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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: urmeli
Danksagungen: 46 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 305 Bewertungen
Bewertung vom 07.06.2021
Medical Cuisine
Lafer, Johann;Riedl, Matthias

Medical Cuisine


gut

Ich habe in diesem Kochbuch neue Informationen zu gesundem Kochen mit Genuss erhofft. Was ist gut für mich bei Diabetes, bei Bluthochdruck, bei Rheuma, Gicht oder Osteoporose. Leider gibt es nichts in dieser Richtung. Allgemeine Plattitüden wie selbst kochen und hochwertige Bioprodukte kaufen bringen mich nicht weiter. Auf Fleisch größtenteils zu verzichten sollte inzwischen auch bei jedem angekommen sein. Es geht in diesem Buch darum sich allgemein besser zu ernähren.
Die passenden Rezepte dazu sind von der Zutatenliste und Beschreibung gut nachkochbar, viele Rezepte gibt es einmal in einer fleischhaltigen Variante und eine leicht abgeänderte fleischlose, mit Tofu, Bohnen oder Linsen als Ersatz. Für Nudeln Bolognese Vollkornnudeln statt normale zu verwenden ist jedoch nicht gerade innovativ. Einige neue und interessante Rezepte sind jedoch dabei die ich ausprobieren möchte. Insgesamt gefällt mir der Rezeptteil, für den Johann Lafer zuständig ist, deutlich besser als der langatmige und wenig interessante Sachkundeteil von Dr. Matthias Riedl.
Die Aufmachung des medizinischen Kochbuches und die Fotos sind sehr gut gelungen

Bewertung vom 03.05.2021
Die Toten vom Gare d'Austerlitz
Lloyd, Chris

Die Toten vom Gare d'Austerlitz


sehr gut

Der 14. Juni 1940 war für die Pariser ein besonderer Tag, die Deutschen haben die Stadt erobert und das Leben der Menschen veränderte sich schlagartig. An diesem Tag wurden die Leichen von vier Männern in einem Eisenbahnwaggon am Gare d'Austerlitz gefunden und der französische Polizist Eduard Giral, genannt Eddi, mit der Aufklärung der Morde beauftragt. Durch die Besatzung der Stadt werden ihm bei den Ermittlungen immer wieder Steine in den Weg gelegt und die Hartnäckigkeit Eddis beschert ihm immer wieder unliebsame und schmerzhafte Erlebnisse mit der deutschen Besatzungsmacht. Die Toten waren Polen aus der Stadt Bydgoszcz, wie auch Frederyk Gorecki, der mit seinem kleinen Sohn Selbstmord verübt. Welche Verbindungen gibt es unter ihnen und was geschah in Bydgoszcz?
Aus der Sicht Eddis erleben wir Anfänge der Besatzung Paris, wie die Menschen sich dort fühlten kann man sehr gut nachempfinden. Auch Eddi selbst hat durch seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg bleibende Eindrücke, die nun wieder ans Tageslicht kommen. Und dann taucht auch noch sein Sohn Jean-Luc bei ihm auf, der seine Militäreinheit verloren hat und nun auf eigene Faust gegen die Deutschen kämpfen will.
In diesen teilweise fiktiven, teilweise realistischem Kriminalroman geht es um mehr als die Aufklärung eines Verbrechens, dafür sind die Verbrechen der Deutschen zu groß und viele sind in diverse Taten verstrickt. Ein bisschen weniger hätte der Handlung gutgetan, manchmal verlor man etwas den Überblick. Sehr gut ist die Ironie und auch Selbstironie mit der Eddi allen gegenübertritt.

