Kirsty Capes’ Roman „Girls“ entführt die Leser in die turbulente Welt der fiktiven Künstlerin Ingrid Olssen und ihren beiden Töchtern, Matilda und Nora. Die Geschichte ist ein eindringliches Porträt von familiären Beziehungen, persönlichem Leiden und den Schatten, die das Leben einer unkonventionellen Mutter auf ihre Kinder wirft.
Ingrid Olssen ist eine weltberühmte Künstlerin, deren ausschweifender Lebensstil und unberechenbare Entscheidungen das Leben ihrer Töchter stark beeinflussen. Hier zeigt Capes eindrucksvoll, wie der Ruhm einer Person nicht nur Glanz und Glamour mit sich bringt, sondern auch eine tiefgreifende emotionale Erschütterung verursachen kann. Matilda, die ältere Schwester, fühlt sich gezwungen, mit ihrem eigenen Leben Verantwortung zu übernehmen, als sie mit 17 Jahren schwanger wird und sich entscheidet, ihre kleine Schwester Nora hinter sich zu lassen. Diese Entscheidung ist ein Wendepunkt der Geschichte und verursacht eine tiefe Narbe in der Beziehung der Schwestern.
Nora bleibt bei Ingrid und muss die Folgen des Lebensstils ihrer Mutter ertragen. Capes beschreibt eindrucksvoll, wie Nora unter Depressionen leidet und mit dem Gefühl der Verlassenheit kämpft. Die Schwestern haben trotz ihrer Blutsbande eine Kluft zwischen sich geschaffen, die schwer zu überbrücken scheint. Während Matilda versucht, ihr eigenes Leben und die Rolle der Mutter zu meistern, bleibt Nora in der Schattenwelt ihrer Kindheit gefangen.
Capes hat ein Gespür für die Emotionalität und Komplexität von Frauenbeziehungen. Sie schafft es, die innere Zerrissenheit und den Schmerz, den Matilda und Nora empfinden, authentisch darzustellen. Der Schreibstil ist einfühlsam und dennoch kraftvoll, was die Leser dazu anregt, über die vielfältigen Facetten von Liebe, Verlust und Vergebung nachzudenken.
Im Laufe der Handlung nähern sich die Schwestern allmählich an, was eine herzliche und berührende Entwicklung darstellt. Capes rührt damit an den Kern der menschlichen Erfahrung: die Möglichkeit der Versöhnung und das Streben nach einem besseren Verständnis füreinander. „Girls“ ist mehr als nur eine Geschichte über eine berühmte Künstlerin; es ist ein eindringliches Porträt von Verwundbarkeit, Stärke und der Suche nach Identität.
„Die Arche Boa“ ist ein ansprechendes Kinderbuch, das mit viel Einfühlungsvermögen ein ernstes Thema auf kindgerechte Weise behandelt: den Klimawandel und das Artensterben. In einer Zeit, in der Umweltfragen immer drängender werden, ist es von großer Bedeutung, dass auch die jüngsten Generationen Zugang zu Wissen über diese Herausforderungen erhalten. Das Buch vermittelt diese Botschaft nicht nur informativ, sondern auch auf eine Art und Weise, die Kinder begeistert und zum Nachdenken anregt.
Die Handlung des Buches ist kreativ und einprägsam. Die Tiere aus unterschiedlichen Lebensräumen bewerben sich um einen Platz auf der Arche Boa, was ein spannendes Bild für die Leser erzeugt. Jedes Tier bringt seine eigenen Geschichten und Anliegen mit, was es den kleinen Lesern ermöglicht, sich mit den Charakteren zu identifizieren und deren Sorgen nachzuvollziehen. Dies fördert nicht nur Empathie, sondern regt auch an, über den eigenen Einfluss auf die Umwelt nachzudenken.
Die Illustration des Buches ist besonders hervorzuheben. Jedes Bild ist liebevoll und detailreich gestaltet, wodurch die Tiere lebendig wirken und sofort die Aufmerksamkeit der jungen Leser auf sich ziehen. Die Farben sind lebhaft und einladend, was das Vorlesen zu einem visuellen Erlebnis macht. Die Bilder unterstützen die Erzählung und verleihen der Botschaft des Buches noch mehr Gewicht. Kinder können durch die Illustrationen die Zusammenhänge zwischen den Tieren und ihrem Lebensraum besser verstehen.
