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Christiane
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Ich liebe Lesen!!!

Bewertungen

Insgesamt 470 Bewertungen
Bewertung vom 29.08.2024
Rosenbauer, Dagmar

Rübentod


ausgezeichnet

Den Regionalkrimi “Rübentod” hat Dagmar Rosenbauer im Juli 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist kriminell gut. Es wirkt atmosphärisch düster auf mich. Der perfekt platzierte schwarze Rabe kündigt Unheil an. Das ländliche Brandenburg wird durch das Gatter und den Hof im Hintergrund betont. Die nebelige Landschaft sorgt bei mir für eine Gänsehaut. Der Titel passt perfekt zur Geschichte und ist gut lesbar. Nina Schäfer präsentiert sich mit diesem Cover wieder als Anwärterin für das Cover des Jahres.
Es hat nur wenige Sätze gedauert und mein Geist hat sich in die Geschichte vertieft. Der Schreibstil von Dagmar Rosenbauer liest sich leicht und locker. In einer Rübenmiete in Brandenburg wird eine verweste Leiche gefunden. Marley Leonhardt, frisch gebackene Polizeichefin in Neuruppin, benötigt dringend einen Erfolg. Leider sieht es zunächst gar nicht danach aus. Lange ist unklar, wer denn die Tote ist. Doch da ist noch Richard Said Wagner, der freigestellte Berliner Polizeisprecher. Können die beiden gemeinsam den Fall lösen?
Dagmar Rosenbauer hat ihre Haupt- und Nebenfiguren entsprechend ihrer Rollen unterschiedlich fein und ausreichend gezeichnet. In ihren Persönlichkeiten agieren sie logisch und nachvollziehbar, das lässt sie lebendig werden. Mit Marley und Richard hat sie zwei Charaktere an den Start geschickt, die mir beide gut gefallen. Marley kämpft mit ein wenig Übergewicht und den unterschiedlichsten Anforderungen, die an sie gestellt werden. Richard kämpft mit seiner persönlichen Geschichte. Beide gefallen mir auf Anhieb. Es macht mir Spaß, den zweien durch den Krimi zu folgen.
Lange habe ich keine gute Idee, wer denn der Täter sein könnte. Dagmar Rosenbauer ist geschickt und lässt mich fleißig rätseln. Sie führt mich in die Irre und überrascht an sorgfältig ausgesuchten Stellen mit unerwarteten Wendung. Ihren Kriminalfall löst sie kurz vor Schluss auf. Meine Fragen sind beantwortet und es bleibt die Neugier auf ihr neues Werk. Ich hoffe, ich muss nicht so lange warten.
Alles in allem hat Dagmar Rosenbauer mit “Rübentod” einen ausgezeichneten Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, mit dem ich einige spannende Lesestunden verbracht habe. Gerne empfehle ich diesen Regionalkrimi uneingeschränkt weiter. Von mir bekommt die Autorin für ihr erstaunlich ausgereiftes Erstlingswerk verdiente 5 Lesesterne.

