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Benutzername: Buecherliebe99
Wohnort: Bayern
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Danksagungen: 10 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 24 Bewertungen
Bewertung vom 01.06.2018
Ohne ein einziges Wort
Walsh, Rosie

Ohne ein einziges Wort


ausgezeichnet

Eine herzzerreißende Geschichte!

Sarah und Eddie verbringen eine Woche zusammen und verlieben sich ineinander. Für Sarah scheint es perfekt: Sie hat jemanden gefunden, den sie wirklich liebt. Doch nachdem Eddie und sie sich nach dieser Woche getrennt haben, meldet er sich nicht mehr bei ihr. Sarah ist verzweifelt, denn für sie hat es auf keinen Fall so gewirkt, als hätte er sie nur für einen kurzen Flirt benutzen wollen. Sie beginnt, nach ihm zu suchen, doch was sie findet, ist ganz und gar nicht das, was sie erwartet hätte. Als Eddie und Sarah dann wieder aufeinander treffen, ist es für beide nicht ein erfreutes Wiedersehen, denn beide sind zutiefst darüber schockiert, wie sie durch die Vergangenheit miteinander verbunden sind….

Die meiste Zeit wird die Geschichte aus Sarahs Sicht erzählt. Obwohl sie schon 36 Jahre alt ist, kam sie mir irgendwie nicht so vor. Für mich persönlich war dies positiv, da ich mich so besser in sie hineinversetzen konnte, immerhin bin ich nur halb so alt wie sie. Sarah war mir wirklich unheimlich sympathisch. Irgendwie hat Rosie Walsh es geschafft, dass ich mich einfach für sie begeistern musste, egal wie „schwierig“ ihre Vergangenheit war.

Als ich das Buch aufschlug und begann, es zu lesen, hat sich bei mir der Gedanke eingeschlichen, dass ich ein großartiges Buch in den Händen halte. Glücklicherweise kann ich bestätigen, dass ich diesen Gedanken bis zum Ende beibehalten habe. Die Tragik der Geschichte, das herzzerreißende Schicksal der beiden und die Art und Weise, wie das alles erzählt wurde, hat mich wirklich begeistern können. Rosie Walsh hat einen Schreibstil, der auf dem ersten Blick nicht weiter besonders scheint, aber sie kann den Leser an das Buch fesseln, sodass man die Zeit aus den Augen verliert und plötzlich 300 Seiten am Stück gelesen hat.

Eine wirklich unfassbar schöne Geschichte, die ich jedem nur ans Herz lege. Aber ich warne euch vor: Es könnte das eine oder andere Tränchen fließen!

Meine Bewertung: 5/5

8 von 15 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.

Bewertung vom 26.03.2018
Die Geschichte des Wassers
Lunde, Maja

Die Geschichte des Wassers


gut

2017: Signe wuchs in den Fjorden Norwegens auf und liebt die Natur der Region. Sie ist Journalistin und setzt sich für den Naturschutz ein, verließ allerdings schon früh ihre Heimat. Schließlich kehrt sie wieder zurück in ihr Dorf, denn die Eingriffe des Menschen in die Natur bewirken das „Absterben“ des Gletschers im Fjord. Mit aller Kraft versucht Signe das bisschen, was noch übrig ist zu retten, wird dabei aber immer wieder in die Vergangenheit verfrachtet und muss einsehen, dass ihre Familie unmittelbar an der Vernichtung der Natur beteiligt war.

2041: Das Wasser ist knapp. Flüchtlingsströme wandern in den Norden, um dort an das seltene und begehrte Süßwasser zu kommen, das im Süden aufgrund von jahrelanger Dürre nicht mehr zu bekommen ist. So flüchten auch David und seine Tochter Lou, wollen vom Süden Frankreichs in den Norden gelangen und sich in dem Flüchtlingscamp mit Davids Frau Anna und seinem Baby August treffen. Die Familie musste nach einem Brand ihr Haus verlassen und wurde getrennt. David und Lou haben sich über einen Monat alleine durchgeschlagen und sind froh, endlich im Lager angekommen zu sein. Während sie auf Anna und August warten, werden die Nahrungsmittel und das Wasser im Camp immer knapper und die angespannte Lage spitzt sich weiter zu.