Bewertung vom 03.05.2021
Der Abstinent
McGuire, Ian

Der Abstinent


gut

Mitte des 19. Jahrhunderts tobt der Freiheitskampf der irischen Fenians in England. Nachdem ein Polizist in Manchester von ihnen getötet wurde und im Anschluss drei überführte Fenians am Galgen hingen, wird es immer unruhiger in Manchester. Mittendrin ist der irische Polizist James O'Connor, der auf Grund seiner Trunksucht versetzt wurde. Freunde hat er keine, man misstraut ihm. Ein Informant berichtet von einem amerikanischen Soldaten, der eingereist ist, um die Aufwiegler zu unterstützen. Kurz darauf fand man den Toten Informanten. Das Aufspüren der geplanten, großen Aktion ist mit weiteren Toten verbunden und auch persönlich wird es für James eine schwere Zeit, bei der der Alkohol wieder in sein Leben tritt.
Wir erleben eine Zeit und eine Gegend voll von Gewalt, von Schlägen, von Hundekämpfen, von Mord und Totschlag. Menschen landen ohne Anklage für längere Zeit im Gefängnis und was alle umtreibt ist der Drang nach Vergeltung. Dieses führt zu einer Endlosspirale, die auch James betrifft und ihn am Ende nach Amerika führt, wo die Gewalt zwar aus anderen Gründen, jedoch genau so, vorherrscht. Frauen sind in diesen Roman, vielleicht auch in dieser Zeit, nur zu vernachlässigendes Beiwerk.
Vom Schreibstil her hätte ich Mühe in die Handlung und die vergangene Zeit hinein zu finden und auch das Ende mutete, mit plötzlich auftauchenden neuen Personen, seltsam an. Oder soll eine Fortsetzung mit neuen Protagonisten daran geknüpft werden?

Bewertung vom 03.05.2021
Das Mädchen im Nordwind
Baldvinsson, Karin

Das Mädchen im Nordwind


sehr gut

Zwei Frauenschicksale aus zwei verschiedenen Welten werden in diesem Roman miteinander verwoben und abwechselnd erzählt. Im Jahr 2019 nimmt Sofie eine Work and Travel Stelle in Island an. Die Beziehung zu ihrem Freund Thomas bröckelt, nachdem sie eine Fehlgeburt hatte. Da sie auch gerade ihren Arbeitsplatz als Tischlerin verloren hatte kommt das Angebot, ein Haus zu renovieren und dort kostenlos zu wohnen gerade recht. Das sie dort einen Mitbewohner hat, den sehr attraktiven aber verschlossen Björgvin, sorgt erst für Irritationen, später kommen sie sich näher. Bei der Renovierung stößt sie auf einen Brief und ein Tagebuch, auf deutsch verfasst, in dem Luise, die Mutter von Hannes, der auch der Großvater von Björgvin ist, ihr Leben erzählt.
Luise stammt aus einem wohlhabenden Elternhaus aus Lüneburg. Als ihr Bruder seinen Studienkollegen, den Isländer Jonas mitbringt, ist es um die Beiden geschehen, eine Liebe auf den ersten Blick, die auch lange Trennungen aushält. Doch wir schreiben das Jahr 1936 und Luise ist Jüdin. Diese Verbindung ist verboten. Während immer mehr Juden das Land verlassen beharrt Luises Vater auf ein Bleiben. Das Warenhaus und ihr ganzer Besitz sind in Deutschland und als nicht praktizierende Juden fühlt er sich sicher. Doch die Lage spitzt sich zu. Spät versuchen sie Luises Ausreise nach Island zu organisieren, ein Land, dass ihr völlig fremd ist.
Die Mischung der Geschichten ist interessant, ähneln sich doch die Liebesgeschichten der beiden Frauen. Der Schreibstil ist angenehm lesbar, trotz der vielen wechselnden Personen ist man immer im Geschehen drin. Hingegen hätte ich mir mehr Hintergrundinformationen der jüdischen Bevölkerung, Ihre Zerrissenheit, einerseits Deutsche zu sein und andererseits ausgegrenzt, verachtet, misshandelt bis zum Tod, gewünscht. Die Kulisse und die Menschen Islands werden ebenso nur angerissen, mehr Tiefgang hätte dem Buch gutgetan.

