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zu den Top-Rezensenten

Benutzername: larissaslawa
Wohnort: Leipzig
Über mich:


Bewertungen

Insgesamt 26 Bewertungen
Bewertung vom 30.10.2016
Die Wahrheit
Raabe, Melanie

Die Wahrheit


weniger gut

Story:
Der erfolgreiche Unternehmer Phillip Petersen verschwindet spurlos auf einer Geschäftsreise nach Kolumbien. Es gibt überhaupt keine Hinweise darauf, was mit ihm sein könnte. Seine Frau Sarah lässt ihn aber niemals los und weigert sich seit sieben Jahren, ihn für tot zu erklären. Eines Tages erfährt sie, dass ihr entführter Mann befreit werden konnte und nach Hause zurückkehrt. Sie fährt zum Flughafen, um ihn abzuholen und stellt fest, dass sich ein völlig unbekannter Mann als ihr Ehemann ausgibt. Sarah ist verzweifelt und versucht vergeblich die anderen von der gestohlenen Identität zu überzeugen, aber der Fremde droht ihr, ihr ganzes Leben zu zerstören, wenn sie das macht.
Meine Bewertung:
Die Sprache der Autorin ist lebendig und schnell. Sie verleiht der Geschichte noch ein zusätzliches Tempo durch die knappe Sätze und viele kurze Kapitel. Die Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Hauptfiguren werden durch die wechselnden Erzählperspektiven ermöglicht.
Insgesamt finde ich das Buch spannend, aber…. Meine Kritikpunkte sind die folgenden: langatmige Beschreibung von verschieden Nebensächlichkeiten am Anfang, unlogischer Aufbau der Handlung, nicht nachvollziehbares und fast schizophrenes Verhalten von Sarah.
Das Ende der Geschichte, die ein Thriller sein sollte, fand ich eher enttäuschend. Es gab im Buch viele richtig gute Ansätze, leider ist es der Autorin meiner Meinung nach nicht besonders gut gelungen.

Bewertung vom 30.10.2016
DNA / Kommissar Huldar Bd.1
Sigurdardóttir, Yrsa

DNA / Kommissar Huldar Bd.1


ausgezeichnet

Der Thriller DNA von Yrsa Sigurdardóttir ist ein gelungener Auftakt zur einen neuen Krimi-Reihe. Das Buch beginnt mit dem Prolog, der sehr beklemmend ist. Es wird von drei kleinen Kindern, die vom Jugendamt aus der Familie genommen wurden und zur Adoption stehen, erzählt. Obwohl sich die Geschwister sehr nahe stehen, sehen die Chancen schlecht aus, alle drei in eine Familie zu vermitteln. Nun müssen sie in der Hoffnung, dass sie ihre schlimme Vergangenheit vergessen und normal aufwachsen können, getrennt werden.
28 Jahre später: eine junge Mutter namens Elísa ist mit ihren drei Kindern allein zu Hause, weil ihr Mann auf einer Geschäftsreise ist. Gleich am Anfang ist man in der Handlung mittendrin. Es ist Nacht, die Kinder schlafen schon, und auf einmal wacht Elísa auf und verspürt eine unerklärliche Angst. Die weiteren Geschehnisse sind sehr realistisch geschildert, die Beschreibung der Angst der Personen oder das Entsetzen der Opfer wirken beklemmend real.
Erstklassiger Thriller
Die Autorin wählt die Sprache so gekonnt, dass eine eigenartig düstere Atmosphäre geschaffen wird. Die Spannung ist durchgehend hoch, die Geschichte ist logisch aufgebaut und reißt den Leser mit. Man versucht beim Lesen die ganze Zeit einen Zusammenhang zwischen dem Prolog und der Haupthandlung zu finden und stellt alle möglichen Hypothesen auf. Und doch hat die Geschichte bis zum Ende hin immer wieder überraschende Momente zu bieten. Ein erstklassiger Thriller mit authentischer Atmosphäre, düsterer Stimmung und gut ausgearbeiteten Charakteren.

