Benutzer
zu den Top-Rezensenten

Benutzername: Ivonne Wiese
Wohnort: Berlin
Über mich:
Danksagungen: 150 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 153 Bewertungen
Bewertung vom 04.11.2012
Ich bin der Herr deiner Angst / Albrecht & Friedrichs Bd.1
Rother, Stephan M.

Ich bin der Herr deiner Angst / Albrecht & Friedrichs Bd.1


sehr gut

Die Hamburger Kripoabteilung wird gleich mit mehreren Morden konfrontiert, die auf sehr unfeine Art ausgeführt werden. Und alle Opfer scheinen irgendwie mit einem fast 30 Jahre zurück liegenden Fall zusammen zu hängen. Mehr will ich der Spannung wegen hier nicht verraten.

Der Schreibstil war sehr flüssig und auch spannend, die Charaktere zahlreich, die sich im Laufe der Zeit lichten; jeder hat seine Macken und Eigenarten und hat Wiedererkennungswert. Die Erzählperspektive ist abwechselnd zwischen dem Alleswisser und aus Sicht der Polizistin Hannah geschrieben. Das verleiht mehr Spannung und Tempo. Und obwohl die Auflösung überrascht, entsteht dazwischen nicht wirklich die Angst, die man aus den bestialischen Morden und dem Titel und tollem Cover vermuten würde. Allzusehr wird immer wieder auf nur ein und denselben Verdächtigen hingewiesen. Mehrere Verdächtige, deren reihen sich auch nach und nach lichten, wären förderlicher gewesen. Trotzdem ein guter Thriller mit psychologischen Abgründen. Aller Beteiligten! Jeder hat halt Dreck am Stecken.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.08.2012
Willkommen auf Skios
Frayn, Michael

Willkommen auf Skios


sehr gut

Ein überraschend frisches spritziges Buch.

Auf der griechischen Insel Skios soll ein alljährlicher Vortrag einer Stiftung gehalten werden. Dabei kommt es zu allerhand Verwechslungen.

Das Buch lebt von den ungemein vielen und skurillen Charakteren, die von einer tollpatschigen Situation in die nächste geraten ohne selber etwas dafür zu können. Der Autor schafft es mit aberwitzigen Momenten und Konstellationen ein ausgeklügeltes Verwechselspiel zu beschreiben. Timing ist dabei alles. Und weil das so gut ist, verpassen sich alle ständig und die Situation wird ewig nicht aufgeklärt. Richtigböse ist man dabei niemandem, alle haben ihre Macken und liebenswerten Züge. Trotzdem ist man am Ende erleichert, als es dann doch noch zackig zum Showdown kommt. Der Schreibstil ist flüssig, die Wortwahl spritzig und die Dialoge zeugen von Situationskomik. Ein amüsantes Buch für Zwischendurch.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.08.2012
Rotes Gold / Xavier Kieffer Bd.2
Hillenbrand, Tom

Rotes Gold / Xavier Kieffer Bd.2


gut

Der luxemburger Koch Xavier wird von seiner Pariser Freundin zu einem speziellen Diner mit dem Bürgermeister und dem berühmtesten Sushikoch eingeladen. Prompt stirbt der Sushimeister mit über 40jähriger Berufserfahrung - augenscheinlich am Fischgift im Octopus. Auf Geheiß des Bürgermeisters begibt sich Xavier auf Spurensuche und landet mitten in den Machenschaften skrupelloser Thusfischhändler aus allen Herren Länder.

Das Milieu der Fischhändler, die ökonomischen und wirtschaftlichen Machenschaften und Intrigen verbunden mit der Mafia sind wirklich interessant und augenscheinlich gut recherchiert. Alles sehr wissenswert, was der normale Bürger gar nicht so mitbekommt. Die Story und die Handlungen sind flüssig und aufeinander aufgebaut, nur fehlte mir ganz am Anfang der nachvollziehbare schlüssige Punkt, da es nicht um Octopus sondern plötzlich um Thun geht. An der Stelle hat die Story einen Haken, der sich nicht einfach nur durch ein „Bauchgefühl“ erklären darf.
Die Charaktere sind ansonsten gut beschrieben, die Beschreibungen der luxemburger Straßenverhältnisse aber etwas zu detailiert. Beim Showdown kommt Xavier etwas zu glimpflich bei weg, zuviel mildernde Umstände, vor allem wenn man bedenkt was für skupellose Machenschaften und Menschen hinter dem Handel stecken.
Insgesamt aber ein durchaus interessanter Krimi aus der kulinarischen Ecke mit allerlei Wissenswertem.