Bewertung vom 03.05.2021
Lady Churchill / Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte Bd.2
Benedict, Marie

Lady Churchill / Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte Bd.2


ausgezeichnet

Die junge Clementine Hozier wächst in einem lieblosen Haus auf, ihre Mutter kümmert sich kaum um ihre Kinder, ihre Liebschaften sind ihr wichtiger. Clementines Vertraute ist ihre Schwester Nellie, mit der sie alles besprechen kann. Um Clementine zu einer guten Partie zu verhelfen wird sie häufig zu Empfängen bei ihrer Tante eingeladen. Auch der junge Politiker Winston Churchill ist dort ein gerngesehener Gast. Als Clementine dort ihre Ansichten für das Frauenwahlrecht und auf soziale Reformen vertritt, ist Winston von ihr angetan. Eine Frau, die sagt, was sie denkt, die unkonventionell und praktisch veranlagt ist. Sie verlieben sich. Der Hochzeit folgen vier Kinder, doch statt, wie damals üblich, sich nur der Familie zu widmen, geht Clementine in politischen Beratungen auf. Sie merkt, dass sie ihre Kinder genauso vernachlässigt, wie ihre Mutter sie, doch sie kann nicht anders. Winston nutzt das Engagement bis zu Clementines völliger Erschöpfung aus ohne dass ein Außenstehender etwas von dem Einsatz seiner Frau merkt. Sie besprechen seine Reden, wie man mit Staatsgästen, wie mit Hitler umgehen soll. Besonders die Launen Winstons muss sie aushalten, die in Zeiten, als er kein Amt innehatte, schwierig waren. Es war keine einfache Ehe und ohne die Auszeiten hätte sie es nicht geschafft. Auch persönliche Probleme, der Tod ihrer Tochter, eine Fehlgeburt und die Eskapaden Ihres Sohnes sind Thema dieses Buches.
Es ist kein Sachbuch, doch hätte ich mir mehr Informationen darüber gewünscht, was Realität ist und was dichterische Freiheit. Sehr gut finde ich, dass Marie Benedict vergessenen Frauen eine Stimme gibt. Die Leistungen Winston Churchills sind allgemein bekannt und vielfach beschrieben worden, die Leistungen Lady Clementine Churchills wurden nie bis kaum erwähnt.

Bewertung vom 02.04.2021
Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden
Suiter Clarke, Amy

Der Countdown-Killer - Nur du kannst ihn finden


ausgezeichnet

Elle Castillo geht es um Gerechtigkeit. In ihrem Podcast beschäftigt sie sich mit ungeklärten, länger zurückliegenden Gewaltverbrechen und möchte den Opfern eine Stimme geben, sie nicht vergessen zu lassen. In ihrem aktuellen Fall geht es um den Countdownkiller. Vor mehr als 20 Jahren hat er, immer im Winter, Frauen und Mädchen entführt und vergiftet. Mit einer 20-jährigem begann es, im Abstand von 3 Tagen gab es die nächste Entführung und nach jeweils 7 Tagen wurde die Leiche gefunden. Die Polizei tappte völlig im Dunkeln. Ein junges Mädchen hat es geschafft zu flüchten, doch sie konnte keine Beschreibung des Täters abgeben. Als im Umkreis in einer abgebrannten Hütte die Leiche eines der entführten Mädchen und eine Männerleiche im passenden Alter gefunden wurde war für alle klar, dass es sich um den Countdowntäter handelte. Die Morde hörten auf.
Doch nun, durch Elles Podcast und ihre Recherchen wird alles wieder aufgerollt und sie bekommt einen Hinweis von Leo Toca, dass er weiß, wer der Täter ist. Doch er kann es ihr nicht mehr sagen.
Interessant und etwas Besonderes an diesem Thriller ist die Kombination von Podcastinterviews und dem aktuellen Geschehen. So wird auch das lang zurückliegende hochaktuell. Die privaten Beziehungen Elle Castillos nehmen, wie sich ab der Mitte des Thrillers herausstellt, zu Recht einen großen Raum ein.

