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Benutzername: Sikal
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Danksagungen: 10 (erhaltene)


Bewertungen

Insgesamt 361 Bewertungen
Bewertung vom 06.02.2019
Das kleine Buch: Natürliche Deos aus Wald und Wiese
Nedoma, Gabriela

Das kleine Buch: Natürliche Deos aus Wald und Wiese


ausgezeichnet

Einfach nachmachen!

Wer die Serie der kleinen Bücher vom Servus-Verlag kennt, trifft immer wieder auf Gabriela Nedoma. Sie ist Naturpädagogin und Expertin für Grüne Kosmetik. Ihre einfach umzusetzenden Tipps schätze ich sehr und ich habe nun schon einiges ausprobiert. Dieses Mal war ich richtig überrascht – ich wusste nicht, mit welch einfachen Mitteln man sich selbst ein Deo kreieren kann.

Zu Beginn erfahren wir einiges über die Inhaltsstoffe herkömmlicher Deodorants, die Vorteile von Naturdeos und die Probleme, die sich hinter so mancher Substanz verbergen, die in der Werbung als große Errungenschaft angepriesen werden.

Ebenfalls gibt die Autorin kurze Einblicke in die Wirkung von Deos, was man beachten sollte, wenn man auf natürliche Mittel umsteigen möchte und auch aufschlussreiche Erläuterungen in die Welt der Inhaltsstoffe in Naturdeos. Sie zeigt auch die pflegenden und heilsamen Wirkstoffe direkt aus der Natur auf und gibt eine Auflistung, welches Zubehör für die Herstellung von Vorteil ist, bevor man sich in einer Vielfalt an Rezepten vertiefen kann. Und hier ist wirklich für jeden etwas dabei.

Man findet erst eine kurze Beschreibung über die Wirkung des Deos, einfache Zutaten, eine genaue Zubereitungsart sowie die Anwendung. Ebenso ist die Haltbarkeit angegeben und ein Foto veranschaulicht jedes Rezept. Man kann hier wirklich ganz einfach versuchen, sein ganz persönliches Deo herzustellen, dabei hat man die Qual der Wahl, ob man sich nun für das Apfelstrudel-Deo, die Deo-Pralinen mit Gänseblümchen oder doch den Hugo am Stiel entscheiden soll…

Es versteht sich von selbst, dass man hier nicht nur der Haut etwas Gutes tut, sondern dass wieder ein kleiner Schritt in Richtung Müllvermeidung gemacht wird. Ich freue mich jedenfalls, wenn endlich der Schnee weg ist und ich die ersten Experimente mit Gänseblümchen usw. probieren kann.

Natürlich gibt es für diese wertvollen Tipps 5 Sterne.

Bewertung vom 06.02.2019
Das kleine Buch: Meine besten Marillenrezepte
Wagner-Bacher, Lisl

Das kleine Buch: Meine besten Marillenrezepte


ausgezeichnet

Eine Wachauer Delikatesse

Die Autorin und Haubenköchin Lisl Wagner-Bacher ist eine begeisterte Wachauerin. Wer bereits mal das Glück hatte, in ihrem Landhaus Bacher in der Wachau zu Gast zu sein, der weiß auch, wie sorgfältig und liebevoll hier gekocht, Weine kredenzt und das Frühstück gezaubert wird.

Anfangs erzählt sie von der Besonderheit der Wachauer Marille, erinnert sich an die Wachau von früher, die Entwicklung der Vermarktung der Marillen und der Kampf gegen den Frost.

Natürlich dürfen viele erprobte Rezepte nicht fehlen und hier zeigt die Autorin auf, welche Vielfalt man mit dieser Delikatesse fabrizieren kann. Wer jetzt nur an Marillenknödel oder Marillenschnaps denkt, wird bald eines Besseren belehrt… Es finden sich Rezepte zu Torten, Kuchen, Rouladen ebenso wie zu Marillenröster, eingelegte Marillen oder auch ein Marillensüppchen mit Joghurtschaum. Natürlich gibt es auch Marmelade, Chutney, Likör und ein Marillenbrot, was sich sehr interessant anhört.