Bewertung vom 25.08.2024
Schlennstedt, Jobst

Tod in der Wiek


ausgezeichnet

Den Regionalkrimi “Tod in der Wiek” hat Jobst Schlennstedt im August 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das unheilvoll wirkende Cover passt hervorragend zur Geschichte und in das Genre. Der Titel und der Name des Autors sind gut lesbar.
Von Jobst Schlennstedt habe ich schon einige Regionalkrimis gelesen. Sie haben mir alle gut gefallen. So habe ich nicht gezögert, als mir “Tod in der Wiek” in die Hände gefallen ist. Gespannt fange ich an zu lesen.
Am Ufer des südlichen Priwalls treibt eine Leiche im Wasser. Es handelt sich um einen Restaurantbesitzer. Das Lübecker Ermittlungsteam stößt auf eine zerstrittene Familie und auf viele Verdächtige. Morton Sand, Kommissar, kämpft noch mit seinem persönlichen Trauma. Er hat einen Menschen erschossen. Dann bekommt der ehemalige Ermittler Birger Andresen einen Anruf und es wird klar, das noch mehr Menschen in Gefahr sind.
Jobst Schlennstedt startet mit einem Prolog, der mir Gänsehaut verursacht. Früh präsentiert er seine erste Leiche. Der erste Verdächtige ist schnell ausgemacht und lange deutet alles darauf hin, das er es auch gewesen sein könnte. Mir ist diese Lösung jedoch zu einfach und so beschäftige ich mich mit der Suche nach dem wahren Täter. Der Autor ist geschickt. Er liefert dem Lübecker Ermittlungsteam und mir viele Hinweise. Gerne auch falsche. Er führt mich in die Irre, lässt mich neu denken und löst zum Schluss seinen Kriminalfall mit einem spannenden Showdown auf, der mir heute schon Lust auf den nächsten Band macht.
Der Schreibstil des Autors liest sich gewohnt flüssig. Er nutzt die modernen Worte und geizt nicht mit Spannung. Das Tempo ist hoch und ich bin vom ersten bis zum letzten Buchstaben voll dabei. Einmal mit dem Lesen begonnen, ist es kaum noch möglich, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer möchte ich wissen, wie es denn nun weitergeht und so habe ich die ca. 288 Seiten in nur zwei Abschnitten gelesen.
Alles in allem hat Jobst Schlennstedt mit “Tod in der Wiek” einen ausgezeichneten Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, mit dem ich einige spannende Lesestunden ab vom Alltag verbracht habe. Gerne empfehle ich diesen Regionalkrimi uneingeschränkt weiter. Von mir bekommt der Autor verdiente 5 Lesesterne.

Bewertung vom 23.08.2024
Vorndran, Helmut

Die Quokka-Insel


ausgezeichnet

Den Kriminalroman “Die Quokka-Insel” hat Helmut Vorndran im Juli 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Titelbild mit dem Mammutbaum passt gut zur Geschichte. Der Name des Autors und der Titel sind gut lesbar.
Es ist mein erstes Buch mit Helmut Vorndran und ich bin bereits nach den ersten Sätzen von seinem feinen Humor und dem irrsinnigen Sprachwitz restlos begeistert. Der Autor zwingt mich zum langsam lesen. Normalerweise lese ich ca. 100 Seiten in einer Stunde. In dieser Erzählung habe ich 50 Seiten gelesen, damit mir auch nichts entgeht.
In der Bamberger Gegend verschwinden Menschen. Sie tauchen an anderen Stellen wieder auf. An fremden Stränden in der Südsee. Allerdings nicht im Originalzustand. Dann gibt es Tote und die Bamberger Polizei ist gefordert. Kommissar Haderlein, Lagerfeld und die Neukommissarin Kira Sünkel versuchen einem wahnsinnigen Mörder Einhalt zu gewähren.
Mit Spannung geizt der Autor nicht. Es gelingt ihm, seine Erzählung so zu gestalten, dass ich vom ersten bis zum letzten Buchstaben gebannt im Buch bleibe. Mal wechselt er den Erzählstrang, mal präsentiert er mir neue Informationen und dann versucht er mich abzulenken, was ihm durchaus auch gelingt.
Nach und nach lerne ich die Protagonisten kennen und lieben. Besonders Kira Sünkel hat es mir mit ihrer herrlichen direkten Art angetan und ich habe jede Szene mit ihr genossen. Der Dachdeckergeselle hat mich zum Schmunzeln gebracht und der kleine Alexsander hat mein Herz berührt. Dieser Krimi hat einfach alles, was eine gute Geschichte ausmacht.
Helmut Vorndran hat mit “Die Quokka-Insel” einen erstaunlich guten Krimi aus Franken auf den Büchermarkt gebracht, der einfach lesenswert ist. Gerne empfehle ich diese Erzählung all denen weiter, die auch bei einem Krimi auch mal lachen mögen. Von mir bekommt der Autor verdiente 5 Lesesterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Bewertung vom 19.08.2024
Hennig von Lange, Alexa