Mit knapp 500 Seiten lässt sich das Buch relativ schnell lesen. Die beiden Zeitebenen werden ineinander verflochten, doch sowohl Signe als auch Davids Geschichte wird einzigartig beschrieben. Während ich mich für David wirklich sehr begeistern konnte, mochte ich Signe überhaupt nicht. Die Art und Weise wie ihre Geschichte erzählt wurde, die pausenlose Aneinanderreihung von Satzfetzen, hat mich verwirrt und von der Protagonistin distanziert. Außerdem war mir die Person Signe nicht sympathisch und ich wurde von ihrer Geschichte nicht begeistert.

Maja Lunde’s Roman „Die Geschichte des Wassers“ ist erschreckend, alarmierend und aktuell zugleich. Schon heute gibt es Kriege um Wasser, zum Beispiel um das Gebiet der Golanhöhen auf der Arabischen Halbinsel. Das Szenario der weltweiten Wasserknappheit in dem Buch erweckt im Leser ein gewisses Schuldgefühl bezüglich der westlichen Verschwendung von Wasser.

Ich empfehle dieses Buch jedem, der diese Thematik interessant findet und nach einem Ansporn sucht, der umweltbewusster und verantwortungsvoller mit Wasser umgehen möchte. Diese Einstellung konnte mir Maja Lunde gut vermitteln.

Meine Bewertung: 3/5

Bewertung vom 21.02.2018
Schlüssel 17 / Tom Babylon Bd.1
Raabe, Marc

Schlüssel 17 / Tom Babylon Bd.1


ausgezeichnet

Im Berliner Dom wird eine Leiche gefunden, in der Kuppel hängend wie ein schwarzer Engel, übel zugerichtet und mit einem Schlüssel um den Hals. Tom Babylon lässt sich nicht abschütteln, muss diesen Fall um jeden Preis haben. Mit diesem Schlüssel verschwand vor 19 Jahren seine kleine Schwester spurlos. Seit dem Tag, an dem sie weg ist,  sucht er nach ihr und führt sogar Gespräche mit ihr weil er ihre Anwesenheit spürt (und sieht).

Tom Babylon ist der zweitbester  Absolvent der Polizeischule, der jüngster Kommissar-Anwärter beim LKA, Oberkommissar und auch der Kommissar mit den meisten Dienstaufsichtsbeschwerden. Da sind Schwierigkeiten vorprogrammiert. Er bekommt die Psychologin Sita Johanns zur Seite, die wie er auch, eine Außenseiterin ist.  Das ungleiche Team erweist sich aber bald als Glücksgriff, denn unter seinen Kollegen wird er schnell zum Hauptverdächtigen im aktuellen Fall  und kann niemanden mehr vertrauen...

Bisher hatte ich noch kein Werk  von Marc Raabe gelesen, dieser Thriller hat mich aber definitiv auf den Autor  aufmerksam gemacht. Sein Schreibstil ist temporeich, spannend und mit häufigen Wendungen. Die Figuren sind alle sehr gut beschrieben, mit all ihren Ecken und Kanten werden sie dem Leser  teils sympathisch, teils psychotisch geschildert.  Auch an Spannung hat es dem Thriller nicht gefehlt! Mir wurde nie Langweilig beim Lesen und ich habe das Buch nahezu in einem Rutsch durch gelesen. Daher kann ich das Buch nur weiter empfehlen!

Meine Bewertung: 4,5/5

Bewertung vom 09.02.2018
Die Geschichte des verlorenen Kindes / Neapolitanische Saga Bd.4
Ferrante, Elena

Die Geschichte des verlorenen Kindes / Neapolitanische Saga Bd.4


ausgezeichnet

Wer die anderen drei Teile der Neapolitanischen Saga mit den Titeln „Meine geniale Freundin“, „Die Geschichte eines neuen Namens“ und „Die Geschichte der getrennten Wege“ noch nicht gelesen hat, sollte diese Rezension nicht lesen. Andernfalls wäre dies ein Spoiler!!