Die Rezepte sind verständlich erklärt, ein Foto ergänzt noch das Ganze und macht Lust, sofort etwas auszuprobieren. Leider gibt es die Marillenernte erst im Sommer, somit ist noch etwas Geduld angesagt.

Gerne gebe ich für diese einladenden Rezepte 5 leckere Sterne.

Bewertung vom 06.02.2019
Das kleine Buch: Räuchern mit Kräutern und Harzen
Haider, Barbara; Haider, Hans

Das kleine Buch: Räuchern mit Kräutern und Harzen


gut

Rauchnacht oder Raunacht?

Ich kann mich noch erinnern, dass es in meiner Kindheit Tradition war „rachn zu geh’n“. In den drei Rauchnächten mussten alle Familienmitglieder gemeinsam von Raum zu Raum mit der Pfanne marschieren und diverse Rituale abhalten. Irgendwie geht dieses Brauchtum verloren (auch bei uns wird es nicht mehr zelebriert) und ich finde es schön, wenn Menschen diese Tradition wieder aufnehmen.

Die Autoren Barbara und Hans Haider bewirtschaften und bewohnen mit ihren Kindern einen Bauernhof und beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Anbau und der Verarbeitung heimischer Kräuter. Mit diesem Buch aus der Servus-Reihe „Das kleine Buch“ geben sie uns einen Einblick in das Räuchern.

Anfangs wird die Geschichte des Räucherns vorgestellt, die Unterschiede zwischen früher und heute dargelegt. Gut gefällt mir „Räuchern heißt, sich erinnern“, dass man Gerüche mit einem Erlebnis oder einem Ort in Verbindung bringt. Auch kenne ich beispielsweise, dass man durch Räuchern ein angenehmes Raumklima erzeugt oder dem Zuhause eine Geborgenheit gibt.

Im Kapitel über das Räuchern mit Kräutern, Hölzern und Harzen erfährt man einiges über das Sammeln und Trocknen, den Kräuterbuschen, die Besonderheit der Harze und einiges mehr.

Ich hätte mir gewünscht, dass ich mehr über Räuchermischungen erfahre. Die angeführten Kräuter sind zwar sehr ausführlich beschrieben, jedoch fehlt mir hier die Verwendung im Detail – beispielsweise lese ich beim Wacholder, dass dieser ein beliebtes Mittel zur Vorbeugung und zum Schutz vor den Pestepidemien war. Warum ich heute nun mit Wacholder räuchern soll, erschließt sich mir nicht so ganz. So geht es mit den meisten Kräutern, bei denen viele Geschichten und Mythen aufgeführt werden, man liest nicht genau warum man es denn nun verwenden sollte. Ich hätte mich einfach eine Übersichtstabelle oder dergleichen gewünscht, wo man sich auch als Laie zurechtfindet.

Ein interessantes Thema, leider für meine Begriffe nicht ganz optimal umgesetzt. Dafür gibt es nur 3 Sterne.

Bewertung vom 03.02.2019
Gruselwandern in Salzburg
Hutter, Clemens M.

Gruselwandern in Salzburg


ausgezeichnet

Düstere Wanderungen hautnah erleben

Der Autor Dr. phil. Clemens M. Hutter stellt uns mit seinem Buch „Gruselwandern in Salzburg“ 59 Routen quer durch die Stadt Salzburg und das Salzburger Land vor, welche die dunkelsten Kapitel der Salzburger Landesgeschichte aufleben lassen.

Er erläutert historische Begebenheiten, erklärt Hintergründe, wie es zu Mythen und Aberglaube kommen konnte und räumt damit auf – beispielsweise waren gerade in Salzburg nicht nur Frauen von der Hexenverfolgung betroffen, sondern zum Großteil Männer. Ebenso widerlegt er das Vorurteil, dass die Hexenjagd von der Obrigkeit angeordnet wurde.