Vielleicht können wir glücklich sein / Heimkehr-Trilogie Bd.3


ausgezeichnet

Den Roman “Vielleicht können wir glücklich sein” hat Alexa Hennig von Lange am 13. August 2024 gemeinsam mit dem Verlag DuMont herausgebracht. Es ist der 3. Teil der Heimkehr-Trilogie und damit der Abschluss. Der Roman kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Ich empfehle jedoch, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Es hat nur ein paar Sätze gedauert und schon war ich in die Geschichte versunken. Alexa Hennig von Lange erzählt in einem literarischen Schreibstil, der sich locker und leicht lesen lässt. Für jeden, der das Wort mag, ist jede Zeile ein Genuss.
In erster Linie beschäftigt die Autorin den Leser mit der Zeit um 1945. Klara müht sich ab, so gut sie kann. Sie kümmert sich um ihre vier Kinder. Gleichzeitig kämpft ihr Mann Gustav in Schlesien um das Überleben. Der schreckliche Krieg neigt sich dem Ende entgegen und es kommen die Alliierten. Klara fragt sich, ob es einen neuen Anfang geben kann. Lockere 50 Jahre später beschäftigt sich Klaras Enkelin Isabell mit dem Nachlass ihrer Großmutter. Tonbandaufnahmen erzählen ihr aus Klaras Leben und Isabell entdeckt viele Seite an Klara, die ihr bisher verborgen geblieben sind.
Alexa Hennig von Lange erzählt aus der dunklen Vergangenheit Deutschlands. Klara ist eine starke Frau. Sie bemüht sich, in einer schwierigen Zeit das richtige zu tun. So versteckt sie über 10 Jahre ein jüdisches Flüchtlingsmädchen und gibt sie als ihre Tochter aus. Später verschickt sie das Mädchen nach England, wo es nie ankommt. Klara lässt die Frage nicht los, was mit dem Mädchen geschehen ist.
Das Besondere an dieser Geschichte ist das Gefühl das die Autorin mir beim Lesen vermittelt. Es ist eine Gänsehautmischung aus Neugier, Empathie, Achtung und der Frage, was hätte ich in der Zeit gemacht? Wäre ich auch so mutig gewesen?
Mit dieser Erzählung habe ich viele unterhaltsame und berührende Lesestunden ab vom Alltag verbracht. Die Geschichte “Vielleicht können wir glücklich sein” empfehle ich gerne allen Lesern, die sich für die deutsch-deutsche Geschichte interessieren.