Bewertung vom 14.10.2016
Die Tage, die ich dir verspreche
Oliver, Lily

Die Tage, die ich dir verspreche


sehr gut

Geschichte:
Gwen hat Glück, sie hat ein neues Herz bekommen. Doch sie fühlt nur Schuld gegenüber dem Menschen, der für sie gestorben ist. In einer besonders verzweifelten Nacht bietet sie ihr ihr neues Herz im Internetforum an: Sie will es verschenken und sterben. Dies liest ein junger Student Noah und zunächst hält ihr Angebot für einen üblen Scherz. Doch schon bald erkennt er, wie schrecklich ernst es Gwen ist. Nun muss Noah alles daran setzen, um Gwen von etwas zu überzeugen, woran er selbst kaum noch glaubt: Dass das Leben lebenswert ist.
Bewertung:
Das Buch „ Die Tage, die ich dir verspreche“ von Lily Oliver hat ein für viele Menschen, sowohl Organempfänger und dessen Familien und Freunde als auch die Organspender, wichtiges Thema angesprochen. Sollte nicht ein junger Mensch, der eine zweite Chance zu leben bekommen hat, sich freuen? Dankbar sein? Doch die Protagonistin Gwen ist nach der Translation so verzweifelt, dass sie nicht weiter leben will und kann. Die Autorin bringt die Gefühle und Gedanken der Figur so authentisch rüber, dass man ihre Verzweiflung spürt und ihre Entscheidung versteht. Beide Charaktere, Gwen und Noah, sind sehr interessant und lebendig dargestellt. Die Handlung ist abwechselnd aus den Perspektiven von beiden beschrieben, dies lässt den Leser in die beiden Charaktere einzufühlen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und mitreißend, ich habe das Buch innerhalb von wenigen Tagen gelesen und konnte währenddessen es fast nicht aus der Hand legen.
„Die Tage, die ich dir verspreche“ von Lily Oliver hat mich sehr nachdenklich gemacht. Ein gut gelungenes Buch, sehr empfehlenswert.

Bewertung vom 13.10.2016
Ein Zimmer über dem Meer
Paul, Dana

Ein Zimmer über dem Meer


sehr gut

Geschichte:
Kim ist nach Cornwall gefahren, um dort ihrer großen Liebe in den Tod zu folgen. Doch eine betagte Dame kann sie gerade davon abhalten und nimmt Kim mit in ihr Haus am Meer. Aus einem alten Tagebuch, das ihr Janet gibt, erfährt die junge Frau die Geschichte von Leandra, die taubstumm war und sich auch das Leben nehmen wollte. Damals wurde sie genauso wie Kim gerettet. Kim ist tief berührt von der tragischen Liebesgeschichte.
Bewertung:
„Ein Zimmer über dem Meer“ ist der erste Roman, den ich von der Bestellerautorin Corina Bomann gelesen habe. Zunächst waren es das sehr schön gestaltete Buchcover und der Klappentext, die mich neugierig auf das Buch gemacht haben. Der Schreibstil der Autorin sagte mir durchaus zu, die Geschichte fand ich mehr als ansprechend. Corina Bomann zeichnet die Charaktere sehr authentisch, es entsteht ein Gefühl beim Lesen, dass es echte Personen sind, die sich irgendwo im schönen Cornwall noch befinden. Auch die Handlungsorte sind ausgezeichnet dargestellt, man hat die Kulisse bildlich vor Augen. Die Handlung war mir an einigen Stellen etwas zu vorhersehbar, jedenfalls bezüglich Kims weiteren Lebens. Trotzdem gab es doch noch ein paar unerwarteten Wendungen in dem Roman. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich vergebe somit vier Sterne.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 15.08.2016
Bevor die Welt erwacht
Wood, Monica