Ein ziemlich grausames Beispiel zeigt die Geschichte rund um den Zauberer Jackl, bei der es letztendlich 138 Opfer gab und der Jackl selber untertauchen konnte.

Die Grausamkeiten der Folterungen, die Denunzianten und auch die zum Teil erfolgten Begnadigungen werden von Hutter auf diesen Rundwegen erläutert. Man meint selbst Teil dieses Gruselkabinetts zu werden und verfolgt mit Spannung die Hexentänze auf dem Untersberg oder begegnet der Weißen Frau auf der Festung während man Richtstätten, Keuchen, Folterplätze besucht. Welche – zum Teil – stupide, unlogische Begründungen herbeigezogen wurden, um den Tod des Delinquenten zu rechtfertigen, sind haarsträubend. Da dürfen wir uns glücklich schätzen, dass wir diese Grausamkeiten nicht mehr ertragen müssen.

Jede Wanderung ist genau mit Start- und Zielpunkt beschrieben, ergänzt mit den Höhenmetern, die es zu überwinden gilt sowie einer ungefähren Gehzeit. Zwischen den Routen werden diverse Begrifflichkeiten erklärt – hier findet man Interessantes über Hexenmacht, eine sadistische Justiz, Inquisition, Hostienfrevel, Teufelsbündisse und einiges mehr.

Ein Einblick in einen schrecklichen Teil der Geschichte, interessant und informativ. Gerne vergebe ich 5 Sterne.

Bewertung vom 02.02.2019
Queen Victoria
Baird, Julia

Queen Victoria


ausgezeichnet

„Die Großmutter Europas“

Die australische Historikerin Julia Baird promovierte mit einer Arbeit über Frauen in der Politik, heute arbeitet sie als Moderatorin und Journalistin. Mit ihrer Biographie über Queen Victoria (1819 – 1901) zeigt sie uns ein außergewöhnliches Bild einer beeindruckenden Persönlichkeit. Die Autorin hat eine Menge an Recherchematerial aufbereitet, wobei viele private Briefwechsel der Königin von den Erben vernichtet wurden.

Das Buch ist in fünf gut strukturierte Teile gegliedert und zeigt anfangs das Leben in ihrem Elternhaus nach dem Tod des Vaters, Kämpfe mit der Mutter und deren Vertrauten John Conroy, der Victoria massiv unter Druck setzte, um selber zu Macht und Ansehen zu gelangen. Das Verhalten der Mutter in diesem Konflikt war sehr enttäuschend und zeigt wenig Mitgefühl oder Verständnis für die junge Victoria. Verständlich, dass sie immer auf der Suche nach einem Menschen ist, dem sie blindlings vertrauen kann. Erst findet sie in Lord Melbourne einen verständnisvollen Freund und später dann in ihrem Ehemann Albert.

Interessant, dass sie sich als junge Königin an ihren Berater Melbourne klammert, der ihr Lehrmeister im Regieren ist, ohne zu merken, dass sie ihre Eigenständigkeit aufgibt. Als sie Prinz Albert von Sachsen-Gotha heiratet, zeigt sie anfangs noch die Monarchin – doch ihr Mann ist definitiv der bessere Stratege und nutzt die Gunst der Stunde, um sich in den Vordergrund zu drängen. Somit wurde Albert als „heimlicher König“ gehandelt. Nach seinem Tod versinkt sie in einem tiefen Loch und findet erst nach einer langen Trauerphase ihre Stärke und ihren eigenen Weg.

Wie sie ihr Witwendasein erlebt, mit welchen psychischen Problemen sie zu kämpfen hatte und wie sehr sie sich nach Zuneigung sehnte, zeigt die Autorin sehr ausführlich. Es wird auch ihre Freundschaft zu John Brown und Abdul Karim in den Fokus gerückt. Während sie um John Brown letztlich wieder aufgrund seines Todes trauern musste, enttäuschte sie der Hochstapler Abdul Karim.

