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Benutzername: Groß und Klein
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Bewertungen

Insgesamt 22 Bewertungen
Bewertung vom 02.08.2019
Der Junge, der in den Büchern verschwand und andere Geschichten
Claudel, Philippe

Der Junge, der in den Büchern verschwand und andere Geschichten


ausgezeichnet

Rezension zum Roman – Der Junge, der in den Büchern verschwand – von Phillippe Claudel

Geschichten zum Einatmen und langen Ausatmen.
Geschichten mit zielsicheren und liebevollen Aussagen.
Geschichten mit Claudel – Humor.
Geschichten für Groß und Klein, besondere Geschichten.

Wer - Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung –
ein Roman aus meinem Lieblingsbücher-Schrank,
auch von Philippe Claudel, las, liebt besondere Geschichten.

Bewertung vom 28.07.2019
Die Schönheit der Nacht
George, Nina

Die Schönheit der Nacht


ausgezeichnet

Rezension zum Roman – Die Schönheit der Nacht – von Nina George

Kann ich mich in einen Roman verlieben? So erging es mir im letzten Sommer.
Lebendige, liebkosende Sätze. Weinen und Lachen nahe beieinander.

Jedes Wort, jede Beschreibung brachten mich zum Staunen, wie ein Kind,
dass zum ersten mal, den Weihnachtsbaum in seiner Pracht erlebt.

Dieser Roman legte sich wie ein eleganter, weicher, warmer Mantel
um meinen Körper.

Manchmal dachte ich, aus diesem Mantel kommst du nicht wieder heraus,
wollte ich auch nicht.

Eine Frau, Ehefrau und Mutter wird neu geboren!
Für mich: Es ist schön, älter zu werden.

Empfehlung an jede Frau!

Bewertung vom 28.07.2019
Das Lavendelzimmer / Monsieur Perdu Bd.1
George, Nina

Das Lavendelzimmer / Monsieur Perdu Bd.1


ausgezeichnet

Rezension zum Roman – Das Lavendelzimmer – von Nina George

Ein hochdosiertes Medikament in zauberhafter Prosa.
Das Lavendelzimmer schillert für mich in allen Farben, die ich kenne.
Abwechselnd Bauch-Lachen, Rückenschauer, Kullertränen.

Jean Perdu‘ s literarische Notapotheke, vollständig, oder? Unter G fehlt George!
Der als "Wetterfest" beschriebene Luc darf Gefühle ausdrücken,
die im wahren Leben selten von Männern gezeigt werden.

Nach dem Lesen: Stille, Staunen, Nachdenken, Rückenschauer...
Später: Profanes Hungergefühl auf die extra für Weihnachten gekaufte,
und nicht beachtete Wildpastete.

Für mich ist der Roman (2016 gelesen) der wärmste und zärtlichste Roman,
den ich kenne.
Vorfreude auf die Fortsetzung im August.

Bewertung vom 27.07.2019
Die Frau im Spiegel
Schmitt, Eric-Emmanuel

Die Frau im Spiegel


ausgezeichnet

Kurzrezension zum Roman – Die Frau im Spiegel – von Eric-Emmanuel Schmitt

Pures Lesevergnügen, spannend erzählt, ein Frauenroman mit Überraschungsende.

Lesebeginn
Behutsam, langsam, vorsichtig

Inhalt
Faszinierend, fesselnd, folgerichtig

Roman – Ende
Erstaunlich, passend, verblüffend

Bewertung vom 27.07.2019
Kaffee und Zigaretten
Schirach, Ferdinand von

Kaffee und Zigaretten


ausgezeichnet

Rezension zu Erzählungen – Kaffee und Zigaretten - von Ferdinand von Schirach

Erzählungen über Politik- Gesellschafts- und anderen Ereignissen in Deutschland.
Durchzogen von einem freundlichen Humor und einem klaren Verständnis
für das, was Menschen ausmacht.
Ein Autor, der das Erzählen „erfunden“ hat.
Erzählungen mit starken Nachwirkungen.

