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lisbethsalander
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Zossen

Bewertungen

Insgesamt 42 Bewertungen
Bewertung vom 02.11.2025
Garcia, Jessie

The Business Trip


gut

Es hätte ein rundum gelungener Thriller werden können

Bei der Bewertung dieses Thrilllers bin ich tatsächlich sehr zwiegespalten! Der Klappentext und auch die Leseprobe hatten mir ausgesprochen neugierig gemacht, und ich hatte mich sehr auf die Lektüre des Buches gefreut! Auch des Cover fand ich gelungen und gut zum Inhalt passend! Aufgrund des sehr flüssigen Schreibstils konnte ich sofort in die Handlung eintauchen! Zwei sich sehr ähnlich sehende Frauen steigen in den selben Flieger: Stephanie, erfolgreiche Nachrichtenchefin eines Senders, Single, fliegt zu einer Konferenz. Jasmine hingegen, erfolglos, ohne Ausbildung, im Leben gescheitert, befindet sich auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund. Kurze Zeit später verschwinden beide Frauen quasi von der Bildfläche. Ihre Freunde und Angehörigen erhalten über ihre Handys kuriose beängstigende Textnachrichten offenbar ein und desselben Mannes. Was steckt dahinter, und wie hängt alles zusammen? Die ersten zwei Drittel des Buches fand ich absolut gelungen und so spannend, dass ich es kaum aus der Hand legen mochte. Doch dann entwickelte sich alles extrem seltsam und in meinen Augen absolut unglaubwürdig und an den Haaren herbei gezogen, dass ich stellenweise tatsächlich mit dem Kopf schütteln musste. Die Protagonistin war zum Schluss dermaßen unsympathisch und abstoßend, dass es mich wirklich geärgert hat. Schade! Hier wurde viel von dem anfänglichen Potential verschenkt!

Bewertung vom 02.11.2025
Keweritsch, Katja

Das Flüstern der Marsch


ausgezeichnet

Leise und doch sehr bewegende Familiengeschichte

Katja Keweritschs Familiengeschichte „Das Flüstern der Marsch“ ist ein stiller und doch dabei so intensiver Roman, der mich mit seinen leisen Zwischentönen sehr bewegt hat! Mona reist zu ihrem Großvater Karl zu dessen 80. Geburtstag, doch plötzlich ist Großmutter Annemie verschwunden. Karl scheint dies nicht wirklich zu beunruhigen, „sie wird schon wiederkommen“, doch Mona macht sich auf die Suche nach ihr. Nach und nach erfahren wir in Rückblicken auf Annemies Leben, wie alles zusammenhängt, und was für Familiengeheimnisse sich dahinter verbergen. In den Schilderungen der Landschaft der Marsch spiegeln sich für mich die inneren Konflikte der Charaktere, was mich sehr beeindruckt hat, und ich ungeheuer gelungen fand! Der eingängige wenn auch sehr ruhige Schreibstil hat mir hierbei sehr gut gefallen. Auch die Gestaltung des Covers fand ich überaus passend und ansprechend! Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die es nicht unbedingt reißerisch und atemlos brauchen!

Bewertung vom 16.10.2025
Mullen, Kelly

Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste


gut

Netter Cosycrime mit Luft nach oben

In ihrem neu erschienenen „Cosycrime“ Krimi „Die Einladung Mord nur für geladene Gäste“ nimmt die Autorin Kelly Mullen uns mit auf ein einsames Herrenhaus. Die dort lebende Gastgeberin Jane, die pikanterweise ein Techtelmechtel mit ihrem eigenen Schwiegersohn hat, hat eine illustre Runde aus Bekannten, Freunden und Nachbarn zu einer Dinnerparty eingeladen. Wie wir aus der Einladung an Protagonistin Rosemary, kurz Mimi genannt, erfahren, beinhaltet diese Einladung ganz nebenbei auch eine Art Erpressung, bei der es um eine Menge Geld geht. Die Gäste teilen dieses Schicksal, können sich dem Ganzen aber alle schwer entziehen. Kurz nach Beginn der Feier passiert der erste Mord! Was steckt dahinter? Durch einen plötzlich auftretenden Schneesturm sind die Geladenen am Veranstaltungsort eingeschlossen. Dieses Setting ist natürlich nicht neu, aber immer wieder irgendwie gelungen! Mimi, die als Begleitung Enkelin Addie mitgenommen hat, beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, was hinter dem Verbrechen steckt und wie alles zusammenhängt. Anfangs wird ein gelungener Spannungsbogen aufgebaut, der sich aber leider nicht durchgängig halten kann, so dass stellenweise immer wieder gewisse Längen auftreten. Die einzelnen Charaktere der Partygäste fand ich fast alle authentisch skizziert. Insgesamt ist dieses Buch ein leichter unblutiger Krimi mit nicht allzu viel Tiefgang, der leichte Unterhaltung für ein gemütliches Wochenende auf der Couch bietet.