Die neun Kinder Viktorias und Alberts wurden strategisch wichtig vermählt und mussten zum Teil ein unglückliches Leben fristen. So breitete sich auch die Bluterkrankheit im europäischen Hochadel aus.
Julia Baird hat hier eine Top-Biographie über eine sehr interessante historische Persönlichkeit verfasst, gibt einen Einblick in das viktorianische Zeitalter, die technische Entwicklung und die politische Veränderungen.
Ergänzend findet man einige Bilder, eine Stammtafel und einen sehr ausführlichen Anhang mit weiterführender Literatur.
Für diese informative, ausführliche Biographie vergebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Bewertung vom 02.02.2019
Begeisterung
Kaltenstein, Micky

Begeisterung


ausgezeichnet

Porträts abseits des Mainstreams

Wenngleich die Tageszeitungen oder die Nachrichtensendungen überquellen vor lauter schrecklichen, dramatischen Geschehnissen, darf man sich auch mal zurücknehmen und die Welt vorüberziehen lassen. Daran denken, dass es Menschen gibt, die sich für ihr Tun dermaßen begeistern, dass deren Welt reicher wird.

Die Autorin Micky Kaltenstein stellt in ihrem Buch neun Porträts begeisterter Menschen vor. Dabei treffen wir auf Persönlichkeiten, die sich von der Masse abheben – nicht nur dadurch, WAS sie tun, sondern vor allem WIE, wieviel Engagement und Enthusiasmus ständige Begleiter sind.

Wir begegnen:
Dem Chansonnier, Schauspieler und Regisseur Georg Clementi;
der jüngsten Solo-Weltumseglerin Laura Dekker;
dem Keramikkünstler Gerald Tusch;
der Dirigentin und Orchester-Gründerin Elisabeth Fuchs;
der Maßschuhmacherin Gabriele Gmeiner;
dem TV-Moderator, Autor und Schauspieler Ralph Caspers;
der ehemaligen Opernsängerin, Gesangslehrerin und Boutique-Besitzerin Barbara Bonney;
der ehemaligen Gewandmeisterin und aktiven Musik-Liebhaberin Hildegard Neumann;
und dem Neurobiologen sowie Hirnforscher Gerald Hüther.

Diese Menschen geben einen Einblick in ihr Tun, erzählen über ihre Anfänge, ihren Weg dahin, über Umwege, ihre Intention. Wobei Gerald Hüther von der Begeisterung als kurzes Aufflackern spricht und die Freude über die Begeisterung stellt, weil diese intensiver und länger anhaltend ist. Gut gefiel mir der Vergleich zwischen der Begeisterung und dem Verliebtsein, während die Freude mit Liebe verwandt ist.

Die Porträts sind sehr unterschiedlich durch die breite Auswahl der Personen und doch findet sich der rote Faden, der alle auf einem gemeinsamen Nenner vereint.

Ich würde mir wünschen, dass in den Schulen und im Elternhaus den Kindern ein breiter Tisch an Möglichkeiten angeboten wird, aus denen sie wählen können. Jedes Kind hat ein besonderes Talent, muss es für sich finden und dies gilt es zu unterstützen. Nur diese Vielfalt ist ein wertvoller Motor unserer Gesellschaft.

Bewertung vom 27.01.2019
Giorgio Locatelli - Italy. Made at Home
Locatelli, Giorgio

Giorgio Locatelli - Italy. Made at Home


ausgezeichnet

Für Liebhaber der italienischen Küche ein Muss

Giorgio Locatelli ist Koch. Ein Spitzenkoch. Einer, für den sein Beruf eine Berufung ist. Ob die Welt jetzt noch ein Kochbuch braucht, lass ich jetzt mal so dahingestellt … Auf jeden Fall wäre es schade, wenn es dieses Buch nicht gäbe. Locatelli gibt hier einen Einblick in seine private Küche, stellt uns einfache aber raffinierte Rezepte vor – welche für den Alltag, jedoch auch für die Bewirtung von Gästen.