Schluss- Sätze wie diese, von drei Erzählungen, durchziehen dieses Meisterwerk.
„Alle wichtigen gesellschaftlichen Ereignisse spiegeln sich in Strafprozessen wieder.“
„Sich selbst zu lieben, das ist viel verlangt. Aber die Form zu wahren, ist unser letzter Halt.“
„Auch ohne die Begabung glücklich zu sein, gibt es eine Pflicht zu leben, denkt sie jetzt.“
Ich liebe seine Schluss- Sätze.

Bewertung vom 26.07.2019
Die Geschichte der Bienen
Lunde, Maja

Die Geschichte der Bienen


ausgezeichnet

Rezension zum Roman - Die Geschichte der Bienen – von Maja Lund

Ein intensiver Roman, aufgeteilt in drei Geschichten,
als Schachtelroman.

Geschichten über einen britischen Forscher,
einen amerikanischen Imker und
eine Chinesin, die Blüten auf Bäumen mit der Hand bestäubt.

Der britische Forscher lebte Ende des 19. Jh.,
der amerikanische Imker in der Gegenwart und
die chinesische Blütenbestäuberin in der Zukunft, es gibt keine Bienen mehr.

Gedanken des sich oft quälenden Forschers,
des fleißigen Imkers und der hart arbeitenden Blütenbestäuberin,
werden von Maja Lunde eindringlich und stimmungsvoll erzählt.

Bienenvölker verschwinden und leiten den Kollaps der Natur ein.
Ein Roman zum Nachdenken über unsere ausgebeutete Natur.
Unsere Umwelt, die kaum eine Chance hat, so weiter zu leben.

Der Trend geht wieder zur Hobby- Imkerei, die Biene als
Lieblingsinsekt der Deutschen, Bienen im Garten,
ein Stück pure Natur.

Bewertung vom 26.07.2019
Das Traumbuch
George, Nina

Das Traumbuch


ausgezeichnet

Bücher sind und bleiben meine Tankstellen. 
Ich teile sie in ”farbintensive” und “weniger farbige” ... Bücher ein. 

Hier fand ich alle Farbtöne der beschreibenden Farbskala des Lebens. Den Roman – Traumbuch -, ein Fantasiebuch, las ich vorsichtig, “leise”, langsam, fast zärtlich. Wandel von einer Wirklichkeit zur anderen.

Ich liebe die Drei und ihre Gedanken, Sam, der 13-jährige “Phantasie” Junge, der seinen Vater Henri, der im Koma lebt, erst im Krankenhaus kennen und lieben lernt, Eddie, die Henri immer noch liebt.

Jeder lernt sich selbst, während ihren Hoffnungen, kennen und lieben. 
Dieser zärtliche, schmerzhafte Liebesroman wird mich noch lange beschäftigen.

Bewertung vom 26.07.2019
Alte Liebe
Heidenreich, Elke; Schroeder, Bernd

Alte Liebe


ausgezeichnet

Alte Liebe von Elke Heidenreich und Bernd Schroeder

Diesen Roman las ich drei mal, er ist vom ersten Wort an, ein Lesefest!
Jeder Satz schwingt, hat seinen leichten, federleichten und Glocken schweren Klang.

Dabei kenne ich mich im Eheleben nicht aus. Nur von außen, vom Erzählen,
als Kind meiner Eltern oder vom Lesen darüber.

Jetzt bin ich vierundsechzig und lese zum ersten mal, und das gleich dreimal,
einen Roman über das faszinierende und schwierige Eheleben.

Von Elke Heidenreich und Bernd Schröder so erzählt, wie ich es zuvor nie las!

Die Dialoge: herzerfrischend, traurig, spritzig, ehrlich, treffend, direkt,
liebevoll, verbergend, sehend, sehnsüchtig, auf jeden Fall Nährstoffreich!