Bewertung vom 16.08.2024
Jähnel, Sven

Die Melodie von rotem Ahorn


sehr gut

Nachdem mir “Kathmandu & Ich” von Sven Jähnel gut gefallen hat, wollte ich gerne “Die Melodie von rotem Ahorn” lesen. Das Titelbild wirkt warmherzig und romantisch auf mich. Es passt gut in das Genre und zur Geschichte. Aus der Reihe “Weltweit Verliebt” habe ich fast alle Teile gelesen und so bin ich gespannt in diese Geschichte gestartet.
Der Kölner Nick, der für einen japanischen Automobilzulieferer arbeitet, soll für eine Weile nach Japan gehen. Für ihn ist es die Gelegenheit, mehr über seine japanische Mutter und ihr Heimatland herauszufinden. Leider ist es Herbst und in Japan fallen die Blätter. Nick wäre lieber im Frühjahr zur Kirschblüte gereist. Mitten in Nagoya läuft ihm Lisa über den Weg und ruckzuck verlieben die zwei sich ineinander. Für Nick läuft die Zeit. Seine Geschäftsreise nährt sich dem Ende entgegen und er verlässt Japan. Lisa, die nicht an die Liebe auf Distanz glaubt, gibt Nick einen Korb. Ist das auch das Ende der Liebe zwischen Lisa und Nick?
Der Schreibstil des Autors liest sich angenehm flüssig, locker und leicht. Die modernen Worte wandeln sich beim Lesen in herrliche Bilder und atmospärische Situationen. Ich kann mir alles gut vorstellen und habe beinahe das Gefühl, ich sei in Japan live dabei. Geschickt führt Jähnel mich durch die japanische Kultur, die so ganz anders ist, als die Deutsche. Es ist vor allem die Rolle der japanischen Frau, die sehr rückständig ist. Da ich selber mal in einem weltweiten Kaffeekonzern gearbeitet habe, kann ich das gut nachvollziehen.
Einmal mit dem Lesen gestartet, fällt es mir schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer möchte ich wissen, wie es denn nun weitergeht und so habe ich diese Geschichte über ca. 341 Seiten in drei Abschnitten gelesen.
Amüsant finde ich die Beschreibung von Lisa, die mich ein wenig an Prinzessin Leia aus den Star Wars Filmen erinnert. Lisa, ihre Freunde, Nick und seine Kollegen sind entsprechend ihrer Rollen unterschiedlich fein gezeichnet und für mich sind sie beim Lesen alle in Ordnung. Etwas schnell ging mir das Überwinden der großen Angst vor dem Singen in der Öffentlichkeit bei Lisa.
Alles in allem hat Sven Jähnel einen romantischen und lebendigen Liebesroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Mit dieser Erzählung habe ich viele unterhaltsame Lesestunden verbracht und empfehle ich ihn gerne ohne Einschränkungen weiter. Wer Lust auf eine Reise nach Japan hat, der ist hier gut aufgehoben. Von mir bekommt der Autor verdiente 4 Lesesterne.

Bewertung vom 15.08.2024
Miglar, Astrid

Die Schwarze Gräfin. Geheimnisse an der Eisenstraße


ausgezeichnet

Den Roman “Die schwarze Gräfin” hat Astrid Miglar gemeinsam mit dem Verlag emons: am 22. August 2024 herausgebracht. Das Cover ist ein großer Hingucker. Auf Anhieb habe ich mich für das Buch interessiert und zugegriffen. Es passt gut zur Geschichte und in das Genre. Magdalena, die schwarze Gräfin, wirkt wunderschön, etwas verrucht und sinnlich auf mich. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar. Astrid Miglar kenne ich bisher noch nicht. Da ich gerne neue Autoren kennenlerne bin ich neugierig auf ihre Geschichte.
Ich beginne zu lesen und lerne Magdalena kennen. Sie lebt in ärmlichen Verhältnissen und leidet unter den Wutausbrüchen ihres trunksüchtigen Ehemannes. Magdalena hat nur ein Ziel. Sie will ihren Mann loswerden und im Luxus Leben. An der Seite von Oscar Schneeberg. Dem Erben der Hammerherrendynastie.
Der Schreibstil der Autorin ist der Zeit angepasst. Er lässt sich flüssig lesen und so finde ich mich nach nur wenigen Sätzen in der Geschichte wieder. Vor meinen Augen entsteht Satz für Satz eine dörfliche Landschaft, die besonders im Winter ganz schön trist ist.
Zügig serviert Astrid Miglar den ersten Toten. Magdalena sorgt dafür, dass ihr Ehemann Gustav in einer eiskalten Winternacht erfriert. Wer denkt, Gustav hat ein tragisches Schicksal getroffen, der irrt. Wer denkt, jetzt wird alles gut, irrt ebenfalls. Magdalena wird das Erbe nicht zuerkannt und so kommt sie als Haushälterin beim örtlichen Pfarrer unter und das Unglück nimmt seinen Lauf. An den richtigen Stellen setzt die Autorin gekonnt unerwartete Wendungen ein. Es sind nicht viele, doch sie sitzen richtig. Diese Erzählung ist so spannend gestaltet, dass ich die ca. 222 Seiten in nur zwei Abschnitten gelesen habe.
Ihr ganzes Können legt Miglar in die Zeichnung der Persönlichkeiten. Mir wird erst nach und nach klar, wie berechnent Magdalena ist. Mindestens ebenso faszinierend wie Magdalena sind der örtliche Pfarrer Matthias, Vitus und Oscar Schneeberg. Es ist schon erstaunlich, wie vielschichtig abgründig diese Figuren skizziert sind.
Die schwarze Gräfin” von Astrid Miglar ist eine kunstvoll erzählte Geschichte, die 1949 an der Eisenstraße spielt und die von einer herrlich bitterbösen und sehr berechnenden Magdalena lebt. Von mir bekommt die Autorin völlig verdiente 5 Lesesterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Bewertung vom 07.08.2024
Kalpenstein, Friedrich