Elena kehrt nach einigen Problemen und Streitereien mit ihrem Ehemann Pietro zurück nach Neapel, um mit Nino glücklich zu werden. Sie trifft nach langer Zeit wieder auf Lila, die sich sehr verändert hat und nun erfolgreiche Geschäftsfrau ist. Elena möchte sich nicht sofort wieder auf Lila einlassen, doch Lila weiß von Vorgängen innerhalb und außerhalb des Riones, die Elena sehr verunsichern und ihr wird wieder einmal bewusst, wie sehr sie sich verändert hat, seit sie zum Studieren weggezogen ist. Wie wird die Geschichte um die Freundschaft der beiden Frauen enden?
Wird es ein glückliches Ende geben oder wird die Welt um Lila und Elena zusammen brechen?
Endlich ist der finale Band der Reihe erschienen! Sehr lange habe ich auf das Finale rund um Elena und den Rione gewartet und habe so früh wie möglich begonnen, das Buch zu lesen. Leider muss ich sagen, dass ich wirklich nur sehr schwer in die Geschichte hinein gefunden habe. Es ist einfach schon zu lange her, dass ich den 3. Teil gelesen habe und es gibt viel zu viele Figuren, die mehr oder weniger eine Rolle spielen oder gespielt haben. Zwar gibt es zu jeder Ausgabe ein Lesezeichen, auf dem kurz nochmal Verhältnisse erläutert werden, aber der Abstand zwischen den Erscheinungsdaten war einfach zu groß.
Der Schreibstil war exakt wie in den vorherigen Büchern und hat mir wieder gut gefallen. Kein anderer Autor kann Geschichten im Stil von Elena Ferrante erzählen und den Leser so sehr dabei packen.
Auch wie die Geschichte letztendlich zu Ende ging hat mir gefallen – wobei ich natürlich nicht zu viel verraten möchte.
Zum Schluss möchte ich anmerken, dass Elena im Laufe der Geschichte meiner Meinung nach sich sehr gewandelt hat, was man aber nur merkt, wenn man wirklich darüber nachdenkt. Sie ist zwar durch alle Bände hindurch ein sehr egoistischer Mensch aber man erkennt mit jedem Teil mehr, wie sie erwachsener und gebildeter wird.
Meine Bewertung:4/5

Bewertung vom 31.01.2018
Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10
Läckberg, Camilla

Die Eishexe / Erica Falck & Patrik Hedström Bd.10


ausgezeichnet

Ein schreckliches Szenario: die vierjährige Linnea ist verschwunden. Die Eltern sind verzweifelt, die Polizei wird eingeschaltet, Suchmannschaften gebildet und durchkämmen den Wald und die Umgebung. Doch dann die Schreckliche Nachricht: Linnea ist tot, wurde ermordet.

Vor dreißig Jahren wurde vom selben Hof ein vierjähriges Mädchen – Stella – ermordet und im Wald gefunden, zwei dreizehnjährige Mädchen, Helen und Marie, gestanden Stella erschlagen zu haben. Nur wenige Wochen hatten sie ihr Geständnis widerrufen aber niemand glaubte ihnen. Das Leben dreier Familien war zerstört.
Umso seltsamer ist, dass gerade als Marie – mittlerweile eine feierte Schauspielerin – ausgerechnet jetzt für Filmaufnahmen zurück ist. Haben die beiden Fälle miteinander zu tun. Ein Flüchtlngscamp ganz in der Nähe lässt die Dorfbewohner sofort hier den Täter vermuten.

Die Handlungen wechseln zwischen dem aktuellen Fall Linnea, dem Fall Stella und einer Hexenjagt aus dem 16. Jahrhundert. Auch die Kinder der damaligen Beteiligten spielen eine große Rolle und spiegelt die Schwierigkeiten mit denen Teenager, die um Beliebtheit und Anerkennung kämpfen.