Bewertung vom 02.09.2025
Keßler, Verena

Gym


ausgezeichnet

Schöner Schein im Alltag eines Fitnessstudios

Da mir der Name der Autorin durch ihren Vorgängerroman rund um die Gespenster in Demin sehr positiv in Erinnerung geblieben war, war meine Neugier auf ihr neustes Werk geweckt, das ich unbedingt lesen wollte, und ich wurde nicht enttäuscht! Diesmal befinden wir uns in einem komplett anderen Umfeld, der neue Plot dreht sich rund um ein Fitnessstudio, in dem unsere Protagonistin einen Job ergattert, den sie dringend braucht und unbedingt haben möchte. Die Sache hat nur einen Haken: die junge Frau beginnt am neuen Arbeitsplatz sofort mit einer Lüge um die eigene Person. Den alles andere als perfekten oder fitten Körper erklärt sie fälschlicherweise mit dem Umstand, dass sie angeblich erst kürzlich ein Kind entbunden hätte, was in keiner Weise der Realität entspricht. Einmal in diesem Lügenkarussell gefangen verstrickt die sich immer weiter darin. Am Anfang dachte ich noch, alles bleibt witzig und oberflächlich, doch um so intensiver man in die Geschichte eintaucht, um so mehr gewinnt diese an Tiefgang. Dies hat mir sehr sehr gut gefallen. Es geht um ganz aktuelle und wichtige Themen: Selbstverleugnung, Akzeptanz des eigenen Körpers, mehr Schein als Sein, um nur ein paar Stichworte zu nennen. Ich fühlte mich großartig unterhalten, das Buch liest sich aufgrund seiner Kürze schnell weg, doch wird es noch länger nachklingen und mich beschäftigen. Auf jeden Fall gibt es an dieser Stelle erstmal eine absolute Leseempfehlung!

Bewertung vom 05.08.2025
Caspian, Hanna

Schwestern des brennenden Himmels


sehr gut

Hanna Caspian, vielen Lesern u.a. bekannt durch die wunderbare Saga um Gut Greifenau, nimmt uns diesmal mit nach Potsdam, genauer gesagt in die Zeit der sogenannten Potsdamer Konferenz als die Aliierten das Schicksal des Kriegsverlierers Deutschlands besiegelten. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Ann, die als vermeintliche Britin zur Konferenz anreist, aber eigentlich eine geflohene Deutsche namens Annegret ist. Sie sucht ihre verschwundene Cousine Charlie, die in den Kriegswirren untergetaucht ist. Lebt sie noch, wenn ja, wo und unter welchen Umständen? Anhand der beiden Cousinen wird das traurige Schicksal unzähliger Menschen aufgezeigt, die nach Kriegende noch unfassbares Leid erleben mussten. Armut und Hunger waren an der Tagesordnung! Ann erfährt Unterstützung durch Jackson, einen jungen GI, wird die beiden bald mehr verbinden als platonische Freundschaft? Hanna Caspian kombiniert Fiktion gekonnt mit realen historischen Ereignissen und das auf ihre ganz besondere Art, die auf großartiger Recherchearbeit basiert. Eine spannende Geschichte mit romantischen Elementen entsteht, die den Leser kurzweilig und abwechslungsreich unterhält und ganz nebenbei noch historisches Wissen vermittelt. Stellenweise war es mir ein bisschen zu schwarz-weiß gemalt, es wird durch Allierte oft zu sehr betont, dass alle Deutschen ausschließlich böse waren. So war es in meinen Augen nicht, und das darf auch mal häufiger erwähnt werden! Abgesehen davon hat mir das neue Buch der Autorin wieder sehr gut gefallen, und ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, auch wenn diese bisher leider nicht angedacht ist.