Ein weiteres bemerkenswertes Merkmal von „Die Arche Boa“ ist der Einsatz von Reimen. Der gesamte Text fließt harmonisch und spielerisch, was das Lesen und Vorlesen zu einer Freude für die ganze Familie macht. Die eingängigen Reime laden geradezu dazu ein, laut gelesen zu werden, und fördern so die Sprachentwicklung der Kinder auf eine unterhaltsame Weise.
„Die Arche Boa“ ist nicht nur ein wunderschön gestaltetes Bilderbuch, sondern auch ein wichtiges Werkzeug für die frühzeitige Umweltbildung unserer Kinder. Es schafft ein Bewusstsein für den Klimawandel und die Bedrohung vieler Tierarten, ohne dabei überfordernd oder lehrmeisterlich zu sein.
„Furye“ von Kat Eryn (Kateryn) Rubik ist ein emotional tiefgründiger und fesselnder Roman, der den Leser mit auf eine Reise in die Welt dreier ungewöhnlicher Freundinnen nimmt: Alec, Tess und Meg. Die Protagonistin Alec, mittlerweile erfolgreiche Managerin, die aus einer eingewanderten Familie stammt und in bescheidenen Verhältnissen lebt, erzählt ihre Geschichte in einem eindrucksvollen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Dies schafft einen besonderen Erzählfluss, der den Leser immer tiefer in die Erlebnisse und Emotionen der Charaktere eintauchen lässt.
Der Kontrast zur Gegenwart ist eindrucksvoll. Alec hat sich vom unsicheren Mädchen in der Schule zur selbstbewussten Managerin entwickelt, doch die Schatten ihrer Vergangenheit verfolgen sie.
Die beiden anderen Hauptfiguren, Tess und Meg, kommen aus privilegierten Haushalten, doch trotz ihrer materiellen Vorteile kämpfen sie mit zerbrochenen Familienstrukturen, die sie auf eine tiefere Ebene mit Alec verbinden. Die Spitznamen der „Furien“, die die Freundinnen sich selbst geben, spiegeln sowohl Stärke als auch Verletzlichkeit wider.
Die drei Freundinnen in der Vergangenheit sind nicht nur Zeuginnen ihrer eigenen Träume, sondern auch ihrer Ängste und Unsicherheiten – ein Spiegelbild dessen, was viele Leserinnen und Leser in ihrem eigenen Leben erfahren haben.
In den Schatten von Alecs Jugendliebe verbarg sich ein Geheimnis, welches das Paar trennte und sie ein Leben lang beeinflusste, bis sie wieder auf Romain traf. Dabei stellt sich schließlich heraus, dass er davon wusste, doch das bringt sie nichts ins Wanken.
Die Erinnerungen schmerzten, die Liebesbeziehung ohne Zukunft, aber am Ende nicht hoffnungslos.
Rubiks Schreibstil ist flüssig und ansprechend. Ihre Fähigkeit, komplexe Emotionen und Gedanken in einfachen Worten auszudrücken, macht den Roman zum Pageturner. Die fortlaufende Enthüllung von Informationen ähnelt dem Zusammenfügen eines Puzzles. Der Leser ist bis zur letzten Seite an die Erzählung gefesselt.
Rubik schafft es, die Leserinnen und Leser an die Hand zu nehmen und auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitzunehmen, die lange nach dem Lesen nachhallt.
„Furye“ ist ein bewegendes Werk, das zum Nachdenken anregt und sich hervorragend für alle eignet, die Geschichten mit Herz und Tiefe schätzen.
Der Titel des Romans „Himmel ohne Ende“ von Julia Engel strahlt eine unverkennbare Hoffnung aus, die den Leser sofort in den Bann zieht. Im Zentrum der Geschichte steht die Jugendliche Charlie, die sich in einer ungewissen Lebensphase befindet und von einer tiefen Neugier auf das, was vor ihr liegt, geprägt ist. Die Erzählung nähert sich sensibel den Herausforderungen des Erwachsenwerdens und den emotionalen Wirrungen, die damit einhergehen.