Bevor die Welt erwacht


sehr gut

Ungewöhnlich
Monica Woods „Bevor die Welt erwacht“ hatte meine Erwartungen übertroffen. Es ist ein wundervolles Buch, das sich mit Freundschaft, Trauer und Verlust befasst. Ein elfjähriger Junge stirbt. Er war freiwilliger Pfadfinderhelfer und kümmerte sich einmal die Woche um die 104-jährige Ona. Sein nicht sesshaft werdender Vater Quinn übernimmt nach dem Tod seines Sohnes diese Aufgabe und freundet sich schließlich genauso wie der Sohn mit der alten eigensinnigen Dame an. Und so gelingt es dem Vater, seinen verstorbenen Sohn, den er eigentlich nicht kannte, kennen zu lernen.
Die Geschichte wird aus den Perspektiven der verschiedenen Protagonisten erzählt. Es gibt im Buch viele Erzählstränge, zeitliche Sprünge, Ebenen und Charaktere, was mir gut gefällt. Besonders gut fand ich die Interviews mit Ona, die ein bisschen und doch genug Einblick in ihr Leben gewähren. Zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise, was nicht alles musste sie miterlebt und mitgemacht haben?
Ein gut gelungenes Buch, das mich bis zum Schluss immer noch überraschte.

Bewertung vom 11.08.2016
Wir sehen uns am Meer
Rabinyan, Dorit

Wir sehen uns am Meer


ausgezeichnet

Zwei Menschen zwei Welten
Dorit Rabinyans Roman „Wir sehen uns am Meer“ schildert die Liebesgeschichte von israelischen Studentin und Übersetzerin Liat und dem palästinischen Künstler Chimi, die sich in New York kennen und lieben lernen. Die Autorin erzählt sehr einfühlsam und mit viel Fingerspitzengefühl über die kurze, zukunftslose Beziehung zwischen zwei jungen Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Liat ist durch das Militär und durch das Leben in ständiger Angst vor den Terroranschlägen und Entführungen geprägt, Chimi dagegen durch seine endlose Fluchtgeschichte. Zwei unterschiedliche Weltanschauungen, zwei Religionen und Sozialisationen prallen hier aufeinander. Da wird es dem Leser deutlich, welch Vorurteile, welche Rivalität und vor allem Hass die Beziehung zwischen zwei Völkern dominieren.
Die Autorin zeichnet die Protagonisten authentisch und bildhaft. Ihre Sprache ist poetisch, kraftvoll und sehr flüssig. Auch die anderen Figuren und ihre Emotionen kommen sehr überzeugend und real rüber. Durch die Ich-Erzählerin Liat wird man buchstäblich in die Handlung einbezogen und fühlt, und leidet und freut sich mit den Charakteren mit.
„Wir sehen uns am Meer“ ist kein reiner Liebesroman und keine „Julia-und-Romeo“ Story. Es ist ein wunderschön geschriebenes Buch über die seit langer Zeit ungelösten Konflikte zwischen zwei Völkern und die Grenzen im Kopf der Menschen, die dort zwischen zwei Fronten aufwachsen (müssen). Ein anderes Ende als die Trennung der Liebenden kann man sich an der Stelle nicht vorstellen. Meiner Meinung nach ist das Buch absolut authentisch, glaugwürdig und lesenswert.

Bewertung vom 04.08.2016
Boy in the Park - Wem kannst du trauen?
Grayson, A. J.

Boy in the Park - Wem kannst du trauen?


ausgezeichnet

Inhalt:
Ein kleiner Junge wird am helllichten Tag aus dem Botanischen Garten in San Francisco entführt. Der einzige Zeuge des Verbrechens ist Dylan, der dort eigentlich in Ruhe seine Mittagspause verbringen wollte. Die Polizei tappt im Dunkeln und so entschließt sich Dylan, im Alleingang nach dem Kind zu suchen. Je weiter er bei seiner Suche ins kalifornische Hinterland vordringt, je näher er dem Versteck zu kommen scheint, desto verstörender und blutiger werden seine nächtlichen Alpträume. Sie zwingen Dylan, sich seiner eigenen dunklen Vergangenheit zu stellen, die mit einem grausamen Doppelmord in Verbindung zu stehen scheint.