Bewertung vom 12.06.2025
Moriarty, Liane

Vorsehung


gut

Tolle Idee für einen Plot, aber nicht durchgängig überzeugend umgesetzt

Für mich war dies der erste Roman von Liane Moriarty, und ich war schon sehr sehr neugierig auf dieses Buch! Zumal der Klappentext und die dahinter steckende Idee sehr spannend und überzeugend klang! Im Mittelpunkt steht Cherry, eine ältere Dame, die ihren Mitpassagieren auf einem australischen Inlandsflug ohne jeden Anlass und unmotiviert ihre Lebenserwartung und Todesursache vorhersagt. Ist diese Frau eine Hellseherin? Was verbirgt sich dahinter? Die Menschen völlig unterschiedlichen Alterns, Herkunft und Bildungsgrad, die sich auf diesem Flug befinden und nun vermeintlich wissen, wie lange sie noch zu leben haben bzw. woran sie im Einzelnen sterben werden, gehen völlig unterschiedlich mit diesen Prognosen um. Die einen tun sie als Spinnerei ab, andere richten ihr komplettes Leben danach aus bzw. verändern dieses nun, um ihrem bevorstehenden Tod zu entrinnen. Soweit die zugrunde liegende Situation und Ausgangslage, die ich originell und gelungen fand. Somit ist der Start in die Geschichte auch spannend und schlüssig. Doch dann folgt der recht lange Mittelteil, in dem wir die Leben der Fluginsassen begleiten und kapitelweise wechselnd Cherrys Lebensgeschichte erfahren. Dies war stellenweise recht langatmig und zäh, mir fehlte es an Tiefe der einzelnen Charaktere und vor allem am Bezug zur Geschichte und zum Plot. Man versucht, untereinander Kontakt aufzunehmen, um mehr Licht in die Angelegenheit zu bringen, die Presse bekommt davon Wind und berichtet, u. die Passagiere versuchen, Cherry ausfindig zu machen. Dies alles war sehr ausufernd, und ich fühlte mich nicht durchgängig spannend unterhalten. Auch der Schluss war für mich nicht unbedingt 100% überzeugend, ich hätte mir eine andere Auflösung welcher Art auch immer gewünscht. Das verwendete Zitat von Sterbeexpertin Kübler-Ross fand ich wiederum sehr gut gewählt, und das hat mich ein klein wenig versöhnt. Trotz der Kritikpunkte regt das Buch mit Sicherheit zum Nachdenken an, und es steht die Frage im Raum: Möchten wir tatsächlich wissen, wann und wie wir sterben werden? Für mich die Schlussfolgerung: Nutze wirklich jeden Tag, es könnte dein letzter sein!

Bewertung vom 20.05.2025
Grote, Maren

Frust lass nach!


sehr gut

Gelungener Ratgeber

Da ich im Besitz zweier rumänischer Straßenhunde bin, die zugegebenermaßen bis jetzt nur leidlich erzogen sind, was den Alltag mit ihnen nicht unbedingt immer leicht gestaltet, kam mir dieser Ratgeber hier mehr als gelegen. Das gelungene und überaus ansprechende Titelbild hatte sein Übriges getan, um mich auf das Buch aufmerksam werden zu lassen. Die Autorin hat hier tatsächlich eine mehr als gelungene Anleitung konzipiert, die beim Lesen auf mich den Eindruck erweckt hat, dass die aufgeführten zahlreichen Übungen das Miteinander von Mensch und Hund bei regelmäßiger Anwendung durchaus erleichtern können. Alles war für mich bei der Lektüre sinnhaft strukturiert, das ausführliche Inhaltsverzeichnis lässt Essen Leder bestimmt auch später noch interessante Kapitel schnell wieder finden. Die zentralen Schlagwörter "Impulskontrolle, Belohnungsaufschub und Frustrationstoleranz stehen im Mittelpunkt, ich hatte mich mit ihnen zugegebenermaßen bisher nicht sonderlich viel beschäftigt. Das wird sich ab sofort natürlich ändern. Ich habe das Buch komplett gelesen,,was großen Spaß gemacht hat und werde mich nun an die Praxisübungen machen. Ich hoffe sehr, dass ich damit erfolgreich sein werde. An dieser Stelle kann ich schon mal eine Leseempfehlung aussprechen, für alle, denen die Mensch-Hund-Kommunikation genauso wichtig ist.