In der Einleitung beschreibt er seine Intention, denkt über die Ressourcen der Erde und noch einiges andere nach. Während Locatelli in seiner Wahlheimat London aus einer Vielzahl an Zutaten wählen kann, sein Geschmackshorizont erweitert wurde, reduziert sich in seinem Urlaubsdomizil Apulien die Zutatenliste auf einige qualitativ hochwertige Produkte, wie beispielsweise frischen Fisch aus dem Hafen oder frisches Gemüse vom Markt.

Das Buch ist gut strukturiert und es findet sich für jeden Geschmack etwas:

Saisonale Salate und Gemüsesorten
Einfache Suppen
Panini, Crostini, Pasteten und andere Snacks
Pasta, Reis und Pizza
Lieblingsgerichte mit Fisch und Meeresfrüchten
Gegrilltes Fleisch, Braten und Eintöpfe
Kuchen, Leckereien und Eiscremes

Viele leckere Rezeptideen machen Lust darauf, sofort den Kochlöffel zu schwingen und die Rezepte selbst auszuprobieren. Wobei man die Qual der Wahl hat, welches man wohl zuerst der eigenen Familie kredenzen sollte – Schinken-Mozzarella-Calzoncini oder eine Brasse in der Salzkruste, Orecchiette mit Tomate und Ricotta salata oder doch eher Ossobuco und als Nachtisch eine Honig-Vanille-Rolle.

Neben einer übersichtlichen Zutatenliste finden sich ausführliche Beschreibungen der Zubereitungsschritte, ergänzt durch Bilder und viele persönliche Geschichten.

Positiv finde ich auch, dass gewisse Themen besonders hervorgehoben werden. Hierzu gibt es erst eine Geschichte und im Anschluss 4 spezielle Zubereitungsmethoden, beispielsweise „Riccota-Nocken x 4“ mit den Varianten „mit Erbsen“, „Spinat“, „Pilzen“ oder „Schwarzen Trüffeln“.

Das Buch ist sehr hochwertig gestaltet, hat ein angenehmes Format und lädt dazu ein, den Italien-Urlaub nach Hause zu verlegen. Viele Tipps und Tricks machen das Nachkochen relativ einfach und was spricht dagegen, die ganze Familie zu einem gemeinsamen Kochabenteuer einzuladen, um im Anschluss daran einen wunderbaren italienischen Abend zu genießen. Gerne vergebe ich für dieses besondere Kochbuch 5 Sterne.

Bewertung vom 26.01.2019
Das Teenager-Gehirn
Blakemore, Sarah-Jayne

Das Teenager-Gehirn


sehr gut

„Mein Gehirn ist nicht kaputt“

Teenager sind launisch, aggressiv, unzuverlässig, sie sind risikobereit, unvernünftig, antriebslos – dieses stereotype Schubladendenken wird hochgehalten. Die Autorin und Neurowissenschaftlerin Sarah-Jayne Blakemore räumt in diesem Buch mit solchen Mythen auf und gibt Einblick in eine enorme Umbauphase, die das Gehirn in der Adoleszenz zu bewältigen hat: „Aber wie wir mittlerweile wissen, ist das typische Verhalten von Heranwachsenden weder gedankenlos noch destruktiv. Es hat seine Gründe. Risikobereitschaft, übersteigerte Unsicherheit und mehr Zeit in Gesellschaft von Freunden – all das sind Symptome eines wichtigen Stadium der Gehirnentwicklung.“

Mittlerweile weiß man, dass das Gehirn nicht bereits in den ersten Lebensjahren fertig ausgebildet ist, sondern weiß aufgrund neuerer technischer Möglichkeiten und erfolgreicher Langzeitstudien um laufende Umbauphasen (besonders während der Pubertät) bis zum Erwachsenenalter.

