihren Besuchen bei ihr immer größer wird, heranwächst und ihrer Mutter immer ähnlicher wird. Dabei wird Ungarn unheimlich gut heraufbeschworen und ich konnte beinahe die Luft riechen und den Eistee schmecken und wurde ganz nebenbei an einen eigenen Sommer-Urlaub in Ungarn erinnert. Beths Erinnerungen lassen sich sehr leicht lesen und nehmen den Leser mit in das sonnige und unbeschwerte Leben Ungarns. Allers verlief für Beth prima, daher war mir lange Zeit nicht klar, wie es zu diesem Bruch mit ihrer Mutter kommen konnte – und dann kam der Knall, der das Leben der damals 16-jährigen Beth völlig durcheinander brachte. Beths Verhalten daraufhin mag ihrem Alter entsprechend und angemessen gewesen sein, dennoch finde ich ihr Verhalten übertrieben und unpassened. Zumindest nach einiger Zeit Abstand hätte sie ihr Verhalten noch einmal überdenken können. So ist das Buch am Ende sehr tragisch – unnötig tragisch wie ich finde.
Das Lesen des Buches hat mir einige sehr unterhaltsame Lesestunden bereitet, dir mir auch nicht vermiest werden konnten, durch das für mich nicht nachvollziehbare Verhalten Beths. Allerdings hat jeder Mensch ein anderes emotionales Empfinden und ich musste in der Pubertät auch nicht solche verwirrenden Erlebnise über mich ergehen lassen und vielleicht mag ich es daher so unpassend finden, dennoch bleibt für mich diese Tragik im Raum die schlichtweg unnötig gewesen ist. Schön bzw. ausgleichend wäre es gewesen, wenn Beth noch während dieses Buches den Kontakt zu ihrer Jugendliebe aufgenommen hätte und somit auch dieser Handlungsstrang abgeschlossen gewesen wäre. So habe ich das Gefühl, als hätte mich die Autorin in der Luft hängen lassen. Schade.
Als wirklich gelungene Abrundung, hätte ich es schön gefunden, wenn in diesem Buch, die eine oder andere Seite des Scrapbooks ihrer Mutter abgebildet gewesen wäre. Dies hätte die Atmosphäre nachhaltig gehoben.

Fazit: Mein Sommer am See ist ein wirklich mitreißendes Buch. Auch wenn ich Beths Verhalten nicht komplett nachvollziehen kann, hat mich das Buch dennoch berührt und mir unterhaltsame Lesestunden bereitet. Wenn man dieses Buch in die Hand nimmt, wird man entführt in die sonnigen Sommer Ungarns, daher würde ich unbedingt empfehlen für die bessere Atmosphäre das Buch im Sommer draußen in der Sonne zu lesen.

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 13.07.2014
Wer ruhig schlafen kann / Emma Vonderwehr & Edgar Blume Bd.3
Lanfermann, Mechthild