Charlie ist eine Protagonistin, mit der sich viele junge Leser identifizieren können. Ihre Einsamkeit, bedingt durch die Trennung ihrer Eltern und die neue Beziehung ihrer Mutter, wird eindrucksvoll und einfühlsam dargestellt. Engel gelingt es, die inneren Konflikte und Gefühle Charlies zu erfassen, sodass man als Leser ihre Traurigkeit und Verwirrung förmlich spüren kann. Diese authentische Charakterzeichnung ermöglicht es uns, in Charlies Welt einzutauchen und ihre Reise voller Unsicherheiten und Fragen nach dem eigenen Platz im Leben nachzuvollziehen.
Der Roman ist nicht nur gefühlvoll, sondern auch facettenreich. Er vereint eine Vielzahl von Emotionen – von Hoffnung über Sehnsucht bis hin zu Verzweiflung. Engel versteht es, die komplexen Beziehungen zwischen den Charakteren so darzustellen, dass sie realistisch und nachvollziehbar wirken. Gleichzeitig bietet die Geschichte Momente der Freude und des Aufbruchs, die den Leser daran erinnern, dass selbst in dunklen Zeiten immer ein Lichtstrahl aufscheinen kann.
Penelope Slocombes Roman "Sunbirds" ist ein berührendes Werk, das die Leser auf eine emotionale Reise durch Indien mitnimmt. Die Geschichte erzählt vom Verschwinden Torrans, Annes Sohn, in einem abgelegenen Bergdorf. Sein Verschwinden und die zurückgelassenen persönlichen Gegenstände im Hotelzimmer werfen nicht nur Fragen auf, sondern stürzen Anne und ihren Ehemann Robert in eine tiefe Verzweiflung.
Doch während Robert in seiner Trauer gefangen bleibt, ist es Anne, die den Mut aufbringt, sich auf die Suche nach ihrem Sohn zu machen.
Der Roman behandelt die Themen Mutterschaft und Loslassen. Anne ist eine starke Protagonistin, die sich von der Ohnmacht ihrer Situation nicht entmutigen lässt. Slocombe schafft es, Annes innere Konflikte vor dem Leser offen zu legen: die Hoffnung auf das Auffinden Torrans und die Angst, ihn vielleicht nie wiederzusehen.
Als Annes Nichte Esther, eine Journalistin, einen neuen Hinweis zu Torrans Verleib erhält, folgt sie Anne nach Indien, die dort mittlerweile seit einigen Jahren der Hoffnung hinterherjagt. Die Dynamik zwischen Anne und ihrer Nichte Esther ist ein weiterer zentraler Aspekt des Romans. Ihre Beziehung ist komplex und angespannt, was die beiden Frauen zu Beginn ihrer Reise vor Herausforderungen stellt. Dennoch entwickelt sich im Laufe der Handlung eine berührende Verbindung zwischen ihnen. Esther findet Mut in Annes Entschlossenheit und die beiden Frauen lernen, ihre Differenzen zu überwinden.
Slocombes Schreibstil ist sowohl poetisch als auch klar, wodurch die emotionalen Höhen und Tiefen der Charaktere greifbar werden. Die Erzählung fließt sanft zwischen den Rückblicken auf Annes Leben und den aktuellen Ereignissen, was dem Leser ermöglicht, die Vergangenheit der Figuren nachzuvollziehen und deren Entwicklungen zu verstehen.
"Sunbirds" ein eindrucksvoller Roman über die Hoffnung einer Mutter und die Fähigkeit, trotz größter Ängste, loszulassen und sich selbst frei zu machen. Slocombe gelingt es, die Leser zu fesseln und sie zum Nachdenken anzuregen.
Alexandra Wilsons Thriller „Die feindliche Zeugin“ versucht, die drängenden Fragen von Rassismus und Ungerechtigkeit im britischen Rechtssystem aufzuwerfen. Im Mittelpunkt steht Rosa Mercedes Higgins, eine aufstrebende Barrister, die den mutmaßlichen Mörder Emmett, einen Schwarzen Jugendlichen, verteidigt. Die Prämisse ist vielversprechend und bietet viel Potenzial für eine spannende Erzählung, doch leider wird dieses Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft.