Bewertung vom 02.04.2021
Alles, was wir wissen und was nicht

Alles, was wir wissen und was nicht


ausgezeichnet

Ein schweres Buch, in dem das Wissen der ganzen Welt leicht verpackt wurde. In Themenbereiche gegliedert wird anschaulich mit kurzen Texten und viel Bildmaterial Wissen vermittelt. Mit dem Universum beginnt es, doch es geht nicht nur um die Entstehung und Sternenkonstellationen, sondern auch um die Funktionsweise einer Weltraumtoilette. Beim Abschnitt Erde wird thematisiert, warum das älteste Gestein nicht so alt ist wie unsere Erde selbst. Das interessante ist, dass immer wieder Fragen beantwortet werden, auf deren Fragestellung man nicht unbedingt kommt. Die farbenfrohen Seiten machen Lust aufs Durchblättern, man bleibt hier und da hängen und liest intensiver nach, die Texte sind für Groß und Klein gleichermaßen spannend. Auch in Zeiten der Wissensvermittlung durch das Internet sollte dieses Sachbuch seinen Platz finden. Es ist nicht allwissend, es weckt vielmehr das Interesse und die Neugier auf viele Sachgebiete. Sobald eine Frage beantwortet ist stellen sich gleich viele neue und zu deren Beantwortung, und um Spezialwissen zu vertiefen, kann man dann andere Medien zu Rate ziehen. Fazit, rundum gelungen.

Bewertung vom 02.04.2021
Der gekaufte Tod
Mack Jones, Stephen

Der gekaufte Tod


sehr gut

Nach einiger Zeit der Abwesenheit kommt August Octavio Snow zurück in sein Elternhaus in Mexicantown, einem Teil von Detroit. Dort war er Polizist, wie sein Vater, dort hat er Korruptionen innerhalb der Polizei und der Stadt Detroit aufgedeckt, inzwischen ist er um einige Millionen Dollar reicher und bei der Polizei eine Person non grata geworden. Er verbringt seine Zeit mit der Renovierung des Hauses seiner verstorbenen Eltern und hat weitere Häuser zur Sanierung in dem heruntergekommenen Viertel aufgekauft. Sein ruhiges Leben ist vorbei als er von Eleonore Paget um Hilfe gebeten wird und diese kurz darauf, scheinbar durch Selbstmord, stirbt. Er stößt bei seinen Nachforschungen in der von Eleonore geleiteten Bank in ein Wespennest.
Der Kriminalteil nimmt in Stephen Mack Jones Buch nur eine Nebenrolle ein, das eigentliche Thema ist der Konflikt der Bevölkerungsgruppen speziell in Detroit, es könnte auch für die gesamte USA stehen, die Geringschätzung der Schwarzen und Latinos im Land. Doch auch diese Gruppen misstrauen sich. August versucht, diese Menschen zusammen zu bringen, durch seinen afroamerikanischen Vater und seine mexikanische Mutter vereint er beides in sich. Er will helfen und den auf die schiefe Bahn geraten, den Geringverdienenden, den Illegalen in Detroit einen Patz zu geben. Auch er trägt Narben in sich, die im Laufe des Buches immer sichtbarer werden. Auf vieles wird bereits am Anfang hingewiesen so dass man denkt, es müsste eine Vorgeschichte geben, dieses wäre der 2. Band um August Snow, doch dem ist nicht der Fall. Dadurch fällt der Einstieg in die Handlung ein wenig schwer. Auch die eigentliche Kriminalhandlung ist recht verworren und schwer nachvollziehbar. Der Schreibstil hingegen ist erfrischend anders, mal flapsig, mal philosophisch, immer politisch motiviert.

Bewertung vom 02.04.2021
Teufelsberg / Kommissar Wolf Heller Bd.2
Kellerhoff, Lutz Wilhelm;Kellerhoff, Lutz W.