Wer ruhig schlafen kann / Emma Vonderwehr & Edgar Blume Bd.3


ausgezeichnet

Die ersten Bände um die Radioreporterin Emma Vanderwehr haben mir sehr gut gefallen und so bin ich mit entsprechenden Erwartungen an das Buch herangegangen und ich wurde nicht enttäuscht. Hätte das letzte Buch noch an einigen Stellen etwas straffer erzählt werden können, ist dieser dritte Band nun um gut 100 Seiten kürzer und alles andere als langatmig. Allerdings habe ich etwas schwer in das Buch hineinfinden können, was ich an zwei Punkten festmachen kann: Die aufkommende Beziehung zwischen Emma und Blume aus dem letzten Band hat sich entschieden weiterentwickelt. Auf welche Weise, verrate ich nicht, ich habe an ihr auch nichts auszusetzen, aber irgendwie habe ich aufgrund der Entwicklung das Gefühl gehabt, etwas verpasst zu haben. Auch die zahlreichen Hinweise auf den vorangegangenen Fall empfand ich als hinderlich, da ich mich nicht mehr an die Details erinnern konnte und es prinzipiell für dieses Buch auch nicht wollte. Der zweite Punkt ist die Konstruktionsweise dieses Falles: Emma muss einen Kollegen im Gericht vertreten und besucht so eine Gerichtsverhandlung, bei der ein Obdachloser eine obdachlose junge Frau erdrosselt hat und verurteilt werden soll. Freunde und Verwandte hat Paule nicht, einzig ein junges Mädchen mit Dread-Locks scheint ihn zu kennen. Emma möchte sie interviewen und wird dabei auf Ungereimtheiten im Fall aufmerksam gemacht, die sie natürlich nicht ruhen lässt, sondern denen sie nachgeht. So recherchiert sie auf dem Alex im Straßenkindermileu und später in eine Richtung, die anfangs nicht ersichtlich war. In diesem Krimi ist der Fall im Grunde schon abgeschlossen und wird bereits vor Gericht verhandelt. Emmas Verdacht fällt bei der Polizei daher auf keinen fruchtbaren Boden. Diese Art von Einstieg in das Buch war mir neu und hat mir wie gesagt, den Einstieg etwas schwer gemacht, andererseits finde ich es überaus gelungen, eben weil ich so etwas vorher noch nicht gelesen hatte. Und auch so kam recht schnell Spannung auf und Emma hat den Fall wieder sehr an sich heran gelassen.
Lanfermann hat diesen Krimi sehr kurzweilig geschrieben, wobei der Großteil nicht wirklich nervenaufreibend war – im Gegensatz zum direkten Vorgänger – Emma muss hier viel recherchieren und Beziehungsarbeit leisten, doch das liest sich dennoch sehr gut weg. Eigentlich war es recht schnell eindeutig, wer wirklich hinter Hilkes Mord steckt, da das Buch zwar überwiegend aus Emmas Sicht geschrieben ist, aber immer wieder andere Perspektiven eingestreut werden. So wird das Handeln der Gegenseite deutlich, aber auch Blume wird als Charakter herausgearbeitet. Obwohl klar war, wer beteiligt war, die Hintergründe und Zusammenhänge bleiben lange im Dunkeln und daher bleibt die Handlung spannend, vor allem da Emma ja noch nicht weiß, was der Leser erfährt. Das Buch endet mit einem spannenden und gelungenen Finale und im Hinblick auf Emma und Blume mit einem offenen Ende – was mir auch sehr zugesprochen hat.
Ich würde raten, dieses Buch wirklich erst nach dem Serienauftakt Wer im Trüben fischt zu lesen, da die Kenntnis der Charaktere – vor allem bei den Protagonisten – vorausgesetzt wird.

Fazit: Wer ruhig schlafen kann ist meiner Meinung nach ein wirklich gelungener, spannender Krimi mit einer engagierten, selbstbewussten Rundfunkjournalistin als Hauptcharakter, die hier versucht einen für die Polizei bereits abgeschlossenen Fall, wieder aufzurollen. Diese Konstruktionsweise des Buches hat mir sehr gut gefallen, da sie außergewöhnlich ist. Auch dieser Teil der Serie hat mich überzeugt, so dass ich von dieser Serie gern noch viel mehr lesen möchte!