Salute - Der letzte Espresso


ausgezeichnet

Den Kriminalroman “Salute, Der letzte Espresso” hat Friedrich Kalpenstein am 13. August 2024 gemeinsam mit dem Verlag Edition M herausgebracht. Das Cover passt gut zum Genre und zur Geschichte.
In einem ruhigen Ton und mit modernen Worten erzählt Friedrich Kalpenstein von Paul Zeitler, der in Bardolino ein Café eröffnet hat, nachdem er seinen Job als Hauptkommissar in München an den Nagel gehängt hat. Als sein letzter Gast nicht mehr an seinem Tisch sitzt, fragt Paul sich gerade, wer denn wohl die Zeche zahlt. Da findet er in seinen Waschräumen einen Toten und Commissario Lanza von der örtlichen Polizei beginnt zu ermitteln. In Paul erwacht der der ehemalige Hauptkommissar und das ist Lanza gar nicht recht. Lanza verdächtigt Paul, denn er fragt sich, wer den Toten wohl umgebracht hat und warum das ausgerechnet in Pauls Café passiert ist.
Es dauert nur wenige Buchstaben und der Autor lockt meinen Geist in die Geschichte. Schnell fühle ich mich in Bardolino wohl und lerne die Protagonisten kennen. Paul, die blonde Lisa von nebenan und den Bäcker finde ich auf Anhieb sympathisch. Lisas Chihuahua bringt mich gerne zum Lachen. Lanza ist etwas verstockt. Mit der Zeit gewöhne ich mich an ihn und Paul vermutlich auch.
Friedrich Kalpenstein beschreibt die Gegend, die Menschen und die Gepflogenheiten am Gardasee so bezaubernd, dass ich mich beim Lesen erhole und mich fühle, als sei ich persönlich in Bardolino. Vom ersten bis zum letzten Wort genieße ich diese Erzählung im vollem Umfang. Es fällt mir schwer, das Buch zwischendurch mal aus der Hand zu legen, denn ich möchte immer unbedingt wissen, was denn als nächstes passiert.
Der eigentliche Krimi startet schnell und der Autor lässt mich lange im Unklaren, wer denn wohl der Mörder sein könnte. Die Auflösung kommt kurz vor Schluss und meine Fragen sind beantwortet.
Alles in allem hat der Autor Friedrich Kalpenstein mit “Salute, Der letzte Espresso” einen Kriminalroman auf den Büchermarkt in dem einfach alles stimmt. Dafür bekommt er von mir 5 Lesesterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Bewertung vom 06.08.2024
Uhmann, Maggie