Von der ersten Seite an ist die Spannung überwiegend gedämpft, was sich durch das ganze Buch zieht. Der Schreibstil von Wilson wirkt oft oberflächlich, und es fehlt der nötige Tiefgang, um die Dringlichkeit des Themas angemessen zu vermitteln. Trotz der ernsten Thematik scheint die Autorin Schwierigkeiten zu haben, emotionale Resonanz zu erzeugen. Ihre Bemühungen, beschreibende Passagen einzuflechten, wirken gezwungen und tragen kaum zur Atmosphäre bei.
Besonders enttäuschend sind die Dialoge zwischen Rosa und Emmett. Die Gespräche sind flach und uninspiriert. Es gibt kaum Austausch, geschweige denn kritische Nachfragen, die in einem solchen spannungsgeladenen Kontext unverzichtbar wären. Das wird im Laufe der Seiten besser, aber eben nicht richtig gut.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die fast schon stereotype Darstellung von Nebenfiguren. Diese Charaktere bleiben meist blass und einseitig, was die ohnehin schon begrenzte Tiefe der Handlung weiter schwächt. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn Wilson mehr Zeit darauf verwendet hätte, das Umfeld von Rosa und Emmett lebendiger und facettenreicher zu gestalten. So wird beispielsweise das komplexe soziale Umfeld, das zu Emmetts Situation geführt hat, nur einmal kurz gestreift, ohne ihm die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient hätte.
Insgesamt bleibt „Die feindliche Zeugin“ hinter den Erwartungen zurück. Obwohl das Buch mit einem hochaktuellen Thema aufwartet, fehlt es an einer packenden Erzählweise und einem durchdachten Plot. Der Leser verlässt die Geschichte nicht mit einem Gefühl der Befriedigung oder der Reflexion, sondern eher mit einem mulmigen Gefühl, dass die Möglichkeit eines großartigen Thrillers ungenutzt blieb. Alexandra Wilson hat das Potential, wichtige gesellschaftliche Themen zu bearbeiten, doch hier bleibt sie hinter ihren Möglichkeiten zurück. Wer auf der Suche nach einem packenden Thriller ist, könnte enttäuscht sein und besser andere Werke in diesem Genre in Betracht ziehen.
Das "Lexikon der Tiere" aus dem Hause Ravensburger, das in Zusammenarbeit mit National Geographic Kids entstanden ist, ist ein wahrer Schatz für Tierliebhaber und junge Entdecker. Schon beim ersten Durchblättern des Buches fällt die übersichtliche Gliederung ins Auge. Das Inhaltsverzeichnis ist klar strukturiert und macht es Kindern leicht, schnell zu den Themen zu navigieren, die sie besonders interessieren.
Bemerkenswert ist die Einteilung der Tiere in die acht Klassen der Wirbeltiere. Hierzu zählen nicht nur die faszinierenden vier Klassen der Fische, sondern auch Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Die farbliche Abhebung der Wirbellosen sorgt dafür, dass Kinder spielend leicht zwischen den verschiedenen Tiergruppen unterscheiden können. Dies fördert nicht nur das Verständnis, sondern weckt auch das Interesse an der Vielfalt unserer Tierwelt.
Das Lexikon bietet eine Fülle von Informationen, die über bloße Fakten hinausgehen. Zu jedem Tier werden Verbreitungskarten bereitgestellt, die auf anschauliche Weise zeigen, wo die Tiere leben. Zusätzlich gibt es detailreiche Informationen über ihre Nahrung und ihr Aussehen, ihr Gewicht, etc., was den jungen Lesern hilft, ein umfassendes Bild von den jeweiligen Arten zu entwickeln. Solche Details sind nicht nur lehrreich, sondern machen das Lernen auch spannend und unterhaltsam.
Ein absolutes Highlight des Buches sind jedoch die über 2500 hochwertigen Fotos. Diese beeindruckenden Aufnahmen ziehen die Kinder sofort in ihren Bann und machen das Lesen zu einem Erlebnis für alle Sinne. Die Bilder sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sie bieten auch einen realistischen Blick auf die Tiere und deren Lebensräume. Dies regt die Fantasie an und fördert den Wissensdurst der Kinder.
Meine eigenen Kinder sind von diesem Lexikon regelrecht begeistert. Schon nach Ankunft des Buches fingen sie zu blättern an und entdecken immer wieder neue Informationen und faszinierende Bilder.