Bewertung vom 19.05.2012
Der Knochenbrecher / Detective Robert Hunter Bd.3
Carter, Chris

Der Knochenbrecher / Detective Robert Hunter Bd.3


ausgezeichnet

Auch der dritte Teil steht den beiden Vorgängern in nichts nach. Ein sadistischer Mörder, ein tiefes psychologisches Problem und zwei hartnäckige Mordermittler. In L.A. verschwinden mehrere Frauen, die sich körperlich und auch beruflich ähneln. In unterschiedlichen Zeitabständen werden diese dann tot aufgefunden, auf´s grausigste getötet.

Die Story ist wieder mal absolut eklig und erscheckend wozu Menschen fähig sind. Der Schreibstil ist gewohnt spannend bis zur letzten Minute, erst dann wird der Täter entlüftet, die ganze psychlogische Tragweite seines Handeln offenbar und der Kreis schließt sich. Auch dieser Teil ist hervorragend recherchiert, lebt von ausgiebigen Personen- und Ortsbeschreibungen, sodass man sich immer mitten im Geschehen fühlt und den Ermittlungen folgen kann. Auch die Hauptdarsteller werden nochmals vorgestellt, so dass auch Quereinsteiger gut folgen können ohne die Vorgänger kennen zu müssen. Die Kapitel sind mit durchschnittlich 4 Seiten recht kurz gehalten, was ein Unterbrechen einfach macht, obwohl man das Buch eigentlich gar nicht aus der Hand legen kann, zumal fast jedes Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger endet.

Ein wieder absolut gelungener Thriller von Chris Carter. Schon erschreckend, wenn einem Autor in der Fantasie immer wieder so viele neue Mordmethoden einfallen. Als einziges Manko empfand ich den deutschen Titel. Mit einem Knochenbrecher hat das hier nun gar nichts zu tun – eher einem Amor-Killer. Und obwohl das Cover echt stylisch ist, passt es leider so gar nicht zu den Vorgängern. Auch haben die blutigen Seile überhaupt nichts mit der Handlung zu tun.

Bewertung vom 19.05.2012
Der Vollstrecker / Detective Robert Hunter Bd.2
Carter, Chris

Der Vollstrecker / Detective Robert Hunter Bd.2


ausgezeichnet

Der zweite Teil knüpft übergangslos an die Spannung des Vorgängers „Der Kruzifix-Killer“ an. Es werden zwei bestialisch getötete Menschen aufgefunden, die jedoch nichts zu verbinden scheint, nicht mal die Art ihres Todes. Serienkiller schießen sich gerne auf eine Art ein und bleiben dabei. Doch die Leichen sind mit Nummern versehen. Ist das die Verbindung? Jedoch beginnt die Reihe erst mit „3“. Wurden also die ersten 2 Opfer übersehen? Und wie viele werden noch folgen? Detective Hunter und Garcia laufen mal wieder zur Höchstform auf, auch wenn sie wieder bis zum Ende im Dunkeln tappen.

Auch im Nachfolger geizt der Autor nicht mit detailierten Charakter- und Ortsbeschreibungen. Man fühlt sich als Leser umfassend informiert (auch wenn man selbst trotz der Informationsflucht im Dunkeln tappt) und mitten in das Geschehen hineinversetzt. Auch sind wieder alle Ermittlungsschritte nachvollziehbar und dennoch spannend erläutert.