Wer den Schreibstil von Camilla Läckberg noch nicht kennt ist vielleicht etwas verwirrt von den vielen Personen. Da ich aber schon einige Fälle um Erica und Patrick gelesen habe, waren mir die Protagonisten und ihre Lebensumstände schon vertraut. Erica und Patrick sind ein Ehepaar, sie ist Schriftstellerin, deren Werke sich um alte Krimialfälle drehen, Patrick ist Polizist. Das Paar hat die üblichen Sorgen und Probleme und machen sie so normal und sympathisch. Der Krimi ist spannend, obwohl er mehr als 700 Seiten umfasst. Ich konnte „Die Eishexe“ auch kaum aus der Hand legen und wollte ständig wissen wie es weiter geht, beziehungsweise wer denn die beiden Mädchen ermordet hat.

Meine Bewertung: 4,5/5

Bewertung vom 02.01.2018
Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken
Green, John

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken


ausgezeichnet

Ein echter John Green!

Ich fand das Buch echt richtig gut, vor allem die Handlungen der Protagonistin fand ich aus meiner Sicht sehr nachvollziehbar . Viele würden sie wahrscheinlich als etwas gestört beschreiben, da sie ständig vor allem irrational große Angst hat, die sie einfach nicht abstellen kann. Für Außenstehende mag das etwas seltsam erscheinen, aber ich kann das echt gut nachvollziehen, da ich auch ständig vor Dingen furchtbare Angst habe, die für andere Leute einfach zum Tagesgeschäft gehören.
John Green schreibt wunderschön und emotional, wie ich es auch schon von seinen anderen Büchern gewohnt war. Ich finde es macht immer wieder Spaß ihn zu lesen. Den Preis für das Buch finde ich allerdings nicht gerechtfertigt.

Bewertung vom 19.12.2017
Woman in Cabin 10
Ware, Ruth

Woman in Cabin 10


ausgezeichnet

Lo Blacklock arbeitet als Journalistin bei einem Londoner Magazin und lebt in einer kleinen Kellerwohnung. Eines Nachts wacht Lo auf und ihr fällt auf, dass sich Dinge in ihrer Wohnung verändert haben, während sie geschlafen hat. Lo erwischt einen Einbrecher auf frischer Tat und dieses Erlebnis geht nicht spurlos an ihr vorbei. Sie kann kaum noch schlafen und fühlt sich in ihrer Wohnung nicht mehr sicher. Deshalb kommt es Lo gerade gelegen, dass sie für ihren Job bei der Jungfernfahrt eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes in den norwegischen Fjorden verreisen soll. 

Auf  dem Schiff wird Lo Zeugin eines Mordes. Zumindest hört sie einen grellen Schrei aus ihrer Nachbarkabine und wenige Augenblicke später das Geräusch eines Körpers, der auf das eiskalte Wasser neben dem Schiff aufprallt. Da Lo diese Geräusche nicht fassen kann, stürzt sie auf ihren Balkon und entdeckt dabei auch eine Blutspur an der gläsernen Trennwand zum benachbarten Balkon. Lo gerät in Panik und alarmiert die Sicherheitskräfte, doch bald ist nicht nur die Blutspur verschwunden, sondern es stellt sich auch heraus, dass in der Kabine 10, aus der der Schrei kam, seit Anfang der Reise unbesetzt war und leer stand. 

Lo wird vorgeworfen, sie habe sich das ganze Szenario nur ausgedacht, um Aufmerksamkeit zu bekommen, doch sie ist sich sicher, dass die Kabine bis zu dem Ereignis bewohnt war. Damit ist auch für sie sicher, dass der Mörder der Frau, die ins Wasser gestoßen wurde, noch irgendwo auf dem Schiff sein muss und Lo nun das nächste Opfer sein könnte, da sie die Tat beobachtet hat. Während niemand Lo glauben will, beginnt für sie ein Wettlauf gegen die Zeit, der immer mehr außer Kontrolle gerät... 