Insgesamt kann ich das "Lexikon der Tiere" von National Geographic Kids wärmstens empfehlen. Es ist ein wunderbares Werkzeug, um das Interesse der Kinder an der Tierwelt zu wecken und zu fördern. Mit seiner klaren Struktur, den anschaulichen Informationen und den atemberaubenden Fotos hat es sich einen festen Platz in unserem Bücherregal verdient.
Der Roman „Strandgut“ von Benjamin Myers entführt den Leser in die bewegende Lebensgeschichte von Earlon »Bucky« Bronco, einem 70-jährigen Mann, der einst zwei Soulhits gesungen hatte und der sich wegen dieser auf eine unerwartete Reise wagt. Nach dem Verlust seiner Frau Maybell vor einem Jahr wird er zu einem Soul-Festival im englischen Scarborough eingeladen – eine Herausforderung, die ihn dazu bringt, sein Heimatland Amerika zum ersten Mal zu verlassen. Diese Entscheidung ist für Bucky nicht nur ein Schritt ins Unbekannte, sondern auch eine emotional aufgeladene Odyssee.
Myers gelingt es meisterhaft, Bucks innere Zerrissenheit darzustellen. Der Protagonist ist gefangen zwischen der Trauer um seine verstorbene Frau, deren Todestag ausgerechnet an dem Tag seines Auftritts liegt, und der körperlichen Qual, die ihn durch die Abhängigkeit von Opioiden begleitet. Die Tatsache, dass er seine Medikamente im Flugzeug vergessen hat, führt zu einem quälenden Entzug, der den Leser mit ihm leiden lässt. Die realistische Schilderung dieser Schmerzen und inneren Konflikte zieht einen sofort in Bann und lässt einen die Verzweiflung und den Kampf um die Bewältigung des eigenen Schicksals hautnah miterleben.
Während seiner Zeit in England begegnet Bucky der jungen Dinah, die ihm zur Seite steht. Sie selbst kämpft mit ihren eigenen Problemen: Ihr Sohn und ihr Mann scheinen keine Perspektive zu haben, doch sie selbst trägt noch ein bisschen Hoffnung. Diese Beziehung zwischen Bucky und Dinah ist von einer tiefen Menschlichkeit geprägt. Myers zeichnet ihre Interaktionen mit viel Sensibilität und Feingefühl, sodass man als Leser regelrecht miterlebt, wie sie einander unterstützen und trösten. Diese Verbindung wird zu einer wichtigen Ablenkung für Bucky und verleiht der Geschichte eine zusätzliche emotionale Tiefe.
Die Sprache von Myers ist poetisch und melancholisch, gleichzeitig aber auch hoffnungsvoll. Er versteht es, die Stimmungen und Gefühle seiner Charaktere prägnant einzufangen. Die bildhaften Beschreibungen des englischen Küstenortes Scarborough und des Meeres, das für Bucky so neu und überwältigend ist, lassen den Leser die Atmosphäre nahezu spüren.
Ein weiteres Highlight ist das Cover des Buches, das nicht nur visuell ansprechend ist, sondern auch die Stimmung des Romans perfekt widerspiegelt. Die hochwertige Gestaltung unterstreicht die Sorgfalt, die in das Werk investiert wurde.
Insgesamt ist „Strandgut“ von Benjamin Myers ein berührender Roman über Verlust, Hoffnung und die Suche nach neuen Wegen im Leben. Die Entwicklung von Bucky und Dinah, ihre Kämpfe und ihre winzigen Momente des Glücks machen das Buch zu einem unvergesslichen Leseerlebnis. Myers schafft es, sowohl die Schattenseiten des Lebens als auch die kleinen Lichtblicke darzustellen, sodass der Leser mit einem nachdenklichen Gefühl zurückgelassen wird. Eine klare Leseempfehlung für alle, die sich für eine tiefgehende und gefühlvolle Geschichte interessieren!
Tamar Noorts Roman „Der Schlaf der Anderen“ ist ein bewegendes Werk, das die innere Zerrissenheit und die Suche nach Ruhe in einer hektischen Welt eindrucksvoll einfängt. Die Protagonistin Sina, eine Lehrerin, die mit ihrem Erschöpfungszustand kämpft, stellt sich der Herausforderung, ihre innere Leere und die schleichende Müdigkeit, die sie in den Wahnsinn treibt, zu überwinden. Der Roman entführt uns in die Tiefe ihrer Gedanken und Emotionen und regt dabei zum Nachdenken über die eigene Lebenssituation an.