Bewertung vom 28.04.2025
Hall, Clare Leslie

Wie Risse in der Erde


ausgezeichnet

Emotionale Dreiecksgeschichte und doch so viel mehr

In Wie Risse in der Erde von Leslie Clare Hall lesen wir über die Geschichte von Beth. Beth und ihre Jugendliebe Gabriel, den sie Jahre aus den Augen verliert, weil sie jemand anders, nämlich Frank heiratet. Doch Gabriel kehrt wieder an den gemeinsamen Wohnort der Jugend zurück, und es kommt, wie es kommen musste, Beth steht nun zwischen zwei Männern. Doch war dies für mich mehr als eine Dreiecksgeschichte, denn die Autorin geht so viel mehr Themen an. Hinzu kommt der Verlust ihres Sohnes, was erst einmal verkraftet werden muss. Wir als Leser erleben die Story aus unterschiedlichen Zeitebenen, was es sehr spannend und abwechslungsreich gestaltet, wie ich fand. Der Schreibstil ist extrem flüssig, geradezu sogartig. Ich bin nur so in der Geschichte versunken, konnte das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen. Ich habe mit Beth gelitten und gefühlt, die eindringliche Art der Autorin macht das möglich, auch wenn ich vermutlich stellenweise anders gehandelt hätte,
aber das sagt sich von außen bekanntlich leicht. Eingeteilt in fünf verschiedene Oberthemen hat mich das letzte am meisten berührt, dort passiert noch einmal ganz viel. Das Cover ist unglaublich ansprechend und wunderschön gestaltet und ließ mich das Buch immer wieder extrem gerne zur Hand nehmen. Für mich war dieser Roman auf jeden Fall ein Highlight und ich möchte eine absolute Leseempfehlung aussprechen!

Bewertung vom 23.04.2025
Hope, Anna

Wo wir uns treffen


gut

Hier hatte ich tatsächlich mehr erwartet

Als der egomanische Patriarch Philip Brooke stirbt, kommen seine drei Kinder auf dem Familienanwesen zusammen, um ihn gemeinsam mit der Mutter und einer Handvoll anderer Lebensbegleiter zu Grabe zu tragen. An den Tagen vor und nach der Beerdigung erfahren wir aus unterschiedlichen Erzählperspektiven der beteiligten Charaktere so einiges über die Familiengeschichte. Ich bin eigentlich ein großer Fan von Büchern dieses Genres, aber hier hat es mindestens 120 Seiten gebraucht ehe ich überhaupt einigermaßen in der Handlung drin war. Im Mittelteil haben mich die Interaktionen der Familienmitglieder, die Konflikte und Reibungspunkte, durchaus gefesselt, wenn ich auch die packende Spannung, die im Klappentext angekündigt wurde, stark vermisst habe. Die älteste Tochter Frannie, Haupterbin, möchte im Sinne ihres Vaters das Land des Familienanwesens renaturieren, was im Gegensatz zu den Plänen ihres jüngeren Bruders Milo steht. Nesthäkchen Isa hat eine vermeintliche Halbschwester aus einer der Affären ihres Vaters eingeladen. Dass Anna Hope dann im letzten Drittel noch mit einem Familiengeheimnis der besonderen Art um die Ecke kommt, war für mich einfach too much. Hier hat für meinen Geschmack eine Autorin mehr abhandeln wollen als dem Debütroman gut getan hat. Auch wenn ich stellenweise immer wieder ganz nett unterhalten wurde, war die Sache für mich trotzdem nicht rund, sondern eher eine Verzettelung. Die Gestaltung des Covers hingegen hat mir sehr gut gefallen, stellt es doch die vermeintliche Idylle des Besitzes sehr ansprechend dar.

Bewertung vom 13.04.2025
Ryder, Jess

Die Villa


weniger gut

Konnte mich leider nicht wirklich überzeugen

In die Villa von Jess Ryder lernen wir eine Clique von jungen Frauen kennen, die an den Urlaubsort zurückkehren, an dem sie vor einigen Jahren zusammen den Junggesellinnen Abschied ihrer Freundin Aoife feierten, und der tödlich endete. Zugegebenermaßen hatte ich an diesen Thriller recht hohe Erwartungen, was am spannend klingenden Klappentext und der Marketing Kampagne gelegen haben mag. Leider konnte die Autorin diese nicht wirklich erfüllen. Die Geschichte spielt auf zweierlei Zeitebenen, der Gegenwart, in der die Freundinnen an den Ort des Geschehens fahren, um herauszufinden, was damals geschah, und den Rückblenden in die Zeit von damals. Zum einen ist der Schreibstil zwar angenehm und flüssig und ließ einen recht schnell in die Handlung eintauchen, doch die Charaktere haben mich so sehr genervt, vielleicht weil ich um so vieles älter bin als die handelnden Personen, ich weiß tatsächlich nicht, ob es daran lag. Ich habe die Frauen als derart oberflächlich u. ihre Beziehungen untereinander als teilweise toxisch und extrem anstrengend empfunden, dass es fast schon unrealistisch war. Irgendwie war das alles insgesamt etwas drüber und in meinen Augen wäre weniger mehr gewesen. Ich konnte zu keiner der Protagonistinnen in irgendeiner Form Nähe aufbauen und habe wirklich schon viel viel bessere Thriller gelesen. Von mir deshalb leider keine wirkliche Leseempfehlung, auch wenn es eine leichte Lektüre war, die man lesen kann, aber keinesfalls muss.