Bewertung vom 13.07.2014
Der Inquisitor von Askir
Schwartz, Richard

Der Inquisitor von Askir


ausgezeichnet

Nachdem der Leser in Die Festung der Titanen Havald begleitet hat und endlich einige Dinge aufgeklärt wurden und alle Zeichen auf Finale deuten, hat Richard Schwartz zunächst einen Einzelband herausgebracht, bevor er das langerwartete Finale dieser hervorragenden Fantasy-Reihe schreibt. Anfangs war ich nicht so begeistert, wollte ich doch wissen, wie es mit Havald weitergeht. Daher habe ich das Buch für meine Verhältnisse sehr lange liegen lassen. Doch die Begeisterung kam sehr schnell. In diesem Buch schildert Schwartz Gegebenheiten, die sich in Askir parallel zum Finale von Die Festung der Titanen zugetragen haben und die Hauptperson ist der Dieb Wiesel. Sofort war ich wieder in der Handlung und sofort begann es spannend zu werden, denn Wiesel gerät unbeabsichtigt in die Quere der Machenschaften eines mächtigen Maestros und Seelenreiters und die Situation ist hoffnungslos, doch es wäre nicht Wiesel, wenn er sich nicht irgendwie aus daraus retten kann. Am Ende (vielmehr am Anfang des Buches) muss er den Mord an seiner Geliebten Refala aufklären und kann dabei auf die Hilfe von bekannten Charakteren zurückgreifen: Desina, Orikes, Asela und Stofisk, der hier wieder eine Paraderolle einnimmt. Neu hinzugekommen ist die Inquisitorin Kyra, doch auch diese Figur wird schnell sympathisch und gehört dazu.
Auch, wenn hier die Aufklärung des Mordes im Vordergrund steht, ist der gesuchte Mörder wahrhaft bedeutend und die Handlungen ziehen weite Kreise, so dass dieses Buch nicht lediglich eine Art Krimi ist, sondern tatsächlich die Handlung des Zyklus’ vorantreibt. Was mir aber besonders gefallen hat, sind die geschickt eingewobenen Zusammenfassungen. So unterhalten sich die Charaktere über das, was bisher über die Eule Erinstor bekannt ist und auch über die Familienverhältnisse zwischen Desina, Askannon, Asela, Balthasar, Elsine und Serafine. All dies war mir nicht mehr en detail im Gedächtnis, doch dieses Buch hat es wirklich sehr gut in Erinnerung bringen können. Eigentlich ist Zusammenfassung das falsche Wort. Richard Schwartz nimmt eigentlich eher alte Fäden auf, lässt diese kurz in den Worten seiner Figuren erklären und strickt damit die Gesamthandlung weiter. Zwar hätte ich mir gewünscht so manche Familienzusammenführung ausführlicher (oder überhaupt) zu erleben, aber ich habe die Hoffnung, dass dies im nächsten regulären Götterkriege Band geschildert wird.
Lange Zeit hat kein Buch es mehr geschafft mich wirklich mitzureißen, aber bei diesem Buch war ich sofort voll dabei und wollte es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist zwar nicht überspannend, aber einfach so gut geschrieben und so unheimlich atmosphärisch, dass ich voll in der Welt von Askir aufgehen konnte und am liebsten noch weiter gelesen hätte. Dieses Buch ist einfach eine sehr runde Sache. Zudem muss ich feststellen, dass ich bei vielen anderen Reihen mir Details nicht so gut merken kann, wie bei dieser Reihe, denn hier konnte und kann man miträtseln und war stets im Geschehen so mit dabei, dass sehr viel einfach präsent ist und so war das Buch aufzuschlagen fast wie nach Hause kommen.

Fazit: Der Inquisitor von Askir ist eine wirklich runde Sache. Spannende, für den Zyklus bedeutende Handlung, atmosphärisch und gut geschrieben. So viel Spaß beim Lesen hatte ich schon lange nicht mehr. Dieses Buch hat mir nicht nur (noch mehr) Vorfreude auf die noch kommenden Bände der Götterkriege gemacht, sondern auch den Wunsch geweckt, alles noch einmal zu lesen – wenn denn alle Bücher erschienen sind.
Dieses Buch gehört zu einer Reihe und daher ist es unbedingt empfehlenswert, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Aber die Reihe ist wirklich sehr gut und zudem von einem deutschen Autoren, daher sollten die vielen Bände nicht abschreckend sein: Es lohnt sich die Reihe zu lesen!