Meine Meinung:
Das Cover übermittelt sehr gut die düstere und mysteriöse Atmosphäre im Roman. Mir gefällt die authentische und zeitgemäße Schreibweise des Autors sehr. Besonders, wie schonungslos direkt er die menschlichen Abgründe darstellt, wie bildlich und schockierend das für den Leser ist. Ich muss gestehen, ich brauchte an manchen Stellen eine Pause, da ich einfach nicht weiter lesen konnte, so ergriffen ich vom Gelesenen war.
A.J. Grayson ist mit seinem Debüt-Roman gelungen, einen komplexen Psycho-Thriller mit unerwarteten Wendungen zu schreiben. Ich vergebe dem Buch volle Punktzahl, es ist absolut empfehlenswert, wenn auch nicht für die schwachen Nerven gedacht.

Bewertung vom 29.07.2016
Das Leben ist ein zotteliges Ungetüm
Wilke, Jesko

Das Leben ist ein zotteliges Ungetüm


sehr gut

Der arbeitslose Stefan Fischer erzählt von seinem Umzug samt Hund namens Amok zu seiner Tochter, in die Wohnung über der Autowerkstatt, in der sie arbeitet. Der Autor schafft es auch ohne Probleme, dabei vom schnippischen Tonfall der Tochter zu dem „Denglisch“ in einer Werbeagentur zu wechseln: „Anyway, jetzt geht es darum, unsere Performance upzugraden. Kurz gesagt, wir brauchen einen Hungry Guy, der unser kleines Team so bald als möglich verstärkt.“ Fischer geht zu einem Bewerbungsgespräch als Türsteher – und verlässt den Raum als der Werbemann.
Der Autor schafft es hier, uns beim Lesen ein Lächeln über die Lippen huschen zu lassen. Ist natürlich an manchen Stellen vieles übertrieben, macht aber richtig Spaß. Die Charaktere sind authentisch beschrieben und die unerwarteten Wendungen überraschen immer wieder aufs Neue, ohne unglaubwürdig zu werden.
Ich denke, dass das Buch als eine Urlaubslektüre für die ganze Familie sehr gut geeignet ist.

Bewertung vom 01.06.2016
Die Strömung / Olivia Rönning & Tom Stilton Bd.3
Börjlind, Rolf; Börjlind, Cilla

Die Strömung / Olivia Rönning & Tom Stilton Bd.3


sehr gut

In dem neuen Thriller von Cilla und Rolf Börjlind „Die Strömung“ handelt es sich um den dritten Teil der Krimireihe. Die Tatsache, dass ich die ersten zwei (noch) nicht gelesen hatte, störte mich eigentlich nicht. Die Figuren - Olivia Rönning, Tom Stilton und Mette Ölsäter -geben genug private Details über sich preis. Ich fand die Protagonisten sehr sympathisch und habe mir vorgenommen, sie näher kennen zu lernen und die vorangegangenen Bücher zu lesen.
Story:
Zwei Kinder mit Migrationshintergrund wurden getötet. Das erste Opfer, ein dreijähriges Mädchen wird im Sandkasten vor der Haustür hingerichtet. Das zweite Opfer, ein Junge, wurde auf dem Weg zur Schule überrascht. Weil beide Kinder auf die gleiche Art ermordet wurden, vermuten die Ermittler den Fremdenhass als Motiv.
Meine Meinung:
Die Geschichte ist sehr gut durchdacht und die Handlung bleibt von dem Anfang bis zum Ende hochspannend. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant dargestellt. Der Schreibstil des Autorenduos ist flüssig und kurzweilig, sehr angenehm zu lesen. Besonders gefällt mir der Aufbau des Buches: die kurzen Kapitel sind sehr praktisch für diejenigen, die wie ich, meistens unterwegs lesen.
Ein wenig hatte mich die große Anzahl der Nebenfiguren im Buch irritiert. Es ist am Anfang auch etwas schwer, sich all die Namen zu merken und sie auch den Personen zu zuordnen.
Und trotzdem möchte man nicht das Buch beiseite legen und am liebsten in einem Stück zu Ende lesen.