Bereits zu Beginn des Buches wird deutlich, dass Sina nicht nur physisch müde ist. Ihre Unfähigkeit zu schlafen ist ein Spiegelbild ihrer inneren Konflikte: Der Druck ihres Jobs, die Erwartungen, die an sie gestellt werden, und die Einsamkeit, die sie umgibt. Diese Facetten ihres Lebens werden eindringlich dargestellt, sodass sich viele Leser in ihren Gefühlen und Herausforderungen wiedererkennen können.
Nächtelang liegt Sina wach, ihr neuer Hausarzt schickt sie, statt ihr Schlafmittel zu verschreiben, ins Schlaflabor, wo sie auf Janis, eine ehemalige Krankenschwester, die nun als Nachtwache arbeitet, trifft.
Die Frauen freunden sich für die Nacht an, doch schnell beginnt diese neue Verbindung zu wanken. Die Überschreitung von Grenzen und die Entdeckung der eigenen Verletzlichkeiten führen zu Spannungen.
Noorts Schreibstil ist angenehm und flüssig, der Leser wird regelrecht durch die Seiten getragen. Es ist ein Pageturner im wahrsten Sinne des Wortes; man möchte wissen, wie es weitergeht, und vor allem, ob Sina die Ruhe findet, die sie so verzweifelt sucht. Dabei gelingt es Tamar Noort, eine Balance zwischen dramatischen Momenten und leisen, introspektiven Passagen zu finden. Sie schafft es, den Leser in das Gefühlsleben der Charaktere hineinzuziehen und lässt einen die Sorgen und Freuden der beiden Frauen hautnah miterleben.
Die emotionale Tiefe, mit der Noort ihre Charaktere gestaltet, machen „Der Schlaf der Anderen“ zu einem berührenden Erlebnis. Die Leser werden sowohl emotional berührt als auch intim mit den Herausforderungen der modernen Lebensrealitäten konfrontiert.
Am Ende des Romans bleibt eine Frage offen: Wie geht es mit Sina und Janis weiter? Ich kann mir eine Fortsetzung dieser Geschichte sehr gut vorstellen, denn die Themen, die angeschnitten werden, sind vielschichtig und bieten Raum für Entwicklung und Vertiefung. Tamar Noorts Werk ist nicht nur ein gefühlvoller Roman, sondern auch ein Anstoß zur Selbstreflexion und ein Mutmacher für alle, die auf der Suche nach ihrem eigenen Platz in der Welt sind.
Mit „Die Rache der Brösel“, dem dritten Band der beliebten *InvestiGators*-Reihe von John Patrick Green, erwartet die Leser ein weiteres äußerst unterhaltsames Comic-Abenteuer. Wie auch in den vorherigen Teilen vereint der Autor eine wunderbare Mischung aus witziger Sprache und fantastischen Illustrationen, die sowohl jüngere als auch erwachsene Leser begeistern wird.
In diesem Band stehen die charmanten Ermittler, die sich als Mutanten-Alligatoren verkleiden, erneut vor einer aufregenden Mission. Ihre charmante Art, gewürzt mit cleveren Wortspielen, sorgt für zahlreiche Lacher und macht das Lesen zu einem wahren Vergnügen. Die knackigen Dialoge und die vielschichtigen Charaktere ziehen einen sofort in ihren Bann.
Ein richtiges Highlight ist der Bösewicht Crackerdile, der für seine hinterlistigen Pläne bekannt ist und mit seiner amüsanten Persönlichkeit die Leser in seinen Bann zieht. Crackerdile ist nicht nur ein herausragender Schurke, sondern auch ein Paradebeispiel dafür, wie John Patrick Green es schafft, selbst die Bösewichte mit einem Hauch von Humor zu versehen. Aber das ist noch nicht alles! In „Die Rache der Brösel“ wird ein neuer Superschurke eingeführt, der die Handlung spannend und abwechslungsreich hält. So gibt es keine Chance auf Langeweile!
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