Lo ist, zumindest meiner Meinung nach, eine sehr sympatische Protagonistin. Sie ist noch sehr mitgenommen von dem Einbruch in die Wohnung und auch ein wenig traumatisiert. Sie geht an manche Situationen etwas seltsam heran, was man aber verstehen kann, wenn man die Hintergründe weiß. Sie wurde vom Leben gezeichnet und versucht, das beste aus ihrer Lage zu machen. Außerdem entwickelt sich Lo im Laufe des Buches, denn während sie am Anfang beim Einbruch in ihre Wohnung stark unter Schock stand und nicht in der Lage war, zu handeln, ist sie am Ende hingegen stark und aufmerksam und beißt sich durch. 

Die Handlung hat mir sehr gut gefallen, vor allem weil durch den Schreibstil enorm Spannung aufgebaut wurde. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, da ich so unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht. Die Kapitel des  Buchs endet fast immer mit einem Cliffhanger. Leider habe ich am Ende nicht mehr so wirklich durchgeblickt, was nun letztendlich mit wem geschehen ist, und ich hatte mir vielleicht auch ein spektakuläreres Ende erhofft, das war aber der einzige Mängel, den ich gefunden habe. 

Meine Bewertung: 4,5/5

Bewertung vom 07.12.2017
TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?
Miranda, Megan

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?


ausgezeichnet

Als dann die Spur zu dem Mörder auch noch in ihr direktes Umfeld führt, steht Nics ganze Welt Kopf und sie weiß nicht mehr, wem sie glauben kann und wem nicht.

Zuerst hat dieses Buch einen ganz normalen Erzählstil aus Nics Sicht. Dann ändert sich dieser, es gibt einen Zeitsprung - fünfzehn Tage später - von da an geht es rückwärts. Das hat einerseits was, war für mich aber auch sehr verwirrend und forderte volle Konzentration. Dann fügt sich Eines zum Anderen und ergibt einen Sinn.

Ich fand das Buch spannend, den Schluss hätte ich nicht erwartet. Diesen Rückwärtsstil hätte ich aber nicht gebraucht - manchmal war ich ganz verwirrt davon und ich hätte fast aufgegeben. Es hat meinen Lesefluss schon sehr gestört. Es war aber dadurch auch ein sehr einzigartiges Buch und kaum mit einem anderen Buch vergleichbar

Meine Bewertung: 3/5

Bewertung vom 22.10.2017
Und du kommst auch drin vor
Bronsky, Alina

Und du kommst auch drin vor


sehr gut

Eine außergewöhnliche Idee!
Kim ist fünfzehn Jahre alt und wohnt in Berlin. Ihre Eltern haben sich getrennt und darunter leidet sie. Als sie mit der Schule eine Lesung besucht, ist sie wie geschockt, denn das Buch handelt scheinbar von ihrem Leben. Alle wesentlichen Dinge sind gleich, nur kleine Unterschiede zu ihrem Leben sind vorhanden. Kim beschließt das Buch zu lesen, was ihre beste Freundin Petrowna schockt, denn Kim hat noch nie freiwillig ein Buch in den Händen gehalten. In dem Buch passieren Dinge, die kurz darauf auch in Kims Leben genau so eintreten, wie zum Beispiel die neue Freundin ihres Vaters. Als Kim weiter liest und schließlich erfährt, dass ihr Klassenkamerad Jasper, der im Buch Jonathan heißt, am Ende sterben soll, ist sie fest entschlossen, dass das so nicht kommen soll.
Kim ist sehr paradox. Zum einen hat man durch die Ich-Perspektive, in der das Buch geschrieben ist, Einblicke in ihre Gedanken, die alle logisch und schlüssig sind. Zum anderen aber lässt Kim immer so dumme Sätze los, das kam mir beim lesen etwas seltsam vor.
Der Schreibstil war sehr schön und hat mir gut gefallen, auch die Idee des Buches war mir neu und hat mir gefallen.
Meine Bewertung: 4/5