Die Autorin beschreibt sehr detailliert und für den Laien verständlich wie dieser Umbauprozess vonstattengeht, veranschaulicht durch Fallbeispiele und verdeutlicht durch unzählige Studien. Sie erklärt auch, warum Jugendliche im Beisein von Freunden beispielsweise risikobereiter sind oder wie sich der Gemeinschaftssinn nach der Kindheit bis ins Erwachsenenalter entwickelt.

Teilweise schildert Blakewell die Studien sehr ausgiebig, sodass es schon einiges an Motivation braucht, diese so genau zu verfolgen. Viele Grafiken und Diagramme ergänzen und machen so einiges verständlich und aussagekräftig.

Außerdem berichtet sie über ein Theaterstück, welches Jugendliche erarbeitet haben und wer es bis dahin noch nicht verstanden hat, wird nun mit der Nase drauf gestoßen: „Mein Gehirn ist nicht kaputt. … Ich werde, wer ich bin.“

Tolle Einblicke in die Welt der Forschung, interessante Ansätze und viel Neues – dies alles wird deutlich dargeboten. Ein wertvolles Buch. Ich würde allen Teenagern wünschen, dass sich deren Eltern nicht damit beschäftigen, in Wutausbrüche zu verfallen oder entnervt die Augen zu verdrehen, sondern mal einen Blick in dieses Buch werfen – vieles wird verständlicher…

„… Die Adoleszenz ist eine Lebensphase, in der das Gehirn wichtige Veränderungen durchmacht: Das sollten wir verstehen, fördern – und uns darüber freuen.“

Bewertung vom 25.01.2019
Wer spinnt, gewinnt!
Gutmann, Johannes

Wer spinnt, gewinnt!


ausgezeichnet

Ein Spinner oder ein Visionär?

Johannes Gutmann, der Gründer von Sonnentor, ist – zumindest in Österreich – den meisten ein Begriff. Oft als Spinner hingestellt, hat er sich vor nunmehr 30 Jahren dazu aufgerafft, seine Idee von Regionalität und einer lebenswerten Umwelt umzusetzen. Bio-Kräuter aus dem Waldviertel waren damals wohl wirklich noch für viele ziemlich utopisch, drei Kräuterbauern glaubten an den Visionär Gutmann und starteten mit ihm dieses gewagte Experiment. Heute ist Sonnentor ein international anerkanntes Unternehmen, alleine im Waldviertel Arbeitgeber für mehr als 300 Menschen und immer noch geprägt von Johannes Gutmann, seinen Ideen, seinem Bauchgefühl und seinem gesunden Hausverstand.

„Den Jammerern und Krisenpropheten sollen wir ins Gesicht lachen und mit der Veränderung, die wir wollen, selbst anfangen.“

In dem Buch „Wer spinnt, gewinnt“ erzählt er seine Geschichte, wie es zum Startschuss kam, warum die Lederhose sein Glücksbringer ist und wie es sich mit Handschlagqualität leben lässt. Man unternimmt mit ihm Ausflüge in die nähere Umgebung des Waldviertels, besucht dort seine Kräuterlieferanten ebenso wie in Tansania oder Albanien.

Welche Stolpersteine er zu bewältigen hatte, wie oft er auf die Nase fiel und auch Einblicke in sein Privatleben erzählt Gutmann offen und ehrlich. Er zeigt seinen Betrieb in Sprögnitz, das Restaurant, die neue Übernachtungsmöglichkeit und erzählt über die Permakultur am Frei-Hof.

Im Anschluss findet man noch einige Rezepte, die es Wert sind ausprobiert zu werden. Beispielsweise findet man die Waldviertler Gute-Laune-Knödel oder Sieglindes Erdäpfelpizza (die gibt es bei uns immer wieder, weil alle begeistert sind) sowie die Flower-Power-Mohntorte und noch einige mehr.