Korallenträume und Floridaliebe


ausgezeichnet

“Korallenträume und Floridaliebe” ist mein erster Roman von Maggie Uhmann. Das Titelbild wirkt frisch, fröhlich und romantisch auf mich. Es passt gut in das Genre und zur Geschichte. Aus der Reihe “Weltweit Verliebt” habe ich schon einige Teile gelesen. Als mir Korallenträume und Floridaliebe in die Hände fiel, konnte ich gar nicht anders und habe zugegriffen.
Julia ist 28 Jahre alt und hat einen Traum. Sie möchte bedrohte Korallen retten. Dafür lässt sie ihre Familie hinter sich und macht sich auf den Weg nach Florida. 6 Monate warten auf sie. Pancakes statt Palatschinken, Weltenbummler statt Familie, Spaß und Abenteuer statt Vernunft.
Maggie Uhmann hat nur ein paar Sätze gebraucht um mich in ihre Geschichte zu locken. Schnell hat sie mich an der Seite der sympathischen Julia nach Florida entführt. Ich mochte die angehende Lehrerin gleich. Julia legt mit Greg legt nicht gerade einen Traumstart hin. Sie verdient sich ihren Ruf als “Eiserne Lady” zurecht. Schnell wird mir klar, hier habe ich es mit einem Paar zu tun, das sich liebt und diese Liebe partout nicht will. Das die Liebe mit dem Verstand wenig zu tun hat ist zwar nicht neu, doch diese Geschichte wird von der Autorin auf eine liebenswerte Art und Weise so nett erzählt, dass es einfach Spaß macht sie zu lesen.
Der Schreibstil der Autorin liest sich locker und leicht. Die modernen Worte wandeln sich beim Lesen in wunderschöne Bilder und in lebendige Situationen. Ich kann mir alles gut vorstellen und habe beinahe das Gefühl, ich wäre bei der Reise live dabei.
Einmal mit dem Lesen gestartet, fällt es mir schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer möchte ich wissen, wie es denn nun weitergeht und so habe ich diese Geschichte über ca. 313 Seiten in zwei Abschnitten gelesen.
Alles in allem hat Maggie Uhmann einen romantischen und lebendigen Liebesroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Mit dieser Erzählung habe ich viele unterhaltsame Lesestunden verbracht und empfehle ich ihn gerne ohne Einschränkungen weiter. Wer Lust auf eine Reise nach Florida hat, der ist hier gut aufgehoben. Von mir bekommt die Autorin verdiente 5 Lesesterne.