Mann und Frau, die ihre Liebe nach 40 Jahren immer noch in sich tragen,
verbergen, wieder entdecken, aufleben lassen.

Das Sehen, Erleben der Anderen, zur Hochzeit ihrer Tochter, bringt sie wieder
zurück, zurück in ihr Leben.

Das Ende ist traurig, es passt trotzdem. In diesem Roman passt alles.
Mein Verstand hat manchmal Pausen eingelegt, so riss mich dieser Roman mit.

Die beiden Autoren nahmen mich an die Hand(Lore und Harry) in eine Welt,
die ich nun besser verstehen lernte. Warum habe ich nie ja gesagt?

Ein “Dialog Roman” vom Feinsten!

Bewertung vom 25.07.2019
Die Kostbarkeit des flüchtigen Lebens
Claudel, Philippe

Die Kostbarkeit des flüchtigen Lebens


ausgezeichnet

Der Protagonist, ein Drehbuchautor und Filmemacher, ist schockiert über die Krebserkrankung seines besten Freundes, einem Filmproduzenten. Dieses Ereignis wird zur Rückschau auf sein und auf das intensive Leben seines kranken Freundes.
„Wie Tränen eines Riesen, die auf die Erde fallen.“ Der Drehbuchautor beschreibt den Regen, während er mit seiner Ex- Frau Florence auf der Terrasse einer Pariser Brasserie im Einklang schweigt.
Später berichtet er ihr von seinem neuen Drehbuch. Einem Buch über die Erschaffung von Menschlichen Puppen, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz und synthetischer Haut. Die Käufer dieser teuren Puppen programmieren diese nach ihren Vorstellungen, ein brisantes Thema.
Das versöhnliche Ende des Romans:
Elena, seine junge Geliebte und der Filmemacher erwarten ihr erstes Wunder.
Der Roman wird von Phillippe Claudel spannend, brillant erzählt, übersetzt von Christiane Landgrebe.
Für mich ist er ein wunderschöner „Langsam“-Roman, der erschüttert und liebkost.
Er wurde zu einem meiner Lieblingsromane. Und: Ein sehr passendes Cover.

Bewertung vom 25.07.2019
Der Trafikant
Seethaler, Robert

Der Trafikant


ausgezeichnet

Rezension zum Roman - Der Trafikant – von Robert Seethaler
Der Roman wird wunderbar von Robert Seethaler erzählt.
Ein 17-jähriger Junge, freundlich, unbedarft, nachdenklich, kommt 1937 aus einem Dorf am Attersee nach Wien, in die Zeit der Umbrüche des Nationalsozialismus. Franz taucht in eine neue Welt ein. Er bringt nicht nur Natur- Erlebnisse aus seiner Heimat mit und vergleicht sie mit dem Verhalten der Wiener, er ist bereit neue Erfahrungen zu sammeln.
In einer Trafik, einem Zeitungs- und Tabakladen, beginnt er die Lehre zum Trafikanten.
Bei dem Inhaber der Trafik, dem Kriegsinvaliden Otto, lernt Franz zuzuhören, die wichtigsten Schlagzeilen und Ereignisse in aktuellen Zeitungen schnell zu erfassen, vor allem den Umgang mit der Wiener Kundschaft.
Ein Stammkunde beeindruckt ihn besonders: Professor Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, Liebhaber exklusiver Zigarren. Es entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft, von der beide profitieren.
Besonders beeindruckte mich die Entwicklung des Romans.
Er beginnt in einer Schreibweise entsprechend des Wissens- und Erfahrungsstandes von Franz, verhalten, einfach, ruhig, bedacht. Franz entwickelt sich in knapp einem Jahr zu einem reifen, mutigen, jungen Mann mit eigenen, neuen Gedankenabläufen, auch durch das Erleben seiner ersten Liebe.