Teufelsberg / Kommissar Wolf Heller Bd.2


sehr gut

Mit Spannung verfolgt die ganze Welt die erste Mondlandung im Jahr 1967. Auch der Kommissar Wolf Heller hört während der Bewachung eines jüdischen Wohnhauses zu. Als er von anhaltendem Babygeschrei genervt nach der Mutter sucht ist es passiert. 17 Minuten hat er nicht aufgepasst und in dieser Zeit ist Rebecca Hirsch ermordet worden. Es gab Drohungen gegen die jüdische Gemeinde, speziell von Mitgliedern der Kommune 1, die die Juden für die Ermordung der Palästinenser verantwortlich machten. In dieser Kommune lebt auch Petra, Hellers Halbschwester. Oder gibt es ganz andere Gründe für Rebeccas Tod? Ihr Mann Joachim will für die Tatzeit kein Alibi nennen. Wir, als Leser, wissen, dass er sich mit James Sinclair, einem russischen Spion, der sich als Amerikaner ausgab, getroffen hat. Es ging um einen Machsor, ein aufwendiges gestaltetes Gebetsbuch in einem Kasten, welches beim Synagogenbrand gerettet worden sei. Diese Machsor soll zum 31. Jahrestag der Reichspogromnacht der Gemeinde präsentiert werden. Von einem Mitglied der Kommune wurde genau passend für den Kasten eine Bombe
gebaut. Die Übergabe scheitert. Der KGB will den Anschlag auf jeden Fall durchziehen, denn mit der Schuldzuweisung an die deutsche alternative Szene könnte der besondere Status West-Berlins fallen.
Aus verschiedenen Perspektiven, aus der Sicht der Protagonisten wird die Zeit des kalten Krieges dargestellt. Die Differenzen, die Schwierigkeiten des Lebens zwischen Ost und West und die vielfältigen Spionagetätigkeiten werden interessant, wenn auch ein wenig spannungsarm, beschrieben.

Bewertung vom 05.03.2021
Das achte Kind
Grabovac, Alem

Das achte Kind


ausgezeichnet

Smilja lebt in einem armseligen Dorf in Jugoslawien und träumt von einem besseren Leben, einem, in dem sie so viel Schokolade essen kann, wie sie mag. Als eine Schokoladenfabrik Arbeitskräfte sucht entschließt sie sich, in Frankfurt ein neues Leben aufzubauen. Als sie von Emir, einem Trinker und Dieb schwanger wird entschließt sie sich schweren Herzens, ihren neugeborenen Alem zu deutschen Pflegeeltern zu geben. Der Kontakt zu Alem wird, bedingt durch den Umzug der Pflegeeltern immer seltener und für Alem ist die deutsche Familie, Marianne und Robert mit ihren 7 eigenen Kindern, das eigentliche Zuhause. Nachdem Emir sich aus dem Staub gemacht hat, hat Smilja einen neuen Partner gefunden. Dieser wird gewalttätig gegen Smilja und auch gegen Alem, wenn dieser zu Besuch in Frankfurt ist. Durch die Urlaubsbesuche mit seiner Mutter bei den Großeltern im jetzigen Kroatien hört er die Erlebnisse seines Opas im Kampf gegen deutsche Soldaten. Zurück bei seinem Pflegevater Robert erzählt ihm dieser von den glorreichen Taten der Nazis und selbst jetzt, in den 1980er Jahren ist Robert immer noch ein überzeugter Nazi. Wie passt da ein ausländisches Kind, dass er wie ein eigenes behandelt, hinein?
Alem Grabovac beschreibt sehr eindrucksvoll seine hin- und hergerissene Kindheit, sein Leben in verschiedenen Welten. Wie leicht hätte seine Zukunft völlig anders ausgesehen. Der Roman ist gleichzeitig Geschichtsschreibung, beginnend vor dem 2. Weltkrieg bis zum Balkankrieg wie auch ein gesellschaftlicher Roman über die Entwicklung in Deutschland, über das Erwachsenwerden in den 1980er Jahren und besonders über das Frauenbild im Laufe der Zeit.