Bewertung vom 30.05.2014
Blutrecht / Greatcoats Bd.1
De Castell, Sebastien

Blutrecht / Greatcoats Bd.1


ausgezeichnet

Blutrecht kommt als klassische Fantasy und einer Mischung aus High- und Heroic-Fantasy daher, die leider ohne eine Karte auskommen muss. Falcio, der erste Kantor der ehemaligen Greatcoats, berichtet aus seiner Perspektive eine Episode seines Lebens, nämlich die, in der er den an ihn gestellen Auftrag seines ermordeten Königs erfüllt. Nebenbei lässt er in Rückblicken den Leser daran teilhaben, wie die Greatcoats wieder vom König ins Leben gerufen wurden und von ihm den letzten Auftrag erhielten, sich nicht zu wehren und die Stadt und die Königsburg kampflos dem Heer der Herzoge zu übergeben. Dass der König dies nicht überleben würde, war klar, doch seine Hoffnung, dass die Greatcoats überleben würden, und sie seine persönlichen Auftrage erfüllen können, hat sich leider nicht bewahrheitet, denn ihrer Aufgabe und ihrer Stellung beraubt, zerfiel der Orden schnell und die ehemaligen Rechtsprecher, sind nun selbst oftmals Banditen und Diebe aus der Not heraus. Nicht so Falcio und seine Kameraden Kest, der beste Schwertkämpfer, und Brast, der beste Bogenschütze der Greatcoats. Sie schließen sich auf der Suche nach den Edelsteinen des Königs einer Karawane an und geraten mitten in einen Streit um die Nachfolge des Königs. Intrigen gilt es abzuwehren und ein adeliges Waisenmmädchen zu retten, doch werden sie es schaffen, ohne die Stärke der gesammelten Greatcoats?
Mir hat Blutrecht wirklich sehr gut gefallen. Die Ich-Perspektive wird hier sehr geschickt eingesetzt, indem immer mal wieder Falcios Erinnerungen in die Haupthandlung als regelrechte Rückblenden einfließen und so nicht nur die Vergangenheit offenbahrt, sondern auch so manches Geheimnis lüftet. Der Schreibstil des Autoren leistete den Beitrag dazu, dass sich das Buch sehr leicht und gut lesen ließ. Die Handlung ist spannend und mündet in einem solchen Finale. Allerdings muss ich gestehen, dass mir in diesem Buch ein klein wenig der rote Faden gefehlt hat – was prinzipiell eher authentisch war. Denn der Leser weiß eben nur so viel wie Falcio und dieser hat einfach keine Ahnung, wie es mit sich und seinen beiden Kumpanen, aber auch mit der Welt in der er lebt, weiter gehen soll, da er zwar versucht den Auftrag zu erfüllen, den der König ihm gegeben hat, er eigentlich aber keine Ahnung hat, was er sucht und vor allem wo. So schlittert er planlos in dieses Abenteuer, von dem ich aber auch lange Zeit keinen möglichen Ausgang gesehen habe. Dies hat mich beim Lesen nun nicht direkt gestört, aber ein Fragezeichen hing mir bildlich gesehen über dem Kopf. Denn führt man dies weiter, weiß ich nun auch nicht, wie die Reihe weiter gehen soll, denn dieses Buch ist völlig in sich abgeschlossen und könnte auch so für sich stehen, ohne Teil einer Reihe zu sein. Ich kann mir vorstellen, dass es nun im nächsten Buch bzw. in den nächsten Büchern immer wieder neue Episoden mit den Greatcoats geben wird, aber worum es da gehen soll, weiß ich nicht und was ein mögliches Reihen- bzw. Trilogie-Finale sein soll auch nicht. Doch auch wenn solch ein roter-Reihen-Faden (noch) nicht zu erkennen ist, hat die Geschichte ausreichend Potential, um fortgeführt zu werden. So würde mich z.B. diese Fecht-Sprache der Greatcoats interessieren.

Fazit: Blutrecht ist ein gelungener, solider Auftaktband einer Serie oder was auch immer, der es meiner Meinung nach jedoch momentan an einem roten Faden mangelt. Das Buch ist jedoch gut geschrieben und lässt sich prima lesen, was vor allem auch an der gut eingesetzten ich-perspektivischen Erzählung liegt. Mir haben Buch und Charaktere zwar wirklich gut gefallen, aber ob ich die Fortsetzung(en) lese, werde ich wohl davon abhängig machen, wie viel und was ich zum Erscheinen des nächsten Teils zu lesen habe. Denn das Buch ist zwar gut, aber dennoch nur durchschnittlich und nicht herausraugend. Wer jedoch auf der Suche ist, nach guter, solider High-Fantasy, der kann hiermit eigentlich nicht viel falsch machen!