„Wir sind nicht die Firma, die morgen die Welt retten wird. Aber wir tragen Kleinigkeiten bei, die zählen.“

Man darf sich wünschen, dass Johannes Gutmann mit seinem Betrieb weiterhin Erfolgt hat, dass seine Ideen auch in Zukunft von den Menschen angenommen werden und dass ihm sein Respekt und die Wertschätzung den Menschen und der Umwelt gegenüber bleiben. Darauf ein Handschlag – und wir glauben ihm …

Bewertung vom 23.01.2019
Im Bann der wilden Tiere
Kieling, Andreas

Im Bann der wilden Tiere


ausgezeichnet

Beeindruckende Geschichten und tolle Hintergrundinformationen

Dass der Autor des Buches „Im Bann der wilden Tiere“ nicht nur Deutschlands berühmtester Tierfilmer ist, sondern seine Erfahrungen bereits drei Jahrzehnte zurückreichen, wird in diesem eindrucksvollen Bildband deutlich.

Von den Grizzlybären Alaskas über die Wildkatzen Brasiliens, nach Asien und Afrika bis hin zu den Gewässern Australiens spannt sich der Bogen der Bilder und die dazugehörigen Geschichten des Autors tun das übrige.

Unzählige Bilder von Tieren, Menschen und Landschaften verteilt auf beinahe 300 Seiten geben dem Betrachter und Leser dieses Buches einen Einblick in die Arbeit eines Experten, der seit 1990 dieses Handwerk zu seiner Profession erklärt hat.

Die Erzählungen des Autors sind aber nicht nur Schilderungen seiner abenteuerlichen Reisen durch die ganze Welt – seine Geschichten sollen uns auch zu denken geben. Zu denken geben, wie wir mit unserer Umwelt umgehen. So begegnen wir beispielsweise den vom Aussterben bedrohten Sibirischen Tiger – der bezeichnender Weise bereits als sibirischer Geist beschrieben wird – und erfahren einiges über die illegale Jagd wie auch über diese Menschen, welche mit dem Tiger leben.

Andreas Kieling zeigt das Leben der Anti-Wilderer-Brigade in der russischen Taiga und deren Bemühen um die bedrohten Tierarten neben seinen Bildern des sibirischen Tigers, ebenso wird auch die Mutprobe mit Krokodilen nicht auszulassen…

In Australien mit den größten Krokodilen der Welt um die Wette zu tauchen ist sicher nicht jedermanns Sache. Die Geschichten, die bei solchen Abenteuern entstehen, sind da schon eher für Otto Normalverbraucher geschrieben – und werden diese mit den Bildern des Filmemachers und Fotografen untermalt, entstehen viele weitere Geschichten und Bilder im Kopf des Lesers.

Dass die Fotografie eine der großen Leidenschaften des Autors ist, lässt sich an vielen seiner Bilder erkennen. Das Wichtigere an diesem Buch ist es jedoch aufzuzeigen, mit welcher Artenvielfalt wir uns den Planeten Erde teilen dürfen und darauf hinzuweisen, dass wir für diese Arten auch eine Schutzfunktion übernehmen müssen.

Es wäre schade, würden für unsere Kinder und Enkel die von Andreas Kieling gefilmten und fotografierten Tiere alle zu Geistern - wie für uns bereits der sibirische Tiger.

Andreas Kieling bringt seinem Sohn bereits das Handwerk des Filmens und Fotografierens bei, indem dieser ihn bei seinen Abenteuern begleiten darf. Sohn Erik hat somit Gelegenheit, die Artenvielfalt auf eine Weise kennen zu lernen, wie es nur wenigen Menschen beschieden ist. Geben wir unseren Kindern zumindest die Chance, zu wissen, dass wir mit diesen Tieren die Welt teilen und nehmen wir uns die Aussage des Buches zu Herzen.