Auch der zweite Teil ist ein äußerst gelungener Thriller, der bis zum Ende atemlose Spannung verursacht. Alle Personen und deren Vergangenheit sowie psychologische Hintergründe sind sehr gut konstruiert. Da fragt man sich wann die Thriller von Chris Carter endlich verfilmt werden.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.05.2012
Der Kruzifix-Killer / Detective Robert Hunter Bd.1
Carter, Chris

Der Kruzifix-Killer / Detective Robert Hunter Bd.1


ausgezeichnet

Dies ist das erste Buch über die Fälle von Robert Hunter. Dieser ist hochintelligent und ein Wunderkind, seine Doktorarbeit ist Arbeitsgrundlage beim FBI. Er arbeitet jedoch als Detective und Profiler bei der Sonderkommission des LAPD für Serienmörder. Sein aktueller Fall knüpft an Verbrechen von vor knapp 2 Jahren an. Damals ging ein Serienkiller um, der dann per Zufall gefunden wurde, geständig war, verurteilt und dem bereits die Giftspritze gesetzt wurde. Nun werden zwei neue Opfer dieses Täters gefunden und ein Nachahmungstäter ist ausgeschlossen. Zusammen mit seinem neuen Partner Carlos Garcia ermittelt Hunter wieder. Doch leider tappen die beiden wie Jahre zuvor im Dunkeln. Der Täter ist einfach zu perfekt.

Die Story ist spannend und auch spannend und flüssig geschrieben. Alle Personen und Orte werden ausführlich vorgestellt und in die Story eingeführt, auch deren Background wird kurz und bündig erzählt, so dass man sich als Leser umfassend informiert fühlt und mitten in die Geschehnisse hineinversetzt. Die Ermittlungsarbeit ist nachvollziehbar und spannend beschrieben. Und auch wenn bei mir zwischendrin mal ein kurzer nicht ernst zu nehmender Gedanke an den Täter aufkam, der nach 3 Sekunden wieder verblasste, so ist bis zum Ende die Indentität des Täters unbekannt und völlig überraschend.

Ein sehr gelungener Thriller über grausame Abgründe von Serienkillern mit gut konstruierten Personen und Geschehnissen. Ich bin auf den nächsten Teil gespannt.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 19.05.2012
Toter geht's nicht / Henning Bröhmann Bd.1
Faber, Dietrich

Toter geht's nicht / Henning Bröhmann Bd.1


ausgezeichnet

Ein wirklich absolut gelungener deutscher Regionalkrimi.

Henning ist Ende 30, verheiratet und hat zwei Kinder. Dazu lebt er in einem verschlafenen Kaff in Hessen und ist Hauptkommissar, obwohl ihn das alles nur anödet. Er selbst sieht sich als Memme und unfähig. Was wohl auch stimmt. Eines Tages wird auf einem Faschingsumzug der Sensenmann tot aufgefunden. Der erste Tote im Ort. Wie klärt man den Fall bloß auf? Sein bester Mann fällt auf, bleiben ihm nur der schmierige Besserwisserkollege und die Anfängerin. Mit wenig Elan und noch weniger Plan machen sie sich an die Aufklärung.
Zu allem Überfluß haut auch noch Hennings Frau ab, sie hat Burnout und will die nächsten Wochen niemanden sehen. Nun muss Henning auch noch zwei Kinder und einen Hund namens Berlusconi unter einen Hut bringen. Überhaupt nicht einfach.

Der Schreibstil ist einfach klasse. Es ist in der Ichform aus Sicht von Henning geschrieben. So trantütig er auch ist, er hat eine beißende trockene Art die Situationen zu beschreiben. Manchmal absurd und doch normal. Ich habe mich köstlich amüsiert und oft gelacht. Trotzdem wird die Spannung um die Mordermittlung ständig am laufen gehalten. Und trotz der wenigen Ermittlungserfolge sind so einige Wendungen zu verzeichnen. Das Ende überrascht dann tatsächlich noch mal.

Die Charaktere sind individuell und klasse beschrieben, man hat jeden einzelnen vor sich. Selbst die Nebenrollen sind, wenn auch teils klischeehaft, so doch perfekt für dieses Umfeld besetzt. Schon auch die Namenswahl ist sehr speziell, ein Hund namens Berlusconi, der keine Hündin auslässt, ein alternativer Kindergartenchef namens Wolle und seine mollige Frau Mollie, ein Kindergarten namens Schlumpfloch. Dazu die ganzen beklopten Namen der Kindergartentruppe.

Ein herrlicher Protagonist von dem ich gerne noch mehr lesen möchte.

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.