Bewertung vom 02.10.2017
Palast der Finsternis
Bachmann, Stefan

Palast der Finsternis


ausgezeichnet

Anouk und vier andere Jugendliche werden für ein Projekt der reichen Familie Sapani engagiert. Die fünf Teenager sollen einen unterirdischen Palast erkunden, den vorher noch nie jemand betreten hat und der zur Zeit der Revolution 1789 von einem reichen Adligen erbaut wurde. Der Erbauer, Frédéric du Bessancourt wollte seine Familie in diesen Palast retten, falls es zu einer Katastrophe kommen sollte. Diese ist dann auch mit der Revolution eingetreten.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Zum einen begleitet man als Leser die junge Adlige Aurélie du Bessancourt, die mit ihrer Mutter und ihren Schwestern in einem Palast wohnt. Sie ist die älteste der Töchter und bekommt mit, wie der Vater den Palast im Untergrund erbauen lässt. Eines Tages wird Aurélies Mutter von ihrem Vater nach unten in den Palast du Papillon, den Schmetterlingspalast, eingeladen. Doch als sie wieder zurück kehrt, ist sie nicht mehr die gleiche und weigert sich strikt, noch einmal in diesen Palast hinab zu steigen. Sie hat so große Angst davor, dort hinunter zu gehen, dass sie sich lieber in die Hände der aufständischen Bauern begibt. Aurélie wundert sich über das Verhalten ihrer Mutter, doch spürt am eigenen Leib, was es bedeutet, im Palais du Papillon eingesperrt zu sein. Während ihrer Zeit im Palast merkt sie immer mehr, dass ihr Vater völlig verrückt ist und dass sie und ihre Schwestern fliehen müssen, um dem ganzen unheilvollem Schauspiel zu entgehen, das sich ihnen 30 Meter unter der Erde bietet…

Zum anderen begleitet man auch die junge Anouk, die eine sehr pessimistische, äußerst kluge und schlecht gelaunte Protagonistin darstellt. Sie wird vom Autor vermutlich bewusst so unleidlich dargestellt, bis man hinter ihre Vergangenheit kommt und ein wenig Mitleid für sie hat. Jedenfalls werden die fünf Jugendlichen von der Familie Sapani eingeladen und gefördert. Doch die Truppe stellt bald fest, dass sich die Ereignisse nicht in logische Zusammenhänge bringen lassen, denn sie sind eigentlich nur eins: Eine wild zusammengewürfelte Gruppe. Auch das Verhalten ihrer Gastgeber kommt ihnen seltsam vor und als die Teenager dann nach dem Abendessen eine komische Tablette zu sich nehmen wollen, wird nur Anouk stutzig. Sie wird gezwungen, das Medikament einzunehmen und findet sich kurze Zeit später mit den anderen auf dem Boden eines Raumes, der völlig in Spiegel eingekleidet ist, wieder. Sie wacht in Panik auf und versucht alle zu wecken, nur Hayden kann sie nicht aufwecken und so beobachten die anderen vier, wie dieser von einer Assistentin ermordet wird. In Panik retten sich die übrig gebliebenen in den unterirdischen Palast und stellen fest, dass sie belogen wurden. Der Palast war gar nicht über Jahrhunderte versiegelt und es befindet sich neuste Technik in seinem Inneren. Dort gibt es tödliche Fallen und eine Kraft, von der die Jugendlichen noch nie etwas gespürt haben. In panischer Angst um ihr Leben beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und es werden uralte Geheimnisse aufgedeckt, von denen weder Anouk noch jemand anderes aus der Gruppe je dachte, dass es solche Dinge gäbe…

Stefan Bachmann hat das unglaubliche Talent, Spannung aufzubauen und vor allem sie auch zu halten. Man hat mit Anouk und den anderen mitgefiebert und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Was mir weniger gefallen hat waren die etwas skurrilen Fallen, die im Palast versteckt waren. Auch die Auflösung, wieso das ganze Theater veranstaltet wurde, war meiner Meinung nach vielleicht ein bisschen zu fantasievoll. Aber im Großen und Ganzen war dieses Buch echt Top und ich kann es nur weiter empfehlen!