Bewertung vom 30.07.2024
Kempfle, Sarah

Mord im Rotstiftmilieu / Bähr und Klein ermitteln Bd.2


ausgezeichnet

Den Kriminalroman “Mord im Rotstiftmilieu” hat Sarah Kempfle im Juli 2024 gemeinsam mit dem Verlag blanvalet herausgebracht. Es ist der zweite Teil mit dem Ermittlerduo Isa Klein und Kommissar Bähr. Die Erzählung ist ohne Vorkenntnisse gut lesbar. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß.
Von Sarah Kempfle habe ich bereits “Übung macht den Mörder” gelesen und so habe ich gleich zugegriffen, als ich ihr neues Werk entdeckt habe. In Grimmingen fühle ich mich schon fast wie zuhause. Da die Autorin nicht mit Lokalkolorit geizt und einen herrlichen Humor hat, freue ich mich auf ein lustiges und spannendes Leseerlebnis.
Ein junger Englischlehrer stirbt. Ein Gasleck ist schuld. Unfall oder Mord? Isa, die eigentlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist, soll ihn vertreten. Die Direktorin, die mich bereits bei ihrem ersten Auftritt an Fräulein Rottenmeier aus Heidi erinnert, hat akuten Personalnotstand und stellt Isa ein. Isa nimmt an und wittert ihre Chance, zu ermitteln. Kommissar Bähr sieht ihre Assistenz natürlich nicht gerne. Schließlich kennt er Isa bereits und weiß, welches Talent Isa für Fettnäpfchen, gefährliche Situationen und Mörder hat.
Der Krimi startet früh und zieht sich sauber durch das Buch. Der Spannungsbogen ist sauber geführt. Es ist einfach immer spannend. Eine unerwartete Wendung folgt auf die nächste und so denke ich regelmäßig neu nach. Erst spät habe ich den richtigen Riecher und freue mich, dass ich mit meinem Verdacht richtig liege. Am Ende sind meine Fragen beantwortet.
In diesem Band ist Isa in Hochform. Ihre Mutter und der Kommissar halten sich eher im Hintergrund und punkten dann mit ihren Auftritten. Sarah Kempfle hat ihre Haupt- und Nebenpersonen sauber ausgearbeitet. Sie agieren jederzeit nachvollziehbar, das lässt sie lebendig werden. Beim Lesen fühlt es sich an, als wäre ich live dabei. So entstehen Persönlichkeiten, die eigentlich jeder kennt und Situationen, die niemanden fremd sind. Die liebenswerten Charaktere sind sorgfältig überzeichnet und beim Lesen hatte ich zu jeder Zeit eine klare Vorstellungen von ihnen. Oft bin ich aus dem Lachen nicht wieder herausgekommen.
Sarah Kempfle hat mit “Mord im Rotstiftmilieu” einen schrägen Cozy Krimi auf den Büchermarkt gebracht, der einfach Spaß macht. Gerne empfehle ich diese Erzählung allen denen weiter, die auch bei einem Krimi auch mal lachen mögen. Von mir bekommt die Autorin verdiente 5 Lesesterne. Ich freue mich auf Neues aus dem Köpfchen und der Feder von Sarah Kempfle.

Bewertung vom 29.07.2024
Degen, Anna

Der Königsmord von Bamberg


ausgezeichnet

Anna Degen hat den historischen Roman “Der Königsmord von Bamberg” gemeinsam mit dem emons-Verlag im Juni 2024 herausgebracht. Das wunderschöne Cover ist passend zur Zeit und zur Geschichte gestaltet. Autorin, Titel und Verlag sind gut lesbar.

In Bamberg wird das Jahr 1208 geschrieben. Der römisch-deutsche König Philipp wird am Tag der Hochzeitsfeier seiner Nichte ermordet und die zwölfjährige Sofie beobachtet die Tat. Damit ist ihr Leben in Gefahr. Sie ist eine Zeugin, die mächtigen Männern gefährlich werden kann. Gemeinsam mit dem Bamberger Bischof kann sie fliehen und eine abenteuerliche Reise bis Rom und Ungarn beginnt. Doch auch dort ist Sofie nicht sicher.

Der Einstieg in dieses Buch ist mir leicht gefallen. Der Autorin gelingt es mit nur wenigen Sätzen, die mittelalterliche Atmosphäre in meinen Kopf zu transportieren. Der bildhafte Schreibstil ist flüssig zu lesen und in der Wortwahl der Zeit angepasst. Schnell entstehen Bilder in meinem Kopf und ich kann mir die Geschichte und die Personen gut vorstellen. Nachdem ich einmal mit dem Lesen begonnen habe, fiel es mir schwer, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer wollte ich wissen, wie es denn nun weitergeht.

Sofie ist mir gleich sympathisch gewesen. Anna Degen ist geschickt. Sie lässt Sofie aus dem höheren Alter rückblickend erzählen. Beim Lesen bekomme ich einen detaillierten Blick in die Zeit, beschäftige mich mit der Stellung der Frau und lerne die verschiedensten Gepflogenheiten des Mittelalters kennen.

Wer es etwas genauer wissen möchte, findet am Ende einen Zeitstrahl, eine Namensübersicht, einen Stammbaum und die Reiseroute von Bischof Ekbert 1208-1211.

Anna Degen unterhält in einem ausgezeichneten Schreibstil mit einer abenteuerlichen Geschichte, die das Mittelalter lebendig werden lässt. Von mir bekommt die Autorin verdiente 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die gerne gut recherchierte, historische Roman lesen!